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Miriam Welte

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Miriam Welte Vorlage:SportPicto
Miriam Welte als Weltmeisterin im Zeitfahren 2018
Miriam Welte als Weltmeisterin
im Zeitfahren 2018
Zur Person
Geburtsdatum 9. Dezember 1986 (39 Jahre)
Nation DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Disziplin Bahn
Fahrertyp Kurzzeit
Zum Team
Aktuelles Team 1. FC Kaiserslautern
Funktion Fahrerin
Karriereende 2019
Verein(e) / Renngemeinschaft(en)
2014- 1. FC Kaiserslautern
Wichtigste Erfolge
Olympische Spiele
Datei:Olympic rings.svgTeamsprint 2012
Weltmeisterschaften
Regenbogentrikot 500-Zeitfahren 2014, 2018
Regenbogentrikot Teamsprint 2012, 2013, 2014, 2018
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2019
Datei:Welte Vogel.jpg
Miriam Welte (l.) mit Kristina Vogel beim Training im Rio Olympic Velodrome kurz vor den Olympischen Sommerspielen 2016

Miriam Welte (* 9. Dezember 1986 in Kaiserslautern) ist eine ehemalige deutsche Bahnradsportlerin. Sie ist Olympiasiegerin, wurde sechs Mal Weltmeisterin, vier Mal Europameisterin und errang 21 deutsche Meistertitel.

Sportliche Laufbahn

2002 bis 2012

2002 wurde Miriam Welte, die von ihrem Stiefvater Frank Ziegler trainiert wurde, deutsche Vize-Meisterin der Juniorinnen im 500-Meter-Zeitfahren, von 2006 bis 2008 gewann sie jeweils die Deutsche Meisterschaft der Elite in dieser Disziplin. Dazu kamen zwei Europameistertitel: 2006 im Zeitfahren in Athen sowie 2008 im Keirin in Pruszków. 2008 und 2009 erreichte sie mehrfach Podiumsplätze bei Weltcuprennen im Zeitfahren sowie im Teamsprint.

2008 errang die 1,71 Meter große und damals 65 Kilogramm schwere<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage von Miriam Welte (Memento vom 13. August 2012 im Internet Archive), abgerufen am 3. August 2012.</ref> Welte gemeinsam mit Dana Glöß bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Manchester Bronze im Teamsprint. 2011 belegte sie bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Apeldoorn den dritten Platz im 500-Meter-Zeitfahren; im selben Jahr wurde sie in Berlin dreifache deutsche Meisterin; im Keirin, im Teamsprint (mit Verena Jooß) und im 500-Meter-Zeitfahren mit neuer deutscher Rekordzeit von 34,336 Sekunden sowie Vize-Meisterin im Sprint.

Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2012 in Melbourne konnte Miriam Welte gemeinsam mit Kristina Vogel die Goldmedaille im Teamsprint holen. Sowohl in der Qualifikation wie im Finale stellten die beiden Fahrerinnen jeweils einen Weltrekord auf. Das 500-Meter-Zeitfahren beendete sie hinter Anna Meares mit nationaler Rekordzeit von 33,626 Sekunden als Vize-Weltmeisterin. Damit verbesserte sie ihren eigenen bisherigen Rekord von 34,172 Sekunden, den sie beim Lauf des Bahnrad-Weltcups 2011/2012 in Astana aufgestellt hatte. So fuhr sie dreimal innerhalb von weniger als zwölf Monaten einen neuen deutschen Rekord über 500 Meter bei stehendem Start. Am 22. Juni 2012 stellte Welte zudem beim U.S. Grand Prix of Sprinting in Colorado Springs einen neuen Rekord über 200 Meter bei fliegendem Start von 10,64 Sekunden auf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Seit 2012

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann Miriam Welte gemeinsam mit Kristina Vogel die Goldmedaille im Teamsprint, nachdem die Richter wegen eines Wechselfehlers die eigentlichen Finalsiegerinnen aus China auf den zweiten Platz zurückstuften. Schon in das Finale um Gold waren die beiden deutschen Fahrerinnen erst gekommen, weil im Lauf zuvor das britische Duo wegen eines ebensolchen Fehlers relegiert worden war.<ref>Stichwort Wechselfehler auf radsport-news.com v. 3. August 2012</ref> Die beiden Deutschen sind damit die ersten Olympiasiegerinnen in dieser Disziplin, die 2012 neu in das Programm der Olympischen Spiele Aufnahme fand.

Im Jahr darauf wurde Welte gemeinsam mit Vogel in Minsk Weltmeisterin im Teamsprint und Vizeweltmeisterin im Zeitfahren. Im Dezember 2013 stellte sie gemeinsam mit Kristina Vogel mit 32,153 Sekunden einen neuen Weltrekord im Teamsprint über 500 Meter auf.<ref>Vogel mit neuem Weltrekord im 200-Meter-Zeitfahren. radsport-news.com, 7. Dezember 2013, abgerufen am 7. Dezember 2013.</ref><ref>Deutsche starten mit drei Siegen und zwei Weltrekorden. radsport-news.com, 6. Dezember 2013, abgerufen am 7. Dezember 2013.</ref> Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2014 in Cali wurde Welte Doppelweltmeisterin, im Teamsprint mit Vogel sowie im 500-Meter-Zeitfahren.

Von April bis Mai 2014 war Miriam Welte die erste deutsche Sprinterin, die zur Internationalen Keirin-Serie geladen wurde, wo sie gemeinsam mit der Spanierin Helena Casas im Girl's Keirin startete.<ref>Achim Dreis: Fahrradführerschein für Kampfsprinter. FAZ, 3. April 2014, abgerufen am 7. April 2014.</ref> Bei ihrer Teilnahme an den Bahn-Europameisterschaften 2015 war sie gehandicapt, weil sie sich zuvor einen Fuß mit heißem Wasser verbrüht hatte. Trotz starker Schmerzen errang sie gemeinsam mit Vogel die Silbermedaille im Teamsprint, musste dann aber ihren Start im Zeitfahren absagen.<ref>Miriam Welte beißt sich durch und holt EM-Silber im Teamsprint. In: rad-net.de. 16. Oktober 2015, abgerufen am 22. November 2015.</ref>

2016 wurde Welte für den Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nominiert, wo sie gemeinsam mit Kristina Vogel die Bronzemedaille im Teamsprint errang. Im Sprint belegte sie Rang elf und im Keirin Rang 25. Im Dezember des Jahres verletzte sie sich bei der Track Cycling Challenge im Velodrome Suisse einen Ellenbogen.<ref>Welte mit Ellenbogen-Verletzung. In: rad-net.de. 25. März 2013, abgerufen am 10. Dezember 2016.</ref>

Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2018 wurde Miriam Welte zweimal Weltmeisterin: Sie errang zum zweiten Mal Gold im 500-Meter-Zeitfahren sowie gemeinsam mit Pauline Grabosch und Kristina Vogel im Teamsprint.

Im Juni 2019 gab Miriam Welte in einem Interview mit dem SWR an, dass sie ihre Karriere nach den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio beenden werde.<ref>Rad-Star Welte bestätigt Karriereende nach Tokio 2020. In: augsburger-allgemeine.de. dpa, 11. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019.</ref> Entgegen dieser Ankündigung gab sie im September 2019 überraschend ihren sofortigen Rücktritt vom Leistungsradsport bekannt.<ref name="bdr-medi-Miriam_W">Miriam Welte beendet Karriere. In: bdr-medienservice.de. 23. September 2019, abgerufen am 23. September 2019.</ref>

Teams

Bis 2013 startete Miriam Welte für das UCI Track TeamTrack Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern“, ihr Verein war der RSC Kaiserslautern. Im Februar 2014 wurde bekannt, dass sie in die Triathlonabteilung des 1. FC Kaiserslautern wechselte, die über den Pfälzischen Radfahrerbund Mitglied im Bund Deutscher Radfahrer ist.<ref>Olympiasiegerin Miriam Welte wechselt zum FCK auf fck.de vom 19. Februar 2014</ref>

Berufliches und Ehrenämter

Nach ihrem Rücktritt vom Radsport wird Miriam Welte, die den Rang einer Oberkommissarin (Stand 2019) hat, ihre Laufbahn bei der Polizei weiter verfolgen.<ref name="rbb24-262482">Interview – Bahnrad-Olympiasiegerin Welte feiert Karriereende bei Berliner SIX DAYS. In: rbb24.de. 19. Januar 2020, abgerufen am 20. Januar 2020.</ref> Bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften 2020 berichtete sie als Reporterin auf den Social-Media-Kanälen der Organisation von der Veranstaltung.<ref name="rad-net-063132">Welte berichtet von der Bahn-WM als Reporterin. In: rad-net.de. 28. Februar 2020, abgerufen am 3. Juni 2020.</ref> Seit 2020 unterstützt sie ihren ehemaligen Trainer Frank Ziegler in der Sportlichen Leitung des Bahn-Teams Rheinland-Pfalz.<ref name="rad-net-49520">Welte Sportliche Leiterin beim Bahn-Team Rheinland-Pfalz. In: classic.rad-net.de. 4. Juni 2020, abgerufen am 4. Juni 2020.</ref> Im November 2020 wurde sie zur kommissarischen Vizepräsidentin (Leistungssport) des Landessportbundes Rheinland-Pfalz berufen.<ref name="sport1-202011">Bahnrad-Olympiasiegerin Welte neue kommissarische LSB-Vizepräsidentin in Rheinland-Pfalz. In: Sport1.de. 2. November 2020, abgerufen am 11. Juli 2021.</ref> Anfang Dezember 2021 wurde sie zur Vizepräsidentin des DOSB gewählt.<ref>Neues DOSB-Präsidium gewählt – Bahnolympiasiegerin Miriam Welte Vizepräsidentin. In: rad-net.de. 4. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2021.</ref>

Im März 2024 wurde Miriam Welte mit der höchsten deutschen Sportauszeichnung, dem Silbernen Lorbeerblatt, geehrt.<ref>BDR-Asse erhielten Silbernes Lorbeerblatt. In: bdr-medienservice.de. 8. März 2024, abgerufen am 8. März 2024.</ref>

Im März 2026 übernahm Welte den Vorsitz der Deutschen Olympischen Akademie (DOA).<ref>Miriam Welte wird DOA-Vorsitzende. In: dosb.de. 4. Mai 2007, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

Privates

Miriam Welte ist liiert mit dem Fußballtrainer Oliver Schäfer (Stand 2021).<ref>Sport-Promis aus Kaiserslautern sammeln Kilometer und laufen den Betzenberg hoch. In: land-in-bewegung.rlp.de. 30. April 2021, abgerufen am 19. Januar 2022.</ref> 2022 wurde sie Mutter einer Tochter.<ref>Miriam Welte und Ida im Weltmeister-Strampler. In: rheinpfalz.de. 14. Oktober 2022, abgerufen am 22. Februar 2023.</ref>

Erfolge (Auswahl)

Datei:2015 UEC Track Elite European Championships 168.JPG
Miriam Welte (l.) mit Kristina Vogel bei den Europameisterschaften 2015: Silber im Teamsprint
Datei:2017 UCI Track World Cup Milton after winning gold (28109038699).jpg
Miriam Welte (l.) und Kristina Vogel (r.) (2017)
Datei:UCI Track World Championships 2020 075.jpg
Welte (2. v. r.) als Reporterin bei der Bahn-WM 2020 mit Lea Sophie Friedrich, Pauline Grabosch und Emma Hinze (v. l. n. r.)
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019

Auszeichnungen und Ehrenämter

Weblinks

Commons: Miriam Welte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

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2007, 2008 Pendleton/Reade | 2009–2011 McCulloch/Meares | 2012–2014 Vogel/Welte | 2015 Gong/Zhong | 2016, 2017 Schmeljowa/Woinowa | 2018 Grabosch/Vogel/Welte | 2019 McCulloch/Morton | 2020–2023 Grabosch/Hinze/Friedrich | 2024 Capewell/Finucane/Marchant | 2025 Kalee/van de Wouw/van der Peet

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1995–1999 Félicia Ballanger | 2001 Nancy Contreras | 2000, 2002, 2003, 2005, 2006 Natallja Zylinskaja | 2004, 2007, 2010, 2012 Anna Meares | 2008 Lisandra Guerra | 2009 Simona Krupeckaitė | 2011 Olga Panarina | 2013 Lee Wai-sze | 2014, 2018 Miriam Welte | 2015, 2016 Anastassija Woinowa | 2017, 2019 Darja Schmeljowa | 2020, 2021 Lea Sophie Friedrich | 2022 Taky Marie-Divine Kouamé | 2023 Emma Hinze | 2024 Jana Burlakowa | 2025 Hetty van de Wouw

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bis 2024: 500 m, ab 2025: 1000 m
2014, 2015, 2019 Anastassija Woinowa | 2016, 2018, 2020, 2021 Darja Schmeljowa | 2017 Miriam Welte | 2022, 2023 Emma Hinze | 2024 Katy Marchant | 2025 Hetty van de Wouw | 2026 Mathilde Gros

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1976–1980 Beate Habetz | 1981–1983 Claudia Lommatzsch | 1984 Birgit Strecke | 1985, 1986 Gabi Altweck | 1987, 1989, 1990 Gabi Dorausch | 1988 Andrea Beitzel | 1991, 1992, 1993, 1996 Annett Neumann | 1997 Kathrin Freitag | 1998, 2001, 2002 Susan Panzer | 1999, 2003 Katrin Meinke | 2000 Kathrin Freitag | 2004, 2005, 2008 Christin Muche | 2006, 2007, 2009 Dana Glöß | 2010–2017 Kristina Vogel | 2018 Miriam Welte | 2019, 2025 Lea Sophie Friedrich | 2022, 2023 Emma Hinze | 2024 Clara Schneider

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2003–2008 Christin Muche | 2009, 2011, 2015 Miriam Welte | 2010, 2013, 2014, 2017 Kristina Vogel | 2012 Charlott Arndt | 2016, 2018, 2022, 2023 Emma Hinze | 2019, 2025 Lea Sophie Friedrich | 2024 Alessa-Catriona Pröpster

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1990 Gabi Dorausch | 1991–1996 Annett Neumann | 1997–1999 Ulrike Weichelt | 2000 Kathrin Freitag | 2001–2003 Katrin Meinke | 2004, 2005 Dana Glöß | 2006–2009, 2011–2014, 2016–2018 Miriam Welte | 2010, 2015 Kristina Vogel | 2019, 2022, 2023, 2024 Emma Hinze | 2025 Lea Sophie Friedrich

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2011 Jooß/Welte | 2013 Vogel/Welte | 2014 Heinze/Vogel | 2015 Stock/Vogel | 2016, 2017 Grabosch/Vogel | 2018 Friedrich/Welte | 2019 Welte/Hinze | 2022 Friedrich/Hainzl/Hinze | 2023 Friedrich/Grabosch/Hinze | 2024 Friedrich/Grabosch/Lürmann/Schneider | 2025 Jäger/Pröpster/Kuniß

2012 fiel dieser Wettbewerb mangels Starterinnen aus, 2020 und 2021 wurden die Meisterschaften wegen der Corona-Epidemie nicht ausgetragen.

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