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Citrate

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Datei:Citrat-Ion.svg
Struktur des Citrat-Ions
Datei:Citric acid speciation.svg
Dissoziation der Citronensäure

Citrate oder Zitrate sind die Ester, Salze und das Anion der Citronensäure (<chem>C6H8O7</chem>). In der Biochemie spricht man von Citraten, wenn die im wässrigen Milieu einer Zelle vorkommende dissoziierte Ionenform der Citronensäure gemeint ist. In wässrigen Lösungen mit neutralem pH-Wert liegt Citrat hauptsächlich als dreifaches Anion vor.<ref name="Lifton">Richard P. Lifton: Genetic Diseases of the Kidney. Academic Press, 2009, ISBN 978-0-080-92427-4, S. 203.</ref> Citrate sind verstoffwechselbare Chelatoren.

Biologische Bedeutung

Citrate kommen im Stoffwechsel zur Energiegewinnung über den Citratzyklus vor.<ref name="Berg">Jeremy M. Berg: Stryer Biochemie. Springer-Verlag, 2015, ISBN 978-3-827-42989-6, S. 1135.</ref> Citrat wird im Stoffwechsel zu Isocitrat umgewandelt oder zu Oxalacetat und Acetyl-CoA gespalten. Im Blutplasma kommt es in einer Konzentration von 0,05 bis 0,3 Millimol (mM) vor.<ref name="Koushanpour">Esmail Koushanpour: Renal Physiology. Springer Science & Business Media, 2013, ISBN 978-1-475-71912-3, S. 228.</ref> Citrate sind daneben die am häufigsten vorkommenden organischen Säureanionen im Urin.<ref name="Koushanpour" /> Citrate gelten als einer der wichtigsten Inhibitoren der Bildung calciumhaltiger Harnsteine.<ref name="Lifton" /> Erniedrigte Werte an Citrat im Urin erhöhen das Risiko der Bildung von Harnsteinen. Das im Urin ausgeschiedene Citrat stammt einerseits aus dem Stoffwechsel (Citratzyklus), andererseits wird es mit der Nahrung aufgenommen, wobei 65 bis 90 % der Citrate beim Menschen üblicherweise in der Niere resorbiert werden.<ref name="Lifton" />

Verwendung

Citrate werden als Chelatoren eingesetzt, um Lebewesen verschiedene Metallionen zuzuführen.<ref name="Ternes">W. Ternes: Biochemie der Elemente. Springer-Verlag, 2012, ISBN 978-3-827-43020-5, S. 217.</ref> Weiterhin werden sie in der Biochemie als Puffer (Citratpuffer und Phosphat-Citrat-Puffer) verwendet,<ref name="Eckert">Werner A. Eckert: Proteine: Standardmethoden der Molekular- und Zellbiologie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-59227-0, S. 22.</ref> z. B. zur Aufbewahrung von Blut als Citratblut unter Vermeidung einer Blutgerinnung.<ref name="Gessner">Axel M. Gressner: Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-12921-6, S. 10.</ref> Sofern eine Chelatwirkung unerwünscht ist, werden anstatt Citratpuffern (oder auch den ebenfalls chelierenden Tartrat-, Phthalat- und Phosphatpuffern) z. B. Acetatpuffer<ref name="Marczenko">Z. Marczenko: Separation, Preconcentration and Spectrophotometry in Inorganic Analysis. Elsevier, 2000, ISBN 978-0-080-54108-2, S. 44.</ref> oder aus der Gruppe der Good-Puffer MES-, MOPS- und PIPES-Puffer verwendet. In der Pharmazie sind Citrate zugelassene pharmazeutische Hilfsstoffe für intravenöse Injektionslösungen bis zu einem Massenanteil von 0,72 %.<ref name="Niazi">Safaraz K. Niazi: Handbook of Pharmaceutical Manufacturing Formulations. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-420-08131-2, S. 160.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Citrate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Citrat-Ion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Citrat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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