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Aldi

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Aldi

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Aldi Nord und Aldi Süd logos.svg
Rechtsform Stiftungen
Gründung 1913
Sitz Essen (Aldi Nord),
Mülheim an der Ruhr (Aldi Süd)
beide DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Torsten Hufnagel (Aldi Nord)
Thomas Ziegler/Tom Daunt (Aldi Süd)<ref name="handelsblatt.com 2023-03-23" />
Mitarbeiterzahl 87.892 (Aldi Nord, 2023) in 8 europäischen Ländern<ref>Aldi Nord Kennzahlen 2023</ref>

200.410 (Aldi Süd, 2023) in 10 Ländern weltweit<ref>Company profile 2023 In: aldisouthgroup.com, aufgerufen am 24. Januar 2025.</ref>
ca. 45.000 (Trader Joe’s, 2023) (Schätzung) nur USA

Umsatz 28,6 Mrd. Euro (Aldi Nord, 2023)<ref>Aldi Nord Kennzahlen 2023</ref>
83 Mrd. Euro (Aldi Süd, 2023)<ref>Company profile 2023 In: aldisouthgroup.com, aufgerufen am 24. Januar 2025.</ref>
ca. 16,9 Mrd. US $ ~ (ca. 16 Mrd. Euro) (Trader Joe’s, 2023) (Schätzung) nur USA
Branche Lebensmitteleinzelhandel
Website www.aldi.de
Stand: 31. Dezember 2023
Datei:Aldi Essen-Schonnebeck.jpg
Ursprungs-Aldi in der Huestraße 89 in Essen-Schonnebeck, 2006, 2020 geschlossen
Datei:Albrecht Filiale 1958.png
Albrecht-Filiale, Essen 1958

Unter der Bezeichnung Aldi (Eigenschreibweise: ALDI) werden insgesamt über 13.000 Lebensmitteleinzelhandelsfilialen in Europa sowie in Australien, China und den USA<ref name="n-tv-013431">Diana Dittmer: Rolle rückwärts bei Discountern?: Wie Aldi den US-Markt überrollt - und was das für Deutschland bedeutet. In: n-tv.de. 5. September 2025, abgerufen am 7. September 2025.</ref> betrieben.

Aldi ist ein Akronym für ALbrecht DIskont,<ref name=":2">100 Jahre Kaufmannstradition. Aus Albrecht wird ALDI. In: aldi-nord.de.</ref> das seit 1962 verwendet wird.

Synonym verwendet werden auch die Marken Hofer (633 Filialen) und Aldi Suisse (246 Filialen). Daneben werden in den USA neben Aldi auch die Bezeichnungen Trader Joe’s (608 Filialen), Winn-Dixie und Harveys Supermarket (zusammen ca. 220 Filialen) verwendet. Die Gesamtzahl erhöht sich dadurch auf ca. 13.650 Filialen. Nach Umsatz und Anzahl der Filialen ist Aldi damit der größte (vor Lidl) Discounter-Konzern der Welt.

Die beiden Unternehmensgruppen Aldi-Nord und Aldi-Süd sind rechtlich vollkommen selbständige Konzerne, haben jedoch eine gemeinsame Vergangenheit zwischen 1913 und 1961. Das Ursprungsunternehmen Albrecht KG ist durch Realteilung in die beiden Unternehmungen Aldi-Nord und Aldi-Süd geteilt worden.

Aldi zählt zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit.<ref>Rangliste der weltweit größten Lebensmittelhändler nach Deloitte in: supermarkt-inside.de, 17. Januar 2018, aufgerufen am 29. Dezember 2019.</ref>

Geschichte

Anfänge 1913–1945

Karl Albrecht sen. (1886–1943), der Vater von Karl (1920–2014) und Theo Albrecht (1922–2010), war ein gelernter Bäcker, bis er aus gesundheitlichen Gründen (Bäckerasthma) diese Arbeit aufgeben musste. Im Frühjahr 1913 machte er sich als Brothändler selbstständig, und seine Frau Anna Albrecht (geb. Siepmann) eröffnete unter dem Namen ihres Mannes am 10. April 1913 einen Tante-Emma-Laden in Essen-Schonnebeck in der Huestraße 87. Im Frühjahr 1919 verlegten die Albrechts ihr Geschäft in das von ihnen gekaufte benachbarte Wohn- und Geschäftshaus in der Huestraße 89. Den neuen Laden nannten sie „Kaufhaus für Lebensmittel Karl Albrecht“. In demselben Haus sind auch die Söhne Karl und Theo geboren und aufgewachsen. Der Laden bestand als Aldi-Filiale bis zum 28. November 2020 und wurde wegen zu geringer Ladenfläche geschlossen.<ref name="wz_201127_aldi1">Aldi schließt Filiale im Essener Stammhaus. In: westdeutsche Zeitung. 27. November 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. November 2020; abgerufen am 27. November 2020.</ref><ref>Aldi schließt »Filiale Nummer 1« in Essen. In: spiegel.de. 27. November 2020, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref><ref>Zu wenig Platz: Aldi schließt älteste Aldi-Filiale. In: spiegel.de. 21. September 2019, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref> Wein wurde in den Anfangsjahren aus Fässern in Flaschen abgefüllt, Zucker und Mehl gab es aus Säcken. Die Kunden wurden noch persönlich von Verkäuferinnen bedient. Selbstbedienung war zu dieser Zeit noch vollkommen unüblich.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Nachkriegszeit 1945–1961

1945 übernahmen Karl und Theo den elterlichen Familienbetrieb, den Anna Albrecht in den letzten beiden Kriegsjahren nach dem Tod ihres Ehemanns ab 1943 alleine geführt hatte.<ref name="Ruhrrevue Aldi" /> Nach der Währungsreform 1948 stellten die Albrecht-Brüder den Tante-Emma-Laden ihrer Mutter mit einem neuen Konzept um. Das Konzept sah vor, die Lebensmittelgrundversorgung mit einem minimalen Sortiment und niedrigen Preisen sicherzustellen.<ref name=":2" /> Im Jahr 1954 eröffnete die erste Filiale außerhalb der Stadt Essen. In diesem Jahr wurde auch das Stammgeschäft auf der Huestraße 89 in Essen-Schonnebeck zum ersten Selbstbedienungsladen umgestaltet. 1955 hatte die damalige Albrecht KG ein Filialnetz mit 100 Standorten in Nordrhein-Westfalen, und die Albrecht-Brüder waren zu diesem Zeitpunkt schon Vermögensmillionäre.<ref name=":3" /> Die erste Discount-Filiale unter dem Namen Aldi öffnete 1962 in Dortmund.<ref name="wz_201127_aldi1" />

Aufteilung in Nord und Süd 1961

Datei:Aldi-Kalchstraße.JPG
Albrecht-Filiale in Memmingen, ca. 1968

1961 beschlossen die Gebrüder Albrecht, fortan getrennte Wege zu gehen. Sie teilten das Unternehmen Albrecht KG in Aldi Nord und Aldi Süd auf. Die nördlichen Filialen übernahm Theo Albrecht, die südlichen Karl Albrecht.<ref name="Ruhrrevue Aldi" /> 1960 (im Jahr vor der Aufteilung) betrieben Karl und Theo Albrecht schon 300 Läden in West-Deutschland mit einem Bruttoumsatz von ungefähr 90 Millionen Mark.<ref>Christoph Gunkel: Aldi-Gründung: Hauptsache billig. In: spiegel.de. 30. Juli 2010, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Im Jahr 1961 existierten bereits zwei getrennte Verwaltungen und Regionallager (von Theo Albrecht in Herten, von Karl Albrecht in Mülheim an der Ruhr), im selben Jahr schied Anna Albrecht, die Mutter der Gebrüder Albrecht, als Gesellschafterin aus. Als Grund für die Trennung wurde verschiedentlich berichtet, die Brüder könnten sich über den Verkauf von Zigaretten nicht einigen (erst seit 2003 gibt es Zigaretten bei Aldi Süd zu kaufen).<ref name="chip.de 2017-10-27">Sebastian Feurer: Spaltung in Nord und Süd: Wegen dieses Produkts gingen die Aldi-Brüder getrennte Wege. In: chip.de. 27. Oktober 2017, abgerufen am 18. Dezember 2023: „Im Jahr 2003, also noch zu Lebzeiten beider Brüder, wurden auch bei Aldi Süd offiziell Tabakwaren ins Sortiment aufgenommen.“</ref> Der Journalist Martin Kuhna führt an, Zigaretten seien schon vor 1961 verkauft worden und könnten daher nicht der Grund sein. Vielmehr vermutet er, die Gründe lägen im unterschiedlichen Führungsstil. Theo Albrecht neigte zu Mikromanagement, während sein Bruder Karl früh Verantwortung delegierte.<ref name="Ruhrrevue Aldi" /> In einem Interview bestätigte der langjährige Aldi-Süd-Manager Ulrich Wolters, dass unterschiedliche Ansichten über Führung und Bezahlung der Mitarbeiter zur Trennung führten.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Expansion als reine Discounter ab 1962

Durch die in Westdeutschland aufkommende Selbstbedienung im Lebensmitteleinzelhandel stagnierten Anfang der 1960er Jahre bei den Albrecht-Brüdern die Umsätze in den etwa 300 sehr kleinen Bedienungsläden (auch Stubenläden genannt). Dieser Vertriebstyp hatte keine Zukunft mehr und verlor Umsätze an die großen Supermarktketten wie Edeka und Rewe. Karl und Theo Albrecht wandten sich ab 1960 ebenfalls dem Vertriebstyp Supermarkt zu und experimentierten mit etwa 20 bis 30 Albrecht-Supermärkten. Die Läden hatten eine Verkaufsfläche von etwa 150 bis 200 m² und führten neben einem mittelgroßen Sortiment von Trockenwaren auch Frischwaren wie Obst und Gemüse, Molkereiprodukte, Wurstwaren und Frischfleisch (bei Frischfleisch stützten sich die Albrecht-Brüder auf die Großfleischerei RUOS aus Essen als Partner). Der Test mit diesen Albrecht-Supermärkten scheiterte, da er weder in den Ladengrößen noch in der Sortimentsvielfalt der inzwischen davongeeilten Vollsortimenter-Konkurrenz ebenbürtig war. Diese noch unter dem roten Albrecht-Logo getesteten Märkte wurden bald wieder geschlossen bzw. konnten kurze Zeit später nach Umgestaltung auf Aldi-Discount genutzt werden.

Unter dem Zwang einer totalen Neuorientierung entwickelten Karl und Theo Albrecht die Idee Lebensmittel-Discount; sie gaben ihren Läden dieser für Europa völlig neuen Vertriebsform den Namen „ALDI“ (AL-brecht DI-scount).<ref name="Ruhrrevue Aldi" />

„Das Aldi-Prinzip ist aus der Not geboren worden. Die kleinen Läden, die die beiden Brüder nach dem Krieg aufgebaut hatten in den Arbeitersiedlungen, liefen nicht mehr. Der versuchte Ausweg aus dieser Engpass-Situation, auch selbst Supermärkte zu machen, schlug fehl, weil es halbherzig war. Der Aldi-Diskont ist wirklich als Arme-Leute-Laden entstanden.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Walter Vieth, 2018.<ref>Filmhandlung von: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Aldi-Brüder. (Memento vom 20. Oktober 2018 im Internet Archive). In: Das Erste, 22. Oktober 2018, ab 53:57 Min.</ref>

Der betriebswirtschaftliche Grundgedanke zu diesem neuen Vertriebstyp wurde vom früheren Aldi-Nord-Geschäftsführer Dieter Brandes mit dem Satz „Discount ist die Kunst des Weglassens“ umschrieben.<ref name="Konsequent einfach" /> Im Vergleich zu den damals marktführenden Supermärkten ließen die Brüder Albrecht eine ganze Reihe der damals üblichen Dienstleistungs-Funktionen der Einzelhandels-Distribution einfach weg. Aldi-Fazit: Keine breiten und tiefgestaffelten Sortimente (nur schnelldrehende Grundnahrungsmittel, keine Doubletten), keine leicht verderblichen Frischwaren (damit keine kostenintensive Warenpflege, keine Bedienung, keine teuren Kühlmöbel, geringer Energieverbrauch), kein Preisetikett auf jedem Artikel (die Kassierer hatten die Preise, zusammengefasst in relativ wenigen Preisgruppen, auswendig zu lernen, später über PLU-Nummern aufzurufen), kein Auspacken der Ware (verkauft wurde aus den aufgeschnittenen Versandkartons), keine teure Ladeneinrichtung (verkauft wurde von Paletten oder selbst gefertigten Holzregalen), keine Ladendekoration und Werbung, kein Kreditverkauf, keine damals üblichen Rabattmarken. Das knapp bemessene Filial-Personal wurde für alle anfallenden Arbeiten ausgebildet, so dass es bei hoher Arbeitsdichte ständig ausgelastet war. Dadurch entstanden große Kostenvorteile gegenüber der Supermarkt-Konkurrenz.

Diese Kostenvorteile ermöglichten es Aldi, trotz eines von Anfang an gut kalkulierten Gewinns den Verbrauchern große Preisvorteile zu bieten. Die ersten Versuche mit solchen Discount-Läden fanden 1961 im Aldi-Nord-Gebiet in Dortmund, später im Raum Dortmund und Bochum statt. In Serie ging der Vertriebstyp „Discount“ bei Aldi Süd mit dem ersten Markt in Mülheim unter der Leitung von Horst Steinfeld. Die Organisation der Eröffnungen und die Führung dieser ersten Aldi-Filialen verantwortete Walter Vieth (damals Leiter des Bezirks westliches Ruhrgebiet/Niederrhein). Unter Verwertung ehemaliger Albrecht-Supermärkte wurden ab 1962 im Wochenrhythmus und in dieser Reihenfolge die ersten ALDI-Discountmärkte eröffnet: Dinslaken (Neustraße), Walsum (Friedrich-Ebert-Straße), Bocholt (Nordstraße) und Wesel (Hohe Straße).

Die Umsatzleistung pro Mitarbeiter war fast zehnmal höher als in den Albrecht-Supermärkten. Die Umsatz- und Renditewerte der ersten Serienmärkte und die schnelle Akzeptanz dieser Läden bei den Verbrauchern waren so überzeugend, dass die Albrecht-Brüder wenige Monate nach Eröffnung dieser ersten Märkte in die überregionale Multiplikation gehen konnten. Das für diese wohl einmalige Expansion notwendige Kapital erwirtschaftete das Discount-System selbst. Durch den raschen Warenumschlag (circa zehn Tage – „Schnelldreher“), die Barzahlung in den Läden und das übliche Zahlungsziel bei den Herstellern (30 Tage) war stets genügend Liquidität vorhanden, die Expansion ohne Bankkredite zu finanzieren. Die Einführung einer neuen Logistikstruktur zur schnellen Versorgung der Märkte mit einem großen Lager in Eichenau förderte die Entwicklung.<ref>akw: Geld für Auslandsexpansion. Aldi Süd verkauft Filialen und Logistikzentrum Eichenau. In: logistik-heute.de, 2. September 2010, aufgerufen am 20. September 2017.</ref> Die Zentrale in Eichenau wurde dann auch Sitz der Familienstiftungen.

Filialen-Umbau seit 2016

Datei:Die Filiale der Zukunft von Aldi Süd.jpg
Obst- und Gemüse-Stand bei Aldi Süd nach Modernisierung, 2017
Obst- und Gemüse-Abteilung in Aldi-Süd-Filiale im aktuellsten Design (am 18. März 2021 neu eröffnete Filiale)
Obst- und Gemüse-Abteilung in Aldi-Süd-Filiale im aktuellen Design (am 18. März 2021 neu eröffnete Filiale)
Obst- und Gemüse-Abteilung in Aldi-Süd-Filiale im aktuellsten Design (am 18. März 2021 neu eröffnete Filiale)
Obst- und Gemüse-Abteilung in Aldi-Süd-Filiale im aktuellen Design (am 18. März 2021 neu eröffnete Filiale)

Ab den 2000er Jahren<ref name="H.Hielscher_21.11.2017" /> hatten alle großen Discounter in Deutschland „massiv in eine Verbesserung des Angebots investiert.“<ref>Florian Kolf: Aldi, Lidl und Co. Die Discounter schlagen zurück. In: Wirtschaftswoche, 9. Januar 2018.</ref> „Das einst von den Aldi-Brüdern entwickelte Discount-Konzept – Märkte mit kleinem Sortiment und gutem Preis-Leistungsverhältnis –“ wurde von der Konkurrenz weiterentwickelt. „Rewe und Edeka bieten viele Produkte genauso billig an wie Aldi, ergänzen das Sortiment aber mit Produkten aus der Feinkost-Kategorie.“<ref>Frank-Thomas Wenzel: Machtkampf bei Aldi. Bei Aldi übernimmt der Enkel. In: Frankfurter Rundschau, 22. Juli 2014.</ref> „Discount funktioniert heute nicht mehr so wie vor 30 Jahren. […] Gute Preise allein reichen nicht mehr aus“, so der Aldi-Marketing-Geschäftsführer Kay Rüschoff.<ref name="H.Hielscher_21.11.2017">Henryk Hielscher: Großbaustelle Discounter: Ist das noch Aldi? In: Wirtschaftswoche, 21. November 2017.</ref> Die Kunden würden heute (2017) mehr Frische, mehr Auswahl und „auch mal etwas Besonderes“ erwarten.<ref name="H.Hielscher_21.11.2017" />

Um an die Konkurrenz der Discounter und Supermärkte wieder aufzuschließen, haben nach einer zweijährigen Testphase<ref>Kirsten Geß (Pressemitteilung): Der Discounter von morgen: Aldi Süd präsentiert die Filiale der Zukunft. In: Aldi Süd, 11. Mai 2016: „Seit 2014 hat Aldi Süd für die Filiale der Zukunft in Testfilialen unterschiedliche Einrichtungskonzepte getestet.“</ref> Aldi Süd (seit Mai 2016<ref name="Aldi_Süd_30.5.2018" />) und Aldi Nord (seit Herbst 2017<ref name="F.Kolf_26.7.2017" />) mit dem jeweils „größten Investitionsprogramm der Firmengeschichte“ begonnen. Formal erhalten die Läden eine neue Gestaltung und inhaltlich wird das Angebot verbessert.

Umbau Aldi Süd

Aldi Süd plante, bis 2021<ref name="Aldi_Süd_30.5.2018">Kirsten Geß (Pressemitteilung): Aldi Süd macht neu: 1000 Filialen im modernen Design. In: Aldi Süd, 30. Mai 2018.</ref> in Deutschland rund 3,5 Milliarden Euro zu investieren, um seine knapp 1900 Filialen zu „modernisieren“.<ref>dpa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Discounter modernisiert Filialen. Aldi will 3,5 Milliarden Euro investieren. (Memento vom 18. März 2018 im Internet Archive). In: Handelsblatt, 3. November 2017.</ref>

Mit der neuen Ladengestaltung soll ein „Ende der Lagerhallen-Atmosphäre“ „mit kaltem Neonlicht“<ref name="Die_Welt_11.5.2016">Gerhard Hegmann: Discounter-Umbau. So edel sehen die neuen Langsam-Filialen von Aldi aus. In: Die Welt, 11. Mai 2016.</ref> vollzogen werden. Anstelle der zur Tradition gewordenen Paletten mit aufgerissenen Kartons werden nun auch bei Aldi Regale üblich, teilweise mit Holzimitat-Verkleidung. Die Preisschilder hängen nicht mehr über den Waren, sondern sind nun direkt am Regal. LED-Lampen beleuchten gezielt das jeweilige Warenangebot.<ref name="Die_Welt_11.5.2016" /> Die „Aufback“-Automaten<ref>Peer Schader: Adieu, alter Aufbackapparat! Aldi Süd schöpft sich „Meine Backwelt“. In: supermarktblog.com, 25. Januar 2018.</ref> werden „in den nächsten Jahren … sukzessive“<ref name="Aldi_Süd_5.2.2018">Kirsten Geß (Pressemitteilung): Frisch aus dem Ofen: Aldi Süd führt „Meine Backwelt“ ein. In: Aldi Süd, 5. Februar 2018.</ref> abgeschafft und wie bei den anderen Wettbewerbern Rewe und Lidl durch eine Brottheke mit Klapptüren aus durchsichtigem Plexiglas ersetzt. Aldi Süd erhöht damit zugleich die Menge der Backwaren-Sorten von bisher maximal 15 Brot- und Brötchen-Sorten<ref>Konstantinos Mitsis: Aldi baut Filialen um: Jetzt schmeißt der Discounter einen Klassiker raus. In: chip.de, 9. Juni 2018.</ref> auf „bis zu 40 Artikel, die von den Mitarbeitern in der Filiale frisch gebacken werden.“<ref name="Aldi_Süd_5.2.2018" /> Das gesamte Warenangebot begrenzt Aldi Süd weiterhin auf 1200 Artikel.<ref name="Die_Welt_11.5.2016" /> Eine große Rewe-Filiale hat im Vergleich dazu „fast zehnmal so viele Artikel“.<ref name="Die_Welt_11.5.2016" /> Weitere Zusatzangebote sind individuell mitnehmbare Mengen an Obst und Gemüse (Kassenwaage), Kaffeeautomaten z. T. mit Sitzgelegenheiten am Ausgang sowie – in den meisten Filialen – Kundentoiletten.<ref name="Die_Welt_11.5.2016" />

Nach der Modernisierung aller Aldi-Süd-Filialen sollen auch die 35.000 Mitarbeiter<ref name="Merkur_9.5.2018">phk: Nach den Filialen sind jetzt die Mitarbeiter dran: Was hinter den neuen Outfits bei Aldi Süd steckt. In: Münchner Merkur, 9. Mai 2018.</ref> in den Filialen eine „neue und modernere“ Dienstkleidung erhalten.<ref>Kirsten Geß (Pressemitteilung): Designwettbewerb: ALDI SÜD Mitarbeiter erhalten neue Filialkleidung. In: Aldi Süd, 4. Oktober 2017.</ref> Dazu ging Aldi Süd eine Zusammenarbeit mit der AMD Akademie Mode & Design in München im Wintersemester 2017/18 ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gewinneroutfits für ALDI SÜD Mitarbeiterkleidung gewählt. (Memento vom 5. November 2018 im Internet Archive) In: AMD Akademie Mode & Design, 8. Mai 2018.</ref> Mit einem Designwettbewerb unter den Studierenden wurden die Kleidungsstücke nach den Wünschen von Aldi gestaltet, von denen schließlich ein Kleidungsensemble ausgewählt wurde.<ref name="Merkur_9.5.2018" />

Umbau Aldi Nord

Datei:Aldi Supermarkt, Obst und Gemüse .jpg
Gemüseabteilung bei ALDI Nord nach der Umgestaltung

Gegenüber seinen Rivalen Aldi Süd und Lidl drohte Aldi Nord immer weiter zurückzufallen. „Viele Jahre hatte der Discounter zu wenig in die Modernisierung investiert und zu spät auf neue Trends reagiert.“<ref name="Handelsblatt_9.9.2018">Georg Weishaupt, Florian Kolf: Aldi-Nord-Chef Marc Heußinger scheiterte offenbar an zu großem Druck. In: Handelsblatt, 9. September 2018, Titel der Druckausgabe: Erdbeben bei Aldi Nord, nur Artikelanfang, Belegstelle.</ref> Daher führte die Aldi-Nord-Gruppe mit dem Aldi Nord Instore Konzept (ANIKo) ebenfalls ein „Modernisierungsprogramm“ durch. Insgesamt wurde die bis Anfang 2019 vorgesehene Umgestaltung der 2250 Aldi-Nord-Filialen auf 5,2 Milliarden Euro kalkuliert. Im Anschluss erfolgte die Umgestaltung der rund 2400 Märkte im europäischen Ausland. Da keine expliziten Kostensenkungsprogramme bekannt sind, werden nach Beobachtern die Umbaukosten nur durch den später erwarteten höheren Umsatz wieder ausgeglichen.<ref>Dominik Reintjes: Modernisierung aller Filialen. Der Erfolgsdruck auf Aldi Nord wächst. In: Wirtschaftswoche, 4. Mai 2018.</ref> Das Standardsortiment von Aldi Nord lag im Geschäftsjahr 2017 bei rund 1400 Artikeln.<ref>Henryk Hielscher: Großbaustelle Discounter: Ist das noch Aldi? In: Wirtschaftswoche, 21. November 2017.</ref> Im Gegensatz zu den neuen Aldi-Süd-Filialen gibt es hier aufklappbare Kühlwandregale sowie Wandkühlschränke über den Tiefkühltruhen. Große Schilder und unterschiedliche Regalfarben erleichtern die Orientierung, letzteres ist ebenso eine Neuerung gegenüber Aldi Süd.<ref name="F.Kolf_26.7.2017">Florian Kolf: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gesellschafter geben grünes Licht. Aldi Nord investiert fünf Milliarden Euro in die Zukunft. (Memento vom 21. März 2018 im Internet Archive). In: Handelsblatt, 26. Juli 2017.</ref>

Als Erfinder des Modernisierungsprogramms ANIKo gilt Torsten Hufnagel, seit 1997 bei Aldi<ref name="Handelsblatt_9.9.2018" /> und Leiter des Verwaltungsrats von Aldi Nord seit September 2018.<ref>dpa: Torsten Hufnagel wird neuer Chef von Aldi Nord. In: Wirtschaftswoche, 26. September 2018.</ref> Babette Albrecht von der Jakobus-Stiftung stellte das Vorhaben zunächst in Frage und nahm 2017 eine längere Zeit in Anspruch, das Investitionsprogramm zu prüfen.<ref name="F.Kolf_26.7.2017" /><ref name="MM_7.9.2018">Ursula Schwarzer: Konflikt unter Eignern des Discount-Riesen Chefwechsel bei Aldi Nord – Marc Heußinger wirft hin. In: manager Magazin, 7. September 2018.</ref> Die Jakobus-Stiftung befindet sich seit Jahren in einem Rechtsstreit mit den beiden anderen Aldi-Nord-Stiftungen.<ref name="MM_5.2017" />

Anfang September 2018 kündigte „überraschend“<ref name="dpa_7.11.2018" /> Marc Heußinger, der bisherige Leiter von Aldi Nord. Heußinger machte „eine für Aldi ungewöhnlich zügige Karriere“: 1998 trat er nach seiner Promotion bei Aldi an und wurde nach 13 Jahren 2011 zum Leiter des Unternehmens ernannt.<ref name="MM_7.9.2018" /> Er führte viele Neuerungen für Aldi ein wie mehr Öffentlichkeit (Pressestelle), mehr Werbung und mehr Investitionen.<ref name="H.Hielscher_21.11.2017" /> Zuletzt klagte er laut Mitarbeitern über Kritik und Misstrauen seitens der Jakobus-Stiftung.<ref name="dpa_7.11.2018" /> So hatte nur der Familienstamm um Theo Albrechts Schwägerin Babette Albrecht erneut eine lange Zeit beansprucht, bevor man Ende 2017 doch noch Heußinger das Vertrauen für weitere fünf Jahre aussprach.

Während im ersten Halbjahr 2018 der Umsatz beim Filialen-Umbau mit zeitweiligen Schließungen stagnierte und um 0,2 % zurückging, stieg der Umsatz von Aldi Süd um 3,3 % und Lidl sogar um 6,8 %.<ref>Henryk Hielscher: Umsätze im Lebensmittelhandel. Aldi schwächelt, Lidl und Rewe legen zu. In: Wirtschaftswoche, 27. Juli 2018.</ref> Als Reaktion auf Heußingers Rückzug wurde Aldi-intern lediglich kolportiert, dass er den Umbau der Aldi-Filialen nicht schnell genug vorangetrieben und zu wenig Umsatz erzielt habe.<ref name="dpa_7.11.2018">dpa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aldi-Nord-Chef Heußinger wirft hin. (Memento vom 5. November 2018 im Internet Archive) In: Ostsee-Zeitung, 7. September.</ref>

Im Jahr 2020 übernahm Aldi Nord 547 Filialen und drei Zentrallager der französischen Groupe Casino. Die zu diesem Zeitpunkt größte Akquisition der Aldi Nord-Unternehmensgeschichte besitzt ein Volumen von 717 Millionen Euro.<ref>dpa: Aldi übernimmt fast 550 Filialen in Frankreich. In: Der Spiegel, 30. November 2020.</ref>

Die Anzahl der Regionalgesellschaften wurde bis 2022 auf 25 reduziert, was u. a. die Schließung der Gesellschaften in Bad Laasphe, Horst und Wittstock einschließt. Sowohl die Gewerkschaft ver.di als auch Lokalpolitiker hatten sich für den Erhalt des Standortes Bad Laasphe eingesetzt.<ref name="publik">Gudrun Giese: Aldi Nord baut um und Betriebsräte ab. In ver.di Publik, 2/2021, S. 4</ref>

2023 wurde der Nachfolger Marc Heußingers als Verwaltungsratschef, Torsten Hufnagel, CEO von Aldi Nord.<ref>Florian Kolf: Discounter Aldi Nord bekommt erstmals einen CEO: Die Familienstämme hinter dem Discounter haben ihre jahrelange Fehde beigelegt. Aldi Nord erhält nun eine neue Unternehmensstruktur. In: handelsblatt.com. 31. Januar 2023, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref>

Unternehmen

Datei:15-05-26-Aldi-Nord-Innenansicht-RalfR-DSCF5923.jpg
Warensortiment in offenen Kartons, 2015

Eigentümerstruktur und Anteilseigner

Aldi Nord und Aldi Süd sind im vollständigen Besitz von Familienstiftungen.

Karl Albrecht gründete 1973 die Siepmann-Stiftung, die 75 % an Aldi Süd hält. Haupt-Destinatäre (Begünstigte) der Siepmann-Stiftung sind Familienangehörige von Beate Heister (einzige Tochter von Aldi-Süd-Gründer Karl Albrecht).<ref>Thorsten Klinkner: Karl Albrecht und die Stiftung als Top-Holding. In: unternehmerkompositionen.com, 6. Juni 2016.</ref>

Im selben Jahr wurden für Aldi Nord die Markus-Stiftung durch Theodor Paul Albrecht und später die Lukas- und Jakobus-Stiftung, alle mit Sitz in Nortorf, gegründet.<ref name="iww.de">Verwaltungsgericht Schleswig, Urteil vom 21.01.2016, 6 A 12/15. In: iww.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 18. Juni 2017.</ref> Diese halten die Anteile der Unternehmen Aldi Nord und Trader Joe’s. Hauptdestinatäre der Aldi-Nord-Stiftungen sind Nachkommen von Theodor Paul Albrecht. Sie erhalten Zuwendungen seitens der Stiftungen, die sich wiederum aus den Aldi-Nord-Erträgen speisen.<ref name="iww.de" />

Wichtige Entscheidungen bei Aldi Nord wurden durch die drei Stiftungsvorstände einstimmig getroffen. Der Vorstand der Markus-Stiftung war auch Kontrollgremium für den Verwaltungsrat, der für die Geschäftsführung von Aldi Nord verantwortlich war. Die Markus-Stiftung wurde von Theo Albrecht jun. geleitet. Zum Vorstand gehörten auch Torsten Hufnagel (Aldi-Nord Geschäftsführer) und der Anwalt Emil Huber. Laut einem Bericht des Manager Magazins waren die Aldi-Nord-Anteile der Stiftungen und ihre Destinatäre wie folgt:<ref name="MM_5.2017">Sören Jensen, Ursula Schwarzer: Streit der Discounter-Milliardäre. Die Rebellin – wie Babette Albrecht den Aldi-Clan aufmischt . In: Manager Magazin, 23. November 2017, Originalausgabe 2017, Heft 5, (nur Anfang).</ref>

Stiftung Destinatäre Anteil Aldi Nord Inland Anteil Aldi Nord Ausland
Jakobus Babette Albrecht und ihre fünf Kinder 19,5 % 50 %
Lukas Theo Albrecht junior sowie seine Ehefrau und Tochter 19,5 % 50 %
Markus Nur direkte Nachkommen von Theo Albrecht (1922–2010): Theo Albrecht junior mit Tochter und die fünf Kinder von Babette Albrecht 61,0 % 0 %

Ende 2023 wurde mit Unterstützung externer Berater für Aldi Nord eine einheitliche Holding-Gesellschaft Aldi Nord Stiftung & Co. KG etabliert.<ref>Norbert Plützner: Kanzleien Quintett managt Transformation von Aldi Nord. In: JUVE. 20. Oktober 2023.</ref> Die neue Holding-Gesellschaft gehört je zur Hälfte den Familienstiftungen des Familienstamms Theo Albrecht und des Familienstamms Berthold Albrecht.<ref>Nordrhein-Westfalen: Aldi Nord: Bis Ende 2023 neue Unternehmensstruktur. In: welt.de. dpa-infocom, 31. Januar 2023, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref> Am 13. Oktober 2023 wurden alle Anteile an dieser Stiftung auf die Aldi Nord Deutschland Stiftung & Co KG übertragen, in der die Holding-Gesellschaft als Kommanditist eingetragen und für die Geschäftsführung verantwortlich ist.<ref>Firmeneintrag. 26. Oktober 2023, abgerufen am 7. Januar 2024.</ref>

Unternehmensführung

1961 trennten Karl und Theo Albrecht das Stammhaus Albrecht KG in die bis heute aktuellen Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd. Theo Albrecht junior ist das einzige Mitglied der Familie Albrecht, das noch aktiv in der Discounter-Gruppe tätig ist. Aldi Nord und Aldi Süd werden ausschließlich von familienfremden Managern geführt. Die operative Führung von Aldi Nord besteht aus einem Verwaltungsrat mit Sitz in Essen. Aldi Süd wird von einem Koordinierungsrat aus Mülheim an der Ruhr geleitet.

Die beiden Unternehmensgruppen sind freundschaftlich verbunden und koordinieren im Aldi-Unternehmensausschuss gemeinsam ihre Geschäftspolitik. Das Bundeskartellamt<ref name="Bundeskartellamt" /> betrachtet Aldi Nord und Aldi Süd als „faktischen Gleichordnungskonzern“ im Sinne von § 18 Abs. 2 Aktiengesetz (Deutschland). Rechtlich, organisatorisch und seit 1966 auch finanziell sind beide Unternehmensgruppen völlig unabhängig voneinander. In Deutschland umfassen Aldi Nord und Aldi Süd zusammen 66 Regionalgesellschaften, die wiederum ca. 4250 Aldi-Filialen kontrollieren (Stand: April 2015).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aktuelle Statistiken zu Aldi Nord und Aldi Süd (Memento vom 18. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref>

Aldi Süd begann 2016, seine deutschen Filialen mit einer hochwertigeren Ausstattung auszustatten. Solche „Luxus-Filialen“ werden bereits in Amerika und Australien betrieben, in Deutschland entstand die erste Filiale dieser Art in Unterhaching.<ref>Gerhard Hegmann: So edel sehen die neuen Langsam-Filialen von Aldi aus. In: Die Welt. 11. Mai 2016, abgerufen am 20. September 2017.</ref> Bis 2019 sollten alle Filialen entsprechend umgebaut werden.<ref>Holzoptik, Sitzgelegenheiten, Kaffeeautomaten. Aldi stellt neue Luxus-Filiale in Unterhaching vor. In: Abendzeitung. 11. Mai 2016, abgerufen am 20. September 2017.</ref>

Bis Oktober 2019 werden 15 der 30 Regionalgesellschaften von Aldi Süd in Europäische Aktiengesellschaften (SE) umgewandelt.<ref>Aldi Süd strukturiert um. In: handelsjournal.de. Oktober 2019, abgerufen am 3. November 2021.</ref>

Struktur Deutschland

Datei:Aldi equator.svg
Der sogenannte „Aldi-Äquator“
Aldi (Deutschland)
Aldi (Deutschland)
Datei:Blue pog.svg Aldi Nord; Datei:Green pog.svg ehemalig Aldi Nord; Datei:Orange pog.svg Aldi Süd; Datei:Red pog.svg ehemalig Aldi Süd

Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd wird auch als Aldi-Äquator bezeichnet. Sie verläuft vom Westmünsterland (östlich von Rhede) über Mülheim an der Ruhr, Wermelskirchen, Gummersbach, Siegen und Marburg nach Osten bis nördlich von Fulda. Ostdeutschland ist (bis auf eine Filiale im thüringischen Sonneberg, die aus Bayern beliefert wird) vollständig Aldi-Nord-Gebiet. In Gummersbach gibt es Nord- und Süd-Filialen<ref name="Aldi-Check" />, ebenso in Siegen, weil zum Zeitpunkt der Aufteilung die selbstständige Gemeinde Eiserfeld, in der diese Filiale liegt, Aldi-Süd zugeschlagen wurde.

Es gibt mehrere Aldi-Gesellschaften, die zentrale Aufgaben wie Einkauf und Immobilienverwaltung für beide Unternehmensgruppen übernehmen, beispielsweise die Aldi Einkauf GmbH & Co. oHG.

Produktion

Kaffee

Aldi besitzt auch eigene Kaffeeröstereien. Aldi Nord betreibt diese in Weyhe und Herten; die Röstereien von Aldi Süd sind in Mülheim an der Ruhr und in Ketsch.

Im Jahr 2017 gründete Aldi Süd das Tochterunternehmen NewCoffee GmbH & Co. oHG, unter dem die Kaffeeröstereien in Mülheim an der Ruhr und Ketsch als eigenständiges Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe Aldi Süd firmieren.<ref>Gründung Aldi Süd Tochterunternehmen NewCoffee. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2017; abgerufen am 22. November 2017.</ref> Die Rösterei in Mülheim an der Ruhr wurde Ende 2023 geschlossen.<ref>Hans Jürgen Schulz: Kaffeeproduktion: Aldi Süd schließt Rösterei in Mülheim. In: lebensmittelzeitung.net. 2. Juni 2022, abgerufen am 17. Dezember 2023: „Aldi schließt zum Jahresende 2023 seine Kaffeerösterei in Mülheim und wird ab 2024 nur noch am Standort in Ketsch eine Kaffeeproduktion betreiben. In Ketsch soll künftig das komplette Geschäft der New Coffee GmbH gebündelt werden.“</ref> Die Rösterei in Ketsch wird seit 2023 erweitert.<ref>Aldi-Unternehmenstochter New Coffee vergrößert Rösterei in Ketsch. 12. September 2023, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref>

Mineralwasser

Im November 2022 wurde die Altmühltaler Mineralbrunnen GmbH mit den beiden Brunnenbetrieben in Treuchtlingen und Baruth von ALDI Nord gekauft und nach einer Umfirmierung als Altmühltaler Getränke GmbH weitergeführt.<ref>Bundeskartellamt: ALDI darf Altmühltaler Mineralbrunnen erwerben – Schwarz-Gruppe darf Erfurter Teigwaren übernehmen; abgerufen am 22. April 2025</ref>

Agrarholding

Die Lukas-Stiftung ist durch ihre Tochtergesellschaft Boscor Gruppe an der ADIB Agrar-, Dienstleistungs-, Investitions- und Baugesellschaft beteiligt, auf die wiederum die 2007 erworbene Aschara Landwirtschaftsgesellschaft, die Landgut Grumbach sowie die Geithainer Landwirtschaftsgesellschaft 2023 verschmolzen wurden. Die Stiftung stieg 2020 mit dem Kauf der Adib GmbH zu den größten Grundeigentümern des Landes Thüringen auf. Die Summe der bewirtschafteten Flächen wird auf 6000 Hektar Land, teils in Eigentum, teils in Pacht geschätzt.

Struktur international

Datei:Aldi branches in Europe.svg
Aufteilung von Aldi in Europa (Stand: Juni 2018)
  • Aldi Nord
  • Aldi Süd
  • Datei:London- Kilburn- Kilburn High Road- Aldi- Außenansicht 16.8.2016.jpg
    Aldi-Filiale in London im Vereinigten Königreich
    Datei:Usaldisign.jpg
    Aldi-Schild in Baltimore, USA
    Datei:Netherlands, Voorburg, Monseigneur van Steelaan (02).jpg
    Aldi in Voorburg, Niederlande
    Datei:Winn-Dixie 736.jpg
    Winn-Dixie in Port Charlotte, Florida (USA), 2016. Aldi Süd übernahm den Lebensmittelhändler im Jahr 2024.

    Aldi Nord und Aldi Süd sind weltweit wie folgt vertreten:

    Land Aldi-Gruppe seit Filialen Stand
    DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland Nord 1961 2236 01/2025<ref name=":0">Die Unternehmensgruppe ALDI Nord. In: ALDI Nord. Abgerufen am 24. Januar 2025.</ref>
    Süd 1962 2034 01/2025<ref name=":4">ALDI Süd: ALDI SÜD Gruppe – Daten und Fakten. (PDF) Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>
    AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien Süd 2001 599 01/2025<ref name=":4" />
    BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Nord 1973 443 03/2025
    China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China Süd 2017 60 04/2025
    FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Nord 1988 1314 01/2025
    IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland Süd 1998 163 02/2025
    ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Süd 2018 190 02/2025
    LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg Nord 1990 21 03/2025
    NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Nord 1973 491 03/2025
    OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Hofer (Süd) 1968 541 03/2025<ref name=":4" />
    PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen Nord 2008 362 03/2025
    PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal Nord 2006 141 12/2024<ref name=":0" />
    SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Aldi Suisse (Süd) 2005 246 03/2025
    SlowenienDatei:Flag of Slovenia.svg Slowenien Hofer (Süd) 2005 92 12/2024<ref name=":4" />
    SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien Nord 2002 476 02/2025
    UngarnDatei:Flag of Hungary.svg Ungarn Süd 2008 182 12/2024
    Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Süd 1990 1050 03/2025
    Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten Aldi & Winn-Dixie & Harveys
    Supermarket
    (Süd) *
    1976 2430 + 194 12/2024<ref name=":4" />
    Aldi Nord 5484 12/2024
    Aldi Süd 7781 12/2024
    Aldi Nord + Süd 13.265
    Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten Trader Joe’s (Nord) 1979 608 01/2025<ref>Number of Trader Joe's locations in the USA in 2024. In: scrapehero. 31. Dezember 2024, abgerufen am 22. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    Aldi gesamt 13.873

    *) Weil Aldi (Süd) die Namensrechte an „Winn-Dixie“ und „Harveys Supermarkets“ im Februar 2025 verkauft hat, müssen diese Filialen bis spätestens Ende 2027 auf Aldi „umgeflaggt“ werden.

    Der Markteintritt in Griechenland durch Aldi Süd (verantwortet von Hofer) im November 2008 wurde aufgrund des fehlenden Erfolgs Ende Dezember 2010 wieder rückgängig gemacht. Nach 45 Jahren gab Aldi Nord 2022/23 die Präsenz in Dänemark auf. Die meisten Filialen übernahm der norwegische Konkurrent Rema 1000.<ref name="Dänemark" /> Neue Expansionsländer werden abwechselnd auf Aldi Süd und Aldi Nord aufgeteilt und die Verteilung gemeinsam abgesprochen. Für den Markteintritt Aldi Süds in China soll Aldi Nord in zwei Länder expandieren.

    Seit September 2014 befindet sich die Internationale Management Holding von Aldi Süd in Salzburg. Unter dem Dach von Hofer wird die internationale Entwicklung der Unternehmensgruppe Aldi Süd weltweit gesteuert.<ref>Aldi Süd steuert Auslandstöchter von Salzburg aus. In: kurier.at. 26. September 2014, abgerufen am 17. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Rund 60 Mitarbeiter sind seit Anfang September im neuen Zentrum für Auslandsbeteiligungen beschäftigt.“</ref> Die rund 1200 Mitarbeiter im September 2023 sollen 2026 an einem zentralen Standort in Salzburg tätig sein.<ref>Aldi Süd baut neue Zentrale in Salzburg-Maxglan. In: salzburg24.at. 28. September 2023, abgerufen am 17. Dezember 2023: „Der Diskonter Aldi Süd Holding (Hofer) errichtet im Salzburger Stadtteil Maxglan seine neue Firmenzentrale, in der ab dem Frühjahr 2026 rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten sollen, die aktuell noch auf sieben Bürostandorte in Salzburg verteilt sind.“</ref>

    Seit 1976, durch die Übernahme einer kleinen amerikanischen Handelskette,<ref>Tim Rahmann, Henryk Hielscher: Aldi profitiert vom Niedergang des ländlichen Amerikas. In: wiwo.de. 19. Juni 2017, abgerufen am 7. September 2025.</ref> eröffnete Aldi in den USA Filialen.<ref name="n-tv-013431"/> Aldi kündigte im Mai 2017 an, mit einer Investition von 1,5 Milliarden Euro 400 neue Filialen in den USA zu eröffnen und die Mehrzahl der bestehenden Filialen auszuweiten.<ref>Mary Meisenzahl: Aldi ist auch im Ausland erfolgreich: So sieht es in dem Discounter in den USA aus In: Business Insider, 29. September 2022, abgerufen am 29. September 2022.</ref> Analysten sehen durch das Auftreten von Lidl, die Reaktion von Walmart und Pläne von Amazon große Veränderungen auf den US-Lebensmittelhandel zukommen. Seit 2014 sind in den USA schon 20 Lebensmittelhändler infolge des Preiskriegs insolvent geworden.<ref>Aldi investiert 1,5 Mrd. Euro in USA. In: ORF, 11. Mai 2017, aufgerufen am 20. September 2017.</ref> 2023 wurde die Übernahme von ca. 400 Winn-Dixie und Harveys-Filialen im Südosten der USA bekanntgegeben.<ref>Aldi kauft in den USA 400 Supermärkte auf. In: deutschlandfunk.de. 17. August 2023, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref><ref>Marco Kitzmann, Jan Mende, Manfred Stockburger: Aldi Süd kauft 400 Supermärkte in den USA. In: Lebensmittel Zeitung. Nr. 33, 18. August 2023, ISSN 0947-7527, S. 8 (lebensmittelzeitung.net [abgerufen am 17. Dezember 2023]).</ref> Im Februar 2025 gab Southeastern Grocers bekannt, dass 170 Harvey’s- und Winn-Dixie-Filialen sowie 170 spezielle Spirituosen-Geschäfte von Aldi Süd zurückgekauft worden sind und unter ihrem alten Namen weitergeführt werden. Eingeschlossen in diesen Deal sind die Namensrechte an „Winn-Dixie“ und „Harvey’s“. Aldi Süd muss daher die verbliebenen 220 Filialen bis spätestens Ende 2027 auf „Aldi“ umflaggen.<ref>Southeastern Grocers’ CEO, C&S Wholesale Grocers buy Winn-Dixie from Aldi. In: Supermarket News. Abgerufen am 9. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Hofer / Aldi Suisse

    Die von Helmut Hofer im Jahr 1962 gegründete Filialkette Hofer mit rund 30 Filialen wurde 1967 von Aldi Süd übernommen.<ref name="Hofer Daten Fakten" /> Da der Name Aldi in Österreich nicht nutzbar ist (er gehört der Firma Adel Lebensmittel Diskont), firmiert sie seitdem als Hofer KG. Das Aldi-Süd-Konzept wurde nach und nach umgesetzt. Das Hofer-Logo – ursprünglich ein weißer Schriftzug „Hofer“ auf blauem Balken – wurde später um die zwei Linienscharen des Aldi-„A“s ergänzt und gleicht heute (abgesehen vom Schriftzug HOFER) dem Logo von Aldi Süd (siehe Abschnitt Logos).

