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Parlamentarische Versammlung des Europarates

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Parlamentarische Versammlung des Europarates
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Basisdaten
Sitz: Europapalast, Straßburg,
FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Erste Sitzung: 1949
Abgeordnete: 591
Aktuelle Legislaturperiode
Vorsitz: OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Petra Bayr
32
158
92
140
105
64
32 158 92 140 105 64 
Sitzverteilung:
  • SOZ 155
  • EVP-CD 145
  • EK-DA 101
  • ALDE 92
  • UEL 33
  • fraktionslos 65
  • Die Parlamentarische Versammlung des Europarates – bis 1974 Beratende Versammlung des Europarates ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) – mit Sitz in Straßburg ist eines der zwei im Statut des Europarates verankerten Organe. Vertreter von 46 nationalen Parlamenten des europäischen Kontinents unterschiedlicher Struktur arbeiten im Rahmen der Versammlung zusammen. Die Parlamentarische Versammlung war das erste parlamentarische Gremium auf europäischer Ebene nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Aufgaben

    Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat statutarische Rechte, zu denen insbesondere die Wahl des Generalsekretärs und des stellvertretenden Generalsekretärs des Europarats, die Wahl des Menschenrechtskommissars des Europarats sowie die Wahl der Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zählen. Daneben können neue Mitgliedsstaaten nur nach einem positiven Votum der Parlamentarischen Versammlung vom Ministerkomitee aufgenommen werden.

    Die wichtigste politische Aufgabe besteht jedoch in der Schaffung eines politischen Dialogs zwischen den Parlamentariern der Mitgliedsstaaten sowie mit den Beobachter-Delegationen. Die von ihr verabschiedeten Texte dienen als Orientierungshilfen für das Ministerkomitee des Europarats und für die nationalen Regierungen und Parlamente. Zudem haben die Initiativen der Parlamentarischen Versammlung zu einer Reihe von internationalen Verträgen (europäischen Konventionen) sowie anderen Rechtsinstrumenten geführt. Die bekannteste ist die Europäische Menschenrechtskonvention, die 1950 verabschiedet wurde. Konventionsentwürfe werden vor ihrer Annahme durch das Ministerkomitee jeweils der Versammlung zur Stellungnahme vorgelegt.

    Tritt ein Staat dem Europarat bei, beobachtet die Parlamentarische Versammlung, wie die beim Beitritt eingegangenen Verpflichtungen eingehalten werden. Der zuständige Monitoring-Ausschuss beobachtet zudem, wie Mitgliedstaaten die Verpflichtungen einhalten, die sie nach dem Beitritt eingehen. Einmal jährlich legt der Monitoring-Ausschuss der Versammlung einen Bericht über die Ergebnisse seiner Tätigkeit vor.

    Zusammensetzung

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    Nationale Delegationen

    Die Versammlung zählt 306 Mitglieder und 306 Stellvertreter. Dabei hat jeder Mitgliedstaat des Europarats eine feste Anzahl an Vertretern, die von der jeweiligen Bevölkerungszahl abhängt. Kleinere Staaten haben dabei nach dem Prinzip der degressiven Proportionalität jedoch mehr Vertreter pro Einwohner als große. Deutschland, Frankreich, Italien, die Türkei und das Vereinigte Königreich bilden mit je 18 Abgeordneten (und entsprechend vielen Stellvertretern) die größten nationalen Delegationen; die kleinsten sind die von Andorra, Liechtenstein, Monaco und San Marino mit je zwei Mitgliedern. Die Parlamente von Kanada, Israel und Mexiko, die nicht dem Europarat angehören, haben einen Beobachterstatus bei der Parlamentarischen Versammlung.

    Die Mitglieder der Versammlung werden nicht direkt gewählt, sondern von den nationalen Parlamenten aus ihren eigenen Reihen heraus benannt. Das Gleichgewicht der politischen Parteien in jeder nationalen Delegation muss in fairer Weise demjenigen im nationalen Parlament entsprechen.

    Der 18-köpfigen Delegation des Deutschen Bundestags etwa gehören in der 21. Wahlperiode sechs Mitglieder der CDU/CSU, vier der SPD und der AfD, je zwei der Grünen und die Linke. Leiter der Delegation ist Knut Abraham (CDU).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Parlamentarische Versammlung des Europarates.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Österreich ist durch sechs Abgeordnete des Nationalrats vertreten. Delegationsleiter ist Martin Graf (FPÖ)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/countries/4/austria. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. September 2025; abgerufen am 21. September 2025.</ref>. Die ebenfalls sechsköpfige Delegation der Schweizer Bundesversammlung wird seit dem Ableben von Alfred Heer (SVP) interimistisch durch Marianne Binder-Keller (Die Mitte) angeführt<ref>Parlamentarische Versammlung des Europarats: Übersichtsseite Schweizer Delegation. Abgerufen am 14. Januar 2025.</ref>. Liechtenstein stellt zwei Mitglieder. Delegationsleiter ist Christoph Wenaweser (VU).

