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Moitzfeld

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Moitzfeld
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4491)&title=Moitzfeld 50° 58′ N, 7° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4491) 50° 58′ 0″ N, 7° 11′ 0″ O
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Höhe: 215 (187–225) m
Fläche: 7,9 km²
Einwohner: 4491 (31. Dez. 2025)<ref>Entwicklung – Stadt Bergisch Gladbach. Abgerufen am 22. Februar 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 568 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Eingemeindet nach: Bergisch Gladbach
Postleitzahl: 51429
Vorwahl: 02204
Lage von Moitzfeld in Bergisch Gladbach
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Moitzfeld (gesprochen [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈmoːtsfɛlt] mit Dehnungs-i) ist der Name eines Stadtteils und einer Straße in Bergisch Gladbach. Der Stadtteil gehört unter Nr. 55 zum Statistik-Bezirk 5 der Stadt.<ref>Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, Bergisch Gladbach 1995, S. 348ff., ISBN 3-9804448-0-5.</ref>

Geographie

Moitzfeld liegt im Südosten der Stadt Bergisch Gladbach und grenzt an die Stadtteile Bensberg, Sand, Herkenrath, Bärbroich und Bockenberg, sowie im Südosten und Süden an Overath.

Sand Herkenrath, Bärbroich Bärbroich
Bensberg, Bockenberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Overath
Bockenberg Overath Overath

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Name

Hinsichtlich des Siedlungsnamens „Moitzfeld“ liegen verschiedene Deutungsansätze vor. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich das Bestimmungswort aus „Mutz“ oder „Mutze“ gebildet haben könnte. Dabei handelt es sich um die mundartliche Bezeichnung des Hartriegels, der als Ziegenfutter besonders geschätzt wurde. Demnach bezog sich „Moitzfeld“ auf eine mit Hartriegel bewachsene Fläche. Nach einer weniger wahrscheinlichen Deutung ist „Moitzfeld“ aus „Moritz-“ oder „Modesfeld“ hervorgegangen, wodurch sich eine Herleitung aus den Personennamen „Moritz“ oder „Mori“ ergäbe.<ref name="Schulte" details="S. 363.">Andree Schulte Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, Bergisch Gladbach 1995, ISBN 3-9804448-0-5.</ref> Eine andere Deutung geht auf „Modis Feld“ zurück, das sich auf Modi, den Sohn Thors, bezieht. Modi soll an der Stelle eine Kultstätte gehabt haben.<ref>Friedrich Fischbach: Beiträge zur Mythologie. Teutonia-Verlag, 1906.</ref>

Geschichte

Die früheste nachweisbare Besiedlung in der näheren Umgebung von Moitzfeld ist die Erdenburg, die auf 310 ± 80 v. Chr. datiert wird.<ref>Erdenburg – im Labor untersucht, Wissenschaftler entdeckten: Älter als 2000 Jahre, in: Rheinisch-Bergischer Kalender, 1970, S. 170.</ref>

Der heutige Ort Moitzfeld hat sich aus drei getrennten Siedlungskernen entwickelt, die das Urkataster als „Am untersten Moitzfeld“, „Am mittelsten Moitzfeld“ und „Am obersten Moitzfeld“ entlang des „Weges von Bensberg nach Herkenrath und nach Immekeppel verzeichnet. Die Siedlungsgründung Moitzfeld ist vermutlich auf das Hochmittelalter um 1100 zu datieren und für das Jahr 1550 in der Form „Moisfeld“ belegt. Das im Urkataster verzeichnete Gut „Am obersten Moitzfeld“ ist mit dem Rittergut identisch, das wahrscheinlich durch eine herzogliche Dotation an die Herren von Moitzfeld gelangte. Zum Rittergut Moitzfeld gehörten auch einige Güter in der Freiheit Bensberg, so Hackberg, Bockenberg und Kradenpoel.<ref name=Schulte details="S. 362." /> Auf alten Karten wird der Mittelpunkt von Moitzfeld als „Platz“ bezeichnet. Der Name stammt von dem früheren Gutshof Platz im ehemaligen Mittelmoitzfeld.<ref>Herbert Stahl: Moitzfeld – Durch das Leben, durch das Jahr, Bergisch Gladbach 2009, S. 59, ISBN 3-932326-56-3.</ref> Bis in die 1930er Jahre war Moitzfeld noch eine Doppelortschaft mit dem Namen Platz-Moitzfeld. Auf allgemeinen Wunsch der Einwohner wurde diese Bezeichnung zwischen 1933 und 1940 ausschließlich und alleine auf Moitzfeld geändert.<ref name=Schulte details="S. 365." /> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Freyerhof kategorisiert wurde und mit Motzfeld bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Mosfeld. Aus ihr geht hervor, dass Moitzfeld zu dieser Zeit Teil der Honschaft Bensberg im Kirchspiel Bensberg war.<ref name="Fabricius2">Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898.</ref>

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Moitzfeld politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Ober- und Unter-Moitzfeld und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Unter- und Ober-Moitzfeld verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Moitzfeld verzeichnet.

Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Moitzfeld Teil von Bergisch Gladbach.

Einwohnerentwicklung (ohne Platz/Mittelmoitzfeld)
Jahr Einwohner Wohn-

gebäude

Kategorie Bemerkung
1822<ref name="Mützell">Vorlage:Wörterbuch Preußischer Staat</ref> 12 Bauergut Obermoitzfeld
1822<ref name="Mützell">Vorlage:Wörterbuch Preußischer Staat</ref> 13 Bauergut Untermoitzfeld
1830<ref name="Restorff">Vorlage:Beschreibung Rheinprovinz 1830</ref> 36 Bauerngut Obermoitzfeld
1845<ref>Vorlage:Uebersicht Ortschaften Cöln</ref> 20 2 Bauergüter Obermoitzfeld
1871<ref name="Gemeindelexikon1871">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1871</ref> 38 3 Hofstelle Obermoitzfeld
1871<ref name="Gemeindelexikon1871">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1871</ref> 47 3 Hofstelle Untermoitzfeld
1885<ref name="Gemeindelexikon1885">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> 22 5 Wohnplatz Obermoitzfeld
1885<ref name="Gemeindelexikon1885">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> 68 9 Wohnplatz Untermoitzfeld
1895<ref name="Gemeindelexikon1895">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1895</ref> 70 11 Wohnplatz Obermoitzfeld
1895<ref name="Gemeindelexikon1895">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1895</ref> 64 8 Wohnplatz Untermoitzfeld
1905<ref name="Gemeindelexikon1905">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1905</ref> 151

21

Wohnplatz Moitzfeld

Die relativ kleine Kapellengemeinde Moitzfeld erhielt erst 1920/21 eine provisorische hölzerne Notkirche.<ref>Paul Reinehr: Moitzfeld, Chronik der Kapellengemeinde von 1920–1952 unter Einbeziehung des Orts- und Zeitgeschehens. Moitzfeld 1986</ref> Gleich nach Ende des Zweiten Weltkriegs initiierte der damalige Pfarrer Jakob Holl den Neubau einer Kirche aus Lindlarer Bruchstein. Bereits am 27. Mai 1946 begannen die Ausschachtungsarbeiten von Hand. Am 17. Dezember 1950 erfolgte die Einsegnung der neuen St. Joseph-Kirche. Auch wenn von jetzt an die Gottesdienste hier stattfanden, blieb sie doch noch bis zur endgültigen Fertigstellung eine Baustelle.<ref>Paul Reinehr: St. Josef Moitzfeld, Ein Führer durch die Kirche und ihre Geschichte, Moitzfeld 1982</ref>

Bergbau/Wirtschaft

Wahrscheinlich haben bereits Römer in der Umgebung von Moitzfeld Bergbau betrieben. Sichere Spuren deuten an vielen Stellen auf mittelalterlichen Bergbau hin. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts galt Moitzfeld als ein Zentrum für den industriellen Bergbau. Rings um den Ort herum gab es mehrere größere Bergwerke, die vielen hundert Bergleuten Arbeit gaben. Besonders zu erwähnen sind die Gruben Weiß, Leopold von Buch, Jungfrau, Blücher, Georg Forster, Berzelius und Apfel.<ref>Herbert Stahl: Die Grube Weiß mit ihrer Flotation, den Halden und Klärteichen zu meiner Kinder- und Jugendzeit. In: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heimat zwischen Sülz und Dhünn (Memento vom 18. Juni 2010 im Internet Archive)., Heft 1, 1994</ref><ref>Herbert Stahl (Redaktion), Gerhard Geurts, Herbert Ommer: Das Erbe des Erzes, Die Grube Weiß. Bergisch Gladbach 2003, ISBN 3-00-011243-X</ref><ref>Herbert Stahl (Redaktion), Gerhard Geurts, Herbert Ommer: Das Erbe des Erzes, Band 2, Die Gruben auf den Gangerzlagerstätten im Erzrevier Bensberg. Köln 2004, ISBN 3-00-014668-7</ref> Im TechnologiePark Bergisch Gladbach, der sich auf dem Gelände der ehemaligen Gruben Leopold von Buch und Weiß erstreckt, werden heute 2400 Menschen in 140 Unternehmen beschäftigt.<ref>Technologiepark Moitzfeld feiert ein Comeback, Bürgerportal Bergisch GladbachBilanz und Ausblick: 20 Jahre TechnologiePark Bergisch Gladbach und Rheinisch-Bergisches Technologiezentrum, Pressemitteilung von: TechnologiePark Bergisch Gladbach vom 12. November 2015 abgerufen am 13. Februar 2017</ref>

Bevölkerung

Moitzfeld hatte 2024 insgesamt 4.511 Einwohner.<ref>Statistik – Stadt Bergisch Gladbach. Abgerufen am 12. Oktober 2025.</ref>


Bildung

In Moitzfeld befinden sich folgende Schulen:

Vereine

Siehe auch

Literatur

  • Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein. Geschichte und Beschreibung. Sagen und Erzählungen. 2. und 3. Auflage. J. Bendel, Köln-Mülheim 1925.
  • Kurt Kluxen: Geschichte von Bensberg. Schöningh, Paderborn 1976, ISBN 3-506-74590-5.
  • Paul Reinehr: Von der Erdenburg zur Gottesburg, Textunterlegung einer DIA-Schau zur Geschichte Moitzfelds. Moitzfeld 1985
  • Paul Reinehr: Ein Freudentag vor 65 Jahren, Zur Geschichte der Notkirche in Bensberg-Moitzfeld. In: Rheinisch-Bergischer Kalender. 1986, S. 68–72.
  • Paul Reinehr: 75 Jahre St. Josef Moitzfeld. Moitzfeld 1996.
  • Paul Reinehr: Moitzfelder Memoiren. Moitzfeld 1996.

Weblinks

Commons: Moitzfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

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