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BAE Systems

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BAE Systems plc

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | BAE Systems logo.svg
Rechtsform Public Limited Company
ISIN GB0002634946
Gründung 30. November 1999
Sitz London, Vereinigtes Königreich
Leitung
Mitarbeiterzahl 93.100<ref name="ar2022">Geschäftsbericht 2022, abgerufen am 28. Januar 2024</ref>
Umsatz 21,25 Mrd. GBP<ref name="ar2022" />
Branche Rüstungsindustrie
Website www.baesystems.com
Stand: 31. Dezember 2022

BAE Systems plc (British Aerospace Electronic Systems) ist ein britischer multinationaler Rüstungs-, Informationssicherheits- und Luftfahrtkonzern und war 2021 nach Umsatz der siebtgrößte Rüstungskonzern der Welt.<ref>Top 100 | Defense News, News about defense programs, business, and technology. Abgerufen am 30. Mai 2022.</ref> Das Unternehmen hat seinen Sitz in London, Vereinigtes Königreich, und beschäftigt 82.500 Mitarbeiter weltweit. Neben der Rüstungsproduktion ist der Konzern auch in der Luft- und Raumfahrt tätig.

Geschichte

Das Unternehmen entstand 1999 durch die Fusion von British Aerospace und Marconi Electronic Systems zum damals viertgrößten Rüstungskonzern der Welt. Bis zum Jahr 2003 übernahm BAE Systems mehrere Tochtergesellschaften von Lockheed Martin und Boeing und wurde so vorübergehend zum weltgrößten Rüstungskonzern.

Hawker Siddeley Aviation, das 1979 ein Teil von British Aerospace wurde, war auch ohne eigenen Anteil an Airbus seit Projektbeginn (1970) Hersteller der Tragflächen aller Airbus-Flugzeuge. Seit 1979 hielt British Aerospace, später BAE Systems, zwanzig Prozent am europäischen Flugzeugbauer Airbus Industrie und ab 2001 bis 2006 an dessen Nachfolgegesellschaft Airbus SAS.

2005 erweiterte der Konzern mit der Übernahme des Panzerherstellers Alvis sein schmales Sortiment an Landfahrzeugen deutlich. Im selben Jahr stärkte der Konzern durch eine Übernahme von United Defense seine Position in den USA erneut. Insgesamt machte das Unternehmen 2005 einen Umsatz von über fünfzehn Milliarden US-Dollar, davon etwa vierzig Prozent in den USA. Der Konzern ist das einzige nicht-amerikanische Rüstungsunternehmen, das zu den zehn größten Lieferanten des Pentagon gehört.

Seit Anfang 2004 wurde berichtet, das Unternehmen plane eine Fusion mit Boeing oder Lockheed Martin. Während weder BAE noch Lockheed Martin zu diesen Berichten Stellung nahmen, dementierte Boeing diese mit dem Hinweis, dass BAEs Anteil an Airbus zu einem Interessenkonflikt führe. Im November 2004 meldete die Financial Times, dass EADS Interesse an den Airbus-Anteilen von BAE zeige. Am 7. April 2006 bestätigte BAE Verhandlungen mit EADS über den Verkauf der britischen Airbus-Anteile. Am 6. September 2006 wurde schließlich mitgeteilt, dass EADS die Anteile für 2,75 Milliarden Euro übernommen hatte.<ref>guardian.co.uk: BAE agrees sale of stake in ailing Airbus. Abgerufen am 3. Mai 2011.</ref>

Im Mai 2007 übernahm der Konzern den US-Hersteller Armor Holdings. Der Zukauf des Herstellers für Militärfahrzeuge und Panzerungen kostete 4,1 Milliarden US-Dollar.

Seit 2004 wird gegen BAE Systems wegen möglicher illegaler Waffengeschäfte ermittelt. Der Konzern soll Schmiergelder an saudi-arabische Diplomaten, Politiker und Geschäftsleute gezahlt haben, um sich Rüstungsaufträge zu sichern. Nachdem die Ermittlungen im Dezember 2006 aus Gründen der nationalen Sicherheit teilweise eingestellt worden waren, wurden Vorwürfe laut, wonach dieses auf ausdrückliche Anweisung der Regierung geschehen sei. Im Juni 2007 wurden auch in den USA Ermittlungen gegen BAE Systems aufgenommen. Endgültige Ergebnisse stehen jedoch weiterhin aus.<ref>BBC News: Timeline: BAE corruption probe (englisch), 26. Juni 2007</ref>

Eine geplante Fusion mit EADS zum bis dahin weltweit größten Rüstungsunternehmen scheiterte Anfang Oktober 2012. Die beteiligten Staaten hätten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, woraufhin beide Unternehmen die Verhandlungen abbrachen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Konzerne erklären Verhandlungen für gescheitert: EADS und BAE sagen Fusion ab (Memento vom 28. Dezember 2012 im Internet Archive) bei tagesschau.de, 10. Oktober 2012 (abgerufen am 10. Oktober 2012).</ref> EADS machte die deutsche Bundesregierung für das Scheitern verantwortlich.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig EADS gibt Deutschland Schuld am Fusionsflop.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Dezember 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Im Dezember 2016 wurde bekannt, dass BAE Systems zusammen mit dem US-amerikanischen Rüstungshersteller Northrop Grumman ein Gemeinschaftsunternehmen zur Luftfahrzeug-Instandhaltung gründet.<ref>Bundeskartellamt: Laufende Fusionskontrollverfahren: BAE Systems/Northrop Grumman/Defence Electronics and Components Agency; Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. In: finanznachrichten.de. 27. Dezember 2016, abgerufen am 16. März 2024.</ref> Zudem schloss BAE Systems im Oktober 2016 mit Northrop Grumman einen Vertrag über rund 618 Millionen US-Dollar für die Produktion von 5 bis 7 Raketen mit dem Advanced Precision Kill Weapon System. Dabei werden diese mit WGU-59 / B-Führungseinheiten ausgerüstet, um die Raketen mit halbaktiver Laserführung auszustatten.<ref>http://www.naval-technology.com/news/newsdeals-this-week-bae-systems-northrop-grumman-orbital-sciences-5030594</ref>

Im Jahr 2018 schloss das Unternehmen mit der Regierung von Katar einen Vertrag über 5 Milliarden Pfund für 24 Eurofighter Typhoon ab.<ref>Qatar looks to buy another 12 Typhoon jets from UK</ref>

Im Jahr 2019 verkaufte BAE Systems einen Anteil von 55 % an seinem britischen Landgeschäft an Rheinmetall. Das daraus hervorgegangene Joint Venture (JV), Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL), wurde nach der behördlichen Genehmigung im Juli 2019 gegründet und hat seinen Hauptsitz am bestehenden Standort in Telford.<ref>Andrew Chuter, Sebastian Sprenger: Rheinmetall, BAE consummate armored-vehicles joint venture. 1. Juli 2019, abgerufen am 10. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im November 2020 gab das britische Verteidigungsministerium die Vergabe eines 20-jährigen Munitionsauftrags im Wert von 2,4 Milliarden Pfund an BAE bekannt. Im Rahmen dieses Auftrags wird BAE 39 verschiedene Munitionssorten für die britischen Streitkräfte herstellen; dieser Auftrag löst den MASS-Vertrag aus dem Jahr 2008 ab.<ref>Andrew Chuter: BAE Systems gets $3.2 billion deal so British forces can reload. 30. November 2020, abgerufen am 10. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juli 2023 erhielt BAE einen damit verbundenen Auftrag im Wert von 280 Millionen Pfund, um einen Munitionsengpass zu beheben, der durch die Lieferung von Munition an die Ukraine verursacht wurde.<ref>BAE Systems secures UK order to boost output of battlefield munitions FT</ref> Insgesamt belebte der Krieg in der Ukraine das Geschäft deutlich.

Im August 2023 vereinbarte BAE die Übernahme der Luft- und Raumfahrtsparte des US-amerikanischen Unternehmens Ball Corporation für 5,6 Milliarden US-Dollar in bar; dies war bis dahin die größte Übernahme von BAE und wurde am 16. Februar 2024 abgeschlossen.<ref>BAE snaps up Ball's aerospace arm for $5.6 billion in its biggest deal ever Reuters</ref>

Im Oktober 2023 erhielt BAE einen Auftrag im Wert von 3,95 Milliarden Pfund für Entwicklungsarbeiten an U-Booten der Aukus-Klasse bis zum Jahr 2028.<ref>Aukus: UK defence giant BAE Systems wins £3.95bn submarine contract. In: BBC News. 2. Oktober 2023 (bbc.co.uk [abgerufen am 10. April 2026]).</ref>

Tätigkeitsfelder

<templatestyles src="Manueller Rahmen/styles.css" />

Umsatz nach Geschäftsbereich (2018) in %<ref name="ar2018">Geschäftsbericht 2018, abgerufen am 2. Januar 2019</ref>

BAE MAS – Military Air Solutions

BAE MAS entwickelt und produziert militärische Flugzeuge, insbesondere Kampf- und Aufklärungsflugzeuge. Hierbei kooperiert BAE regelmäßig mit Hauptkonkurrenten wie Boeing, Lockheed Martin (F35) oder EADS und Alenia Aeronautica (Eurofighter Typhoon).

