Kärntner Brillenschaf
| Kärntner Brillenschaf | |
|---|---|
| Herkunft: | Kaisertum Österreich |
| Alternativnamen: | Seeländerschaf |
| Gewicht: | Bock: 75–95 kg Aue: 55–75 kg |
| Abzeichen: | Schwarz gefärbte Ringe um die Augen, schwarze Ohrenspitzen |
| Bestand: | Österreich: 4.500<ref name="bml.gv"/> bis 5.000<ref name="Schafzucht onl">Bericht auf Schafzucht-online.de, Abruf am 19. März 2025</ref> Deutschland: Etwa 700<ref name="TGRDEU">Bericht auf TGRDEU.Genres.de, Abruf am 19. März 2025</ref> |
| Liste der Schafrassen | |
Das Kärntner Brillenschaf, früher auch Seeländer Rasse oder auch Seeländerschaf genannt,<ref name="bml.gv">Beschreibung „Kärntner Brillenschaf“ auf der Webseite des österreichischen Bundeslandwirtschaftsministeriums, Abruf am 20. März 2025</ref> ist eine seit dem 18. Jahrhundert bekannte Haustierrasse aus Slowenien (ehemals Kaisertum Österreich). Seinen Namen hat es von den schwarz gefärbten Ringen um die Augen. Des Weiteren sind auch die Ohren von den Spitzen her schwarz gefärbt. Die Schafrasse wird in Österreich, Deutschland, Slowenien – dort unter dem Rassenamen „Jezersko-solčavska ovca“ – und Italien gezüchtet.<ref name="bml.gv"/>
Das Brillenschaf existiert in zwei Hauptvarianten in Deutschland und Österreich. Beide zählen zu den gefährdeten Haustierrassen. Der deutsche Stamm ist stärker vom italienischen Bergamasca-Schaf beeinflusst, die österreichische Variante nur geringfügig; das ehemalige Paduaner Schaf dürfte einen großen Einfluss gehabt haben.<ref name="bml.gv"/>
Eine verwandte Unterform ist das Villnösser Brillenschaf aus Südtirol.
Bestandsentwicklung und Gefährdung
Einige Organisationen kümmern sich intensiv um die Erhaltung, so in Österreich die Arche Austria (Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen) und der 1995 gegründete „Verein der Kärntner Brillenschafzüchter Alpen-Adria“ im Schaf- und Ziegenzuchtverband Kärnten.<ref>Bericht auf Brillenschafe.at, Abruf am 19. März 2025</ref> Der österreichische Bestand geht auf 17 weibliche und 6 männliche Schafe zurück.<ref>Katharina Schwend: Untersuchungen zur genetischen Variabilität der Kärntner Brillenschafe in Österreich, Inaugural-Dissertation, Wien 2001, S. 6 (Link zum Digitalisat)</ref> In Österreich ist die Zahl der Zuchten im Jahr 2024 auf etwa 200 mit mehr als 5.000 Zuchttieren gestiegen.<ref name="Schafzucht onl"/><ref>Bericht „Info-Tafel“ auf brillenschafe.at, Abruf am 19. März 2025</ref>
In Deutschland ist die Zahl der weiblichen Zuchttiere des Jahres 1997 mit 273 und die der männlichen mit 21 auf den Stand von 933 weibliche und 71 männliche Zuchttiere im Jahr 2019 gestiegen, sank aber 2023 wieder auf 688 weibliche und 42 männliche Zuchttiere. Dies war der Anlass, das Brillenschaf in die Kategorie „Erhaltungspopulation“, der höchsten Gefährdungskategorie, durch die BLE einzustufen.<ref name="TGRDEU"/> Das Kärntner Brillenschaf wurde 1984 von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres erklärt.<ref>Beschreibung bei GEH.de, Abruf am 18. März 2025</ref> Seit dem Jahre 1984 wird mit dieser Auswahl von der GEH besonders dringlich auf diejenigen heimischen Nutztiere hingewiesen, die es wegen der Agrarbiodiversität zu erhalten gilt, um diese genetische Reserve auch zukünftig zur Verfügung zu haben. Mit Stand 2024 ist diese Schafrasse in der Kategorie I der Liste gefährdeter Nutztierrassen als „extrem gefährdet“ eingestuft. Die GEH hat einen Betreuer für diese Schafrasse berufen.<ref>Darstellung auf GEH.de, Abruf am 19. März 2025</ref>
In Deutschland kümmert sich auch die 1999 in Saaldorf gegründete „Arbeitsgemeinschaft Brillenschaf“ um die Erhaltung dieser seltenen Rasse.<ref>Beschreibung auf Brillenschaf.de, Abruf am 19. März 2025</ref> In Bayern und in Nordrhein-Westfalen wird die Zucht dieser Schafrasse finanziell gefördert.<ref name="TGRRoLi">Brillenschaf in Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2023, Bonn 2023, S. 92</ref>
Literatur
- Christian Mendel: Das Brillenschaf, in: GEH (Hrsg.): Schafe, Ziegen und Gebrauchshunde, Witzenhausen 2008 (Online-Fassung)
- Hans Hinrich Sambraus: Farbatlas Nutztierrassen. Ulmer, Stuttgart 2001, 6. Aufl., ISBN 3-8001-3219-2, S. 127.
- Katharina Schwend: Untersuchungen zur genetischen Variabilität der Kärntner Brillenschafe in Österreich, Inaugural-Dissertation, Wien 2001 (Link zum Digitalisat)
Siehe auch
Weblinks
- Brillenschaf in Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2023, Bonn 2023, S. 92
- Kärntner Brillenschaf auf Brillenschafe.at
- Rassebeschreibung Brillenschaf auf GEH.de
- Eintrag zu Kärntner Brillenschaf im Austria-Forum (im Heimatlexikon)
- Kärntner Brillenschaf. Eintrag Nr. 105 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
Einzelnachweise
<references />
Kärntner Brillenschaf (1984) | Murnau-Werdenfelser-Rind (1986) | Schwäbisch-Hällisches Landschwein (1987) | Schleswiger Kaltblut (1988) | Waldschaf (1989) | Angler Sattelschwein (1990) | Rhönschaf (1991) | Hinterwälder Rind (1992) | Thüringer Waldziege (1993) | Westfälisches Totlegerhuhn, Diepholzer Gans, Pommernente (1994) | Buntes Bentheimer Schwein (1995) | Schleswiger Kaltblut (1996) | Rotes Höhenvieh (1997) | Weiße gehörnte Heidschnucke, Altdeutscher Hütehund (1998) | Wollschwein (1999) | Rottaler Pferd (2000) | Bergische Landhuhnrassen (Bergischer Kräher, Bergischer Schlotterkamm, Krüper) und Bayerische Landgans (2001) | Angler Rind alter Zuchtrichtung (2002) | Haus- und Hofhunde (Spitze und Pinscher) (2003) | Leutstettener Pferd, Dunkle Biene (2004) | Bentheimer Landschaf (2005) | Deutsches Sattelschwein (2006) | Murnau-Werdenfelser-Rind (2007) | Bronzepute (2008) | Alpines Steinschaf (2009) | Meißner Widderkaninchen (2010) | Limpurger Rind (2011) | Deutscher Sperber (2012) | Leineschaf (2013) | Dülmener (2014) | Deutsches Karakul (2015) | Regionale Rinderrassen (Original Braunvieh, Glanrind und Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind) (2016) | Eindrucksvolle Entenrassen (Deutsche Pekingente, Orpingtonente und Warzenente) (2017) | Altwürttemberger (2018) | Wollschwein (2019) | Pustertaler Schecken, Westerwälder Kuhhund (2020/2021) | Walachenschaf (2022/2023) | Ungewöhnliche Kaninchenrassen (Marderkaninchen, Luxkaninchen und Angorakaninchen) (2024) | Gelbvieh (2025) | Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke (Moorschnucke) und Altdeutsche Hütehunde (2026)
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2015: Tauernscheckenziege | 2016: Mangalica-Schwein | 2017/2018: Österreich-ungarischer weißer Esel | 2019: Pinzgauerziege | 2020: Nackthalshuhn und Zackelschaf | 2021: Deutsche Pute und Krainer Steinschaf | 2022: Blobe Ziege und Original Pinzgauer Rind | 2023: Sulmtaler Huhn und Tiroler Grauvieh | 2024: Österreichischer Kurzhaarpinscher und Kärntner Brillenschaf | 2025: Waldschaf und Original Braunvieh