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Israelitische Gemeinde Basel

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Datei:Basler Synagoge(ws).jpg
Basler Synagoge
Datei:Herzl on a balcony full.jpg
Theodor Herzl auf dem Balkon des Hotels drei Könige, Aufnahme von E. M. Lilien, vermutlich 1901

Die Israelitische Gemeinde Basel ist eine jüdische Einheitsgemeinde<ref>IGB Mitarbeiter: Geschichte der IGB. In: igb.ch. Israelitische Gemeinde Basel, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Oktober 2016; abgerufen am 25. Oktober 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/igb.ch</ref><ref name="Einheitsgemeinde_inforel">Redaktion: Israelitische Gemeinde Basel (IGB). «Die IGB umfasst als sogenannte Einheitsgemeinde jüdische Mitglieder jeglicher religiöser Ausrichtung. Sie wird nach den Regeln der Halacha geführt.» In: inforel.ch. INFOREL, Information Religion, 7. April 2017, abgerufen am 30. Juli 2017.</ref> in Basel in der Schweiz mit rund 1000 Mitgliedern (Stand: 2016).<ref>Auskunft von der Gemeindeverwaltung der IGB am 27. Oktober 2016. – Zum Vergleich: „2010: Im Kanton Basel-Stadt und -landschaft: ca. 1300 Mitglieder (inkl. Ehefrauen und Kinder).“ Israelitische Gemeinde Basel (IGB). In: inforel.ch. 7. April 2017, abgerufen am 27. Juli 2017.</ref>

Geschichte

Die heutige dritte Gemeinde besteht seit 1805,<ref>Katia Guth-Dreyfus: 175 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. (PDF; 21.5 MB) In: baslerstadtbuch.ch. Christoph Merian Verlag, 1980, S. 10, abgerufen am 1. August 2017: „Das Gründungsjahr 1805 der dritten Gemeinde, […], ist nicht aus einem Dokument jenes Jahres ersichtlich, sondern lässt sich aus späteren Angaben ableiten. Nach Gerichtsprotokollen der Stadt Basel von 1817 hat die jüdische Glaubensgenossenschaft in Basel anno 1805 Joseph Meyer als Vorsinger der Schule (Synagoge) und Schochet (Schächter) von Blotzheim hierher berufen. Die recht aufwendige Anstellung eines Kultusbeamten setzt das Bestehen einer wohl kurz zuvor gegründeten Gemeinde voraus.“</ref> nachdem die erste jüdische Gemeinde, die sich bereits im 12. Jahrhundert gebildet hatte, im Basler Judenpogrom 1349 ausgelöscht wurde und sich die zweite Gemeinde 1397 aufgelöst hatte.<ref>Zur Geschichte siehe Israelitische Gemeinde Basel (IGB). In: inforel.ch. 21. März 2016, abgerufen am 25. Oktober 2016.</ref>

Auch ohne nennenswerte jüdische Präsenz florierte seit dem 15. Jahrhundert das hebräische Druckwesen und die hebräische Sprachwissenschaft unter Einfluss des Humanismus besonders auch in Basel (vgl. die diversen reformierten Theologen (und Orientalisten) namens Johann Buxtorf).

In den 1860er-Jahren liess die Gemeinde die Grosse Basler Synagoge durch den Architekten Hermann Rudolf Gauss an der Eulerstrasse 2 erstellen, gelegen neben dem heutigen, 1960 von den Architekten Marcus Diener und Georges Olstein<ref>Katia Guth-Dreyfus: 175 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. (PDF; 21.5 MB) In: baslerstadtbuch.ch. Christoph Merian Verlag, 1980, S. 10, abgerufen am 1. August 2017: „… Gemeindehaus an der Leimenstrasse 24 schliesslich, vor 20 Jahren durch die Architekten Marcus Diener und Georges Olstein erstellt…“</ref> erbauten Gemeindehaus an der Leimenstrasse 24. Im Jahr 1903 wurde der gemeindeeigene Israelitische Friedhof Basel eingeweiht; bis dahin wurden die Gemeindemitglieder auf dem jüdischen Friedhof Hégenheim im Elsass in Frankreich bestattet.

1897 fand in Basel der erste und wichtigste Zionistenkongress statt, nachdem das jüdische Establishment Münchens die Abhaltung in München erfolgreich verhindert hatte (vgl. Protestrabbiner). Mit Basel verbunden ist auch das so genannte Basler Programm, die ebenfalls 1897 beschlossene verbindliche Formulierung der zionistischen Forderungen, die 20 Jahre später wörtlich in die Balfour-Deklaration und schliesslich in das Völkerbundsmandat für Palästina aufgenommen wurde.

1927 spaltete sich die streng orthodoxe Israelitische Religionsgesellschaft Basel ab, die bis heute besteht und eine Synagoge an der Ahornstrasse betreibt.<ref>Israelitische Religionsgesellschaft Basel (IRG). In: inforel.ch, abgerufen am 6. Oktober 2018.</ref>

Nach einer kantonalen Volksabstimmung am 3. Dezember 1972 zur Änderung der Kantonsverfassung des Kantons Basel-Stadt erhielt die Israelitische Gemeinde Basel als erste jüdische Gemeinde in der Schweiz die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts.<ref>Redaktion: Strukturen. Öffentlich-rechtliche Körperschaften. In: inforel.ch. INFOREL, Information Religion, 3. Februar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. April 2021; abgerufen am 25. August 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inforel.ch</ref><ref>Staatskanzlei des Kantons Basel-Stadt: Verfassung des Kantons Basel-Stadt. Vom 23. März 2005 (Stand 1. Juli 2016). In: gesetzessammlung.bs.ch. Staatskanzlei des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 25. Oktober 2016: „§ 126. Öffentlichrechtlich anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften – 1 Die Evangelisch-reformierte Kirche, die Römisch-Katholische Kirche, die Christkatholische Kirche und die Israelitische Gemeinde sind vom Kanton öffentlichrechtlich anerkannt. – 2 Sie sind öffentlichrechtliche Körperschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit.“</ref> Die Israelitische Gemeinde Basel ist Mitglied des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG).<ref>Mitgliedgemeinden. In: swissjews.ch. Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG), ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.swissjews.ch (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Rabbiner der Gemeinde

Die Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel führen die Gemeinde nach den Regeln der Halacha.<ref name="Einheitsgemeinde_inforel" /> Bis 1884 wurde das Rabbinat der Israelitischen Gemeinde Basel durch die Rabbiner von Hégenheim ausgeübt. Soweit bekannt, waren und sind die Rabbiner der Gemeinde:<ref name="Rabbiner">Übersicht: Rabbiner in Basel waren in diesem Zeitraum. In: alemannia-judaica.de. Alemannia Judaica, 16. März 2013, abgerufen am 27. Juli 2017.</ref><ref name="Rabbiner_Hégenheim">Katia Guth-Dreyfus: 175 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. (PDF; 21,5 MB) In: baslerstadtbuch.ch. Christoph Merian Verlag, 1980, S. 10, abgerufen am 1. August 2017: „Bis 1884 amteten die Rabbiner von Hegenheim auch in Basel, nach Aron Levy ca. 1834 bis 1884 Moise Nordmann. 1885 wurde Dr. Arthur Cohn als erster Gemeinderabbiner nach Basel berufen. An seine Stelle trat 1926 Dr. Arthur Weil, dem 1953 Dr. Leo Adler folgte; seit 1980 wirkt Dr. Meir Levinger.“</ref>

Legende: * Jahrzahlen gemäss gregorianischem Kalender | ** Jahrzahlen gemäss jüdischem Kalender

Siehe auch

Literatur

  • August Burckhardt: Die Eberler genannt Grünenzwig. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 4, 1905, S. 246–276 (Digitalisat).
  • Achilles Nordmann: Geschichte der Juden in Basel seit dem Ende der zweiten Gemeinde bis zur Einführung der Glaubens- und Gewissensfreiheit 1397–1875. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 13, 1914, S. 1–190 (Digitalisat).
  • Theodor Nordemann: Zur Geschichte der Juden in Basel: Jubiläumsschrift der Israelitischen Gemeinde Basel aus Anlass des 150jährigen Bestehens. 5565–5715, 1805–1955. Israelitische Gemeinde, Basel 1955, DNB 453603459.
  • Juden in Basel im 19. und 20. Jahrhundert: Vorurteile und Lebenswirklichkeit. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 104, 2004. (Digitalisat).
  • Sara Janner: Judenmission in Basel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 104, 2004, S. 31–81 (Digitalisat).
  • Urs Hofmann: Antisemitismus in Basel. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 104, 2004, S. 83–116 (Digitalisat).
  • Ruth Heinrichs: Die Israelitische Gemeinde im Ersten Weltkrieg in Basel 1914–1918. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 104, 2004, S. 117–156 (Digitalisat).
  • Noemi Sibold: Die Universität Basel und die jüdischen Emigranten und Flüchtlinge in den 1930er Jahren. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 104, 2004, S. 157–182 (Digitalisat).
  • Heiko Haumann: Acht Jahrhunderte Juden in Basel. 200 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. Hrsg.: Heiko Haumann. Schwabe, Basel/Muttenz 2005, ISBN 3-7965-2131-2.
  • Jonathan Bodenheimer: 175 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. Israelitische Gemeinde, Basel [1980], OCLC 603765493.
  • Christoph Peter Baumann/Gemeindemitglieder: Judentum in Basel. Hrsg.: Christoph Peter Baumann. Inforel, Information Religion, Basel 2010, ISBN 978-3-906981-34-5.
  • Simon Erlanger: Jüdische Gemeinde – gefährdete Kontinuität. In: Basler Stadtbuch. 2020, S. 1–24 (baslerstadtbuch.ch).
  • Kathia Guth-Dreyfus: 175 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. In: Basler Stadtbuch 1980, S. 153–162.
  • Theodor Nordmann: Judenwohnungen im mittelalterlichen Basel. In: Basler Jahrbuch 1929, S. 172–201.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 33′ 16″ N, 7° 34′ 58″ O; CH1903: 610848 / 267099

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