Porzecze (Darłowo)
| Porzecze | ||||||
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| Wappen von ???? |
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| Basisdaten | ||||||
| Staat: | Datei:Flag of Poland.svg Polen
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| Woiwodschaft: | Westpommern | |||||
| Powiat: | Sławno | |||||
| Gmina: | Darłowo | |||||
| Geographische Lage: | 54° 23′ N, 16° 24′ O
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| Einwohner: | 180 | |||||
| Telefonvorwahl: | (+48) 94 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | ZSL | |||||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |||||
| Stettin-Goleniów | ||||||
Porzecze (deutsch Preetz) ist ein Dorf in der Landgemeinde Darłowo (Rügenwalde) im Powiat Sławieński (Schlawer Kreis) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, östlich der Grabow (Grabowa), etwa neun Kilometer südlich der Ostseestadt Darłowo (Rügenwalde) und ca. fünf Kilometer Luftlinie vom Ostseestrand entfernt.
Geschichte
Der deutsche Ortsname Preetz dürfte slawischen Ursprungs sein. Er ist vermutlich auf „Krebs“ oder „Sand“ zu deuten, könnte auch von pri reke (= „am Fluss“, „am Wasser“) zurückzuführen sein, liegt doch der Ort im Tal der Grabow. Frühere Namensformen sind Porez oder Poretz.
Das Gemeindegebiet des Straßendorfs ist alter Siedlungsgrund. Darauf weisen Grabungsfunde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit hin. Im Norden des Dorfes befand sich ein großes Gräberfeld, das allerdings beim Chausseebau 1883 vernichtet wurde. Einige Urnen beherbergt noch heute das Museum in Darłowo. Den Funden zufolge haben um 500 v. Chr. bei Preetz Wandalen gelebt. Eine spätere Wendensiedlung am nördlich gelegenen Potsberg hatte wohl acht Feuerstellen. Hier hat das spätere Dorf Brandenhagen gestanden, das im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.
Im Jahre 1262 schenkte der Camminer Bischof Hermann Graf von Gleichen 40 Hufen bei Poretz dem Kloster Buckow in See Buckow. 1268 schenkte Herzog Barnim I. das Dorf Poretz dem Kloster Buckow.<ref name="FvR" /> 1275 bestätigen die Herzöge Wizlaw II. von Rügen und Mestwin II. von Pomerellen diesen Klosterbesitz. Seither war Preetz eines der Abteidörfer.
Peter von Neuenburg schlichtet 1324 einen Streit zwischen See Buckow und Rügenwalde wegen der Grenzziehung zwischen Preetz und Zerawe, einem wüst gewordenen Dorf zwischen Suckow und Rußhagen. Als das Dorf 1535 zum Rügenwalder Amt kommt, hatte es einen dienstfreien Schulzenhof, elf Bauernhöfe, vier Straßenkossäten, fünf Büdner und eine Hirtenkate.
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Preetz zu einem wohlhabenden Dorf. 1784 gab es in Preetz zwölf Bauern einschließlich des dienstfreien Schulzen, vier Straßenkossäten mit dem Schmied, fünf Büdner, eine Hirtenkate und 22 Feuerstellen (Haushaltungen).<ref>Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 861, Ziffer 19 (Google Books).</ref>
Am 1. April 1927 hatte das Gut Petershagen eine Flächengröße von 269 Hektar und 90 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 133 Einwohner.<ref name="Albrecht">Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 400, 11. Kreis Schlawe, Ziffer 50 (Google Books).</ref> Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Petershagen in die Landgemeinde Preetz eingegliedert.<ref name="Terr" >Amtsbezirk Petershagen (Rolf Jehke, 2011)</ref>
Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Landgemeinde Preetz einen Flächeninhalt von 10,3 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen 42 bewohnte Wohnhäuser an zwei Wohnplätzen:<ref name="Stuebs" />
- Petershagen
- Preetz
Die Dorfbewohner betrieben Ackerbau und Viehzucht, auch Fischerei in der fischreichen Grabow.
