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Bahnhof Gießen

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Gießen
2025-12-05-Empfangsgebäude Bahnhof Gießen-060359.jpg
Empfangsgebäude und Bahnhofsvorplatz (Dezember 2025)
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Bauform Keilbahnhof
Bahnsteiggleise 11
Abkürzung FG
IBNR 8000124
Preisklasse 2
Eröffnung 1853/54
Profil auf bahnhof.de Giessen
Architektonische Daten
Baustil Neuromanik
Architekt Baurat Ludwig Hofmann
Lage
Stadt/Gemeinde Gießen
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 34′ 45″ N, 8° 39′ 43″ OKoordinaten: 50° 34′ 45″ N, 8° 39′ 43″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Gießen
Bahnhöfe in Hessen

Der Bahnhof Gießen ist ein Keilbahnhof in der Stadt Gießen. Er bildet mit circa 375 Zügen und 28.000 Reisenden täglich<ref>Benjamin Lemper: „An Belastungsgrenze“: Bundespolizei fehlt am Bahnhof Gießen massiv Personal. In: Gießener Anzeiger. 26. Oktober 2017 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />giessener-anzeiger.de (Memento vom 30. April 2018 im Internet Archive)), abgerufen am 26. Oktober 2017</ref> einen wichtigen ÖPNV-Knoten Mittelhessens.

Geschichte

Datei:Giessen RW 0229 23722 cropped.webp
Aufnahme von 1928: Oben Mitte der Fürstenpavillon; Mitte, halb hinter einer Baumkrone versteckt, wartet eine Straßenbahn

Der erste provisorisch eingerichtete Bahnhof in Gießen wurde für die Main-Weser-Bahn 1850 im Bereich Oswaldsgarten errichtet. Dieses Provisorium wurde 1853/54 durch einen neuen, südlicher gelegenen Bahnhof auf dem heutigen Gelände mit einem entsprechenden Empfangsgebäude ersetzt.

Zwischen 1869 und 1871 trieb die Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft die Bahnstrecke Gießen–Fulda und die Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen voran. Deren Bahnanlagen lagen dem Empfangsgebäude der Main-Weser-Bahn gegenüber, an der anderen Seite des Bahnhofsvorplatzes. Damit war der Zugang zum Empfangsgebäude lediglich noch über die Liebigstraße (damals noch mit dem Namen Universitätsstraße) möglich. Erst 1893 wurde eine Brückenverbindung zum Alten Wetzlarer Weg sowie die „Mausoleum“ genannte Treppenanlage über die Gleise der Strecken nach Fulda und Gelnhausen errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg war der Bahnhof Angriffsziel von Luftangriffen der Alliierten, so am 4. Dezember 1944 im Zusammenhang mit dem Großangriff auf Gießen am 6. Dezember 1944<ref>Stahl: Der Luftkrieg. S. 220 f.</ref>, am 11. Dezember 1944<ref>Stahl: Der Luftkrieg. S. 227.</ref> und am 17. Februar 1945 (109 Tonnen Sprengbomben). Dabei entstanden schwere Schäden.

Im August 2024 wurde die örtliche Bahnhofsmission geschlossen.<ref>Sparmaßnahmen der Diakonie - Bahnhofsmission Gießen schließt, ffh.de, 22. August 2024, abgerufen am 24. August 2024.</ref>

Empfangsgebäude

Erstes Empfangsgebäude

Das erste Empfangsgebäude des Bahnhofs Gießen von 1854 war im Stil des romantischen Klassizismus streng symmetrisch auf einem E‑förmigen Grundriss aus rotem Buntsandstein, abgesetzt mit Putzflächen, errichtet. Das Gebäude war zweigeschossig und 72 Meter lang. Auf dem Mittelpavillon war ein Uhrturm aufgesetzt. Im Obergeschoss waren Büros und fünf Wohnungen untergebracht.<ref>Grossart: Die Entwicklung der Eisenbahnhochbauten im Rhein-Main-Gebiet. In: Die Reichsbahn. 16, 1940, S. 200–215, hier S. 203.</ref> Im nördlichsten Gebäudeteil befand sich ein Fürstenzimmer.<ref>Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahngeschichte und -baugattungen 1839–1999 / Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 174.</ref>

Zweites Empfangsgebäude

Datei:Empfangsgebäude Bauteile.tif
Rechts Gebäudeteil von 1853, links die Empfangshalle von 1906
Datei:WP Bf GI Halle.jpg
Empfangshalle von 1906

Das heutige Empfangsgebäude wurde von 1904 bis 1911 durch den Herborner Architekten Ludwig Hofmann errichtet.<ref>Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahngeschichte und -baugattungen 1839–1999 / Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 172.</ref> Er bezog das erste Empfangsgebäude der Main-Weser-Bahn in den Neubau ein.<ref>Grossart: Die Entwicklung der Eisenbahnhochbauten im Rhein-Main-Gebiet. In: Die Reichsbahn. 16, 1940, S. 200–215, hier S. 209.</ref> So wurde es abschnittweise eröffnet: Zunächst das Hauptgebäude mit der Empfangshalle, dann der Verbindungsgang und Gebäudeflügel mit den Einrichtungen für die Strecken nach Fulda und Gießen und noch später der nördliche Gebäudetrakt mit dem Fürstenzimmer.<ref>Erich Preuß, Oliver Strüber (Hg): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe. GaraMond, München 1996 ff. ISSN 0949-2127 [Loseblattsammlung], Gießen, S. 6.</ref> Auch die gusseisernen Säulen der Bahnsteigüberdachung stammen noch von der Anlage aus dem Jahr 1854. Das Empfangsgebäude schob sich nun als Keil zwischen die Main-Weser-Bahn und die in östliche Richtung abzweigenden Gleise der Strecken nach Fulda und Gelnhausen. Städtebaulich stellt es den Fluchtpunkt der Sichtachse der Stadterweiterung von 1880 dar. Errichtet wurde es in historisierendem neuromanischen Stil als dreigeschossiges, in rotem Sandstein gehaltenes neuromanisches Bauwerk mit einem markanten Uhrturm auf asymmetrischem Grundriss. Martin Walser schrieb am 12. Mai 1976 während einer Lesereise über den Bahnhof Gießen in sein Tagebuch: „Als die Bahnhöfe gebaut wurden, wusste man offenbar überhaupt nicht, woran man bei einem Bahnhof denken sollte. Meistens geriet man dann in eine Mischung aus Kirche und Burg. Das sieht man in Gießen besonders deutlich. Eine rote Sandstein-Kirche mit Hauptschiff und Turm, der allerdings ein bisschen verrückt hingesetzt wurde, um das Kirchenschiff zu stören.“<ref>Auf Durchreise, Gießener Allgemeine, Samstag, 17. April 2010, Nummer 89, S. 72.</ref>

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude beschädigt, der nördliche Flügel zerstört<ref>Stahl: Der Luftkrieg, S. 314.</ref> und nicht mehr aufgebaut. Im November 1968 wurde die Bahnhofsvorhalle renoviert und das Bahnhofsgebäude auf die Fläche, auf der ehemals der nördliche Flügel stand, erweitert. Anfang der 1970er Jahre wurde die Fassade renoviert.

Das Empfangsgebäude ist ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.<ref>denkmalpflege-hessen.de: Eintrag der Sachgesamtheit des Gießener Bahnhofs</ref>

In der Bahnhofshalle gibt es eine DB Information, ein Reisezentrum, eine Bahnhofsbuchhandlung sowie Verkaufsstellen für Verpflegung und Reisebedarf. Im Empfangsgebäude sind weiterhin das Bahnhofsmanagement und Zugansage sowie Einrichtungen der DB Services untergebracht.

Datei:Giessen-bahnhof-2015-307.jpg
Wegweiser in Blinden- und Normalschrift am Handlauf einer Treppe (Februar 2015)

Zwischen 2008 und 2010 wurden die Anlagen für den Personenverkehr umgebaut. Der erste Spatenstich dafür fand am 16. Juli 2008 statt. Hauptziel der Arbeiten waren eine neue Fußgängerunterführung und der barrierefreie Zugang zu allen Bahnsteigen. Am 21. Juli 2010 wurde der neue Fußgängertunnel freigegeben. Aufgrund von Restarbeiten wurde die Anlage erst im Herbst 2010 offiziell eingeweiht.<ref>Unterführung am Bahnhof ist freigegeben. In: Gießener Allgemeine. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />giessener-allgemeine.de (Memento vom 24. Juli 2010 im Internet Archive)).</ref><ref>Gießener Anzeiger: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gießens Bahnhof bekommt endlich neue Unterführung (Memento vom 20. Oktober 2008 im Internet Archive)</ref>

Bedienung

Personenverkehr

Datei:Gleisanlagen Bahnhof Gießen der Main-Weser-Bahn.jpg
Gleisanlagen der Main-Weser-Bahn und Empfangsgebäude aus Sicht der Fußgängerüberführung (März 2014)
Datei:IMG-Gießen-Nacht.jpg
Gießener Bahnhof bei Nacht

Der Gießener Bahnhof verfügt in seinen beiden Bahnhofsteilen über elf Bahnsteiggleise:

Zusätzlich verkehren auf der Main-Weser-Bahn außerplanmäßig ICE-Züge weiterer Linien bei Betriebsstörungen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt am Main, die jedoch nicht in Gießen halten.

Fernverkehr

Im Schienenpersonenfernverkehr wird der Bahnhof im Vierstundentakt der Linie ICE 26 von Karlsruhe (Hbf) nach Bremen (Hbf) bedient, wobei ein Zugpaar von bzw. bis Oldenburg (Oldb) verkehrt. Daneben wird das bisher als Intercity verkehrende Zugpaar nach Sylt hochgestuft und, nach einem Entfall zwischen Mitte Dezember 2025 und Mitte Juli 2026, ab Mitte des Jahres 2026 als ICE zwischen Frankfurt (Main) Hbf und Westerland (Sylt) verkehren;<ref>Fern- und Nahverkehr der Bahn: Streckenkarten und Liniennetzpläne. Abgerufen am 18. Dezember 2025.</ref> als Zugmaterial kommt hier der neue ICE L zum Einsatz.<ref>ICE L nach Sylt. Abgerufen am 18. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Datei:Einfahrender ICE im Bahnhof Gießen.png
Auf Gleis 2 in den Bahnhof Gießen einfahrender ICE aus Blickrichtung Süden
Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 26 (Oldenburg (Oldb)) –Bremen – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Marburg – Gießen – Frankfurt – Darmstadt – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Bruchsal – Karlsruhe Vierstundentakt
ICE 24 Frankfurt – Gießen – Marburg – Kassel-Wilhelmshöhe – Göttingen – Hannover – Lüneburg – Hamburg – Itzehoe – Heide – Husum – Niebüll – Westerland (Sylt) ein Zugpaar täglich

Nahverkehr

Datei:FLIRT HLB Bahn 429 045.jpg
Regional-Express nach Frankfurt im Bahnhof Gießen

In Gießen halten im Schienenpersonennahverkehr verschiedene Regional-Express-Linien und Regionalbahnen. Es handelt sich um die Verbindungen FrankfurtSiegen (Main-Sieg-Express, RE 99) und Frankfurt–Kassel (Main-Weser-Express, RE 98). Zudem haben sämtliche Verstärkerzüge der Regionalbahn-Verbindungen mit Friedberg, Marburg und Dillenburg hier ihren Anfangs- bzw. Endpunkt.

Der Bahnhof Gießen ist auch Halt für den Lahntal-Express von/nach Koblenz und den Mittelhessen-Express von/nach Frankfurt am Main, letztgenannter wird hier in Richtung Treysa und Dillenburg geflügelt. Der Gießener Bahnhof wird von den Zügen von/nach Gelnhausen (über Nidda), Fulda (über Grünberg und Alsfeld) sowie Limburg und Koblenz (über Wetzlar und Weilburg) bedient, die in Gießen beginnen oder enden. Die Regionalbahnen Richtung Lahntal und Richtung Fulda werden seit dem 11. Dezember 2011 von der Hessischen Landesbahn (HLB) betrieben.

Linie Strecke Takt Bahnhofsteil

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 2X

Oberhessischer Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 2X

Stumpfgleis

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 3X

Main-Weser-Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 9X

Main-Weser-Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 3X

Main-Weser-Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 4X

Main-Weser-Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 4X

Main-Weser-Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 4X

Oberhessischer Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 4X

Oberhessischer Bahnhof

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 4X

Main-Weser-Bahnhof
  • RE98/RE99 werden in Gießen zusammengefügt in Richtung Frankfurt sowie getrennt in Richtung Kassel/Siegen.
  • RB40/RB41 werden in Gießen zusammengefügt in Richtung Frankfurt sowie getrennt in Richtung Treysa/Dillenburg.

Güterverkehr

Datei:Holzverladung im Bahnhof Gießen.png
Holzverladung im Bahnhof Gießen im Sommer 2024
Datei:Holzladegleise im Güterbahnhof Gießen.png
Holzladegleise im Güterbahnhof Gießen im Sommer 2024

Südwestlich des Personenbahnhofs liegt der Güterbahnhof, der bis Dezember 2006 der zentrale Zugbildungsbahnhof für den mittelhessischen Güterverkehr war. Von hier aus wurden zuletzt noch verschiedene Bahnhöfe der Umgebung (z. B. Frankenberg (Eder), Dillenburg und Nidda) im örtlichen Güterverkehr angefahren. Der Großteil dieser Zugbildungsaufgaben ist inzwischen jedoch in den Güterbahnhof Wetzlar verlagert worden. Der Güterbahnhof wird jedoch unverändert zum Abstellen von Güterzügen sowie zur Holzverladung vom LKW auf die Schiene verwendet.

Stellwerke

Im Dezember 2004 wurde für weite Teile des Bahnhofs Gießen ein elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen, das gewöhnlich aus der Frankfurter Betriebszentrale ferngesteuert wird, aber für den Bedarfsfall auch von örtlichen Bedienplätzen aus gesteuert werden kann.<ref>stellwerke.info: Eintrag zum ESTW Gießen.</ref> Zuvor wurde der Bereich des Personen- und Güterbahnhofs von insgesamt neun mechanischen und elektromechanischen Stellwerken überwacht,<ref>stellwerke.info: Stellwerksübersicht zum Personen- und Rangierbahnhof Gießen.</ref><ref>stellwerke.info: Stellwerksübersicht zum Verschiebebahnhof Gießen-Bergwald.</ref> hinzu kam ein Schrankenwärter für den im Bahnhofsbereich liegenden Bahnübergang an der Frankfurter Straße. Von diesen Stellwerken sind lediglich die für den Rangier- und Güterbahnhof wichtigen elektromechanischen Stellwerke Grf, Gvf, Gs und Gl erhalten, während die anderen Stellwerke, vor allem die beiden Fahrdienstleiterstellwerke Gf und Ghb, nach und nach abgerissen wurden. Durch die Kombination von elektronischer und elektromechanischer Stellwerkstechnik verschiedener Epochen und Bauarten sind im Bahnhof sowohl Form- und Lichtsignale des H/V-Systems als auch Lichtsignale des aktuellen Ks-Systems vertreten.<ref>DB Netze, trassenfinder.de: gegenwärtiger Gleis- und Signalplan des Bahnhofs Gießen, einschl. Bahnhof Gießen-Bergwald. (PDF).</ref>

Anbindung

Datei:Bahnhof Gießen.jpg
Empfangsgebäude mit Busbahnhof (2015)

Direkt vor dem Bahnhof befindet sich der Busbahnhof für die regionalen und lokalen Buslinien, am Gleis 1 die Haltestellen für die Stadtbuslinien der Mitbus. Weiter gibt es auf dem Bahnhofsvorplatz einen Taxistand und an der Bahnhofstraße 20 Kurzzeitparkplätze. Weitere Kurzzeitparkplätze befinden sich an der Lahnstraße. Der lokale Carsharing-Anbieter hat einen Stellplatz vor dem Bahnhof. Für längeres Parken stehen ein Park&Ride-Parkhaus mit 480 Plätzen an der Lahnstraße und ein Parkhaus an der Straße Zur Alten Post zur Verfügung. Das Parkhaus an der Lahnstraße ist durch eine Überführung und über Treppen und Aufzüge mit den Gleisen 1 bis 5 verbunden, so dass hier bereits ein barrierefreier Zugang besteht. 380 überdachte Fahrradabstellanlagen befinden sich an der Lahnstraße und dem Alten Wetzlarer Weg. Am Bahnhofsvorplatz sind 400 Fahrradabstellplätze vorhanden, davon 180 überdacht und 36 in kostenpflichtigen Fahrradboxen.

Die Freitreppe von 1893, die vom Bahnhofsvorplatz auf die Brücke über die Gleise der Fuldaer Strecke und zum Alten Wetzlarer Weg führt, ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes. Sie war sanierungsbedürftig, das historische Fundament war instabil geworden, eindringende Feuchtigkeit gefährdete zudem den Aufbau. Nachdem zunächst auch ein Abriss im Gespräch war, wurde die Treppe 2019 gezielt abgebaut, die Einzelteile größtenteils saniert – einige auch ausgetauscht – und die Treppe dann auf einem neuen Unterbau wiedererrichtet.<ref>Katharina Benak: Sanierung durch Ab- und Wiederaufbau. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Denkmalpflege und Kulturgeschichte 4-2019, S. 21 f.</ref>

Planungen

2023 begannen die Baumaßnahmen für einen Aufzug neben der Treppenanlage zwischen dem Bahnhofsvorplatz und dem Alten Wetzlarer Weg.<ref>Bahnhofsvorplatz ist bald komplett, Gießener Allgemeine, 15. Mai 2023, abgerufen am 10. November 2023</ref>

Datei:Treppe Bahnhof Gießen.jpg
Treppenanlage vor dem Bahnhof (2007)

Seit dem Neubau des Bahnhofstunnels wird über dessen Verlängerung zur Lahnstraße diskutiert. Dort soll auf dem ehemaligen Güterbahnhof ein von Gebäuden zu zwei Seiten eingefasster Platz mit weiteren Kurzzeitparkplätzen, Fernbusterminal und weiteren Fahrradabstellplätzen entstehen.<ref>Franz Maywald: Sehr frühes Stadium. In: Gießener Anzeiger. 24. Juni 2016 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />giessener-anzeiger.de (Memento vom 5. Februar 2020 im Internet Archive)), abgerufen am 5. Februar 2020.</ref>

Literatur

  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnenbauten- und strecken 1839–1939. 1. Auflage, Band 2.1, Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 172 ff.
  • Hugo Merk: Die Eisenbahn in Gießen und das Betriebswerk Gießen. EK-Verlag, Freiburg 1993, ISBN 3-88255-577-7.
  • Rudolf Metzger: Historisches in Wort und Bild rund um den Gießener Bahnhof. Neue Aufschlüsse aus alten Foto-Dokumenten. In: Oberhessischer Geschichtsverein Gießen (Hrsg.): In Bildern lebt „Alt-Gießen“ fort. Geschichte und Geschichten aus Gießen. Gießen 1996, ISBN 3-9805492-0-8, S. 89–93.
  • Hans-Günter Stahl: Der Luftkrieg über dem Raum Hanau 1939–1945 (= Hanauer Geschichtsblätter. 48). Hanau 2015, ISBN 978-3-935395-22-1
  • Lutz Münzer: Gießen. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 41. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 2003, ISSN 0949-2127 (2 Bl., 8 S.).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />