Falbenthal
Falbenthal Stadt Treuchtlingen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(45)&title=Falbenthal 48° 59′ N, 10° 51′ O
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| Höhe: | 505 (491–518) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 45 (31. Dez. 2013)[Ohne Beleg] | |||||
| Postleitzahl: | 91757 | |||||
| Vorwahl: | 09146 | |||||
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Falbenthal ist ein Gemeindeteil der Stadt Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Falbenthal liegt in der Gemarkung Wettelsheim.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. Oktober 2024.</ref>
Geographische Lage
Das Dorf liegt in der Südlichen Frankenalb rund drei Kilometer westnordwestlich der Ortsmitte von Wettelsheim am südlichen Rand des Berolzheimer Waldes. An einem Hangeinschnitt wenig im Süden entspringt der Bach Erlach, der dann auf sich weitendem Talgrund nach Wettelsheim zur Rohrach fließt. Falbenthal wird von der Kreisstraße WUG 5 durchquert, die von Wettelsheim her im Talgrund naht, im Ort nach Süden abknickt und dann die genannte Quellklinge hinauf über einen Höhenrücken nach Windischhausen ins Tal der oberen Rohrach läuft. Nach dem westlichen Ortsende zweigt ein befestigter Feldweg nach Großholz ab, einem Gemeindeteil von Markt Berolzheim.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ortsname wird als „Siedlung im fahlen Tal“ gedeutet, wobei sich das Adjektiv „fahl“ wohl auf die Beschaffenheit (Farbe) des Bodens bezieht.<ref>Schuh, S. 88</ref> 1250 stellte Papst Innozenz IV. dem Kloster Wülzburg einen Schutzbrief aus, der auch Besitz zu „Walwental“, dem heutigen Falbenthal, beinhaltete.<ref>Vorlage:Strassner Land- und Stadtkreis Weißenburg; R. Schuh, S. 87.</ref> Die Zugehörigkeit zum Benediktinerkloster Wülzburg wird auch in einem Beleg von 1388 deutlich, der von zwei abgabenpflichtigen Höfen zu „Valbental“ spricht. 1493 (und 1537) bestand Falbenthal nur noch aus einem Hof, der dem Kloster Wülzburg Reichnisse zu geben hatte.
1535 gehörte „Falmthal“ nach der Säkularisation des Klosters Wülzburg zum markgräflich-brandenburgische Halsgericht Hohentrüdingen. 1608 bestätigte der adelige Offizier Hans von Buchholz zu Helfenberg, vom Markgrafen zu Ansbach den bis dahin erbzinslehenbaren Weiler Falbenthal als Rittermannlehen empfangen zu haben;<ref>Hofmann, S. 47</ref> es bestand aus einem neu erbauten Adelssitz nebst Zugehörungen an landwirtschaftlichen Gebäuden, Äckern, Wiesen und Wald. Im Jahr darauf ging das Gut an dessen Schwiegersohn Christoph von Lichtenstein über. Dieser verkaufte Falbenthal 1613 an seinen Schwager Ludwig von Zocha, der es 1624 an Bernhard von Creutz veräußerte. Das durch den Dreißigjährigen Krieg „ganntz veröedete vund ruinirte gut“ ging 1642 an Johann von Leubelfing über. 1643 protestierte das Richteramt Wettelsheim vergeblich gegen die Verselbständigung des Rittergutes. 1681 wurde das Schloss Falbenthal umgebaut bzw. als dreigeschossiger Traufsteinbau mit vier Ecktürmen an der Frontseite neu errichtet, wie die Jahreszahl über dem Eingang bezeugt.<ref>Denkmalliste Treuchtlingen, Ortsteil Falbenthal, Stand 25. Februar 2012, S. 4; Gröber/Mader, S. 62</ref> 1708 erhielt Christoph Philipp Ludwig von Leubelfing die markgräfliche Erlaubnis, sein Gut um einige Häuser zu mehren und Bauern anzusiedeln. So ist in einem Beleg von 1732 davon die Rede, dass zum Schloss eine Ziegelhütte (heute landwirtschaftliches Anwesen Falbenthal Nr. 15)<ref>Schuh, S. 359</ref> und elf „Söldenhäußlein“ gehörten, die nach Wettelsheim gepfarrt waren; die niedere Gerichtsbarkeit lag in den Händen der Schlossherrschaft, die hohe beim brandenburgischen Oberamt Hohentrüdingen. 1787 fiel das Rittermannlehen Falbenthal im Ritterkanton Altmühl mit dem Aussterben derer von Leubelfing an den brandenburgischen Markgrafen heim. Daraufhin erhielt der Geheime Rat und Oberhofmarschall Carl Wilhelm Friedrich Freiherr Eichler von Auritz das Gut vom Markgrafen zu Lehen.<ref>Dieser Abschnitt im Wesentlichen nach R. Schuh, S. 87f.</ref>
