Meinsdorf (Niederer Fläming)
Meinsdorf Gemeinde Niederer Fläming
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(176)&title=Meinsdorf 51° 51′ N, 13° 16′ O
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| Höhe: | 84 m | |||||
| Einwohner: | 176 (31. Dez. 2018)<ref>Amtsblatt Dahme/Mark 3/2019</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1997 | |||||
| Postleitzahl: | 14913 | |||||
Lage von Meinsdorf in Brandenburg
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Meinsdorf ist ein Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Niederer Fläming im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg)<ref name="Hauptsatzung" />.
Geografie
Meinsdorf liegt im hügeligen östlichen Fläming an einem Waldrand südlich von Jüterbog und nordöstlich von Dahme/Mark. Der historische Ortskern mit einer Backsteinkirche ist als kurzes Straßenangerdorf ausgebildet, um dessen Dorfanger sich typische Drei- und Vierseithöfe gruppieren. Diese Form ist bereits im Schmettauschen Kartenwerk sowie im Urmesstischblatt Schönewalde von Jahr 1851 erkennbar. Der Ort liegt im Städtedreieck Jüterbog – Herzberg (Elster) – Dahme/Mark im südöstlichen Bereich der Gemeinde Niederer Fläming ist über eine Verbindungsstraße von Ihlow-Illmersdorf (Bundesstraße 102) nach Schönewalde zu erreichen. Nachbarorte sind die Ortsteile Herbersdorf im Nordosten, Rinow im Südosten, Bärwalde im Süden und Weißen im Südwesten. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 84 m ü. NHN und steigt nach Norden hin auf bis zu 90 Metern an. Die südlichen Flächen liegen auf einer Höhe von rund 80 Metern, werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt und durch einen unbenannten Graben in den Meinsdorfer Umleiter entwässert.<ref>Meinsdorf, Brandenburgviewer, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Meinsdorf wurde im Jahre 1346 das erste Mal urkundlich in einer Abschrift der Bistumsmatrikel von Meißen als Meynstorff erwähnt. Weitere historische Namensformen das Auftreten eines Mattheus meynrestorff im Jahr 1394 in Jüterbog, meynstorff im Jahr 1472, Meinsdorff bzw. Maniocze im Jahr 1579 sowie Im Dorffe Meinstorff im Jahr 1652.<ref name="Rohrlach353">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 353.</ref> Der Name leitet sich von einem Mann mit dem deutschen Personennamen Meinhard ab.<ref>Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 115 ISBN 3-937233-17-2.</ref>
Besitzgeschichte
Landesherrschaft
Meinsdorf gehörte bis 1367 zum Herrschaftsbereich der Kurfürsten von Brandenburg. Von 1367 bis 1411 stand das Gebiet unter der Oberhoheit des Königreichs Böhmen, wobei es zwischen 1399 und kurz nach 1401 verpfändet an die Markgrafen von Meißen gelangte. Zwischen 1411 und 1451 befand sich Meinsdorf im Pfandbesitz der Herzöge von Schlesien‑Glogau, vermutlich ohne volle landesherrliche Souveränität. Ab 1451 – zunächst ebenfalls als Pfandbesitz, ab 1462 dann endgültig – kam Meinsdorf wieder an die Kurfürsten von Brandenburg und blieb bis 1701 in deren Herrschaftsbereich. Mit der Erhebung Brandenburg-Preußens zum Königreich gehörte der Ort von 1701 bis 1815 zu den Königen in bzw. von Preußen, wobei die Region bis 1742 weiterhin unter böhmischer Oberlehnsherrschaft stand.<ref name="Rohrlach354">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 354.</ref>
Grundherrschaft
Das Dorf gehörte damals zur Herrschaft Bärwalde, Ländchen Bärwalde genannt. Die ersten Besitzer waren von vor 1342 bis nach 1366 die Edlen von Slautitz, Lehensleute des brandenburgischen Markgrafen. Um 1389 wurden die von Rehfelde als Besitzer genannt, 1396 die Familie von Schlieben und von vor(?) 1435 bis 1447 die Familie von Leipzig. 1448 bis nach 1449 sind die von Rauchhaupt als Besitzer nachgewiesen, 1451 bis nach 1452 die von Waldenfels. Bereits vor 1457 kam es wieder in den Besitz der Familie von Leipzig (auch Leipziger), die den Besitz bis 1666 behaupteten und in dieser Zeit die Grundherrschaft über das Dorf ausübten, einschließlich der Ober- und Untergerichtsbarkeit sowie des Kirchenpatronats (1472 belegt). Danach war es unter den Familien von Leipzig und von Stutterheim geteilt. Die Familie von Leipzig besaß zwei Teile des Dorfes, darunter die Verwaltung des Vorwerks Marienhof, die Windmühle vor Meinsdorf, die Schäferei sowie drei Bauern‑ und eine Kossätenstelle (1696) bzw. acht Einwohner und drei Kossäten (1697). Die Familie besaß anteilig die Ober‑ und Untergerichtsbarkeit sowie das Kirchenpatronat. Der Anteil der Familie von Stutterheim umfasste drei Einwohner sowie einen Anteil an der Ober‑ und Untergerichtsbarkeit und am Kirchenpatronat (1695 belegt).<ref name="Rohrlach354" />
Im Jahr 1734 erwarb Gottfried Emanuel von Einsiedel, königlich preußischer Generalleutnant beide Teile und vereinigte die Herrschaft wieder. Nach seinem Tod im Jahre 1745 kam es bis 1780 in den Besitz seiner Tochter Sophia Dorothea, die mit Karl Wilhelm von Jeetze verheiratet war. Im Jahre 1780 kaufte der Königlich-Preußische Kammerherr Joachim Erdmann von Arnim, verheiratet mit Amalie Caroline geb. Labes, das Ländchen Bärwalde. Seine Schwiegermutter, Caroline Marie Elisabeth von Labes lieh ihm das Geld für den Kauf. Von da an war es bis 1872 im Besitz der v. Arnims.
14. bis 16. Jahrhundert
Für das Jahr 1346 wird Meinsdorf als Kirchdorf erwähnt. Im Jahr 1472 erscheint der Ort erneut als Dorf, ebenso 1488. Für 1541 sind etwa ein Schock Kommunikanten überliefert, was auf eine geschätzte Zahl von rund 60 kirchlich erfassten Gemeindemitgliedern schließen lässt.<ref name="Rohrlach354" /> Für das Jahr 1541 werden in Meinsdorf vier Pfarrhufe genannt, von denen der Pfarrer drei selbst bewirtschaftete und eine verpachtete. Er besaß weiterhin ein Pfarrhaus, Wiesenwuchs im Umfang von drei Fuder Heu, einen Krautgarten und bekam den Zehnt in Höhe von 16 Scheffeln und zwei Rauchhühner. Der Küster besaß ein Küsterhaus und im Jahr 1558 zusätzlich drei kleine Wiesen mit einem Ertrag von einem Fuder Heu, 28½ Scheffel Roggen aus allen drei Dörfern des Kirchspiels. Er erhielt von den Bewohnern außerdem Ostereier. Die Kirche besaß einen Morgen (Mg) Wiese sowie 12 Scheffel Pacht aus der Mühle „von alters her“. Die Familie von Leipzig wurde 1558 aufgefordert, rückständiges Mietgeld für ein der Kirche gehöriges Wiesenstück zu entrichten.<ref name="Rohrlach357">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 357.</ref> Im Jahr 1580 entrichtete der Ort 56 Gulden und 7½ Groschen (gr) an Land‑ und Giebelschoss, also an die landesherrlichen und grundherrlichen Steuerabgaben.<ref name="Rohrlach354" />
17. Jahrhundert
Im Jahr 1600 standen dem Pfarrer erneut vier Pfarrhufen zu; im Jahr 1756 werden sogar zehn Pfarrhöfe erwähnt, vermutlich einschließlich der Pfarrhöfe der zugehörigen Tochterkirche. Der Küster besaß ein Haus mit kleinem Garten, einen Krautgarten vor dem Dorf, drei kleine Wiesen mit einem Ertrag von einem Fuder Heu und erhielt 35 Scheffel Schiffkorn (ohne ein Viertel) aus allen drei Dörfern, 130 Brote und drei Schock Eier aus allen drei Dörfern. Die Kirche besaß nach wie vor eine Wiese mit einem Ertrag von zwei Fuder Heu.<ref name="Rohrlach357" /> Im Jahr 1616 wurde das Lehnschulzengut von der Familie von Leipzig vollständig ausgekauft. Für 1624 sind im Ort verzeichnet: 15 Hufner, sechs Kossäten, zwei Müller, ein Schmied und ein Hirte, die zusammen 31 Hufen bewirtschafteten. Insgesamt bestanden 31 Hufen. Zwei Höfe mit zusammen fünf Hufen waren von der Familie von Leipzig „freigewilligt“, also von Abgaben oder Diensten befreit. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten im Dorf nur noch sechs Hufner und ein Kossät, insgesamt sieben Personen. Im Jahr 1671 besaß die Familie von Leipzig sechs wüste Bauernhöfe, die Familie von Birckholtz zwei wüste Bauernhöfe. Meinsdorf bestand im Jahr 1679 aus einem Dreihufner, zwei Zweihufner (darunter der Schulze), ein Einhufner sowie drei wüste Zweihufnerhöfe, die von der Familie von Leipzig bewirtschaftet wurden und fünf ganze Kossätenhöfe sowie zwei halbe Kossätenhöfe, jeweils mit einem wüsten Hofanteil. Insgesamt bestanden 26 Hufen, darunter zwei wüste Hufen im Rahmen der adligen Kollekte. In den Jahren 1682/1683 gab es sechs Kossätenhöfe, von denen 1½ Höfe wüst lagen.<ref name="Rohrlach354" />
18. Jahrhundert
Im Jahr 1711 lebten im Dorf 13 Hufner und sechs Kossäten. Es gab eine Windmühle, deren Müller im Dienst der Familie von Leipzig stand, einen Hirten, der jedoch kein eigenes Vieh besaß, einen Schafkostknecht mit einer Herde von 30 Schafen, einen Laufschmied und acht Häusler. Insgesamt verfügte das Dorf über 26 Hufen. Im Jahr 1734 wurden genannt: zwölf Bauern, fünf Kossäten, ein Halbkossät, fünf Büdner, darunter eine Schenke, ein Schlächter und ein Bäcker.<ref name="Rohrlach354" /> Das Flurverzeichnis von 1738 liefert eine außergewöhnlich detaillierte Aufstellung der gesamten Acker, Wiesen und Hofflächen Meinsdorfs. Insgesamt umfasste die Dorfflur 88 Hufen, 5¼ Mg und 22 Quadratschuh, davon 71 Hufen, 22½ Morgen, 31 Quadratruten (QR), 90 Quadratschuh Ackerland, 13 Hufen, 25 Morgen, 5 Quadratruten, 9 Quadratschuh im Besitz der Herrschaft, 50 Hufen, 4½ Morgen, 34 Quadratruten, 3 Quadratschuh im Besitz der Untertanen, 7 Hufen, 22¾ Morgen, 37 Quadratruten, 28 Quadratschuh im Besitz von Pfarrer und Kirche, 1 Hufe, 22 Morgen, 40 Quadratruten, 46 Quadratschuh Wiesenwuchs, 3 Morgen, 9 Quadratruten, 85 Quadratschuh Kohlland, 2 Hufen, 5 Morgen, 5 Quadratruten, 55 Quadratschuh Haus und Gartenland und 12 Hufen, 12¼ Morgen, 2 Quadratruten, 46 Quadratschuh Hütung. Für jede Hufe waren folgende Aussaatmengen vorgesehen: 17 Scheffel Roggen, 5 Scheffel Gerste, 4 Scheffel und 8 Metzen Hafer, 5 Scheffel Heidekorn, 12 Metzen Lein, 8 Metzen Wicken. Die Grundherrschaft verfügte über: 14 Hufen, 9¼ Morgen, 19 Quadratruten, 51 Quadratschuh, davon 13 Hufen, 25 Morgen, 9 Quadratschuh Acker, 4¾ Morgen, 3 Quadratruten, 75 Quadratschuh Wiesen, 9½ Morgen, 10 Quadratruten, 67 Quadratschuh Haus , Garten und Kohlland. Die Vermessung listet jede weiterhin einzelne Bauernstelle mit exakten Flächenangaben auf und werden hier nur beispielhaft angegeben: Ein Zweihufner bewirtschaftete insgesamt 4 Hufen, 7¼ Morgen, 30 Quadratruten, 38 Quadratschuh, davon Acker, Wiesenwuchs sowie Haus, Garten und Kohlland. Ein weiterer Bauer bewirtschaftete 4 Hufen, 14¼ Morgen, davon 8 Morgen, 11 Quadratruten, 75 Quadratschuh Acker, 2¼ Morgen, 24 Quadratruten, 37 Quadratschuh Wiesen, 4½ Morgen, 23 Quadratruten und 88 Quadratschuh Haus und Gartenland. Ein anderer Bauer bewirtschaftete 6 Hufen, 2 Morgen, 5 Quadratruten, 52 Quadratschuh, davon 5 Hufen, 28 Morgen, 33 Quadratruten und 81 Quadratschuh Acker.<ref name="Rohrlach355">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 355.</ref> Die Kossätenstellen wurden ebenfalls einzeln vermessen. Ein Kossät bewirtschaftete beispielsweise 7 Morgen, 42 Quadratruten, 87 Quadratschuh, ein weiterer 9¼ Morgen, 18 Quadratruten und 34 Quadratschuh. Die weiteren Kossäten bewirtschafteten Flächen zwischen 5¼ und 8½ Morgen. Meinsdorf bestand weiterhin aus einem Gänseacker mit 2¼ Morgen, 26 Quadratruten, 60 Quadratschuh, einer Bullenwiese mit 1½ Morgen, 27 Quadratruten, 30 Quadratschuh, Hirtenland in der Größe 3 Morgen, 5 Quadratruten, 67 Quadratschuh, eine Schmiede mit 41 Quadratruten, Flächen für den Müller in Höhe von 35 Quadratruten, 34 Quadratschuh Kohlland, eine Dorfstraße mit 11 Morgen, 1 Quadratrute, 70 Quadratschuh und Flächen für die Hütung von 12 Hufen, 12¼ Morgen, 2 Quadratruten, 46 Quadratschuh.<ref name="Rohrlach356">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 356.</ref> Der Pfarracker war im Jahr 1738 insgesamt 7 Hufen 16½ Mg 20 Quadratruten 1 Quadratschuh groß, die Pfarrwiesen 4½ Mg 37 QR. Der Küster bewirtschaftete insgesamt 1¾ Morgen 28 QR 57 Quadratschuh, davon 1½ Mg 16 QR 25 Quadratschuh Wiese und ¼ Morgen 12 QR 32 Quadratschuh Häuser, Gärten und Kohlland.