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Lichterfelde (Niederer Fläming)

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Lichterfelde
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(66)&title=Lichterfelde 51° 56′ N, 13° 12′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(66) 51° 56′ 1″ N, 13° 12′ 27″ O
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Höhe: 99 m ü. NHN
Einwohner: 66 (31. Dez. 2018)<ref>Amtsblatt Dahme/Mark 3/2019</ref>
Eingemeindung: 11. Januar 1962
Eingemeindet nach: Werbig
Postleitzahl: 14913
Vorwahl: 033746
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Datei:Dorfkirche Lichterfelde.jpg
Dorfkirche Lichterfelde (2023)

Lichterfelde ist ein Ortsteil der Gemeinde Niederer Fläming im Süden des Landkreises Teltow-Fläming im Land Brandenburg. Lichterfelde ist ein typisches brandenburgisches Straßendorf und besteht aus einer Dorfstraße, an der sich nahezu alle Häuser des Ortes befinden. Dabei handelt es sich überwiegend um Vierseithöfe beziehungsweise um deren Reste, da im Laufe der Zeit Nebengebäude abgerissen wurden und keine geschlossene Hofstruktur mehr vorhanden ist. Ortsprägend ist der Dorfteich, der sich im östlichen Teil des Dorfes gegenüber einem kleinen Anger befindet. Auf diesem befindet sich ein in der Mitte der 1990er-Jahre errichteter kleiner Gedenkstein für die Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Geographische Lage

Der Ortsteil liegt nördlich des Gemeindezentrums. Westlich befindet sich der weitere Ortsteil Werbig, östlich Sernow. Südlich führt die Bundesstraße 102 von Nordwesten in südöstlicher Richtung vorbei. Im Norden befindet sich ein ausgedehntes Waldgebiet, die Sernower Heide. Die umgebenden Flächen werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt und befinden sich auf einer Höhe von rund 100 m ü. NHN.<ref>Lichterfelde, Brandenburgviewer, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>

Geschichte

Etymologie

Das Dorf Lichterfelde wurde im Rahmen der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung von flämischen Siedlern gegründet. Dies spiegelt sich im Ortsnamen wider, der auf Westflämisch lichtervelde zurückzuführen ist (wie z. B. auch Lichtervelde in Flandern).<ref>Elisabeth Berner: Brandenburgische Sprachlandschaft. In: Historisches Lexikon Brandenburgs. 5. April 2019 (brandenburgikon.net): „An die flämischen Siedler erinnern auch die aus Flandern mitgebrachten Ortsnamen Brück, Niemegk und Lichterfelde.“</ref> Der niederländische Name bedeutet so viel wie “waldfreies Feld, über das der Wind hinwegweht”<ref>Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 104 ISBN 3-937233-17-2.</ref>. Weitere Bezeichnungen waren in Lichtirfelde im Jahr 1394, Lichterfelde vor Jutirbock im Jahr 1446 und Lichterfeld, Lichtenfeld im Jahr 1818.<ref name="Rohrlach285">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 285.</ref>

Besitzgeschichte

Die grundherrlichen Verhältnisse des Dorfes waren über Jahrhunderte hinweg stark zersplittert und wechselten häufig zwischen landesherrlichen, klösterlichen und privaten Besitzern. Bis 1279 befand sich das Dorf im unmittelbaren Besitz des Landesherrn Günther von Schwalenberg, wobei bereits neun Hufen verlehnt waren, möglicherweise im dritten Anteil enthalten. Von 1279 bis vor 1463 gehörte das Dorf dem Kloster Zinna, anschließend bis 1517 dem Amt Jüterbog und von 1517 bis 1872 dem Amt Zinna, das über das Dorf mit Ober- und Untergerichtsbarkeit sowie das Kirchenpatronat verfügte. Zwischen 1393/1394 und 1570/1594 besaß das Zisterzienserinnenkloster Jüterbog drei Hufen, die vom ersten Anteil abgetreten worden waren; 1570/1594 wurden diese wieder mit dem ursprünglichen Anteil vereinigt. Vor 1446 bis 1478 verfügten die Herren von Torgau, Herren zu Zossen, über elf Hufen beziehungsweise über die Hebungen dieser elf Hufen, von denen jede sechs Scheffel Roggen, sechs Scheffel Hafer, Zins und den Zehnten abzugeben hatte. Nach 1478 fiel dieser Besitz an den Landesherrn beziehungsweise das Amt.

Ein weiterer Anteil lag vor 1446 bis 1479 bei einem Herrn Kempendorf, einem Vasallen zu Hecklingen beziehungsweise in Aschersleben. Von 1479 bis 1549 folgten der Kammermeister Bugreiß und seine Söhne, von 1549 bis 1598 die Familie Rahn, Bürger zu Calbe (Saale), und von 1598 bis 1641 Magister Moritz, Richter zu Jüterbog, und dessen Erben. Zwischen 1641 und 1708 besaß Rittmeister Junack diesen Anteil, gefolgt von der Familie Wollersheim bis 1742 und anschließend bis nach 1759 von der Familie Flemming. Dieser Besitz umfasste zwölf Hufen „auf dem Felde zu Lichterfelde“ sowie Geldhebungen auf vier Höfen (1446) beziehungsweise drei Vierhufenhöfen mit Fleischzehnt (1506). Wahrscheinlich handelte es sich später nur noch um die Hebungen dieser drei Vierhufenhöfe, von denen jeder im Jahr 1648 zwei Scheffel Roggen und zwei Scheffel Hafer zu liefern hatte, sofern sich diese Angaben nicht auf wüste Hufen zu Reinsdorf bezogen.

Vor 1368 bis nach 1383 besaß die Familie von Zeuden, Richter beziehungsweise Bürger aus Jüterbog, die Hebungen von zwei Hufen, die jeweils sechs Scheffel Roggen und sechs Scheffel Hafer abgaben. Danach fiel dieser Anteil an den Landesherrn beziehungsweise das Amt. Ein weiterer Anteil befand sich vor 1383 bis 1492 im Besitz der Familie Gotz, Bürger zu Jüterbog, und von 1492 bis 1611 bei der Familie Jungermann, ebenfalls Bürger zu Jüterbog. Dieser Anteil umfasste die Hebungen von zwei Hufen, die 1383 jeweils fünf Scheffel Roggen und fünf Scheffel Hafer, später vier Scheffel Roggen, vier Scheffel Hafer und den Fleischzehnten abgaben. Nach 1611 wurde dieser Anteil geteilt: Der erste Teil gelangte 1611 bis 1658 an die Familie von Hagen, die die Hebungen von zwei Hufen erhielt, die jeweils vier Scheffel Hafer abgaben, bevor der Besitz an den Landesherrn beziehungsweise das Amt zurückfiel. Der zweite Teil blieb 1611 bis 1613 bei der Familie Jungermann, befand sich 1613 bis 1615 im unmittelbaren Besitz des Administrators und gelangte 1615 bis 1654 an die Familie von Löben. Von 1654 bis 1769 folgte der kurfürstlich-brandenburgische Hof- und Konsistorialrat Reinhardt und seine Erben, und von 1770 bis nach 1815 die Familie Balzer zu Jüterbog. Dieser Anteil umfasste die Hebungen von zwei Hufen, die jeweils vier Scheffel Roggen und den Fleischzehnten abzugeben hatten.

Bis 1389 befand sich ein weiterer Anteil im Besitz der Familie von Ottersleben, 1389 bei der Familie von Richenheim, die die Hebungen von zwei Hufen erhielt, die jeweils sechs Scheffel Roggen, sechs Scheffel Hafer und vier Scheffel Gerste abgaben, beziehungsweise von einer Hufe im Jahr 1389. Danach fiel auch dieser Anteil an den Landesherrn beziehungsweise das Amt.

Vor 1446 bis 1488 lagen weitere Hebungsrechte bei den Gebrüdern Lindwurm und den Gebrüdern Rode. Von 1488 bis 1520 folgte die Familie von Kotze zu Germersleben, von 1520 bis 1699 die Familie Schütz zu Dahme, von 1699 bis 1710 das Amt Jüterbog und von 1710 bis 1715 die Familien Abitsch, Oathe und Bretnütz. Von 1715 bis nach 1754 besaß die Familie Flemming die Hebungen von zweimal zwei Hufen, die jeweils sechs Scheffel Roggen, sechs Scheffel Hafer, einmal auch den Fleischzehnten und ein Rauchhuhn (1446) abzugeben hatten. Später handelte es sich um die Hebungen von vier Hufen, die jeweils sechs Scheffel Roggen, sechs Scheffel Hafer und den Fleischzehnten abgaben, sowie von zwei weiteren Hufen, die jeweils sechs Scheffel Roggen und sechs Scheffel Hafer lieferten (1657).

Schließlich verfügte der Rat der Stadt Jüterbog vor 1648 bis vor 1661 über die Hebung vom Schulzengut, das einen Scheffel Roggen abzugeben hatte. Danach fiel auch dieser Anteil an den Landesherrn beziehungsweise das Amt zurück.<ref name="Rohrlach286">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 286.</ref>

13. bis 15. Jahrhundert

Im Jahr 1279 erschien das Dorf erstmals als villa mit zwei Pfarrhufen. Es umfasste 18 freie Hufen, dazu neun bereits verlehnte Hufen sowie vier Hufen, die zum Schulzengut gehörten, und zusätzlich zwei Kossätenhufen. Für das Jahr 1383 wurde das Dorf erneut als villa bezeichnet. 1396/1397 wurde ein Schulze des Ortes in Jüterbog namentlich erwähnt, was auf die Einbindung des Dorfes in die regionale Verwaltungs- und Gerichtsstruktur hinweist. Zwischen 1492 und 1496 erschien der Ort als Amtsdorf des Amtes Jüterbog, womit er vollständig in die landesherrliche Verwaltung eingegliedert war.<ref name="Rohrlach287">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 287.</ref>

16. Jahrhundert

Für das Jahr 1516 sind für das Dorf Abgaben in Höhe von 10 Gulden zur Steuer belegt. 1534 betrugen die Abgaben zum 50. Pfennig insgesamt 17 Gulden und 4 Groschen. Die Sozialstruktur des Ortes zeigte für 1562 elf Hauswirte, eine Zahl, die auch 1584 erneut belegt ist.<ref name="Rohrlach287" /> Im Jahr 1562 verfügte der Pfarrer nach wie vor über zwei Pfarrhufen, was auf eine über Jahrhunderte stabile kirchliche Ausstattung hinweist. Neben den beiden Hufen besaß er einen Pfarrhof, dazu die 30. Mandel vom Zehnten sowie ein Drittel des Fleischzehnten. Der Küster verfügte zu dieser Zeit über zehn Morgen Acker und ein Stück Land; außerdem erhielt er jährlich 18 Scheffel Korn und zwölf Brote.<ref name="Rohrlach288">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 288.</ref> Im Jahr 1586 wurden zum 70. Pfennig 9 Taler, 11 Groschen und 2 Denar erhoben.<ref name="Rohrlach287" />

17. Jahrhundert

Im frühen 17. Jahrhundert lassen sich für das Dorf deutliche Schwankungen in der Zahl der bewirtschafteten Hufen und der bäuerlichen Stellen feststellen. Um 1600 wurden zehn Hauswirte gezählt. Im Jahr 1606 bestand die Dorfbevölkerung aus acht Bauern und drei Kossäten, 1609 wurden zwölf Untertanen erwähnt. Um 1625 verfügte das Dorf über sieben Hufner, einen Halbspänner und vier Kossäten, während 1627 acht Hufner und drei Kossäten belegt sind. Die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zeigen sich deutlich in den Angaben von 1637, als nur noch drei Hufner, ein Halbspänner und ein Kossät vorhanden waren. 1638 lebten lediglich vier Untertanen im Dorf, sechs waren verstorben, und ein Gut stand wüst.<ref name="Rohrlach287" /> Für das Jahr 1642 ist erneut die Ausstattung des Pfarrers mit zwei Hufen belegt, während der Küster nun acht Scheffel Roggen, acht Brote und sechzehn Eier erhielt.<ref name="Rohrlach288" /> Für das Jahr 1648 ist eine detaillierte Aufstellung der Besitzverhältnisse überliefert. Der Schulze verfügte über fünf freie Lehnhufen, dazu kam ein wüster Vierhufenhof. Weiterhin bestanden fünf Vierdorfhufen, von denen zwei wüst lagen; jede dieser Hufen besaß eine zusätzliche Hufe auf der wüsten Feldmark Reinsdorf. Hinzu kam ein wüster Dreidorfhufenhof, drei Kossätenstellen sowie ein halber Kossätenhof, zu dem der Pfarrhof gehörte. Insgesamt umfasste das Dorf 32 Hufen sowie fünf wüste Hufen zu Reinsdorf. 1658 bestanden acht Hufnerstellen, darunter zwei wüste, dazu drei Kossäten und ein wüster Halbkossät. Die Angaben von 1661 wiederholen weitgehend die Struktur von 1648: Der Schulze besaß fünf freie Lehnhufen, einen wüsten Vierhufenhof, fünf Vierdorfhufen (davon zwei wüst, jeweils mit einer Hufe auf der wüsten Feldmark Reinsdorf), einen Dreidorfhufenhof, drei Kossäten und einen Halbkossätenhof, zu dem der Pfarrhof gehörte. Insgesamt wurden erneut 32 Hufen sowie fünf wüste Hufen zu Reinsdorf gezählt.<ref name="Rohrlach287" /> Lichterfelde war bis zum Westfälischen Frieden ein Teil des Erzstift Magdeburg, wurde dann aber wie die gesamte Gegend um Jüterbog kursächsisch und schließlich 1815 mit dem Wiener Kongress preußisch.

18. Jahrhundert

Im Jahr 1704 bestanden sieben Vierhufenhöfe (darunter das Lehnschulzengut), dazu ein Dreihufenhof sowie drei Kossätenhöfe mit unterschiedlicher Ackergröße: ein Kossätenhof mit zwei Scheffel Aussaat, ein weiterer mit einer Scheffel Aussaat und ein halber Kossätenhof mit drei Scheffel Aussaat. Zwei Jahre später, 1706, wurden insgesamt 31 Hufen gezählt. Für das Jahr 1714 sind der Lehnschulze, ein Gerichtsschöffe, sechs Hufner und zwei Kossäten belegt; ein weiterer Kossät fehlte. Eine besonders detaillierte Beschreibung stammt aus dem Jahr 1721, als zwölf männliche Einwohner genannt werden: ein Lehns- und Gerichtsschulze, sieben Bauern beziehungsweise Anspänner und vier Kossäten. Eine Häuslerstelle lag wüst. Der Lehnschulze verfügte über vier freie Lehnhufen, sechs Vierhufenhöfe und einen Dreihufenhof. Die drei Kossäten besaßen jeweils unterschiedlich große Ackerstücke: Einer hatte in jeder Feldart ein Stück Acker zu zwei Scheffel Aussaat; ein anderer besaß ein Stück Acker, „die Teilung“ genannt, zu drei Scheffel Aussaat, ein weiteres Stück „der Winkel“ zu zwei Scheffel Aussaat sowie ein Stück „der Block“ zu anderthalb Scheffel Aussaat. Ein dritter Kossät verfügte über ein Stück Acker zu einem Scheffel Aussaat sowie ein weiteres Stück an der Sernowischen Grenze mit einer Aussaat von acht Metzen. Hinzu kam ein Halbkossät, dessen Besitz inzwischen als Pfarrgarten bezeichnet wurde.<ref name="Rohrlach287" />