Gegen Ende des Heiligen Römischen Reiches, um 1800, bestand der Weiler Falbenthal aus dem Eichlerischen Rittersitz und zehn ritterschaftlichen Untertanen.<ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 2, Sp. 117</ref> Seit 1806 im Königreich Bayern, fiel Falbenthal durch den Tod des Gutsherrn Eichler am 12. Juni 1816 im Gantprozess an einen bäuerlichen Besitzer namens C. Schmidt; die im Nachgang zu Preußen (seit 1796/97) ab 1808 provisorische bayerische Patrimonialgerichtsbarkeit, die der nichtadelige neue Besitzer nicht übernehmen durfte, erwarben die Grafen von Pappenheim; sie wurde 1818 vom Landgericht Heidenheim eingezogen.<ref>Hofmann, S. 202, 205, 260</ref> Der Weiler Falbenthal wurde der Ruralgemeinde Wettelsheim zugeordnet, die im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 nach Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingemeindet wurde.<ref name="ReferenceA">Hofmann, S. 243</ref>
1996 bis 2000 vollzog Falbenthal eine Dorferneuerung.<ref>Gedenktafel am Gemeindeturm</ref>
Einwohnerzahlen
- 1818: 65 Einwohner<ref name="ReferenceA"/>
- 1824: 92 Einwohner, 18 Wohngebäude<ref>Heimatbuch Treuchtlingen, S. 131; Hofmann, S. 243</ref>
- 1831: 70 Einwohner, 16 Häuser<ref>Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Band 1: A–L. Palm und Enke, Erlangen 1840, OCLC 165432733, S. 409 (Digitalisat – Erstausgabe: 1831).</ref>
- 1950: 105 Einwohner, 14 Anwesen<ref name="ReferenceA"/>
- 1961: 73 Einwohner, 16 Wohngebäude<ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 788 (Digitalisat).</ref>
- 1. Januar 2011: 43 Einwohner<ref>treuchtlingen.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerzahlen ( vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>
- 31. Dezember 2013: 45 Einwohner<ref>Website Treuchtlingen</ref>
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr Wettelsheim-Falbenthal, gegründet 1865<ref>[1]</ref>
Baudenkmäler
Falbenthal ist ein überwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Das Schloss von fünf Fensterachsen Breite, von dem im 19. Jahrhundert die beiden westlichen Ecktürme zur Gänze und von den östlichen die Obergeschosse sowie das gesamte Schlossobergeschoss entfernt wurden,<ref>Denkmalliste Treuchtlingen, Ortsteil Falbenthal, Stand 25. Februar 2012, S. 4; Gröber/Mader, S. 62</ref> hat nur noch Wohnfunktion.<ref>Heimatbuch Treuchtlingen, S. 131</ref> Der zweigeschossige, mit einem Spitzhelm gekrönte Gemeindeturm in der Ortsmitte stammt von 1878; der Anbau ist jüngeren Datums.<ref>Denkmalliste Treuchtlingen, Ortsteil Falbenthal, Stand 25. Februar 2012, S. 4</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Sonstiges
- Von der Birnensorte Amanlis Butterbirne gibt es im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nur noch einige Altbäume, so bis ca. 2012 bei Falbenthal. Die Sorte wurde in der Obstarche Spielberg gesichert.<ref>obstarche.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Falbenthaler Hangbirne ( vom 18. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> Auch von der heute seltenen Apfelsorte Lütticher Ananaskalvill gibt es bei Falbenthal noch einen völlig verwahrlosten Altbaum.<ref>obstarche.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lütticher Ananaskalvill ( vom 17. Februar 2010 im Internet Archive)</ref> Eine andere sehr seltene Sorte, die Latschenbirne, ist vor 2023 abgestorben.
Literatur
- Aus Wettelsheims Vergangenheit. Mitteilungen des „Vereins von Altertumsfreunden Wettelsheim“, 3. Heft (1933), S. 21
- Johann Kaspar Bundschuh: Falbenthal. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 117 (Digitalisat).
- Vorlage:Gröber Bezirksamt Gunzenhausen
- Heimat- und Bäderverein Treuchtlingen e. V. (Hrsg.): Heimatbuch Treuchtlingen. Treuchtlingen [um 1984], insbes. S. 131
- Hanns Hubert Hofmann: Gunzenhausen-Weißenburg. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. Reihe I, Heft 8. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1960, DNB 452071089 (Digitalisat).
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/376969922X ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Falbenthal in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Falbenthal im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive />
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