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Kernkraftwerk Akademik Lomonossow

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Kernkraftwerk Akademik Lomonossow
Datei:Akademik Lomonosov 20190823, cropped.jpg
Akademik Lomonossow 2019
Akademik Lomonossow 2019
Lage
Kernkraftwerk Akademik Lomonossow (Autonomer Kreis der Tschuktschen)
Kernkraftwerk Akademik Lomonossow (Autonomer Kreis der Tschuktschen)
Koordinaten 69° 42′ 35″ N, 170° 18′ 22″ OKoordinaten: 69° 42′ 35″ N, 170° 18′ 22″ O
 {{#coordinates:69,709722|170,306111|primary
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Land Russland
Daten
Eigentümer Rosenergoatom
Betreiber Rosenergoatom
Projektbeginn 15.04.2007
Kommerzieller Betrieb 22.05.2020

Aktive Reaktoren (Brutto)

2  (70 MW)
Stand Oktober 2019
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Akademik Lomonossow ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsche Übersetzung „Akademiemitglied Lomonossow“, volle Bezeichnung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) für schwimmendes Heizkernkraftwerk Akademiemitglied Lomonossow) ist ein russisches schwimmendes Kernkraftwerk, Heimathafen ist Sankt Petersburg. Es handelt sich um den Prototyp einer mobilen Kernkraftwerksart.

Die Akademik Lomonossow ist nach dem russischen Dichter und Naturwissenschaftler Michail Wassiljewitsch Lomonossow benannt und versorgt – entgegen ersten Planungen – die Stadt Pewek an der Nordostpassage mit Energie.<ref>Werner Pluta, Frank Wunderlich-Pfeiffer: Russisches Atomkraftwerk sticht in See. In: golem.de. Golem Media GmbH, 30. April 2018, abgerufen am 11. April 2022.</ref>

Geschichte

Mit dem Bau des schwimmenden und damit mobilen Kernkraftwerks wurde am 15. April 2007 in der Sewmasch-Werft in Sewerodwinsk begonnen.<ref name="Novosti"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erster schwimmender Energiereaktor Russlands wird von Sewmasch gebaut (Memento vom 12. Januar 2014 im Internet Archive), Novosti 19. Mai 2006.</ref> Die Fertigstellung war nach den anfänglichen Planungen im Jahr 2012 vorgesehen,<ref name="wnn">World Nuclear Association. In: world-nuclear-news.org. 7. August 2009, abgerufen am 11. April 2022.</ref> musste dann auf 2016,<ref name="wnn2">Delivery of floating plant set for 2016. In: world-nuclear-news.org. 12. Dezember 2012, abgerufen am 11. April 2022.</ref> auf 2018<ref>Росэнергоатом планирует запуск первой в мире плавучей АЭС на 70 МВт в 2018 г. In: atomic-energy.ru. 27. Juni 2014, abgerufen am 11. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und später auf 2019<ref>Work starts on on-shore infrastructure for Russian floating plant. In: world-nuclear-news.org. 7. Oktober 2016, abgerufen am 7. Januar 2020.</ref> verschoben werden.

Ursprünglich sollte es ab 2010 die U-Boot-Werft und die Stadt Sewerodwinsk im Nordwesten Russlands mit Strom und Wärme versorgen. Am 8. August 2008 gab der Eigentümer und Betreiber Rosenergoatom bekannt, dass Sewmasch die Arbeiten an dem Kernkraftwerk einstelle und der Bau durch die Sankt Petersburger Werft Baltiski sawod ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) fortgesetzt werde.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.rosenergoatom.ruRosenergoatom – 08/08/2008 – Construction of floating NPP to be continued by Baltiysky Zavod (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2012. Suche im Internet Archive ) (englisch).</ref> Zwischenzeitlich wurde der zukünftige Anlegeplatz nach Wiljutschinsk in die Region Kamtschatka verlegt.<ref name="PT projects">Akademik Lomonosov Floating Nuclear Co-generation Plant. In: PowerTechnology – Projects. Verdict Media, abgerufen am 25. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Letzten Endes wurde als Betriebsort und Versorgungsobjekt die Stadt Pewek im Autonomen Kreis der Tschuktschen ausgesucht.<ref>PRIS – Reactor Details. Abgerufen am 1. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das schwimmende Kernkraftwerk lief am 30. Juni 2010 in Sankt Petersburg vom Stapel und erhielt durch die Taufpatin und damalige Gouverneurin von St. Petersburg Walentina Matwijenko seinen Namen.<ref name="mAKW">Bernhard Clasen: Strahlender Exportschlager. In: Neues Deutschland, 23. Mai 2010, S. 16.</ref> Die Baukosten wurden anfänglich auf umgerechnet etwa 270 Millionen Euro (9,1 Mrd. Rubel) geschätzt,<ref name="Spiegel">Russland baut schwimmendes Kernkraftwerk, Der Spiegel, 15. Juni 2006.</ref> gegen Ende zeigten sich Gesamtkosten von 37 Mrd. Rubel<ref>Sonal Patel: Russia Sees Floating Nuclear Power Plant Costs Balloon. In: powermag.com. Access Intelligence, 1. Juli 2015, abgerufen am 12. September 2020.</ref> – genannt wurden auch 480 Mio. USD.<ref>Dagmar Röhrlich im Gespräch mit Ralf Krauter: Neue Reaktortechnologie – In Sibirien wird ein schwimmendes Kernkraftwerk hochgefahren. In: Forschung aktuell. Deutschlandfunk, 8. November 2018, abgerufen am 14. September 2020.</ref> Zwischenzeitlich war die Petersburger Werft von einem Bankrott bedroht, der aber folgenlos blieb und die Arbeiten konnten weitergehen.<ref>Court seizes floating nuclear plant. In: World Nuclear News. World Nuclear Association, 15. August 2011, abgerufen am 14. September 2020.</ref> Am 28. April 2018 verließ die Akademik Lomonossow Sankt Petersburg: Ein Schlepper zog sie über Ostsee, Nordsee und Nordatlantik zunächst in die Barentssee nach Murmansk.<ref>Russlands schwimmendes AKW sticht in See. Spiegel Online, 28. April 2018, abgerufen am selben Tage.</ref> Die Ankunft am 17. Mai 2018 wurde mit einer Feier begangen. Dort wurden die beiden Reaktoren mit nuklearen Brennelementen ausgestattet.

Der Weitertransport nach Pewek begann im August 2019<ref>Akademik Lomonossow in Murmansk – Schwimmendes AKW in See gestochen. Tagesschau.de, 23. August 2019, abgerufen am selben Tage.</ref>, wofür ein Eisbrecher und ein Schlepper eingesetzt wurden.<ref name="mAKW" /> Im September 2019 erreichte die Plattform ihren Zielhafen.<ref>In Sibirien wird ein schwimmendes Kernkraftwerk hochgefahren. In: Deutschlandfunk – Die Nachrichten – Wissensnachrichten. 8. November 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2020; abgerufen am 7. Januar 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschlandfunk.de</ref> Der kommerzielle Betrieb war für November 2019 angekündigt,<ref>Russia's floating power plant meets construction standards world-nuclear-news.org, 11. Januar 2018, abgerufen am 19. Dezember 2019.</ref> am 19. Dezember 2019 berichtete Rosatom von der Aufnahme der Stromlieferung an die Hafenstadt Pewek.<ref>Russland: Erstes schwimmendes AKW erzeugt Strom : Umstrittenes Projekt orf.at, 19. Dezember 2019, abgerufen am 19. Dezember 2019.</ref> Im Mai 2020 waren alle Prüfungen abgeschlossen und der Regelbetrieb des Kraftwerkes konnte beginnen.<ref name=Nuklearforum /><ref>"Atom-Titanic": Schwimmendes Atomkraftwerk nimmt trotz Kritik Betrieb auf. Abgerufen am 22. Mai 2020.</ref><ref name=Nuklearforum>China: Bau für das erste russische Arktis-Kernkraftwerksschiff hat begonnen. In: Nuklearplattform Schweiz. 6. September 2022, abgerufen am 28. Oktober 2023.</ref> Die Akademik Lomonossow dient als Ersatz für das Kernkraftwerk Bilibino, das über eine Hochspannungsleitung mit Pewek verbunden ist, sowie für das kohlebefeuerte Heizkraftwerk Tschaun.<ref>Строительство двух одноцепных ВЛ 110 кВ Певек - Билибино. (pdf) Bau von zwei einsträngigen 110-kV-Freileitungen Pewek – Bilibino. EF-Engineering, 2017, S. 7, abgerufen am 12. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Ziel des Projekts ist es, die zuverlässige Leistungsabgabe des schwimmenden Kernkraftwerks zu gewährleisten, die Zuverlässigkeit und Effizienz der Stromversorgung zu erhöhen, das voraussichtliche Defizit an elektrischer Energie im Energiesystem Tschaun-Bilibino zu beseitigen, die Möglichkeit zu schaffen, neue Verbraucher anzuschließen, sowie die bestehende, in den 1960er Jahren errichtete 110-kV-Freileitung Pewek-Bilibino mit einem einzigen Stromkreis zu ersetzen.“</ref>

Daten

Die Plattform weist eine Länge von 144,4 Meter auf, die Breite beträgt 30 m, die Höhe 10 m, der Tiefgang 5,6 m. Zum Vergleich: auf einer großen Binnenwasserstraße der Klasse VIb, wie Rhein/Waal, Donau und Rhone können die Abmessungen Länge 195 m × Breite 22,80 m × Tiefgang 2,50 m – 4,50 m betragen.

Das schwimmende Kernkraftwerk ist mit zwei zum Prototyp modifizierten KLT-40S-Reaktoren<ref>KLT-40S. A reactor plant for the floating nuclear power plant. Afrikantov OKBM, 17. Juni 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2021; abgerufen am 25. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.okbm.nnov.ru</ref> ausgestattet. Der gleiche Reaktortyp wird in russischen Atomeisbrechern der Taimyr-Klasse und in dem russischen atomgetriebenen Frachter Sevmorput eingesetzt.<ref name="wnn" /><ref>BASIC SAFETY PRINCIPLES OF KLT-40C REACTOR PLANTS, OKBM</ref> Jeder Reaktor soll eine elektrische Bruttoleistung von 35 MW und eine Nettoleistung von 32 MW haben sowie 73 MW Prozesswärme zur Verfügung stellen.<ref name="IAEA" /><ref>Kernenergie: Weltreport 2008. Deutsches Atomforum, April 2009, S. 250, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Januar 2012; abgerufen am 3. März 2013.</ref> Beide Reaktoren besitzen jeweils eine thermische Leistung von 150 MW. Sie können eine Seewasser-Entsalzungsanlage mit einer Kapazität von bis zu 240.000 Kubikmeter pro Tag antreiben.<ref name="PT projects" /> Alle drei Jahre ist ein Brennelementwechsel vorgesehen, der bis zu 60 Tage dauert. Zusätzlich sind einmal pro Jahr 20-tägige Wartungspausen geplant. Das Kraftwerk ist in der Lage, bis zu 100.000 Personen mit Energie zu versorgen.<ref>Next stop Pevek. In: Nuclear Engineering International. NS Media Group, 1. Mai 2019, abgerufen am 12. September 2020.</ref>

Reaktorblock<ref name="IAEA">Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation: Nuclear Power Reactors“ (englisch)</ref> Reaktortyp
/ -modell
el. Netto-
leistung
el. Brutto-
leistung
thermische
Leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Akademik Lomonossow 1 DWR / KLT-40S 32 MW 35 MW 150 MW 15. April 2007 19. Dezember 2019 22. Mai 2020 <ref name="world_nuclear_news">Russia connects floating plant to grid. In: world-nuclear-news.org. Abgerufen am 3. April 2020 (englisch).</ref><ref>IAEA: AKADEMIK LOMONOSOV-1, Power Reactor Information System (PRIS), International Atomic Energy Agency, 13. September 2020.</ref>
Akademik Lomonossow 2 DWR / KLT-40S 32 MW 35 MW 150 MW 15. April 2007 19. Dezember 2019 22. Mai 2020 <ref name="world_nuclear_news" /><ref>IAEA: AKADEMIK LOMONOSOV-2, Power Reactor Information System (PRIS), International Atomic Energy Agency, 13. September 2020.</ref>

Kritik

Datei:Floating Nuclear Power Plant model.jpg
Modell

Russische und internationale Umweltorganisationen sehen in einem solchen Atomkraftwerk eine neue Gefahr für die Umwelt. Sie haben den Transport der Akademik Lomonossow mit dem Greenpeace-Schiff Beluga II verfolgt. Bei der Ankunft in Murmansk gab es Proteste durch kleinere örtliche Umweltgruppen wie den Verein Tschernobyl30 oder Ecodefense. Insbesondere wird bemängelt, dass es keine Anhörungen für die Bewohner der Stadt gegeben habe, obwohl sogar ein Gesetz solche Informationen verbindlich vorschreibe. Dagegen bezeichnen die staatlichen russischen Medien die Aktionen der Umweltschützer als „ökologischen Extremismus“ oder „destruktive Praxis von Umweltprotesten“.<ref name="mAKW" />

Siehe auch

Weblinks

Commons: Kernkraftwerk Akademik Lomonossow – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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