19. Jahrhundert

Zur Jahrhundertwende lebten im Dorf acht Anspänner, drei Kossäten und ein Häusler. Der Viehbestand betrug 26 Pferde, 28 Kühe und 286 Schafe. Für die Jahre 1815/1816 sind ein Windmüller, ein Schneider und ein Ölschläger nachgewiesen. Die Gemeinde verfügte zu dieser Zeit über 7 ½ ordentliche und eine halbe außerordentliche Magazin-Hufe, insgesamt also acht Hufen. Im Jahr 1817 wurden zehn Eigentümer, Erbpächter und Erbzinsleute genannt, die zusammen 7 ¼ Hufen bewirtschafteten, was auf eine weitere Zersplitterung der Besitzverhältnisse hindeutet. 1837 bestand das Dorf aus 14 Wohnhäusern. Für das Jahr 1840 sind ein Schmied, ein Schneider und ein Müller belegt. Im Jahr 1858 umfasste das Dorf zwei öffentliche Gebäude, 18 Wohn- und 40 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle.<ref name="Rohrlach287" /> Die Gemarkung war 1212 Morgen (Mg) groß: 14 Mg Gehöfte, 19 Mg Gartenland und 1179 Mg Acker.<ref name="Rohrlach285" />

20. Jahrhundert

Im Jahr 1900 bestanden 23 Häuser. Die Bewohnerschaft setzte sich aus einem Auszügler, zwei Büdnern mit 6,25 Hektar, einem Büdner und Maurer mit 6,5 Hektar, einem Büdner und Schmiedemeister mit 4,5 Hektar sowie einem Gastwirt mit 9,25 Hektar zusammen. Hinzu kamen sechs Hufner mit Besitzgrößen von 95,5, 58,75, 51,5, 49,5, 48,25 und 37,75 Hektar sowie zwei Kossäten mit 11,5 und 7,5 Hektar. 1931 wurden erneut 23 Wohnhäuser gezählt, die nun 29 Haushaltungen umfassten. Lichterfelde wurde zur Landgemeinde mit einer Fläche von 441,1 Hektar. Im Jahr 1939 gab es sechs land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit einer Fläche zwischen 20 und 100 Hektar. Sieben Betriebe bewirtschafteten 10 bis 20 Hektar, sechs Betriebe 5 bis 10 Hektar sowie drei kleinere Betriebe 0,5 bis 5 Hektar.

Für das Jahr 1948 sind 8,4 Hektar Ackerland überliefert, die auf zwei landarme Bauern verteilt wurden, wobei die genaue Herkunft dieser Flächenaufteilung unklar bleibt. Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft veränderte sich die Struktur des Dorfes grundlegend. 1953 wurde die erste LPG vom Typ III gegründet, der acht Mitglieder angehörten und die über 64 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verfügte. 1960 bestand eine LPG Typ III mit bereits 47 Mitgliedern und 425 Hektar Nutzfläche. Im Jahr 1970 wurde diese Genossenschaft an die LPG Typ III Sernow angeschlossen. 1983 bestanden im Ort eine LPG (Pflanzenproduktion) Werbig mit einem Lehrlingswohnheim in Lichterfelde sowie die Revierförsterei Schlenzer Lichterfelde.<ref name="Rohrlach288" />

Im Jahr 1962 wurde Lichterfelde ein Teil der Gemeinde Werbig, seit 1997 ist das Dorf ein Teil der Gemeinde Niederer Fläming, dessen Verwaltungssitz sich im Ort befindet. Zum Ende des Jahres 2011 hatte Lichterfelde 70 Einwohner.

