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Phytol

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Phytol ist ein Diterpen-Alkohol. Es existiert das cis- und das trans-Isomer des Phytols.

Vorkommen

Natürlich kommt Phytol in der Große Klette (Arctium lappa), Einjährigem Beifuß (Artemisia annua), Grünem Kardamom (Elettaria cardamomum), Blasentang (Fucus vesiculosus), Houttuynia cordata, Jasmin (Jasminum officinale), Flachs (Linum usitatissimum), Andorn (Marrubium vulgare), Pfefferminze (Mentha x piperita), Perilla (Perilla frutescens), Braunelle (Prunella vulgaris), Kudzu (Pueraria montana), Sägepalmen (Serenoa repens) und Studentenblumen (Tagetes lucida) vor.<ref name="Dr. Dukes" />

Als alkoholische Komponente kommt es verestert im Chlorophyll vor.

Geschichte

Phytol konnte erstmals 1909 von Richard Willstätter durch Hydrolyse von Chlorophyll isoliert werden. 1929 klärte Franz Gottwalt Fischer die Struktur des Phytols auf.<ref>Habilitationsschrift 1929 München: Über Konstitution und Synthese des Phytols.</ref>

Eigenschaften und Verwendung

Phytol besitzt einen leicht fruchtigen Geruch und wird auch als Duftstoff in Seifen, Kosmetik und Haushaltsprodukten verwendet.<ref name="chemicalland21" /> Bei Raumtemperatur liegt Phytol als durchsichtige bis leicht gelbliche Flüssigkeit vor.<ref name="chemicalland21" /> Es wird für die Synthese von Vitamin E und Vitamin K benötigt. Während der Diagenese ist Phytol Ausgangsverbindung für die Bildung von Pristan und Phytan.

Phytol und Multiple Sklerose

Die orale Gabe von Phytol im Futter von C57BL/6N EAE-Mäusen (5 g Phytol pro kg Futter) reduzierte die gezeigten klinischen Symptome signifikant.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die Wirkung von Phytol beruht dabei, zumindest teilweise, auf einer Interaktion mit dem Proteinkomplex NADPH Oxidase 2.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dr. Dukes">Vorlage:DrDukesDB</ref> <ref name="chemicalland21">Eintrag zu Phytol bei chemicalland21.com, abgerufen am 9. Dezember 2015.</ref> </references>