Zum Inhalt springen

Islamischer Zentralrat Schweiz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Islamischer Zentralrat Schweiz
(Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
colspan="2" style="text-align: center; padding:1em 0; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" class="notheme wikidata-content" | [[Datei:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|250x125px|rahmenlos|Logo]]
Rechtsform Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
(ZVR: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Gründung 25. Oktober 2009
Auflösung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Gründer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Sitz Bern
Vorläufer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Aktionsraum Schweiz
Personen Nicolas Blancho (Präsident)
Ferah Ulucay (Generalsekretärin)
Naim Cherni (Kulturproduktion)
Qaasim Illi (Public Relations)
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz 316‘106.89 (2013)
Stiftungskapital Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Beschäftigte Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Freiwillige Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Mitglieder ca. 3'700 (2016)
Website www.izrs.ch

Der Islamische Zentralrat Schweiz IZRS ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) – CCIS, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) – CCIS, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) – ICCS) ist eine fundamentalistische islamische Organisation in der Schweiz.<ref name="AZ150510">Wie gefährlich ist der Islamische Zentralrat? In: Aargauer Zeitung vom 15. Mai 2010, Zugriff: 23. Januar 2012.</ref> Er ist als Verein mit Sitz in Bern im Handelsregister eingetragen.<ref name="MONEYHOUSE.CH-HandelsregisterIZRS_Uebersicht">Islamischer Zentralrat Schweiz – Übersicht. Moneyhouse, 23. Februar 2016, abgerufen am 19. April 2016.</ref> Die Führungsmitglieder Präsident Nicolas Blancho und der PR-Beauftragte Qaasim Illi wurden wegen Verbreitung von Propaganda für die dschihadistische Terrorgruppe al-Qaida rechtskräftig verurteilt. Im Verein sind lediglich knapp ein Prozent der in der Schweiz lebenden muslimischen Wohnbevölkerung vor allem aus dem Kosovo<ref>Die Dschihadisten von Bümpliz, WOZ, 25. August 2016</ref> organisiert. Er steht unter Beobachtung des Nachrichtendienstes des Bundes.<ref name="nzzndb">Widersprüchliches vom Islamischen Zentralrat. In: NZZ Online. 17. November 2016, abgerufen am 18. April 2016.</ref>

Organisation und Struktur

Ziele, Zweck und Selbstverständnis

Gemäss Statuten bezweckt der Verein:<ref name="IZRS.CH-Statuten">Statuten. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 8. Februar 2016, abgerufen am 18. April 2016: „Art. 4: Jede natürliche Person islamischen Glaubens, die gewillt ist, den Zweck des Vereins aktiv zu fördern, kann als Aktivmitglied durch die GV aufgenommen werden.“</ref>

  • die aktive Förderung islamischer Bildungsprojekte in der Schweiz.
  • die aktive Verbreitung von islamischem Wissen in der Schweiz, mit dem Ziel Vorurteile in der Bevölkerung gegenüber dem Islam abzubauen.
  • die Konstitution eines islamischen Selbstverständnisses auf der Basis des Qur’ans, der authentischen Prophetentradition (Sunna) sowie der klassischen Jurisprudenz (Fiqh) im rechtlichen Rahmen der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
  • die öffentliche Vertretung islamisch-normativer Positionen in der Schweiz und mit Bezug zur Schweiz.

Der Verein ist in Bezug auf die Schweizerische Parteipolitik neutral, verpflichtet sich jedoch dazu sachthematisch, d. h. zu Debatten über den Islam, politische Stellung zu beziehen.<ref name="IZRS.CH-Statuten" /> Der Verein sieht sich selbst in Abgrenzung zu den traditionellen Dachverbänden als dynamische Basisorganisation, die den Muslimen in der Schweiz eine Stimme in der Öffentlichkeit verschaffen soll. Der Verein ist Mitglied von zwei internationalen Dachverbänden, namentlich der European Muslims League (EML) mit Sitz in Genua (IT) und der Muslims Scholars Association (MSA) mit Sitz in Kuwait.<ref name="IZRS.CH-Jahreskonferenz13">Wiederum grosses Interesse an Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrates in Genf. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 21. Dezember 2013, abgerufen am 21. April 2016.</ref>

Gründung, Vereinsstruktur und Vorstand

Der Verein wurde kurz vor der Abstimmung über das Minarettverbot, und bestärkt durch dieses, von ca. 20 Personen aus verschiedenen Landesteilen der Schweiz an einer konstituierenden Generalversammlung in Bern am 25. Oktober 2009 gegründet.<ref name="IZRS.CH-Jahreskonferenz13" /><ref name="IZRS.CH-Ueber_uns">Über uns, Bern. Islamischer Zentralrat Schweiz, 16. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2012;.</ref>

Vorstand und Generalversammlung

Der Vorstand besteht aus acht Mitgliedern, einem Präsidenten, einem Generalsekretär und sechs Departementsvorstehern. Der derzeitige Präsident ist Nicolas Blancho (seit Januar 2010), die derzeitige Generalsekretärin Ferah Ulucay (seit Juli 2014), die Vorsteher der einzelnen Departements sind zurzeit (Stand 2024):<ref name="MONEYHOUSE.CH-HandelsregisterIZRS_Personen">Islamischer Zentralrat Schweiz: Personen. In: Moneyhouse, Rotkreuz. NZZ-Mediengruppe, 23. Februar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. April 2016;.</ref><ref name="IZRS.CH-Vorstand">Vorstand, Bern. Islamischer Zentralrat Schweiz, 6. Juni 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. November 2016;.</ref>

  1. Departement für die Koordination islamischer Institutionen
  2. Departement für Da'wa und Infostände: Habib Oruç (seit Februar 2012), Ingenieur
  3. Departement für Finanzen und Buchführung: Adisin Hodza (seit Januar 2010), Unternehmer
  4. Departement für Public Relations und Information: Qaasim Illi (seit Januar 2010), Student (Geschichte, Islamwissenschaft)
  5. Departement für Frauenangelegenheiten: Nora Illi (seit Februar 2012), Polygrafin
  6. Departement für Kulturproduktion: Naim Cherni (seit Februar 2012), Student

Die Departementsvorsteher koordinieren die Aufgaben ihrer Bereiche, indem sie Kommissionen gründen, denen die Realisierung der einzelnen Projekte obliegt. Abseits der Departements sind alle weiteren Vereinsmitglieder im Passivstatus, sogenannte Passivmitglieder.<ref name="IZRS.CH-StelltSichVor2012" />

Bei Wahlen und Abstimmungen innerhalb der Generalversammlung (GV) entscheidet, sofern nicht anders bestimmt, das einfache Mehr der gültigen Stimmen. Der Präsident besitzt aber bei Abstimmungen ein Vetorecht, welches durch eine qualifizierte Zwei-Drittel-Mehrheit überstimmt werden kann. Bei Wahlen gilt das Vetorecht hingegen nicht.<ref name="IZRS.CH-Vorstand" />

Organe

Der Verein besteht aus sechs Organen, wobei der Präsident und die Departementsleiter zusammen den Vorstand, ein siebtes Organ, bilden. Die Organe des Vereins sind:<ref name="IZRS.CH-Statuten" />

  1. die Generalversammlung (GV),
  2. der Präsident,
  3. die Departementsleiter,
  4. die Madschlis asch-Schura,
  5. die Kommissionen,
  6. der Präsidialstab.

Die Madschlis asch-Schura ist eine der GV untergeordnete Instanz der Entscheidungsfindung im Zentralrat, dessen Mitglieder Delegierte islamischer Institutionen sind.<ref name="IZRS.CH-Statuten" /> Im Rat sind die Interessen der 13 Moscheegemeinden (Stand 2012) vertreten.<ref name="IZRS.CH-StelltSichVor2012">Der IZRS stellt sich vor. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 27. Januar 2013, abgerufen am 21. April 2016.</ref>

Mitglieder

Der Verein besteht aus Aktiv-, Passiv und Ehrenmitgliedern. Jede natürliche Person islamischen Glaubens, welche gewillt ist, den Zweck des Vereins aktiv zu fördern, kann als Aktivmitglied durch die Generalversammlung (GV) aufgenommen werden. Passivmitglied kann jede natürliche Person werden, die sich verpflichtet, den von der GV festgesetzten Mitgliederbeitrag zu bezahlen. Personen können zu Ehrenmitgliedern durch die GV ernannt werden, falls sie durch ihre Tätigkeiten dem Verein besondere Dienste erwiesen haben oder durch positives, islamisches Engagement sich verdient gemacht haben. Die Mitgliedschaft erlischt durch Tod, Austritt oder Ausschluss durch die GV.<ref name="IZRS.CH-Statuten" />

Zusammensetzung

Die Schweiz am Sonntag erhielt am 17. April 2010 Einblick in das Mitgliederverzeichnis, welches damals 960 Mitglieder zählte. Demnach sind rund 60 Prozent der Mitglieder Männer und 40 Prozent Frauen. Rund 60 Prozent der Mitglieder sind Schweizer, von denen die Mehrheit aus Einwandererfamilien stammt. Rund 10 Prozent aller Mitglieder sind Schweizer Konvertiten, davon 60 % Frauen. Die Mitglieder ohne Schweizer Pass stammen zumeist vom Balkan, der Türkei oder dem Irak und anderen arabischen Staaten, aber auch aus Pakistan, Libyen, Eritrea oder Somalia. Rund 80 Prozent der Mitglieder des IZRS waren damals jünger als 35; die jüngsten waren 16-jährige Schüler und die ältesten ein 80-jähriges Ehepaar. Der Verein zog offenbar nur wenige Arbeitslose und IV-Rentner an, die grosse Mehrheit der Mitglieder gab an, zu arbeiten. Die meisten arbeiteten in technischen Berufen, bspw. als Maschinenführer, Informatiker und Elektromonteur, aber viele auch als Chauffeure, Pizzaiolos sowie zwei als hauptberufliche Imame. Studenten der Universitäten Bern, Luzern und St. Gallen sind ebenso Mitglieder wie Lehrer, Kleinkindererzieherinnen, Psychologen, Ärzte, Ingenieure, unter anderem auch eine Therapeutin, ein Kunstmaler sowie ein Mitarbeiter der französischen Botschaft in Bern. Der Verein nahm nach eigenen Angaben zwei bis vier neue Mitglieder pro Tag auf, Austritte gab es bis zum 17. April 2010 nur zwei. Pressesprecher Qaasim Illi kommentierte die damalige Entwicklung mit den Worten: «Wir gehen seit der Annahme der Minarett-Initiative von einer ziemlich krisenresistenten Basis aus». Die Zeitung fasste die Eindrücke reisserisch unter dem Titel Jung, weiblich, gut ausgebildet zusammen.<ref name="SchweizAmSonntag-JungWeiblichAusgebildet">Katia Murmann: Jung, weiblich, gut ausgebildet. In: Schweiz am Sonntag. AZ Medien, Aarau, 17. April 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. April 2016;.</ref>

Anzahl

Am 15. Januar 2010 trat der Verein zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auf und zählte nach eigenen Angaben bereits 500 Passiv- und 26 Aktivmitglieder.<ref name="KATH.CH-VorstellungDesIZRS" /> Gemäss Angaben von Nicolas Blancho am 1. April 2016 in der Sendung Arena des SRF zählte der IZRS damals ca. 3'700 Mitglieder.<ref name="SRFARENA-AngstVorDemIslam">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Mitgliederzahlen
Datum Insgesamt Passiv Aktiv
April 2016<ref name="SRFARENA-AngstVorDemIslam" /> ca. 3'700
November 2014 3'219
Dezember 2012<ref name="IZRS.CH-StelltSichVor2012" /> 2'610 2'567 43
Oktober 2011 ca. 2'050 ca. 2'000 45
November 2010<ref name="IZRS.CH-Ueber_uns" /> ca. 1'750 ca. 1'700 34
Mai 2010 ca. 1'150 ca. 1'100 36
April 2010<ref name="SchweizAmSonntag-JungWeiblichAusgebildet" /> 960
Januar 2010<ref name="KATH.CH-VorstellungDesIZRS" /> ca. 525 ca. 500 26

Die Mitgliederangaben entsprechen rund 0,9 Prozent der 346'207 in der Schweiz lebenden muslimischen Wohnbevölkerung (Stand 2014).<ref name="BFS-Religion2014">[[Bundesamt für Statistik|Vorlage:Cite book/Name]]Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit. In: Statistisches Lexikon der Schweiz. Vorlage:Cite book/Date (Vorlage:Cite book/URL [XLS; abgerufen am 21. April 2016]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Finanzen

Der IZRS hat nach eigenen Angaben im Jahr 2010 keine Spenden aus dem Ausland erhalten und sich von da an dazu verpflichtet, solche in den Finanzberichten separat auszuweisen.<ref name="IZRS.CH-Finanzen2010" /> Gemäss den Finanzberichten von 2010 bis 2013 wurden keine Spenden aus dem Ausland entgegengenommen. Die Finanzberichte wurden im Zeitraum von 2010 bis 2013 auf der vereinseigenen Website veröffentlicht.<ref name="IZRS.CH-Finanzen2011" /><ref name="IZRS.CH-Finanzen2012/13" /> Für die Jahre 2009 bis 2013 wurden sie jeweils verspätet eingereicht, aber nach einem Systemwechsel im Jahre 2014 werden sie nun innerhalb von drei Monaten nach Abschluss der Rechnungsperiode publiziert.<ref name="IZRS.CH-Finanzen2012/13" /> Die SonntagsZeitung erhob in einem Artikel vom Februar 2012 Vorwürfe gegen die Finanzführung des IZRS unter Berufung auf anonyme Quellen. Angeblich seien gewisse Mitglieder nur unzureichend bzw. gar nicht über das Thema Finanzen informiert und die Finanzberichte mangelhaft. Auf die Vorwürfe hat man den interviewten Nicolas Blancho nicht eingehen lassen,<ref name="Sonntagszeitung-2012-01-15" /> aber nach der Veröffentlichung des Artikels hat der IZRS im gleichen Monat noch alle seine bisherigen Finanzberichte online zur Verfügung gestellt.<ref name="IZRS.CH-Finanzen2010" /> Im genannten Zeitungsbericht wird der Kontakt des Präsidenten Nicholas Blancho zu Tareq al-Essa, Präsident der «Revival of Islamic Heritage Society» (RIHS), kritisiert. Die RIHS wird u. a. in Pakistan und Afghanistan von der UNO gemäss Resolution 1989 wegen Verbindungen zu umstrittenen Organisationen sanktioniert. Auch zu diesem Vorwurf hat man den Interviewten keine Stellung beziehen lassen. In Kuwait selbst ist die Wohltätigkeitsorganisation RIHS keinen Vorwürfen ausgesetzt und erlaubt.<ref name="Sonntagszeitung-2012-01-15" />

Erfolgsrechnung
Jahr Ertrag Aufwand Vorsteuergewinn
2013<ref name="IZRS.CH-Finanzen2012/13" /> 326'416.69 316'106.89 10'309.80
2012<ref name="IZRS.CH-Finanzen2012/13">Der IZRS veröffentlicht die Finanzberichte 2012 & 2013. Islamischer Zentralrat Schweiz, 16. November 2014, abgerufen am 18. April 2016.</ref> 285'691.13 295'219.96 -9'528.83
2011<ref name="IZRS.CH-Finanzen2011">IZRS Finanzbericht 2011. Islamischer Zentralrat Schweiz, 16. März 2013, abgerufen am 18. April 2016.</ref> 251'387.82 250'675.67 712.15
2010<ref name="IZRS.CH-Finanzen2010">IZRS-Jahresbudget 2010. Islamischer Zentralrat Schweiz, 2. Februar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. April 2016;.</ref> 132'846.00 114'896.95 17'949.05

Positionen

Theologische Ausrichtung

Der IZRS wurde als sunnitisch-islamische Organisation gegründet.<ref name="KATH.CH-VorstellungDesIZRS" /><ref name="IZRS.CH-Vision">Vision. Islamischer Zentralrat Schweiz, 28. Januar 2010, abgerufen am 19. April 2016.</ref> Die Führungsriege rechnet sich weiterhin dem sunnitischen Islam zu und vertritt dessen normative Positionen,<ref name="KATH.CH-VorstellungDesIZRS">Fundamentalistischer Islam möchte besser Fuss fassen. In: Katholisches Medienzentrum. Katholische internationale Presseagentur, Bern, 15. Januar 2010, abgerufen am 21. April 2016.</ref><ref name="IZRS.CH-Vision" /> obwohl sich der IZRS inzwischen als gesamtislamische Organisation versteht.<ref name="IZRS.CH-SunnitenSchiiten" /><ref name="IZRS.CH-Statuten" /> Schiiten ist der Beitritt zum IZRS explizit gestattet, falls diese sich auf Grund der Strukturen und der Vereinsorganisation programmatisch angesprochen fühlen. Der IZRS postuliert einerseits eine enge Zusammenarbeit mit den schiitischen Glaubensgemeinschaften und betont die Gemeinsamkeiten zwischen den zwei verschiedenen Strömungen, verweist aber auch auf die theologischen Differenzen und plädiert für ein theologisches Nebeneinander.<ref name="IZRS.CH-SunnitenSchiiten">Sunniten und Schiiten im Islam. Islamischer Zentralrat Schweiz, 4. März 2010, abgerufen am 19. April 2016.</ref> In einer Podiumsdiskussion bezeichnete Qaasim Illi die Ahmadiyya-Gemeinschaft als nicht zum Islam gehörend. Aus der Sicht der Orthodoxie habe sie den Status einer irrgeleiteten Sekte, wobei sich Illi auf den Konsens der islamischen Weltgemeinschaft berief,<ref name="NewsletterSoziologie-Ahmadiyya">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: MuslimInnen zwischen Assimilation, Laizität und Parallelgesellschaft: Vier Standpunkte. In: Newsletter Studienbereich Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit. 16. Jahrgang, Vorlage:Cite book/Date, S. 15 (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am 19. April 2016]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> welche die Ahmadiyya bereits mehrfach im Nahen Osten und dem Mittleren Osten zu Nichtmuslimen erklärt hat.<ref name="YohannFriedmann-ProphecyContinuous">Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 44.</ref><ref name="WernerEnde-IslamGegenwart">Werner Ende (Hrsg.): Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-53447-3, S. 345 f.</ref> In einem Artikel des katholischen Medienzentrums ordnet man den IZRS als fundamentalistisch ein, weil dieser einen «normativ-sunnitischen» Islam praktiziert, welcher kulturelle Einflüsse weitestgehend ausklammere.<ref name="KATH.CH-VorstellungDesIZRS" />

Berührung des anderen Geschlechts

Der IZRS ist der Meinung, dass je nach Alter und Verwandtschaftsgrad Männer und Frauen sich zur Begrüssung nicht die Hand geben sollten. Laut Qaasim Illi ist das ein „Konzept der Geschlechtertrennung, um die Verführung zu verhindern“. Janina Rashidi, welche für den IZRS Stellung bezog, begründet die Verweigerung des Händedrucks auch mit der körperlichen Integrität. Konkret ging es um die sogenannte „Handschlag-Affäre“ in Therwil,<ref>NZZ, 21. September 2016</ref> bei dem zwei Schüler einer Lehrerin aus religiösen Gründen nicht die Hand geben wollten. Nach der anschliessenden Diskussion verschickte der IZRS eine seitenlange theologische Erklärung (Fatwa), welche genau umschrieb, in welchen Situation eine Berührung statthaft wäre und in welchen nicht. Einen erzwungenen Handschlag bezeichnet Illi als Eingriff in die Intimsphäre: "Würde die unsittliche Annäherung zwischen einem jungen Mann und einer Lehrerin erzwungen, grenzt das an körperliche Nötigung." Der Präsident des FIDS, Montassar BenMrad, bezog zunächst keine klare Position. Einige Tage später veröffentlichte er eine Erklärung, in der er das Vermeiden von physischen Kontakten mit Respekt und Schamgefühl begründet sah, jedoch betonte, dass dies in der Schweiz unangebracht sei und dass ihm viele islamische Gelehrte klar bestätigt hätten, dass ein gewöhnlicher Händedruck zwischen Mann und Frau theologisch erlaubt sei.<ref>Streit in der Schweiz: Dürfen Männer und Frauen einander die Hand geben? Süddeutsche Zeitung, 5. April 2016, abgerufen am 20. April 2016.</ref> Der IZRS selbst betont, dass die Meinungen der islamischen Rechtsgelehrten zu dem Thema seit jeher gemacht seien und in dieser Form bereits seit der islamischen Frühzeit bekannt seien, und wehrt sich explizit gegen die Behauptung, dass es sich dabei um eine Form eines Neoislam, Wahhabismus oder Salafismus handele.<ref name="IZRS.CH-HaendeFatwa">Händedruck-Debatte: Der Islamische Zentralrat rät dringend zur Besonnenheit. Islamischer Zentralrat Schweiz, 4. April 2016, abgerufen am 20. April 2016.</ref>

Weibliche Genitalverstümmelung

Am 19. Februar 2018 veröffentlichte der IZRS eine Fatwa mit dem Titel "Fatwa: Wie ist das islamische Urteil über die Beschneidung der Frau? Der Unterschied zwischen FGM [weibliche Genitalverstümmelung] und der Sunna-Beschneidung". Die Fatwa lehnt alle durch die WHO gelisteten Typen der Weiblichen Genitalverstümmelung als islamisch nicht belegt und gesundheitsschädlich ab – mit Ausnahme der Entfernung der Klitorisvorhaut (diese ist nach der WHO-Klassifizierung eine Genitalverstümmelung des Typs Ia). Der Eingriff sei in der Sunna vorgesehen und wird in der Fatwa nachfolgend als "Sunna-Beschneidung" betitelt.<ref>Fatwa: Wie ist das islamische Urteil über die Beschneidung der Frau? - IZRS. In: IZRS. 19. Februar 2018 (izrs.ch [abgerufen am 24. Februar 2018]).</ref>

Die Meinungen der Gelehrten fasst die Fatwa wie folgt zusammen:

"Die Gelehrten sind sich in der überwiegenden Mehrheit einig, dass die Sunna-Beschneidung der Frau islamisch legitim ist und dass sie durch die normativen Quellen belegt ist. Die Frage ist vielmehr, wie sie die Ausführung der Frauenbeschneidung eingestuft haben: Die Mehrheit der Gelehrte unter den Hanafiten und Malikiten erachten die Beschneidung der Frau als eine Sunna und noble Tat. Die Beschneidung der Frau sei aber nicht als eine Verpflichtung einzustufen. Ein überwiegender Grossteil der shafiitischen und hanbalitischen Gelehrten sowie Sahnûn bei den Malikiten erachten die Beschneidung auch für die Frau als eine verpflichtende Sunna/Wâdjib."<ref>Fatwa: Wie ist das islamische Urteil über die Beschneidung der Frau? - IZRS. In: IZRS. 19. Februar 2018 (izrs.ch [abgerufen am 24. Februar 2018]).</ref>

Das Fazit lautet:

"In der vorliegenden Zusammenfassung zum Thema Beschneidung der Frau konnte zweifelsfrei aufgezeigt werden, dass es neben der durch die islamische Normativität nicht sanktionierten „pharanonischen“ (sic!) Beschneidung in den relevanten Rechtsquellen des Fiqhs (Ahâdîth) sehr wohl klare Hinweise auf eine ungleich moderatere Sunna-Praxis (Entfernung der Klitoris-Vorhaut) gibt. Auch die Rechtsgelehrten haben sich nicht über die Validität der Praxis gestritten, sondern einzig über die Frage der Einordnung, als wâdjib oder sunna (mustahabb). Es gibt demnach keine Rechtsschule, die die Beschneidung der Frau nicht mindestens als sunna kategorisiert hätte."<ref>Fatwa: Wie ist das islamische Urteil über die Beschneidung der Frau? - IZRS. In: IZRS. 19. Februar 2018 (izrs.ch [abgerufen am 24. Februar 2018]).</ref>

Die Fatwa enthält den abschließenden Hinweis, dass weibliche Genitalverstümmelung in einigen Ländern verboten und die rechtliche Beurteilung der "Sunna-Beschneidung" unklar sei. Deshalb wird zur Konsultation einer Fachperson geraten, sollte man einen solchen Eingriff erwägen.<ref>Fatwa: Wie ist das islamische Urteil über die Beschneidung der Frau? - IZRS. In: IZRS. 19. Februar 2018 (izrs.ch [abgerufen am 24. Februar 2018]).</ref>

Aktivitäten

Volksinitiative gegen das Minarettverbot

Der Verein bezeichnet die Annahme der Eidgenössischen Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» als politischen Fehlentscheid, weshalb mit einer weiteren Initiative gegen das Bauverbot von Minaretten vorgegangen werden soll.<ref name="BZ-2010-11-29">Muslime planen eine Volksinitiative gegen das Minarettverbot. In: Berner Zeitung vom 29. November 2010, Zugriff: 21. Januar 2012.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nachrichten Inland. (Memento vom 21. April 2014 im Internet Archive) In: Schweizer Fernsehen, Tagesschau vom 29. November 2010, Zugriff: 22. Januar 2012. Abgerufen am 4. April 2024.</ref> Dazu wurde am 17. Dezember 2011 das Komitee für die Eidgenössische Volksinitiative «Ja zur Streichung des Minarettverbots» lanciert.<ref name="Sonntagszeitung-2011-12-18"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pro-Minarett-Initiative im Geheimen gestartet (Memento vom 19. April 2016 im Internet Archive). SonntagsZeitung vom 18. Dezember 2011.</ref> Präsident ist Ishar Ramadani,<ref name="Sonntagszeitung-2011-12-18" /> Oscar A.M. Bergamin und Qaasim Illi als Initianten und Vertreter des IZRS gehören dem Initiativ-Komitee an.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volksinitiative gegen Minarettverbot verzögert sich. (Memento vom 15. Januar 2011 im Internet Archive) In: Der Sonntag vom 1. Januar 2011, Zugriff: 21. Januar 2012.</ref> Für die Initiative suchte der IZRS Geldgeber in Kuwait und Katar.<ref name="Sonntagszeitung-2012-01-15"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radikale Muslime suchen Geldgeber in Golfregion . (Memento vom 18. Februar 2012 im Internet Archive) In: SonntagsZeitung vom 15. Januar 2012, Zugriff: 21. Januar 2012.</ref> Die mit einem Betrag von 100'000 Schweizer Franken budgetierte Unterschriftensammlung soll durch den IZRS gedeckt werden,<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volksinitiative für Minarette. (Memento vom 21. April 2014 im Internet Archive) Tele M1 vom 18. Dezember 2011, Zugriff: 23. Januar 2012 (@1@2Vorlage:Toter Link/telem1.chHTML-embedded Flash (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive )).</ref> der Verein stellt u. a. auch Büroräumlichkeiten zur Verfügung.<ref name="Sonntagszeitung-2011-12-18" />

Moschee in Bern-Brünnen

Der Verein will im Berner Stadtteil Brünnen eine mehrgeschossige Moschee bauen. Gemäss Angaben der SonntagsZeitung, welche Einblick in die Baupläne hatte, soll in einem viergeschossigen Gebäude eine Teehalle, ein Konferenzsaal, Schulungsräume, Geschäftslokale, Büros und eine Wohnung untergebracht werden. Die Moschee soll über eine Fläche von 2400 m2 verfügen. Das Zentrum der Moschee bildet ein Gebetsraum für 444 Personen – 270 Männer und 174 Frauen. Des Weiteren soll ein Garten Gebete im Freien erlauben und eine Tiefgarage Platz für 54 Fahrzeuge bieten. Das Projekt soll 20 Millionen Franken kosten. Grundstücke wurden bereits besichtigt, aber zu Verhandlungen ist es noch nicht gekommen. (Stand 2012) Das Gelände rund um das Shoppingzentrum Westside weise nach Angaben von Nicolas Blancho eine attraktive Siedlungsstruktur auf und sei verkehrstechnisch sehr gut erschlossen, aber denkbar wären auch andere Standorte in Bern-West. Für den IZRS steht aber fest, dass die Moschee in Bern und keiner anderen Stadt gebaut werden soll, Nicolas Blancho findet es «tragisch», dass Bern «eine von wenigen Hauptstädten in Europa» ist, welche noch über keine Moschee verfügen. Das Projekt soll innerhalb von ca. 10 Jahren, also bis ca. 2022 realisiert werden.<ref name="DerBund-MoscheeBernBruennen">Christoph Lenz: Moschee in Bern-Brünnen: Blancho wiegelt ab. In: Der Bund. Tamedia, Bern, 16. Januar 2012, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref> Der IZRS sucht für sein Vorhaben in Kuwait und Katar nach Spenden, aber es seien noch keine Gelder geflossen. (Stand 2012) Nach Angaben von Blancho sei der Verein gerade bei einem Grossprojekt wie der Moschee auf Spenden aus dem Ausland angewiesen.<ref name="SRF-IZRSsuchtGeldgeber">IZRS sucht Geldgeber für Moschee in Bern. In: Schweizer Radio und Fernsehen, Bern. 15. Januar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Juni 2013;.</ref>

Dienstleistungen für die Mitglieder

Der Verein will ein Reisebüro für Haddsch-Pilgerfahrten, Koranschulen sowie ein Islamisches Frauenhaus zur Stärkung des religiösen Fundamentes der Frauen umsetzen. Der Verein will einen Internet-Fernsehkanal realisieren. Das Fernsehprogramm soll einen Polittalk, ein Wochenmagazin sowie Serienpredigten beinhalten und in einem vereinseigenen Fernsehstudio produziert werden. Sendungen sind vorwiegend auf Deutsch, jedoch auch in Arabisch, Bosnisch und Albanisch mit deutschen Untertiteln geplant. Zudem plant der Verein eine «Swiss-Muslim-Card» (SMC), für welche den Mitgliedern des IZRS in ausgewählten Fitness-Centern, Hallenbädern, Restaurants, Hotels, Läden sowie bei Krankenkassenprämien Rabatte von 5 bis 15 Prozent angeboten werden sollen.<ref name="Sonntagszeitung-2012-01-22"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Muslim-TV startet diesen Sommer – Islamisches Frauenhaus, Druck auf Mitglieder, Zweitfrauen für IZRS-Führung: Radikale schotten sich zunehmend ab. (Memento vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive) In: Sonntagszeitung vom 22. Januar 2012, Zugriff: 22. Januar 2012.</ref><ref name="TA-2012-01-22">«Blancho lebt nicht vor, was er predigt». In: Tages-Anzeiger vom 22. Januar 2012, Zugriff: 22. Januar 2012.</ref>

Religiöse Beratung

Die Einführung einer religiösen Beratung war eines der ersten bekannt gemachten Ziele des IZRS und wurde deshalb auch in den Medien unter dem Schlagwort «Fatwa-Rat» dementsprechend stark rezipiert.<ref name="TAGESANZEIGER-LinksGruenElternhaus">Andrea Sommer: «Ich komme aus einem links-grünen Elternhaus». In: Tages-Anzeiger. Tamedia, Zürich, 16. Februar 2012, abgerufen am 23. April 2016.</ref><ref name="NZZ-IslambildKorrigieren">NZZ-Mediengruppe, Zürich: Das Islambild der Schweizer korrigieren. In: Neue Zürcher Zeitung. Schweizerische Depeschenagentur (sda), 15. Januar 2010, abgerufen am 23. April 2016.</ref> Die Arbeitsgruppe für individuelle religiöse Rechtsgutachten des IZRS beantwortet einfache religiöse Fragen von Einzelnen möglichst innerhalb von 24 Stunden, mit Verweis auf entsprechende Rechtsgutachten (Fatwas) und nach Rücksprache mit Vertretern der Muslims Scholars Association (MSA). Bei besonders komplexen Fragestellungen, auf welche keine Antwort in den bisherigen Quelltexten gefunden werden konnte, werden Meinungen von mehreren Gelehrten eingeholt, worauf die Mehrheitsmeinung als Antwort präsentiert wird.<ref name="IZRS.CH-FatwaBeratung">Fatwa-Beratung: Arbeitsgruppe für individuelle religiöse Rechtsgutachten. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 14. März 2012, abgerufen am 21. April 2016.</ref>

Öffentlichkeitsarbeit

Der Verein betreibt seit 2010 das Projekt «Info über den Islam», wobei an Infoständen unter anderem in Bern, Basel, Zürich, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Neuchâtel, Lausanne und Genf kostenlose Broschüren verteilt werden. Dabei kommt es zu Gesprächen mit Durchschnittsbürgern, welche Fragen über Politik, Religion oder sogar Architektur stellen, oder auch zu Debatten mit Anhängern christlicher Freikirchen.<ref name="IZRS.CH-IslamInfostaende" /><ref name="IZRS.CH-GegendarstellungZentrumKurdischenProtests" /> Für die Öffentlichkeitsarbeit und Da'wa ist Habib Oruç zuständig.<ref name="IZRS.CH-IslamInfostaende">Islam Infostände. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 7. Mai 2010, abgerufen am 23. April 2016.</ref> Der IZRS verteilt an den Infoständen nur auf Anfrage Qur'ane und erachtet «Handverteilungen» gemäss Angaben des Sprechers Naim Cherni als «nicht sinnvoll». Der Koran sei kein Flyer.<ref name="NZZ-KoranVerteilung">Koran-Verteilung auch in der Schweiz. In: Neue Zürcher Zeitung. NZZ-Mediengruppe, Zürich, 22. April 2012, abgerufen am 23. April 2016.</ref><ref name="IZRS.CH-GegendarstellungZentrumKurdischenProtests">Gegendarstellung: BZ: Basel wird zu einem Zentrum des kurdischen Protests. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 11. Oktober 2014, abgerufen am 23. April 2016.</ref><ref name="TAGESANZEIGER-KoraneBern">Michael Scheurer: Korane für Bern. Tages-Anzeiger, 2. März 2015, abgerufen am 23. April 2016.</ref> Der Verein bezweckt mit den Infoständen, Vorurteile in der Bevölkerung abzubauen.<ref name="IZRS.CH-Statuten" />

Mediale Resonanz

Der IZRS lenkte durch seine Aktivitäten schon kurz nach seiner Gründung die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Der Verein trat in den Schweizer Medien erstmals nach der Minarettabstimmung vom 29. November 2009, im Zusammenhang mit seiner Kundgebung auf dem Berner Bundesplatz, in Erscheinung.<ref>Friedliche Demonstration gegen «Islamhetze» auf dem Bundesplatz. SF1, 12. Dezember 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. September 2012;.</ref> Im Zentrum der Berichterstattungen stehen der Präsident Nicolas Blancho, der PR-Sprecher Qaasim Illi, dessen Ehefrau und Zuständige für Frauenangelegenheiten Nora Illi,<ref>Braucht die Schweiz ein Burka-Verbot? lub, Schweizer Fernsehen, 11. Mai 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Mai 2014;.</ref><ref>Hinter dem Schleier. In: Der Sonntag vom 25. Juni 2011, Zugriff: 17. Januar 2012.</ref> der IZRS-Eventmanager Gibril «Muhammad» Zwicker (vormals Benjamin «Benny» Zwicker)<ref>Fundamentalist plant Karriere in Armee. Der Sonntag, 1. Mai 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015;.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Keine Glaubensfrage – radikal-islamistischer Offizier ist Sicherheitsrisiko. (Memento vom 22. August 2011 im Internet Archive) In: Tagesschau, Schweizer Fernsehen, 6. Mai 2011.</ref><ref>Zum Islam konvertierter Offizier ist ein Sicherheitsrisiko. In: Tages-Anzeiger, 7. Mai 2011.</ref><ref>Gibril Zwicker hält die Scharia für besser als die Schweizer Verfassung: Brauchen wir so einen Offizier? In: Blick, 8. Mai 2011.</ref> sowie der politische Berater Oscar A.M. Bergamin.<ref name="BZ-2010-11-29" /> Sie sind allesamt Schweizer Konvertiten. Der Letztgenannte schweizerisch-niederländische Doppelbürger und ehemalige Journalist war 2003 als Verbindungsoffizier der Swisscoy für die KFOR im Balkan im Einsatz, 2005 war er als internationaler Berater der ISAF für die NATO in Afghanistan.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Löwe Allahs. (Memento vom 23. Mai 2011 im Internet Archive) In: Tagblatt Online, 4. März 2010.</ref><ref name="sim">Kurzprofil Bergamin Oscar. (PDF; 401 kB) In: SIM – Swiss Interim Management GmbH, Zugriff: 15. Juli 2012.</ref> Er war bis im Herbst 2011 Mitglied des Vorstandes<ref name="az-2012-01-29">Ex-Vorstandsmitglied belastet Islamischen Zentralrat schwer. In: Aargauer Zeitung vom 29. Januar 2012, Zugriff: 29. Januar 2012.</ref> und zuständig für Public Diplomacy.<ref>Dieser Mann bringt den Islamisten bei, wie man in die Medien kommt. In: Aargauer Zeitung vom 23. Mai 2010, Zugriff: 23. Januar 2012.</ref>

Kritik

Kritik von Seiten der Muslime in der Schweiz

Der in Genf lebende Islamwissenschaftler Tariq Ramadan meinte im Juli 2010, dass alle muslimischen Organisationen, die seit 20 oder 30 Jahren in der Schweiz tätig sind, Blancho und dessen Islamischen Zentralrat als „eine Randerscheinung in der muslimischen Landschaft“ sähen. Blancho repräsentiere nur einen minimalen Teil des Islams in der Schweiz.<ref>«Muslime sollen aufhören, sich als Opfer zu inszenieren»

, Blick, 18. Juli 2010</ref> Auch der Berner Imam Mustafa Memeti kritisiert Blancho und dessen Islamischen Zentralrat, so zuletzt, als diese nach einem brutalen Mord von zwei Islamisten in Grossbritannien aufforderten, dass sich die Muslime in der Schweiz mit Pfefferspray ausrüsten sollen.<ref>TeleBärn: Berner Imam kritisiert Aufruf von IZRS</ref> Der IZRS gilt bei «moderaten Muslimen» in der Schweiz als verpönt.<ref>Irgendwann laufen sie in den Hammer. In: 20min.ch vom 13. April 2010, Zugriff: 23. Januar 2012.</ref><ref>Zwietracht unter den Muslimen, NZZ: „[…] Die Konvertiten werden […] von den gebürtigen Muslimen in ihrer Erscheinung einerseits als lächerlich empfunden, andererseits auch als Bedrohung wahrgenommen.“</ref> Das Zürcher Forum für einen fortschrittlichen Islam tritt sogar für ein Verbot des Vereines ein, Gewalt sei Teil von dessen Ideologie.<ref name="TA-2010-04-13">«Er hat es ja gesagt: Gewünscht sei eine Parallelgesellschaft» In: Tages-Anzeiger vom 13. April 2010, Zugriff: 23. Januar 2012.</ref> So stiess denn auch das durch den IZRS angekündigte Grossprojekt einer Moschee in Bern bei der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) als auch bei der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) als „Projekt einer muslimischen Splittergruppe“ auf Ablehnung.<ref name="Der Bund-2012-01-16">Moschee in Bern-Brünnen: Blancho wiegelt ab. In: Der Bund vom 16. Januar 2012, Zugriff: 21. Januar 2012.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: kipa-apic.ch – Katholische Internationale Presseagentur vom 16. Januar 2012, Zugriff: 21. Januar 2012.</ref>

Umstrittene Einladung von Hasspredigern

Für Kontroversen sorgen wiederholt Einladungen von Hasspredigern zu Anlässen des IZRS, so die Einladung von Pierre Vogel zu Auftritten in der Schweiz. Vormals an der Schweizer Grenze abgewiesen konnte Vogel 2010 zu einem Symposium einreisen und stand unter Beobachtung der Bundespolizei.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Islamprediger Vogel reist legal in die Schweiz ein (Memento vom 23. November 2011 im Internet Archive), In: Tagesschau, Schweizer Fernsehen, 27. März 2010.</ref> Anlass zu Diskussionen gaben auch die an einer Tagung in Disentis durch Muhamed Ciftci geäusserten Ansichten betreffend Enthauptung von ungläubigen Muslimen.<ref>Islamisten in Disentis: Video mit radikalen Aussagen aufgetaucht. Tagesschau, Schweizer Fernsehen, 10. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. März 2010;.</ref> Der Verfassungsschutz von Niedersachsen bestätigte 2010 die Verbindungen des Vereins zur Organisation «Einladung zum Paradies» (EZP) der deutschen Islamisten, Vogel und Ciftci stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.<ref>Blancho und das Paradies – Verbindungen des Islamischen Zentralrats nach Deutschland. In: NZZ am Sonntag vom 2. Mai 2010, Zugriff: 21. Januar 2012.</ref>

Zur Jahreskonferenz 2013 in Genf wurde Muhammad Salah angekündigt. Wie der Zeitung 20Minuten zu entnehmen ist, soll der Ägypter online zur „Tötung abtrünniger Muslime“ aufgerufen haben.<ref>D. Pomper: IZRS lädt Hassprediger an Konferenz ein. In: 20 Minuten Online vom 21. November 2013 Zugriff: 23. November 2013.</ref> Dieser war u. a. bereits bei einer Koran-Verteilung in Hong-Kong aufgetreten.<ref>Yusuf Estes & Dr. Muhammad Salah in Hong Kong. In: Youtube.com, Zugriff: 23. November 2013.</ref>

Provokatives Emblem zum «Tag gegen Islamophobie und Rassismus»

Der IZRS engagierte sich im Herbst 2011 mit dem «Tag gegen Islamophobie und Rassismus», einer Demonstration auf dem Bundesplatz in Bern gegen Islamophobie. Als Zeichen des Protests gegen eine Diskriminierung von Moslems verwendete der Verein als Emblem einen Rub al-hizb mit Farbe und Schriftzug in Anlehnung an den Judenstern. In einem Schreiben relativierte Oscar A.M. Bergamin den Holocaust, indem er in der Diskriminierung von Moslems «strukturelle Parallelen zum Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts» sehe, und wollte mit der Aussage provozieren, dass «eine jüdische Lobby» den gelben Stern als «jüdisches Eigentum» verteidige.<ref>Hajji Oscar A.M. Bergamin: Juden haben nicht den Deutungsprimat über alle gelben Sterne. In: izrs.ch. 18. September 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. September 2012;.</ref> Jüdische Vertreter betonten, dass das Anliegen berechtigt, der «falsche Vergleich» jedoch bedauerlich sei. Die Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) distanzierte sich von der Aktion.<ref>Zentralrat provoziert erneut. In: Der Bund vom 28. Oktober 2011, Zugriff: 29. Januar 2012.</ref>

Parallelgesellschaft

In der Sendung Club des SRF vom 11. Mai 2015 zum Thema Burkaverbot wurde dem IZRS vorgeworfen, nach einer Parallelgesellschaft zu streben. Nora Illi, zuständig für Frauenangelegenheiten des Vereins, erwiderte: „Wir bewegen uns in der Gesellschaft, brauchen uns aber nicht zu assimilieren.“ und sprach stattdessen von einer „Parallelgemeinschaft“.<ref name="BaslerZeitung-SprechendeTuch">TV-Kritik: Das sprechende Tuch. Basler Zeitung, 12. Mai 2010, abgerufen am 19. April 2016.</ref> Nach Aussagen des grünliberalen Politikers Alain Pichard erklärte ihm Nicolas Blancho in einem Gespräch, dass er der Ansicht sei, dass die Gesellschaft in einer globalisierten Welt nur mit Parallelgesellschaften über die Runden komme. Und er fügte an, die Schweizer Rentnerkolonien in Südspanien oder Thailand seien nichts anderes als absolute Parallelgesellschaften.<ref name="TAGESANZEIGER-AlainPichard">Martin Beglinger: Man sollte Nicolas Blancho nicht unterschätzen. Tages-Anzeiger, 7. April 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. April 2010;.</ref> In einem Gegenbericht zu einem Artikel der Tageszeitung 20 Minuten vom Mai 2010 gibt Qaasim Illi hingegen an, dass weder der IZRS als Verein noch seine Exponenten in der Vergangenheit jemals „Parallelgesellschaften“ gefordert hätten, dass der IZRS die heutige Gesellschaftsordnung anerkenne und diese nicht verändern wolle. Eine Paralleljurisdiktion wird abgelehnt.<ref name="IZRS.CH-KeineParallelgesellschaft">Fatwa-Beratung: Arbeitsgruppe für individuelle religiöse Rechtsgutachten. Islamischer Zentralrat Schweiz, Bern, 14. März 2012, abgerufen am 21. April 2016.</ref> Der Bundesrat beschloss 2009, unter der Leitung vom Bundesamt für Migration (BFM) den bestehenden Kontakt mit der muslimischen Bevölkerung mittels des «Muslim-Dialogs 2010» zu intensivieren und bestehende Probleme zu analysieren und zu lösen,<ref name="EJPD-MuslimDialog2010Bericht">Bundesamt für Migration (BFM) (Hrsg.): Muslim-Dialog 2010: Austausch zwischen den Bundesbehörden und Musliminnen und Muslimen in der Schweiz. Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD), Mai 2011 (online [PDF]).</ref> lehnte aber gleichzeitig eine Teilnahme des IZRS an diesem Dialog ab, weil dessen Ansichten nicht dazu beitragen, die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern.<ref name="EJPD-MuslimDialog2010IZRS">Muslim-Dialog ohne Islamischer Zentralrat Schweiz IZRS. In: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). Bundesamt für Migration (BFM), 4. Mai 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. September 2010;.</ref> Nicolas Blancho ist gegen das Praktizieren der Steinigung in der Schweiz, weil es der schweizerischen Rechtsordnung widerspricht. In einer Fernsehdiskussion mit Gerhard Pfister von der CVP gab er an, die Steinigung als einen Wert seiner Religion anzusehen, an den er auch glaube, aber ohne diesen zu praktizieren oder in der Schweiz praktizieren zu wollen.<ref name="SRFARENA-RadikaleMuslimeAufwind">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="TAGESANZEIGER-">Mischa Aebi: Die Steinigung als «Wert» einer Religion. In: Tages-Anzeiger. Tamedia, Zürich, 26. April 2012, abgerufen am 22. April 2016.</ref>

Strafverfahren und -Untersuchungen, Einschränkung der Tätigkeit

Im Dezember 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Naim Cherni, den Generalsekretär des Vereines.<ref name="srf-2015-12-21">Strafverfahren gegen IZRS-Führer, SRF Tagesschau vom 19. Dezember 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015.</ref> Es wird wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaida» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen ermittelt. Dem in Bern wohnhaften deutschen Staatsbürger wird vorgeworfen, Jihadisten-Propaganda für den syrischen Al-Qaida-Ableger, die Al-Nusra-Front, zu betreiben.<ref name="nzz-2015-12-19">Strafverfahren gegen IZRS-Vorstandmitglied, NZZ Online vom 19. Dezember 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015.</ref><ref name="nzz-2015-12-19--2">Strafverfahren gegen IZRS-Führer, NZZ Online vom 19. Dezember 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015.</ref> Ausgerechnet in Winterthur, wo eine Dschihadisten-Zelle vermutet wird,<ref name="srf-2015-11-17">Hinweise auf IS-Zelle in Winterthur, Schweiz aktuell vom 17. November 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015 (Sprache: Schweizerdeutsch).</ref> veröffentlichte der IZRS in einem Reisebericht über Syrien ein Interview mit dem Jihadistenführer Abdallah al-Muhaysini.<ref name="ta-2015-12-19">Islamischer Zentralrat provoziert in Winterthur. Tages-Anzeiger, 6. Dezember 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015.</ref> Der IZRS präsentierte sich daraufhin als «politisches Opfer»,<ref name="ta-2015-12-21">Der IZRS präsentiert sich als politisches Opfer, TA Online vom 21. Dezember 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015.</ref> aus Kennerkreisen wurden Forderungen über ein Verbot des IZRS laut.<ref name="ta-2015-12-19--2">«Den IZRS sollte man verbieten», TA Online vom 19. Dezember 2015, Zugriff: 30. Dezember 2015.</ref> Im November 2016 dehnte die Schweizer Bundesanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wegen dschihadistischer Propaganda auf Qaasim Illi und Nicolas Blancho aus.<ref>„Nikab-Nora“ – Ermittlungen gegen Mann der „Anne Will“-Verschleierten. Berliner Kurier vom 28. November 2016</ref> Dafür wurde Illi im Januar 2022 vom Berufungsgericht des Bundesstrafgerichts zu 16 Monaten Haft verurteilt, während Blancho zu 250 Tagessätzen verurteilt wurde, wobei das Urteil noch nicht rechtsgültig ist und vor Bundesgericht angefochten werden kann.<ref>Qaasim Illi und Nicolas Blancho in Berufung verurteilt. Swissinfo, 27. Januar 2022, abgerufen am 25. September 2022.</ref> Der Prozess vor dem Bundesstrafgericht führte zu Freisprüchen für Nicolas Blancho und Qaasim Illi sowie zu einer Verurteilung zu 20 Monaten bedingt für den Kulturproduzenten Naim Cherni.<ref>Marcel Gyr: Ein Schuldspruch und zwei Freisprüche | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. Juni 2018, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 3. September 2018]).</ref>

Verbindungen bestehen zwischen dem Islamischen Zentralrat einerseits und Personen und Organisationen andererseits, bei denen Nähe zu Terroristen zu vermuten ist. So hat der Verein Association des savants musulmans in Bern eine identische Adresse<ref>Höchbühlweg 1 (-3) in 3012 Bern</ref> mit dem Zentralrat; die Association wird seit Dezember 2016 von der Schweizer Bundesanwaltschaft wegen Terrorfinanzierung untersucht. Präsident des Vereins ist der Kuwaiter Abdulmuhsen al-Mutairi. Er wird seit Frühjahr 2016 vom US-Finanzministerium auf der Terrorliste geführt.<ref>online, NZZ 18. Dezember 1016</ref>

Der Zürcher Regierungsrat wird keine Veranstaltungen des IZRS mehr dulden. Der Kanton wird alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um Aktionen zu verhindern, von denen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht, teilte die Regierung im Mai 2017 mit. Vom Verein angekündigte Veranstaltungen würden in Zukunft im Hinblick auf extremistisches Gedankengut durchleuchtet werden, ausländischen Referenten werde gegebenenfalls die Einreise verweigert werden.<ref>[1]</ref>

Sowohl die Bundesanwaltschaft als auch der Verurteilte legten Beschwerde beim Bundesgericht ein. Dieses wies die Beschwerde des Verurteilten am 26. Februar 2020 ab und hiess die Beschwerde der Bundesanwaltschaft gut. Das Bundesgericht wies das Verfahren gegen die beiden Freigesprochenen zurück an das Bundesstrafgericht. Dessen Begründung für die beiden Freisprüche wurde vom Bundesgericht als zu formalistisch eingestuft.<ref>[2]</ref>

Im Januar 2022 wurde Illi dann vom Berufungsgericht des Bundesstrafgerichts zu 16 Monaten bedingter Haft und Blancho zu einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen verurteilt.<ref>Propagandavideos des IZRS: Bundesgericht hebt Freispruch von Nicholas Blancho und Qaasim Illi auf In: NZZ, 13. März 2020</ref><ref>Qaasim Illi und Nicolas Blancho in Berufung verurteilt. In: swissinfo.ch. 27. Januar 2022 (swissinfo.ch [abgerufen am 22. September 2022]).</ref> Das Bundesgericht nahm die Beschwerde gegen das Urteil nicht an, womit es rechtskräftig wurde.<ref>Propaganda für Al-Kaida: Illi und Blancho verurteilt. In: SRF. 14. März 2024 (srf.ch [abgerufen am 11. Dezember 2024]).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />