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Gewöhnliches Ferkelkraut

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Gewöhnliches Ferkelkraut
Datei:Starr 080317-3605 Hypochoeris radicata.jpg

Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Ferkelkräuter (Hypochaeris)
Art: Gewöhnliches Ferkelkraut
Wissenschaftlicher Name
Hypochaeris radicata
L.

Das Gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) ist eine Pflanzenart der Gattung Hypochaeris in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet.

Bezeichnung

Die Gattungsbezeichnung Hypochoeris/Hypochaeris ist von altgriechisch choiros (χοῖρος) ‚Ferkel‘ und hypo (ὑπό) ‚unter‘ abgeleitet, das Epitheton radicata von lateinisch radix ‚Wurzel‘.

Beschreibung

Datei:Hypochaeris radicata 2925.jpg
Habitus mit Laubblättern und Blütenstand
Datei:Hypochaeris radicata.jpeg
Blütenkorb
Datei:Hypochaeris radicata 109002369.jpg
Blattrosette
Datei:Hypochaeris radicata blatt.jpeg
Laubblatt mit zerstreuten Borstenhaaren
Datei:HypochaerisR10.jpg
Achäne mit Pappus

Vegetative Merkmale

Das Gewöhnliche Ferkelkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 70 (bis 100) Zentimetern.<ref name="Hegi1987" /> Seine grundständigen und ungefleckten Laubblätter sind ungestielt, keilig-länglich, buchtig gezähnt, zerstreut borstig behaart, oberseits grasgrün, unterseits bläulich bereift und meist dem Boden auffallend angedrückt.<ref name="Hegi1987" /> Der blaugrüne, meist verzweigte Stängel ist im unteren Bereich steif behaart und im oberen Bereich kahl, er ist aufrecht oder schief aufsteigend.<ref name="Hegi1987" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Der Stängel trägt mehrere Blütenkörbchen, ist unten steifhaarig, oben dagegen kahl und höchstens mit ein paar schuppenförmigen Hochblättern versehen. Die Korbhülle ist walzig-glockig und wird ungefähr 15 bis 25 Millimeter hoch. Der Korbboden besitzt Spreublätter. Der Blütenkorb enthält ausschließlich Zungenblüten. Er ist ziemlich groß und 25 bis 40 Millimeter breit.<ref name="Hegi1987" /> Die Hüllblätter sind kahl oder auf der Mitte des Rückens borstig behaart.<ref name="Hegi1987" /> Die randständigen gelben Kronblätter sind länger als die Hülle. Ihre Zunge ist etwa viermal so lang wie breit, tief gezähnt und auf der Unterseite grünlich, grau-rötlich bis graublau.<ref name="Hegi1987" /> Sämtliche Achänen sind geschnäbelt, die randständigen aber nur kurz.<ref name="Hegi1987" /> Die Achänen sind 15 bis 17 Millimeter lang und rötlich-gelb-braun.<ref name="Hegi1987" /> Beim zweireihigen Pappus ist nur die innere Reihe gefiedert.<ref name="Hegi1987" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 8.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist ein kurzlebiger Rosetten-Hemikryptophyt.<ref name="Turkington1983" /> Es ist ein Tiefwurzler mit kurzem Rhizom und überdauert den Winter durch seine Pfahlwurzel.<ref name="Hegi1987" />

Die abgemähten Blütenstände werden schnell durch nachwachsende neue Blütenstände ersetzt. Die goldgelben „Körbchenblumen“ sind nur an sonnigen Tagen vormittags geöffnet und tragen bis über 100 Zungenblüten. Bestäuber sind verschiedene Insekten, besonders Bienen, aber auch Syrphiden, Conopiden, Musciden und Schmetterlinge.<ref name="Hegi1987" />

Die Achänen werden mit ihrem gefiederten Pappus durch den Wind ausgebreitet.

Gallbildungen werden durch Aphalara picta, Aulax hypochoeridis, Eriophyes hypochoerinus und Stictodiplosis hypochoeridis hervorgerufen.<ref name="Hegi1987" /> Als schmarotzende Pilze wurden Leptosphaeria ogilviensis, Pleospora albicans, Pleospora herbarum, Pseudopeziza moutoni, Pyrenopeziza polymorpha, Pyrenophora coronata, Bremia lactucae und Puccinia hypochoeridis beobachtet.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen

Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist auf weiten Teilen der Nordhalbkugel, in Eurasien und in Teilen der Neuen Welt weitverbreitet. Es ist in Europa, Nordafrika, den Kanaren, Madeira, in Westasien und im Kaukasusraum verbreitet.<ref name="GRIN" /> Es ist ein Neophyt im südlichen Afrika, in Madagaskar, auf Mauritius und den Azoren, in Indien, Japan, Taiwan und Yunnan, in Nord- und Südamerika, in Australien, Neuseeland und Hawaii.<ref name="GRIN" />

Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist in weiten Teilen Deutschlands bis in montane Höhenlagen verbreitet genauso wie im übrigen Europa. Es steigt in den Allgäuer Alpen südwestlich des Weiherkopfs bei Bolsterlang in Bayern bis zu einer Höhenlage von 1535 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Im Kanton Waadt kommt es bis zu einer Höhenlage von 1500 Meter, in Graubünden bei Arosa bis 1750 Meter und im Kanton Wallis bis 1850 Meter vor.<ref name="Hegi1987" />

Es wächst auf trockenen Wiesen, Halbtrockenrasen oder an Waldrändern. Es wächst in Pflanzengesellschaften der Verbände Cynosurion, Arrhenatherion, Molinion, Violion oder der Klasse Sedo-Scleranthetea.<ref name="Oberdorfer2001" /> Das Gewöhnliche Ferkelkraut gedeiht auf frischen bis mäßig trockenen, mäßig nährstoffreichen und basenreichen, kalkarmen oder entkalkten, neutralen bis sauren, modrig-humosen oder rohen, vorzugsweise sandigen Lehm- und Tonböden in wintermild-humider Klimalage.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Hypochaeris radicata erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 811.<ref name="SpPl" /> Synonyme für Hypochaeris radicata <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Porcellites radicata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Cass., Hypochaeris neapolitana <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Seriola caespitosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Porta und Hypochaeris radicata subsp. neapolitana <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Nyman.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es wenige Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Hypochaeris radicata subsp. ericetorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Soest (Syn.: Hypochaeris salina <templatestyles src="Person/styles.css" />Gren.): Sie kommt in Großbritannien, Frankreich und Belgien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hypochaeris radicata subsp. platylepis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Jahand. & Maire (Syn.: Hypochaeris platylepis <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.): Sie kommt in Portugal, Spanien, Marokko, Algerien, Tunesien, Sizilien, Sardinien, Italien, Albanien und Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hypochaeris radicata <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. radicata<ref name="Euro+Med" />

Verwendung

Die jungen Laubblätter werden roh oder gekocht wie Spinat oder in Salaten verwendet und sind relativ mild.<ref name="Hegi1987" /> Als Wintergemüse sind sie eher bitter.<ref name="PFAF" />

Belege

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="PFAF">Hypochoeris radicata bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Turkington1983"> Roy Turkington, Lonnie W. Aarssen: Biological Flora of the British Isles. Hypochoeris radicata L. (Achyrophorus radicatus (L.) Scop.). In: Journal of Ecology. Band 71, Nr. 3, 1983, S. 999–1022, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 811, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D811%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 657. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Hypochaeris radicata In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1013–1015. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien