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Weinheim (Bergstraße) Hauptbahnhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Weinheim (Bergstr) Hbf
Datei:Bahnhof Weinheim (Bergstr.).jpg
Empfangsgebäude des Weinheimer Hauptbahnhofs nach Beendigung der Umbauarbeiten des Vorplatzes (2016)
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung RWE
IBNR 8000377
Preisklasse 3
Eröffnung 1846
Profil auf bahnhof.de weinheim-bergstr-hbf
Lage
Stadt/Gemeinde Weinheim
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 33′ 12″ N, 8° 39′ 55″ OKoordinaten: 49° 33′ 12″ N, 8° 39′ 55″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Weinheim (Bergstr) Hbf
Bahnhöfe in Baden-Württemberg

Weinheim (Bergstraße) Hauptbahnhof<ref>Weinheim (Bergstr) bei bahnhof.de</ref> ist ein Bahnhof mit Intercity-Express-Systemhalt (ICE) an der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg (Main-Neckar-Bahn) in Weinheim. Hier beginnt auch die Weschnitztalbahn nach Fürth im Odenwald sowie die Bahnstrecke nach Viernheim.

Geografische Lage

Weinheim (Bergstraße) Hauptbahnhof liegt in der Kernstadt, etwa 650 Meter westlich der Altstadt von Weinheim. Unmittelbar nordöstlich der Gleisanlagen schließt sich das Werksgelände der Firma Freudenberg an. Direkt südlich des Bahnhofsgebäudes liegt der Busbahnhof Weinheim. Die Mannheimer Straße und die Gleise der Oberrheinischen Eisenbahn (OEG) queren die Eisenbahngleise auf einer Brücke im südlichen Bahnhofsbereich.

Geschichte

Datei:Gleisplan Bf Weinheim 1870.jpg
Gleisplan 1870

Entwicklung

Weinheim erhielt seinen Bahnhof, als die Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg am 1. August 1846 in Betrieb ging. 1888 wurden die Gleisanlagen erheblich erweitert, der Bahnhof erhielt eine neue Güterhalle<ref>Scheyrer, S. 93.</ref> und ein Jahr später Gasbeleuchtung.<ref>Scheyrer, S. 94.</ref> Am 1. Juli 1895 begann der Betrieb auf der Weschnitztalbahn nach Fürth. Mit Eröffnung der Bahnstrecke Weinheim–Worms 1905 erhielt der Bahnhof neue Signalanlagen.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 8. Juli 1905, Nr. 34. Bekanntmachung Nr. 372, S. 301</ref> Ab 1909 wurde die Bahnhofsanlage erweitert, wozu zum 1. Juni 1909 eine Bauabteilung der Großherzoglich Badischen Eisenbahnen errichtet wurde.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 5. Juni 1909, Nr. 29. Nachrichten, S. 298</ref>

Zur Bedienung der Strecken in den Odenwald und später nach Worms wurde 1903 ein Bahnbetriebswerk mit Lokschuppen und Werkstätten im nördlichen Bahnhofsteil in Betrieb genommen, wo die Dampflokomotiven mit Betriebsstoffen versehen und gewartet wurden. Nach der Einstellung des Personenverkehrs nach Worms im Jahr 1960 und der Umstellung auf Dieselbetrieb wurde dieses geschlossen und am Ende der 1970er Jahre komplett zurückgebaut. Der Güterverkehr nach Viernheim endete im Jahr 2010.<ref>Wolfgang Löckel: Weinheim und seine Eisenbahnen. EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-233-1</ref>

Am 27. Mai 2012 wurde ein Elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen, mit dem der Verkehr auf der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg von Heddesheim bis Hemsbach gesteuert wird.

In den Jahren 2015 bis 2017 wurden die Bahnsteige A, B und C (Gleise 1–4) samt Ausstattung behindertengerecht erneuert, auf 76 cm Höhe erhöht und jeweils ein Personenaufzug errichtet. Außerdem wurde ein Zugang von der Westseite gebaut.<ref name="VRN-PM-008185"/> Dies kostete rund 8,71 Millionen Euro.<ref name="VRN-PM-008185"/> Von den Kosten übernahmen Stadt und Landkreis je 1,63 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg 1,88 Millionen Euro.<ref name="VRN-PM-008185"/> Mittels des Bundes wurde über das GVFG der Umbau mit 3,57 Millionen Euro gefördert.<ref name="VRN-PM-008185">Bahnhof in Weinheim nach barrierefreiem Ausbau offiziell eingeweiht. VRN GmbH, 14. Juli 2018, abgerufen am 6. September 2019.</ref>

Seit Dezember 2018 ist der Bahnhof mit der S-Bahn-Linie S 6 (heute S 5) an die S-Bahn Rhein-Neckar angebunden und hat damit zusätzlich stündliche Direktverbindungen nach Bensheim, Mannheim, Ludwigshafen, Worms und Mainz.

Bezeichnung

Die Bezeichnung des Bahnhofs lautete ursprünglich Weinheim. Zum 3. Oktober 1937 wurde er in Weinheim (Bergstr) umbezeichnet.<ref> Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 28. August 1937, Nr. 46. Bekanntmachung Nr. 558, S. 278. </ref> Im August 2018 wurde der Bahnhof erneut, diesmal in „Weinheim (Bergstr) Hbf“, umbenannt.<ref>Günther Grosch: Weinheim hat jetzt einen Hauptbahnhof. In: Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. Juli 2018; abgerufen am 8. Juni 2023.</ref>

Anlage

Datei:Weinheim Bergstraße Bahnhof Juni 2016.jpg
Bahnhof Weinheim, Gleise 1–4
(von rechts), Juni 2016

Gebäude

Das Empfangsgebäude befindet sich auf der Ostseite des Bahnhofs, Richtung Innenstadt. Der Kern des Gebäudes stammt noch von 1846, wurde allerdings in den 1950er Jahren massiv umgebaut. Ursprünglich hatte das Gebäude einen zur Stadtseite offenen U-förmigen Grundriss mit 2:5:2 Achsen. Bahnsteigseitig ist die historische Fassade weitgehend erhalten.<ref>Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 50 ff. (Strecke 002). S. 77</ref> Im Zuge der Konjunkturprogramme 2008/09 wurde bis 2011 das Empfangsgebäude energetisch saniert und das Hausbahnsteigdach renoviert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Im Gebäude finden sich ein DB-Reisezentrum, ein Zeitungs- und Buchladen, eine Bäckereifiliale, ein Café, eine Fahrradreparaturwerkstatt, ein Handyladen sowie weitere Einrichtungen der DB.

Als Nebengebäude des Bahnhofs sind noch das Gebäude der ehemaligen Bahnmeisterei und der Wasserturm erwähnenswert. Die ehemalige Bahnmeisterei ist ein traufständiges Fachwerkgebäude mit Backsteinfüllung von 1875. Es liegt ebenfalls östlich der Gleise. Der Wasserturm stammt von 1912, steht westlich der Gleise und hat ein weit ausladendes, polygonales Obergeschoss für den Wasserbehälter.<ref>Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 50 ff. (Strecke 002). S. 77</ref>

Gleisfeld

Der Bahnhof besitzt sechs Bahnsteiggleise. Die Gleise 2, 3 und 4 dienen fahrplanmäßig dem Verkehr auf der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg, die Gleise 1, 5 und 6 werden durch die Weschnitztalbahn bedient. Bei außerplanmäßigen Überholungen durch Güter- oder Fernzüge nutzen Nahverkehrszüge Richtung Frankfurt das Gleis 1. Die Bahnsteige sind durch zwei Unterführungen verbunden.

Verkehr

Fernverkehr

Der Weinheimer Hauptbahnhof wird zweistündlich durch die ICE-Linie 62 bedient. Die Linien 13 und 26 fahren im Vierstundentakt und ergänzen sich dabei zu einem Zweistundentakt.

Linie Linienverlauf Takt
ICE 13 Berlin Ostbahnhof/Berlin Südkreuz Berlin Hbf – Berlin-Spandau Stendal – Wolfsburg – Braunschweig – Hildesheim – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe Fulda – Frankfurt Süd Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Karlsruhe/Stuttgart Vierstundentakt
ICE 26 Oldenburg (Oldb) – Delmenhorst Bremen – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Wabern – Treysa – Stadtallendorf – Marburg (Lahn) – Gießen – Friedberg (Hess) – Frankfurt (Main) Hbf – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Wiesloch-Walldorf – Bruchsal – Karlsruhe Vierstundentakt
ICE 62 Frankfurt (Main) Hbf – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Günzburg – Augsburg – München (– München Ost – Rosenheim – Prien am Chiemsee – Traunstein – Freilassing – Salzburg – Golling-Abtenau – Bischofshofen – St. Johann im Pongau Schwarzach-St. Veit Dorfgastein – Bad Hofgastein Bad Gastein Mallnitz-Obervellach – Spittal-Milstättersee – Villach – Velden am Wörthersee – Pörtschach am Wörthersee – Krumpendorf – KlagenfurtGraz) Zweistundentakt

Regional- und S-Bahn-Verkehr

Datei:DB Regio 623 505 Alstom Coradia LINT Weinheim.jpg
Dieseltriebwagen der Baureihe 623 für die Weschnitztalbahn im Bahnhof Weinheim (2018)

Die Regional-Express-Linie RE 60 verbindet Weinheim stündlich mit Frankfurt (Main) und Mannheim, zusätzlich fahren einzelne Regionalbahnen als RB 67 zwischen diesen Bahnhöfen. Die Regionalbahnlinie RB 68 verkehrt stündlich nach Frankfurt (Main) und Heidelberg. Sie wird durch die Überlagerung mit der Linie S 5 der S-Bahn RheinNeckar tagsüber zu einem annähernden Halbstundentakt zwischen Bensheim und Neu-Edingen/Friedrichsfeld verdichtet. Die Regionalbahnlinie RB 69 erschließt das Weschnitztal im Halbstundentakt; am Wochenende erfolgt lediglich eine Bedienung im Stundentakt.

Linie Linienverlauf Takt

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 6X Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 6X Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 6X

RB 69 (Ludwigshafen (Rhein) – Mannheim –) Weinheim (Bergstr) Hbf – Birkenau – Mörlenbach – Rimbach – Fürth (Odenw) 30 min (wochentags)
60 min (Wochenende)

Vorlage:Linienverlauf S-Bahn Rhein-Neckar

Schmalspurbahn

Der südlich gelegene Haltepunkt der Bahnstrecke Mannheim–Weinheim („Oberrheinische Eisenbahn“) heißt „Weinheim Hauptbahnhof“ (bis 12. Juni 2016: „Luisenstraße“).<ref name="RNV-Fahrplanwechsel-2016-06">Sommerfahrplanwechsel: Deutliche Angebotsverbesserungen und neue Linien. 12. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. August 2016; abgerufen am 19. August 2016 (Verkehrsmeldung).</ref> Von hier verkehrt eine schmalspurige Ringlinie der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV), früher Oberrheinische Eisenbahn-Gesellschaft (OEG), nach Mannheim und Heidelberg.

Linie Linienverlauf
5 Mannheim – Edingen – Heidelberg – Schriesheim – Weinheim – Viernheim – Käfertal – Mannheim

Busverkehr

Seit April 2014 besteht eine direkte Umsteigemöglichkeit zum Stadtbusverkehr. Ein neuer zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) wurde in direkter Nachbarschaft zum Bahnhofsgebäude errichtet und bildet seither eine wichtige Schnittstelle zwischen der Bahn und dem übrigen ÖPNV. Der Bahnhof wird von 8 Buslinien bedient.

Linie Linienverlauf
631 Sulzbach West – Hemsbach – Dürreplatz – Weinheim ZOB – Waid
632/632A Lützelsachsen Bahnhof – Weinheim ZOB – Hemsbach – Laudenbach Nord – Hemsbach – Weinheim ZOB – Ritschweier
633 Weinheim ZOB – Hermannshof – Weststadt – Weinheim ZOB
634 Weinheim ZOB – Weststadt – Hermannshof – Weinheim ZOB
681 Weinheim ZOB – Dürreplatz – Gorxheimertal - Abtsteinach - Wald-Michelbach Bahnhof – Affolterbach - Wahlen - Grasellenbach Im Erzfeld
682 Weinheim ZOB – Waid – Großsachsen – Rittenweier – Gorxheimertal – Dürreplatz – Weinheim ZOB
684 Weinheim ZOB – Birkenau – Mörlenbach – Rimbach – Fürth Bahnhof
688 Weinheim ZOB – Birkenau Ortsmitte – Nieder-Liebersbach Rathaus

Güterverkehr

Zu früheren Zeiten hatte der Weinheimer Bahnhof einen großen und leistungsstarken Güter- und Rangierbahnhof. Größter Kunde war die in Weinheim ansässige Unternehmensgruppe Freudenberg, die ihre Güter über einen eigenen Anschluss per Bahn transportierte. Zudem fanden bis 1994 Gütertransporte auf der Weschnitztalbahn statt, etwa für die Wald-Michelbacher Coronet-Werke.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Strecken und Bahnhöfe: Weinheim/Bergstr. – Mörlenbach – Fürth/Odenw. –– doku-des-alltags.de (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref> Heute findet kein planmäßiger Güterverkehr zum Bahnhof Weinheim mehr statt. Der Güterbahnhof wurde abgerissen und auf dem Gelände ein Einkaufszentrum gebaut. Neben den beiden Hauptgleisen der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg finden sich im Bereich des früheren Güterbahnhofs zwei Ausweichgleise und ein Abstellgleis. Auch das elektronische Stellwerk befindet sich auf dem Gelände. Das frühere Gütergleis nach Viernheim, ein letztes verbliebenes Teilstück der früheren Bahnstrecke Weinheim–Worms, dient heute als Anschlussgleis zu einem Umspannwerk und wird nur noch sehr selten befahren.

Literatur

  • Wolfgang Löckel: Weinheim und seine Eisenbahnen. EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-233-1
  • Ferdinand Scheyrer: Geschichte der Main-Neckar-Bahn. Denkschrift zum fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Betriebs der Main-Neckar-Bahn am 1. August 1846. Darmstadt 1896. Reprint: Verlag Wolfgang Bleiweis, Schweinfurt 1996. ISBN 3-928786-46-6
  • Manfred Seiler: Weinheim (Bergstraße). In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 107. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2012, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).

Weblinks

Commons: Bahnhof Weinheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />