Zum Inhalt springen

Bernd Drogan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. März 2026 um 17:26 Uhr durch imported>Spürnase2013 (Männer).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Deutsche Meisterschaften im Bahnradsport 2016 265.jpg
Bernd Drogan (2016)
Datei:Bundesarchiv Bild 183-1989-0107-011, Bernd Drogan, Lutz Heßlich.jpg
Bernd Drogan wird auf dem Rad gehalten von Lutz Heßlich am 7. Januar 1989 auf der Berliner Winterbahn in der Werner-Seelenbinder-Halle
Datei:Bundesarchiv Bild 183-S0515-0014, Bernd Drogan.jpg
Nach einem Etappensieg bei der Friedensfahrt am 15. Mai 1977

Bernd Drogan (* 26. Oktober 1955 in Bohsdorf bei Döbern<ref name="Name_der_Quelle_a">"Bernd Drogan (SC Cottbus)", in: Neue Berliner Illustrierte - 1983 - Ausgaben 1-26 - Seite 46, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref>)<ref>Deutscher Radsport-Verband der DDR (Hrsg.): Der Radsportler. Nr. 10/1975. Berlin 1975, S. 1.</ref> ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer aus der DDR und Weltmeister im Radsport.

Jugend

Bernd Drogan begann 1967 bei Lok Forst mit dem Radsport und gewann die in jenem Jahr ausgetragene DDR-Bestenermittlung im Straßeneinzelfahren der Schüler B. 1968 erreichte er beim Einzelzeitfahren einen dritten Platz im Auswahlrennen der Schüler A und wurde im Straßen-Vierer mit der Bezirksauswahl Cottbus Siebenter bei der Kinder- und Jugendspartakiade.<ref name="Jugend" /><ref>Deutscher Radsport-Verband der DDR (Hrsg.): Der Radsportler. Nr. 32/1972. Berlin 1972, S. 2.</ref>

1969 erfolgte die Klubdelegierung zum SC Cottbus. Im gleichen Jahr gewann er mit der Mannschaft den Verbandspokal Straße. 1970 wurde Drogan mit der zweiten Bahn-Vierer Vertretung des SC Cottbus Siebenter bei der Kinder- und Jugendspartakiade. Bei der DDR-Meisterschaft im Straßeneinzelrennen belegte er in der Altersklasse Jugend B den Achten Platz. 1971 wurde Drogan DDR-Meister der Jugend B mit dem Straßen-Vierer. Bei der Bezirksmeisterschaft Cottbus stellte der Vierer des SC Cottbus in der Zusammensetzung Bernd Drogan, Hans-Joachim Hartnick, Adelmeyer, Stegk in 1:08:31,5 h einen neuen DDR-Rekord über 50 km auf. Bei der DDR-Meisterschaft im Straßen-Einzel wurde Drogan Vierter.

1972 gewann er mit dem Straßen-Vierer eine Goldmedaille bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft in Brno. Beim Internationalen Jugendpokal Radsport-Asse der Zukunft wurde Drogan hinter Hartnick und dem Bulgaren Dimitrow Dritter. Bei der Vier-Etappen-Fahrt in Cottbus belegte er den sechsten Platz. Bei der Kinder- und Jugendspartakiade gewann er das 3000-m-Einzelzeitfahren und wurde Zweiter im Straßen-Vierer. Im Straßen-Vierer gewann Drogan die DDR-Meisterschaft der B-Jugend. Er gewann den Endausscheid Olympia-Preis im Straßen-Einzel der Jugend B, wurde Achter der Gesamtwertung des Junioren-Cups in Rumänien und Siebenter der Gesamtwertung der III. Internationalen Sternfahrt der Junioren in Neugersdorf.

1973 wurde Bernd Drogan sechsfacher DDR-Meister der Jugend A – er gewann im Querfeldein-Rennen, in der 4000-m-Einerverfolgung auf der Bahn, im Straßen-Einzel, im Straßen-Mannschaftsfahren, im Kriterium und im Mehrkampf. Weiterhin wurde er in jenem Jahr Zweiter der Vier-Etappen-Fahrt in Cottbus, Zweiter mit der Vierer-Mannschaft bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft in Miskolc/Ungarn und gewann den Endausscheid Olympia-Preis im StraßenEinzel.

Männer

1973 fuhr Drogan erstmals bei den Männern. In seinem ersten Jahr wurde er Zehnter bei Rund um Langenau, Fünfter im Straßen-Mannschaftsfahren in Polen (mit der zweiten DDR-Nationalmannschaft), Vierter bei Rund um den Scharmützelsee und 17. beim Großen „Sportecho“-Preis in Sebnitz. Außerdem wurde er DDR-Vizemeister im Straßen-Mannschaftsfahren.<ref name="Jugend" /> 1976 gewann er die Harzrundfahrt, die in jenem Jahr als 8. Etappe der DDR-Rundfahrt ausgetragen wurde.<ref>Deutscher Radsport-Verband der DDR (Hrsg.): Der Radsportler. Nr. 35. Berlin 1976, S. 3.</ref>

Bernd Drogan startete auch im Männerbereich für den SC Cottbus. Er trainierte bei Manfred Nitschke, später bei Eberhard Pöschke<ref name="Name_der_Quelle_a" />. Sein größter Erfolg war der Weltmeisterschaftssieg im Straßeneinzelrennen nach einer Alleinfahrt von 45 Kilometern. In jenem Jahr und zuvor bereits 1979 wurde er zum DDR-Sportler des Jahres gewählt. Er gewann außerdem im Mannschaftszeitfahren zwei Weltmeistertitel und eine olympische Silbermedaille 1980 sowie eine Bronzemedaille im WM-Einzelrennen. Die nationale Meisterschaft im Einzelzeitfahren gewann er 1978 und 1981. 1982 wurde er Dritter der Slowakei-Rundfahrt, wobei er zwei Etappen gewann. Im Tribüne Bergpreis war er 1979 erfolgreich.

Drogan hatte im Verlaufe seiner Radsport-Karriere aber auch viele Rückschläge zu verkraften: 1975 musste er wegen einer Blutvergiftung nach einem Sturz bei der DDR-Rundfahrt aufgeben. 1978 brach er sich kurz vor Beginn der Internationalen Friedensfahrt das Schlüsselbein, bei der Friedensfahrt 1980 gab er wegen der Folgen eines Sturzes auf der zehnten Etappe auf, im Jahr darauf ereilte ihn dasselbe Schicksal, und auch 1983 verhinderte ein Sturz von ihm eine bessere Platzierung als Rang 31. An den Olympischen Spielen 1984 konnte er wegen des Boykotts der Ostblockländer einschließlich der DDR nicht teilnehmen.<ref name="Radsport_1985"/>

Nach Karriereende/Berufliches

Nach seinem Rücktritt vom Leistungssport 1986 wurde er Diplomsportlehrer und kehrte als Radsporttrainer zu seinem früheren Klub SC Cottbus zurück. Nach dem Ende der DDR arbeitete er zunächst als Buchhalter und eröffnete später ein eigenes Sportgeschäft. Danach wurde er Trainer beim Brandenburgischen Radsport-Landesverband. Als Freizeit-Radsportler gewann er 2002 die Tour d'Allée, ein Prominenten-Rennen über 100 Kilometer in Binz (Insel Rügen), 2003 wurde er beim gleichen Rennen Zweiter. An der Friedensfahrt, die er als aktiver Sportler viermal (1976 bis 1979) mitgefahren war, nahm er später als Fahrer des Hauptschiedsrichters teil, zuletzt 2004. Im Herbst 2018 gab Bernd Drogan seine Tätigkeit als Trainer beim brandenburgischen Verband auf, um als Lehrer-Trainer zu arbeiten.<ref>Märkische Oderzeitung, 14. September 2018.</ref> Er blieb dem Radsport treu und wurde als Freizeit-Sportler Mitglied im Cottbuser Veloteam Old Boys.<ref name="veloteam-Aus_der">Aus der Chronik des Veloteams Cottbus. In: veloteam.de. Abgerufen am 31. März 2020.</ref> Im Oktober 2023 beendete Bernd Drogan seine Tätigkeit als Trainer und ging offiziell in die Radsport-Rente.<ref>Christian Taubert: Radsport in Cottbus: Bernd Drogan und Michael Max – Rente nach goldener Ära. In: Lausitzer Rundschau. 11. Oktober 2023, abgerufen am 11. Oktober 2023.</ref>

Familiäres

Bernd Drogan hat einen Sohn und eine Tochter.

Erfolge (Auswahl)

1977
1978
1979
  • drei Etappen Friedensfahrt (als Mannschaftskapitän)
  • Weltmeister – 100-km-Mannschaftsfahren
  • Bronze Weltmeisterschafts-Straßenrennen
  • Gesamtwertung DDR-Rundfahrt
1980
1981
  • Weltmeister – 100-km-Mannschaftsfahren
1982
1983
1984

Weltmeisterschafts-Platzierungen

Vorlage:Straßenradsport-Weltmeisterschafts-Platzierungen

Sonstiges

Drogan war Sportstudent. Er ist 1,81 m groß und wog in seiner aktiven Zeit 72 kg.<ref name="Name_der_Quelle_a" />

Literatur

  • Bernd Drogan in Internationales Sportarchiv 27/2006 vom 8. Juli 2006 (ph), im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Ein großer Meister trat ab: „Droigi“, in: Der Radsportler. Heft 47/1984, Berlin, S. 1–2

Weblinks

Commons: Bernd Drogan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Jugend">Der Radsportler, 1. November-Heft 1973, Seite 2, Zur Person: Bernd Drogan, Herausgeber: Deutscher Radsport-Verband der DDR, Berlin, 1973</ref> <ref name="Radsport_1985">Radsport, 16. Januar 1985</ref> </references>

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

1962 Vorlage:ITA-1946 Maino / Zandegù / Grassi / Tagliani | 1963 FrankreichFrankreich Motte / Bidault / Béchet / Chappe | 1964 Vorlage:ITA-1946 Andreoli / Dalla Bona / Guerra / Manza | 1965 Vorlage:ITA-1946 Guerra / Dalla Bona / Denti / Soldi | 1966 DanemarkDänemark Blaudzun / Hansen / Wisborg / Højlund | 1967–1969 SchwedenSchweden G. Pettersson / S. Pettersson / T. Pettersson / E. Pettersson („Fåglum-Brüder“) | 1970 Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Jardy / Sokolow / Schuchow / Lichatschow | 1971 BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Van Der Linden / Hermans / Verreydt / Van Cauter | 1973 Polen 1944Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Mytnik / Lis / Szozda / Szurkowski | 1974 SchwedenSchweden Filipsson / Johansson / Fagerlund / Nilsson | 1975 Polen 1944Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Szozda / Nowicki / Szurkowski / Mytnik | 1977 Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Pikkuus / Tschaplygin / Kaminski / Tschukanow | 1978 NiederlandeNiederlande Oosterbosch / Houwelingen / Bierings / Est | 1979 Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Drogan / Hartnick / Boden / Petermann | 1981 Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Drogan / Boden / Kummer / Ludwig | 1982 NiederlandeNiederlande Van Bindsbergen / Ducrot / Solleveld / Schipper | 1983 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Kaschirin / Nawolokin / Tschuschda / Sinowjew | 1985 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sinowjew / Sumnikau / Klimow / Schdanow | 1986 NiederlandeNiederlande Harmeling / Talen / Cordes / de Vries | 1987 Vorlage:ITA-1946 Fortunato / Poli / Scirea / Vanzella | 1989 Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Boden / Landsmann / Kummer / Schur | 1990 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Halkin / Patenka / Sotow / Markownitschenko | 1991 Vorlage:ITA-1946 Anastasia / Colombo / Contri / Peron | 1993 Vorlage:ITA-1946 Contri / Salvato / Fina / Brasi | 1994 Vorlage:ITA-1946 Contri / Colombo / Salvato / Andriotto

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1949 Max Bartoskiewicz | 1950 Bernhard Trefflich | 1951 Bernhard Wille | 1952 Erich Schulz | 1953, 1954, 1959, 1961 Täve Schur | 1955 Dieter Lüder | 1956 Alfons Hermans | 1957 Eddy Pauwels | 1962, 1963 Klaus Ampler | 1965, 1967 Axel Peschel | 1966, 1968 Dieter Grabe | 1971 Wolfgang Wesemann | 1972 Fedor den Hertog | 1973 Dieter Gonschorek | 1974, 1975 Hans-Joachim Hartnick | 1976 Siegbert Schmeißer | 1977–1979, 1982 Bernd Drogan | 1980, 1984 Falk Boden | 1981 Lutz Lötzsch | 1983, 1985 Olaf Ludwig | 1986, 1987, 1989 Uwe Ampler | 1988 Uwe Raab

Die DDR-Tour wurde nicht durchgängig ausgetragen und nur bis 1989. Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1964 Rüdiger Tanneberger | 1965, 1969 Axel Peschel | 1966, 1967 Siegfried Huster | 1968 nicht ausgetragen | 1970–1974 nicht ausgetragen | 1975 Hans-Joachim Hartnick | 1976 Siegbert Schmeißer | 1977, 1978 Bernd Drogan | 1979 Jörg Köhler | 1980 Andreas Petermann | 1981 Lutz Lötzsch | 1982 Matthias Lendt | 1983 Olaf Ludwig | 1984 Holger Müller Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

1953–61: Täve Schur | 1962: Helmut Recknagel | 1963: Klaus Ampler | 1964: Klaus Urbanczyk | 1965: Jürgen May | 1966: Frank Wiegand | 1967–71: Roland Matthes | 1972: Wolfgang Nordwig | 1973: Roland Matthes | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1975: Roland Matthes | 1976: Waldemar Cierpinski | 1977: Rolf Beilschmidt | 1978: Udo Beyer | 1979: Bernd Drogan | 1980: Waldemar Cierpinski | 1981: Lothar Thoms | 1982: Bernd Drogan | 1983: Uwe Raab | 1984: Uwe Hohn | 1985: Jens Weißflog | 1986: Olaf Ludwig | 1987: Torsten Voss | 1988: Olaf Ludwig | 1989: Andreas Wecker

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein