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Julius Schottländer

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Datei:Julius Schottländer (1835-1911) oval portrait in color circa 1900.png
Julius Schottländer, um 1900

Julius Schottländer (geboren am 16. März 1835 in Münsterberg, Kreis Frankenstein i. Schles., Provinz Schlesien; Preußen; gestorben am 1. Januar 1911 in Breslau, Provinz Schlesien, Deutsches Reich) war ein Gutsbesitzer und Unternehmer in Breslau. Er war der einzige jüdische Majoratsherr in Deutschland, der zweitreichste Mann in Niederschlesien und zeichnete sich als großzügiger Stifter aus.

Leben

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Namenstafel der Familiengruft Schottländer

Als Sohn von Löbel Schottländer entstammte er der wohlhabenden Familie Schottländer. Sein jüngster Bruder war Salo Schottländer, ein Cousin ersten Grades der Schachmeister Arnold Schottländer. Julius Schottländer besuchte Schulen in Münsterberg und Breslau.<ref>Jewish Encyclopedia, 11, 1905, p. 110, mit biographischen Angaben.</ref> Danach war er als Getreide- und Wollhändler in Münsterberg tätig. 1859 zog er nach Breslau, wo er bald eine Mühle pachtete und Mehl und Öl herstellte. Während des Deutschens Kriege 1866 und des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 belieferte er die Preußische Armee, wodurch er zu großem Reichtum gelangte.<ref>Rudolf Martin: Handbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen, 1911, S. 110f. </ref> Danach war er in verschiedenen Unternehmen aktiv, die Kohle, Zucker und weitere Produkte herstellten.

Um 1900 war Julius Schottländer der wohlhabendste Bürger Breslaus. Ihm gehörte ein Rittergut in Althofdürr, ebenso die Dörfer bzw. Güter Wessig (seit 1945 Wysoka), Grünhübel (heute als Bledzów Teil des Dorfes Bettlern), Alt Schliesa (Stary Ślęszów), Eckersdorf Biestrzyków (Eckersdorf), Karowahne (Karwiany) und Cawallen (Kowale, heute Teil Breslaus). Schottländer besaß in Schlesien die Herrschaft Hartlieb, zu der zwölf Güter mit einer Gesamtfläche von 1840 Hektar gehörten. Außerdem gehörten ihm etwa 30 Häuser in Breslau und eine Dampfziegelei in Friedewalde. Seinen Kindern hinterließ er ein Vermögen von über 50 Millionen Goldmark.

Julius Schottländer bekleidete zahlreiche Ämter in der Jüdischen Gemeinde Breslau. Er stiftete den Südpark in Breslau (1882 bis 1890 errichtet) und das Jüdisches Betreuungshaus für Alte und Langzeitkranke in der Neudorfstraße Nr. 35 in Breslau (1896 errichtet).

Ehrungen

Julius Schottländer erhielt mehrere Ehrungen, die jedoch 1933 alle aufgehoben wurden.

  • Kommerzienrat
  • Ehrenbürger von Breslau, um 1901<ref>Karlheinz Spielmann: Ehrenbürger und Ehrungen in Geschichte und Gegenwart, eine Dokumentation zur deutschen und mitteleuropäischen Geschichte. Band I, Dortmund 1967, S. 132</ref>
  • Ehrenbürger von Münsterberg, vor 1905<ref>Amalia Reisenthel, Orientalismus als Mittel zur Identitätsfindung. Sepulkralarchitektur auf dem Jüdischen Friedhof Breslau, Lit, Münster 2014, S. 253–254; dort ist das Jahr angegeben, auch der Juliusbrunnen und die Juliushöhe </ref>
  • Juliusbrunnen und Juliushöhe in Breslau, 1907
  • Julius-Schottländer-Straße in Breslau-Hartlieb, spätestens 1926, umbenannt 1933 in Waldenburger Straße, (dort befand sich das Gebäude der Schlesischen Funkstunde, jetzt von Radio Wrocław)
  • große Grabhalle auf dem Jüdischen Friedhof in Breslau, monumentalstes Grabmal dort<ref>Reisenthel, 2014, S. 246–252, mit detaillierter Darstellung des Grabmals, mit Fotos und Zeichnungen </ref>
Grabmal der Familie Julius Schottländer
Grabmal der Familie Julius Schottländer

Ehen und Nachkommen

Julius Schottländer war zuerst mit Rosa Slomowska (gestorben 1865) verheiratet. Es sind zwei Töchter bekannt

  • Clara Goldschmidt (* vor 1864)
  • Emma Marckwardt (* um 1864)

Danach heiratete er Anna Galewski (31. Juli 1846 in Brieg – 20. Januar 1911 in Breslau). Sie hatten drei Kinder

Literatur

  • Jakob Guttmann: Gedächtnisrede an der Bahre des Herrn Julius Schottländer. o. O. 1911 (nicht ausgewertet)

Weblinks

Commons: Julius Schottländer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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