    Die folgende Tabelle führt die Mitgliedstaaten und die Zahl ihrer jeweiligen Vertreter auf.

    Staat Vertreter
    AlbanienDatei:Flag of Albania.svg Albanien 4
    AndorraDatei:Flag of Andorra.svg Andorra 2
    ArmenienDatei:Flag of Armenia.svg Armenien 4
    AserbaidschanDatei:Flag of Azerbaijan.svg Aserbaidschan 6
    BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien 7
    Bosnien und HerzegowinaDatei:Flag of Bosnia and Herzegovina.svg Bosnien und Herzegowina 5
    BulgarienDatei:Flag of Bulgaria.svg Bulgarien 6
    DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark 5
    DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 18
    EstlandDatei:Flag of Estonia.svg Estland 3
    FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Finnland 5
    FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 18
    GeorgienDatei:Flag of Georgia.svg Georgien 5
    GriechenlandDatei:Flag of Greece.svg Griechenland 7
    IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland 4
    IslandDatei:Flag of Iceland.svg Island 3
    ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 18
    KroatienDatei:Flag of Croatia.svg Kroatien 5
    LettlandDatei:Flag of Latvia.svg Lettland 3
    LiechtensteinDatei:Flag of Liechtenstein.svg Liechtenstein 2
    LitauenDatei:Flag of Lithuania.svg Litauen 4
    LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg 3
    MaltaDatei:Flag of Malta.svg Malta 3
    Moldau RepublikDatei:Flag of Moldova.svg Moldau 5
    MonacoDatei:Flag of Monaco.svg Monaco 2
    MontenegroDatei:Flag of Montenegro.svg Montenegro 3
    NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 7
    NordmazedonienDatei:Flag of North Macedonia.svg Nordmazedonien 3
    NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen 5
    OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 6
    PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen 12
    PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal 7
    RumänienDatei:Flag of Romania.svg Rumänien 10
    San MarinoDatei:Flag of San Marino.svg San Marino 2
    SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden 6
    SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 6
    SerbienDatei:Flag of Serbia.svg Serbien 7
    SlowakeiDatei:Flag of Slovakia.svg Slowakei 5
    SlowenienDatei:Flag of Slovenia.svg Slowenien 3
    SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien 12
    TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien 7
    TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 18
    UkraineDatei:Flag of Ukraine.svg Ukraine 12
    UngarnDatei:Flag of Hungary.svg Ungarn 7
    Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 18
    Zypern RepublikDatei:Flag of Cyprus.svg Zypern 3

    Russische Delegation

    Von 1996 bis 2022 war Russland mit einer Delegation von 18 Mitgliedern in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PV) vertreten.

    Nachdem das russische Parlament die Annexion der Krim und den russischen Krieg in der Ukraine unterstützt hatte, beschloss die PV im April 2014, das Stimmrecht der russischen Delegation auszusetzen. Die russische Delegation blieb allerdings Mitglied der Versammlung. Die Sanktion wurde im Januar 2015 um ein Jahr verlängert. Die russische Parlamentsdelegation setzte daraufhin im Juni 2014 ihre Zusammenarbeit mit der PV aus. Im Januar 2016 beschloss das russische Parlament (trotz des Endes der Sanktionen), die Mandate seiner Delegation nicht zur Ratifizierung vorzulegen; ihre Sitze blieben leer. Gleiches geschah im Januar 2017, im Januar 2018 und im Januar 2019.

    Am 25. Juni 2019 stimmte die PV nach einer langen Debatte dafür, ihre Regeln zu ändern. Wenige Stunden später legte das russische Parlament die Mandate einer neuen Delegation vor; diese wurden gebilligt. Die ukrainische Delegation protestierte und verließ die PV. Im Januar 2020 kehrte sie zur PV zurück.<ref>https://www.pravda.com.ua/news/2020/01/16/7237588/ </ref>

    Die Vergiftung und Verhaftung des russischen Politikers Alexei Nawalny, wie auch die massenhaften Verhaftungen bei Demonstrationen, sind aus Sicht der PV keine nationalen Angelegenheiten Russlands, sondern haben völkerrechtliche Dimensionen, die auch den Europarat betreffen. Für schnellere Reaktionen auf Verstöße wurden zum 21. Januar 2021 die Regeländerungen für das sogenannte „Joint-Procedure“ in Kraft gesetzt.<ref>Deutscher Bundestag, Online-Dienste: Andreas Nick: Russland muss sich schwierigen Fragen zu Nawalny stellen. 29. Januar 2021, abgerufen am 1. April 2021.</ref>

    Am 25. Februar 2022 wurde der russischen Delegation nach dem russischen Überfall auf die Ukraine erneut das Stimmrecht entzogen. Russland schied am 16. März 2022 vollständig aus dem Gremium aus, nachdem der Europarat in einer Abstimmung am Vortag den Ausschluss Russlands beschlossen hatte. Seither gibt es nur noch 46 im Europarat vertretene nationale Parlamente.

    Beobachter-Delegationen

    Bevor Staaten Mitglieder des Europarats werden, werden sie eingeladen, eine Gast-Delegation zur Parlamentarischen Versammlung zu entsenden. Belarus hatte diesen Status bis zu dessen Aberkennung durch die Parlamentarische Versammlung nach der Beschneidung der parlamentarischen Rechte der Nationalversammlung von Belarus und des Beharrens auf der Todesstrafe auf Initiative von Präsident Lukaschenko 1997.

    Daneben gibt es den Status als Beobachter-Delegation. Dieser Status wurde der Knesset von Israel 1957 als erstem nicht-europäischen Parlament gewährt. Inzwischen haben auch die Parlamente von Kanada und Mexiko Beobachterstatus. Die weiteren Beobachterstaaten Japan und USA entsenden parlamentarische Delegationen zu den OECD-Debatten der „erweiterten Versammlung“.

    Der Palästinensische Gesetzgebende Rat (Palestinian Legislative Council) kann ebenfalls Beobachter entsenden.

    Seit 2011 hat das Parlament von Marokko den Status des „Partners für Demokratie“ und kann somit an den Arbeiten der Parlamentarischen Versammlung teilnehmen. Mit Stand von 2011 wurden parlamentarische Delegationen aus Kasachstan, Marokko, Tunesien und Algerien zu einzelnen Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung eingeladen. Mit Stand von 2024<ref>National delegations. Parlamentarische Versammlung, abgerufen am 30. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> genossen Delegationen aus Marokko, Jordanien, Kirgisistan und Palästina den Status „Partner für Demokratie“.

    Fraktionen

    Die Arbeit in der Parlamentarischen Versammlung erfolgt nicht nur im Rahmen der nationalen Delegationen, sondern auch in Fraktionen, in denen sich staatenübergreifend die Abgeordneten mit ähnlicher Weltanschauung zusammenschließen. Zur Bildung einer Fraktion sind mindestens zwanzig Mitglieder aus mindestens sechs verschiedenen Mitgliedstaaten erforderlich.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Assembly structure.] Council of Europe, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 19. Oktober 2011 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Derzeit gibt es sechs Fraktionen, die grob den politischen Parteien auf europäischer Ebene und den Fraktionen im Europäischen Parlament entsprechen. Allerdings ist der Organisationsgrad der Fraktionen in der Parlamentarischen Versammlung sehr viel niedriger als etwa im Europäischen Parlament: Nationale Parteien und auch einzelne Abgeordnete wechseln häufiger die Fraktionen, und auch Abstimmungen erfolgen häufiger entlang nationaler statt weltanschaulicher Linien. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Parteiensysteme der Europaratsmitglieder untereinander unterschiedlicher sind als die Parteiensysteme der EU-Mitgliedstaaten. Zum anderen ist die Zusammenarbeit in den Fraktionen auch deshalb weniger konstant, weil sich die Zusammensetzung der Parlamentarischen Versammlung bei jeder nationalen Wahl verändert.

    Die folgende Liste führt die Fraktionen der Parlamentarischen Versammlung im Einzelnen auf (Stand: 17. April 2026).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Members (Groups, Bureau, Committees and Delegations).] Council of Europe, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. Oktober 2022 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Fraktion Vorsitzende(r) Mitglieder Europäische Parteien Nationale Parteien (deutschsprachig)
    DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg LiechtensteinDatei:Flag of Liechtenstein.svg
    Fraktion der Sozialisten, Demokraten und Grünen
    (SOC)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/11/socialists-democrats-and-greens-group</ref>
    Frank Schwabe 164 SPE, (EGP) SPD, Grüne SPÖ, Grüne SP, Grüne LSAP
    Europäische Volkspartei
    (EVP-CD)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/2/group-of-the-european-people-s-party</ref>
    Pablo Hispán<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/2/group-of-the-european-people-s-party</ref> 135 EVP CDU, CSU ÖVP Mitte, EVP CSV
    Europäische Konservative, Patrioten und Verbündete
    (EC-DA)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/13/european-conservatives-group-and-democratic-alliance</ref>
    Zsolt Németh 114 EKR, ID, ESN AfD FPÖ ADR
    Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa
    (ALDE)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/4/alliance-of-liberals-and-democrats-for-europe</ref>
    Iulian Bulai 088 ALDE, (EDP) FDP NEOS SVP, FDP DP FBP, VU
    Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken
    (UEL)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/5/group-of-the-unified-european-left</ref>
    George Loucaides (Zypern), Laura Castel (Spanien)<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/5/group-of-the-unified-european-left. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Juni 2025; abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref> 036 EL, ELA Die Linke
    fraktionslos<ref>https://pace.coe.int/en/aplist/polgroups/6/members-not-belonging-to-a-political-group</ref> 046 (EFA, ECPP)

    Ausschüsse

    Die wichtigsten Arbeiten der Parlamentarischen Versammlung werden im Rahmen folgender Fachausschüsse erledigt:<ref>Bureau, Standing Committee and committees. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. August 2025; abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref>

    • Politische Angelegenheiten und Demokratie
    • Rechtliche Angelegenheiten und Menschenrechte
    • Soziale Angelegenheiten, Gesundheit und Nachhaltige Entwicklung
    • Migration, Internationaler Schutz und Wirtschaftliche Zusammenarbeit
    • Kultur, Wissenschaft, Bildung und Medien
    • Gleichheit und Nichtdiskriminierung
    • Einhaltung der von den Mitgliedstaaten des Europarates eingegangenen Verpflichtungen (Monitoring-Ausschuss)
    • Regeln, Ethik und Immunitäten
    • Wahl der Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

    Darüber hinaus gibt es den Ständigen Ausschuss, der aus dem Präsidium und den Vorsitzenden der nationalen Delegationen zusammengesetzt ist. Er wird zweimal im Jahr in den Mitgliedstaaten einberufen, die den rotierenden Vorsitz des Europarats innehaben.

    Präsidenten

    Periode Name Lebensdaten Staat Partei
    1949 Édouard Herriot (interim) 1872–1957 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Parti républicain, radical et radical-socialiste
    1949–1951 Paul-Henri Spaak 1899–1972 BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Belgische Sozialistische Partei
    1952–1954 François de Menthon 1900–1984 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Mouvement républicain populaire
    1954–1956 Guy Mollet 1905–1975 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Section française de l’Internationale ouvrière
    1956–1959 Fernand Dehousse 1906–1976 BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Belgische Sozialistische Partei
    1959 John Edwards 1904–1959 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Labour Party
    1960–1963 Per Federspiel 1905–1994 DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark Venstre
    1963–1966 Pierre Pflimlin 1907–2000 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Mouvement républicain populaire
    1966–1969 Geoffrey Stanley de Freitas 1913–1982 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Labour Party
    1969–1972 Olivier Reverdin 1913–2000 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Liberale Partei der Schweiz
    1972–1975 Giuseppe Vedovato 1912–2012 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Democrazia Cristiana
    1975–1978 Karl Czernetz 1910–1978 OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Sozialdemokratische Partei Österreichs
    1978–1981 Hans de Koster 1914–1992 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Volkspartij voor Vrijheid en Democratie
    1981–1982 José María de Areilza 1909–1998 SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien Unión de Centro Democrático
    1983–1986 Karl Ahrens 1924–2015 Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands
    1986–1989 Louis Jung 1917–2015 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Centre des démocrates sociaux
    1989–1992 Anders Björck * 1944 SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden Moderata samlingspartiet
    1992 Geoffrey Finsberg 1926–1996 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Conservative Party
    1992–1995 Miguel Ángel Martínez Martínez * 1940 SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien Partido Socialista Obrero Español
    1996–1999 Leni Fischer 1935–2022 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland Christlich Demokratische Union Deutschlands
    1999–2002 David Russell Johnston 1932–2008 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Liberal Democrats
    2002–2004 Peter Schieder 1941–2013 OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Sozialdemokratische Partei Österreichs
    2005–2008 René van der Linden * 1943 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Christen-Democratisch Appèl
    2008–2010 Lluís Maria de Puig 1945–2012 SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien Partido Socialista Obrero Español
    2010–2012 Mevlüt Çavuşoğlu * 1968 TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei Adalet ve Kalkınma Partisi
    2012–2014 Jean-Claude Mignon * 1950 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Union pour un mouvement populaire
    2014–2016 Anne Brasseur * 1950 LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg Demokratesch Partei
    2016–2017<ref>Deutschlandfunk: @1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschlandfunk.deParlamentarische Versammlung trifft wichtige Personalentscheidung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, 28. April 2017, abgerufen am 28. April 2017. Europarat-Versammlung entmachtet Präsidenten, Luxemburger Wort, 28. April 2017.</ref> Pedro Agramunt * 1951 SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien Partido Popular<ref>Pedro Agramunt reichte am 6. Oktober 2017 seinen Rücktritt ein, um einer bevorstehenden Abstimmung über seine Amtsenthebung am 9. Oktober 2017 zuvor zu kommen: Pedro Agramunt resigns as PACE President. Abgerufen am 29. November 2018., auf der Website des Europarates, 6. Oktober 2017. Durch den Rücktritt wurde der bisherige Vizepräsident Roger James Gale automatisch geschäftsführender Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.</ref>
    2017 Roger Gale (interim) * 1943 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Conservative Party
    2017 Stella Kyriakides (interim) * 1956 Zypern RepublikDatei:Flag of Cyprus.svg Zypern Dimokratikos Synagermos
    2018 Michele Nicoletti (interim) * 1956 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Partito Democratico
    2018–2020 Liliane Maury Pasquier * 1956 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Sozialdemokratische Partei der Schweiz
    2020–2022 Rik Daems<ref>Rik Daems ist neuer Präsident der Europarats-Versammlung. In: grenzecho.net. 27. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020.</ref> * 1959 BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Open VLD
    2022–2024 Tiny Kox<ref>Tiny Kox zum Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung gewählt. Abgerufen am 17. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> * 1953 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Socialistische Partij
    2024–2026 Theodoros Rousopoulos<ref>Theodoros Rousopoulos zum Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung gewählt. 22. Januar 2024, abgerufen am 5. Juni 2024.</ref> * 1963 GriechenlandDatei:Flag of Greece.svg Griechenland Nea Dimokratia
    2026– Petra Bayr<ref>SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr ist neue Europaratsversammlung-Vorsitzende. In: Kurier.at. 26. Januar 2026, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> * 1968 OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Sozialdemokratische Partei Österreichs

    Kritik

    Versuchte Einflussnahme

    Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel beschrieb Anfang 2012 die Strategien der Regierung von Aserbaidschan, mit denen diese das Abstimmungsverhalten einzelner Mitglieder der parlamentarischen Versammlung habe beeinflussen wollten.<ref>Lobbyismus: Diktators Traum. Spiegel Online, 2. Januar 2012, abgerufen am 30. April 2017.</ref>

    Der Vorgänger Axel Fischers, Luca Volontè, hatte während seiner Zeit als Fraktionschef der Europäischen Volkspartei bis 2014 Zuwendungen von 2,39 Millionen Euro aus Aserbaidschan erhalten, die auf das Firmenkonto seiner Frau überwiesen wurden. Gegen Volontè wurde in Italien ein Verfahren wegen Geldwäsche eingeleitet. Fischer wird vorgeworfen, die Ermittlungen in dem Fall nicht unterstützt zu haben. Beobachter und politische Gegner befürchten, dass aus Aserbaidschan große Summen Geldes und Geschenke an Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung geflossen sind, und dass so erfolgreich negative Berichte zur Menschenrechtslage im Land unterdrückt wurden.<ref>Claudia von Salzen: "Die Spur des Geldes" vom 22. März 2017</ref><ref>Gerald Knaus und Christoph Heinemann:"Der Europarat hat seine Seele an ein autokratisches Regime verkauft" Deutschlandfunk vom 30. Juni 2017</ref>

    2013 berichtete auch die New York Times über einige Abgeordnete, insbesondere aus den zentralasiatischen Staaten und Russland, die versucht haben sollen, andere Abgeordnete durch größere Geschenke und Einladungen zu Flugreisen im Sinne ihrer Herkunftsstaaten zu beeinflussen.<ref>Corruption Undermining Democracy in Europe ("Korruption untergräbt Demokratie in Eurooa"). New York Times, 4. Februar 2013, abgerufen am 28. April 2017.</ref> Laut diesem Zeitungsartikel engagierten dieselben Mitgliedsstaaten Lobbyisten, um die Kritik an der bei ihnen herrschenden Menschenrechtslage abzuwehren.<ref>Where a Glitzy Pop Contest Takes Priority Over Rights ("Wo ein glitzernder Pop-Contest wichtiger ist als Rechte"). New York Times International Edition (International Herald Tribune), 27. April 2012, abgerufen am 28. April 2017.</ref>

    Nachdem viele Mitglieder der parlamentarischen Versammlung sowie Nichtregierungsorganisationen ihre Besorgnis über diese Vorgänge ausgedrückt hatten, veröffentlichte das Büro der parlamentarischen Versammlung im Januar 2017 eine Stellungnahme zu den Anschuldigungen.<ref>Corruption allegations at PACE: Bureau decides on three-step response, auf assembly.coe.int, abgerufen am 18. Oktober 2018</ref> Darin wurde unter anderem eine Überarbeitung des Verhaltenskodex für Abgeordnete sowie eine unabhängige, externe Untersuchung der Vorgänge angeregt.

    Kulturelle Divergenzen

    Obwohl sich der Europarat als Aufsichtsorgan und Hüterin der Menschenrechte und gegen Diskriminierung versteht, zeigt er sich in weltanschaulichen Fragen zunehmend gespalten. 2007 etwa wurde ein Bericht der liberalen Abgeordneten Anne Brasseur, der alle Bestrebungen verurteilt, anstelle der Evolutionstheorie den Kreationismus an Schulen zu unterrichten, mit nur 48 Ja-Stimmen angenommen; dagegen votierten 25 Mitglieder.<ref>European Lawmakers Condemn Efforts to teach Creationism ("Europäische Gesetzgeber verurteilen Bestrebungen, Kreationismus zu unterrichten"). New York Times International Edition, 4. Oktober 2007, abgerufen am 28. April 2018.</ref> Grund für diese Spaltung sind die zunehmend gesellschaftlich konservativen, autoritären und reaktionären Tendenzen in einigen Mitgliedsstaaten, darunter der Türkei, Russland und einer Anzahl osteuropäischer Staaten.

    Am 22. Januar 2019 verabschiedete die Parlamentarische Versammlung des Europarats eine Resolution mit dem Titel „Die Scharia – Die Erklärung von Kairo und die Europäische Menschenrechtskonvention“<ref>Sharia, the Cairo Declaration and the European Convention on Human Rights, Resolution 2253 (2019) Final version</ref>. Die Parlamentarische Versammlung des Europarats zeigt sich in der Resolution „hochbesorgt“ darüber, „dass die Scharia, inklusive der Bestimmungen, die der Europäischen Menschenrechtserklärung (EMRK) klar widersprechenden, in mehreren Mitgliedländern des Europarats offiziell oder offiziös angewendet werden, entweder im ganzen Land oder in Teilen des Landes“.<ref>Wörtlich: ...is „greatly concerned about the fact that Sharia law – including provisions which are in clear contradiction with the Convention – is applied, either officially or unofficially, in several Council of Europe member States, or parts thereof“, vgl. Anm. unten: Veröffentlichung der Website des ECLJ.</ref> Obwohl die Resolution keinen zwingenden Charakter besitze, sei sie „von höchster politischer Bedeutung“, schrieb das „European Center for Law and Justice“ (ECLJ<ref>Zum ECLJ vgl. den WP-Eintrag zu American Center for Law and Justice</ref>) in einer Pressemitteilung.<ref>Wörtlich: „This Resolution - although non-binding - is of major political importance, as it reflects an awareness that Islamic law constitutes a competing legal-religious order to the law of Western modernity, both in Europe and at the universal level“; vgl. SHARIA: IMPORTANT RESOLUTION ADOPTED, Website des ECLJ.</ref> Während 69 Abgeordnete für die Resolution stimmten, votierten die bei der Abstimmung anwesenden 14 türkischen und aserbaidschanischen Abgeordneten geschlossen dagegen.<ref>Europarat: „Scharia widerspricht Menschenrechten“, Zukunft.ch</ref><ref>Übersicht über das Abstimmungsergebnis, Website der Parlamentarischen Versammlung</ref>

    Weblinks

    Commons: Parlamentarische Versammlung des Europarates – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references responsive />

    Vorlage:Hinweisbaustein