SS-Obergruppenführer
SS-Obergruppenführer (Ogruf) war bis 1942 im NS-Staat höchste Führerdienstgrad der Schutzstaffel (SS), welcher unter dem des Reichsführer SS angesiedelt war. Mit der Einführung des übergeordneten Dienstgrads SS-Oberst-Gruppenführer (April 1942) wurde dessen Rangstellung eine Stufe niedriger gestellt. In der Waffen-SS war er seitdem der zweithöchste Generalsrang. Die Ansprache erfolgte wie in allen NS-Organisationen mit SA-ähnlicher Struktur stets ohne das vorangestellte Präfix.
Am 1. Juli 1944 ernannte Heinrich Himmler alle Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF) in den Oberabschnitten sowie alle SS- und Polizeiführer (SSPF) in den Abschnitten zu Generalen der Polizei und der Waffen-SS bzw. zu Generalen der Polizei. So trug dieser Personenkreis entweder die offizielle Doppelbezeichnung SS-Obergruppenführer der Polizei und der Waffen-SS oder die Doppelbezeichnung SS-Obergruppenführer und General der Polizei. Überdies wurden die SS-Obergruppenführer der Waffen-SS taggleich mit den militärischen Generalsrängen versehen und trugen nun die offizielle Doppelbezeichnung SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS.<ref>SS-Personalhauptamt: Dienstaltersliste der Waffen-SS. SS-Obergruppenführer bis SS-Hauptsturmführer. Stand vom 1. Juli 1944, neu herausgegeben von Brün Meyer, Boblio Verlag, Osnabrück 1987, ISBN 3-7648-1469-1.</ref>
Rangfolge und Insignien
Dieser SS-Rang entsprach dem SA-Obergruppenführer und dem damaligen militärischen Rang General (mit dem Zusatz der Waffengattung) der Wehrmacht.<ref>Gordon Williamson: Die SS. Hitlers Instrument der Macht. Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 1994, S. 250 („Dienstränge der SS und ihre Entsprechung in der Wehrmacht“).</ref> Er wäre vergleichbar mit einem heutigen Generalleutnant der Bundeswehr.
Bis Kriegsende 1945 erreichten 108 SS-Angehörige den Rang eines SS-Obergruppenführers.<ref>Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. Bassermann, München 2008 (Erstausgabe 1967), ISBN 978-3-8094-2255-6, S. 141.</ref> In der Allgemeinen SS konnte ein SS-Obergruppenführer beispielsweise als Führer eines SS-Oberabschnitts Verwendung finden, in der Waffen-SS als Führer eines Korps oder vergleichbaren Verbandes. Auch die „Höheren SS- und Polizeiführer“ (HSSPF), die in der Hierarchie direkt unter dem Reichsführer SS standen, bekleideten meist diesen Rang.
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(Allgemeine SS / Waffen-SS)
(Allgemeine SS / Waffen-SS)
(Wehrmacht / Waffen-SS)
| Dienstgrad | ||
| niedriger: SS-Gruppenführer |
SS-Obergruppenführer (Ogruf) |
höher: SS-Oberst-Gruppenführer |
Bei den Abbildungen werden die Rangabzeichen oder Dienstgradabzeichen gezeigt, die als Schulterstücke und Kragenspiegel, aber auch als Ärmelabzeichen ab 1942 für Tarn- oder Spezialanzüge<ref>Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte, 1. Auflage (Liz.5, P189/84, LSV:0547, B-Nr. 746 635 0), Militärverlag der DDR (VEB), Berlin, 1985, S. 145 (Dienstgradabzeichen 29/30).</ref>, getragen wurden. Die spiegelgleichen Kragenspiegel mit dem Rangabzeichen wurden an der feldgrauen Uniformjacke der Waffen-SS oder der grauen Feldbluse getragen. Die Unterlage der Schulterstücke war in der für alle Generalsränge der Waffen-SS üblichen Waffenfarbe „Silber-grau“ gehalten.
Siehe auch
- SS-Dienstränge
- Dienstgrade der Ordnungspolizei
- NS-Ranggefüge
- Bildtafel der Dienstgrade und Rangabzeichen der Waffen-SS
- Liste SS-Obergruppenführer
Einzelnachweise und Anmerkungen
<references />