Kernkraftwerk Bilibino
| Kernkraftwerk Bilibino | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lage | ||||||
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| Koordinaten | 68° 3′ 2″ N, 166° 32′ 21″ O
{{#coordinates:68,050572|166,5391655|primary
|
dim=1000 | globe= | name= | region=RU-CHU | type=building
}} |
| Land | Datei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion /
ab 1991 Datei:Flag of Russia.svg Russland | |||||
| Daten | ||||||
| Eigentümer | Rosenergoatom | |||||
| Betreiber | Rosenergoatom | |||||
| Projektbeginn | 1966 | |||||
| Kommerzieller Betrieb | 1. April 1974 | |||||
| Stilllegung | 22. Dezember 2025 | |||||
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Aktive Reaktoren (Brutto) |
0 (0 MW) | |||||
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Stillgelegte Reaktoren (Brutto) |
4 (48 MW) | |||||
| Eingespeiste Energie im Jahr 2006 | 96 GWh | |||||
| Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme | 6.735 GWh | |||||
| Stand | 22. Dezember 2025 | |||||
| Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation. | ||||||
Das stillgelegte Kernkraftwerk Bilibino ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) [], Kürzel БАЭС, BAES) liegt nahe der russischen Stadt Bilibino im Autonomen Kreis der Tschuktschen im Nordosten Sibiriens. In den letzten Jahren hat das Kernkraftwerk durchschnittlich 132 Gigawattstunden in das Inselnetz Tschaun-Bilibino eingespeist, darüber hinaus wurde Wärme an die Stadt Bilibino abgegeben. Eigentümer und Betreiber des Kernkraftwerkes ist das staatliche Unternehmen Rosenergoatom.
Lage
Die Gegend um Bilibino ist vom Straßen- und Eisenbahnnetz abgeschnitten, zudem mangelt es vor Ort an konventionellen Energieträgern. Daher war der Bau eines kleinen Kernkraftwerks die mit Abstand kostengünstigste Variante, um die nötige elektrische und thermische Energie bereitzustellen. Das Kernkraftwerk wurde als erstes und einziges KKW im Nordpolarkreis in einem Gebiet mit Permafrostboden errichtet, um Energie für die Ausbeutung der Goldminen in der Umgebung bereitzustellen.
Geschichte
Im Jahr 1965 wurde beschlossen, das Kernkraftwerk Bilibino zu errichten; die Konstruktion begann am 11. Dezember 1966. Mit dem Bau der Kernreaktoren wurde am 1. Januar 1970 begonnen. Nach über vierjähriger Bauzeit wurde der erste Reaktorblock am 11. Dezember 1973 erstmals kritisch. Die Blöcke 2 und 3 folgten am 7. Dezember 1974 und 6. Dezember 1975. Der letzte Block 4 wurde am 12. Dezember 1976 erstmals kritisch.<ref name="IAEA">Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation: Nuclear Power Reactors“ (englisch)</ref> Die Reaktoren waren für eine Betriebsdauer von 30 Jahren vorgesehen. Für den Block 1 wurde im Jahr 2004, für den Block 2 im Jahr 2005 eine Laufzeitverlängerung von fünf Jahren genehmigt.<ref name="WNA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />World Nuclear Association - Nuclear Power in Russia (April 2007) ( des Vorlage:IconExternal vom 19. August 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (englisch)</ref> Auch für die Reaktorblöcke 3 und 4 wurde eine längere Betriebsdauer erlaubt als ursprünglich geplant; durch Modernisierungsmaßnahmen sollte die Betriebsdauer des Kernkraftwerks um bis zu 15 Jahre verlängert werden.<ref name="WNA"/>
Noch 2003 wurde ein Neubau der Blöcke E, F und G bzw. 5, 6 und 7 mit einer Nettoleistung von jeweils 31 MW angedacht.<ref>Das CNPP von der Russian Federation des Jahres 2003 der IAEA. Abgerufen am 3. April 2020.</ref>
Stilllegung und Ersatz
Im Mai 2020 ging das schwimmende Kernkraftwerk Akademik Lomonossow in der Hafenstadt Pewek in Betrieb<ref>IAEA: Akademik Lomonosov, in: PRIS - Power Reactor Information System</ref>, die über eine knapp 500 km lange 110 kV Freileitung mit Bilibino verbunden ist.<ref>EF-Engineering: Строительство двух одноцепных ВЛ 110 кВ Певек - Билибино. (pdf) Bau von zwei einsträngigen 110-kV-Freileitungen Pewek – Bilibino. RAO Energiesysteme des Ostens, 2017, S. 10, abgerufen am 12. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Länge der bestehenden 110-kV-Freileitung Bilibino – Komsomolsky – HKW Tschaun: Gesamtlänge 491,6 km“ </ref> Die Akademik Lomonossow wurde in Sankt Petersburg gefertigt und nach einem Zwischenstopp in Murmansk im August 2019 an ihren finalen Bestimmungsort geschleppt. Sie ist eine rund 150 m lange Schwimmplattform mit zwei SMR vom Typ KLT-40S zu je 32 MW (netto) bzw. 35 MW (brutto) Leistung und liefert auch Nutzwärme. Sie ist als Ersatz des KKW Bilibino und des HKW Tschaun vorgesehen, um die Wärmeversorgung in Pewek sowie der Stromversorgung des Inselnetzes Tschaun-Bilibino incl. angrenzender Bergwerke zu übernehmen.<ref name="DLF Wissenschaft im Brennpunkt 16-7-017 Röhrlich">Dagmar Röhrlich: Kleine AKWs vom Fließband – Schöne neue Reaktorwelt. In: Wissenschaft im Brennpunkt. Deutschlandfunk, 16. Juli 2017, abgerufen am 13. September 2020.</ref>
Das AKW Bilibino wurde im Zuge der Inbetriebnahme des AKW Akademik Lomonossow stillgelegt. Block 1 wurde im März 2018 vom Netz genommen, die Brennstäbe wurden entfernt und im Abklingbecken eingelagert. Nach früheren Planungen sollten die Blöcke 2 bis 4 bereits im Dezember 2021 stillgelegt werden, schließlich wurde jedoch die Abschaltung auf Dezember 2025 verschoben.<ref name="WNA2">Bilibino unit 1 prepared for decommissioning. In: World Nuclear News. World Nuclear Association, 24. Januar 2019, abgerufen am 13. September 2020.</ref><ref name=":0">Bilibino’s units being shut down for decommissioning. 4. Dezember 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref> Hierfür erhielten die Blöcke 2 und 3 Laufzeitverlängerungen bis Ende 2025.<ref>Билибинская АЭС получила лицензию Ростехнадзора на продление срока эксплуатации энергоблока № 2. 27. Dezember 2019, abgerufen am 10. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>В 2020 году Билибинская АЭС выработала свыше 144,5 млн кВт.ч электроэнергии. 31. Dezember 2020, abgerufen am 10. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
EGP-6-Reaktoren
Die vier kleinen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Bilibino gehören zum Typ EGP-6 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)). Dieses Kernkraftwerk war weltweit das einzige, das Reaktoren dieses Typs einsetzte. Die Nettoleistung der vier Reaktoren lag bei jeweils 11 Megawatt (MW), die Bruttoleistung bei 12 MW.<ref name="IAEA"/> Die thermische Leistung betrug 62 MW. Mit einer installierten Gesamtleistung von 48 MW war es das kleinste in Betrieb befindliche Kernkraftwerk in Russland und auch weltweit.
Der EGP-6 ist ein Reaktor mit einzelnen Kanälen für den Wasserdampf.<ref name="INSP">Schematische Darstellung Reaktor EPG-6 (Seite A8) (englisch; PDF; 1,6 MB)</ref> Es wurde neben 11 MWe (netto) Elektrizität auch Wärme für externe Verbraucher bereitgestellt. Als Moderator wird Graphit eingesetzt. Bei den Reaktoren handelt es sich um ältere kleine Reaktortypen ähnlich der RBMK-Reaktoren, der ersten Generation sowjetischer Kernreaktoren.<ref name="EP">National Research Council. 2003. End Points for Spent Nuclear Fuel and High-Level Radioactive Waste in Russia and the United States. Washington, DC: The National Academies Press. doi:10.17226/10667 </ref><ref name="ÖI"/><ref name="NEI"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nuclear Energy Institute - Soviet Plant Source Book (Seite 122) ( des Vorlage:IconExternal vom 29. November 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (englisch)</ref>
Sicherheit
Am 10. Juli 1991 ereignete sich der bisher schwerste Störfall in diesem Kernkraftwerk, bei dem hochradioaktiver Flüssigabfall verschüttet wurde. Es handelte sich dabei um einen ernsten Störfall der INES-Stufe 3.<ref name="GC">V. M. Kuznetsov, St. Robinson and V. Rossi: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Flowting Nuclear Power Plants in Russia: A Threat to the Arctic, World Oceans and Non-proliferation Treaty ( vom 29. September 2007 im Internet Archive), Green Cross Russia (Hrsg.), Agenstwo Rakurs Production, Moscow, 2004, S. 74 (englisch; PDF; 1,0 MB)</ref>
Ein Störfall der INES-Stufe 2 ereignete sich 1998.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Störfall von 1998 (PDF; 657 kB) ( vom 21. April 2014 im Internet Archive) </ref>
Daten der Reaktorblöcke
Das Kernkraftwerk Bilibino hat vier Blöcke:
| Reaktorblock<ref name="IAEA"/> | Reaktortyp | Netto- leistung |
Brutto- leistung |
Baubeginn | Netzsyn- chronisation |
Kommer- zieller Betrieb |
Abschaltung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilibino - 1 | GBWR-12/EGP-6 | 11 MW | 12 MW | 1. Januar 1970 | 12. Januar 1974 | 1. April 1974 | 14. Januar 2019<ref name="IAEA"/> |
| Bilibino - 2 | GBWR-12/EGP-6 | 11 MW | 12 MW | 1. Januar 1970 | 30. Dezember 1974 | 1. Februar 1975 | 1. Dezember 2025<ref name=":0" /><ref name="nuklearforum20260106">Russland: Kernkraftwerk Bilibino hat Stromerzeugung vollständig eingestellt. Nuklearforum Schweiz, 6. Januar 2026, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref> |
| Bilibino - 3 | GBWR-12/EGP-6 | 11 MW | 12 MW | 1. Januar 1970 | 22. Dezember 1975 | 1. Februar 1976 | 11. Dezember 2025<ref name=":0" /><ref name="nuklearforum20260106" /> |
| Bilibino - 4 | GBWR-12/EGP-6 | 11 MW | 12 MW | 1. Januar 1970 | 27. Dezember 1976 | 1. Januar 1977 | 22. Dezember 2025<ref name=":0" /><ref name="nuklearforum20260106" /> |
Quellen
<references> <ref name="ÖI"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Österreichisches Ökologie Institut (englisch) ( vom 15. März 2005 im Internet Archive) </ref> </references>
Siehe auch
Weblinks
- Das Kernkraftwerk Bilibino auf der Website der Umweltschutzorganisation Bellona (englisch)
- Rosenergoatom Bilibino (russisch)
- Bilibino (russisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NTI: Bilibino (englisch) ( vom 30. August 2011 im Internet Archive)
Akademik Lomonossow | Balakowo | Belojarsk | Bilibino | Kalinin | Kola | Kursk | Leningrad | Leningrad II | Nowoworonesch | Nowoworonesch II | Obninsk | Rostow | Smolensk
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