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Werbig (Niederer Fläming)

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Werbig
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(248)&title=Werbig 51° 56′ N, 13° 12′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(248) 51° 55′ 55″ N, 13° 11′ 41″ O
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Höhe: 101 m ü. NN
Einwohner: 248 (31. Dez. 2022)0Amtsblatt
Eingemeindung: 31. Dezember 1997
Postleitzahl: 14913
Vorwahl: 033746
Lage von Werbig in Brandenburg
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Werbig ist ein Ortsteil der Gemeinde Niederer Fläming im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg.

Geografische Lage

Das Straßendorf liegt 23 km südlich der Kreisstadt Luckenwalde. Die Bebauung entlang der Dorfstraße ist durch typische Vierseithöfe geprägt. Allerdings wurden die meisten Scheunen, als hintere Begrenzung der Höfe, abgerissen und die Fassaden der Häuser zur Straßenseite nach modernen Gesichtspunkten (Verputz, Fenster, Türen etc.) saniert, so dass äußerlich wenig im Originalzustand zu erkennen ist. Von einst fünf Teichen ist heute nur noch einer erhalten. Die Nachbarorte sind Lichterfelde im Nordosten, Reinsdorf im Südosten, Gräfendorf im Süden und Borgisdorf im Westen. Die Bundesstraße 102 führt von Nordwesten kommend in südöstlicher Richtung durch den Ort.<ref>Werbig, Brandenburgviewer, abgerufen am 1. März 2026.</ref> Im Nordwesten liegt die wüste Feldmark Bransdorf, im Südosten bis Anfang des 18. Jahrhunderts ein Anteil der bis dahin wüsten Feldmark Reinsdorf.<ref name="Rohrlach527">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 527.</ref>

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Die ältesten bekannten Nennungen stammen aus dem frühen 14. Jahrhundert, wobei der Ort in mehreren Schriftquellen aus dem Bestand des Staatsarchivs Magdeburg überliefert ist. Zu den frühesten Formen gehören de villa Werbigk sowie de villa quoque Werbeke im Jahr 1225. Für das Jahr 1307 ist die Form werbeke bezeugt. Eine weitere Nennung stammt aus dem Jahr 1388 mit der Schreibweise Werbig. Für das Jahr 1516 ist die Variante Werbick überliefert, während 1534 erneut die Form Werbeke begegnet. Eine späte Nennung aus dem Jahr 1768 führt den Ort schließlich als Werbig.<ref name="Rohrlach527" /> Der Name verweist auf die Herkunft der flämischen Siedler: Werbig, auf Platt Werwick, hat seinen Namen von der flämischen Stadt Wervik.

Landesherrschaft

Die übergeordnete Landeshoheit lag bis 1566 beim Erzbischof von Magdeburg, zwischen 1566 und 1635 beim Administrator von Magdeburg, anschließend von 1635 bis 1656 beim Kurfürsten von Sachsen. Von 1657 bis 1746 gehörte das Gebiet zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels, ehe es ab 1746 bis 1806 erneut unter kurfürstlicher, ab 1806 bis 1815 unter königlicher Herrschaft Sachsens stand.<ref name="Rohrlach527" />

Grundherrschaft

Das Dorf war zunächst bis 1221 im Besitz des Domkapitels zu Magdeburg und kam von 1221 bis 1307 in den Besitz des Klosters Zinna, bevor es 1307 bis 1388 an die Herren von der Dahme gelangte. Diese verzichteten teils bereits 1386 zugunsten des Erzbischofs auf Rechte. Von 1388 bis 1390 stand das Dorf unmittelbar im Besitz des Erzstifts, ging aber 1390–1405 nochmals an die Herren von der Dahme zurück. 1405–1817 unterstand es dem Amt Jüterbog, danach bis 1872 dem Amt Zinna, jeweils „über das Dorf mit allem Recht und Patronat“. Daneben bestanden zahlreiche kleinere Lehns und Heberechte einzelner Familien oder Bürger. Vor 1383 bis nach 1396 besaßen die Herren bzw. Brüder von Gorey Rechte;<ref name="Rohrlach527" /> ihnen folgten vor 1414 Brambalg, Bürger zu Wittenberg, während ab dem Jahr 1414 dem Geleitsmann Hoppe zu Jüterbog Anwartschaft eingeräumt wurde. Vor 1466 bis nach 1514 lagen entsprechende Rechte bei der Familie Hoppe, Bürgern zu Jüterbog, bis 1535 beim Kammerdiener von Hietzhaim. 1535 verfügten die von Falkenhagen über Hebungen von drei Wispel Roggen, Gerste und Hafer ohne sechs Scheffel und Geld sowie über einen Kossätenhof. 1383 werden Hebungen von einem Erben mit zwei Hufen (zwölf Scheffel Roggen, acht Scheffel Hafer, vier Scheffel Gerste) und von einer Dorfhufe (neun Scheffel Roggen, neun Scheffel Hafer, drei Scheffel Gerste) erwähnt. Nach 1478 fiel dieser Komplex an den Landesherrn bzw. das Amt. Bis vor 1383 waren auch die von Ihlow im Ort begütert; der Schulze von Werbig verfügte 1383 über eine Hufe, deren Besitz später wohl im Schulzengut aufging. Die von Zeuden, Richter bzw. Bürger zu Jüterbog, hielten nach 1383 insgesamt 3½ Hufen mit allem Recht, bevor auch diese an den Landesherrn übergingen. Die Römer, Bürger zu Jüterbog, besaßen bis nach 1386 Hebungen von zwei Hufen (ein Malter Roggen, ein Malter Hafer, Geld). Zugleich erhielt die Familie Markendorf bis nach 1386 Geldhebungen als Afterlehen der Herren von der Dahme, bevor diese ebenfalls eingezogen wurden. Die von Ottersleben besaßen bis 1388 ein Afterlehen über acht Hufen im Dorf Werbig; 1388 wurde der Familie Dobernsch die Anwartschaft darauf eingeräumt. Auch diese Rechte gingen anschließend an den Landesherrn bzw. das Amt. Die von Ottersleben hielten bis 1389 vier Hufen, die 1389 an die von Richenheim gelangten. Danach fielen sie ebenfalls an die landesherrliche Verwaltung. Vor 1414 wurden der Wittenberger Bürger Möhring als Inhaber von Heberechten über zwei Hufen genannt (1 Wispel Roggen, 16 Scheffel Hafer, 8 Scheffel Gerste, Geld). Vor 1473 besaß eine Frau von Zeuden, die Anwartschaft, die zugleich den von Schlieben, Domherrn zu Magdeburg eingeräumt worden war. Auch diese Rechte gingen später an den Landesherrn. Im Jahr 1446 hielten die von Thümen Hebungen aus der Mühle (sechs Scheffel Roggen). Später folgten erneut landesherrliche Einziehungen. Ein weiterer komplexer Lehnsverband bestand bei den von Gliechow, danach bis nach 1414 bei Brambalg, Bürger zu Wittenberg. Die Anwartschaft lag beim Wickemann zu Blankenberg. Vor 1466 bis 1494 gehörten die Rechte der Familie Wergzahna (Bürger zu Jüterbog und später zu Neustadt Brandenburg); von 1494 bis 1505 den von Thüna und 1505 bis vor 1524 dem Kanzleischreiber Freudemann. Diese umfassten Hebungen von sieben Hufen, die unterschiedlich hohe Roggen, Hafer und Gerstenabgaben, den Fleischzehnten sowie Geld auf dem Krug leisteten. Später wurden auch Ober und Untergericht sowie das Patronat darauf bezogen, bis die Rechte an die Landesherrschaft fielen. Von vor 1467 bis 1482 besaßen die Künecke, Bürger zu Jüterbog, entsprechende Hebungen; zwischen 1482 und 1514 die Familie Heintz, danach bis 1534 die von Öhna und von 1534 bis nach 1546 die Familie Brand. Die vier Hufen leisteten je sechs Scheffel Roggen und sechs Scheffel Hafer. Auch diese Rechte gelangten später an das Amt. Ein weiterer Lehnsstrang betrifft die von Aken zu Berlin, die bis 1464 Inhaber waren. 1464–1467 folgten von der Zauche, wobei das Kopialbuch und die Urkunde divergieren: Nach letzterer ließ von der Zauche die Lehen erst 1474 dem Erzbischof auf, nachdem er an Kerwitz, Bürger zu Jüterbog, verkauft hatte.<ref name="Rohrlach528">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 528.</ref> Die Familie Wilmersdorf wurde jedoch Lehnsfolger des Kerwitz und blieb von 1467 bis nach 1808 im Besitz der Hebrecht, zuletzt in Petrikau und Landau bei Odessa. Dazu gehörten Abgaben von einer Hufe des Krügers (zwölf Scheffel Roggen, acht Scheffel Hafer, acht Scheffel Gerste und Geld) sowie einer halben Hufe (sechs Scheffel Roggen, vier Scheffel Hafer, zwei Scheffel Gerste und Geld). In den Jahren 1538–1687 waren die von Klitzing im Besitz eines Hofes, der 25 Jahre wüst gelegen hatte, anschließend 1687 bis nach 1689 die von Lüttichau. Danach fiel auch dieses Gut an den Landesherrn bzw. das Amt zurück.<ref name="Rohrlach529">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 529.</ref>

Frühzeit bis 15. Jahrhundert

Werbig geht auf slawische Siedlungen zurück und wurde nach Angaben des Amtes Dahme/Mark bereits im 5. Jahrhundert genannt.<ref>Werbig, Webseite des Amtes Dahme/Mark, abgerufen am 1. März 2026.</ref> Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1225 als Dorf (villa), ebenso 1307 und 1383 sowie 1388 als Dorf. Für die Jahre 1492/1496 ist Werbig als Amtsdorf bezeugt; zudem wird in den Quellen ein Krüger erwähnt.<ref name="Rohrlach529" />

16. Jahrhundert

Für die Zeit um 1500 sind für Werbig Abgaben von 7 ½ Schock 8 ½ Groschen zur Anlage überliefert. Im Jahr 1516 hatte das Dorf 15 Gulden zur Steuer zu leisten. 1534 wurden 23 Gulden 20 Groschen 6 Denare zum 50. Pfennig genannt. Ein Brand zerstörte das Dorf 1558 fast vollständig. 1562 verfügte Werbig über 20 Hauswirte, ebenso 1584, zusätzlich mit einem Pfarrer.<ref name="Rohrlach529" /> Für das Jahr 1562 sind für Werbig zwei Pfarrhufen bezeugt. Der Pfarrer verfügte über zwei Hufen, erhielt die 30. Mandel vom Getreidezehnten, den dritten Teil vom Fleischzehnten sowie acht Rauchhühner von den Hufnern. Der Küster hatte zwei Gehren; zusätzlich standen ihm 14 Scheffel 1 Viertel Roggen von der Gemeinde, 28 Brote von den Hufnern, fünf Brote von den Kossäten, ein Stücklein Acker („die Plathe“), mit ein Scheffel Roggen besät, ein Garten, mit ein Scheffel Gerste besät, sowie zwei Eier auf Ostern von jedem Hufner und Kossäten zu. Zudem erhielt er sechs Scheffel aus der Mühle.<ref name="Rohrlach531">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 531.</ref> Im Jahr 1586 betrugen die Abgaben 12 Taler 29 Groschen 10 Denare zum 70. Pfennig.<ref name="Rohrlach529" />

17. Jahrhundert

Um 1600 verfügte Werbig über 22 Hauswirte. 1606 wurden 14 Bauern und vier Kossäten genannt, 1609 lebten im Dorf 20 Untertanen. Um 1625 bestanden 14 Hufner und vier Kossäten, ebenso 1627. Für 1637 sind zwölf Hufner überliefert; 1638 lebten zehn Untertanen, während vier Untertanen und vier Kossäten verstorben waren.

Im Jahr 1648 besaß der Schulze drei freie Lehnhufen und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf (ganz verwachsen). Ein Bauer hatte vier Hufen (davon eine wüste Hufe zu Bransdorf und eine wüste Hufe zu Reinsdorf, beide ganz verwachsen). Der Krüger verfügte über drei Hufen (davon zwei wüste Hufen zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf, alle verwachsen). Ein Bauer hatte fünf Hufen (mit zwei wüsten Hufen zu Reinsdorf und einer wüsten Hufe zu Bransdorf), ein anderer Bauer vier Hufen (mit zwei wüsten Hufen), ein weiterer Bauer vier Hufen (mit zwei wüsten Hufen), ein Bauer fünf Hufen (mit drei wüsten Hufen), ein weiterer Bauer drei Hufen (mit einer wüsten Hufe zu Bransdorf) und ein Bauer mit zwei Hufen sowie zwei wüsten Hufen zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf. Weitere Angaben nennen einen Bauern mit fünf Hufen (drei sind wüst), zwei wüste Bauernhöfe zu je vier Hufen (mit je zwei wüsten Hufen zu Reinsdorf), einen wüsten Hof mit fünf Hufen (drei wüst) und einen wüsten Hof mit vier Hufen (zwei wüst). Insgesamt bestanden fünf Kossätenhöfe, davon zwei wüst; einer besaß eine wüste Hufe zu Reinsdorf, die verwachsen war. Ein anderer Kossät besaß zwei Kossätenhöfe, ein weiterer ein Häuslein auf dem Kirchhof. 1638 macht die Pest auch vor Werbig nicht halt. Nach dem Westfälischen Frieden kam die Gegend um Jüterbog mit Werbig zu Kursachsen.

Im Jahr 1658 verfügte der Erbschulze über fünf Hufen (davon drei Dorfhufen, zwei wüste Hufen zu Reinsdorf) und ½ Scheffel Aussaat im Garten. Ein Siebeneinhalbhufner hatte drei Dorfhufen, 2½ wüste Hufen zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf sowie ½ Scheffel Aussaat im Garten. Der Müller als Sechshufner besaß zwei Dorfhufen, zwei wüste Hufen zu Bransdorf, zwei wüste Hufen zu Reinsdorf und sechs Metzen Aussaat im Hof. Ein weiterer Sechshufner hielt ebenfalls zwei Dorfhufen, zwei wüste Hufen zu Bransdorf, zwei wüste Hufen zu Reinsdorf mit drei Metzen Aussaat. Ein dritter Sechshufner hatte zwei Dorfhufen, zwei wüste Hufen zu Bransdorf und eine wüste Hufe zu Reinsdorf, mit ¼ Scheffel Aussaat. Ein Fünfhufner verfügte über zwei Dorfhufen, eine wüsten Hufen zu Bransdorf und zwei wüsten Hufen zu Reinsdorf, mit einer Aussaat von einem Scheffel im Hof. Ein anderer Fünfhufner besaß zwei Dorfhufen, eine wüste Hufe in Bransdorf und zwei weitere wüste Hufen zu Reinsdorf mit ¾ Scheffel<ref name="Rohrlach529" /> Aussaat im Garten. Ein anderer Fünfhufner besaß zwei Dorfhufe, eine wüste Hufe zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf mit ½ Scheffel Aussaat im Garten. Von den vier Fünfhufern lagen zwei wüst. Jeder hatte zwei Dorfhufen, eine wüste Hufe zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf mit zwei Metzen Aussaat im Garten. Ein anderer Fünfhufner hatte zwei Dorfhufen, eine wüste Hufe zu Bransdorf, eine wüste Hufe zu Reinsdorf und zwei Metzen Aussaat im Hof. Die zwei Einhufner (beide wüst, beide Kossäten) verfügten je über eine wüste Hufe zu Reinsdorf und drei Scheffel Aussaat im Dorf. Ein Einhufner (Kossät) hatte eine wüste Hufe zu Reinsdorf, drei Scheffel Aussaat, 1½ Scheffel Aussaat für ein Stück Land in Bransdorf und eine Metze Aussaat auf einem Fleck im Felde. Ein Gärtner hatte drei Scheffel Aussaat im Garten, ein weiterer Kossät war wüst.

Im Jahr 1661 hatte der Schulze drei Dorfhufen und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf. Ein Dreidorfhufner (Müller) besaß zusätzlich 2½ wüste Hufen zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf. Es bestanden zwölf Zweidorfhufner (davon einer wüst). Zwei hatte je zwei wüste Hufen zu Bransdorf und zwei wüste Hufen zu Reinsdorf. Vier hatten jeder eine wüste Hufe zu Bransdorf und zwei wüste Hufe zu Reinsdorf, einer hatte zwei wüste Hufen zu Bransdorf und eine wüste Hufe zu Reinsdorf, während drei jeder eine wüste Hufe zu Bransdorf und eine wüste Hufe zu Reinsdorf hatte. Ein anderer hatte zwei wüste Hufe zu Bransdorf, der letzte Hufner eine wüste Hufe zu Bransdorf. Ein Kossät hielt einen Hof und eine wüste Hufe zu Reinsdorf, ein wüster Kossät ein Häuslein auf dem Kossätenhof, drei weitere Kossäten je einen Hof. Der Küster hatte den Hof der Küsterei. Insgesamt gab es 30 Dorfhufen, 17½ wüste Hufen zu Bransdorf und 21 wüste Hufen zu Reinsdorf.

Im Jahr 1664 wurden ein Erbschulzengut, zwölf Vollspänner und vier Dienstkossäten genannt; wüst lagen eine Vollspännerstelle und ein Kossät, zusammen 19 Einwohner. 1699 bestanden 14 Bauern (zwei davon wüst), darunter ein Siebenhufner, ein Sechshufner, fünf Fünfhufner (darunter der Schulze mit einer Lehn- und vier Pachthufen, eine wüst), sechs Vierhufner (davon einer wüst) und ein Dreihufner. Zudem gab es fünf Kossäten (davon einer wüst), einer mit einer Hufe. Insgesamt wurden 66 Hufen genannt, davon 56 gangbar, neun wüst und eine Lehnhufe.<ref name="Rohrlach530">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 529.</ref>

18. Jahrhundert

Im Jahr 1704 lebten in Werbig ein Fünfeinhalbhufner, drei Vierhufner, zehn Dreihufner (Schulze) sowie zwei Kossäten, die jeder drei Scheffel Aussaat ausbrachten. Es gab außerdem einen Kossätenhof zu 2½ Scheffel Aussaat. Ein weiterer Bewohner besaß zwei Kossätenhöfe zu 4½ Scheffel Aussaat und ein Stück Acker zu zwei Scheffel vier Metzen Aussaat. 1706 wurden 47½ Hufen genannt. 1714 verfügte das Dorf über einen Gerichtsschulzen, drei Gerichtsschöppen, zehn Hufner und fünf Kossäten. Im Jahr 1721 wurden 20 Mann verzeichnet: ein Erbschulze, 13 Bauern oder Anspänner, fünf Kossäten sowie ein Häusler und Windmüller. Der Erbschulze besaß drei Hufen, der Erbkrüger ebenfalls drei Hufen. Es bestanden zwölf Zweihufner (einer mit einem dahinter gelegenen Stück Seegarten zu einem Scheffel Aussaat), zudem zwei Kossätenhöfe. Ein Kossät hielt einen Hof zu zwei Scheffel acht Metzen Aussaat, einen weiteren Hof zu vier Scheffel Aussaat, ein Stück Acker zu sechs Scheffel Aussaat („der Block“) sowie ein weiteres Stück Acker zu 1½ Scheffel Aussaat. Ein zweiter Kossät hatte einen Hof zu 3½ Scheffel Aussaat. Weiter wurden zwei Häusler und der Windmüller genannt, der sogenannte Küstergarten, der Kirchen- und Gottesacker, die Pfarre mit Gehöft, die Schulwohnung sowie die Gemeinde mit einem Schmiedehaus und Hirtenhaus am Dorfende. Die Fläche umfasste 30 Hufen. Im Jahr 1746 wurden 14 Hufner (Schulze) und vier Kossäten (Müller) genannt. 1747 bestanden 30 Hufen (ohne die Pfarrhufen). Im Jahr 1760 wurden 20 Feuerstellen (= Haushaltungen) registriert sowie 47 Hufen, einschließlich der wüsten Hufen zu Bransdorf.<ref name="Rohrlach530" /> 1777 wurden 14 Hufner und Vollspänner (Schulze), vier Mittelkossäten und zwei Häusler auf der Gemeinde genannt, insgesamt 20 angesessene Einwohner. Zudem bestanden zwei unbewohnte bzw. publike Häuser, das Gemeindehirtenhaus und das Gemeindeschmiedehaus.<ref name="Rohrlach531" />

19. Jahrhundert

Um 1800 hatte Werbig 14 Anspänner, vier Kossäten und zwei Häusler; es bestand Beigeleit vom Hauptgeleit in Jüterbog. Der Viehbestand umfasste 44 Pferde, 48 Kühe und 560 Schafe. 1815/1816 wurden ein Windmüller, ein Krüger und ein Grützmacher genannt; dazu 10 3/4 ordentliche und 1/8 außerordentliche Magazin Hufen, zusammen 10 7/8 Hufen. Werbig kam 1815 mit dem Wiener Kongress dann endgültig zu Preußen. Im Jahr 1817 bewirtschafteten 18 Eigentümer, Erbpächter und Erbzinsleute zusammen 43 Hufen. 1837 wurde Werbig als Dorf geführt, mit einer Windmühle, einem Krug, 14 männlichen und 9 weiblichen Dienstboten. 1840 wurde ein Müller erwähnt. 1858 erschien Werbig als Dorf mit fünf öffentlichen Gebäuden, 25 Wohngebäuden und 56 Wirtschaftsgebäuden (darunter eine Getreidemühle).<ref name="Rohrlach531" /> Die Fläche umfasste 2837 Morgen: 37 Mg Gehöfte und 2800 Mg Acker.<ref name="Rohrlach527" /> 1874 wurde eine Ziegelei errichtet.<ref name="Rohrlach531" /> Werbig bestand 1891 als Pfarrdorf mit zwei Ziegeleien.

20. Jahrhundert

Für das Jahr 1900 wurden in Werbig 47 Häuser verzeichnet. Genannt werden wurden zwei Auszügler, ein Büdner, ein Gastwirt (1,50 ha), elf Hufner mit Bewirtschaftungsgrößen von 74,50 ha; 57,75 ha; 54 ha; 51,25 ha; 47,50 ha; 47,25 ha; 46,12 ha; 45,25 ha; 44,25 ha; 43 ha; und 40,50 ha, dazu drei Kossäten mit 14,25 ha; 5,75 ha und 3 ha. Weiter genannt wurden ein Lehrer, ein Müller (3,75 ha), ein Prediger, ein Schmiedemeister (1,25 ha), ein Schneider (1,50 ha) sowie ein Ziegeleibesitzer (5 ha). Im Jahr 1931 wurde Werbig Landgemeinde mit 46 Wohnhäusern und 58 Haushaltungen. 1939 wurden für Werbig alle Land‑ und forstwirtschaftliche Betriebe erfasst: 10 Betriebe mit 20–100 ha, 6 Betriebe mit 10–20 ha, 12 Betriebe mit 5–10 ha sowie 11 Betriebe mit 0,5–5 ha.

Im Jahr 1948 erhielt die Gemeinde 20 ha Waldzulage von Reinsdorf. Werbig bestand 1950 als Gemeinde mit dem Wohnplatz Ziegelei. Im Jahr 1955 wurde in Werbig die erste LPG Typ III gegründet, bestehend aus sechs Mitgliedern und 130 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1960 bestand eine LPG Typ III mit 87 Mitgliedern und 691 ha LN; 1976 wurde die LPG Typ III Gräfendorf angeschlossen und der Betrieb anschließend in eine LPG (T) überführt. Lichterfelde wurde 1962 als Ortsteil eingemeindet. Im Jahr 1977 wurde zusätzlich eine LPG (Pf) begründet. Im Jahr 1983 bestanden eine LPG (Pf) mit Sitz in Sernow samt Werkstatt Sernow, Lehrlingswohnheim Lichterfelde und Werkstatt Schlenzer, sowie die LPG (T) Werbig mit den Abteilungen Rinderanlage und Gräfendorf. Ebenfalls 1983 nachgewiesen sind die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) (BHG) mit Molkereigenossenschaft Reinsdorf und Außenstelle Hohenseefeld sowie das ZBE Kombinat Industrielle Schweinemast. Werbig war bis zur Stilllegung der Strecke 1965 Haltepunkt der Jüterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahn zwischen Jüterbog und Dahme/Mark. In der DDR war Werbig eigenständige Gemeinde des Kreises Jüterbog im Bezirk Potsdam, nach 1990 bis zur Bildung der Gemeinde Niederer Fläming Gemeinde im gleichnamigen Amt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Datei:Werbig Dorfstr. Nr.3.jpg
Gehöft Dorfstraße Nr. 3
  • Die Dorfkirche Werbig ist eine spätromanische Feldsteinkirche mit eingezogenem, kreuzgratgewölbtem Chor und Apsis aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Kirchenausstattung stammt bis auf einen Taufengel aus dem Jahr 1714 aus den 1960er Jahren. Seit 2005 bemühte sich der Förderverein Kirchturm Werbig e. V. um den originalgetreuen Wiederaufbau des 1968 wegen Baufälligkeit abgebrochenen barocken Fachwerkturms der Kirche. Der Verein zählte in der Spitze 33 Mitglieder. Mit Hilfe zahlreicher kultureller Veranstaltungen gelang es dem Verein die nötigen Eigenmittel zur Kofinanzierung, des ansonsten hauptsächlich durch EU-Mittel geförderte Projekts, aufzubringen. Die feierliche Grundsteinlegung für den Turmbau fand am 20. März, die Bekrönung der Turmspitze mit Kugel, Wetterfahne und Kreuz und die „Einholung“ der Glocke Ostern und das Richtfest am 5. Mai 2011 statt. Damit war bis auf Restarbeiten nach sechsjähriger Tätigkeit des Vereins das eigentliche Ziel seines Wirkens vorerst erreicht. Mitte des Jahres 2018 konnte auf dem Friedhof eine Begräbnisstätte für Urnenbeisetzungen eingeweiht werden. Der Kirchturm musste allerdings in den Jahren 2023 und 2024 aufgrund von bereits 2013 aufgetretenen gravierenden Baumängeln einer erneuten Sanierung unterzogen werden, welche im September 2024 ihren Abschluss fand. Mit über 26 Metern Höhe und seiner zwiebelförmigen Turmspitze ist er mittlerweile wieder eine bedeutende Landmarke.
  • Der einst ortsansässige Sportverein ist der SV Grün-Weiß Werbig e. V., 1968 als BSG Traktor Werbig gegründet, hat mittlerweile seinen Spielbetrieb eingestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Wirtschaftsleben ist, wie in der gesamten Gemeinde, durch Landwirtschaft, Kleingewerbe und Handwerk geprägt. So finden sich im Ort u. a. drei Landwirtschaftsbetriebe, ein Friseur, eine Tierarztpraxis, ein Reifendienst und zwei Fliesenleger.

Seit Ende der 1990er Jahre spielt auch die Stromerzeugung durch Windkraft eine Rolle. So stehen im Windpark Werbig aktuell 29 Windkraftanlagen, wovon sich aber einige auf den benachbarten Gemarkungen Markendorf (Fröhden) und Hohengörsdorf befinden. 4 weitere stehen an anderer Stelle in der Gemarkung außerhalb des Parks.

Im Ort befindet sich die Grundschule Ludwig-Achim-von-Arnim.

Anschluss an das überregionale Verkehrsnetz besteht durch die Bundesstraße 102, die den Ort im Norden durchquert. Angebunden an den öffentlichen Personennahverkehr ist Werbig durch mehrere Buslinien der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming u. a. nach Jüterbog, Dahme und in die Kreisstadt Luckenwalde.

Weblinks

Commons: Werbig – Sammlung von Bildern

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Bärwalde | Borgisdorf | Gräfendorf | Herbersdorf | Höfgen | Hohenahlsdorf | Hohengörsdorf | Hohenseefeld | Körbitz | Kossin | Lichterfelde | Meinsdorf | Nonnendorf | Reinsdorf | Riesdorf | Rinow | Schlenzer | Sernow | Waltersdorf | Weißen | Welsickendorf | Werbig | Wiepersdorf

Wohnplätze: Forsthaus Riesdorfer Heide | Marienhof | Niederseefeld Vorlage:Klappleiste/Ende

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