21. Jahrhundert

Ab dem 1. Januar 2022 wurden die Straßen in der Gemeinde Niederer Fläming umbenannt<ref>Beschlüsse Niederer Fläming – Amt Dahme/Mark. Abgerufen am 12. Februar 2025.</ref>. Die Straße in Lichterfelde wurde von der Dorfstraße in Lichterfelde umbenannt. Somit entfällt fortan die Bezeichnung „Dorfstraße“ und „Ortsteil Lichterfelde“.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Dorfkirche Lichterfelde aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist die älteste Kirche der Kirchengemeinde Schlenzer. Bis 1463 war die Kirche Mutterkirche, seitdem Tochterkirche von Sernow, wobei noch bis 1562 ein Pfarrhof zusätzlich zu den zwei Pfarrhufen vorhanden war. Der älteste Teil der Kirche wurde im spätromanischen Stil erbaut und zeigt eine typische Gliederung in Schiff, Chor und Apsis. Spätestens 1679, als die westliche Giebel- und Turmwand in Backstein erneuert und vermutlich der hölzerne Dachturm aufgesetzt wurde, wurde auch die ursprüngliche Apsis abgerissen. Die Rundbogenfenster mit Backsteinrahmung und Radialsprossen wurden im 19. Jahrhundert eingebaut, jedoch sind noch auf beiden Seiten des Kirchenschiffs zwei ursprüngliche schlitzartige Fenster erhalten, die in Granit eingefasst sind. Im Inneren der Kirche ist ein rundbogiger Triumphbogen erhalten, der einseitig abgearbeitet ist und vermutlich auf die Vorgängerkanzel zurückzuführen ist. Die Ausstattung der Kirche ist eher karg. Die Empore, das Gestühl und die Kanzelwand hinter dem Altar aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind klassizistisch. Die Kanzel befindet sich ganz typisch für diesen Stil hinter dem Altar, im Gegensatz zum barocken Kanzelaltar, der sich über dem Altar befindet. Dieses Element geht auf Schinkel zurück, an den auch der Palmenkranz auf dem Schalldeckel der Kanzel erinnert. Im Jahr 2009 wurde der Förderverein „Sanierung Lichterfelder Dorfkirche e. V.“ gegründet, der sich die Sanierung und Erhaltung der Kirche zum Ziel gesetzt hat, da sich die Kirche in einem schlechten baulichen Zustand befand.<ref name="Förderverein">Viel Holz für die kleine Dorfkirche. In: Märkische Allgemeine, 16. Februar 2011; wiedergegeben auf der Website des Vereins Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V.; abgerufen am 13. August 2011.</ref> Treibende Kräfte hinter der Sanierung waren die Vereinsvorstände Frederik van der Kooi und Andreas Lust, sowie der Gemeindepfarrer Boekels. Die Sanierung wurde 2022 abgeschlossen.
  • Im westlichen Ortseingang befindet sich ein im Jahre 1825 errichteter zweistöckiger Fachwerkstall mit überstehender Oberlaube, die um das rechtwinklig anschließende Torhaus teilweise herumführt. Das Objekt wird heute als Kulturzentrum genutzt. Es finden dort zahlreiche Veranstaltungen statt, wie z. B. Konzerte, Lesungen, Vorträge und Filmvorführungen im kleinen Kinosaal.
  • Neben der Kirche sowie dem Stallgebäude stehen ein Gehöft in der Dorfstraße 14, bestehend aus Wohnhaus mit Anbau, Torhaus, drei Stallgebäuden, Scheune und Taubenhaus unter Denkmalschutz.

Literatur

  • Christa und Johannes Jankowiak: Im Fläming. F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1988, S. 152.
  • Carl Christian Hefter: Urkundliche Chronik der alten Kreisstadt Jüterbog und ihrer Umgebungen. Jüterbog 1851.
  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 285–288.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Bärwalde | Borgisdorf | Gräfendorf | Herbersdorf | Höfgen | Hohenahlsdorf | Hohengörsdorf | Hohenseefeld | Körbitz | Kossin | Lichterfelde | Meinsdorf | Nonnendorf | Reinsdorf | Riesdorf | Rinow | Schlenzer | Sernow | Waltersdorf | Weißen | Welsickendorf | Werbig | Wiepersdorf

Wohnplätze: Forsthaus Riesdorfer Heide | Marienhof | Niederseefeld Vorlage:Klappleiste/Ende