Logarithmische Gammaverteilung
Vorlage:Hinweisbaustein Die Logarithmische Gammaverteilung (auch Log-Gammaverteilung) ist eine stetige Wahrscheinlichkeitsverteilung. Die Heavy-tailed-Verteilung ist geeignet zur Modellierung von Schadensdaten im extremen Großschadenbereich der Industrie-, Haftpflicht-, Rückversicherung<ref>Claudia Cottin, Sebastian Döhler: Risikoanalyse: Modellierung, Beurteilung und Management von Risiken mit Praxisbeispielen. Springer-Verlag 2012</ref>.
Definition
Eine stetige Zufallsgröße <math>X</math> mit den Parametern <math>a>0</math> und <math>b>0</math> genügt der logarithmischen Gammaverteilung, wenn sie die Wahrscheinlichkeitsdichte
- <math>f(x)=\begin{cases}
\dfrac{b^a}{\Gamma(a)}x^{-(b+1)}(\ln x)^{a-1} & x\geq 1 \\
0 & x < 1
\end{cases}</math>
besitzt. Ihre Verteilungsfunktion lautet dann
- <math>F(x)=\begin{cases}
\dfrac{\gamma(a,b \ln x)}{\Gamma(a)} & x \geq 1 \\
0 & x < 1
\end{cases}</math>,
wobei <math>\gamma(p,q)</math> die unvollständige Gammafunktion ist.
Eigenschaften
Erwartungswert
Für <math>b>1</math> ergibt sich der Erwartungswert zu
- <math>\operatorname{E}(X) = \left(1-\frac{1}{b}\right)^{-a}</math>.
Varianz
Die Varianz ergibt sich für <math>b>2</math> als
- <math>\operatorname{Var}(X) =\left(1-\frac{2}{b}\right)^{-a}- \left(1-\frac{1}{b}\right)^{-2a}</math>.
Variationskoeffizient
Aus Erwartungswert und Varianz erhält man sofort den Variationskoeffizienten
- <math>\operatorname{VarK}(X) = \sqrt{\left(1+\frac{1}{b(b-2)}\right)^a -1}</math>.
Schiefe
Die Schiefe lässt sich für <math>b>3</math> geschlossen darstellen als
- <math>\operatorname{v}(X) = \frac{\left(\frac{b}{b-3}\right)^a-3\left(\frac{b^2}{(b-2)(b-1)}\right)^a+2\left(\frac{b}{b-1}\right)^{3a}}
{\left(\left(\frac{b}{b-2}\right)^a-\left(\frac{b}{b-1}\right)^{2a}\right)^{\frac{3}{2}}}</math>.
Momente
Es existieren nur die Momente der Ordnung kleiner als <math>b</math>.
Produkte von logarithmisch Gamma-verteilte Zufallsvariablen
Sind <math>X_1\sim \mathcal{LG}(p_1,b)</math> und <math>X_2\sim \mathcal{LG}(p_2,b)</math> unabhängige logarithmisch gammaverteilte Zufallsgrößen dann ist auch das <math>X_1\cdot X_2</math> logarithmisch gammaverteilt, und zwar
- <math>X_1\cdot X_2\sim \mathcal{LG}(p_1+p_2,b).</math>
Allgemein gilt: Sind <math>X_i\sim \mathcal{LG}(p_i,b)\quad i=1,\ldots,n</math> stochastisch unabhängig dann ist
- <math>\prod_{i=1}^n X_i\sim \mathcal{LG}(p_1+ \dotsb +p_n,b).</math>
Somit bildet die logarithmische Gammaverteilung eine multiplikative Faltungshalbgruppe in einem ihrer beiden Parameter.
Beziehung zu anderen Verteilungen
In der Versicherungsmathematik wird die Verteilung der Anzahl der Schäden häufig mit Hilfe von Poisson-, negativ Binomial- oder logarithmisch verteilten Zufallsvariablen modelliert. Zur Beschreibung der Schadenshöhe eignen sich dagegen die Gamma-, logarithmische Gamma- oder logarithmische Normalverteilung.
Beziehung zur Gammaverteilung
Wenn die Zufallsvariable <math>X</math> Gamma-verteilt ist, dann ist <math>Y=e^{X}</math> Log-Gamma-verteilt.
Beziehung zur Paretoverteilung
Die Paretoverteilung mit den Parametern <math>k</math> und <math>x_\mathrm{min}=1</math> entspricht der Log-Gammaverteilung mit den Parametern <math>a=1</math> und <math>b=k</math>.
Einzelnachweise
<references />