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Peter Spuhler (Unternehmer)

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Datei:Peter Spuhler.jpg
Peter Spuhler

Peter Christoph Spuhler<ref>Peter Christoph Spuhler. In: moneyhouse.ch, abgerufen am 2. Mai 2018.</ref> (* 9. Januar 1959 in Sevilla, Spanien)<ref>Peter Spuhler im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> ist ein Schweizer Unternehmer und Politiker der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Er ist Präsident des Verwaltungsrates der Stadler Rail AG.

Im Jahr 1989 übernahm er die Stadler Fahrzeuge AG in Bussnang und strukturierte sie in den folgenden Jahren zu einem international führenden Schienenfahrzeughersteller um, der Stadler Rail AG. Ausserdem war er von 1999 bis 2012 für die SVP Thurgau Mitglied im Nationalrat.

Leben

Nachdem Spuhler die Schulzeit in Zürich verbracht hatte, studierte er von 1980 bis 1986 Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen (HSG). In seiner Jugend begann er eine Karriere als Eishockeyspieler beim Grasshopper Club Zürich. Er ist mit Daniela Spuhler-Hoffmann verheiratet und hat mit ihr ein Kind. Aus erster Ehe hat Spuhler zwei weitere Kinder.<ref>Jet-Cetera. In: Tages-Anzeiger. 31. Oktober 2015, S. 18.</ref> Sein Vermögen wurde 2023 vom Wirtschaftsmagazin Bilanz auf 4,3 Milliarden Schweizer Franken geschätzt.<ref>Peter Spuhler. In: Bilanz, abgerufen am 11. Juli 2024.</ref> Spuhler wurde in den Club zum Rennweg in Zürich aufgenommen.<ref>Ueli Mäder, Ganga Jey Aratnam, Sarah Schilliger: Wie Reiche denken und lenken. Reichtum in der Schweiz: Geschichte, Fakten, Gespräche. 2. Auflage. Rotpunktverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85869-428-7, S. 105.</ref>

Wirtschaft

Stadler

Nachdem er eine Enkelin des Unternehmensgründers Ernst Stadler geheiratet hatte,<ref>Interview mit Irma Stadler vom 9. Oktober 2012.</ref> trat Spuhler im Jahr 1987 seine Stelle bei der Stadler Fahrzeuge AG an, die damals noch von der Witwe des Gründers, Irma Stadler-Müller, geführt wurde. Zwei Jahre später übernahm er die Firma mit ihren 18 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 4,5 Millionen Franken, laut seiner Aussage mit einem Bankdarlehen der Thurgauer Kantonalbank von rund 5 Millionen Franken.<ref>Focus Blind Date - Gülsha: «Gib mir Geld, dann verbessere ich die Welt». Schweizer Radio und Fernsehen, 14. Juli 2016, abgerufen am 26. Oktober 2025.</ref> Er strukturierte sie um und setzte mit dem Stadler GTW auf ein neues Fahrzeug, das sich für den modernen Nahverkehr besser eignete. Um im Schienenfahrzeugbau voranzukommen, kaufte Spuhler 1997 das Werk Altenrhein der Schindler Waggon AG. Die neue Holdingstruktur begünstigte die Expansion nach Deutschland und Osteuropa.

Per 1. April 2018 gab Spuhler die Geschäftsleitung der Stadler Rail Group an Thomas Ahlburg ab und beschränkte sich auf das exekutive Präsidium des Verwaltungsrates.<ref name="maeder">Peter Spuhler übergibt die Funktion des Group CEO an Thomas Ahlburg. Medienmitteilung vom 20. September 2017 (PDF).</ref> Der neue CEO, der von der Konkurrentin Bombardier kam, verstand sich jedoch nicht mit der Geschäftsleitung. Aufgrund der Differenzen bei der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung von Stadler Rail AG übernahm Spuhler im Mai 2020 ad interim wieder den Posten des Group CEO. Per 1. Januar 2023 setzte er dafür seinen langjährigen Mitarbeiter Markus Bernsteiner ein. Seine Nachfolge im Unternehmen, an dem er noch 42 Prozent hält, will er bis zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2029 regeln.<ref name=":0" />

Weitere Mandate

Über die Stadler Rail AG hinaus hält Spuhler in seiner privaten PCS Holding weitere namhafte Beteiligungen, so an Rieter, Autoneum und Swiss Steel, sowie die Mehrheit am börsenkotierten Fahrzeugbauer Aebi Schmidt. Bei Rieter und Aebi Schmidt sitzt er auch im Verwaltungsrat, ausserdem bei Allreal und bei der Walo Bertschinger AG, dem Unternehmen seiner Ehefrau,<ref name=":0" /> sowie im Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH.<ref>Personelle Veränderungen in der Robert Bosch Industrietreuhand KG und in der Robert Bosch GmbH. Robert Bosch GmbH, 29. März 2019, abgerufen am 13. April 2019.</ref> Die NZZ bezeichnet den «erfolgreichsten Unternehmer seiner Generation» deshalb wegen der noch nicht geklärten Nachfolge als «Klumpenrisiko» für den Werkplatz.<ref name=":0" />

Zudem ist Spuhler Mitglied des Vorstandsausschusses bei Swissmem, dem führenden Verband der Schweizer Tech-Industrie.<ref>Präsident und Vorstände. In: Swissmem, abgerufen am 3. März 2026.</ref> Er ist zum Mitglied beim Arbeitgeberverband Mittelthurgau in Weinfelden, bei der Industrie- und Handelskammer Thurgau, beim Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr und bei der IG Freiheit.<ref name="maeder" /> Er engagiert sich bei der Stiftung Tele D (Diessenhofen) und ist Vizepräsident der Betriebs AG der ZSC Lions.<ref name="maeder" />

Politik

1999 wurde Spuhler für die SVP Thurgau in den Nationalrat gewählt und bei den Wahlen 2003, 2007 sowie 2011 bestätigt. Er war im Parlament Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK). Entgegen der Mehrheit seiner Partei steht er der Personenfreizügigkeit, respektive dem gesamten Paket Bilaterale I, positiv gegenüber.<ref>Marco Metzler: «Die Personenfreizügigkeit ist etwas Gutes». Peter Spuhler, Stadler Rail, zu den Bilateralen, dem Franken und dem noch nicht geplanten IPO. In: NZZ Online, Spezialsendung vom Swiss Economic Forum. 20. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2011.</ref>

Ende 2012 trat Spuhler während der Eurokrise von seinem Amt als Nationalrat zurück, um sich auf seine Tätigkeiten in der Wirtschaft zu konzentrieren.<ref name=":0">Dominik Feldges, Guido Schätti: Peter Spuhler: Der Patron von Stadler Rail kämpft um sein Lebenswerk. In: NZZ. 2. Dezember 2023, abgerufen am 2. Dezember 2023.</ref> Seine Nachfolgerin war Verena Herzog.<ref>Peter Spuhler tritt zurück. In: Basler Zeitung. vom 2. Oktober 2012.</ref> Während und auch nach seiner Amtszeit galt er mehrmals als idealer SVP-Kandidat für den Bundesrat. Er sprach sich aber immer dagegen aus, weil er bei einer Wahl mangels Nachfolge sein Unternehmen verkaufen müsste.<ref>Andreas Flütsch: Warum Peter Spuhler nicht will. In: Tages-Anzeiger. 27. Oktober 2015, abgerufen am 2. Dezember 2023.</ref>

Im November 2020 wurde Spuhler, dessen Unternehmen verschiedene geschäftliche Verbindungen mit Russland hat, zum russischen Honorarkonsul in der Schweiz ernannt.<ref>Russland ernennt Stadler-Rail-Chef zum Honorarkonsul. In: Bluewin.ch. 3. November 2020, abgerufen am 3. November 2020.</ref> Spuhler lehnte das Amt jedoch ab.<ref>Peter Spuhler nimmt Amt als russischer Honorarkonsul nicht an. In: Handelszeitung. 3. November 2020, abgerufen am 3. November 2020.</ref>

Spuhler ist Co-Präsident der Organisation Autonomiesuisse. Er äusserte sich zu den Verhandlungen der Schweiz mit der EU wie folgt: «Gegen ein Rahmenabkommen für den Gesetzesnachvollzug ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wir dürfen aber das Schiedsgerichtsverfahren mit der Überlegenheit des Europäischen Gerichtshofes niemals akzeptieren, um unsere Souveränität zu schützen.»<ref>Für eine weltoffene, erfolgreiche und freie Schweiz. In: autonomiesuisse.ch. Abgerufen am 1. Februar 2024.</ref>

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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