Zum Inhalt springen

Landkreis Anklam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 18:41 Uhr durch imported>Khatschaturjan (Preußen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Landkreis Anklam, ursprünglich Kreis Anklam, war ein Landkreis in Vorpommern, der in seiner historischen Form bis zur Verwaltungsreform in der DDR von 1952 bestand. Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Der Landkreis gehörte bis 1945 zu Preußen, dann zur SBZ und seit 1949 zur DDR. Kreisstadt war die an der Peene gelegene Stadt Anklam.

Geschichte

Preußen

Datei:Kreis Anklam 1794.jpg
Der Kreis Anklam bis 1818.

Altvorpommern, das 1720 an Preußen gefallen war, war im 18. Jahrhundert in die fünf Kreise Anklam, Demmin, Randow, Usedom und Wollin gegliedert.<ref>O. Hintze: Denkmäler der Preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert. Behördenorganisation und allgemeine Staatsverwaltung. In: Königliche Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Band VI-Erste Hälfte: Einleitende Darstellung der Behördenorganisation und allgemeinen Verwaltung in Preußen beim Regierungsantritt Friedrichs II. Paul Parey, Berlin 1901, Kap. Pommern, Kreisverfassung, S. 393 (Digitalisat).</ref><ref>Fritz Curschmann, Ernst Rubow: Pommersche Kreiskarte Blatt 1. Die pommerschen Kreise vor und nach 1818. In: Landesgeschichtliche Forschungsstelle der Provinz Pommern (Hrsg.): Historischer Atlas von Pommern. 1935 (Digitalisat).</ref> Zum Kreis Anklam gehörten damals die Städte Anklam, Jarmen, Neuwarp und Ueckermünde, die sechs königlichen Ämter Klempenow, Königsholland, Spantekow, Stolpe, Torgelow und Ueckermünde sowie zahlreiche adlige Güter.<ref>Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Schwickertscher Verlag, Leipzig 1793, Kap. Preußisch Vorpommern, S. 349 (Digitalisat).</ref> Bei der Kreisreform von 1818 im Regierungsbezirk Stettin wurde die Abgrenzung des Kreises Anklam verändert:<ref>Amtsblatt der Königlichen Preußischen Regierung zu Stettin: Verordnung zur neuen Kreiseintheilung vom 18. Januar 1818. Nr. 4, 1818, S. 37 (Digitalisat).</ref><ref>Ortschafts-Verzeichniß des Regierungs-Bezirks Stettin nach der neuen Kreis-Eintheilung. ca. 1818. Struck, Stettin (Digitalisat).</ref>

  • Die Stadt Jarmen, das Amt Klempenow und einige weitere Dörfer kamen zum Kreis Demmin.
  • Die Städte Neuwarp und Ueckermünde sowie die Ämter Königsholland, Torgelow und Ueckermünde kamen zum neuen Kreis Ueckermünde
  • Zum Kreis Anklam hinzu kam die Anklamer Vorstadt Peendamm, die am Nordufer der Peene lag und dadurch zu Neuvorpommern gehört hatte.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und seit dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Der Kreis umfasste 1871 die Stadt Anklam sowie 54 Landgemeinden und 57 Gutsbezirke.<ref name="vz1871" />
1906 wurde das noch bestehende Landratsamtgebäude in Anklam, Demminer Straße 71–74, gebaut.

Datei:Pommern Kr Anklam.png
Der Kreis Anklam von 1818 bis 1950

Zum 30. September 1928 fand im Kreis Anklam wie im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.<ref>Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Stettin 1928. Sonderbeilage zu Stück 40, Stettin 1928. (Digitalisat)</ref> Zwischen 1935 und 1938 wurden die Gemeinden des Landkreises außer der Stadt Anklam zu den acht Großgemeinden Boldekow, Borckenfriede, Bugewitz, Ducherow, Krien, Medow, Pelsin und Spantekow zusammengeschlossen.<ref name="demand" /> Diese Großgemeinden umfassten ungefähr die Gebiete der damaligen Amtsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Sowjetische Besatzungszone / DDR

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und Teil der Sowjetischen Besatzungszone, in der der nunmehr Landkreis Anklam genannte Kreis zum Land Mecklenburg (bis 1947 Mecklenburg-Vorpommern) gehörte. Die in den 1930er Jahren gebildeten Großgemeinden wurden zum 1. August 1946 wieder aufgelöst und der Landkreis wurde neben der Stadt Anklam wieder in traditionelle Gemeinden gegliedert.<ref name="genwiki">Landkreis Anklam im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref>

Am 1. Juli 1950 wechselten die Stadt Lassan sowie die Gemeinden Buggenhagen, Groß Polzin, Klein Bünzow, Klotzow, Murchin, Pamitz, Pinnow, Pulow, Rubkow, Salchow, Wahlendow, Wehrland und Ziethen aus dem Landkreis Greifswald in den Landkreis Anklam.<ref name="genwiki" />

In der DDR fand am 25. Juli 1952 eine große Verwaltungsreform statt, bei der die fünf Länder aufgelöst und durch 14 Bezirke sowie die meisten Landkreise durch kleinere Kreise ersetzt wurden. Dabei wurde auch der alte Landkreis Anklam aufgelöst:<ref name="genwiki" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1797 34.436 <ref>Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten. Die statistische Ansicht und Specialstatistik von Mitteleuropa. Vieweg, Braunschweig 1805, S. 43 (Digitalisat).</ref>
1816 30.856 <ref>Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Stettin, S. 223 (Digitalisat).</ref>
1846 27.708 <ref>Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Mittheilungen des Statistischen Bureau's in Berlin. Band 2. Einwohnerzahlen der Kreise. S. 315 (Digitalisat).</ref>
1871 30.331 <ref name="vz1871">Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung 1871. Berlin 1873. (PDF-Digitalisat)</ref>
1890 30.689 <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1900 32.693 <ref name="demand" />
1910 34.084 <ref name="demand" />
1925 35.787 <ref name="demand" />
1933 35.279 <ref name="demand" />
1939 39.335 <ref name="demand" />
1946 53.714 <ref name="vz1946">Statistische Ämter des Bundes und der Länder-Statistische Bibliothek (Hrsg.): PDF-Volkszählung 1946.</ref>

Die Abgrenzung des Landkreises erfuhr 1818 umfangreiche Änderungen.

Städte und Gemeinden

Stand 1950

Nach der Auflösung der in den 1930er Jahren gebildeten Großgemeinden und vor der Gebietsreform von 1950 in der DDR umfasste der Landkreis Anklam die folgenden Gemeinden:<ref name="genwiki" />

Vor 1939 aufgelöste Gemeinden

Einige Gemeinden, die in den 1930 Teil von Großgemeinden geworden waren, erhielten nach deren Auflösung im Jahre 1946 ihre Selbständigkeit nicht zurück.<ref name="genwiki" />

  • Alt Kosenow, 1928 Jahren mit Neu Kosenow zur Gemeinde Kosenow zusammengeschlossen
  • Alt Sanitz, 1928 mit Neu Sanitz und Blesewitz zur Gemeinde Sanitz zusammengeschlossen
  • Alt Teterin, 1928 mit dem Gutsbezirk Müggenburg zur Gemeinde Teterin zusammengeschlossen
  • Anklamer Fähre, auch nur Fähre, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Pelsin, 1946 zu Gnevezin
  • Borckenfriede, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Borckenfriede, 1946 zu Altwigshagen
  • Brenkenhof, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Medow, 1946 zur Gemeinde Medow
  • Gramzow, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Krien, 1946 zu Krusenfelde
  • Kamp, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Bugewitz, 1946 zu Rosenhagen
  • Kosenow, am 1. Dezember 1935 zur Großgemeinde Ducherow, 1946 zu Neu Kosenow
  • Rubenow, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Boldekow, 1946 zu Borntin
  • Strippow, am 1. April 1937 zur Großgemeinde Spantekow, 1946 zu Neuenkirchen
  • Tramstow, in den 1920er Jahren zu Postlow
Datei:Siegelmarke Landrat Anklam W0387909.jpg
Kreis Anklam: Siegelmarke des Landrates.

Landräte

Kommunalverfassung bis 1945

Der Landkreis Anklam gliederte sich in die Stadt Anklam, in Landgemeinden und – bis zu deren vollständiger Auflösung im Jahre 1928 – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Commons: Landkreis Anklam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Landkreis Anklam Verwaltungsgeschichte und Landratsliste auf Territorial.de (Rolf Jehke-Herdecke), Stand 11. Juli 2013.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein