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Marienhospital Osnabrück

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Marienhospital Osnabrück
Datei:Marienhospital Osnabrück Logo.svg
Logo
Trägerschaft Marienhospital Osnabrück GmbH
Ort Osnabrück

Koordinaten 52° 16′ 13″ N, 8° 3′ 14″ OKoordinaten: 52° 16′ 13″ N, 8° 3′ 14″ O
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Geschäftsführer Christina Jaax,
Oliver Pommerenke,
Bernd Runde
Betten 630
Mitarbeiter 2.350
davon Ärzte 229
Gründung 20. August 1859
Website www.niels-stensen-kliniken.de/mho
Lage
Marienhospital Osnabrück (Niedersachsen)
Marienhospital Osnabrück (Niedersachsen)

Das Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, kurz Marienhospital Osnabrück (MHO), ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung in Osnabrück, das zur Unternehmensgruppe Niels-Stensen-Kliniken gehört.

Geschichte

Als Gründungstag des Hospitals gilt der Tag der Einlieferung des ersten Patienten, der 20. August 1859. Es wurde von Bischof Paulus Melchers während einer Cholera-Epidemie gegründet und wurde nach Königin Marie von Hannover benannt, die das Patronat übernahm.<ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 19–20.</ref> Zuerst hatte Hermann Vezin (1797–1861) die ärztliche Leitung des Krankenhauses inne.<ref>150 Jahre. Ein Zeitfenster. In: Niels-Stensen-Kliniken. Abgerufen am 6. Juli 2023.</ref> Drei Ordensfrauen aus dem Orden der Borromäerinnen in Trier übernahmen die Pflege.<ref name=":4">Joachim Dierks: Lehrgeld bezahlen statt Azubi-Vergütung kassieren. In: Neue Osnabrücker Zeitung, S. 12. 19. März 2020. </ref> Das Hospital befand sich in der ehemaligen Dechanei der katholischen Kirchengemeinde St. Johann.<ref>Ludwig Hoffmeyer, Ludwig Bäte, Heinrich Koch: Chronik der Stadt Osnabrück. 4. Auflage. Meinders & Elstermann, Osnabrück 1982, ISBN 3-88926-004-7, Kap. VI. 6. „Anbruch einer neuen Zeit. – Stüve und Pagenstecher“, S. 373 ff.</ref><ref name=":2">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Geschichte des Marienhospitals Osnabrück.] Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. August 2021.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Bis 1877 stieg das Pflegepersonal auf elf Schwestern an, von denen bis zu vier Schwestern Kranke ambulant innerhalb der Stadt versorgten. 1907 ging diese Aufgabe an die Thuiner Franziskanerinnen über.<ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 25.</ref>

Während des Ersten Weltkriegs fungierte das MHO von 1914 bis 1920 als Reservelazarett.<ref name=":2" /> 1920 wurde durch die Oberin des MHO außerdem die erste Krankenpflegeschule in Osnabrück errichtet.<ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 38.</ref> Die ehemalige Dechanei wurde 1926 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, mit dem eine Kapazitätsvergrößerung und Modernisierung des Krankenhauses einherging.<ref name=":2" />

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das MHO ab 1939 wieder als Reservelazarett genutzt. Drei Jahre später verlegte die Wehrmacht das Lazarett wegen der verstärkten Bombenangriffe der Alliierten nach Haste, Dissen, Bad Oeynhausen und Lengerich. Ab 1940 beschäftigte das MHO ausländische Zwangsarbeiter.<ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 48–49.</ref> 1944 wurde das Hospital bei mehreren Bombenangriffen großteils zerstört. Der Wiederaufbau nach dem Krieg war bei laufendem Betrieb erst 1961 vollständig abgeschlossen.<ref name=":2" />

In den 1970er Jahren wurde ein Neubau außerhalb des Stadtzentrums in Betracht gezogen, die diesbezüglichen Pläne wurden jedoch verworfen. Stattdessen wurde das bestehende Haus mit einem 2012 fertiggestellten Trakt erweitert.<ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 68–73.</ref>

1982 wurde das MHO akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover und beteiligt sich seither an der Ausbildung von Medizinstudenten.<ref name=":2" /><ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 74.</ref> Im Jahr 2004 wechselte das Marienhospital Osnabrück von der Trägerschaft des Bischöflichen Stuhls Osnabrück in die „Managementgesellschaft katholischer Krankenhäuser der Region Osnabrück mbH“. Im Zuge der Umfirmierung dieses Trägers zur „Niels-Stensen-Kliniken GmbH“ im Jahr 2008 erweiterte das Marienhospital seinen Namen zu „Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück“.<ref>Hermann Queckenstedt: 150 Jahre. Eine Zeitreise. 1. Auflage. Osnabrück 2009, S. 81.</ref>

Im Jahr 2011 ging das Christliche Kinderhospital Osnabrück, das unmittelbar an das Gebäude der MHO angebunden ist, in Betrieb. Das neue Krankenhaus ist fünfzigprozentige Tochter des MHO.<ref name=":2" />

Ende 2019 erwarb die Niels-Stensen-Gruppe die Paracelsusklinik Osnabrück von der Paracelsus-Klinikengruppe.<ref name=":3">Wilfried Hinrichs: Die Paracelsus-Klinik gibt es nicht mehr. In: Neue Osnabrücker Zeitung, S. 11. 3. August 2022. </ref> Ab Juli 2020 firmierte der Klinikstandort als Marienhospital Osnabrück – Standort Natruper Holz.<ref name=":0">Verbund der Niels-Stensen-Kliniken wächst um 105 Betten und 220 Mitarbeitende. In: Das Krankenhaus, Heft 9/2022, S. 828. </ref> Der Kauf konnte jedoch erst Mitte 2022 endgültig abgeschlossen werden, da der zuständige Landesausschuss der Übertragung der Versorgungsaufträge von den Paracelsus- an die Niels-Stensen-Kliniken zustimmen musste.<ref>Wilfried Hinrichs: War der Kauf der Paracelsus-Klinik ein Fehler?. In: Wittlager Kreisblatt, S. 17. 7. Oktober 2020. </ref> Von da an war der Standort auch rechtlich eine Betriebsstätte des Marienhospitals Osnabrück.<ref name=":3" /><ref>Paracelsus-Klinik am Natruper Holz wird in das Marienhospital Osnabrück integriert. In: paracelsus-kliniken.de. 16. Juni 2022, abgerufen am 19. Oktober 2022.</ref> Am Standort Natruper Holz wurden 2021 rund 65 Ärzte und 90 Pflegekräfte beschäftigt.<ref name=":6">2021 Qualitätsbericht Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, Standort Natruper Holz. In: Niels-Stensen-Kliniken. 14. Dezember 2022, abgerufen am 10. August 2023.</ref> Zum 1. April 2025 wurde der Standort als Krankenhaus aufgegeben und wird als Gesundheitszentrum mit eigenständigen Facharztpraxen weitergeführt. Die stationären Klinikleistungen zogen zum Standort Innenstadt und ans Franziskus-Hospital Harderberg um.<ref>Natruper Holz wird als Gesundheitsstandort weiterentwickelt. In: niels-stensen-kliniken.de. 12. März 2025, abgerufen am 14. April 2025.</ref>

Struktur

Datei:Eingangsbereich Marienhospital Osnabrück.jpg
Haupteingang des MHOs an der Bischofsstraße

