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Saab Gripen

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(Weitergeleitet von Saab JAS-39 Gripen)
Saab JAS 39 Gripen
Datei:Saab-JAS-39 at ILA 2010 05.jpg
Schwedische JAS 39 Gripen auf der ILA 2010
Typ Mehrzweckkampfflugzeug
Entwurfsland
Hersteller Saab
Erstflug 9. Dezember 1988
Indienststellung 6. Juni 1996
Produktionszeit

Seit 1995 in Serienproduktion

Stückzahl 271 (Stand: Ende 2020)

Die Saab JAS 39 Gripen (Kurzform Gripen, schwedisch für: der Greif) ist ein einstrahliges Mehrzweckkampfflugzeug des schwedischen Herstellers Saab und der Nachfolger der Saab JA 37 Viggen. Die Bezeichnung JAS steht für Jakt, Attack och Spaning (schwedisch für: Jagd, Angriff und Aufklärung).

Der Erstflug der Saab 39 fand 1988 statt; die Version JAS 39C/D ist seit 2005 bei der schwedischen Luftwaffe (Flygvapnet) im Einsatz. Außerdem fliegen die Luftstreitkräfte von Südafrika, Ungarn, der Tschechischen Republik, Brasilien und Thailand die Gripen. Die Testpilotenschule des Vereinigten Königreichs (Empire Test Pilots School) betreibt zu Ausbildungszwecken ebenfalls eine Gripen.

Entwicklung

Datei:1025448 A Swedish JAS-39 Gripen returns to the play areas of the Arctic Challenge exercise Sept. 24, 2013.jpg
Eine schwedische JAS 39 Gripen nach einer Luftbetankung

Gebaut wird das Flugzeug von einer Tochtergesellschaft der SAAB AB, der Gripen International (Kooperation zwischen Saab Technologies und BAE Systems) im schwedischen Linköping. Der Großteil des Flugzeuges wird in Schweden gefertigt und endmontiert. Weitere Komponenten stammen hauptsächlich von europäischen Firmen, einige Teile jedoch aus den Vereinigten Staaten und Südafrika. Zur Entwicklung der Maschine schlossen sich Saab, Volvo, Ericsson und FFV Aerotech zur Industriegruppe JAS zusammen. Diese legte 1981 einen ersten Entwurf vor. Die ersten Systemerprobungen begannen 1984, und im Februar 1986 war das erste Mock-up fertig. Der Rollout erfolgte am 26. Februar 1987. Am 9. Dezember 1988 startete Stig Holmström mit dem ersten Prototyp zum Erstflug. Nach dessen Absturz flog der zweite Prototyp am 4. Mai 1990. Fünf Prototypen (der letzte flog erstmals im Oktober 1991), eine Zelle für statische Versuche und zwei Kabinen für Versuche mit dem Schleudersitz wurden gebaut. Die Erprobung dauerte wegen zweier Abstürze und Problemen mit der US-amerikanischen Fly-by-wire-Software länger als geplant. Die Saab 39 wurde 1993 von den schwedischen Luftstreitkräften auf dem Flugplatz von Linköping in Dienst gestellt. Die erste Doppelsitzermaschine flog am 29. April 1996.

In den 2010er Jahren begann die Entwicklung einer nächsten Gripen-Generation, der Gripen NG. Die schwedische Regierung plant die Beschaffung von 60 Gripen E;<ref>Schweden spricht Geld für Gripen E. In: FliegerWeb.com. Hobby Verlag AG, 23. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Dezember 2013; abgerufen am 11. Februar 2024.</ref> unklar ist, ob bereits ausgelieferte Gripen C umgerüstet werden oder ob die Flygvapnet mit neu gebauten Luftfahrzeugen ausgerüstet wird.<ref>Gareth Jennings: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Swedish Gripen Es to be new-build rather than re-manufactured. (Memento vom 25. Juni 2014 im Internet Archive) In: Janes.com, 12. Juni 2014, abgerufen am 22. Juni 2014 (englisch): „The Swedish government is set to amend the Gripen E production contract so that the aircraft will be new-build rather than re-manufactured airframes, a Saab spokesperson confirmed to IHS Jane’s on 12 June“ (englisch).</ref>

Beschreibung

Die Saab Gripen ist ein schwedisches Mehrzweckkampfflugzeug, das als Ein- und Doppelsitzer verfügbar ist. Es ist für den harten Wintereinsatz auch auf Behelfspisten, Autobahnen und unbefestigten Straßen ausgelegt. Zudem erfüllt es die Forderungen nach hoher Zuverlässigkeit, einfacher Wartung (zum Teil durch Wehrpflichtige) und universellem Einsatz. Bei besonders kalter Witterung lässt sich die Maschine – nach vergleichsweise kurzer Anheizphase mit dem Hilfstriebwerk – rasch in die Luft bringen. Auch bei schwierigen Bodenverhältnissen stellen Start und Landung für erfahrene Piloten kein größeres Problem dar. Die Kosten einer Flugstunde wurden von der südafrikanischen Luftwaffe (SAAF) 2012 mit 10.000 US-Dollar angegeben.

Da sich die Entwicklung für Saab nur bei einer Produktion von deutlich über 200 Stück finanziell lohnt, wurden bislang 68 Exemplare an andere, zu jenem Zeitpunkt blockfreie Staaten wie Südafrika, Ungarn, Tschechien und Thailand veräußert beziehungsweise verleast.

Technik

Konstruktion

Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen Mitteldecker mit an der Vorderkante um 45° gepfeilten Deltaflügeln mit Sägezahn und beweglichen Canards an den seitlichen Lufteinläufen. Die Canards dienen nicht nur der Manövrierfähigkeit, sondern können auch zur Verkürzung der Landestrecke benutzt werden. Im hinteren Teil des Rumpfes sind zusätzlich zwei Bremsklappen angebracht. Zur Erweiterung der Reichweite verfügt die Maschine über eine einziehbare Tanksonde auf dem linken Lufteinlass zur Luftbetankung. Das Fahrwerk besteht aus einem doppelt bereiften Bug- und zwei einfach bereiften Hauptfahrwerken. Die Avionik besteht aus einem Puls-Doppler-Radar PS-05/A von Ericsson/GEC-Marconi mit mehreren Betriebsarten (look-down, shoot-down) und einer Erfassungsreichweite von etwa 120 km, einem Ericsson-SDS-80-Zentralcomputer mit etwa 40 Prozessoren und einem MIL-1553B-Standardbus. Gesteuert wird die Maschine über ein Fly-by-wire-System. Im Cockpit stehen verschiedene Multifunktionsbildschirme und ein Weitwinkel-Head-up-Display von Kaiser Electronics zur Verfügung. Das Flugzeug besteht zu etwa dreißig Prozent aus Verbundwerkstoffen. So bestehen die Canards und einige Verkleidungen des Rumpfes sowie Teile der Tragflächen, der Seitenflosse, der Ruder und die Landeklappen aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen. Das Radom wird aus glasfaserverstärkten Kunststoffen gefertigt, während für den Rumpf eine Aluminiumlegierung und für die Tragflächenanschlüsse eine Titanlegierung verwendet wird.<ref>Der Greif schärft die Krallen. In: Fliegerrevue. Nr. 11/2008, November 2008, ISSN 0941-889X, S. 24–30.</ref>

Triebwerk

Bei den JAS 39A und B wird ein Volvo Aero RM12 – ein verbessertes F404-Triebwerk von General Electric mit Nachbrenner – eingesetzt. Für die JAS 39C/D wurde das verbesserte Volvo RM12UP verwendet. 2007 wurde die Möglichkeit der Nachrüstung mit einem GE-F414G-Triebwerk geprüft. Der erste Testflug mit diesem Triebwerk fand 2008 statt und wird bei der JAS 39E/F (Gripen NG) eingesetzt. Die Lufteinläufe der Triebwerke sind nicht verstellbar.

  • Volvo Aero RM12
  • Volvo Aero RM12UP
  • General Electric F414G

Sicherheits- und Rettungssysteme

Sprengschnur

Im oberen Teil der Cockpithaube ist eine Sprengschnur eingearbeitet, um im Falle eines Ausstieges mit dem Schleudersitz durch eine kontrollierte Zerlegung der Haube Verletzungen des Piloten vorzubeugen.

Schleudersitz

Für den Notausstieg bei Unterschallgeschwindigkeit sind für die Piloten vollautomatische Martin-Baker-Mk.10LS-Schleudersitze eingebaut. Der gasbetriebene Schleudersitz verfügt neben dem Piloten-Fallschirm auch über einen Anschluss für die Anti-g-Hose, einen Sauerstoffanschluss sowie ein Überlebenspaket. 2007 gab es Probleme mit einem ungewollten Ausschuss, als offenbar der Anti-g-Anzug den Auslösegriff bei hoher g-Beschleunigung betätigte.

Airbag

Für den Piloten im zweiten Cockpit (bei den Doppelsitzvarianten) ist ein Airbag im Frontpanel eingebaut, um ihn beim Ausstieg des vorne sitzenden Piloten mit dem Schleudersitz vor Splittern der berstenden Cockpithaube zu schützen.

ABS

Das Fahrwerk der Saab 39 verfügt über Bremsen mit ABS, um auf den schwedischen Behelfsstartbahnen bei schlechten Pistenverhältnissen und auf kurzen Strecken starten und landen zu können.

Bewaffnung

Datei:Saab JAS-39C Gripen, Sweden - Air Force AN2279593.jpg
Die Aufhängepunkte der Bewaffnung

Festinstallierte Bordkanone

Bewaffnung an Außenlaststationen

Zudem kann an vier Unterflügelstationen, zwei Flügelendschienen und zwei Unterrumpfstationen eine Vielzahl verschiedener Waffen mit einer maximalen Gesamtmasse von 4200 kg mitgeführt werden. Bei der Version Gripen E mit dem stärkeren Triebwerk stehen zwei zusätzliche Unterrumpfstationen zur Verfügung und die Gesamtmasse steigt auf 5200 kg.

Luft-Luft-Lenkflugkörper

  • 6 × LAU-7-Startschiene für je eine RB 74 (Robotsystem 74, schwedische Lizenzproduktion der Raytheon AIM-9L Sidewinder) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
  • 6 × MML-Startschiene für je eine Raytheon AIM-9L/I Sidewinder – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
  • 6 × MML-Startschiene für je eine RB 98 (Robotsystem 98, Diehl BGT Defence IRIS-T) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
  • 4 × MML-Startschiene für je eine RB 99 (Robotsystem 99, schwedische Lizenzproduktion der Raytheon AIM-120B AMRAAM) – radargesteuert für Mittelstrecken
  • 4 × MML-Startschiene für je eine Raytheon AIM-120C-5 AMRAAM – für Exportversion, radargesteuert für Mittelstrecken
  • 4 × MML-Startschiene für je eine MBDA Meteor – radargesteuert für Mittelstrecken
  • 6 × Startschiene für je eine Kentron V3E A-Darter (für südafrikanische Maschinen) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
  • 4 × Startschiene für je eine Kentron V4 R-Darter (für südafrikanische Maschinen) – radargesteuert für Kurzstrecken

Luft-Boden-Lenkflugkörper

  • 4 × LAU-117A-Startschiene für je eine Saab RB 75TV (Robotsystem 75, schwedische Lizenzproduktion der AGM-65B Maverick) – elektro-optisch gesteuert zur Panzerbekämpfung
  • 4 × LAU-117A-Startschiene für je eine Raytheon AGM-65D/G/H Maverick – wärmebildgesteuert zur Panzerbekämpfung
  • 2 × Saab Bofors/Diehl BGT RBS-15F Mk.3 (Robotsystem 15) – radargesteuert zur Schiffsbekämpfung

Gelenkte Bomben

Ungelenkte Luft-Boden-Raketen

  • 4 × Bofors-ARAK-70-Raketen-Rohrstartbehälter für je sechs ungelenkte Luft-Boden-Raketen; Kaliber 135 mm

Ungelenkte Bomben

Elektronik-Zusatzbehälter

Treibstofftanks

  • 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 1700 Litern Kerosin (nur JAS 39E Gripen NG)
  • 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 1400 Litern Kerosin (nur JAS 39EBS)
  • 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 1100 Litern Kerosin
  • 3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks der Saab 35 Draken mit 530 Litern Kerosin (nur Prototypen)

Geplante Erweiterungen des Waffenarsenals

Selbstverteidigungssysteme

Die Saab 39 ist mit dem integrierten IDAS-3-Selbstverteidigungssystem ausgestattet, das bei Bedarf automatisch Gegenmaßnahmen ergreifen kann.<ref>IDAS – Integrated DAS – Self Defence for Airborne Plattforms. Technical Specifications. In: saabgroup.com. Saab Group, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Dezember 2013; abgerufen am 11. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Radarwarner: Die Enden der Startschienen an den Tragflächenspitzen tragen insgesamt vier SAAB-Electronics-BOW-21- oder RWS-300-Radarwarnsensoren. Zusätzlich ist ein Radarwarnempfänger in der Heckflosse untergebracht.

Laserwarner: Im Rumpf sind mittig vier Saab-LWS-310-Laser-Warngeräte verbaut.

Raketenanflugwarner: Vor und hinter der Flügelwurzel sind in der Gripen NG insgesamt vier Raketenanflugwarnsensoren (MAW) des Typs Saab MAW-300 eingebaut.

Täuschkörper: An den Startschienen unter den Tragflächen können insgesamt vier Täuschkörperwerfereinheiten Saab BOP-C mit 8, 20 oder 40 Täuschkörpern befestigt werden. Die Täuschkörper sind plättchenartig gefertigt und haben eine neuere chemische Wirkungsweise. Im Rumpf sind zwei Täuschkörperwerfereinheiten Saab BOP-L mit 23, 29, 31 oder 39 1"×1"-Täuschkörpern montiert. CelsiusTech-Bo2D-Radarschleppköder mit 100-m-Schleppseil an Waffenpylonen 2L oder 2R.

Elektronische Kriegsführungssysteme: Das von Ericsson Saab Avionics eingebaute EWS39 (Electronic Warfare System 39), ab Baulos 3, ist im Rumpf integriert. Es analysiert, identifiziert sowie priorisiert die Daten aller Sensoren (RWR, IFF und Radar) und bekämpft auf Wunsch die Bedrohungen automatisch.

TIDLS: Fortgeschrittenes Datenübertragungssystem, das es dem Gripen-Pilot erlaubt, sich trotz ausgeschaltetem Radar mit Daten anderer Sensoren ein Bild der Lage zu machen. Weiter besitzen die JAS 39C/D das US-amerikanische Link-16-System, um mit NATO-Kampfflugzeugen kommunizieren zu können. Mit Link 16 ergibt sich die Möglichkeit, ein Ziel durch eine E-3 AWACS aufspüren zu lassen und die Lenkflugkörper ohne Einsatz des eigenen Radars abfeuern zu können.

Produktion

Schweden

Bei Saab sollten nach dem Stand der Bestellungen von 2007 insgesamt 249 Gripen-Serienflugzeuge in Linköping gefertigt werden. Die Wartung der SAAF-Maschinen erfolgte nach Ablauf eines Vertrages mit SAAB größtenteils durch das südafrikanische Unternehmen Denel.

Brasilien

Die ersten 13 brasilianischen Exemplare (siehe weiter unten) sind komplett bei Saab in Schweden gebaut worden. Die folgenden Maschinen sind unter Beteiligung der Firma Embraer in Brasilien endmontiert worden. Dies umfasst die letzten acht Gripen E und sieben Gripen F eines ersten Loses ab Mitte 2020.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brazil reveals Gripen production schedule. Embraer’s manufacturing role. (Memento vom 10. Oktober 2017 im Internet Archive) In: Janes.com, 8. Oktober 2017 (englisch).</ref>

Varianten

Datei:Saab JAS 39 Gripen 3-view.svg
Saab JAS 39 Gripen

Gripen Entwicklung

JAS 39: Diese fünf Testmaschinen umfassen die Prototypen mit den Produktionsnummern 39-101 bis 39-105. Weiter ist eine Zelle für Belastungstest gebaut worden. Die Testmaschinen wurden nach dem Abschluss der Tests ausgemustert. Die 39-102 ist im schwedischen Luftwaffenmuseum zu besichtigen.

Gripen A

JAS 39A: Erste Mehrzweckkampfflugzeugversion, kein Export. Cockpit mit einfarbigem MFD, alles in schwedischer Sprache beschriftet. Unterschiede zwischen Batch-1- und Batch-2-Maschinen: Batch-2-Maschinen sind analog der JAS 39C des Batch 2 ausgerüstet.

Gripen B

JAS 39B: Zweisitzige Version der JAS 39A für Kampf- und Trainingseinsätze. Unterschied: fehlende Bordkanone, zweites baugleiches Cockpit hinter dem Piloten und kleinerer interner Treibstofftank.

Gripen C

Datei:Saab JAS-39C Gripen MFD at ADAS 2018.jpg
Glascockpit in der JAS 39C

JAS 39C: Verbesserte Version mit neuem Glascockpit, größeren MFD, neuer APU, OBO-Generator (Sauerstofferzeuger) und Flugbetankungssonde. Unterschiede zwischen Batch-2- und Batch-3-Maschinen: Batch 3 ist die Exportversion mit englisch beschriftetem Cockpit, erweiterter NATO-kompatibler Bewaffnung sowie verbessertem Triebwerk, FADEC und Link-16-Datenlink.

Gripen D

JAS 39D: Zweisitzige kampftaugliche Version der JAS 39C, die auch als Wild Weasel oder Drohnenleitstelle operieren soll.

Gripen EBS

JAS 39EBS: Bezeichnung für die JAS 39C/D für den Export. Die Bezeichnung EBS HU bedeutet Export Baseline Standard Hungary und unterscheidet sich von den JAS 39C durch das Link-16-Datenlink, NATO-Pylons, größere Zusatztanks sowie NATO-Standardbewaffnung. Sämtliche Beschriftungen und Computersysteme sind in englischer Sprache vorhanden.

Gripen Nächste Generation


Datei:Saab Gripen NG cabina.png
Cockpit der brasilianischen Gripen E

JAS 39NG: Die Gripen NG (NG steht für Next Generation oder New Gripen) ist ein Testflugzeug und Technologiedemonstrator für die Systeme des JAS 39E und JAS 39F. Die Gripen NG ist eine JAS 39B, bei der in mehreren Schritten, Avionik, Flugsoftware, Waffenrechner, Radarwarner, Störsender Radar und Infrarotsensoren verbaut wurden. Damit entspricht die Gripen NG von der Ausrüstung her in ihrem Endzustand weitgehend der JAS-39F. Jedoch wurden die Flugzeugzelle, das Fahrwerk und das interne Tankvolumen unverändert von der JAS 39B / JAS 39D übernommen und entsprechen in diesen Punkten nicht der JAS 39F. Der Prototyp wurde am 23. März 2008 vorgestellt. Ein Testflug zur Demonstration der Supercruise-Fähigkeiten fand am 21. Januar 2009 über der Ostsee durch den Testpiloten Magnus Ljungdahl statt.

Gripen E

Datei:Saab Gripen NG.png
Vorführmodell der Saab Gripen NG in Brasilien vor dem Kongressgebäude in Brasília (2016)

JAS 39E: Die Gripen E hat eine so umfangreiche Modernisierung, das sie als Kampfflugzeug, der Generation „4+“ bzw. Generation 4.5 zugeschrieben wird. Verschiedene Neuerungen wie AESA-Radar, Täuschkörper, neuere Bewaffnung und neue Außenlaststationen sind bezeichnend. Diese Version weist eine auf 16.000 kg erhöhte Abflugmasse sowie 1000 kg mehr Zuladung auf. Sie besitzt das General-Electric-F414G-Triebwerk und hat 1400 l mehr Tankkapazität. Das Hauptfahrwerk der Maschine wird nun in einer Verkleidung unter dem Rumpf untergebracht, was durch die breitere Spur auch die Anbringung zweier zusätzlicher Aufhängungen am Rumpf mit maximal 910 kg Zuladung ermöglicht. Das Bugfahrwerk verfügt nur noch über ein Rad statt zweier Räder. Auch die Avionik (Radar mit elektronischer Strahlschwenkung, Selbstschutzsystem, Kommunikationssystem) wurde verbessert. Der Erstflug der Gripen E fand etwa ein Jahr nach dem Rollout am 15. Juni 2017 in Linköping mit Testpilot Marcus Wandt statt,<ref>Gripen E startet zum Erstflug. In: Flug Revue. Nr. 10/2017, Oktober 2017, ISSN 0015-4547, S. 6.</ref> der zweite und dritte Prototyp folgte am 26. November 2018 und am 11. Juni 2019.<ref>Neuer Kampfjet von Saab: Zweite Gripen E beginnt Flugtests. In: Flug Revue. ISSN 0015-4547 (flugrevue.de [abgerufen am 27. November 2018]).</ref><ref>Gripen E – Erstflug des 3. Testflugzeugs. In: Cockpit.aero. SAMedia GmbH, 11. Juni 2019, abgerufen am 13. Juni 2019: „Am gestrigen Montag absolvierte das dritte Gripen-E-Testflugzeug erfolgreich seinen Erstflug. Das zweite Testflugzeug ist am 26. November vergangenen Jahres zum ersten Mal gestartet.“</ref> Am 15. April 2015 wurde bekannt, dass Brasilien sich mit Saab über den Kauf von 36 Kampfflugzeugen vom Typ Gripen E geeinigt habe. Der Vertrag sah eine enge Zusammenarbeit und einen Technologietransfer mit dem brasilianischen Flugzeughersteller Embraer vor. Brasilien sollte für die Flugzeuge 5,4 Mrd. US-Dollar (5 Mrd. Euro) zahlen. Außerdem wurde in Aussicht gestellt, die Maschine ab 2023 in Brasilien für den Export nach Lateinamerika und Afrika zu produzieren.<ref>Brasilien bestellt bei Saab und Embraer 36 Gripen NG. In: aero.de. 15. April 2015, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> Das erste brasilianische Flugzeug verblieb nach dem Erstflug im Herbst 2019 vorerst in Schweden, am 20. September 2020 traf es in Brasilien ein. Das erste Serienflugzeug soll bis Ende 2021 an die brasilianische Luftwaffe geliefert werden.<ref>Flugrevue.de: Gripen E fliegt in Brasilien, abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref> Zudem erhalten auch ab 2025 die Schwedische Luftstreitkräfte und ab 2026 die Kolumbianische Luftwaffe ihre ersten Gripen E, wobei Kolumbien zusätzlich auch noch die vollkampffähige zweisitzige Version F erhält.<ref>Kolumbien besiegelt Milliardendeal für Gripen E/F. In: flugrevue.de. 17. November 2025, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref>

Gripen F

JAS 39F: Zweisitzige kampftaugliche Version der JAS 39E, die auch als Wild Weasel oder Drohnenleitstelle operieren soll. Unterschied: fehlende Bordkanone, zweites baugleiches Cockpit hinter dem Piloten und kleinerer interner Treibstofftank. SAAB stellte die JAS 39F noch in der Projektierungsphase vor. Im ersten Beschaffungsverlauf zeigte die Schweiz Interesse JAS 39E und JAS 39F zu beschaffen. Die Schwedische Luftwaffe zeigte zu dem Zeitpunkt kein Interesse an einer Beschaffung von JAS 39F da aus ihrer Sicht die vorhandenen JAS 39B und JAS 39D als Kampftrainer genügen. Daraufhin änderte die Schweiz ihren Beschaffungswunsch auf 22 JAS 39E. Als Brasilien sich zur Beschaffung der Gripen bekannte, insistierte die brasilianische Luftwaffe darauf, auch acht JAS 39F zu erhalten. Die JAS 39F werden vollumfänglich in Brasilien gebaut.<ref>Walter Hodel: Insider. Ausgabe Nr. 3 2019, S. 27.</ref>

Weitere Varianten

  • JAS 39 Gripen DK: Alte Bezeichnung für die Gripen NG der geplanten Version für Dänemark
  • JAS 39 Gripen N: Geplante Version für Norwegen, verbesserte JAS 39C/D
  • JAS 39 Super Gripen: Alte Bezeichnung für die Gripen NG
  • JAS 39X Gripen: Einstmals geplante Exportversion für die saudische RSAF; unterlag in der Evaluation gegen den Eurofighter Typhoon
  • JAS 39 Super Gripen IN: Exportversion für Indien auf Basis der Gripen NG
  • JAS 39M Sea Gripen: mögliche Exportversion für Indien und Brasilien für den Trägereinsatz (STOBAR und CATOBAR) auf Basis der Gripen E/F<ref>SAAB promotes its Sea Gripen, a possible Naval Variant of the Gripen NG Fighter Jet. In: dimdex.com. DIMDEX, 13. Mai 2013, abgerufen am 4. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Ursprungsquelle: navyrecognition.com).</ref>

Kriegseinsätze

Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011

Die Gripen absolvierte ihren ersten Kampfeinsatz im Rahmen des internationalen Militäreinsatzes in Libyen 2011. Schweden setzte ab dem 28. März acht, später fünf Flugzeuge von Sigonella aus für Aufklärungsmissionen über Libyen ein. Das damals noch neutrale Schweden beteiligte sich nicht an der Bekämpfung von Bodenzielen. Die Gripen absolvierten mit 40 % den Hauptanteil der Aufklärungsmissionen. In 650 Einsätzen und annähernd 2.000 Flugstunden wurden 150.000 Aufnahmen gemacht. Bei diesen Einsätzen erreichten die Gripen C eine Verfügbarkeit von über 92 %.<ref>Sonderbeilage Gripen. In: Zeitschrift Cockpit, Mai 2012.</ref>

Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand

Im Juli 2025 griffen zwei thailändische Gripen gemeinsam mit F-16 Fighting Falcon im Rahmen des Grenzkonflikts zwischen Kambodscha und Thailand kambodschanische Stellungen an.<ref>Thailand Confirms First-Ever JAS39 Gripen Combat Strike on Cambodian Forces Amid Escalating Armed Conflict. In: Defence Security Asia. 26. Juli 2025, abgerufen am 27. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nutzerstaaten

BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien
Força Aérea Brasileira: 40 (28 F-39E, 8 F-39F, 4 weitere), insgesamt 70 JAS 39E/F (lokale Bezeichnung F-39E/F) in zwei Losen geplant, Mix noch nicht festgelegt, Los 1 umfasst die ersten 40 Exemplare)<ref>Brazil inducts first Gripen fighters and announces new jets. In: Janes, 26. April 2022.</ref>
Die brasilianische Regierung bestellte bei Saab zunächst 36 Gripen NG. Der Vertrag wurde im September 2015 geschlossen und hat ein Volumen von 4,68 Milliarden Dollar.<ref name="fg20150911">Stephen Trimble: Brazil finalises $4.68bn Gripen NG deal. In: Flightglobal.com. 11. September 2015, abgerufen am 11. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Brazil has finalised a $4.68 billion deal for 36 Saab Gripen NG fighters after concluding more than 20 months of negotiations over pricing and industrial cooperation against the backdrop of a deepening economic and political crisis.“</ref> Im Geschäft inbegriffen ist ein umfangreicher Technologietransfer. Die zunächst 36 Flugzeuge des ersten Loses sollten ursprünglich zwischen von Ende 2018 und 2020 bei Embraer in Brasilien gebaut werden (21 teilweise und 15 komplett). Letztendlich begannen die Auslieferungen Ende 2021 bei Saab in Linköping<ref>Brazil receives series-production F-39 Gripen fighters. In: Janes, 25. November 2021.</ref>. Sie kosten 39,3 Mrd. schwedische Kronen<ref>Saab and Brazil sign contract for Gripen NG. Press Release. Saab AB, 27. Oktober 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2015; abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Janet Tappin Coelho: Saab confirms twin-seat Gripen F development for Brazil. In: janes.com. IHS Jane’s, Jane’s Information Group, 4. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2014; abgerufen am 8. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>; die Bezahlung soll bis 2023 erfolgen.<ref>Brasilien kauft Saab-Kampfjets. In: tageblatt.lu. Tageblatt Online, 18. Dezember 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.</ref> Bereits während der Olympischen Sommerspiele 2016 sicherten einige angemietete ältere Gripen C/D den Luftraum über Rio de Janeiro. Am Tag der offiziellen Indienststellung der ersten F-39E im Jahr 2022 wurde bekannt, dass das erste Los letztendlich 40 Exemplare umfassen soll. Die brasilianische Endmontagelinie wurde schließlich im Mai 2023 eröffnet.<ref>Brazil opens Gripen E/F final assembly line at Embraer plant. In: Flightglobal.com. DVV Media Group, 10. Mai 2023, abgerufen am 16. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Aus Budgetgründen wurde der Zulauf erheblich gestreckt, bis 2032 für das 1. Los über 36 Maschinen. Dadurch kam es auch zu erhöhten Beschaffungskosten<ref>Imprevisibilidad presupuestaria: Brasil gasta más del 13 % por encima del valor inicial en el contrato del Gripen. In: infodefensa.com. Grupo Metalia, 16. September 2025, abgerufen am 18. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Maschinen stehen bei folgenden Staffeln im Dienst: Base Aérea de Anápolis, Anápolis: Escuadrón Jaguares der Primer Grupo de Defesa Aérea (1° GDA) des (Geschwaders) Ala 2, seit 2022
KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien
Fuerza Aérea Colombiana: 17 (15 JAS 39E, 2 JAS 39F). Die Bestellung von 17 Exemplaren inklusive zwei Doppelsitzern erfolgte nach einem mehrjährigen Prozess mit diversen Verzögerungen schließlich im November 2025. Die Auslieferungen sollen in den Jahren 2026 bis 2032 erfolgen.<ref>Colombia chooses 17 Swedish Gripen E/F fighter jets and reshapes its airpower posture. In: armyrecognition.com. 15. November 2025, abgerufen am 17. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden
Schwedische Luftstreitkräfte: 175 (75 JAS 39A, 14 JAS 39B, 70 JAS 39C, 14 JAS 39D), wovon 29 speziell für die Tschechische Republik, Ungarn und Großbritannien gebaut und verleast/vermietet worden sind, siehe unten; Auslieferung von 60 JAS 39E ursprünglich ab 2018 geplant, Start 2025.<ref name="fg20130222">Craig Hoyle: Sweden commits first funds to Gripen E programme. In: Flightglobal.com. DVV Media Group, 22. Februar 2013, abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Südafrika
Südafrikanische Luftwaffe: 28 (19 JAS 39C, 9 JAS 39D). Auf dem Testgelände Overberg wollte der Hersteller für alle interessierten Kunden ab 2013 die Gripen Fighter Weapon School eröffnen, was mangels Interesse der SAAF zunächst nicht realisiert werden konnte.
ThailandDatei:Flag of Thailand.svg Thailand
Royal Thai Air Force: 24 (8 JAS 39C, 4 JAS 39D, 3 JAS 39E, 1 JAS 39F plus geplant 8 weitere JAS 39E/F); Die ersten 6 JAS 39 C/D<ref>Karl Schwarz (KS): Erste Saab Gripen für Thailand hebt ab. In: Flugrevue.de. Flug Revue, 17. September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> im Export Baseline Standard (EBS) am 17. Oktober 2007 bestellt und ab dem 22. Februar 2011 ausgeliefert wurden. Für die Bestellung der optionalen weiteren sechs JAS 39 C/D fehlte zunächst noch die Finanzierung. Im November 2010 war diese jedoch ebenfalls gesichert, so dass am 23. November 2010 diese Maschinen fix bestellt wurden. Die Lieferung wurde im September 2013 abgeschlossen. Im Juni 2025 formalisierte die RTAF die Auswahl von bis zu 12 Gripen der E/F-Baureihe.<ref>Mike Yeo: Thailand to acquire first tranche of four Gripen E/Fs, KAI seals deals for 12 more FA-50s for Philippines. In: breakingdefense.com. Breaking Media, 4. Juni 2025, abgerufen am 7. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien
Luftstreitkräfte der Tschechischen Republik: 14 (12 JAS 39C+, 2 JAS 39D) Maschinen geleast bis 2027.<ref>Craig Hoyle: Czech government signs Gripen lease extension. In: Flightglobal.com. DVV Media Group, 19. Mai 2014, abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „The contract means that the Czech Republic will continue to lease 14 Gripen aircraft until at least 2027.“</ref>
UkraineDatei:Flag of Ukraine.svg Ukraine
Ukrainische Luftstreitkräfte: Die Ukraine unterzeichnete im Oktober 2025 eine Absichtserklärung über die Beschaffung der Gripen E/F. Das Land plant bis zu 150 Exemplare zu erwerben.<ref>Mirjam Lörcher: Die Ukraine will 150 Super Gripen kaufen. In: armyrecognition.com. 22. Oktober 2025, abgerufen am 17. November 2025.</ref>
UngarnDatei:Flag of Hungary.svg Ungarn
Ungarische Luftstreitkräfte: 18 (16 JAS 39C, 2 JAS 39D); Zunächst wurden 2003 14 ehemalige JAS 39A/B geleast, die zu JAS 39C/D im Export Baseline Standard HU modernisiert (JAS 39EBS HU C/D) und bis 2007 geliefert wurden. Der ursprüngliche Vertrag wurde 2024 als Gegenleistung für die ungarische Zustimmung zum schwedischen NATO-Beitritt<ref>Kampfjets für ein „Ja“ zum NATO-Beitritt? 23. Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> um vier weitere JAS 39 C erweitert<ref>Craig Hoyle: Hungary to take four more Gripen Cs under deal with Sweden. In: Flightglobal.com. DVV Media Group, 23. Februar 2024, abgerufen am 24. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die 2026 zuliefen.<ref>https://dailynewshungary.com/new-gripen-fighter-jets-arrived-in-hungary/. In: dailynewshungary.com. 29. April 2026, abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich
Royal Air Force: 1 (JAS 39D), Exemplar der schwedischen Luftwaffe, an die Empire Test Pilots’ School der Royal Air Force stundenweise seit 1999 vermietet.<ref>Saab Signs New Agreement with UK’s Test Pilots School. The North Spin, 15. Februar 2008, abgerufen am 8. Dezember 2008. „Test pilot students at the renowned Empire Test Pilots’ School (ETPS), MOD Boscombe Down in the United Kingdom, will continue to have access to fly Sweden´s new generation Gripen fighter under the recently signed agreement with Saab. […] Since 1999, ETPS has included Gripen in its test pilot training courses, working in conjunction with Saab. […] Flight operations will be undertaken at Saab’s facility in Linköping, while simulator training will be conducted at the Swedish Air Force F7 Wing, Såtenäs“ (englisch).</ref> 2014 wurde die Vereinbarung zwischen der ETPS und Saab bis 2018 verlängert.<ref name="flightglobal-13072014">Craig Hoyle: UK test pilot school extends Gripen arrangement. In: Flightglobal.com. DVV Media Group, 12. Juli 2014, abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Saab has signed a contract extension with the UK’s Empire Test Pilots’ School (ETPS), covering the latter’s continued use of a Gripen trainer for another four years.“</ref>

Export

Das Flugzeug musste sich in diversen Ausschreibungen schon der Dassault Rafale und dem Eurofighter stellen. Diese Flugzeuge weisen zwar ein größeres Einsatzspektrum auf, sind aber in Anschaffung wie auch Unterhalt, allein wegen zweier Triebwerke, erheblich teurer als das schwedische Modell.<ref>Die aktuellen Kampfjet-Programme (Teil 4) – Saab Gripen. Saab präsentiert Gripen E. In: Flugrevue.de. Flug Revue, 22. August 2015, S. 4, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. September 2017; abgerufen am 27. Februar 2024.</ref>

Interessenten

Neben den gewonnenen Ausschreibungen (siehe oben) gab und gibt es weitere interessierte Nutzerstaaten.

Ehemalige Interessenten

Zwischenfälle

Insgesamt sind seit 1989 neun Saab 39 verunglückt oder abgestürzt, dabei kam es zu sieben Totalverlusten.

  1. Am 2. Februar 1989 verunglückte der erste Prototyp (39-1) bei der Landung. Der Testpilot erlitt lediglich einen Armbruch.
  2. Am 8. August 1993 stürzte eine Gripen in der Innenstadt von Stockholm bei einer Flugshow neben der Brücke Västerbron auf Långholmen ab. Die Maschine wurde vom selben Piloten gesteuert, der bereits 1989 mit dem Prototyp verunglückt war, er stieg per Schleudersitz aus.
  3. Am 20. September 1999 stürzte eine Gripen des Geschwaders F7 (Såtenäs) in den Väner-See. Der Pilot stieg per Schleudersitz aus.
  4. Am 1. Juni 2005 stürzte eine Gripen des Geschwaders F17 (Ronneby) ab. Der Pilot stieg per Schleudersitz aus.
  5. Am 19. April 2007 wurde während des Landeanfluges auf den Fliegerhorst Luleå der Schleudersitz einer Gripen JAS 39C ohne Zutun des Piloten ausgelöst. Der Pilot hatte unmittelbar vorher ein energisches Wendemanöver (ca. 8,8g) geflogen. Dabei wurde die Anti-g-Hose stark aufgebläht und hob dabei den zwischen den Knien des Piloten befindlichen Bügel zur manuellen Auslösung an.<ref>Aviation safety Network, report #89896. In: aviation-safety.net. Aviation Safety Network, 6. Februar 2011, abgerufen am 10. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  6. Am 19. Mai 2015 schoss eine ungarische Gripen während der Übung „Lion Effort 2015“ auf dem Militärflugplatz Čáslav in Tschechien über das Pistenende hinaus in ein Feld, der vordere Rumpfabschnitt wurde dabei abgerissen. Die Piloten retteten sich mit den Schleudersitzen und blieben unverletzt.<ref>Lothar Martin: Ungarischer Kampfjet bei Militärübung in Čáslav verunglückt. In: radio.cz. Radio Prag, 19. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.</ref><ref>Beth Stevenson: Hungarian Gripen crashes in Czech Republic. In: Flightglobal.com. 19. Mai 2015, abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „A Saab Gripen D crashed at Čáslav air base in the Czech Republic while landing during its participation in the multinational exercise Lion Effort on 19 May.“</ref>
  7. Am 10. Juni 2015 verunglückte eine weitere Gripen der ungarischen Luftwaffe nahe ihrem Heimatstützpunkt Kecskemét, nachdem der Pilot Probleme mit dem Fahrwerk gemeldet hatte. Bei der Landung verlor er die Kontrolle über das Flugzeug und rettete sich mit dem Schleudersitz. Der Stabschef der ungarischen Luftstreitkräfte ordnete daraufhin ein Flugverbot für den Typ an.<ref name="fg20150611">Beth Stevenson: Second Hungarian Gripen crashes at domestic air base. In: Flightglobal.com. 11. Juni 2015, abgerufen am 11. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Hungarian media claims one of the nation’s Saab Gripens has crashed – the second in less than a month – leading to reports that Budapest has grounded its fleet until further notice.“</ref>
  8. Am 14. Januar 2017 verunglückte bei einer Flugschau in Hat Yai (Thailand) eine Gripen 39C der Royal Thai Air Force. Der Pilot kam bei diesem Unfall ums Leben.<ref>Gripen jet crashes during air show, pilot killed. In: bangkokpost.com. 14. Januar 2017, abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  9. Am 21. August 2018 kollidierte eine Gripen in Schweden mit einem Vogel und stürzte ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.<ref>Johan Nilsson/TT: Militärpersonal spricht mit der Polizei in einem Auto in der Nähe des Standorts, an dem am 21. August 2018 ein JAS 39 Gripen-Kampfjet vor Ronneby, Südschweden, abgestürzt ist. Das Flugzeug zerschellte nach einer Kollision mit einem Vogel. Der Pilot ist unverletzt. Vogelabsprachen und der Pilot sind unverletzt. In: alamy.de. 21. August 2018, abgerufen am 11. Februar 2024 (Foto zur Absturzstelle).</ref>

