Neustädter Moor
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Schutzgebiet
Das Neustädter Moor ist ein Natur-, Landschafts- und FFH-Gebiet in den niedersächsischen Gemeinden Wehrbleck und Varrel in der Samtgemeinde Kirchdorf und der Einheitsgemeinde Wagenfeld im Landkreis Diepholz.
Allgemeines
Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 250<ref>Verordnungstexte zu den Naturschutzgebieten, Landkreis Diepholz. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> ist circa 1477 Hektar groß, das Landschaftsschutzgebiet mit dem Kennzeichen LSG DH 87<ref>Verordnungstexte zu den Landschaftsschutzgebieten, Landkreis Diepholz. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> ist circa 508 Hektar groß. Natur- und Landschaftsschutzgebiet sind nahezu deckungsgleich mit dem gleichnamigen FFH-Gebiet<ref>Neustädter Moor, Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> und Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Diepholzer Moorniederung“.<ref>Diepholzer Moorniederung, Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> Das Naturschutzgebiet grenzt im Nordwesten, im Osten und im Süden an das aus zwei Teilflächen bestehende Landschaftsschutzgebiet sowie im Norden und Nordosten an Teilflächen des Landschaftsschutzgebietes „Neustädter Moor II“. Das Landschaftsschutzgebiet grenzt ebenfalls an Teilflächen des Landschaftsschutzgebietes „Neustädter Moor II“, an Teilflächen des Landschaftsschutzgebietes „Langer Berg“ sowie im Osten an das Naturschutzgebiet „Bleckriede“.
Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Neustädter Moor“ wurden zum 21. Dezember 2018 ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet ersetzte die bisherigen Naturschutzgebiete „Neustädter Moor“, „Neustädter Moor II“, „Neustädter Moor-Regenerationsgebiet“ und „Wiesengebiet Neustädter Moor“. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst den größten Teil des nicht durch das Naturschutzgebiet gesicherten FFH-Gebietes. Im Landschaftsschutzgebiet gingen Teile des bisherigen Landschaftsschutzgebietes „Langer Berg“ auf.<ref>Verordnung über das Naturschutzgebiet „Neustädter Moor“ / Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Neustädter Moor“, Amtsblatt für den Landkreis Diepholz, Nr. 25/2018 vom 20. Dezember 2018, S. 32–41 (NSG) bzw. S. 23–31 (LSG) (PDF, 13 MB). Abgerufen am 10. November 2025.</ref> Die beiden Schutzgebiete sichern das FFH-Gebiet „Neustädter Moor“ und Teile des EU-Vogelschutzgebietes „Diepholzer Moorniederung“. Die Gebiete werden vom BUND Diepholzer Moorniederung betreut.<ref>Unsere Arbeit, BUND Diepholzer Moorniederung. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Diepholz.
Geschichte
Ein rund 150 Hektar großer Teil des Neustädter Moores wurde zum 20. Februar 1969 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet wurde 1972 um rund 50 Hektar, 1981 um circa 16 Hektar und 1983 schließlich nochmal um rund 22 Hektar erweitert. Das nun 237,7 Hektar große Naturschutzgebiet trug das Kennzeichen NSG HA 032. Im Jahr 2000 wurde das FFH-Gebiet „Neustädter Moor“ an die EU gemeldet. Es umfasste neben dem Naturschutzgebiet „Neustädter Moor“ auch die Naturschutzgebiete „Neustädter Moor II“, „Neustädter Moor-Regenerationsgebiet“ und „Wiesengebiet Neustädter Moor“ sowie weitere, an die Naturschutzgebiete anschließende Bereiche. Um die Schutzgebietsverordnungen an die europäischen Anforderungen anzupassen, wurde das Naturschutzgebiet „Neustädter Moor“ 2018 neu ausgewiesen und dabei mit den anderen drei Naturschutzgebieten zusammengefasst.<ref>Beginn der öffentlichen Beteiligung für das Neustädter Moor, Landkreis Diepholz, 28. Juni 2018. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> Die bisher nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Bereiche des FFH-Gebietes wurden in dem Zusammenhang als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Beschreibung
Natur- und Landschaftsschutzgebiet liegen im Osten der Diepholzer Moorniederung in etwa zwischen den Ortschaften Wagenfeld und Varrel. Sie umfassen das Neustädter Moor und daran angrenzende Bereiche. Das Neustädter Moor wurde in der Vergangenheit teilweise abgetorft. Flächen ganz im Westen des Naturschutzgebietes sowie im Bereich des Landschaftsschutzgebietes wurden zu Grünland kultiviert, das überwiegend extensiv bewirtschaftet wird. An die Grünländer im Westen des Naturschutzgebietes, die als Feucht- bis Nassgrünland ausgebildet sind, schließen sich nach Osten nicht bzw. nur stellenweise durch Handtorfstiche teilweise abgetorfte und wiedervernässte Bereiche an. Der östliche Bereich des Moores wurde industriell abgetorft und danach durch Wiedervernässung renaturiert.
Das Neustädter Moor stellt sich großflächig als offener Hochmoorstandort dar. Teilbereiche werden von Moorheiden eingenommen. Stellenweise sind Moorwälder ausgebildet. Auf Sandkuppen, die das Moor durchragen, und im Übergangsbereich zur Geest insbesondere im Süden des Gebietes sind Sandheiden ausgebildet.
Im Gebiet siedeln unter anderem verschiedene Torfmoosarten, Scheidenwollgras, Schmalblättriges Wollgras, Weißes Schnabelried, Rundblättriger und Mittlerer Sonnentau, Besen-, Glocken- und Rosmarinheide, Gewöhnliche Moosbeere, Rauschbeere und Schwarze Krähenbeere. Auf wechselfeuchten Sandstandorten siedelt Zwerglein, in insgesamt trockeneren Bereichen unter anderem Kleines Habichtskraut und Gewöhnliches Ferkelkraut. Die Moorwälder werden von Moorbirke und Waldkiefer dominiert. Das Gebiet beherbergt eine artenreiche Avifauna. So sind hier unter anderem Kranich, Rotmilan, Baumfalke, Raubwürger, Neuntöter, Ziegenmelker, Großer Brachvogel, Kiebitz, Rotschenkel, Bekassine, Pirol, Heidelerche, Schafstelze sowie Schwarz- und Braunkehlchen heimisch. Für den Kranich ist das Gebiet während des Vogelzuges ein wichtiges Rastgebiet, ebenso für verschiedene Gänse, Schwäne und Limikolen. Reptilien und Amphibien sind unter anderem durch Schlingnatter, Moorfrosch, Laubfrosch und Kreuzkröte vertreten. Weiterhin leben hier zahlreiche Insekten, darunter die Mooshummel, verschiedene Schmetterlinge, Libellen wie Mondazurjungfer, Kleine Moosjungfer, Nordische Moosjungfer, Hochmoormosaikjungfer und Heuschrecken wie Kleiner Heidegrashüpfer, Buntbäuchiger Grashüpfer und Feldgrille sowie Laufkäfer wie Heidelaufkäfer, Hochmoorglanzflachläufer, Uferlaufkäfer, Doppeltgezeichneter Nachtkäfer und Arktiskäfer.
Das Neustädter Moor wird nach Westen über Gräben und den Moorkanal zur Flöthe und Wagenfelder Aue, die etwas oberhalb von Barnstorf in die Hunte mündet, und nach Osten über Gräben zur Großen Aue, die etwas oberhalb von Nienburg/Weser in die Weser mündet, entwässert. Die Moorflächen werden zur Pflege abschnittsweise mit Schafen beweidet und entkusselt.
Natur erleben
Nördlich von Ströhen verlaufen mehrere Rundwege am Rand des Naturschutzgebietes. Ein 1,3 km langer und ebenfalls als Rundweg angelegter Moorerlebnispfad führt randlich in das Naturschutzgebiet hinein. Hier und etwas nordöstlich befinden sich zwei Aussichtstürme, die einen Überblick über Teile des Moores bieten und die für die Naturbeobachtung genutzt werden können.<ref>Moorpadd, Gemeinde Wagenfeld. Abgerufen am 10. November 2025.</ref><ref>Moorpadd – Der Moorerlebnispfad im Neustädter Moor, Faltblatt, Gemeinde Wagenfeld (PDF, 972 kB). Abgerufen am 10. November 2025.</ref>
Von Ströhen aus verläuft eine Feldbahn bis zum Moorerlebnispfad.<ref>Ströher Moorbahn, Gemeinde Wagenfeld. Abgerufen am 10. November 2025.</ref>
Literatur
- FFH-Gebiet 067 Neustädter Moor, Managementplan, BUND Diepholzer Moorniederung im Auftrag des Landkreises Diepholz, Dezember 2020 (PDF, 145 MB).
Weblinks
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- Landschaftsschutzgebiet „Neustädter Moor“, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
- FFH-Gebiet 067 Neustädter Moor, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
- Naturerlebniskarte Neustädter Moor, Faltblatt, Naturpark Dümmer (PDF, 1,5 MB)
- Neustädter Moor – Die Perle unter den Mooren, Faltblatt, BUND Diepholzer Moorniederung (PDF, 959 kB)
Einzelnachweise
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Amphibienbiotop Friedeholzer Schlatt |
Aschener Moor/Heeder Moor |
Barnstorfer Moor |
Bleckriede |
Boller Moor und Lange Lohe |
Boltenmoor |
Borsteler Moor |
Bruchwald bei Ehrenburg |
Diepholzer Moor |
Drebbersches Moor |
Dümmer, Hohe Sieben und Ochsenmoor |
Entenpool |
Evershorst |
Garbeeke |
Geestmoor-Klosterbachtal und Schlattbeeke |
Großes Renzeler Moor |
Großes Meer |
Hachetal und Freidorfer Hachetal |
Hohes Moor |
Huntebruch und Huntebruchwiesen |
Kammmolch-Biotop bei Bassum |
Kladdinger Wiesen |
Lachmöwenkolonie Stelle |
Neustädter Moor |
Nördliches und Mittleres Wietingsmoor, Freistätter Moor und Sprekelsmeer |
Okeler Sandgrube |
Oppenweher Moor |
Pastorendiek |
Rehdener Geestmoor |
Schnepker Schlatt |
Sette |
Siedener Moor |
Speckenbachtal |
Steinbrinker-Ströhener Masch |
Wachendorfer/Gödestorfer Bruch |
Westliche Dümmerniederung
Ehemalige:
Am Großen Renzeler Moor |
Freistätter Moor |
Hohe Sieben |
Ochsenmoor |
Mittleres Wietingsmoor |
Neustädter Moor II |
Neustädter Moor-Regenerationsgebiet |
Nördliches Wietingsmoor |
Rehdener Geestmoor-Regenerationsgebiet |
Sprekelsmeer |
Wiesengebiet am Großen Renzeler Moor |
Wiesengebiet Neustädter Moor
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Amphibienbiotop Friedeholzer Schlatt |
Aschener Moor/Heeder Moor |
Barnstorfer Moor |
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Boller Moor und Lange Lohe |
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Diepholzer Moor |
Drebbersches Moor |
Dümmer, Hohe Sieben und Ochsenmoor |
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Geestmoor-Klosterbachtal und Schlattbeeke |
Großes Renzeler Moor |
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Hachetal und Freidorfer Hachetal |
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Huntebruch und Huntebruchwiesen |
Kammmolch-Biotop bei Bassum |
Kladdinger Wiesen |
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Neustädter Moor |
Nördliches und Mittleres Wietingsmoor, Freistätter Moor und Sprekelsmeer |
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Oppenweher Moor |
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