Geschäftsführer des MHO sind Christina Jaax, Oliver Pommerenke und Dr. Bernd Runde.<ref name=":0" /><ref>Geschäftsführung. In: niels-stensen-kliniken.de. Abgerufen am 25. Juli 2024.</ref><ref name=":0" /><ref>Geschäftsführung. In: kma.de. Abgerufen am 4. Juni 2025.</ref> Alleiniger Krankenhausdirektor ist seit 1. Oktober 2022 Carsten Oberpenning.<ref>Stabwechsel bei Niels-Stensen-Kliniken. In: Bramscher Nachrichten, S. 17. 05. Oktober 2022.</ref> Das Krankenhaus beschäftigte im Jahr 2022 2.350 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit,<ref name=":3" /><ref name=":0" /> im Jahr 2021 beschäftigte es 229 Ärzte und 484 Pflegekräfte (Pflege- und Funktionsdienst) am Standort Bischofsstraße.<ref name=":5">2021 Qualitätsbericht: Niels-Stiensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, Standort Bischofsstraße. In: Niels-Stensen-Kliniken. 7. Dezember 2022, abgerufen am 6. Juli 2023.</ref>

Gesellschafter der Marienhospital Osnabrück GmbH sind zu 51 % die Niels-Stensen-Kliniken GmbH und zu 49 % der Bischöfliche Stuhl zu Osnabrück.<ref name=":1">Zahlen / Daten / Fakten – Niels-Stensen-Kliniken. Abgerufen am 4. Juli 2023.</ref>

Das Marienhospital Osnabrück ist akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover.<ref name=":1" />

Leistungskennzahlen

Das Krankenhaus verfügt über 689 Planbetten<ref name=":3" /> und versorgte im Jahr 2021 33.288 stationäre und 82.911 ambulante Patienten (bzw. Behandlungsfälle) an den Standorten Innenstadt und Natruper Holz.<ref name=":5" /><ref name=":6" /> Pro Jahr werden rund 42.000 Patienten in der Notaufnahme des MHO vorstellig, davon werden um die 20 % vom Rettungsdienst gebracht und rund 500 sind schockraumpflichtig (Stand Dezember 2022).<ref>Meike Baars, Wilfried Hinrichs: Überfüllt! Osnabrücker Notaufnahmen ziehen die Notbremse. In: noz.de. 21. Dezember 2022, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref>

Fachabteilungen

Das MHO hat 13 chefärztlich geleitete Kliniken und ein chefärztlich geleitetes Institut. Die einzelnen Chefarztbereiche dort sind:<ref>Die Kliniken / Chefarztbereiche im Marienhospital Osnabrück. In: Niels-Stensen-Kliniken. Abgerufen am 4. Juli 2023.</ref>

Direkt an das MHO angebunden ist das Christliche Kinderhospital Osnabrück, das gemeinsam mit dem Kinderhospitalverein Osnabrück getragen wird.<ref>MHO, CKO und Klinikum Osnabrück mit spezialisierten Zentren. In: Das Krankenhaus, Heft 1/2019, S. 68. </ref><ref>Christliches Kinderhospital Osnabrück eingeweiht. In: Das Krankenhaus, Heft 5/2011, S. 518. </ref> In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich außerdem das Niels-Stensen-Bildungszentrum für die Aus-, Fort- und Weiterbildung für Gesundheitsberufe.<ref name=":4" /><ref>Monika Vollmer: Bespuckt, gewürgt, beleidigt. In: Neue Osnabrücker Zeitung, S. 16. 30. September 2021. </ref><ref>Ina Wemhöner: Berufserfahrung entscheidendes Kriterium. In: Meller Kreisblatt, S. 15. 4. April 2023. </ref>

Seit 2018 konzentriert sich das MHO stärker auf demenzkranke Patienten und deren Behandlung und setzte deshalb einen Expertenstandard um, der die „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ definiert. Seit Oktober 2021 bietet die Klinik außerdem Basisschulungen für Mitarbeiter an, sodass jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat, die Kompetenz zu erlangen, demenz-delirsensible Patienten versorgen zu können.<ref>Demenz braucht neues Denken und Handeln. In: Management & Krankenhaus, Heft 11/2021, S. 4. 04. November 2021. </ref><ref>Marienhospital Osnabrück: multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz. In: Das Krankenhaus, Heft 09/2021, S. 853–854.</ref>

Das MHO ist seit dem 1. Januar 2019 als überregionales Traumazentrum in den Landeskrankenhausplan aufgenommen worden. Im zertifizierten Darmkrebszentrum und Pankreaskrebszentrum werden Patienten mit Tumoren des Darmes und der Bauchspeicheldrüse behandelt.<ref>MHO, CKO und Klinikum Osnabrück mit spezialisierten Zentren. In: Das Krankenhaus, Heft 1/2019, S. 68. </ref> Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe betreibt gemeinsam mit der Christliches Kinderhospital Osnabrück GmbH (CKO) das Perinatalzentrum (Level 1).<ref>Perinatalzentrum Level 1. In: Neue Osnabrücker Zeitung, S. 13. 11. April 2023. </ref>

Auszeichnungen

Das Marienhospital Osnabrück ist das erste Krankenhaus, dessen Qualitätsmanagement (im Jahr 2002) ein Zertifikat der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) erhielt.<ref>ProCum Cert Qualitätsbericht. In: ProCum Cert. Abgerufen am 4. Juli 2023.</ref> Zertifiziert wurde das MHO nach den erweiterten Anforderungen der proCum Cert. Im Jahr 2006 wurde das MHO von der KTQ als bestes von 245 im Jahr 2005 zertifizierten bzw. rezertifizierten Krankenhäusern mit dem KTQ-Award ausgezeichnet.<ref>KTQ - unser Archiv 6. Forum der KTQ am 3. November 2006 im Congress Centrum Nord in Köln. In: KTQ. Abgerufen am 4. Juli 2023.</ref>

Des Weiteren ist das MHO seit 2010 mit dem Zertifikat "audit berufundfamilie" ausgezeichnet und erhielt 2023 die Auszeichnung „Top Regionales Krankenhaus 2023“ durch das Magazin Focus.<ref>Die große Klinikliste 2023. In: Focus, Heft 08/2022. </ref><ref>Familienfreundlichkeit bescheinigt. In: das Krankenhaus, Heft 2/2011 S. 169. </ref><ref>Niels-Stensen-Kliniken GmbH. In: Beruf und Familie. 15. März 2023, abgerufen am 6. Juli 2023.</ref>

Soziales Engagement

Datei:FamOS-Festival.jpg
Beim famOS-Festival wurde 2022 eine Fassade des MHOs gestaltet.

Seit 40 Jahren engagieren sich im MHO ehrenamtliche Mitarbeiter, die sog. „Grünen Damen und Herren“, die zur Gruppe der Katholischen Krankenhaus-Hilfe gehören. Diese besuchen vormittags Patienten ohne Angehörige unabhängig ihres Geschlechts, Alters, ihrer Konfession oder Erkrankungen auf den Stationen und bieten Hilfestellungen dort, wo sie gewünscht werden.<ref>Seit 40 Jahren ehrenamtlich am Krankenbett: Grüne Damen und Herren im MHO suchen weitere Engagierte. In: Hasepost. 18. November 2021, abgerufen am 6. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jana Derksen: Freiwillige, die trösten und helfen. In: Neue Osnabrücker Zeitung Stadt, S. 10. 18. November 2021.</ref> Ebenfalls gibt es die „Gedächtnishelfer“. Dies sind ehrenamtliche Mitarbeiter, die Patienten mit Demenz helfen.<ref>Thomas Wübker: Was macht ein Gedächtnishelfer?. In: Wittlager Kreisblatt, S. 19. 18. Januar 2022.</ref>

2022 war das MHO Kooperationspartner des famOS-Festivals für urbane Kunst in Osnabrück, bei dem rund 30 Künstler den Bereich rund um die Seminarstraße in unmittelbarer Nähe zum zentralen Neumarkt in Osnabrück als Freiluftausstellung gestalteten.<ref>Event 2022 – FamOS Festival. In: Famos Festival. Abgerufen am 6. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Tom Bullmann: famOS Festival präsentiert Fassadenkunst in Osnabrücks Innenstadt. In: NOZ. 13. Oktober 2022, abgerufen am 6. Juli 2023.</ref>

Weblinks

Commons: Marienhospital Osnabrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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