Technische Daten

Datei:Gripen ag1.jpg
Saab JAS 39 Gripen
Datei:JAS 39 pair HuAF Kecskemét 2007.JPG
Formationsflug zweier Gripen (2007)
Datei:Gripen-4.jpg
Zweisitzige Svenska Flygvapnet JAS 39B Gripen, 2008 in Emmen (CH)
Datei:Saab 39.jpeg
Die Saab Gripen auf der ILA 1998
Datei:Czech JAS-39 Gripen over the Curonian Spit in 2012.jpg
Tschechische Gripen über der Kurischen Nehrung (2012)
Kenngröße Daten der JAS 39A/B/C/D „Gripen“ Daten der JAS 39E/F „Gripen NG“
Länge 14,10 m (Zweisitzer: 14,80 m) 15,20 m (Zweisitzer: 15,90 m)
Spannweite 8,40 m 8,60 m
Flügelfläche 25,54 m² 31,1 m²
Flügelstreckung 2,76
Tragflächenbelastung
  • minimal (Leermasse): 259 kg/m²
  • nominal (normale Startmasse): 341 kg/m²
  • maximal (maximale Startmasse): 548 kg/m²
  • minimal (Leermasse): 244 kg/m²
  • nominal (normale Startmasse): 353 kg/m²
  • maximal (maximale Startmasse): 531 kg/m²
Höhe 4,70 m
Leermasse 6.622 kg ca. 7.600 kg
normale Startmasse 8.720 kg ca. 11.000 kg
max. Startmasse ca. 14.000 kg ca. 16.500 kg
Tankkapazität 2.821 l bzw. 2.268 kg (intern) 4.221 l bzw. 3.394 kg (intern)
Treibstoffmassenanteil 0,260 ca. 0,310
G-Limits −3/+9g
Höchstgeschwindigkeit
  • Mach 2+ bzw. 2.130 km/h (auf optimaler Flughöhe)
  • Mach 1,2 bzw. 1.470 km/h (auf Meereshöhe)
Marschgeschwindigkeit k. A. Mach 1,2<ref group="Anm.">Auf optimaler Flughöhe in Standard-Luftkampf-Konfiguration (4 × MBDA Meteor + 2 × IRIS-T).</ref>
Dienstgipfelhöhe 15.240 m höher als 16.000 m
max. Steigrate 254 m/s k. A.
Einsatzradius 700 km<ref group="Anm.">Bei einer Waffenlast von ca. 2000 kg.</ref> 1.300 km im Luftüberwachungseinsatz
Überführungsreichweite 3.000 km<ref>Militärjets – Geschichte – Technik – Typen. ISBN 3-7654-7035-X, S. 175.</ref> (Luftbetankung bei JAS 39C/D möglich) 4.075 km (Luftbetankung möglich)
benötigte Startbahn/Landebahn 800 m 600 m
max. Waffenlast 4.200 kg 5.200 kg
Triebwerk ein Volvo Aero RM12 (ein F-404-Derivat) ein Mantelstromtriebwerk General-Electric F414GE-39E (F414G)

(Kundenwunsch F414G EPE 120kN)<ref>Gripen NG’s Advanced Turbofan Engine: An Overview – Gripen. In: gripenblogs.com. 15. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2018; abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Schubkraft
  • mit Nachbrenner: 80,54 kN
  • ohne Nachbrenner: 54,05 kN
  • mit Nachbrenner: 97,88 kN
    in einem nicht definierten Entwicklungsstadium (F414G) 105 kN<ref>Detta är Super-Jas. In: nyteknik.se. 7. Dezember 2011, abgerufen am 6. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • ohne Nachbrenner: 63,47 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis
  • maximal (Leermasse): 1,23
  • nominal (normale Startmasse): 0,94
  • minimal (maximale Startmasse): 0,58
  • maximal (Leermasse): 1,29
  • nominal (normale Startmasse): 0,95
  • minimal (maximale Startmasse): 0,62
Bordradar Hersteller/Typ Ericsson und GEC-Marconi / PS-05/A Selex Galileo / ES05 Raven (AESA)
Systempreis etwa 100 Millionen US-Dollar<ref>Nopporn Wong-Anan: UPDATE 3-Thailand to buy six Swedish Gripen fighters. In: reuters.com. 17. Oktober 2007, abgerufen am 27. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Auf der Basis des thailändischen Gripen-Kaufs).</ref> etwa 100 Millionen US-Dollar<ref>Rüstungsprogramm 2012: Kampfflugzeug Gripen E. In: offiziere.ch. 15. November 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. April 2021; abgerufen am 27. Februar 2024.</ref>
45–55 Millionen US-Dollar pro Flugzeug<ref>Saab Gripen analysis – Defense Issues. In: defenseissues.net. 16. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Oktober 2020; abgerufen am 24. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rettungssystem Schleudersitz Martin-Baker MB Mk.10LS

Anmerkungen <references group="Anm." />

Weblinks

Commons: Saab 39 Gripen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Zivile Baureihen:

90913402000

Militärische Baureihen:

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