    Die Aldi Suisse AG ist ein Schweizer Unternehmen mit Hauptsitz in Jonschwil und gehört zur Unternehmensgruppe Hofer S/E.<ref>Wechsel in der HOFER-Führung und im Verwaltungsrat von ALDI SUISSE. In: Aldi Suisse. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Juli 2019; abgerufen am 12. Juli 2019.</ref> 2015 erwirtschaftete Aldi Suisse 1,42 Milliarden Euro (umgerechnet 1,52 Milliarden Franken) Nettoumsatz. Das macht im Durchschnitt 8,4 Millionen Franken pro Filiale.<ref>Sven Zaugg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Coop & Migros abgehängt. Aldi-Angestellte kriegen (noch) mehr Lohn. (Memento vom 2. Dezember 2017 im Internet Archive) In: Blick am Abend, 1. Dezember 2017.</ref> Die ersten vier Filialen wurden am 27. Oktober 2005 in Weinfelden, Amriswil, Altenrhein SG und Gebenstorf eröffnet.<ref>bbu: Aldi eröffnet Ende Monat die ersten vier Schweizer Filialen. In: Neue Zürcher Zeitung, 14. Oktober 2005, aufgerufen am 21. April 2018.</ref><ref>Reto Fehr (watson.ch): Wo stand die erste Manor-Filiale der Schweiz? Und wo McDonald's? Die grosse Übersicht. In: Aargauerzeitung.ch, 23. September 2019, aufgerufen am 7. Dezember 2019.</ref>

    Markteintritt von Aldi Süd nach China

    Im Frühjahr 2017 erfolgte der Markteintritt von Aldi Süd nach China. Der Handel ausgewählter Produkte erfolgte hier zunächst ausschließlich online über die Plattform Tmall Global, einem Online-Marktplatz, der von der chinesischen Alibaba Group betrieben wird. In dem Online-Shop sollen demnach vor allem Weine und ungekühlte Lebensmittel angeboten werden. Australische Lieferanten würden einen Großteil des Sortiments für den Online-Shop stellen und bekommen so Zugang zum weltgrößten Markt mit 1,4 Milliarden Kunden, teilte Aldi Süd mit.<ref>Discounter: Aldi Süd startet in China. In: Handelsblatt, 18. November 2016.</ref>

    Die erste Aldi-Süd-Filiale wurde am 7. Juni 2019 in Shanghai eröffnet. Zielgruppe von Aldi China ist die Mittelschicht, denen „keine Billigware, sondern ausgesuchte, höherwertigere [sic!] Produkte“ angeboten werden.<ref>kko/dpa: Neueröffnung in Shanghai. So schick sieht eine Aldi-Filiale in China aus. In: SpOn, 7. Juni 2019.</ref>

    Logos (1945 bis heute)

    Finanzen

    Umsätze und Erträge der Gruppe wurden bis zum Jahr 2000 nicht veröffentlicht. Mittlerweile werden die Zahlen sowohl für die Gesellschaften Nord als auch für Süd im Bundesanzeiger publiziert.

    Der Umsatz 2010 in Deutschland betrug 22,5 Milliarden Euro (Aldi Nord: 9,95 Milliarden Euro, Aldi Süd: 12,5 Milliarden Euro), der weltweite Umsatz betrug 52,8 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite betrug 2010 in Deutschland 3,0 % (Aldi Nord) bzw. 3,7 % (Aldi Süd).<ref name="Aldi-Bilanz 2010: Gewinnsprung im Norden" />

    Aldi Nord und Aldi Süd sind vollständig in Familienbesitz. Die Kapitalausstattung wird als sehr solide bezeichnet; nach eigenen Angaben hat Aldi keine Verbindlichkeiten. Soweit bekannt, ist Aldi Nord über seine Immobilientochter Eigentümer sämtlicher Logistikzentren. Der Filialbestand ist ebenfalls größtenteils Eigentum, gemietete Objekte werden im Zuge des Flächentausches und der Vergrößerung verstärkt durch eigene Objekte ersetzt. Aldi Süd ist ebenfalls Eigentümer fast aller Gebäude (Märkte, Logistikzentren) und Grundstücke, hat aber auch Fremdkapital aufgenommen, um die weitere Immobilienexpansion zu finanzieren. Damit verließ Aldi Süd den bisherigen Weg der totalen Unabhängigkeit von Kreditgebern durch das Vermeiden von Fremdkapital.

    Sortiment

    Vorlage:Hinweisbaustein

    Datei:Aldigang.jpg
    Innenansicht eines Aldi-Nord-Marktes, 2006
    Datei:15-05-26-Aldi-Nord-Innenansicht-RalfR-DSCF5925.jpg
    Backwaren (Aldi Nord), 2015
    Datei:15-05-26-Aldi-Nord-Innenansicht-RalfR-DSCF5926.jpg
    Kühlwaren (Aldi Nord), 2015
    Datei:15-05-26-Aldi-Nord-Innenansicht-RalfR-DSCF5928.jpg
    Tiefkühlwaren (Aldi Nord), 2015
    Datei:15-05-26-Aldi-Nord-Innenansicht-RalfR-DSCF5921.jpg
    Eier, Milch und Fahrräder (Aldi Nord), 2015

    Die Grundidee ist, nur Produkte im Sortiment zu führen, die bei einem gewissen Mindestumsatz eine hohe Warenumschlagshäufigkeit aufweisen, sogenannte Schnelldreher. Das Sortiment ist somit verhältnismäßig schmal und besteht aus rund 1360 Basisartikeln, 170 Bioartikeln im Standard-, Saison- und Aktionsartikelsortiment und pro Woche etwa 80 Aktionsartikeln.<ref name=":3">Aldi Süd – Unser Unternehmen. In: Aldi Süd, aufgerufen am 21. April 2018; vgl.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aldi Süd – Unser Unternehmen. (Memento vom 15. April 2017 im Internet Archive). In: Aldi Süd, 2017.</ref>

    Marken

    Die früher bei allen Markenartikeln übliche Bindung der Verbraucherpreise (Preisbindung der zweiten Hand) gab den Albrecht-Brüdern keine Möglichkeit, Markenartikel günstiger anzubieten. Deshalb blieb Aldi nur der Ausweg über markenfreie Produkte, die sogenannten No-Name-Produkte. Es galt, Hersteller zu finden, die Produkte speziell für Aldi mit Fantasie-Namen abpackten, die keiner Preisbindung unterlagen. Viele Markenartikler waren anfangs dazu nicht bereit, weil sie negative Reaktionen ihrer Bestandskunden befürchteten und auch tatsächlich erlebten. Aufgrund der raschen Expansion von Aldi und wegen ihrer von Anfang an guten Qualität erreichten diese Aldi-Eigenmarken schnell die Bekanntheit und den Distributionsgrad bekannter Markenartikel.<ref name="Konsequent einfach" /> Für Aldi hat dieses Konzept den zusätzlichen Nutzen, dass der Verbraucher nicht eine bekannte Marke kauft, die er genauso gut in jedem anderen Supermarkt erhalten kann, sondern eingestellt wird auf eine Meinung wie beispielsweise „Die Schokolade von Aldi ist gut“.<ref name="Aldi-Check" />

    Lebensmittel

    Seit 1998 werden bei Aldi Süd Tiefkühltruhen eingesetzt.<ref>Roland Lindner: Aldi Süd: Sortimentserweiterung. Aldi Süd startet mit TKK: Flächendeckende Versorgung bis Jahresende angestrebt. In: lebensmittellzeitung.net. 12. Februar 1998, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref>

    Aldi Nord verkauft seit Juni 2003 loses Obst und Gemüse, das an der Kasse abgewogen wird.<ref>Loses Obst und Gemüse bei Aldi Nord. In: dfv.de. 28. März 2003, abgerufen am 17. Dezember 2023: „Anfang Juni startet Aldi Nord die Umstellung seiner 2400 inländischen Filialen auf Scannerkassen. Parallel dazu beginnt der Essener Discountmarkt-Betreiber mit dem Verkauf von losem Obst und Gemüse, das an der Kasse gewogen wird. Dies berichtet die Lebensmittel Zeitung (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main) in ihrer aktuellen Ausgabe, die am Freitag, 28. März 2003 erscheint.“</ref> Seit 2016 ist auch bei Aldi Süd loses Obst und Gemüse erhältlich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lose Früchte: Aldi Süd verändert Sortiment bis Ende des Jahres 2016. (Memento vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive). In: Fruchthandel Newsnet, 27. April 2016.</ref> Seit 2018 werden einige Fleischprodukte, mit dem Neuland-Tierwohllabel, unter der Eigenmarke „Fair & Gut“ vertrieben.<ref>Kirsten Geß (Pressemitteilung): „Fair & Gut“: ALDI geht Kooperation mit Tierwohlpionier NEULAND und FAIRFARM ein. In: Aldi Süd, 18. Juli 2018, aufgerufen am 4. November 2018.</ref> Ende Juni 2021 kündigten Aldi Nord und Süd an, ab 2030 ausschließlich Fleisch aus tiergerechterer Haltung verkaufen zu wollen.<ref>Aldi setzt mit Tierwohl-Ankündigung Bauern, Schlachter und Politik unter Druck in: Handelsblatt vom 25. Juni 2021</ref><ref>Jonas Jansen: Aldi schmeißt Billigfleisch aus dem Sortiment, FAZ.net, 25. Juni 2021, abgerufen am 17. Dezember 2023</ref> Ende April 2019 wurde das „Fair & Gut“-Sortiment um eine Weidemilch erweitert, die auch das Etikett „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes trägt.<ref>Maya Rychlik: Aldi listet deutschlandweit Weidemilch der Eigenmarke „Fair & Gut“. In: agrarheute, 30. April 2019.</ref>

    Sehr erfolgreich sind Nord und Süd im Kaffeegeschäft: Der gesamte Röstkaffee wird in eigenen Röstereien hergestellt. Aldi Nord lässt „Markus Kaffee“ bei der Markus Kaffee GmbH & Co. KG in Weyhe und Herten rösten. Das Aldi-Süd-Tochterunternehmen NewCoffee lässt „Amaroy Kaffee“ in Röstereien in Mülheim an der Ruhr und in Ketsch produzieren. Seit 2013 hat Aldi den größten Marktanteil am Wein­absatz in Deutschland<ref>Carsten Dierig: Aldi ist der mit Abstand größte Weinhändler Deutschlands. Fachhandel verliert Anteile an Supermärkte. In: Die Welt, 20. März 2017.</ref> und ist in vielen anderen Warengruppen ebenfalls Marktführer.

    Datei:Aldi backshop.jpg
    Backautomat bei Aldi Süd, 2010
    Backwarentheke „Meine Backwelt“ in Aldi-Süd-Filiale nach Wiedereröffnung am 20. Februar 2020
    Backwarentheke „Meine Backwelt“ in Aldi-Süd-Filiale nach Wiedereröffnung am 20. Februar 2020

    Die Filialen von Aldi Süd wurden ab 2010 mit Backautomaten ausgerüstet. Der Brotbackautomat gibt Brotprodukte auf Knopfdruck heraus.<ref name="Welt 2010-12-21" /> Im Juli 2010 erhob der Zentralverband des Bäckerhandwerks Klage gegen Aldi wegen irreführender Werbung. Kritisiert wurde die Werbung: „Ab sofort backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie – frisch aus dem Ofen.“<ref name="n-tv 2010-07-19" /><ref name="Süddeutsche 2010-07-19" /> In der Klageschrift hieß es, die Produkte würden in den Automaten „nur erhitzt und/oder gebräunt“. Es kam nicht zu einem Urteil.<ref>wiwo.de vom 11. März 2016: Brötchenknast statt Backautomat</ref> Ab 2015 testete Aldi Süd in wenigen ausgewählten Filialen eine Backwarentheke,<ref name=":1">Aldi Süd führt offene Backtheke ein. Abgerufen am 29. November 2021.</ref> welche Anfang 2018 offiziell eingeführt wurde und sukzessive die Backautomaten ersetzen soll.<ref>ALDI SÜD - Pressemitteilung - Frisch aus dem Ofen: ALDI SÜD führt „MEINE BACKWELT“ ein. Abgerufen am 29. November 2021.</ref> Im November 2021 waren über die Hälfte der Filialen von Aldi Süd in Deutschland mit einer Backwarentheke anstatt des Backautomaten ausgestattet.<ref>Pressemitteilungen zu Filialen 2021. Abgerufen am 29. November 2021.</ref>

    Der Gebrauchsgüterbereich und der Aldi-PC

    Der steigende Anteil an Gebrauchsgütern zieht sich seit Anfang der 1990er Jahre wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte nicht nur von Aldi, sondern auch von anderen Lebensmittel-Discountern. Im Unterschied zu Lebensmitteln haben Gebrauchsgüter den Charakter kurzzeitiger Aktionsangebote. Mitunter wird im Rahmen einer Themenwoche ein Sortiment artverwandter Artikel angeboten, z. B. ein breites Sortiment an Campingprodukten.

    Während sich in der Frühzeit der Gebrauchsgüterbereich auf Textilien und Haushaltsgegenstände beschränkte, erweiterte sich das Angebot im Laufe der 1990er Jahre auf Unterhaltungselektronik. Einen Höhepunkt erreichte die Gebrauchsgütersparte durch den sogenannten Aldi-PC, einen in großen Zeitabständen für den Massenmarkt eigens von Aldi in Auftrag gegebenen Personal Computer.

