Untere Papiermühle (Treuchtlingen)
Untere Papiermühle Stadt Treuchtlingen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2)&title=Untere+Papierm%C3%BChle 48° 58′ N, 10° 57′ O
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dim=10000 | globe= | name=Untere Papiermühle | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 422 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 2 (2004)[Ohne Beleg] | |||||
| Postleitzahl: | 91757 | |||||
| Vorwahl: | 09142 | |||||
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Untere Papiermühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Untere Papiermühle liegt in der Gemarkung Schambach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. Oktober 2024.</ref>
Lage
Die Einöde liegt unterhalb der Oberen Papiermühle am Übergang des Schambachtales zum Altmühltal östlich von Treuchtlingen und südwestlich von Schambach. Westlich der Mühle führt die Bundesstraße 2 vorbei. Das Anwesen ist über die Bachgasse von Schambach aus zu erreichen.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Die beiden Papiermühlen Schambachs, deren genaues Alter nicht bekannt ist, galten im 18. Jahrhundert als „gut“.<ref>Joh. Georg Friedrich Jakobi: Neue Sammlung geographisch-historisch-statistischer Schriften. 3 Bd., Weißenburg im Nordgau 1784, S. 342</ref> 1684 heißt der „unter Müller“ in Schambach Andreas Drießler.<ref>Strassner, S. 60</ref> Der bis 1707 in Möhren ansässige Jude Schimmel lieferte der Mühle die benötigten Lumpen;<ref>Karl Stöber: Der Erzähler aus dem Altmühltale. Stuttgart: J. F. Steinkopf 1851, S. 4, siehe [1]</ref> eine Papiermühle brauchte jährlich im Schnitt 500 Zentner Lumpen zum Verarbeiten.<ref>Handlungs-Zeitung oder Wöchentliche Nachrichten von Handel, Manufakturwesen, Künsten und neuen Erfindungen, 44. Stück, Gotha, 3. November 1792, S. 352, siehe [2]</ref> Zwischen 1749 und 1786 besaß der aus Frankreich vertriebene Hugenotte Jacob Christoph Quinat die Papiermühle.<ref>Schelling. Historisch-kritische Ausgabe, 1988, Bd. 1, Teil 4, S. 11; Heimatbuch Treuchtlingen, S. 144</ref> Er erbaute 1764/65 das noch heute existierende Mühlen- und Manufakturgebäude als großen, zweigeschossigen Satteldachbau, an dem er ein St. Georgs-Wappen mit seinen Initialen anbringen ließ.<ref name="Infotafel">Informationstafel am Mühlengebäude</ref> Sein Papier, das er ab 1770 herstellte, stattete er mit dem Wasserzeichen „IC Q“, seinen Initialen, aus. Am Ende des Heiligen Römischen Reiches gehörte die Untere Papiermühle (mit Walkgang)<ref>Repertorium des topographischen Atlasbandes Weissenburg, 1831 S. 21, siehe [3]</ref> zur Herrschaft Pappenheim, die auch die Hochgerichtsbarkeit über die Mühle besaß, und zur evangelischen Pfarrei Dietfurt.<ref>Hofmann, S. 150</ref>
Seit 1806 im Königreich Bayern, wurde die Mühle dem Steuerdistrikt Dietfurt im Untergericht Pappenheim des Rentamtes Greding, ab 1815 des Rentamtes (später Bezirksamt, dann Landkreis) Weißenburg zugeordnet;<ref>Hoffmann, S. 199f.; 255</ref> die pappenheimerische Patrimonialgerichtsbarkeit wurde 1848 aufgehoben. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Steuerdistrikt 1818 zur Gemeinde Schambach umgestaltet, die im Zuge der Gebietsreform in Bayern zum 1. Juli 1971 nach Treuchtlingen eingemeindet wurde.<ref></ref><ref>Heimatbuch Treuchtlingen, S. 209</ref>
1811 wurde die Mühle nach dem Konkurs von Jakob Christoph Quinat versteigert.<ref>Intelligenz-Blatt der Königl. Baierischen Kreis-Hauptstadt Eichstätt vom 15. Juni 1811</ref> Sein Nachfolger hielt die Papierherstellung bis 1820 aufrecht, danach wurde sie zur Walkmühle, später zur Getreidemühle umgestaltet.<ref>Informationstafel am Mühlengebäude; Heimatbuch Treuchtlingen, S. 144</ref> 1853 ging das Anwesen an die Familie Fackelmeier, jetzt Schweinesbein, über.<ref name="Infotafel" /> 1960 wurde das Getreidemahlen eingestellt und das Mühlenanwesen als landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb weitergeführt.<ref>Heimatbuch Treuchtlingen, S. 144</ref>
Das steildachige Mühlengebäude von 1765, das bis in die 2010er Jahre von zwei Lindenbäumen aus dem 18. Jahrhundert flankiert wurde, ist nebst einem eingeschossigen Wirtschaftsanbau und einer Scheune in Jura-Bauweise, wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammend, in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.<ref>Gotthard Kießling: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Reihe „Denkmäler in Bayern“. München: Karl M. Lipp Verlag 2000, S. 634</ref>
Einwohnerzahlen
- 1818: 16 Einwohner<ref name="Hofmann, S. 255">Hofmann, S. 255</ref>
- 1824: 14 Einwohner, 1 Anwesen<ref name="Hofmann, S. 255" />
- 1846: 3 Einwohner, 1 Familie, 1 Haus<ref>Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Addreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern, Ansbach 1846, S. 283, siehe [4]</ref>
- 1861: 9 Einwohner, 3 Gebäude<ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1105, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref>
- 1950: 16 Einwohner, 2 Gebäude<ref name="Hofmann, S. 255" />
- 1961: 3 Einwohner, 1 Wohngebäude<ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 836 (Digitalisat).</ref>
- 1987: 2 Einwohner, 1 Wohngebäude<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 353 (Digitalisat).</ref>
Literatur
- Heimat- und Bäderverein Treuchtlingen e. V. (Hg.): Heimatbuch Treuchtlingen. Treuchtlingen, [um 1984], insbes. S. 144.
- Hanns Hubert Hofmann: Gunzenhausen-Weißenburg. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. Reihe I, Heft 8. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1960, DNB 452071089 (Digitalisat).
- Vorlage:Strassner Land- und Stadtkreis Weißenburg
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Papiermühle (untere) in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Papiermühle (untere) im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
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- Ortsteil von Treuchtlingen
- Wassermühle im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
- Erbaut im 18. Jahrhundert
- Mühle in Europa
- Papiermühle
- Einzelsiedlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen