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Neudorf (Dietenhofen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Neudorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(112)&title=Neudorf 49° 25′ N, 10° 41′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(112) 49° 25′ 2″ N, 10° 40′ 32″ O
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Höhe: 411 m ü. NHN
Einwohner: 112 (2013)<ref name="Dietenhofen">Ortsteile. In: dietenhofen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2023; abgerufen am 16. Juni 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dietenhofen.de</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 90599
Vorwahl: 09824
Datei:Neudorf Amtshaus.jpg
Haus Nr. 8: ehemaliges Amtshaus
Datei:Neudorf Gasthof zum Löwen.jpg
Haus Nr. 16: Gasthof zum Löwen
Datei:Neudorf Ziehbrunnen.jpg
Ziehbrunnen

Neudorf (fränkisch: Naidorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Neudorf hat eine Fläche von 5,818 km². Sie ist in 435 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 13.375,85 m² haben.<ref>Gemarkung Neudorf (093192). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 17. September 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dietenholz, Neudietenholz und Walburgswinden.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Nordwestlich des Dorfes entspringt der Altbach, ein linker Zufluss der Bibert. Südwestlich liegt der Wasenweiher, der den Stolzgraben speist, einen linken Zufluss der Bibert. Westlich des Ortes liegt die Flur Röthen, nordwestlich der Hornsteiggraben, 0,5 km östlich das Hackenfeld, 0,5 km südwestlich das Sandfeld. 0,5 km südlich befindet sich das Gewerbegebiet von Dietenhofen.

Um den Ort verläuft die Staatsstraße 2245, die nach Seubersdorf (4,5 km östlich) bzw. nach Rothenhof (5 km nordwestlich) führt. Die Kreisstraße AN 11/NEA 18 nach Dietenhofen (2,1 km südlich) bzw. nach Hirschneuses (2,5 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Leonrod zur Kreisstraße AN 24 (1,4 km südlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 15. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Der Ort wurde 1297 als „Nuwendorfelin“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Bestimmungswort des Ortsnamens („Neu-“) nach zu schließen, handelt es sich um eine Spätsiedlung, die um diese Zeit entstanden ist. Seit 1398 gehörte Neudorf zur Herrschaft Leonrod. Die Familie von Leonrod errichtete unter anderem eine Kapelle und eine Zehntscheune.<ref>H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 113f.</ref> Nachdem die Leonroder im 17. Jahrhundert vergeblich versucht hatten, wieder einen katholischen Gottesdienst in Neudorf abzuhalten, wurde die Kapelle als Getreidespeicher genutzt und später zu einem Wohnhaus umgebaut. 1887 wurde das Haus zum Teil abgebrochen und 1952 zu einer Scheune umgebaut. Eine Mauerecke der alten Kapelle blieb erhalten.<ref>J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 166 f.</ref>

Im Jahre 1718 gab es im Ort sechs brandenburg-bayreuthische Untertansfamilien.<ref>H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 114.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Neudorf 12 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Dietenhofen. Grundherren waren das Kastenamt Dietenhofen (1 Wirtshaus, 2 Höfe, 1 Halbhof, 3 Güter, 1 Tropfhaus, 1 halber Schafhof) und das Rittergut Neudorf (1 Meierhof, 1 Halbhof, 1 halber Schafhof).<ref name="H115">H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 115.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Das Rittergut Neudorf gehörte zu dieser Zeit den Freiherren von Leonrod und war dem Ritterkanton Altmühl steuerbar. Neben den 3 Anwesen in Neudorf war es noch Grundherr in Adelmannsdorf (3 Anwesen), Dietenhofen (2), Ebersdorf (3), Götteldorf (7), Hornsegen (5), Lenkersheim (1), Leonrod (1), Muggenhof (5), Neuses (1), Vincenzenbronn (2) und Zautendorf (10).<ref>H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 73.</ref>

Von 1797 bis 1810 unterstand Neudorf dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. 1810 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hirschneuses und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Hirschneuses zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Neudorf, zu der Dietenholz, Neudietenholz und Walburgswinden gehörten.<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 34 (Digitalisat).</ref><ref>H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 224.</ref> Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Drei Anwesen unterstanden bis 1833 dem Patrimonialgericht Neudorf.<ref>H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 204.</ref> Ab 1862 gehörte Neudorf zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,830 km².<ref name="OV 1961"/>

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 in den Markt Dietenhofen eingegliedert.<ref> </ref><ref>Dietenhofen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 27. Februar 2025.</ref>

Baudenkmäler

  • Zu Haus Nr. 1: Stadel des 18. Jahrhunderts, Fachwerkgiebel zu zwei Dachgeschossen mit rundbogigen Ladeluken und K-Streben.<ref>R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 122. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>
  • Haus Nr. 8: ehemaliges Amtshaus, zweigeschossiger Massivbau, Hausteingliederungen, 18. Jahrhundert<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Dietenhofen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
  • Haus Nr. 16: Gasthof zum Löwen, zweigeschossiger Massivbau, 17./18. Jahrhundert<ref name="Denkmalliste"/>
  • Brunnen: Ziehbrunnen, Zeltdach, wohl 16. Jahrhundert<ref name="Denkmalliste"/>

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Einwohnerentwicklung

Gemeinde Neudorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 152 199 191 197 201 175 172 169 162 158 141 141 128 128 138 139 133 136 133 184 180 170 123 132
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 26 29 27 27 27 28 20 23 24
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 62 (Digitalisat). Für die Gemeinde Neudorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dietenholz (S. 18), Neudietenholz (S. 62) und Walburgswinden (S. 99).</ref> <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 97 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV"/> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1061, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 169 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1227, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1161 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1234 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1272–1273 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1099 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 806 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 168 (Digitalisat).</ref>

Ort Neudorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002005 002013
Einwohner 109 144 149 114 118 93 96 144 90 94 122 107 112
Häuser<ref name="Häuser"/> 18 20 18 19 14 16 18 24
Quelle <ref name="OV 1818"/> <ref name="OV 1846"/> <ref name="OV 1861"/> <ref name="OV 1875"/> <ref name="OV 1885"/> <ref name="OV 1900"/> <ref name="OV 1925"/> <ref name="OV 1950"/> <ref name="OV 1961"/> <ref name="OV 1970"/> <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 325 (Digitalisat).</ref> <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. auf: dietenhofen.de</ref> <ref name="Dietenhofen"/>

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt.<ref name="H115"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Struktur. In: ssb-clw.kirche-bamberg.de. Abgerufen am 22. März 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Neudorf (Dietenhofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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