    Als erster Computer bei Aldi kam der „Aldi-C16“ im Frühjahr 1986 als Set zum Preis von 149 Mark in den Handel, wobei das zuerst lediglich ein Abverkauf von Restbeständen von Commodore war, der aber einen Nachfrageboom auslöste.<ref>Commodore über Aldi-Theken. In: Computerwoche, 4. April 1986, abgerufen am 7. Januar 2013.</ref> Ein Jahr später, im Spätsommer 1987, wurde dann der C64 von Aldi verkauft, für einen Preis von 299 Mark. Diese C64 waren laut Typenschild in den USA hergestellt. Als Besonderheit hatten die Gehäuse keine Typenbeschriftungen der Hardwareanschlüsse und eine weiße Tastatur. Der erste „Aldi-PC“ wurde 1995 auf den Markt gebracht. Auf die ersten Aldi-PCs gab es einen regelrechten Ansturm, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut war. Der erste Aldi-PC mit integriertem Internetanschluss kam Ende 1999 auf den Markt.<ref>Kati Kletzel-Lomp: Der ALDI PC mit Internet wird 20 - die Highlights von 1999 bis 2019. In: blog.aldi-sued.de. 24. April 2019, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Die meisten bei Aldi angebotenen technischen Geräte kommen von Medion. In den Aldi-Süd-Filialen wurden von Anfang der 2000er Jahre bis etwa 2014 Medion-Produkte vielfach unter der Pseudonym-Marke Tevion angeboten, die eine Eigenmarke von Aldi Süd ist<ref>Auskunft zur Unionsmarkennummer 008299539 für TEVION im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) </ref> und auch Produkte anderer Hersteller umfasst.

    Seit 2003/2004 bietet Aldi Süd in Deutschland auch Tabakwaren an.<ref>Lageraufbau bei Aldi Süd lässt Handelsmarken nach oben schießen - Zigarettenmarkt im August von Discounteroffensive stark gezeichnet. In: DTZ Die Tabak-Zeitung. Genios.de, 5. September 2003, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Aldi bietet in Deutschland seit Juli 2005 über Medion einen Online-Fotoservice, bei dem Papierabzüge von Digitalbildern nach Hause bestellt werden können.<ref>Aldi startet Foto-Service. In: lebensmittelzeitung.net. 7. Juli 2005, abgerufen am 18. Dezember 2023: „Aldi bietet seit Freitag vergangener Woche den Online-Bilderservice des Unterhaltungselektronik-Lieferanten Medion unter seinem Namen an.“</ref>

    Am 7. Dezember 2005 stieg Aldi nach guten Erfahrungen bei Hofer in Österreich auch in Deutschland ins Mobilfunkgeschäft ein. Aldi Nord und Aldi Süd bieten den Kunden in Kooperation mit Medion als Mobilfunkanbieter sowie der Telefónica Deutschland Holding als Vertragspartner den Prepaid-Tarif Aldi Talk an.<ref>Marie-Anne Winter: ALDI Talk ab heute im Handel: Keine Tumulte, zum Teil aber lebhaftes Interesse. In: teltarif.de. 7. Dezember 2005, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Seit Januar 2007 vermitteln Aldi Nord und Aldi Süd auch in Deutschland und der Schweiz Pauschalreisen. Ausführender Partner ist das Unternehmen Berge & Meer, eine TUI-Tochter. Die Zusammenarbeit mit Eurotours International begann Hofer Reisen in Österreich bereits 2003.<ref>Aldi Suisse Tours auf der FESP0. In: verkehrsbuero.com. 30. Januar 2012, abgerufen am 4. April 2022.</ref> Von 19. April 2013 bis Februar 2014<ref>Aldi Reisen. In: fernbusse.de, aufgerufen am 20. September 2017.</ref> vermittelten Aldi Nord und Süd in Kooperation mit dem Bonner Busunternehmen Univers auf dem Internetportal Aldi Reisen auch Fernbusfahrten.

    Seit Februar 2008 hat Aldi Nord ein Sortiment von etwa 70 Zeitschriften (Tageszeitungen und Illustrierte).<ref name="LZ 2018-09-06" /> Aldi Süd testete das ab September 2018 in einigen Filialen.<ref name="LZ 2018-09-06">Hans Jürgen Schulz: Sortimentserweiterung: Aldi Süd testet Zeitschriften-Verkauf werk=lebensmittelzeitung.net. 6. September 2018, abgerufen am 18. Dezember 2023: „Als letzter der großen Discounter nimmt sich nun auch Aldi Süd der Zeitschriften-Sortimente an. Der Händler testet derzeit in einigen Filialen ein Angebot, das dem von Aldi Nord ähnelt. … 2008 entdeckte schließlich auch Aldi Nord das Sortiment und stattete seine damals noch rund 2500 Filialen mit dem neuen Sortimentsbaustein aus“</ref>

    Seit April 2008 wird ein Onlinebestellservice von Schnittblumen angeboten. Aldi ist nur Vermittler; den Auftrag wickelt das Unternehmen fleurfrisch ab, eine Tochtergesellschaft von Landgard, dem langjährigen Vertragslieferanten der Pflanzenangebote bei Aldi.<ref name="Lebensmittelzeitung 2008-04-23" /> Die eigentliche Zusammenstellung der Sträuße übernimmt ein von fleurfrisch beauftragter Bündelservice, der dafür fast ausschließlich Werkvertrags-Mitarbeiter beschäftigt.

    Für das Jahr 2008 war auch der Vertrieb von Versicherungen in Kooperation mit Signal Iduna geplant. Nach Protesten des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute zog sich Aldi aus der Kooperation zurück.<ref name="BDV 2008-04-21" />

    Über die Plattform Aldi life music konnten Kunden ab 2015 Musik von Napster streamen.<ref>Aldi Life Musik: Napster zum Discount-Preis. 21. Oktober 2015, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Heute heißt die Plattform Aldi Music und bietet Musik und Hörbücher an.<ref>ALDI Music - offen für alle Betriebssysteme. In: aldi-music.de. Abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Im Oktober 2016 kamen als Aldi life eBooks E-Books hinzu.<ref>Rainer Schuldt: Bundesweiter Start am 20. Oktober 2016: Bücher vom Discounter: Aldi life eBooks im exklusiven Praxis-Test. In: computerbild.de. 20. Oktober 2016, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Im August 2017 wurde als Aldi life Games Computerspiele hinzugefügt.<ref>ALDI life Games. In: Aldi Süd. 21. August 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am Dezember 2017; abgerufen am 22. November 2017.</ref> Die später in Aldi Gaming umbenannte Plattform wurde Ende August 2023 eingestellt.<ref>Aldi Gaming Shop macht dicht: Verkauf eingestellt, Nutzer müssen handeln. In: notebookcheck.com. 27. August 2023, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref><ref>ALDI Gaming: Spiele-Download-Shop wird eingestellt (Update). In: gameswirtschaft.de. 16. August 2023, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Im Dezember 2016 führte Aldi zum elften Geburtstag der Marke Aldi Talk einen eigenen Onlineshop auf ihrer Website ein. Neben den Tarifen wurde dieser um Smartphones oder Tablets zum Verkauf erweitert.<ref>ALDI erweitert ALDI TALK um einen Onlineshop. In: Presseportal.de. 12. Dezember 2016, abgerufen am 20. September 2017.</ref> Der Onlineshop wurde im September 2025 geschlossen.

    Aldi Süd bietet seit November 2016 zertifizierten Grünstrom an, der unter der Marke Aldi Grünstrom vermarktet wurde.<ref>Pressemitteilung Aldi Süd Grünstrom. In: Aldi Süd. 21. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2017; abgerufen am 22. November 2017.</ref> Seit November 2018 bietet Aldi Süd auch Ökogas an. Sowohl Strom als auch Gas bezieht Aldi über die Pfalzwerke-Onlinemarke 123energie.<ref>Gas ...jetzt auch Ökogas. In: zfk.de. 19. November 2018, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Vermarktet wird beides derzeit als Aldi Grüne Energie.<ref>AUS ALDI GRÜNSTROM WIRD ALDI GRÜNE ENERGIE. In: aldi-sued.de. Abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Ab Ende Juni 2017 bot Aldi Süd einen Lieferservice an,<ref>Neues Aktionsartikelsortiment: ALDI SÜD liefert ausgewählte Produkte künftig nach Hause. In: Aldi Süd. 21. Juni 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Dezember; abgerufen am 18. Dezember 2023 (Pressemitteilung).</ref> der im September 2021 in einen Onlineshop umgewandelt wurde.<ref>Aus ALDI liefert wird der ALDI ONLINESHOP. In: Aldi Süd. Aldi Süd, 21. September 2021, abgerufen am 18. Dezember 2023 (Pressemitteilung).</ref>

    Vermarktung

    Datei:LKWModell.jpg
    Werbe-Modell-Lkw

    Aldi gab in der gesamten Unternehmensgeschichte bis 2016 zu keinem Zeitpunkt Geld für externe Marketing-Agenturen aus. (Karl Albrecht, 1953: „Unsere Werbung liegt im billigen Preis.“)<ref name="Spiegel 2010-08-02" />

    Bis zu den Jahren 2007 (Aldi Nord) und 2008 (Aldi Süd) verzichteten beide Unternehmen auf eigene Pressestellen. Mittlerweile verfügen Aldi Nord und Aldi Süd über jeweils eigene Kommunikationsabteilungen.<ref>Presse bei ALDI Nord – Stets aktuell informiert! Abgerufen am 22. November 2017.</ref><ref>Aldi Süd – Presse. Abgerufen am 22. November 2017.</ref>

    Die wöchentlichen Anzeigen in lokalen Zeitungen sehen seit Jahren gleich aus; sie zeigen die aktuellen Angebote ohne Werbeslogans unter dem Motto „Aldi informiert“. Die Zeitungsanzeigen lösten vorher regelmäßig erscheinende vierseitige Preislisten ab, die teilweise auch an die Haushalte verteilt wurden.

    Die Zeitungsanzeigen von Nord und Süd wurden größer (seitdem 1/1 Seite) und farbig. Zudem liegen in den Märkten Flugblätter mit den Angeboten der nächsten Woche aus. Sowohl Aldi Süd als auch Aldi Nord haben ganzjährig drei Aktionen pro Woche, die zu einem mehrseitigen Prospekt zusammengefasst werden. Aldi Nord lässt Prospekte, Flugblätter und Zeitungsanzeigen von einer eigenen Werbeagentur vorbereiten und schalten, die für die Gruppe europaweit tätig ist.

    Anfang der 2000er Jahre versuchte sich Aldi Nord in Sachen Merchandising und bot Aldi-Markt-Bausätze, Lkw-Modelle (siehe Foto) und Badetücher in den Aldi-Farben an. Der Aldi-Markt ist im Standardprogramm der Firma Faller.

    2010 verzichtete Aldi in einigen Regionen auf Anzeigen in Tageszeitungen<ref name="taz 2011-05-30" /> und ließ stattdessen die zweiwöchentlich erscheinende Werbebroschüre kostenlos an alle Haushalte verteilten.

    Aldi Nord und Aldi Süd haben seit 2010 bzw. 2011 jeweils eine Aldi-App für iOS und Android im Angebot. Darüber lassen sich die aktuellen Kundenprospekte aufrufen und Artikel aus dem Angebot in eine Einkaufsliste eintragen.

    2016 haben Aldi Nord und Aldi Süd erstmals in der Unternehmensgeschichte Werbespots im deutschen Fernsehen und online geschaltet. Zum Wahlspruch „Einfach ist mehr“ wurde zudem eine Website online gestellt.<ref>Holger Geißler: BrandIndex: Aldi Nord braucht eine Imagepolitur, Aldi Süd nicht. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am 16. Oktober 2016.</ref> Aldi Süd wirbt zudem seit Herbst 2016 mit einem Blog um Kunden.<ref>Katharina Grimm: Aldi Süd bricht das Schweigen – und startet einen Blog. In: Stern. 14. Oktober 2016, abgerufen am 18. Dezember 2023 (mit Video (1:39 min)).</ref> Aldi Süd gibt das Kundenmagazin Aldi inspiriert heraus. Das kostenlose Heft erscheint alle zwei Monate. Es ist auch online als E-Paper verfügbar.<ref>ALDI INSPIRIERT. In: aldi-sued.de. Abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Am 29. Januar 2021 kündigten Aldi Nord und Aldi Süd an, dass man sich mit der Marke „Aldi Gaming“ in der Gaming-Szene engagiere.<ref>ALDI Nord und ALDI SÜD engagieren sich mit eigener Marke in der Gaming-Szene. In: presseportal.de. 29. Januar 2021, abgerufen am 30. Januar 2021.</ref>

    Kassensysteme

    Vor der Verbreitung von Scannerkassen war es im Lebensmitteleinzelhandel üblich, jeden Artikel einzeln mit einem Preisetikett auszuzeichnen; dieses wurde von den Kassierern abgelesen und eingegeben.

    Bei Aldi gab es keine Preisetiketten: Bei Aldi Nord erfolgte die Registrierung der verkauften Artikel durch Eingabe einer mehrstelligen PLU-Nummer. Bei Aldi Süd wurden die DM-Preise direkt eingegeben, weshalb Kassenbons ohne Artikelbezeichnung die Regel waren. Es war erforderlich, dass die Kassierer die Preise aller Produkte bzw. die PLU-Nummern auswendig lernten. Das Eintippen war mit der damaligen Technik schneller möglich als das Scannen, weshalb Kunden schneller abgewickelt und Personalkosten eingespart werden konnten.

    Mit der Einführung des Euro als Bargeld am 1. Januar 2002 als gesetzliches Zahlungsmittel wurden sämtliche Preise exakt umgerechnet und zusätzlich abgerundet. Im Zuge dessen stellte Aldi Süd im Jahr 2000 und Aldi Nord 2002 komplett auf Scannerkassen um.<ref name="SPON 2007-07-04" /><ref name="Zeit 2003-10-09" />

    Da Aldi größtenteils Eigenmarken vertreibt, war es relativ einfach, den Strichcode auf den Produktverpackungen in unüblichen und teilweise ungenormten Größen sowie in größerer Anzahl auf verschiedenen Seiten der Verpackung zu platzieren. Die meisten Aldi-Verpackungen besitzen daher den EAN-Strichcode (unternehmensinterner verkürzter EAN-8-Code)<ref name="EAN Code" /> auf mindestens drei Seiten, als lange Streifen oder als Banderole um die ganze Verpackung herum, wohingegen die Produkte in anderen Supermärkten einen genormten kleineren Strichcode an nur einer Stelle besitzen. Die Kassierer müssen daher Aldi-Artikel viel seltener drehen und wenden, um sie vom Scanner zu erfassen, was den Kassiervorgang beschleunigt.

    In Deutschland erfolgten Tests mit der Bezahlung per EC-Karte 2004 in Filialen von Aldi Nord. Ab April 2005 folgte die flächendeckende Einführung der Zahlung per EC-Karte bei Aldi Nord und Süd, die bis Ende Oktober 2005 abgeschlossen wurde. Die Umstellung wurde durch das Unternehmen NCR durchgeführt.<ref name="Lebensmittelzeitung 2005-07-21" />

    Im Mai 2014 wurden in allen Filialen von Aldi Suisse NFC-fähige Kassenterminals eingeführt,<ref>Moritz Kaufmann: Bei Aldi kann man seit 1 Jahr mit dem Handy bezahlen und keiner weiss es. In: Blick. 10. Juni 2015, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> im Juni 2015 zogen Aldi Süd und Nord in Deutschland und Dänemark nach. Diese ermöglichen kontaktloses Bezahlen per NFC-fähiger Debitkarte (Maestro, V Pay, Postfinance Card usw.) oder Kreditkarte oder einem NFC-fähigen Smartphone. Für das mobile Bezahlen wird eine sogenannte Mobile-Payment-App wie beispielsweise Apple Pay benötigt.<ref>Mischo Kopac: NFC-Zahlungen: Mobiles Bezahlen bei Aldi Nord. In: smava.de. 23. Juni 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Juni 2015; abgerufen am 20. September 2017.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aldi Suisse akzeptiert jetzt Apple Pay. (Memento vom 12. Dezember 2016 im Internet Archive) In: Aldi Suisse, aufgerufen am 20. September 2017.</ref>

    Seit Ende 2016 können Kunden bei Aldi Süd, die einen Einkauf für einen bestimmten Mindestbetrag mit Karte bezahlen, kostenlos bis zu 200 Euro Bargeld abheben. Der Mindestbetrag hierfür beträgt seit Ende Januar 2020 fünf Euro.<ref>Geldabheben bei Aldi schon ab 5 Euro. In: kostenlose-kreditkarte.jetzt. 7. März 2020, abgerufen am 11. April 2021: „Ende Januar hat Aldi den Mindestbetrag für Cashback auf fünf Euro gesenkt. Damit ist die Geldauszahlung an der Kasse für noch mehr Kunden eine gute Alternative zum Bankautomaten. Seit 2016 bietet Aldi Süd Kunden den Service an.“</ref>

    Aldi UK and Ireland eröffnete im Januar 2022 seinen ersten kassenlosen Supermarkt in Greenwich, London, in dem man einkaufen kann, ohne ein Produkt scannen zu müssen. In der dortigen „Test“-Filiale können die Kunden (Mindestalter 25 Jahre) ihren Einkauf abschließen und bezahlen, ohne an eine Kasse zu gehen. Stattdessen können die Kunden die Aldi Shop&Go-App herunterladen und werden dann beim Verlassen des Ladens automatisch mit ihren Einkäufen belastet.<ref>Aldi opens its first till-free supermarket. In: BBC NEWS. 18. Januar 2022, abgerufen am 22. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    2023 führte Aldi Süd in einigen Filialen Self-Checkouts von Diebold Nixdorf in Deutschland ein, die seit 2021 in Deutschland und im Ausland getestet worden waren.<ref>Annette Böhm: Aldi Süd führt Self-Checkouts von Diebold Nixdorf in Deutschland ein. In: retail-optimiser.de. 12. Januar 2023, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Leergutrücknahme

    Datei:Revendo.jpg
    Diebold-Nixdorf-Leergutautomat

    In der zweiten Jahreshälfte 2005 führte Aldi Nord als Rationalisierungsmaßnahme testweise Leergutautomaten ein. Aldi Süd übernahm dieses System im ersten Quartal 2006. Beide schlossen sich im Zuge dieser Maßnahme dem ILN-System an. Auch die neue Pfandregelung, die am 1. Mai 2006 in Kraft trat, zwang das Unternehmen zu diesem Schritt, da die sogenannten „Insellösungen“ beendet wurden.<ref>Jahresbericht 2005,. (PDF; 4,5 MB) In: GS1 Germany. S. 42/43., abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Nach ausgiebigen Tests entschied sich Aldi Nord Ende 2005 für ein Rücknahmesystem des Herstellers Wincor Nixdorf,<ref>ALDI Nord erteilt Wincor Nixdorf Großauftrag über 2.500 Rücknahme-Systeme für Einweg-Leergut im Handel. In: pressebox.de. Diebold Nixdorf, Incorporated, 24. November 2005, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> während Aldi Süd eine Entwicklung des Herstellers Tomra Systems vorzog.<ref>THE GERMAN RETAILER ALDI SÜD, WHICH HAS APPROXIMATELY 1,650 STORES IN GERMANY, HAS CHOSEN TOMRA AS ITS MAIN SUPPLIER OF REVERSE VENDING MACHINE SYSTEMS FOR NON-REFILLABLE BEVERAGE CONTAINERS. In: tomra.com. 4. Oktober 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Oktober 2013; abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Bei beiden Geräten kommt ein System zur Anwendung, bei dem die PET-Flaschen unmittelbar nach der Annahme gepresst werden.

    Seit Januar 2015 nimmt die Unternehmensgruppe Aldi Süd Dosengebinde zurück.<ref>Unternehmensgruppe ALDI SÜD: ALDI SÜD nimmt pfandpflichtige Einweg-Dosen zurück. In: presseportal.de. 2. Januar 2015, abgerufen am 18. Dezember 2023: „Ab sofort nimmt ALDI SÜD in allen Filialen pfandpflichtige Getränkedosen zurück. Die bestehenden Pfandautomaten wurden nachgerüstet und akzeptieren nun neben den Einweg-PET-Flaschen auch leere Getränkedosen.“</ref><ref>Pfandautomaten umgerüstet: Aldi Süd nimmt pfandpflichtige Einwegdosen zurück. In: lebensmittelzeitung.net. 2. Januar 2015, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Die Unternehmensgruppe Aldi Nord nimmt sie erst seit dem 22. März 2015 zurück. Im Zuge dessen wurden ab Ende März 2015 auch wieder Getränkedosen bei Aldi Nord und Aldi Süd ins Angebot aufgenommen, die nach 2003 wegen des Dosenpfands aus dem Sortiment verschwunden waren.<ref>Verkaufsstart: Aldi holt die Dose zurück. In: lebensmittelzeitung.net. 27. März 2015, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Steuerfreies Einkaufen

    Seit 2006 bietet Aldi Süd in den an der Grenze zur Schweiz gelegenen Filialen ein System zur Rückerstattung der Umsatzsteuerdifferenz für die dort überproportional stark vertretenen Schweizer Kunden an. Jedoch erfolgt keine Barauszahlung, sondern über eine eigens geschaffene Aldi-Süd-Tax-Free-Karte eine bargeldlose Überweisung durch die Firma Global Refund. Sie gilt nur für Kunden über 18 Jahre. Anfangs war ein Mindesteinkauf von 40 Euro obligatorisch. Erstattet (wie bei allen Unternehmen, die sich dem Tax-Free-System angeschlossen haben) wurde aber nur ein Teil der Umsatzsteuer. Bei Aldi waren das 75 % (25 % wurden zur Finanzierung des Systems einbehalten). Aldi sah sich jedoch dazu gezwungen (da der konkurrierende Einzelhandel in diesem Gebiet den Schweizer Kunden schon seit Jahren beinahe flächendeckend eine volle Rückerstattung anbietet und der Anteil dieser Kunden in den regionalen Filialen etwa 30 %, an manchen Wochentagen über 50 % beträgt), die 75-%-/40-€-Regelung Ende 2011 aufzuheben. Mittlerweile wird die Umsatzsteuer zu 100 % erstattet und der Mindesteinkaufsbetrag wurde aufgehoben.

    Aktuelle Marktposition

    Aldi nutzt seine Marktmacht bei Verhandlungen mit Zulieferern, erwartet hingegen von seinen Lieferanten keine Zugeständnisse bei sinkenden Verkaufspreisen oder Werbekostenzuschüsse, Jubiläums-Rabatte oder Logistik-Optimierungsrabatte.

    Im gesamten Lebensmitteleinzelhandel belegt ALDI in Deutschland den vierten Platz nach Umsatz hinter den Unternehmen Edeka, Rewe, der Schwarz-Gruppe und vor der Metro-Gruppe (2010).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TrendTopic – Einzelhandel. (Memento vom 22. Oktober 2014 im Internet Archive). In: Axel Springer AG – Marktanalyse, September 2012, (PDF; 14 S., 365 kB).</ref> Mit einem Umsatz im Textilbereich von rund 1,071 Mrd. Euro (2009) liegt ALDI hier auf Platz 8 der größten Textileinzelhändler Deutschlands.<ref>Die größten Textileinzelhändler in Deutschland 2008. In: Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main, (PDF; 110 kB).</ref> Im Bereich Gesundheitsprodukte außerhalb der Apotheke hatte Aldi im Jahr 2005 einen Marktanteil von rund 18 %.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gesundheitsprodukte im Discount – eine Erfolgsgeschichte? (Memento vom 20. Mai 2006 im Internet Archive). In: ACNielsen, 13. April 2006; vgl.: [1].</ref> Laut einer Forsa-Umfrage sind 95 % der Arbeiter, 88 % der Angestellten, 84 % der Beamten und 80 % der Selbstständigen Kunden bei Aldi. Nach Informationen der Gesellschaft für Konsumforschung ging der Umsatz im Jahr 2007 erstmals um 1,5 % zurück und lag bei brutto 27 Mrd. Euro. Der Marktanteil unter den Discountern ging dadurch um 0,6 Prozentpunkte auf 18,9 % zurück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zeitung: Aldi 2007 erstmals mit Umsatzrückgang in Deutschland. (Memento vom 21. September 2017 im Internet Archive) In: Reuters, 23. Juni 2008.</ref> 2020 lag Lidl mit 21,8 Mrd. Euro Umsatz vor Aldi Süd mit 16,4 Mrd. Euro Umsatz, Netto mit 14,55 Mrd. Euro Umsatz, Aldi Nord mit 12,2 Mrd. Euro Umsatz, Penny mit 8,08 Mrd. Euro Umsatz und Norma mit 3,3 Mrd. Euro Umsatz.<ref>Simon Mones: Kaufland, Lidl, Aldi, Edeka: Wer macht mehr Milliarden-Umsätze? Die Kohle-Liste. In: echo24.de. 15. August 2021, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref> 2022 betrug der Marktanteil der Aldi-Gruppe 11,2 %, was den vierten Platz im Lebensmittelhandel hinter Schwarz-Gruppe (18,3 %), Rewe-Group (21,2 %) und Edeka (25,3 %) bedeutete.<ref>Marktanteile der führenden Unternehmen im Lebensmittelhandel in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2022. In: statista.com. Abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref>

    Umwelt

    Datei:Hyundai Ioniq Elektro an einer ALDI SÜD Ladestation in Hilden.jpg
    Hyundai Ioniq an einer Stromladestation von Aldi Süd in Hilden, 2018

    Aldi Süd hat rund 1250 Filialen und seine Logistikzentren mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. An 500 Filialen gibt es für den Nutzer Ladestationen für Elektroautos und Elektrofahrräder.<ref>Aldi Süd - E. Abgerufen am 22. November 2017.</ref> Anfangs war das Laden kostenlos, jedoch seit Mitte des Jahres 2022 verlangt der Discounter Geld für die Nutzung.<ref>Kostenlos Strom tanken bei Aldi ist Geschichte: Was Kunden jetzt wissen müssen. Abgerufen am 12. April 2023.</ref>

    Seit Sommer 2019 verlangt Aldi für dünne Plastiktüten für Obst und Gemüse einen Cent. Mit der Maßnahme wollen Aldi Nord und Aldi Süd auf die Kritik reagieren, in ihren Filialen würden zu viel Kunststoffverpackungen verwendet.<ref>Symbolischer Preis. Aldi verlangt künftig für Plastiktüten für Obst und Gemüse Geld. In: welt.de. 11. Juni 2019, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref>

    Kritik

    2010 warf die Umweltschutzorganisation Robin Wood der Handelskette vor, dass auch zwei Bücher ihres Angebotes Fasern aus Mangrovenholz enthielten.<ref>Dr. Rudolf Fenner, Waldreferat: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Offener Brief: Mangrovenholzfasern in Büchern des Tandem-Verlags. (Memento vom 20. August 2016 im Internet Archive) In: Robin Wood, 16. November 2010, (PDF; 2 S., 26 kB).</ref> Im Mai 2004 verkaufte Aldi in einer Sonderaktion Gartenmöbel aus indonesischem Meranti-Holz.<ref>Stephan Zimprich: Umwelt: Aldi auf dem Holzweg. In: Spiegel Online, 20. Mai 2004.</ref> Aufgrund von Protesten von Umweltorganisationen und einzelnen Aktivisten, die Aldi aufforderten, sich nicht an der Zerstörung der letzten indonesischen Tropenwälder zu bereichern, erklärte Aldi, in Zukunft nur noch Artikel aus Holz mit FSC-Siegel vermarkten zu wollen.<ref>Pressemitteilung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ALDI will auf Tropenholz aus Raubbau verzichten: ROBIN WOOD-Protestaktionen bringen Discounter zum Umdenken. (Memento vom 10. November 2012 im Internet Archive) In: Robin Wood, 26. Mai 2004.</ref><ref>Aldi: Verzichten auf Raubbau-Holz. In: taz. die tageszeitung. 27. Mai 2004, S.  8 (taz.de – Wirtschaft und Umwelt).</ref>

    Im April 2008 stand Aldi Nord in der Kritik, weil jährlich 120.000 Euro an die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) geflossen sind. Das Unternehmen räumte diese Zahlungen ein.<ref>Verdeckte Zahlungen: Aldi Nord förderte AUB Die Betriebsräte. In: n-tv. 6. April 2008, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref> Viele Aldi-Nord-Regionalgesellschaften sind Mitglied in der AUB, die den Arbeitgebern nahesteht. 2011 zahlte Aldi Nord eine Strafe von 50.000 Euro, damit die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren einstellt.<ref>AUB-Verfahren: Aldi zahlt 50.000 Euro. In: n-tv. 7. Mai 2011, abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref> Durch die Schließung der Regionalzentren in Bad Laasphe, Horst und Wittstock verloren Ende 2021 die letzten Betriebsräte, die der Gewerkschaft ver.di angehören, ihren Status.<ref name="publik" />

    Dem Unternehmen wird vorgeworfen, zwischen 1968 und 1989 von Zwangsarbeit in der DDR profitiert zu haben. So sollen etwa Damenstrumpfhosen, die von politisch Gefangenen unter Zwang produziert wurden, über Zwischenhändler besonders günstig an Aldi verkauft worden sein. Aldi gab an, erst 2013 davon erfahren zu haben und schrieb 2014 in einer Stellungnahme, wegen des „großen zeitlichen Abstands zu den Vorkommnissen ist es Aldi Nord und Aldi Süd nicht möglich, die Details in dem Umfang aufzubereiten“. Fachleute sahen darin „eine Flucht aus der Verantwortung“, da umfangreiche Archive zur Verfügung stünden.<ref>Zwangsarbeit in der DDR: Aldi und die Strumpfhosen zum Kampfpreis - WELT. Abgerufen am 15. November 2025.</ref>

    Kritik erhielt auch die Grundwasserentnahme des Tochterunternehmens Altmühltaler Getränke in Treuchtlingen. Alle Brunnen im Stadtgebiet sind in privater Hand; das daraus entnommene Wasser steht der Bevölkerung nicht zur Verfügung, die ihr Wasser gegen hohe Gebühren per Fernleitung aus dem 50 Kilometer südlich gelegenen Donau-Lech-Mündungsgebiet beziehen muss. Private Unternehmen, insbesondere Altmühltaler Getränke, können das örtliche Grundwasser jedoch kostenfrei entnehmen. Der Getränkehersteller alleine entnimmt dabei so viel Wasser wie die gesamte Stadtbevölkerung insgesamt verbraucht. Gegen diese Wasserprivatisierung gründete sich eine örtliche Bürgerinitiative, die erreichen möchte, dass Aldi das entnommene Wasser bezahlt.<ref>Minderalwasser: Sprudelnde Geschäfte, Süddeutsche Zeitung vom 22. September 2025; Zugriff am 11. März 2026</ref><ref>Getränkehersteller vs. Bürger: Debatte ums Treuchtlinger Wasser, BR24 vom 14. Oktober 2025; Zugriff am 11. März 2026</ref>

    Siehe auch

    Literatur

    – chronologisch –

    • Hans Otto Eglau: Karl und Theo Albrecht. Die Discounter von der Ruhr. In: Ders.: Die Kasse muß stimmen. So hatten sie Erfolg im Handel. Econ, Düsseldorf 1972, S. 105–120.
    • Hannes Hintermeier: Die Aldi-Welt. Nachforschungen im Reich der Discount-Milliardäre. Goldmann, München 2000, ISBN 3-442-15063-9.
    • Dieter Brandes: Die 11 Geheimnisse des ALDI-Erfolgs. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37294-0, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..
    • Wolfgang Fritz: Die Aldisierung der Gesellschaft – Eine ökonomische Perspektive. Institut für Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität, Braunschweig 2005, ISBN 3-933628-60-1.
    • Eberhard Fedtke: ALDI-Geschichten. Ein Gesellschafter erinnert sich. Mit Zeichnungen von Philipp Heinisch. NWB-Verlag, Herne 2012, ISBN 978-3-482-63731-5, Einführung (PDF; 1,8 MB), Besprechung:<ref>Kirsten Ludowig: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ex-Geschäftsführer berichtet. Wie Aldi-Gründer Theo sein Imperium regierte. (Memento vom 21. Dezember 2014 im Internet Archive). In: Handelsblatt, 5. Dezember 2011.</ref>
    • Andreas Straub: Einfach billig. Ein ehemaliger Manager packt aus. Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-499-62959-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.), Besprechung:<ref>Besprechung von Susanne Amann und Janko Tietz: Konzern im Kontrollrausch. In: Der Spiegel, 30. April 2012, Nr. 18, S. 62–71, Titelgeschichte: Ausgepackt. Aldi-Insider über die skrupellosen Praktiken des Konzerns; als PDF; 10 S., 2 MB.</ref>
    • Silke Gronwald, Rolf-Herbert Peters und Michael Streck: Die Masse macht's – 100 Jahre Aldi. Eine deutsche Konsum-Geschichte. In: stern, 4. April 2013, Nr. 15, S. 76–87 (Titelgeschichte) und als Audiodatei der DZB, 30:52 Min.
    • Martin Kuhna: Die Albrechts: Auf den Spuren der ALDI-Unternehmer. Redline Verlag, München 2015, ISBN 978-3-86881-572-6, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..
    • Guido Knopp: Schampus für alle. ALDI – eine deutsche Geschichte. Fischer Krüger, Frankfurt am Main 2021, ISBN 978-3-8105-3078-3 (in Zusammenarbeit mit Mario Sporn).

    Dokumentarfilme

    Ausstellung

    Weblinks

    Commons: ALDI – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references responsive=""> <ref name="Aldi-Bilanz 2010: Gewinnsprung im Norden"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aldi-Bilanz 2010: Gewinnsprung im Norden. (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) In: mediatribune.de, 26. Juni 2012. </ref> <ref name="Ruhrrevue Aldi"> na: Ruhr-Familien: Die Brüder Albrecht. In: WAZ / Ruhr Revue. 12. September 2009, abgerufen am 28. Februar 2017. </ref> <ref name="Konsequent einfach"> Dieter Brandes: Konsequent einfach: die ALDI-Erfolgsstory. Campus, Frankfurt 1999, ISBN 3-593-35904-9. </ref> <ref name="Bundeskartellamt"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschluss B2 – 359/07. (Memento vom 17. August 2011 im Internet Archive) In: Bundeskartellamt, 2. Juli 2008, S. 23, Fn. 20, (PDF; 248 kB) </ref> <ref name="Aldi-Check"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Aldi-Check. (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive) In: WDR, 22. August 2011. </ref> <ref name="Hofer Daten Fakten"> Daten und Fakten von Hofer. In: hofer.at </ref> <ref name="Welt 2010-12-21"> AP/dma: Aldi steigt groß ins Bäckerei-Geschäft ein. In: Die Welt, 21. Dezember 2010. </ref> <ref name="n-tv 2010-07-19"> Brötchen weder frisch noch Vollkorn: Bäcker klagen gegen Aldi. In: n-tv, 19. Juli 2010. </ref> <ref name="Süddeutsche 2010-07-19"> AFP/stl/pak: Bäcker verklagen Aldi: Das Brötchen des Anstoßes. In: Süddeutsche Zeitung, 19. Juli 2010. </ref> <ref name="Lebensmittelzeitung 2008-04-23"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. In: Lebensmittel Zeitung, 23. April 2008. </ref> <ref name="BDV 2008-04-21"> Pressemitteilung: Discounter gibt auf – Protest des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute erfolgreich. In: BDV, 21. April 2008. </ref> <ref name="Spiegel 2010-08-02"> Susanne Amann und Janko Tietz: Handel: Geheimnisse eines Clans. In: Der Spiegel, 2. August 2010, Nr. 31, S. 66. </ref> <ref name="taz 2011-05-30"> René Martens: Aldi spart an Anzeigen: Billiger geht immer. In: Die Tageszeitung, 30. Mai 2011. </ref> <ref name="SPON 2007-07-04"> Konrad Lischka: 30 Jahre Barcode: Diese 13 Ziffern ordnen die Welt. In: Spiegel Online, 4. Juli 2007. </ref> <ref name="Zeit 2003-10-09"> Burkhard Strassmann: Kassenschlager: Kassensturz. In: Die Zeit, 9. Oktober 2003, Nr. 42. </ref> <ref name="EAN Code"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />EAN Code (Memento vom 1. April 2015 im Internet Archive). In: at-mix.de </ref> <ref name="Lebensmittelzeitung 2005-07-21"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. In: Lebensmittel Zeitung, 21. Juli 2005. </ref> <ref name="Dänemark"> Philip Fabian: Aldi macht in Dänemark dicht. In: bild.de. 9. Dezember 2022, abgerufen am 9. Dezember 2022. </ref> </references>

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