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Siemens & Halske Sh.III

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Siemens-Halske Sh.III 07.jpg
Sh.III im Technischen Museum Wien

Der Sh.III des deutschen Herstellers Siemens & Halske war ein luftgekühlter Umlaufmotor mit 11 Zylindern, der im Ersten Weltkrieg entwickelt wurde.

Geschichte

Die Entwicklung der Umlaufmotoren bei Siemens & Halske begann 1912 mit dem letztlich erfolglosen Sh.I. Siemens zeigte mit dem Sh.I jedoch, dass ein Gegenläufer als Umlaufmotor praktikabel war. Der Sh.II zeigte sich wiederum erfolglos. So konzentrierte man sich ab Herbst 1916 auf den als Höhenmotor mit Überbemessung und Überverdichtung konzipierten Sh.IIIa, der gegenüber dem Ausgangstyp mehr Hubraum besaß und leistungsstärker war. Der Projektleiter Franz Dinslage verfolgte als Projektziel den Bau eines gegenläufigen Umlaufmotors mit 160 PS bei 900 min−1 Propellerdrehzahl.<ref name= "gac"/>

Nach einem Vergleichsfliegen im Spätsommer 1917 wurde an die Firmen Siemens und den Lizenznehmer Rhemag ein Fertigungsauftrag von 2500 Stück erteilt. Die Fertigung erfolgte ab Februar 1918. Die Truppenerprobung zeigte Qualitätsprobleme der von Siemens gefertigten Motoren, insbesondere Kolbenschäden bereits nach 8 bis 10 Stunden Laufzeit, sodass die Motoren daraufhin im Mai 1918 von der Front zurückgenommen wurden, während die bei der Rhemag gefertigten Motoren den Ansprüchen besser genügten. Siemens verbesserte den Typ und erreichte schließlich mit dem Sh.IIIa genannten Typ eine Kurzzeitleistung von 200 PS am Boden. Bei Vergleichsflügen gegen Kriegsende zeigte sich der Sh.IIIa gleichwertig mit dem Oberursel UR IIIa und dem Goebel Goe III.

Konstruktion

Datei:Gegenläufer Umlaufmotor.gif
Animation

Die Zylinder mit dem Propeller drehten bei diesem Umlaufmotor mit 900 min−1, während sich die Kurbelwelle in entgegengesetzter Richtung mit gleicher Drehzahl drehte, was zu einer effektiven Motordrehzahl (Kurbelwellenumdrehungen gegenüber dem Motorgehäuse) von 1800 min−1 führte.<ref name = "sp"/> Daraus resultierten ein sehr guter Wirkungsgrad des Propellers und ein für Umlaufmotoren geringer gyroskopischer Effekt.

Verwendung

Technische Daten

Vorlage:Tabellenstile

Kenngröße Daten des Sh.IIIa<ref name= "palermo"/>
Bauart 11-Zylinder-Umlaufmotor, zwei Ventile pro Zylinder
Bohrung 124 mm
Hub 140 mm
Hubraum 18,6 l
Leistung 240 PS (ca. 180 kW) bei 1800 min−1 (Kurbelwellendrehzahl)
Trockenmasse 198 kg

Siehe auch

Literatur

  • Kyrill von Gersdorff, Kurt Grasmann: Flugmotoren und Strahltriebwerke. Bernard & Graefe Verlag, 1981, ISBN 3-7637-5272-2.

Weblinks

Commons: Siemens-Halske Sh.III – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive>

<ref name= "gac">Der Flugmotor Siemens & Halske Sh.IIIa. In: Google Arts & Culture. Museo Storico dei Motori e dei Meccanismi, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Juli 2024; abgerufen am 24. Januar 2026.</ref>

<ref name= "palermo">Siemens & Halske Sh.IIIa. In: Aircraft engines. Museo Storico dei Motori e dei Meccanismi, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

<ref name = "sp">Sergio Pasquali: Siemens-Halske Sh3. (GIF) Animations Created by Sergio Pasquali. In: CAD Models and Animations. Aircraft Engine Historical Society, Inc., abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Animation des drehenden Triebwerks).</ref>

</references>