Seeblibach
Der Seeblibach ist ein rund fünf Kilometer langer, nordwestlicher und linker Zufluss der Grossen Fontanne südlich des Napfs im Amt Entlebuch. Er ist ein mittelsteiles, mittleres Fliessgewässer der montanen, karbonatischen Alpennordflanke.<ref>Fliessgewässertypisierung der Schweiz: Gewässertyp Nr. 25. Bundesamt für Umwelt (BAFU).</ref>
Geographie
Verlauf
Der Seeblibach entspringt auf einer Höhe von etwa Vorlage:Höhe südlich von Ober Rathuse unweit der Grenze zum Kanton Bern.<ref>Diese Angabe richtet sich nach dem Geoport Luzern, der Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung lässt den Bach dort beginnen. Dieser Arm heisst beim Geoportal Luzern jedoch Chrishüttegraben.</ref>
Er fliesst zunächst in östlicher Richtung durch ein bewaldetes Tal und nimmt nach etwa 1,3 km bei Längebode auf seiner linken Seite den dort etwas längeren Sprossemoosgraben auf. Der Seeblibach wendet sich nun nach Südosten und umfliesst das ungefähr Vorlage:Höhe hohe Under Egelshorn. Kurz darauf wird er abermals auf der linken Seite vom Egelshorngraben gespeist. Danach läuft der Seeblibach wieder mehr ostwärts am Gehöft Drachlis vorbei und biegt dann südlich des Vorlage:Höhe hohen Bunis nach Südosten ab. Westlich von Under Grossegg fliesst ihm auf seiner linken Seite sein wichtigster Zufluss, der etwa 5 km lange Goldbach, zu, der ihn dort an Länge etwa um einen Kilometer übertrifft.
Unterhalb des Sonnweidli und nördlich des Glashüttelochs mündet der von Nordwesten kommende Seeblibach schliesslich auf einer Höhe von Vorlage:Höhe von links in die von Südwesten heranziehende Grosse Fontanne.
Der etwa 5,2 km lange Lauf des Seeblibachs endet ungefähr 351 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von circa 68 ‰.
Einzugsgebiet
Das 12,3 km² grosse Einzugsgebiet des Seeblibachs liegt im Entlebuch und wird durch ihn über die Grosse Fontanne, die Kleine Emme, die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es besteht zu 66,2 % aus bestockter Fläche, zu 31,3 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 1,7 % aus Siedlungsfläche und zu 0,9 % aus unproduktiven Flächen.
Die Flächenverteilung <timeline> ImageSize = width:500 height:110 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0
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Zuflüsse
Direkte und indirekte Zuflüsse, jeweils von der Quelle zur Mündung. Namen nach dem Geopotal Luzern, Längen in Kilometern (km) und Einzugsgebiete in Quadratkilometern (km²) nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
- Chrishüttegraben (rechts), 0,4 km
- Sprossemoosgraben (links), 1,6 km
- Egelshorngraben (links), 2,3 km, 2,49 km²
- Tämpelgraben (links), 1,2 km
- Goldbach (links), 5,1 km, 4,49 km²
- Länggratgraben (rechts), 0,9 km
- Gadestattligraben (rechts), 1,3 km
Hydrologie
An der Mündung des Seeblibachs in die Grosse Fontanne beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 320 l/s, und sein Abflussregimetyp ist nivo-pluvial préalpin<ref>Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: «Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung. 50. Jg., Nr. 3, Juni 2006, S. 116–123, hier S. 119 (PDF; 3,2 MB).</ref>.
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Seeblibachs in l/s<ref>Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU). In: geo.admin.</ref>
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Wirtschaft
Köhlerei
Die Wälder haben sich von der Glasproduktion wieder erholt und im Drachslis, einem Hof am Seeblibach, sind seit 1977 wieder regelmässig Köhler am Werk, die grosse Mengen Holzkohle (ca. 100 Tonnen pro Jahr) traditionell mit Kohlemeilern herstellen.
Goldvorkommen
Der Seeblibach hat wie alle Flüsse und Bäche im Napfbergland überregionale Bekanntheit durch seine Goldvorkommen, die zwar klein, dafür extrem rein sind.
Glasbläserei
Wegen des feinen Quarzsandes und der umliegenden Wälder zogen Seeblibach und Fontanne im 18. Jahrhundert die ersten Glasmacher an. 1741 liessen sich Glasmacher aus dem Schwarzwald unterhalb der Pilgereggweid am Seeblibach nieder. Nach kurzer Zeit zählte der Weiler mehr als zehn Gebäude, zu denen auch eine Kapelle und eine Schenke gehörten; und die Glashütte beschäftigte teilweise mehr als hundert Personen. 1781 waren die Holzvorkommen um die Glashütte vollständig erschöpft, und die Glashütte an Fontanne und Seeblibach konnte nicht länger betrieben werden. Sie wurde aufgegeben und eine neue Glashütte in Flühli aufgebaut, bis auch dort die Holzvorkommen erschöpft waren. Um 1817 erbaute man in Hergiswil am See die heutige «Glasi Hergiswil».
An die Glashütten erinnert heute noch der Flurname «Glashüttli» etwa hundert Meter westlich vom Einfluss in die Grosse Fontanne. Die Siedlung Pilgereggweid ist ebenfalls nur noch durch den gleichnamigen Flurnamen bekannt.
Weblinks
- Verlauf des Seeblibachs auf dem Geoportal des Kanton Luzern
- Verlauf und Einzugsgebiet des Seeblibachs auf dem Vorlage:GeoQuelle
Einzelnachweise
<references />