BAE Avionics

BAE Avionics ist weltweit führend in der Entwicklung militärischer Aufklärungs- und Kommunikationstechnologie. Der Konzern ist auch im Bereich von Produkten für die direkte Kriegsführung tätig, beispielsweise bei der Entwicklung von lasergesteuerten Bomben.

BAE C4ISR

BAE C4ISR entwickelt Produkte für die Koordinierung von Einheiten in militärischen Einsätzen. Hierbei werden sowohl existierende Systeme modernisiert als auch neu entwickelte Komponenten produziert.

BAE Customer Solutions & Support

BAE CS&S ist zuständig für die Betreuung von militärischen Produkten. Dies beinhaltet Wartung, Reparatur und Modernisierung sowohl von Produkten von BAE wie auch anderer Hersteller während deren gesamter Dienstzeit, insbesondere von Flugzeugen. BAE CS&S hat zudem zwei Tochtergesellschaften:

  • BAE Systems Australia ist für die australischen Streitkräfte zuständig.
  • CS&S Naval ist für den Marinesektor zuständig.

BAE Land Systems

BAE Land Systems (bis 2004 Royal Ordnance) ist für landgestützte militärische Produkte zuständig. Hierzu gehören unter anderem Panzer, Raketensysteme, gepanzerte Fahrzeuge, Feuerwaffen, Sprengköpfe und elektronische Systeme. Das Sortiment wurde im Jahr 2005 durch die Übernahme des Panzerherstellers Alvis Vickers deutlich erweitert.

BAE Naval Systems

BAE Naval Systems vereint seit 2003 die Werften innerhalb von BAE. Hierbei fand eine Konzentration auf die beiden Standorte am Fluss Clyde in Govan (ehemalige Kvaerner-Werft) und Scotstoun (ehemals Yarrow Shipbuilders) statt. In enger Verbindung mit BAE Naval Systems stehen:

Gemeinsam mit diesen beiden Abteilungen ist BAE Naval System der größte Hersteller von Kriegsschiffen außerhalb der USA.

BAE Systems North America

BAE Systems North America ist die wichtigste Abteilung innerhalb von BAE. BAE Systems North America entstand aus verschiedenen US-amerikanischen Rüstungsproduzenten, die von BAE übernommen worden waren, darunter auch ehemalige Tochtergesellschaften von Lockheed Martin und Boeing. Insgesamt verfügt BAE über Standorte in dreißig Bundesstaaten sowie Washington, D.C. Hierdurch gelang BAE der Durchbruch auf dem US-Rüstungsmarkt, dem größten der Welt. Zudem stieg der Konzern durch diese Zukäufe 2002 zum damals größten Rüstungskonzern der Welt auf. BAE Systems North America macht etwa ein Drittel von BAEs Gesamtumsatz aus.

BAE Regional Aircraft

BAE Regional Aircraft produzierte bis zum Jahr 2001 die BAE 146 sowie weitere Flugzeuge, die nebst allen Einzelteilen ausschließlich in Großbritannien gebaut wurden. Seit der Einstellung der Produktion ist BAE Regional Aircraft vor allem in der Wartung und Reparatur, aber auch Modernisierung von bereits ausgelieferten Flugzeugen tätig. Zudem unterhält diese Konzerntochter eigene Flugzeuge, die an Fluggesellschaften verleast werden.

BAE Shared Services

BAE Shared Services ist für die Verwaltung des Konzerns und den IT-Bereich zuständig, bietet diese Dienstleistungen jedoch auch weltweit anderen Konzernen an.

BAE Platform Solutions

BAE Platform Solutions bietet in erster Linie Navigationstechnik sowie Antriebssysteme an. Hierzu gehören unter anderem GPS-Systeme für militärische Fahrzeuge, aber auch Steuereinheiten und Antriebe für Unbemannte Flugobjekte.

Beteiligungen an anderen Konzernen

Produkte

BAE Systems hat eigene Projekte und Anteile an Joint-Venture-Produktionen.

Die folgende Auflistung ist unvollständig:

Kriegsschiffe

Datei:HMS Illustrious at Greenwich - geograph.org.uk - 1291717.jpg
HMS Illustrious – ein Schiff der Invincible-Klasse

Militärische Flugzeuge

Datei:Harrier No3 (F) Sqm - Seitenansicht.jpg
Harrier-Kampfflugzeug der Royal Air Force
Datei:Lockheed F-35 Joint Strike Fighter.jpg
F-35 Lightning II

Waffen

Zivile Flugzeuge

Datei:Avro RJ70 Thomas Drebert 1090649803.jpg
BAe 146

Weblinks

Commons: BAE Systems – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

<references />


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