Zum Inhalt springen

Ebersdorf (Dietenhofen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ebersdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(156)&title=Ebersdorf 49° 25′ N, 10° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(156) 49° 24′ 47″ N, 10° 38′ 46″ O
 {{#coordinates:49,413055555556|10,646111111111|primary
dim=10000 globe= name=Ebersdorf region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 363 m ü. NHN
Einwohner: 156 (2013)<ref name="Dietenhofen">Ortsteile. In: dietenhofen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2023; abgerufen am 16. Juni 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dietenhofen.de</ref>
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 90599
Vorwahl: 09824

Ebersdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Ebersdorf hat eine Fläche von 7,437 km². Sie ist in 872 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8528,53 m² haben.<ref>Gemarkung Ebersdorf (093130). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 17. September 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Andorf, Frickendorf und Stolzmühle.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Das Dorf liegt an der Bibert. Es münden dort der Trankbach als linker und der Kanzelbach als rechter Zufluss der Bibert. Im Nordwesten erhebt sich der Geißberg, im Süden liegt der Schallgrund, dahinter grenzt das Bayreuther Holz an. Die Kreisstraße AN 24 führt an der Stolzmühle vorbei nach Leonrod (1,8 km südöstlich) bzw. nach Andorf zur Staatsstraße 2255 (2 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Götteldorf (1,5 km südwestlich) und zur Staatsstraße 2245 (0,9 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 15. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Der Ort wurde 1398 als „Ebersdorff“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Eberhard, der als Gründer der Siedlung angesehen werden kann.<ref>J. Kollar: Markt Dietenhofen. S. 163.</ref> In der Urkunde wurde bestätigt, dass der Nürnberger Burggraf Johann III. Jörg und Wilhelm Schenken von Stein ein Gut verlieh. 1423 wurde der Ort in einer Urkunde als „Eberhartsdorff“ erwähnt, in der der Markgraf Friedrich I. den Brüdern Berthold, Jörg und Sebastian Volkmayer einen Hof zu Lehen übergab. Neben den Hohenzollern waren später die Herren von Leonrod und die Reichsstadt Nürnberg begütert.<ref>H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 92.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ebersdorf 14 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Dietenhofen. Grundherren waren das Kastenamt Dietenhofen (1 Höflein, 2 Halbhöflein, 2 Güter, 1 Tropfhaus, 1 Haus, 1 Mühle), das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (2 Güter), das Rittergut Neudorf (1 Hof, 2 Halbhöfe) und ein Herrn Hofmann zu Ammerndorf (1 Gut).<ref name="H91">H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 91.</ref> Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof.<ref name="H199">H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 199.</ref>

1810 kam Ebersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Dietenhofen zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Ebersdorf, zu der Andorf, Leonrod und Stolzmühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Leonrod aus dem Gemeindeverband.<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 33 (Digitalisat).
H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 223.</ref> Die Gemeinde Ebersdorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Drei Anwesen unterstanden bis 1833 dem Patrimonialgericht Neudorf. Ein weiteres Anwesen unterstand bis 1848 dem Patrimonialgericht Rügland der Freiherren von Crailsheim.<ref name="H199" /> Ab 1862 gehörte Ebersdorf zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1973: Finanzamt Fürth, seit 1973: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,009 km².<ref name="OV 1961" />

Am 1. Juli 1969, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, ließ man sich nach Dietenhofen eingemeinden.<ref> </ref><ref>Dietenhofen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 27. Februar 2025.</ref>

Zwischen dem 1. Juni 1915 und dem 26. September 1971 verkehrte die Bibertbahn südlich des Ortes und hatte dort einen Haltepunkt.

Ehemaliges Baudenkmal

  • Haus Nr. 13: eingeschossiges Wohnstallhaus aus Quadern, 1969 zur Hälfte abgebrochen; im Türsturz „JOHAN PAVLVS KRAF 1757“<ref>R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 59. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Ebersdorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961
Einwohner 166 230 225 189 204 221 220 218 208 181 176 171 169 175 182 208 208 208 214 325 315 283 259
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 30 34 39 39 38 37 40 44 42
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 20 (Digitalisat). Für die Gemeinde Ebersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Andorf (S. 5) und Stolzmühle (S. 90).</ref> <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 96 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1059, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 169 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1225, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1159 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1232 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1270 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1096 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 804 (Digitalisat).</ref>

Ort Ebersdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002005 002013
Einwohner 91 139 126 136 113 100 138 139 146 129<templatestyles src="FN/styles.css" /> * 150 161 156
Häuser<ref name="Häuser" /> 15 20 25 23 26 22 23 35
Quelle <ref name="OV 1818" /> <ref name="OV 1846" /> <ref name="OV 1861" /> <ref name="OV 1875" /> <ref name="OV 1885" /> <ref name="OV 1900" /> <ref name="OV 1925" /> <ref name="OV 1950" /> <ref name="OV 1961" /> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 168 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 325 (Digitalisat).</ref> <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. auf: dietenhofen.de</ref> <ref name="Dietenhofen" />
<templatestyles src="FN/styles.css" />
* 
inklusive der Stolzmühle

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt.<ref name="H91" /> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt,<ref name="OV 1961" /> seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius (Dietenhofen) zuständig.<ref>Pfarrverband Heilsbronn. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 16. Juni 2023.</ref>

Kultur

Vereine

Wanderwege

Durch Ebersdorf führen die Fernwanderwege Ansbacher Weg und Roter Tropfen. Auf der südlichen Talseite führen der Zollernweg und Bibertrundweg durchs Tal über Unternbibert und Münchzell vorbei.

Sonstiges

Jeweils am ersten Sonntag im September findet von Freitag bis Montag die Ebersdorfer Kerwa statt, zu der das Gasthaus einlädt. Wie es Brauch ist, wird am Kerwa-Samstag um 16:00 Uhr der Baum am Feuerwehrhaus in der Ortsmitte aufgestellt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende