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Viação Aérea São Paulo

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(Weitergeleitet von Viacao Aerea Sao Paulo)
Viação Aérea São Paulo (VASP)
Logo der VASP
Boeing 737-200 der VASP
IATA-Code: VP
ICAO-Code: VSP
Rufzeichen: VASP
Gründung: 1933
Betrieb eingestellt: 2005
Sitz: São Paulo
BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien
Heimatflughafen: Flughafen São Paulo–Guarulhos
Leitung: Wagner Canhedo
Flottenstärke: 31
Ziele: lateinamerikanisch
Viação Aérea São Paulo (VASP) hat den Betrieb 2005 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Viação Aérea São Paulo (VASP) war eine brasilianische Fluggesellschaft mit Sitz in São Paulo.

Geschichte

Die VASP wurde 1933 gegründet. Die Gründer, eine Gruppe von Unternehmern aus São Paulo, konnten das Geschäft nur sehr kurz führen, bis die Gesellschaft vom Bundesstaat São Paulo gekauft wurde. In diesen Gründerjahren Brasiliens gab es nur eine sehr rudimentäre Struktur im Bereich des zivilen Luftverkehrs.

Mit dem Bau des Flughafens Congonhas wurden als erstes die Flüge zwischen Rio de Janeiro und São Paulo aufgenommen. Hierbei kamen Flugzeuge des Typs Junkers Ju-52 zum Einsatz. In Folge wurde diese Verbindung nicht mehr vom Campo de Marte (Marsfeld) aus bedient.

Entwicklung und Flotte

Datei:NAMC YS-11A PP-SMN VASP SDU 08.05.72 edited-2.jpg
Eine NAMC YS-11 der VASP im Jahr 1972.

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges und nach der Beschaffung von Flugzeugen des Typs Douglas DC-3 wurden viele neue Ziele angeflogen und VASP entwickelte sich zu einer der wichtigsten brasilianischen Fluggesellschaften.

Als einzige Fluggesellschaft außerhalb Skandinaviens flog VASP ab 1950 das Propeller-Kurzstreckenflugzeug SAAB Scandia. Auch die gesamte Flotte des einzigen anderen Betreibers SAS Scandinavian Airlines wurde 1957 komplett übernommen. Der weltweit letzte Flug einer Scandia fand am 22. Juli 1969 statt.

In den 1960er Jahren wurden Flugzeuge des Typs BAC 1-11 aus Großbritannien und YS-11 aus Japan angeschafft.

Darüber hinaus betrieb VASP folgende Flugzeugtypen:<ref>Davies, R.E.G., Airlines of Latin America since 1919, London 1984, S. 614–615</ref><ref>Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1967–2005.</ref>

Privatisierung

Datei:VASP 737-200.jpg
Abgestellte 737-200 der VASP mit entfernten Triebwerken

Mit der Wirtschaftskrise in den 1980er Jahren, der sogenannten „década perdida no Brasil“ (dem verlorenen Jahrzehnt Brasiliens), standen der Regierung des Bundesstaates São Paulo keine finanziellen Möglichkeiten mehr zur Verfügung, um in das Unternehmen zu investieren. Unter der Regierung des Gouverneurs Orestes Quércia wurde das Unternehmen privatisiert. Eigentümer wurden Wagner Canhedo von der Canhedo Unternehmensgruppe und Angestellte des Unternehmens, die zusammen circa 60 % der Aktien hielten.

Im Jahr 1995 kaufte die VASP 50 % der bolivianischen Fluggesellschaft Lloyd Aéreo Boliviano und veräußerte diesen Anteil im Jahr 2001 an bolivianische Investoren. Nach einer schweren finanziellen Krise im Jahr 2004 wurde der Flugbetrieb 2005 eingestellt.

Die nicht mehr flugtaugliche Flotte sollte versteigert werden.<ref>Ersteigern Sie sich eine Airline. In: aeroTelegraph. 25. September 2013, abgerufen am 13. November 2020.</ref>

Zwischenfälle

Von 1940 bis zur Betriebseinstellung 2005 ereigneten sich bei VASP 46 Totalverluste von Flugzeugen. Bei 27 davon kamen 440 Menschen ums Leben.<ref>Daten über die Fluggesellschaft Viação Aérea São Paulo im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref> Beispiele:

  • Am 15. August 1960 entstand in einer Saab Scandia der VASP (PP-SQS) auf dem Flug vom Flughafen São Paulo-Viracopos nach Uberlandia ein Feuer im vorderen Gepäckraum. Der Kapitän betätigte nicht die Feuerlöschanlage, da er glaubte, dass dies die ohnehin schlechte Sicht im Cockpit noch weiter beeinträchtigen würde. Bei der Notlandung während der Rückkehr nach Viracopos überrollte die Maschine das Bahnende und geriet in einen Bereich, in dem Bauarbeiten durchgeführt wurden. Alle Insassen überlebten, allerdings wurde das Flugzeug zerstört.<ref>Flugunfalldaten und -bericht SAAB Scandia PP-SQS im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
  • Am 26. November 1962 kollidierte eine Saab Scandia der VASP (PP-SRA) auf dem Flug vom Flughafen São Paulo-Congonhas nach Rio de Janeiro-Santos Dumont nahe Paraibuna in 2400 m Höhe frontal mit einer Cessna 310 (PT-BRQ). Die Wetterbedingungen wurden im Untersuchungsbericht als „hervorragend“ bezeichnet. Alle 23 Insassen sowie die vier der Cessna wurden getötet.<ref>ICAO Aircraft Accident Digest No. 17 Volume II, Circular 71-AN/63 (englisch), S. 137–139.</ref><ref>Flugunfalldaten und -bericht SAAB Scandia PP-SRA im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
  • Am 19. Dezember 1965 musste an einer Curtiss C-46A-45-CU Commando der VASP (PP-LDQ) nach dem Start vom Flughafen Salvador (Brasilien) die Leistung des Triebwerks Nr. 1 (links) reduziert werden, da eine Warnung vor zu hoher Öltemperatur aufleuchtete. Da es Schwierigkeiten gab, mit der vollbesetzten Maschine die Höhe zu halten, wurde die Leistung wieder erhöht. Beim Versuch der Rückkehr zum Startflughafen fiel das Triebwerk aus, weshalb eine Notlandung außerhalb des Flughafens gemacht werden musste. Alle 54 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 51 Passagiere, überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde zum Totalschaden.<ref>Flugunfalldaten und -bericht C-46 PP-LDQ im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
  • Am 27. Februar 1975 kam es an einer Embraer EMB 110C der VASP (PP-SBE) kurz nach dem Start vom Flughafen São Paulo-Congonhas zu einem Triebwerksausfall. Der Kapitän flog eine Linkskurve, konnte jedoch die Höhe nicht halten. Kurze Zeit später kam es zum Kontrollverlust, die Maschine stürzte 1,5 Kilometer nordwestlich des Flughafens in eine Häuserreihe im Stadtgebiet von São Paulo und explodierte. Dabei kamen alle 15 Insassen der Embraer ums Leben. Die Ursache für den Triebwerksausfall konnte trotz intensiver Ermittlungen nicht festgestellt werden. Es handelte sich um den ersten Zwischenfall mit einer Embraer EMB 110 (siehe auch VASP-Flug 640).<ref>Flugunfalldaten und -bericht EMB-110 PP-SBE im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Viação Aérea São Paulo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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