Ilbeshausen-Hochwaldhausen
Ilbeshausen-Hochwaldhausen Gemeinde Grebenhain
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1057)&title=Ilbeshausen-Hochwaldhausen 50° 31′ N, 9° 19′ O
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| Höhe: | 432 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 14,43 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1057 (30. Juni 2020)<ref name="DF">Einwohner HWS. In: Webauftritt. Gemeinde Grebenhain, abgerufen im November 2020.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 73 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 36355 | |||||
| Vorwahl: | 06643 | |||||
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Ilbeshausen-Hochwaldhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Grebenhain im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Er besteht aus dem historischen Dorf Ilbeshausen und der in dessen Gemarkung liegenden und erst im frühen 20. Jahrhundert entstandenen weitläufigen Siedlung Hochwaldhausen. Der Ortsteil Ilbeshausen-Hochwaldhausen ist mit etwa 1050 Einwohnern der einwohnerstärkste Ortsteil der Gemeinde.
Geografie
Lage
Ilbeshausen-Hochwaldhausen liegt zentral im Vogelsberg, in der Nähe der höchsten Erhebungen Taufstein und Hoherodskopf, im Gebiet des Oberwalds. Unmittelbar westlich von Hochwaldhausen beginnt ein großes Waldgebiet. Die Altefeld, hier auch Schwarzer Fluss oder Schwarzbach genannt, entspringt im Westen und durchfließt beide Orte.
Nachbargemeinden
Grebenhain, Sitz der Gemeindeverwaltung, liegt etwa 4 km südlich; die Kreisstadt Lauterbach befindet sich 17 km nordöstlich, Schotten 17 km westlich, Fulda 33 km östlich.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Die Besiedlung des Gebietes um Ilbeshausen begann zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert. Dort, wo heute die Disseler Brücke unterhalb Ilbeshausens steht, soll einer älteren Interpretation des Bonifatiusweges zufolge im Jahre 754 der Leichenzug des ermordeten Bonifatius auf dem Weg von Mainz nach Fulda vorbeigeführt haben. Über diese Brücke verlief von Steinau an der Straße über Herbstein nach Nordhessen die Weinstraße, eine zur damaligen Zeit bedeutende Querverbindung von Mainfranken nach Norddeutschland.
Die älteste bekannte Erwähnung erfolgte in einer königlichen Urkunde vom 29. Dezember 1012, in welcher der damalige König Heinrich II. und spätere Kaiser der Abtei Fulda den Königsforst Zundernhart<ref>Hermann Knaus: Die königlichen Forstprivilegien für die Abtei Fulda. Dissertation. Fulda 1938. S. 36–46.</ref> aus dem Hause der Ottonen auf Bitten des Abtes Branthoh II. schenkte.<ref>Urkunde Nr. 253 in: Harry Bresslau, Hermann Bloch, R. Holtzmann u. a. (Hrsg.): Diplomata 14: Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins (Heinrici II. et Arduini Diplomata). Hannover 1900–1903, S. 291–292 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)</ref> Neben Iliuuineshusun (Ilbeshausen) werden in dieser Schenkungsurkunde als Orte Hofbieber, Wolferts, Rothemann, ufe Creginfelt (Crainfeld), Warmuntessneida (Bermuthshain), Widenaho (Weidenau), Gunzenau, Herbstein, Schlirf, Schlitz und Calbaho (Kalbach) als Grenzpunkte des geschenkten Gebietes genannt. Die Überlieferung der Urkunde findet sich ebenso in einem berühmten Kopiar, dem Codex Eberhardi, geschrieben um 1160, die auf 1012 datiert wird: „... deinde in Warmuntessneita et Illiwineshusen ...“ (darauf in Bermuthshain und in Ilbeshausen).<ref>StAM, K 426, fol. 50 r.</ref>
Am 26. September 1376 verpfändete Landgraf Hermann II. von Hessen die Hälfte des Ortes, den er einige Jahre zuvor von Friedrich von Lißberg gekauft hatte. Die Edelfrau Metze von Lißberg übernahm das Dorf für 200 Gulden.<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest Nr. 200.</ref>
Gemeinsam mit Crainfeld, Grebenhain und Bermuthshain gehörte es zum Gericht Crainfeld, das bis 1821 bestand.
1423 und 1471 bezeugen Urkunden den Einfluss der Riedesel in diesem Raum. In den schriftlichen Quellen wird Ilbeshausen 1423 als „Ylbeshusen“<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. Nr. 394, S. 102.</ref> sowie 1471 als „Ilbeßausen“<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. Nr. 1132, S. 320.</ref> erwähnt.
Der Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung des Hildiwin“ gedeutet.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 196 f, S. 197.</ref>
Neuzeit
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ilbeshausen:
„Ilbeshausen (L. Bez. Lauterbach) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg an der Altfell und 3 St. von Lauterbach. Dieser Ort, der unmittelbar landesfürstlich ist, hat 148 Häuser, 845 evangelische Einwohner, so wie 8 Mühlen. Die Einwohner treiben die Leineweberei sehr stark, und beschäftigen sich mit dem Garn- und Leinwandhandel, so wie mit dem Mästen von Rindvieh, und dessen Verkauf. In der Nähe des Dorfs lag der Ort Arnsburg. – Ilbeshausen kommt im Jahr 1013 unter dem Namen Iliuvineshusen vor, und 1441 erhielt Hermann Riedesel denselben, nebst andern, von der Abtei Fuld, zur Besserung seiner Lehen.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Hochwaldhausen wurde im Jahr 1903 von Jean Berlit zunächst als Kurort zur Nachkur von Patienten aus Bad Salzschlirf gegründet. Ebenfalls auf Veranlassung von Jean Berlit erfolgte 1928 der Bau eines großen Genesungsheims der AOK Kassel. Seit 1990 beherbergt der erweiterte Gebäudekomplex die Vogelsbergklinik, eine Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik.
1956 wurde der damals noch selbstständigen Gemeinde Ilbeshausen vom Land Hessen das Prädikat Luftkurort verliehen, das sie bis heute führen darf<ref>79. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 21. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 9, 2014, ISSN 0724-7885, S. 187.</ref>.
Von 1912 bis 1929 waren nacheinander zwei bedeutende Reformschulen, die Dürerschule und die Bergschule, in Hochwaldhausen ansässig. 1922 gehörten für kurze Zeit Klaus und Erika Mann zu den Schülern der Bergschule.
Gebietsreform
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierte die Gemeinde Ilbeshausen mit zehn benachbarten Gemeinden freiwillig zum 31. Dezember 1971 zur neugebildeten Großgemeinde Grebenhain.<ref>Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 89, Punkt 94, Abs. 30 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Seit dem 1. August 1972 gehört der Ort außerdem zum damals neugebildeten Vogelsbergkreis. Für die eingegliederten Gemeinden von Grebenhain wurden je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 2 MB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Grebenhain, abgerufen im November 2020.</ref>
Territorialgeschichte und Verwaltung
Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Ilbeshausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- Vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Nidda, Gericht Crainfeld
- 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe
- ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda, Gericht Crainfeld<ref name="Nidda" />
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Gericht Crainfeld<ref name="Amt Nidda" />
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Nidda, Gericht Crainfeld<ref name="Amt-2">Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Crainfeld<ref name="Adr-LG-HD"/>
- ab 1806: Großherzogtum Hessen, Oberfürstentum Hessen, Amt und (ab 1803) Gericht Lißberg<ref name="PR" /><ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Lißberg
- 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Dominalamt Herbstein
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Herbstein (Trennung zwischen Justiz (Landgericht Altenschlirf) und Verwaltung)<ref name="STH-Oberhessen" />
- ab 1825: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Lauterbach (Amtssitzverlegung)
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1866: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Lauterbach
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Lauterbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Lauterbach
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Gemeinde Grebenhain, Vogelsbergkreis
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Gemeinde Grebenhain, Vogelsbergkreis
Gerichte seit 1803
In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Ilbeshausen das Amt Lißberg zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.
Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Ilbeshausen viel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Altenschlirf“. Im Zuge der 1853 durchgeführten Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Oberhessen sollte der Sitz des Landgerichts von Altenschlirf nach Herbstein verlegt.<ref name="bsb02" />
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Herbstein“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>
Am 1. Juli 1957 verlor das Amtsgericht Herbstein seine Selbständigkeit und wurde endgültig – nachdem es dies schon zu Ende des Zweiten Weltkrieges war<ref>Verfügung des Oberlandesgerichtspräsidenten in Darmstadt vom 29. Juni 1943 — 3200 — Betrifft: Errichtung der Zweigstellen Herbstein des Amtsgerichts Lauterbach und der Zweigstelle Altenstadt des Amtsgerichts Ortenberg</ref> – zur Zweigstelle des Amtsgerichts Lauterbach.<ref>Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation (§2) vom 6. März 1957. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1957 Nr. 5, S. 16 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Am 1. Juli 1968 wurde auch diese Zweigstelle aufgehoben.<ref>Gerichtsorganisation (Aufhebung der Zweigstelle Herbstein des Amtsgerichts Lauterbach und der Zweigstelle Ulrichstein des Amtsgerichts Schotten) (Punkt 755) vom 11. Juni 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 27, S. 1010 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,8 MB]).</ref> Am 1. Januar 2005 wurde das Amtsgericht Lauterbach als Vollgericht aufgehoben<ref>Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (GVBl. I S. 507–508) vom 20. Dezember 2004. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2004 Nr. 24, S. 507–508 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,4 MB]).</ref> und zur Zweigstelle des Amtsgerichts Alsfeld.<ref>Vierte Verordnung zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Regelungen. Art. 1 §4 Abs. 1 (GVBl. I S. 552) vom 29. Dezember 2004. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2004 Nr. 25, S. 552 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Zum 1. Januar 2012 wurde auch diese Zweigstelle geschlossen.<ref>Fünfte Verordnung zur Änderung der Gerichtlichen Zuständigkeitsverordnung Justiz. (Artikel 1, Abs. 2. aa)) vom 9. Dezember 2010. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2010 Nr. 25, S. 709 f. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 148 kB]). Bezieht sich auf die Verordnung über gerichtliche Zuständigkeiten im Bereich des Ministeriums der Justiz (Gerichtliche Zuständigkeitsverordnung Justiz) (GVBl. II 210-98) vom 26. Oktober 2008. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2008 Nr. 17, S. 822 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 116 kB]).</ref> Die übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.
Einwohnerentwicklung
| • 1791: | 794 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" /> |
| • 1800: | 817 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 794 Einwohner, 147 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 845 Einwohner, 148 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 745 Einwohner, 128 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| • 1875: | 698 Einwohner, 127 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Ilbeshausen-Hochwaldhausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 794 | |||
| 1800 | 817 | |||
| 1806 | 794 | |||
| 1829 | 845 | |||
| 1834 | 811 | |||
| 1840 | 757 | |||
| 1846 | 750 | |||
| 1852 | 754 | |||
| 1858 | 766 | |||
| 1864 | 774 | |||
| 1871 | 733 | |||
| 1875 | 698 | |||
| 1885 | 658 | |||
| 1895 | 638 | |||
| 1905 | 713 | |||
| 1910 | 720 | |||
| 1925 | 807 | |||
| 1939 | 806 | |||
| 1946 | 1.263 | |||
| 1950 | 1.376 | |||
| 1956 | 976 | |||
| 1961 | 989 | |||
| 1967 | 984 | |||
| 1970 | 937 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 1.113 | |||
| 2015 | 1.054 | |||
| 2020 | 1.057 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" /> nach 1970 Gemeinde Grebenhain; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> | ||||
Politik
Bürgermeister (1821–1971)
- 1821 – 1837: Heinrich Ochs (* 1777, † 12. Februar 1837)
- 1837 – 1862 (1837 bis 1850 kommissarisch): Johannes Ganß I. (* 1816, † 24. Februar 1900)
- 1862 – 1887: Heinrich Ochs 3. (* 28. Januar 1814, † 12. Juli 1887)
- 1887 – 1920: Heinrich Löffler 41. (* 9. Januar 1838, † 19. Februar 1920)
- 1920 – 1934: Heinrich Ochs 4. (* 14. April 1870, † 11. Dezember 1947)
- 1934 – 1945: Otto Gutermuth 2. (* 31. Mai 1896, † 26. Februar 1956)
- April 1945 – 28. Juni 1945 (kommissarisch): Friedrich Bloß 1. (* 28. September 1890, † 24. August 1957)
- 1945 – 1968 (28. Juni 1945 bis März 1946 kommissarisch): Johannes Ochs (* 11. November 1900, † 30. September 1988)
- 1968 – 1971: Kurt Süßenberger (* 2. April 1941, † 2002)
Ortsvorsteher (ab 1972)
- 1972 – 1977: Albert Appel
- 1977 – 1981: Wolfgang Rupp
- 1981 – 1993: Rudolf Schäfer
- 1993 – 30. April 2013: Klaus Löffler
- Seit 21. Mai 2013: Andreas Löffler<ref name="DF" />
Wappen
Blasonierung: „Im silbernen Schild mit rotem Schildbord das schwarze Balkenbild des sogenannten 'Wilden Mannes'.“<ref>Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an Gemeinde Ilbeshausen, Landkreis Lauterbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 18. April 1952. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1952 Nr. 18, S. 319, Punkt 443 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,6 MB]).</ref>
Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der Gemeinde Ilbeshausen im damaligen Landkreis Lauterbach am 18. April 1952 durch den Hessischen Innenminister verliehen.
Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.
Es zeigt die stilisierte Nachbildung des Wilden Mannes, einer auch an der bekannten Teufelsmühle verwendeten Fachwerkkonstruktion.<ref>Hessisches Ortswappenbuch. Bearbeitet im Auftrag des Staatsarchivs Wiesbaden von Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff, Starke, Limburg 1956, Seite 112, DNB 455374694. Zitiert nach Ilbeshausen. In: Heraldry of the world.</ref>
Nach der Gebietsreform war dieses Wappen zusammen mit Elementen der Wappen der Ortsteile Crainfeld und Herchenhain die Vorlage für das Wappen der Großgemeinde Grebenhain, deren Kerngemeinde bis dahin kein eigenes Wappen besaß.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Veranstaltungen
Seit der Fertigstellung des kleinen Kurparkes im Jahr 1959 wurde zunächst jährlich zum Mittsommer das Lichterfest von den örtlichen Vereinen veranstaltet. Heute findet das Fest in den geraden Jahren im zweijährigen Turnus am letzten Wochenende im August statt. Das Dorf erstrahlt dann im Glanz tausender bunter Kerzen. Zu dieser Illumination kommt als weitere Attraktion ein Lichterzug hinzu. Angeführt von einer Musikkapelle ziehen Kinder mit bunten Lampions und die örtlichen Vereine mit Fackelträgern durch den gesamten Ort bis zum Festplatz am Kurpark.
Am 2. Advent findet seit dem Jahr 1995 ein Weihnachtsmarkt statt. Veranstaltungsort ist seit dem Jahr 2012 der Ortskern um Dorfgemeinschaftshaus und ev. Kirche. Davor wurde der Markt auf dem Parkplatz am Kurpark veranstaltet.
Vereine
In Ilbeshausen-Hochwaldhausen findet ein reges Vereinsleben statt:
- Männergesangverein „Liederkranz“ (Gründung 18. Februar 1883)
- Turn- und Sportverein 1909 Ilbeshausen e. V. (Gründung 26. Mai 1909 als Turnverein, Neugründung 1946)
- Obst- und Gartenbauverein Ilbeshausen-Hochwaldhausen (Gründung 1927)
- Freiwillige Feuerwehr (Gründung 26. Mai 1934, vorher Pflichtfeuerwehr seit 1834)
- Naturschutzverein Ilbeshausen-Hochwaldhausen e. V. (Gründung 1965)
- Kirmesburschen (Gründung 1981, erste Kirmes 1982)
- Karnevalverein 2000 Ilbeshäuser Babbegei e. V. (Gründung 2000)
- Frauengemeinschaft
- VdK Ortsverband Ilbeshausen-Hochwaldhausen-Lanzenhain
- Forstbetriebsvereinigung Ilbeshausen
- Jagdgenossenschaft Ilbeshausen
- Vogelsberger Motorrad-Club (VMC)
Gemeinsame Projekte aller ortsansässigen Vereine unter Federführung des Ortsbeirates waren der Neubau von Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrhaus (2001–2005) sowie der Friedhofshalle (2007).
Zehn Vereine und der Ortsbeirat sind seit dem 14. Juli 2009 offiziell in der Vereinsgemeinschaft (VGM) Ilbeshausen-Hochwaldhausen e. V. organisiert. Zweck der VGM ist die Förderung von Kultur und Brauchtum, speziell in Hinblick auf die 1000-Jahr-Feier des Ortes, die mit mehreren Veranstaltungen (u. a. einem Festwochenende am 26. und 27. Mai) im Jahr 2012 stattfand.
Bauwerke
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Teufelsmühle (Hansenmühle)
→ Hauptartikel: Teufelsmühle (Ilbeshausen)
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Die Teufelsmühle, mundartlich auch Hansenmühle genannt, wird erstmals in einem Lehenbrief vom 4. Januar 1530 erwähnt. Darin wird eine Mühle von Theodor Riedesel als Lehen an einen Klaus Tuvel gegeben. Im Jahr 1691 wurde die Mühle von dem Zimmermeister Hans Muth neu erbaut. Sie ist eines der bedeutendsten Fachwerkhäuser in Hessen. Von 1720 bis in die Gegenwart war das Gebäude im Besitz der Nachkommen des Erbauers. Einer örtlichen Sage nach soll die Mühle in einem Wettstreit zwischen dem Zimmermann und dem Teufel entstanden sein.
Evangelische Pfarrkirche
→ Hauptartikel Evangelische Kirche Ilbeshausen
Die evangelische Kirche in Ilbeshausen wurde 1765/66 als Steinkirche im Barock-Stil erbaut und beherbergte ursprünglich eine Orgel des Bimbacher Orgelbauers Jost Oestreich. Die Brüstungen der Emporen sind geschmückt von zahlreichen Bildern von Gottesmännern des Alten Testamentes und der zwölf Jünger. Über dem Haupteingang ist in der Mitte der Empore der Reformator Martin Luther dargestellt. An der Orgelempore sind Stationen des Lebens Jesu abgebildet; ein Teil der Abbildungen musste beim Aufstellen einer neuen größeren Orgel durch Hoforgelbauer Adam Eifert Nachfolger aus Stadtilm im Jahr 1898 entfernt werden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Freizeit- und Sportanlagen
- Solarbeheiztes Freibad mit Beachvolleyballplatz (Einweihung 30. Juni 1963)
- Minigolf-Anlage
- Kurpark mit Kneippbecken, Spielplatz, Ententeich und Tiergehegen
- Durch den Ort verläuft der Vulkanradweg auf der Trasse der ehemaligen Oberwaldbahn. Inzwischen ist er Teil des BahnRadwegs Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.
- Umfangreiches Wanderwegenetz; Ilbeshausen ist Etappenort der Bonifatius-Route
Verkehr
Durch Ilbeshausen-Hochwaldhausen führen die Landesstraßen 3140 (Richtung Lanzenhain) und 3168 (nach Grebenhain bzw. zur Bundesstraße 275). Dadurch sind auf direktem Weg insgesamt 11 Nachbarorte erreichbar: Lanzenhain, Herbstein, Altenschlirf, Grebenhain, Breungeshain, Rudingshain, Götzen, Altenhain, Feldkrücken, Ulrichstein, Rebgeshain.
Sowohl Ilbeshausen als auch Hochwaldhausen besitzen je eine Haltestelle für die Buslinie 391 (Gedern–Lauterbach) des RMV sowie zwei Linien des an Wochenenden im Sommer verkehrenden Freizeitbusses Vulkanexpress der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (Schlitz–Hoherodskopf sowie Wächtersbach–Hoherodskopf).
Die Oberwaldbahn, an der der Bahnhof Ilbeshausen lag, ist stillgelegt. Heute läuft der Vulkanradweg über die frühere Bahntrasse von Stockheim nach Lauterbach. Er ist Teil des BahnRadweg Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.
Persönlichkeiten
- Jean Berlit (1848–1937), Bäderunternehmer und Gründer von Hochwaldhausen
- Max Flesch (1852–1943), Mediziner und Kriminologe, lebte von 1933 bis zu seiner Ermordung im KZ Theresienstadt in Hochwaldhausen
- Heinrich Löffler (1879–1949), deutscher Politiker (SPD), MdR, geboren in Ilbeshausen
- Gottlob Binder (1885–1961), deutscher Politiker (SPD), lebte eine Zeitlang in Ilbeshausen
- Falko Löffler (* 1974), Schriftsteller, Fantasy-Autor und Computerspiel-Übersetzer, lebt in Ilbeshausen-Hochwaldhausen
Literatur
- Karl August Helfenbein: Die Sozialerziehung der Dürerschule Hochwaldhausen. Lauterbach 1986.
- Fotoclub Lauterbach e. V. (Hrsg.): Ilbeshausen in alten Aufnahmen. Lauterbach 1987.
- Gerhard Kalkhof: Geschichte des Luftkurortes Ilbeshausen-Hochwaldhausen. Gießen 1993.
- Vereinsgemeinschaft Ilbeshausen-Hochwaldhausen e. V. (Hrsg.): Ilbeshausen 1012–2012. 1000 Jahre Ortsgeschichte im Wandel der Zeit. Ilbeshausen-Hochwaldhausen 2011.
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Ortsteil Ilbeshausen-Hochwaldhausen. In: Webauftritt. Gemeinde Grebenhain
- Ilbeshausen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Hochwaldhausen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references> <ref name="lagis">Ilbeshausen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="Amt Nidda"> Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 225 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 272 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="bsb02"> Bekanntmachung, die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein, und die Zusammensetzung des Landgerichtsbezirks Herbstein betreffend vom 21. Juli 1854. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1854 Nr. 26, S. 263 (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 262 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>