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Deutscher Tierschutzbund

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Deutscher Tierschutzbund
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Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Vorsitz Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Geschäftsführung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz Jahresbericht 2023:<ref>https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/transparenz/finanzen, dort Jahresbericht 2023</ref><ref>https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutscher_Tierschutzbund_Einnahmen_und_Ausgaben_2023.pdf</ref>

Mitgliedsbeiträge, Spenden, Nachlässe, sonstige Zuwendungen: ca. 20,6 Mio. Euro Programmausgaben, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Verwaltung: ca. 20,4 Mio. Euro

Stiftungskapital Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Beschäftigte Jahresbericht 2023: 205
Freiwillige 0
Mitglieder Jahresbericht 2023: 785 rechtlich eigenständige Tierschutzvereine mit mehr als 800.000 Mitgliedern<ref>https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten/vision-mission</ref>
Website Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Datei:Bundesgeschäftsstelle-Deutscher-Tierschutzbund-Bonn.jpg
Bundesgeschäftsstelle Deutscher Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund e. V. wurde im Jahre 1881 als Dachorganisation der Tierschutzvereine und Tierheime in Deutschland gegründet mit Sitz in Bonn. Er verfolgt den Tierschutzgedanken und setzt sich gegen den Missbrauch von Tieren ein.

Geschichte

Der erste deutsche Tierschutzverein wurde im Dezember 1837 von dem evangelischen Pfarrer Albert Knapp in Stuttgart gegründet. In rascher Folge entstanden entsprechende Vereine im Gebiet des übrigen Deutschen Bundes. 1881 (nach anderen Angaben 1884<ref>Satzung des Verbandes der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches e. V. (Otto Hartmann-Bund), gegründet am 24. September 1884. Ausgabe 1930.</ref>) wurde der „Verband der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches“ gegründet, der als Dachverband und »Zentralorgan« der deutschen Tierschutzvereine, auch im Ausland, dienen sollte. Der Verband konnte bis 1913 immerhin 222 der 413 deutschen Tierschutzvereine als korporative Mitglieder gewinnen.<ref>Herwig Grimm, Carola Otterstedt: Das Tier an sich: Disziplinenübergreifende Perspektiven für neue Wege im wissenschaftsbasierten Tierschutz. ISBN 978-3-525-40447-8</ref> Von seiner Gründung bis zu seinem Tod 1927 war der Kölner Kaufmann Otto Hartmann Vorsitzender. Der Verband bezeichnete sich zeitweise auch als „Otto Hartmann-Bund“.

Im Reichsstrafgesetzbuch vom 15. Mai 1871 (§ 360 Nr. 13) wurde nur als Übertretung mit Strafe bedroht, wer „öffentlich oder in Ärgernis erregender Weise Tiere boshaft quält oder misshandelt.“ Geschützt wurde also nur das Empfinden der Menschen, nicht das Tier an sich. Die Tierschutzvereine forderten daher eine weitere Verstärkung des Tierschutzes und insbesondere auch eines Verbots der Vivisektion. 1885 wurden in Preußen mit dem „Gossler-Erlass“ die vorhandenen Bestimmungen zur Vivisektion neu formuliert und moderat verschärft. Erst 1930 kam es mit dem sogenannten „Grimme-Erlass“ des preußischen Innenminister Adolf Grimme zu einer weiteren Verschärfung der Vorschriften, die aber dem Verband der Tierschutzvereine bei weitem nicht genügte.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde am 24. November 1933 das Reichstierschutzgesetz verabschiedet, das wesentlich durch die Vorarbeiten der deutschen Tierschutzvereine geprägt war. Es gehörte zu den zentralen frühen Gesetzgebungsmaßnahmen der Anfangszeit des Regimes und wurde auch intensiv propagandistisch begleitet. Tierschutz wurde von den Verbandsvertretern teilweise antisemitisch (vgl. Schächten) und biologistisch begründet, was zu einer ideologischen Nähe des nun als „Reichstierschutzbund“<ref>Camillo Schaufuß: Der Verband der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches. Kurzer Abriß der Geschichte des Tierschutzes und des Deutschen Reichstierschutzes vom 24. Nov. 1933.</ref> bezeichneten Verbandes zu den Nationalsozialisten führte.<ref> Edeltraud Klueting: Die gesetzlichen Regelungen der nationalsozialistischen Reichsregierung für den Tierschutz, den Naturschutz und den Umweltschutz. In: Joachim Radkau, Frank Uekötter (Hg.): Naturschutz und Nationalsozialismus, Frankfurt/New York (Campus Verlag) 2003, S. 104f.</ref> Ab 1938 war der Reichstierschutzbund gesetzliche Spitzenvertretung des Deutschen Tierschutzes, der Leiter des Reichstierschutzbundes musste Vereinsgründungen auf lokaler Ebene bewilligen.<ref>Reichs-Gesetzblatt - Band 1, Teil 2, Seite 1004.</ref> 1945 wurde der Reichstierschutzbund aufgelöst.

Der Deutsche Tierschutzbund e. V. in seiner heutigen Form wurde dann 1948 gegründet. Auf personeller Ebene blieb man dabei dem Vorgänger Reichstierschutzbund verbunden.<ref>Madeleine Martin: Die Entwicklung des Tierschutzes und seiner Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und dem deutschsprachigen Ausland. Dissertation. Freie Universität Berlin, 1989, S. 30.</ref> Tierschutz wurde auf Basis einer moralischen Verpflichtung im Hinblick auf das menschliche Gegenüber betrieben. Mit dem Aufkommen der Tierrechtsbewegung in Deutschland bildeten sich daher seit den 1980er Jahren zahlreiche neue Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen, die teilweise einen deutlich radikaleren Ansatz in Bezug auf Tierrechte haben.<ref>Mieke Roscher: Tierschutz- und Tierrechtsbewegung - ein historischer Abriss. Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), 9–10/2012. Online</ref>

Vision, Aufgaben und Ziele

Seine Vision fasst der Verband so zusammen:<ref name="vision-mission">Vision & Mission des Deutschen Tierschutzbundes. Deutscher Tierschutzbund, abgerufen am 20. August 2024.</ref>

„Eine Gesellschaft, die alle Tiere als Mitgeschöpfe achtet, ihnen Mitgefühl und Respekt entgegenbringt und sie vor Leiden, Schmerzen und Angst bewahrt; die auch frei lebende Tiere als Individuen anerkennt und ihre natürlichen Lebensgrundlagen schützt.“

Hauptaufgaben sind die Pflege und Förderung des Tier- und Naturschutzgedankens, die Fortentwicklung des nationalen und internationalen Tier- und Naturschutzrechtes und die tierschutzgerechte Weiterentwicklung von Wissenschaft und Forschung. Weitere Aufgaben und Ziele finden sich in der Satzung des Deutschen Tierschutzbundes.<ref>Satzung des Deutschen Tierschutzbundes e. V. Abgerufen am 23. März 2018.</ref> Ein Schwerpunkt der Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes ist der kontinuierliche Lobbyismus. Inhaltlich gesehen fordert der Deutsche Tierschutzbund Alternativen zur industrialisierten Massentierhaltung, wirbt für eine artgerechte Haltung von Tieren in der Landwirtschaft, Haustieren und Wildtieren.

Mit dem zweistufigen Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Verbandes werden Produkte tierischen Ursprungs gekennzeichnet. Seit Anfang 2013 ist das Tierschutzlabel auf dem Markt und inzwischen sind Schweinefleisch- und Hühnerfleisch-Produkte sowie Eier und Milchprodukte mit dem Tierschutzlabel im Handel erhältlich.<ref>SWR vom 19. Januar 2017: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Label für Fleisch - Wie lässt sich Tierschutz messen? (Memento vom 28. März 2018 im Internet Archive)</ref><ref>Bayerischer Rundfunk vom 23. Januar 2014: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tiergerechte Haltung - Beobachtungen in Ställen und an Verkaufstheken (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)</ref>

Rückblickend schreibt sich der Deutsche Tierschutzbund aufgrund seiner Aktivitäten folgende rechtliche Veränderungen als seine Erfolge in Deutschland und in der EU zu:

Der Verband ist vernetzt mit verschiedenen Partnerorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene. So ist er Mitglied im Deutschen Naturschutzring.

Struktureller Aufbau

Präsident seit 2011 ist Thomas Schröder. Sein Vorgänger war Wolfgang Apel, der von 1993 bis 2011 Präsident war und von 2011 bis zu seinem Tod 2017 das Amt des Ehrenpräsidenten innehatte.

Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Bonn. Bei ihr sind unter anderem die Mitgliederbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Findefix, das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes angesiedelt. Mit 785 angeschlossenen örtlichen Tierschutzvereinen in 16 Landesverbänden und 556 vereinseigenen Tierheimen (Stand: 31. Dezember 2023)<ref>https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/transparenz/finanzen, dort Jahresbericht 2023</ref> vertritt der Verband mehr als 800.000 Tierschützer.<ref name="vision-mission"/>

Um stärker auf die Tierschutzpolitik Einfluss zu nehmen, besitzt der Verein seit 2008 zusätzlich ein Büro in Berlin und seit 2022 ein EU-Büro in Brüssel.

Datei:Eingang Tier- Natur- und Jugendzentrum Weidefeld.jpg
Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld

Der Verein unterhält mehrere Tierschutzzentren. Dazu gehört das Tierschutzzentrum Weidefeld bei Kappeln in Schleswig-Holstein (Lage)

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  }}, dessen Mitarbeiter sich unter anderem um nicht artgerecht gehaltene Tiere und um in Not geratene Wildtiere kümmern. Diesbezüglich unterhält er verschiedene Auffangeinrichtungen wie das Lissi-Lüdemann-Haus für notleidende und hilfsbedürftige Hunde. Dem Tierschutzzentrum Weidefeld angeschlossen ist das Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum auf Sylt mit beispielsweise einer Erstaufnahmestation für verletzte oder verölte Seevögel und einem Informationszentrum für Tier- und Artenschutz.<ref>https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten/einrichtungen/tierschutzzentrum-weidefeld/</ref>

Weiteres Tierschutzzentrum ist der Sonnenhof in Rottenbuch in Bayern. Er bietet alten Seniorenhunden, aber auch ganz jungen Hunden einen besonderen Zufluchtsort. Mit seinem Konzept „Senioren für Senioren“ und einer Welpen-Auffangstation vereint die Einrichtung des Deutschen Tierschutzbundes zwei wichtige Vorhaben unter einem Dach.<ref>https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten/einrichtungen/sonnenhof/</ref> Er wurde lange Zeit als Partnerprojekt unterstützt und ist seit 2022 eine eigene Einrichtung.

Als weiteres Tierschutzzentrum unterhält der Verein seit 2005 in Odessa (Ukraine) ein Tierschutz- und Kastrationszentrum für Straßenhunde und Straßenkatzen, das in Osteuropa Modellcharakter genießt.<ref><https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten/einrichtungen/tierschutzzentrum-odessa-ukraine/</ref>

Grundlagen der Tierschutzarbeit bearbeitet die Akademie für Tierschutz in Neubiberg bei München. Die Personalausgaben der Akademie sind der größte Posten bei den Personalausgaben des Deutschen Tierschutzbundes.<ref>Nach Jahresbericht 2022: Ca. 2.958.000 Euro, fast ein Drittel der Personalausgaben im ideellen Bereich (ohne wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb und Vermögensverwaltung). Verwaltung: ca. 831.000 Euro, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit: ca. 1.075.000 Euro, Kampagnen, Bildungs- und Aufklärungsarbeit: ca. 1.021.000 Euro, Haustierregister, Beratung, Kinder- und Jugendtierschutz, Katastrophenschutz, Fachreferate, Projektkoordination etc.: ca. 2.565.000 Euro. Der Jahresbericht 2023 ist nach den Vorgaben des Deutschen Spendenrats umgestellt, die Ausgaben für die einzelnen Bereiche sind dort nicht mehr dargestellt. S. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tierschutzbund_Jahresbericht_2022_Einnahmen_und_Ausgaben.pdf </ref> Sie beheimatet Fachreferate für die Bereiche tierversuchsfreie Wissenschaft, Tiere in der Landwirtschaft, Heimtiere, Wildtiere, interdisziplinäre Themen, eine Rechts-, und eine Seminarabteilung. Sie stellt ein Zellkulturlabor zur Verfügung, um Methoden zur Abschaffung von Tierversuchen zu entwickeln.<ref>https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten/einrichtungen/akademie-fuer-tierschutz</ref>

Finanzierung

Der Deutsche Tierschutzbund finanziert seine als gemeinnützig anerkannte Arbeit aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Nachlässen, Zuwendungen, und Kapitalerträgen. Dabei machen die Mitgliedsbeiträge ca. 1 % der Einnahmen aus<ref>https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutscher_Tierschutzbund_Einnahmen_und_Ausgaben_2023.pdf</ref>. Er erhält keine staatliche Unterstützung. Er ist Gründungsmitglied im Deutschen Spendenrat und hat sich im Rahmen dieser Mitgliedschaft zur transparenten Mittelverwendung und Einhaltung ethischer Standards in der Spendenwerbung verpflichtet.

Tierschutzjugend

Die Tierschutzjugend ist die Jugendorganisation des Deutschen Tierschutzbundes. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche, die sich für den Tierschutz interessieren und aktiv einsetzen möchten. Ziel der Tierschutzjugend ist es, junge Menschen für die Belange des Tierschutzes zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten zu bieten, sich praktisch zu engagieren.<ref>Tierschutz für Kinder und Jugendliche. Abgerufen am 12. April 2025.</ref>

Die Tierschutzjugend bietet unter anderem:

  • Jugendgruppen: In lokalen Tierschutz-Jugendgruppen können sich Kinder und Jugendliche regelmäßig treffen, um gemeinsam Projekte zu realisieren, Tiere zu betreuen und sich über Tierschutzthemen auszutauschen.
  • Bildungsmaterialien: Mit altersgerechten Informationsmaterialien vermittelt die Tierschutzjugend Wissen über Tiere und deren Schutz.
  • Veranstaltungen und Seminare: Tierschutzvereine und Landestierschutzverbände bieten Workshops, Seminare und Ferienangebote an, um Wissen zu vertiefen und praktische Fähigkeiten im Tierschutz zu fördern.

Die Akademie für Tierschutz vergibt zur Erinnerung an Adolf Hempel, der das Grundstück für die Akademie dem Tierschutzbund testamentarisch überlassen hat, alle zwei Jahre den Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis, um junge Tierschützer für ihr Engagement auszuzeichnen.<ref>Akademie für Tierschutz (PDF; 1,3 MB), dort Seite 10: Zur Geschichte der Akademie.</ref>

Weblinks

Commons: Deutscher Tierschutzbund – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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