Münchzell
Münchzell Markt Dietenhofen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(0)&title=M%C3%BCnchzell 49° 23′ N, 10° 45′ O
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| Höhe: | 325 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 0 (2013)<ref name="Dietenhofen">Ortsteile. In: dietenhofen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2023; abgerufen am 16. Juni 2023. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 90599 | |||||
| Vorwahl: | 09824 | |||||
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Münchzell (fränkisch umgangssprachlich: Kabl<ref>In der Umgangssprache benannt nach der einstigen Kapelle, dem prominentesten Gebäude des Ortes. E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 136.</ref>) ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Münchzell liegt in der Gemarkung Kehlmünz.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Die Einöde liegt an der Bibert und am Haselbach, der dort als rechter Zufluss in die Bibert mündet, und am Triebendorfer Graben, der dort als rechter Zufluss in den Haselbach mündet. Im Westen liegt das Waldgebiet Neuach, im Norden das Waldgebiet Aichach. Im Südwesten im Haselbachtal liegt der Kühgrund, im Südosten im Bibertal das Flurgebiet Zell. Der Ort liegt an der Staatsstraße 2246, die nach Großhabersdorf (3 km nordöstlich) bzw. über Kehlmünz nach Kleinhaslach verläuft (3,5 km südwestlich). Die Kreisstraße AN 11 führt an Lentersdorf und Rothleiten vorbei nach Dietenhofen (4,5 km westlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 15. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1142 als „Cella“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort „-zell“ verweist auf die Ortsgründung durch ein Kloster. In diesem Fall war es das Kloster Heilsbronn, dessen Mönche dort auf Grund des Fischreichtums in Haselbach und Bibert Fischwirtschaft betrieben.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 136.</ref> Der Ort bestand zu diesem Zeitpunkt aus vier Bauten: einer Kapelle, einem Haus (auch Schlößlein genannt), einem Häuschen und einem Ökonomiegebäude. Gleichzeitig erwarb das Kloster in der ganzen Umgegend von Münchzell Wiesen. Der Wirtschaftshof wurde während der Reformation aufgegeben, da die Zahl der Mönche stark abnahm. Die Glocke der Kapelle wurde 1552 abgenommen und als Ersatz für die zersprungene Turmglocke in Merkendorf verwendet. Im 19. Jahrhundert ließ der damalige Besitzer die Mauerreste der Kapelle abtragen und verwendete die Steine zur Erbauung von Nebengebäuden. Das in einer Scheunenwand eingebaute Dreipassfenster ist der letzte Rest der ehemaligen Klosterkapelle. Das Schlösslein wurde nach Auflösung des Klosters zur Wildmeisterwohnung.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 239ff.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Münchzell „ein Köbler sambt des Wildmeisters Hauß“ verzeichnet, die das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatten. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 11. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 738.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg blieb der Ort zwar verschont, verödete aber trotzdem, weil kein Geld für die Restaurierung aufgebracht werden konnte. 1656 wurde das Gütlein samt dem Fischwasser an Hans Bader für 25 fl. verkauft.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 241.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Münchzell 2 Anwesen (1 Gut, 1 Fischerhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Beide Anwesen hatten das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof als Grundherrn.<ref name="H142">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 142.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.<ref name="J997">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997.</ref> Die Zahl der Anwesen blieb unverändert.<ref>Johann Bernhard Fischer: Münchzell. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 77 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 680.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Münchzell dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bürglein und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bürglein zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Münchzell in die neu gebildete Ruralgemeinde Kehlmünz umgemeindet.<ref name="J997"/>
Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich in Münchzell die Gastwirtschaft „Zur Klosterkapelle“.
Im Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern (1832) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:<ref name="TVB1832">Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Band 2: M–Z. Palm und Enke, Erlangen 1832, OCLC 258665698, S. 116 f. (Digitalisat).</ref>
„Einöde mit 5 E[inwohnern], an der Haßlach, die unweit von der Bibert verschlungen wird, im L[an]dg[ericht] Heilsbrunn und in der Pf[ar]r[ei] Bürglein, 11⁄2 St[unden] von Langenzenn entfernt. Von der ehemal[igen] Kirche sind die Ruinen noch sichtbar, und auf dem Kapellberge stand eine Kapelle. In der Umgegend findet man auf einer Waldhöhe alte Grabhügel.“
Zwischen dem 22. Mai 1914 und dem 26. September 1971 verkehrte die Bibertbahn nördlich des Ortes und hatte dort einen Haltepunkt.
Am 1. Juli 1972 wurde Münchzell im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Dietenhofen eingegliedert.<ref name="J997"/><ref>Dietenhofen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 27. Februar 2025.</ref>
Baudenkmäler
- Brücke: Quadersteinbrücke, zweibogig, wohl 18. Jahrhundert<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Dietenhofen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Denkmale Siebengericht und Heidenhügel vom Ansbacher Beamten von Reynitsch, erste Hälfte 19. Jahrhundert errichtet; östlich des Weges nach Seubersdorf.<ref name="Denkmalliste"/>
- Grenzsteine, 18./19. Jahrhundert; am Wege nach Seubersdorf im Staatswald.<ref name="Denkmalliste"/>
- Haus Nr. 1: Steine einer ehemaligen gotischen Kapelle.<ref name="Denkmalliste"/>
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Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes (Bürglein) gepfarrt.<ref name="H142"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius (Dietenhofen) zuständig.<ref>Pfarrverband Heilsbronn. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 13. März 2023.</ref>
Wanderwege
Münchzell ist der Wendepunkt des Rundwanderweg Bibertrundweg nach Dietenhofen und Unternbibert. Am Nahe gelegenen Wanderparkplatz verläuft der Fernwanderweg Rangau-Pfalz-Weg.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Münchzell. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 680 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 136.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 128.
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 142 (Digitalisat).
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Vorlage:Kollar Dietenhofen
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 239–242 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
Weblinks
- Ortsteile > Münchzell. In: dietenhofen.de. Abgerufen am 31. März 2024.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Münchzell in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Münchzell im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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