Waldemar Cierpinski
| Waldemar Cierpinski Vorlage:SportPicto | |||||||||
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Bundesarchiv Bild 183-R0731-0135, Montreal, XXI. Olympiade, Waldemar Cierpinski.jpg
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| Nation | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | ||||||||
| Geburtstag | 3. August 1950 (75 Jahre) | ||||||||
| Geburtsort | Neugattersleben, DDR | ||||||||
| Größe | 170 cm | ||||||||
| Gewicht | 59 kg | ||||||||
| Karriere | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bestleistung | 2:09:55,0 h (Marathon) | ||||||||
| Status | zurückgetreten | ||||||||
| Medaillenspiegel | |||||||||
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| letzte Änderung: 8. März 2018 | |||||||||
Waldemar Cierpinski (* 3. August 1950 in Neugattersleben) ist ein ehemaliger Marathonläufer und Olympiasieger der DDR.
Leben
Cierpinskis Eltern flüchteten Anfang 1945 mit einem Treck aus ihrem Heimatort bei Kobylin (Polen) nach Westen, siedelten sich schließlich in Neugattersleben (Sachsen-Anhalt) an und betrieben Landwirtschaft.<ref>Nach einer Information von Edgar August/Teutschenthal am 5. August 2007, der aus dem gleichen Dorf mit gleichem Treck flüchtete.</ref>
Seit 1965 wohnt Cierpinski in Halle an der Saale. Er ist seit 1990 Inhaber eines Sportartikelgeschäftes in Halle. Seit 1994 führt er ein weiteres in Quedlinburg, das sich derzeit (Stand 2014) im Haus Grünhagen auf dem Markt der Stadt befindet, sowie ein Geschäft in Köthen. Als Mitglied des NOK engagierte er sich für die Olympiabewerbung von Leipzig. Außerdem wirkt er in der Organisation des Mitteldeutschen Marathons zwischen Leipzig und Halle.
1992 tauchten in Halle Listen mit Inoffiziellen Mitarbeitern auf, die den Verdacht nahelegen, dass Cierpinski unter dem Decknamen „Willi“ für das Ministerium für Staatssicherheit tätig war.<ref name="spiegel451993">Stasi: Beichtstuhl für Spitzel. In: Der Spiegel. Nr. 45, 1993, S. 287 ff. (online).</ref> Nach einem Bericht des Spiegels liegt zudem eine von Cierpinski mit Klarnamen unterzeichnete „Schweigeverpflichtung“ vom 26. April 1973 vor.<ref name="spiegel451993" /> Cierpinski bestreitet die Vorwürfe.<ref>Vgl. Thomas Purschke: „Aufbau der sozialistischen Körperkultur“. Der schwierige Umgang mit dem DDR-Sportjournalismus. In: Horch und Guck. 3/2010, S. 28</ref>
Im Rahmen der Aufarbeitung des staatlichen Zwangsdopings in der DDR durch Werner Franke ergab sich, dass Cierpinski möglicherweise gedopt wurde. Sein Name wird in einem Dokument zum staatlichen Doping-Plan der DDR aus dem Jahr 1974 erwähnt.<ref>Doping-Affäre Pippig kein Einzelfall im Distanzlauf: Testosteron macht auch im Marathon Sinn. In: berliner-zeitung.de. 14. Oktober 1998, abgerufen am 27. Juni 2016.</ref><ref>Gare Joyce: Memories of a dirty Olympic marathon. ESPN.com, 25. August 2008, abgerufen am 8. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>http://no-doping.org/wp-content/uploads/2014/05/Ines-26052014.pdf</ref>
Cierpinski ist mit der ehemaligen Mittelstreckenläuferin Maritta Politz verheiratet und Vater dreier Söhne; sein Sohn Falk Cierpinski ist Marathonläufer und Triathlet. 2020 wurde Cierpinski für seine außerordentlichen Leistungen und nationalen sowie internationalen Erfolge bei der Jahrestagung der German Road Races mit dem GRR Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Sportliche Karriere und Erfolge
Waldemar Cierpinski ist einer von bisher drei Athleten – neben Abebe Bikila und Eliud Kipchoge – die zweimal eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen im Marathonlauf gewonnen haben. Er siegte jeweils 1976 in Montreal und 1980 in Moskau. Nach seiner Zielankunft 1980 rief der bekannte Sportreporter des DDR-Fernsehens Heinz Florian Oertel vor Begeisterung:
- „Liebe junge Väter oder angehende, haben Sie Mut! Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar! Waldemar ist da!“
Bei der Schlussfeier 1980 war er Fahnenträger der Mannschaft der DDR.
Zu seinen sportlichen Erfolgen zählen außerdem die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 1983 in Helsinki, ein vierter Platz bei den Europameisterschaften 1978 in Prag, ein sechster Platz bei den Europameisterschaften 1982 in Athen sowie fünf DDR-Meistertitel.
Mit seiner beim Olympiasieg 1976 erzielten persönlichen Bestzeit von 2:09:55 h ist er der sechstschnellste deutsche Marathonläufer.<ref>Herbert Steffny: Ewige deutsche Bestenliste 10.000 Meter, Halbmarathon, Marathon und 100 Kilometerlauf Deutschland. 30. Oktober 2016, abgerufen am 8. April 2026.</ref> 1984 beendete er seine aktive Laufbahn und arbeitete einige Jahre als Trainer in Halle.
Waldemar Cierpinski ist 1,70 m groß und wog zu Wettkampfzeiten 59 kg.
- Platzierungen
- 1976: Olympiasieger in 2:09:55,0 h
- 1978: 4. Platz bei den Europameisterschaften in 2:12:20,0 h
- 1980: Olympiasieger in 2:11:01,0 h
- 1982: 6. Platz bei den Europameisterschaften in 2:17:50,0 h
- 1983: 3. Platz bei den Weltmeisterschaften in 2:10:37,0 h
Cierpinskis Training beinhaltete eine Mischung aus Läufen in drei Geschwindigkeiten<ref>Arnd Krüger: Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997). In: N. Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Czwalina, Hamburg 1998, S. 41–56.</ref> sowie einem erheblichen Anteil an einer bei Marathonläufern eher seltenen Athletik:
Er lief einmal in der Woche 40 km und mehr in eher ruhigem Tempo, machte Wiederholungsläufe über 1000 Meter in der geplanten Renngeschwindigkeit sowie ein Intervalltraining über 400 Meter in einer deutlich über dem Renntempo liegenden Geschwindigkeit.<ref>Waldemar Cierpinski. In: Runner's World. 1. Juni 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. März 2013; abgerufen am 8. April 2026.</ref>
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1976: Vaterländischer Verdienstorden in Silber<ref>Von der Ehrung für die Olympiamannschaft der DDR. Hohe staatliche Auszeichnungen verliehen. Vaterländischer Verdienstorden in Silber. (pdf) In: Neues Deutschland. ZEFYS Zeitungsportal der Staatsbibliothek zu Berlin, 10. September 1976, S. 4, abgerufen am 10. April 2024 (kostenfreie Anmeldung erforderlich).</ref>
- 1980: Vaterländischer Verdienstorden in Gold
- 1984: Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
Film
1986 entstand bei der DEFA unter der Regie von Volker Steinkopff der 19-minütige Kino-Dokumentarfilm Der letzte Marathon, der Cierpinski porträtiert.<ref>Der letzte Marathon (in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung). DEFA-Stiftung, abgerufen am 1. März 2025.</ref>
Literatur
- Waldemar Cierpinski & Volker Kluge: Meilenweit bis Marathon. 3. ergänzte Auflage. Sportverlag, Berlin (Ost) 1989, ISBN 3-328-00365-7.
- Cierpinski, Waldemar. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
- Karl-Heinz Keldungs: Waldemar Cierpinski. In: ders.: Die deutsche Leichtathletik in 100 Porträts von Hanns Braun bis Malaika Mihambo. Arete Verlag Christian Becker, Hildesheim 2022, ISBN 978-3-96423-081-2, S. 30–32.
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>
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Vorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Datei:State Flag of Greece (1863-1924 and 1935-1973).svg Spyridon Louis | 1900: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Michel Théato | 1904: Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Thomas Hicks | Zwischenspiele 1906: Datei:Canadian Red Ensign (1868-1921).svg Billy Sherring | 1908: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg John Hayes | 1912: Datei:Flag of the United Kingdom.svg Ken McArthur | 1920: Datei:Flag of Finland icon.svg Hannes Kolehmainen | 1924: Datei:Flag of Finland icon.svg Albin Stenroos | 1928: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Boughéra El Ouafi | 1932: Datei:Flag of Argentina.svg Juan Carlos Zabala | 1936: Japan Son Kitei | 1948: Datei:Flag of Argentina.svg Delfo Cabrera | 1952: Datei:Flag of the Czech Republic.svg Emil Zátopek | 1956: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Alain Mimoun | 1960: Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1964: Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1968: Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Mamo Wolde | 1972: Vereinigte Staaten Frank Shorter | 1976: Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1980: Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1984: Portugal Carlos Lopes | 1988: Vorlage:ITA-1946 Gelindo Bordin | 1992: Vorlage:KOR-1984 Hwang Young-cho | 1996: Datei:Flag of South Africa.svg Josia Thugwane | 2000: Datei:Flag of Ethiopia (1996-2009).svg Gezahegne Abera | 2004: Vorlage:ITA-2003 Stefano Baldini | 2008: Datei:Flag of Kenya.svg Samuel Kamau Wanjiru | 2012: Datei:Flag of Uganda.svg Stephen Kiprotich | 2016: Datei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2020: Datei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2024: Datei:Flag of Ethiopia.svg Tamirat Tola
Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
1953–61: Täve Schur | 1962: Helmut Recknagel | 1963: Klaus Ampler | 1964: Klaus Urbanczyk | 1965: Jürgen May | 1966: Frank Wiegand | 1967–71: Roland Matthes | 1972: Wolfgang Nordwig | 1973: Roland Matthes | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1975: Roland Matthes | 1976: Waldemar Cierpinski | 1977: Rolf Beilschmidt | 1978: Udo Beyer | 1979: Bernd Drogan | 1980: Waldemar Cierpinski | 1981: Lothar Thoms | 1982: Bernd Drogan | 1983: Uwe Raab | 1984: Uwe Hohn | 1985: Jens Weißflog | 1986: Olaf Ludwig | 1987: Torsten Voss | 1988: Olaf Ludwig | 1989: Andreas Wecker
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cierpinski, Waldemar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Marathonläufer und Olympiasieger |
| GEBURTSDATUM | 3. August 1950 |
| GEBURTSORT | Neugattersleben |
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- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1976
- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1980
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