LVB-Typ 38
| LVB-Typ 38, 38a NGT12-LEI | |
|---|---|
Hinterer Teil eines NGT12-LEI der zweiten Serie im Werk in Bautzen
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| Nummerierung: | 1201–1233 |
| Anzahl: | 33 Triebwagen |
| Hersteller: | Bombardier Transportation |
| Plattform: | Flexity Classic |
| Baujahr(e): | 2005–2007, 2011–2012 |
| Achsfolge: | Bo’Bo’+2’2‘+Bo’Bo’ |
| Spurweite: | 1458 mm |
| Länge über Kupplung: | 45 090 mm |
| Breite: | 2300 mm |
| Höhe: | 3500 mm |
| Drehzapfenabstand: | 5500 mm 10 325 mm 5500 mm 10 325 mm 5500 mm |
| Raddurchmesser: | 600 mm |
| Leermasse: | 59,2 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 70 km/h |
| Dauerleistung: | 8 × 85 kW |
| Sitzplätze: | 106 |
| Stehplätze: | 160 (4/m²) |
| Fußbodenhöhe: | 365–585 mm Einstiegshöhe: 295 mm |
| <ref name=":0"></ref> | |
Der Typ 38 der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), auch NGT12, NGT12-LEI oder XXL genannt, ist eine Bauart niederfluriger Straßenbahn-Gelenktriebwagen. Er gehört zur Plattform Flexity Classic des Herstellers Bombardier Transportation und wurde in Bautzen gefertigt. Gemeinsam mit der Dresdner Variante NGTD12DD wird er auch Flexity Classic XXL genannt.
Die Wagen wurden nach Vergleichs- und Vorstellungsfahrten des Erfurter Combino 632 und des Dresdner NGTD12DD 2802 bestellt. Beide Fahrzeuge wurden auch im Fahrgasteinsatz präsentiert und waren dafür entsprechend angepasst worden.<ref name=":1" details="S. 199">Michael Kochems, Rolf-Roland-Scholze: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 19: Sachsen (2) – West. EK-Verlag, Freiburg 2018, ISBN 978-3-8446-6855-1.</ref> Der Dresdner Wagen war im Mai 2003 direkt vom Hersteller mit angepassten Radsätzen nach Leipzig überführt worden und absolvierte am 17. Mai seine ersten Fahrten mit Fahrgästen. Die im Oktober 2003 von den LVB bekanntgegebene Bestellung umfasste zunächst zwölf Fahrzeuge zuzüglich einer Option über zwölf weitere.<ref>Harry Hondius: Entwicklung der Nieder- und Mittelflur-Straßen- und Stadtbahnen. Folge 17, Teil I. In: Stadtverkehr. Nr. 11-12/2003. EK-Verlag, Freiburg 2003, S. 6–31, hier: 26.</ref> Die Auslieferung der zunächst als „Längste Straßenbahn der Welt“ beworbenen Fahrzeuge begann im Juni 2005.<ref name=":1" details="S. 224" /> Im gleichen Jahr wurde die Option ausgeübt,<ref name=":0">Harry Hondius: Entwicklung der Nieder- und Mittelflur-Straßen- und Stadtbahnen. Folge 19, Teil I. In: Stadtverkehr. Nr. 11-12/2005. EK-Verlag, Freiburg 2005, S. 6–23, hier: 12, 18.</ref> so dass seit 2007 24 Einheiten im Leipziger Netz verkehren. 2008 oder 2009 bestellten die LVB weitere neun NGT12-LEI.<ref>Harry Hondius: Entwicklung der Nieder- und Mittelflur-Straßen- und Stadtbahnen. Folge 22, Teil II. In: Stadtverkehr. Nr. 3/2009. EK-Verlag, Freiburg 2009, S. 6–20, hier: 11.</ref> Diese wurden ab November 2011 ausgeliefert, so dass sich seit Mai 2012 die Anzahl der NGT 12 auf 33 erhöht hat. Wegen einiger Änderungen erhielten die Wagen der Lieferung 2011/2012 die LVB-Typenbezeichnung 38a.
Technische Merkmale
Die 45 Meter langen fünfteiligen Triebwagen mit Klimaanlage basieren auf dem Dresdner Typ NGTD12DD,<ref name=":0" /> der 2003 in Leipzig vorgestellt worden war. Auffällige Änderungen sind die Fahrzeugenden, die Form der Türfenster und den Endeinstieg am B-Ende, den es bei den Dresdener Wagen nicht gibt. Während die erste Tür am A-Ende bei den Leipziger Wagen ein Fahrgasteinstieg ist, dient sie in Dresden nur als Führerstandstür. Zudem sind die Seitenwände nicht gerade. Weil die Leipziger Bahnsteige auf zuvor beschaffte 2,2 Meter breite Fahrzeuge ausgelegt waren, mussten die Wagenkästen des Typs 38 unten ebenfalls auf 2,2 Meter eingezogen werden.<ref name=":0" /> In den Gelenken wurden oben zusätzliche Querdämpfer eingebaut.<ref name=":0" />
Die Einheiten laufen vollständig auf echten Drehgestellen, der mittlere Teil auf zwei Laufdrehgestellen. Damit ist der Wagenboden nicht durchgehend niederflurig, er ist über den Triebdrehgestellen der Endwagen mit jeweils einer Stufe auf 585 mm<ref name=":0" /> angehoben. Im Gegensatz zu den ersten NGTD12DD wird der Fußboden im Durchgang über den Laufdrehgestellen mit Rampen etwas höher geführt. Dadurch gibt es dort keinen Höhenunterschied zu den Seitenbereichen zwischen den Radkästen.<ref name=":0" /> Die Wagen sind in Einrichtungsbauart ausgeführt, am hinteren Ende gibt es einen Hilfsführerstand. Die Teile 2 und 4 sind laufwerkslos. Betriebskupplungen und eine Vielfachsteuerung gibt es nicht, die Wagen sind aufgrund ihrer Länge nicht für eine Zugbildung vorgesehen.
Einsatz
Der fahrplanmäßige Einsatz des Typs 38 begann am 18. September 2005 auf der Linie 15 (Miltitz – Meusdorf),<ref name=":1" details="S. 205" /> in deren Verlauf Strecken im Rahmen des Stadtbahnprogramms ausgebaut wurden und die auch als Stadionzubringer zur Fußball-WM 2006 fungierte. Mit der zweiten Serie kam die Linie 16 (Lößnig – Messegelände) als weiteres Einsatzgebiet hinzu sowie an Wochenenden auch die Linie 11 (Schkeuditz/Wahren – Markkleeberg-Ost), deren Stammstrecke zwischen Schkeuditz und Markkleeberg-Ost nach Auslieferung der letzten Serie ab 2012 auch an Werktagen mit NGT12 bedient wurde. Mittlerweile wurde der Bestand auf die Linien 11/11E (Schkeuditz/Hänichen – Dölitz/Markkleeberg-Ost) und 15 (Miltitz – Meusdorf) konzentriert, die sie nahezu ausschließlich bedienen. Hinzu kommen einzelne Kurse auf der Linie 7 (Böhlitz-Ehrenberg – Sommerfeld), jedoch ist der Einsatz auf anderen Linien bei Wagenmangel oder zu speziellen Anlässen (z. B. Stadion- oder Adventsverkehr an Wochenenden) jederzeit möglich.
Nummerierung und Namen
Die NGT12-LEI erhielten die Nummern 1201 bis 1233 in Zweit- bis Viertbelegung. Zusätzlich wurden sie benannt, zunächst nach Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Die Erläuterungen der Namen wurden danach, sofern passend, zu „Stadt mit Straßenbahn“ geändert. Außerdem sind alle Leipziger Partnerstädte vertreten.<ref name=":1" details="S. 224, 241" />
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- 1201III – Saxonia (Name der ersten betriebsfesten deutschen Dampflokomotive)
- 1202III – Birmingham (Partnerstadt von Leipzig)
- 1203III – Dresden (Stadt mit Straßenbahn)
- 1204III – Köln (Stadt mit Straßenbahn)
- 1205III – Hannover (Partnerstadt von Leipzig)
- 1206III – Gelsenkirchen (Stadt mit Straßenbahn)
- 1207III – Stuttgart (Stadt mit Straßenbahn)
- 1208III – Nürnberg (Stadt mit Straßenbahn)
- 1209III – Frankfurt am Main (Partnerstadt von Leipzig)
- 1210IV – Dortmund (Stadt mit Straßenbahn)
- 1211III – München (Stadt mit Straßenbahn)
- 1212III – Bern (Stadt mit Straßenbahn)
- 1213III – Rostock (Stadt mit Straßenbahn)
- 1214III – Lyon (Partnerstadt von Leipzig)
- 1215III – Addis Abeba (Partnerstadt von Leipzig)
- 1216IV – Kiew (Partnerstadt von Leipzig)
- 1217III – Travnik (Partnerstadt von Leipzig)
- 1218III – Kraków (Partnerstadt von Leipzig)
- 1219III – Nanjing (Partnerstadt von Leipzig)
- 1220III – Thessaloniki (Partnerstadt von Leipzig)
- 1221II – Brno (Partnerstadt von Leipzig)
- 1222II – Bologna (Partnerstadt von Leipzig)
- 1223II – Houston (Partnerstadt von Leipzig)
- 1224II – Berlin (Stadt mit Straßenbahn)
- 1225II – Herzliya (Partnerstadt von Leipzig)
- 1226II – Bremen (Stadt mit Straßenbahn)
- 1227II – Düsseldorf (Stadt mit Straßenbahn)
- 1228II – Essen (Stadt mit Straßenbahn)
- 1229II – Duisburg (Stadt mit Straßenbahn)
- 1230II – Bochum (Stadt mit Straßenbahn)
- 1231II – Bielefeld (Stadt mit Straßenbahn)
- 1232III – Bonn (Stadt mit Straßenbahn)
- 1233II – Augsburg (Stadt mit Straßenbahn)
Weblinks
Einzelnachweise
<references> </references> <templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
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