Bis 1945 gehörte Preetz zum Landkreis Schlawe i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fuhren am 6. März 1945 erste sowjetische Panzer durch das Dorf. Einen Tag vorher waren viele Dorfbewohner in Richtung Rügenwalde geflüchtet, wurden jedoch bei Zizow und Kopahn von der Roten Armee überrollt. In den nächsten Tagen rollten pausenlos Truppen durch den Ort in Richtung Danzig. Auf einem Acker wurde ein Feldflughafen angelegt, dessen Aufbauarbeiten die Preetzer Bevölkerung leisten musste. Am 21. März 1945 wurden die deutschen Einwohner evakuiert, wenige Wochen später aber wieder zurückgebracht. Sie hatten landwirtschaftliche Arbeiten zu verrichten.
Nachdem der Ort – wie ganz Hinterpommern – nach Beendigung der Kampfhandlungen von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen worden war, übernahmen 1947 Polen, die zugewandert waren, den Ort vollständig. Die einheimischen Dorfbewohner wurden in der Folgezeit von der polnischen Verwaltungsbehörde aus Preetz vertrieben. Der Ortsname Preetz wurde zu Porzecze polonisiert.
Demographie
- Einwohnerzahlen bis 1945
- 1818: 231, Dorf, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Petershagen gehörig<ref name="Krug" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, bei Karl August Kümmel, Halle 1823, S. 77, Ziffer 2769 (Google Books).</ref><ref name="FvR" >Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 262, Ziffer 41 (Google Books).</ref>
- 1910: 219, Dorf<ref name="mgaz" >Preetz, Dorf, östlich der Grabow, Kreis Schlawe, Regierungsbezirk Köslin, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Preetz (meyersgaz.org).
</ref>
- 1925: 372, Landgemeinde, sämtlich Evangelische<ref name="Stuebs" >Die Gemeinde Preetz im ehemaligen Kreis Schlawe in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)</ref>
- 1933: 343, Landgemeinde<ref name="Vwg" >Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de
</ref>
- 1939: 341, Landgemeinde<ref name="Vwg" />
Die Ortschaft gehört heute zur Landgemeinde Darłowo im Powiat Sławieński.
Religionen
Die Einwohner von Preetz waren vor 1945 zu 99 % evangelischer Konfession. Sie gehörten zum Kirchdorf Petershagen im gleichnamigen Kirchspiel, das 1939 insgesamt 1863 Gemeindeglieder zählte. Es lag im Kirchenkreis Rügenwalde der Kirchenprovinz Pommern in der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Der Bestand an Kirchenbüchern des Kirchspiels Petershagen reichte bis 1648 zurück.<ref>Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 250 (Google Books).</ref> Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Franz Schroeder.
Das katholische Kirchspiel war in Schlawe i. Pom.
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört größtenteils der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Hier lebende evangelische Polen werden vom Pfarramt in Koszalin (Köslin) betreut. Es gehört zur Diözese Pommern-Großpolen in der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Schule
Bis zum Bau eines Schulgebäudes in Preetz fand der Unterricht in den Wohnstuben der Bauern statt. 1939 besuchten hier 50 Kinder aus Preetz und Petershagen die Schule, die um die Wende zum 20. Jahrhundert ein neues Gebäude erhielt.
Verkehr
Eine Nebenstraße führt durch das Dorf. Sie kommt von Darłowo und verzweigt sich hinter Jeżyczki (Neuenhagen Abtei) in Richtung Bielkowo (Beelkow) an der Woiwodschaftsstraße 203 bzw. in Richtung Malechowo (Malchow) an der Landesstraße 6 (= Europastraße 28). Die nächste Bahnstation ist Darłowo.
Persönlichkeit des Ortes
- Karl Friedrich Schulz (1837–1918), Heimatdichter und Chronist des täglichen Lebens
Literatur
- Preetz, Dorf, östlich der Grabow, Kreis Schlawe, Regierungsbezirk Köslin, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Preetz (meyersgaz.org).
- Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch, hrsg. von Manfred Vollack, 2 Bände, Husum, 1989
- Hans Moderow, Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Auf Grund des Steinbrück’schen Ms. bearbeitet. 2. Teil: Ernst Müller: Der Regierungsbezirk Köslin. Sannier, Stettin 1912.
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 861, Nr. 19 (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Petershagen (Territorial.de)
- Die Gemeinde Preetz im ehemaligen Kreis Schlawe in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
Einzelnachweise
<references />
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