<ref name="Rohrlach357" /> Der Kirchenacker umfasste 6¼ Mg 17 QR 77 Quadratschuh, der Kirchenhof 1¼ Mg 15 QR 85 Quadratschuh. Im Jahr 1745 lebten im Dorf elf Bauern und sieben Kossäten; es gab zwei Windmühlen. Im Jahr 1748 wurden auf dem Gut die folgenden Mengen ausgesät: 2 Scheffel Weizen, 4 Wispel 6 Scheffel 8 Metzen Roggen, 1 Wispel 23 Scheffel kleine Gerste, 1 Wispel 12 Scheffel Hafer, 1 Wispel 16 Scheffel 2 Metzen Heidekorn, 4 Metzen Linsen, 8 Scheffel Wicken, 2½ Metzen Hirse und 1 Scheffel 8 Metzen Lein. Zum Viehbestand gehörten drei Pferde, zehn Ochsen, 18 Kühe, 16 Stück Jungvieh, 247 Schafe sowie eine Schweine und Geflügelhaltung. Im Jahr 1756 lebten im Dorf zwölf Bauern (darunter ein Dreihufner und elf Zweihufner, der Schulze eingeschlossen), sechs Kossäten (davon zwei mit je einer Hufe), 14 Häusler, darunter ein Drescher, zwei Fleischer, fünf Hausfrauen, ein Maurer, ein Schneider, ein Schuster, ein Tischler, ein Viehhändler und eine Witwe. Es gab zehn kommunale Häuser, die vom Prediger, einem Schulmeister, einem Gastwirt, einem Schmied, zwei Windmüllern, einem Schäfer, einem Hirten und einem Pferdehirte bewohnt waren.<ref name="Rohrlach356" /> Im Jahr 1756 verfügte der Pfarrer über zehn Pfarrhufen und erhielt 169 Scheffel Dezem. Er hatte außerdem einen Hofebauern und fast eine weitere Hufe für sich. Der Schulmeister erhielt 40 Scheffel Korn und 130 Brote.<ref name="Rohrlach358">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 358.</ref> Im Jahr 1772 wurden genannt: ein Prediger, neun Bauern und Halbbauern, elf Kossäten und Büdner, zwei Müller und ein Schmied. Im Jahr 1775 waren es ein Hufner und sechs Kossäten. Es gab eine Windmühle, einen Hirten ohne eigenes Vieh, eine Schafkostknecht für 18 Schafe, einen Laufschmied und einen Windmüller, die zusammen 26 Hufen bewirtschafteten. Für das Jahr 1791 sind überliefert: elf Bauern, sieben Kossäten, sechs Büdner, Häusler oder Einlieger, zwei Verwalter, ein Prediger, zwei Müller und ein Schmied, die zusammen 34 Feuerstellen (= Haushaltungen) betrieben.<ref name="Rohrlach356" />
19. Jahrhundert
Meinsdorf bestand 1801 aus Dorf und Gut mit elf Ganzbauern, sieben Ganzkossäten, vier Büdnern und 13 Einliegern. Es gab verschiedene Handwerker, eine Schmiede, einen Krug und zwei Windmühlen. Zur Dorfflur gehörten 1000 Morgen Gemeinholz. Die Gemarkung war 26 Bauernhufen und fünf Lehnhufen groß; dort wurden 39 Feuerstellen betrieben. Nach dem Wiener Kongress kam Meinsdorf im Jahr 1817 zum Landkreis Jüterbog-Luckenwalde. Für das Jahr 1818 sind folgende Gewerbetreibende belegt: ein Handelsmann, ein Grützmüller und ein Ölmüller. Meinsdorf war 1837 Rittergut und Dorf mit 42 Wohnhäusern. Im Jahr 1840 gab es folgende Handwerker: zwei Stellmacher, drei Schneider, ein Tischler (mit einem Gesellen), ein Schmied (mit einem Gesellen), ein Böttcher und ein Schuhflicker.<ref name="Rohrlach356" /> Die Gerichtsbarkeit, die bis 1849 beim Patrimonialgericht Wiepersdorf lag, wechselte zum Kreisgericht Jüterbog und kam 1879 bis 1952 zum Amtsgericht Jüterbog.<ref name="Rohrlach353" /> Meinsdorf bestand im Jahr 1858 aus dem Dorf, einem Gutshof ohne eigenes Gehöft, fünf öffentlichen Gebäuden, 55 Wohn- und 22 Wirtschaftsgebäuden, darunter zwei Getreidemühlen. Meinsdorf war 2033 Mg groß: 1609 Morgen Acker, 136 Morgen Wiese, 178 Morgen Weide, 50 Morgen Wald, 54 Morgen Gehöfte und 6 Morgen Gärten.<ref name="Rohrlach353" /> Im Jahr 1882 lebten im Dorf der Schulze, elf Bauern, sechs Kossäten, 51 Büdner und sieben Hausleute.<ref name="Rohrlach356" />
20. und 21. Jahrhundert
Zur Jahrhundertwende standen im Dorf 58 Häuser auf einer Fläche von 575,1 Hektar (ha). Die Besitz‑ und Berufsstruktur war stark agrarisch geprägt. Verzeichnet sind: ein Büdner und Dampfwerksbesitzer (51 ha), ein Büdner und Kaufmann, ein Büdner und Maurer, ein Büdner und Schneider (5,81 ha), ein Büdner und Schneidermeister (3,81 ha) und ein Einhufner (24,79 ha). Es gab zehn Hufner mit Flächen von 39,20 ha; 38,56 ha; 37,98 ha; 36,40 ha; 35,15 ha; 34,80 ha; 34,68 ha; 34,40 ha; 34,36 ha und 27,38 ha sowie drei Kossäten (12,19 ha; 6,11 ha; 6,90 ha). Außerdem lebten im Dorf ein Kossät und Schankwirt (7,89 ha), ein Lehrer, ein Pfarrer und ein Schankwirt (3,30 ha). 1931 bestanden 59 Wohnhäuser mit 65 Haushaltungen. Im Jahr 1939 gab es 13 land‑ und forstwirtschaftliche Betriebe mit einer Fläche zwischen 20 und 100 ha. Weitere drei Betriebe waren zwischen 10 und 20 ha, 15 zwischen 5 und 10 sowie 20 Betriebe zwischen 0,5 und 5 ha groß.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1948 insgesamt 115,4 ha enteignet: 46,4 ha Ackerland, 5,7 ha Wiesen und Weiden, 62 ha Wald sowie 1,2 ha Wege und Ödland. Diese Flächen wurden auf 29 landarme Bauern verteilt. Meinsdorf kam 1952 zum Kreis Jüterbog und war dort seit 1950 Gemeinde. Im Jahr 1959 gründete sich eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft LPG Typ I mit fünf Mitgliedern und 43 ha Fläche sowie eine LPG Typ III mit sieben Mitgliedern und 46 ha Fläche. Im Jahr 1960 gab es eine LPG Typ III mit 53 Mitgliedern und 214 ha LN, die 1975 an die LPG Herbersdorf angeschlossen wurde und anschließend in eine LPG (Tierproduktion) überging. Außerdem gab es eine LPG Typ I mit 12 Mitgliedern und 112 ha LN, die 1961 an die LPG Typ III angeschlossen wurde sowie eine LPG Typ I mit 42 Mitgliedern und 163 ha LN, die 1969 an die LPG Typ III angeschlossen wurde.<ref name="Rohrlach357" /> Im Jahr 1962 wurden die Ortsteile Rinow und Weißen eingemeindet. Meinsdorf bestand 1970 mit den Ortsteilen Rinow und Weißen. Am 1. Januar 1979 wurde Bärwalde eingemeindet.<ref name="Bärwalde" /> In Meinsdorf bestanden im Jahr 1983 die Kooperation ZGE Jungrinderaufzucht Meinsdorf, die LPG (Tierproduktion) Petkus, Sitz im Ortsteil Weißen mit Viehzuchtbrigade Meinsdorf und Abteilung Jungrinderaufzucht Meinsdorf, die LPG mit Sauanlage Meinsdorf, sowie die VdgB (BHG) als örtliche Handels‑ und Versorgungsstruktur.<ref name="Rohrlach357" />
Im Jahre 1900 wurden in Meinsdorf 290 Einwohner gezählt. 1939 lebten hier 262 Menschen, und 2007 waren es nur noch 191. Ende des Jahres 2011 lebten nur noch 163 Menschen im Ort.<ref name="Niederer Fläming" /> Am 31. Dezember 1997 vereinigte sich Meinsdorf mit 13 anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Niederer Fläming.<ref name="Zusammenschluss" /> Der Ort ist seither Ortsteil, Ortsbürgermeister ist derzeit Lutz Seehausen. Seitdem ist auch Bärwalde Ortsteil innerhalb der Gemeinde Niederer Fläming.
Kirche
Zum Kirchspiel Meinsdorf gehören – außer dem Pfarrort – die Filialkirchen Kossin und Wiepersdorf. Es liegt im Kirchenkreis Zossen-Fläming (Sitz: Zossen) und gehört zum Sprengel Görlitz der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Sehenswürdigkeiten
- Die Dorfkirche Meinsdorf ist eine neogotische Saalkirche aus den Jahren 1853/1854. Die Kirchenausstattung stammt weitgehend aus der Bauzeit; eine Fünte aus dem Jahr 1611.
- Die Einsiedel-Säule am westlichen Dorfrand, die als Denkmal die Geschichte der Region im Mittelpunkt des sogenannten „Ländchen Bärwalde“. Graf Gottfried Emanuel von Einsiedel hatte das „Ländchen“ zum ersten Male vermessen lassen.
- Auf dem Jüdischen Friedhof Meinsdorf befinden sich elf Grabstätten mit erhaltenen Sandsteingrabsteinen mit hebräischen und deutschen Inschriften, die die Zeit des Nationalsozialismus überdauert haben.
- Die Meinsdorfer Mühle aus dem 19. Jahrhundert ist immer noch in Betrieb.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Verlag Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, ISBN 3-7400-0128-3, S. 353–358
Weblinks
- Ortsteil Meinsdorf der Gemeinde Niederer Fläming
- Meinsdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 7. Januar 2007
Einzelnachweise
<references> <ref name="Hauptsatzung"> Hauptsatzung der Gemeinde Niederer Fläming, publiziert im Amtsblatt für die Gemeinde Niederer Fläming, Jahrgang 6, Nummer 13, S. 2 bis 5, v. 19. Dezember 2009 PDF </ref> <ref name="Bärwalde"> Beitrag zur Statistik – Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 Landkreis Teltow-Fläming PDF </ref> <ref name="Zusammenschluss"> Zusammenschluß der Gemeinden Borgisdorf, Gräfendorf, Hohenahlsdorf, Hohengörsdorf, Meinsdorf, Nonnendorf, Reinsdorf, Riesdorf, Schlenzer, Sernow, Waltersdorf, Welsickendorf, Werbig und Wiepersdorf zu einer neuen Gemeinde Niederer Fläming. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 11. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 1, 14. Januar 1998, S. 2. </ref> <ref name="Niederer Fläming"> Märkische Allgemeine Zeitung vom 12. Januar 2012 – Einwohnerstatistik der Gemeinde Niederer Fläming (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2017. Suche im Internet Archive ) </ref> </references>
Vorlage:Klappleiste/Anfang Bärwalde | Borgisdorf | Gräfendorf | Herbersdorf | Höfgen | Hohenahlsdorf | Hohengörsdorf | Hohenseefeld | Körbitz | Kossin | Lichterfelde | Meinsdorf | Nonnendorf | Reinsdorf | Riesdorf | Rinow | Schlenzer | Sernow | Waltersdorf | Weißen | Welsickendorf | Werbig | Wiepersdorf
Wohnplätze: Forsthaus Riesdorfer Heide | Marienhof | Niederseefeld Vorlage:Klappleiste/Ende