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Weinbau in Österreich – Wikipedia Zum Inhalt springen

Weinbau in Österreich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Heuriger Wein)

Weinbau in Österreich wird auf einer Fläche von 44.210 ha<ref name="wewb2019">Berechnung ÖWM nach BML/INVEKOS (Stichtag 03. Juli 2024). Rollierendes Berechnungsjahr von Juli 2023 bis Juli 2024</ref> betrieben. 70 % davon ist mit weißen, 30 % mit roten Rebsorten bestockt.<ref name="wewb2019" /> In Österreich gibt es knapp 10.000<ref name="wewb2019" /> Weinbaubetriebe, 1999 waren es noch über 32.000.<ref name="wgge2009">„Weingartengrunderhebung 2009“ auf statistik.at (PDF; 851 kB), abgerufen am 17. Juni 2016.</ref> Im Jahresdurchschnitt werden 2,5 Millionen Hektoliter Wein produziert, der Großteil davon wird im Inland konsumiert<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>. Die Erzeugung von Tafeltrauben spielt in Österreich eine sehr untergeordnete Rolle.

Datei:Sausal vineyard landscape.jpg
Weinbau im Süden der Steiermark
Datei:Weinflaschenbanderole Österreich.jpg
Die österreichische Weinbanderole, seit 1985 obligatorisch für alle österreichischen Qualitätsweine

Geschichte

Die ältesten Traubenkernfunde wurden am Hundssteig in Krems an der Donau gemacht. Diese Kerne von Vitis sylvestris (Wildrebe) stammen aus der Zeit 3000 v. Chr., höchstwahrscheinlich wurden sie in den Flussauwäldern gesammelt. Das Gleiche gilt für die in Nußdorf ob der Traisen gefundenen Rebkerne die aus der Zeit 2000 v. Chr. stammen. Es gibt aber keinerlei Hinweise, dass Wein in dieser Zeit erzeugt wurde. Das gilt auch für jene Rebkerne von Vitis vinifera (Kulturrebe), die in Stillfried – einer Katastralgemeinde von Angern an der March – gefunden wurden. Sie stammen aus der Zeit 900 v. Chr. und sind damit die ältesten in Mitteleuropa und Österreich gefundenen Rebkerne von Vitis vinifera. Wahrscheinlich stammen sie von importierten getrockneten Beeren aus dem Balkanraum. Es ist möglich, dass diese Rebkerne vor Ort vermehrt und verbreitet wurden. Das Gleiche gilt für die Rebkerne aus einem Hügelgrab bei Zagersdorf im Burgenland. Sie stammen aus der Zeit um 700 v. Chr., Hinweise, Gegenstände und Einrichtungen zur Weinerzeugung fehlen. Vielmehr verwendete man in der Hallstatt- und Latènezeit Rebkerne als Grabbeigabe, was auf deren Wertschätzung der damals lebenden Menschen schließen lässt.

Datei:Austria Romana.png
Römische Provinzen und Orte auf dem Gebiet des heutigen Österreichs

Der größte Teil des heutigen Österreich wurde um 15 v. Chr. ins Römische Reich eingegliedert. Der römische Kaiser Claudius richtete während seiner Herrschaft (41–54 n. Chr.) die römische Provinz Noricum ein, deren Grenzen im Norden bis zur Donau, im Nordosten bis zum Wienerwald, im Osten etwa entlang der heutigen steirischen Ostgrenze sowie im Südosten und Süden jenseits von Eisack und Drau verliefen. Mit den Römern fand in den Provinzen Noricum und Pannonien der Weinbau rasch Verbreitung. Cassius Dio, römischer Senator, Konsul, Schriftsteller und Geschichtsschreiber, war unter anderem Statthalter von Pannonien und Dalmatia und beschrieb die Qualität des pannonischen Weinbaus als schlecht.<ref>Dio Cassius Buch 59, 32.</ref>

Trotz der kurzen Regierungszeit des römischen Kaisers Probus (276–282) gehört dieser in einigen Regionen heute zu den auch Laien bekannten römischen Kaisern. Dies rührt von einer Nachricht in der Probus-Biographie der Historia Augusta her, wo es in Kapitel 18,8 heißt: „Gallis omnibus et Hispanis ac Brittannis hinc permisit, ut vites haberent vinumque conficerent.“ („Er erlaubte allen Galliern, Spaniern und Briten, Reben zu besitzen und Wein herzustellen.“) Deshalb gilt Probus in zahlreichen Weinbaugebieten nördlich der Alpen (wie in Österreich und an der Mosel in Deutschland) als derjenige, der dort den Weinbau eingeführt hat. Sicher ist, dass die Weinproduktion in diesen Regionen nach der Mitte des 3. Jahrhunderts deutlich an Bedeutung gewonnen hat.<ref>Gerald Kreucher: Der Kaiser Marcus Aurelius Probus und seine Zeit. Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08382-0 (Historia Einzelschriften 174).</ref>

Im Jahr 470 wurden gemäß der im Jahr 511 von Eugippius verfassten Vita Sancti Severini, der Biographie des Severin von Noricum, Rebflächen bei Mautern erwähnt. Der Fund eines Winzermessers in Lauriacum, einer römischen Siedlung im Bereich von Lorch, einem Stadtteil des heutigen Enns in Oberösterreich gilt ebenfalls als Beleg des frühen Weinbaus zur Zeit der Römer.<ref>Andreas Otto Weber: Studien zum Weinbau der altbayerischen Klöster im Mittelalter. Altbayern, österreichischer Donauraum, Südtirol. Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07290-X, S. 36.</ref>

Die Völkerwanderung besiegelte den Niedergang der römischen Macht, 476 zerbrach das Weströmische Reich schließlich. Zahlreiche Überfälle auf die Pannonische Tiefebene beeinflussten die weitere Entwicklung des Weinbaus negativ.

Datei:St. Michael (Gem. Weißenkirchen) - Kirche.JPG
Die Wehrkirche St. Michael, die seit 1280 zum Bereich Thal Wachau gehörte
Datei:Temperature Reconstructions 0-2006 AD.png
Rekonstruierter Temperaturverlauf der letzten 2000 Jahre nach verschiedenen Quellen, im Vergleich dazu auch die direkt gemessenen Temperaturen bis einschließlich 2004

Der Babenberger Heinrich II. „Jasomirgott“ erhob im Jahr 1155 Wien zu seiner Residenz und stärkte damit den Weinbau in Wien. Der Anbau beschränkte sich nicht nur auf den Nussberg und den Bisamberg. Der heutige 3. und 4. Bezirk, Landstraße und Wieden bestand überwiegend aus Weinflächen. Ein Stadtplan aus dem Jahr 1547 belegt noch den Weinbau rund um die Wiener Minoritenkirche.

Der Adel und die Bürgerschaft versuchten schon früh, das Wein-Monopol von Landesherren und Kirche aufzuweichen. Der erste urkundlich erwähnte Ankauf von drei Weingärten durch den Wiener Bürger Reingerus datiert auf das Jahr 1170.

Die bedeutenden Klöster des österreichischen und bayrischen Voralpenraumes errichteten vom 11. bis ins 13. Jahrhundert zahlreiche landwirtschaftliche Betriebshöfe wie Stift Göttweig, Stift Klosterneuburg, Stift Zwettl, Stift Melk, Stift Lilienfeld und Stift Heiligenkreuz. Im Jahr 1250 wurde unter dem Namen Thal Wachau eine Herrschaft und eine Bezirksverwaltung mit den heutigen Katastralgemeinden Joching, St. Michael, Wösendorf in der Wachau und Weißenkirchen in der Wachau gegründet. Zwischenzeitlich wurden die Katastralgemeinden zur Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau zusammengefasst.

Am 21. März 1359 führte Herzog Rudolf IV., „der Stifter“, im gesamten Herzogtum eine Getränkesteuer, das sogenannte Ungeld ein. Später folgten mit dem Bergzehnt die Bergrechtsablösen der Grundherrn sowie diverse Zoll- und Mautgebühren für die Durchfuhr von Städten und Regionen.

Weinproduktion und Weinkonsum erreichten durch die Mittelalterliche Warmzeit, wie im gesamten Heiligen Römischen Reich einen absoluten Höhepunkt. In Mitteleuropa war die Temperatur um etwa 1 °C wärmer als während der vorletzten CLINO-Periode (1961–1990).<ref name="Schönwiese">Christian-Dietrich Schönwiese: Klimatologie, Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-2676-1.</ref> Die Anbaugrenzen in den Mittelgebirgen nördlich der Alpen reichten etwa 200 m höher als gegenwärtig, so dass die Kulturlandschaft im Hochmittelalter ihre größte Ausdehnung erfuhr.<ref>Hans-Rudolf Bork et al.: Landschaftsentwicklung in Mitteleuropa. Wirkungen des Menschen auf Landschaften, Klett-Perthes, Gotha 1998, ISBN 3-623-00849-4.</ref> Die Rebflächen waren damals etwa zehnmal so umfangreich wie heute. Auch in Salzburg, Oberösterreich, Nordtirol und Kärnten gab es bedeutende Rebflächen.<ref name="Dominé">André Dominé: Wein. Verlag Könemann, Köln 2000, ISBN 3-8290-2765-6, S. 534 f.</ref><ref>Jancis Robinson (Hrsg.): The Oxford Companion to Wine. Oxford University Press 1999, ISBN 0-19-866236-X, S. 50.</ref>

Am 3. Februar 1447 wurde die Hauerinnung Krems-Stein gegründet. Sie ist die älteste noch aktive Hauerinnung im deutschsprachigen Raum.

1580 brachte Johann Rasch (* in oder um 1540 in Pöchlarn; † 1612 in Wien) sein „Weinbuch“ heraus, welches erstmals in gedruckter Form die österreichischen Weingebiete charakterisierte.<ref>Johann Rasch: Weinbuch. Das ist: Vom baw und pflege des Weins / Wie derselbig nützlich sol gebawet / Was ein jeder Weinziher oder Weinhawer zuthun schuldig / Auch was für nutz und schaden durch sie kann ausgericht werden, Allen Weingart Herren sehr nothwendig zu wissen. München 1580, S. 48v. und 49r.</ref><ref>Willi Klinger, Karl Vocelka (Hrsg.): Wein in Österreich. Die Geschichte. 2. Auflage, Wien 2020, ISBN 978-3-7106-0350-1, S. 80.</ref>

Durch eine Zirkularverordnung von Kaiser Joseph II. von 1784, die das Ausschankrecht für Heurige bestätigte, erhielt der Weinbau neuen Aufschwung. Die Reblauskatastrophe ab 1867 und Pilzkrankheiten verwüsteten weite Teile der Weinrieden des Landes. Die Krise wurde wie in ganz Europa erst durch die Verwendung von amerikanischen Unterlagsreben überwunden. Die Weinbauschule Klosterneuburg, 1860 gegründet, war eine der ersten weltweit. Die Weinbauschule Krems wurde 15 Jahre später gegründet. In der Weinbauschule Klosterneuburg wurden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Rebsorten Zweigelt, Blauburger, Goldburger und die Jubiläumsrebe gezüchtet.<ref>Ferdinand Regner: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone. 2008, LFZ Klosterneuburg.</ref>

Im Jahr 1985 sorgte der Glykolwein-Skandal für Aufsehen, als bekannt wurde, dass einige österreichische Winzer ihrem Wein Diethylenglykol beigemischt hatten, um damit einfache Weine aufzuwerten. Dieser Skandal wurde jedoch zum „Katalysator“ für die weitere Entwicklung des österreichischen Qualitätsweinbaus. Im Gefolge des Glykowein-Skandals wurde in Österreich das europaweit strengste Weingesetz beschlossen.<ref name="Dominé" /><ref>Hugh Johnson, Jancis Robinson: Der Weinatlas. Verlag Hallwag, München 2002, ISBN 3-7742-0775-5, S. 242.</ref> Beispielsweise wurde der Begriff des Haustrunkes aus dem Weingesetz genommen, womit der Uhudler endgültig verboten war.<ref>Andrea Pfeiffer: Uhudler. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft, abgerufen am 20. Oktober 2023.</ref>

Mit der Herkunft Weinviertel DAC wurde für den Weinjahrgang 2002 erstmals eine gesetzlich kontrollierte Herkunftsbezeichnung eingeführt. In der Folgezeit wurden für weitere österreichische Weinbaugebiete sogenannte DAC-Weine (DAC = Districtus Austriae Controllatus) definiert. Aktuell gibt es 18 DAC-Herkunftsbezeichnungen.<ref name="dac oewm">Gebietstypischer Qualitätswein (DAC) auf oesterreichwein.at.</ref>

Qualitätsstufen nach dem Österreichischen Weingesetz

Einteilung der Weine nach Qualitätsstufen laut Österreichischem Weingesetz 2009<ref>{{#invoke:Vorlage:BGBl|getbgbl|I Nr. 111/2009|text={{{text}}}}}: Bundesgesetz über den Verkehr mit Wein und Obstwein (Weingesetz 2009).</ref><ref>Martin Raggam: Neues Weingesetz im Überblick. In: Der Winzer. 11/2009 S. 88.</ref>

Wein ohne Herkunftsbezeichnung<ref>Einteilung lt. Gemeinsamer Marktordnung für Wein (GMO-'Wein) VO Nr. 1234/2007.</ref>
  • Wein

Der Begriff Tafelwein wurde in der neuen Weinmarktordnung 2009 durch den Begriff Wein ersetzt.

  • ohne Sorten- und Jahrgangsangabe
  • ohne Hektarertragsbegrenzung
  • Verschnitt aus Weinen verschiedener Länder der EU möglich

Bezeichnung:

  • Wein aus Österreich – weiß
  • Wein aus Österreich – rot

Wein ohne g.U. oder g.g.A.<ref>Die gemeinschaftliche Bezeichnung Wein g.U. oder Wein g.g.U. sind keine Verkehrsbezeichnungen und dürfen daher nicht auf dem Etikett angeführt werden.</ref> können Rebsorten- oder Jahrgangsangaben, bei bestimmten Voraussetzungen, haben.

  • Hektarhöchstertrag 10.000 kg (oder 7.500 l Wein/ha)
  • Muss im Aussehen und Geschmack frei von Fehlern sein.
  • entsprechende Rebsortentypizität
  • Rebsorten mit Herkunftsnamen (z. B. Weißer Burgunder und alle anderen Burgundersorten, Rheinriesling etc.) sind nicht erlaubt (mögliche Irreführung des Konsumenten).
  • Angaben von Sorten lt. Qualitätsweinrebsortenverordnung, sowie durch Verordnung zugelassene Rebsorten.

Alkoholerhöhung/Anreicherung Weine ohne geografischer Herkunft

  • Alkoholerhöhung/Anreicherung maximale Anreicherungsspanne 2,0 %vol
  • Gesamtalkohol nach Anreicherung Weißwein 12,0 %vol, Rotwein 12,5 %vol

Weine mit geschützter, geografischer Angabe (g.g.A.)<ref>Die gemeinschaftliche Bezeichnung "Wein g.g.A." ist keine Verkehrsbezeichnung und darf nicht auf dem Etikett angeführt werden.</ref>

  • Landwein (mind. 14 °KMW = 68 °Oe, mind. 8,5 %vol)
  • Trauben müssen zu 100 % aus einer Weinbauregion (Weinland, Steirerland, Bergland) stammen.
  • „Landwein“ muss auf dem Etikett stehen.
  • Muss ausschließlich aus Qualitätsrebsorten bereitet sein.
  • Mindestmostgewicht der Trauben 14 °KMW.
  • Der Wein muss der Bezeichnung typische Eigenart aufweisen.
  • Gesamtsäuregehalt von mindestens 4 g je Liter
  • Hektarhöchstertrag 10.000 kg (bzw. 7.500 l Wein/ha)
  • Muss im Aussehen und Geruch frei von Fehlern sein.

Alkoholerhöhung/Anreicherung

  • Alkoholerhöhung/Anreicherung maximale Anreicherungsspanne 2,0 %vol
  • Gesamtalkohol nach Anreicherung Weißwein 13,5 %vol, Rotwein 14,5 %vol
Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.)<ref>Die gemeinschaftliche Bezeichnung "Wein g.U." ist keine Verkehrsbezeichnung und darf nicht auf dem Etikett angeführt werden.</ref>
  • Im Sinne der GMO-Wein sind Qualitätsweine, inkl. Prädikatsweine und DAC-Weine, Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung.
  • Für alle Qualitätsweine oder Prädikatsweine gilt ein Hektarhöchstertrag von 10.000 kg (bzw. 7.500 l Wein/ha).
  • Alle Qualitäts- und Prädikatsweine dürfen erst nach staatlicher Prüfung und Vergabe der staatlichen Prüfnummer in Verkehr gebracht werden.

Qualitätsweine

  • Alkoholerhöhung/Anreicherung maximale Anreicherungsspanne 2,0 %vol
  • Gesamtalkohol nach Anreicherung Weißwein 13,5 %vol, Rotwein 14,5 %vol
  • Süßung bis zu einem Gehalt von 15 g unvergorenem Zucker möglich
  • Kabinett (mind. 17 °KMW = 83,5° Oe, max. 12,9 %vol)
  • keine Alkoholerhöhung/Anreicherung
  • Gehalt an unvergorenem Zucker höchstens 9 g/l
  • keine Süßung

Eine Alkoholerhöhung/Anreicherung, Süßung bei Prädikatsweinen ist nicht zulässig

Angaben auf der Flasche:

  • rot-weiß-rote Banderole (=Zeichen für im Inland auf Flaschen gefüllten Qualitätswein)
  • staatliche Prüfnummer
  • Weinbaugebiet (4 Bundesländer, 18 DAC-Appellationen)
  • Rebsorte, Jahrgang, Qualitätsstufe

In Österreich liegt die Produktionsmenge von Wein der Qualitätsstufe Qualitäts- und Prädikatsweine deutlich über den anderen Stufen.

Districtus Austriae Controllatus

Seit 2003 gibt es in Österreich auch gebietsspezifische Qualitätsweine, die DAC-Weine. Ein DAC (Districtus Austriae Controllatus) ist ein besonders gebietstypischer Qualitätswein aus einem bestimmten Weinbaugebiet. Welche Sorten zugelassen sind und welche konkreten Qualitätsanforderungen an den DAC gestellt werden, beschließen sogenannte interprofessionelle oder regionale Weinkomitees.

Bisher wurden in Österreich per Ministeriumsverordnung die folgenden 18 DAC-Apellationen definiert<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:|{{{autor}}}: }}{{#if:|{{#if:DAC-Gebiete | Österreich Wein|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=DAC-Gebiete | Österreich Wein}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/strategie-des-herkunftmarketings/dac-districtus-austriae-controllatus/dac-gebiete%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=DAC-Gebiete | Österreich Wein}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/strategie-des-herkunftmarketings/dac-districtus-austriae-controllatus/dac-gebiete}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=DAC-Gebiete | Österreich Wein}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:{{#if: 2020-05-25 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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Rebsortenspiegel

Die folgende Tabelle listet alle 26 weißen und 16 roten Rebsorten auf, die in Österreich zur Herstellung von Qualitäts- und Prädikatsweinen zugelassen sind. Zusätzlich werden alle Sorten angegeben, die für die Erzeugung von Wein ohne geschützte Ursprungsbezeichnung oder geografische Angabe mit Rebsorten- oder Jahrgangsbezeichnung („Rebsortenwein“) zugelassen sind. Alle Prozentangaben sind auf die Gesamtweinbaufläche bezogen.<ref name="wewb2019" />

Mit Stern (*) gekennzeichnete Sorten sind sogenannte pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWIs).

„Wiener Gemischter Satz“ ist keine Rebsorte, sondern eine Wiener Spezialität aus mehreren weißen Rebsorten, bei denen verschiedene Sorten in einem Weingarten wachsen. Diese Sorten werden nicht getrennt voneinander statistisch erfasst.

Anbau Weißweinsorten

Anbau Weißweinsorten Rebfläche ha %
Blütenmuskateller* 123,72 0,3 %
Bouvier 201,35 0,5 %
Chardonnay (Morillon) 1.926,66 4,4 %
Donauriesling* 80,80 0,2 %
Donauveltliner* 62,35 0,1 %
Frühroter Veltliner (Malvasier) 226,69 0,5 %
Furmint 35,13 0,1 %
Goldburger 28,78 0,1 %
Goldmuskateller 50,44 0,1 %
Grauer Burgunder (Pinot Gris) 322,75 0,7 %
Grüner Veltliner 14.296,41 32,3 %
Jubiläumsrebe 2,24 0,0 %
Müller-Thurgau (Rivaner) 1.195,26 2,7 %
Muscaris* 96,88 0,2 %
Muskat Ottonel 312,96 0,7 %
Muskateller 1.543,43 3,5 %
Neuburger 235,26 0,5 %
Riesling 2.025,05 4,6 %
Roter Veltliner 202,60 0,5 %
Rotgipfler 110,95 0,3 %
Sauvignon Blanc 1.739,69 3,9 %
Scheurebe (Sämling 88) 293,36 0,7 %
Souvignier Gris* 75,62 0,2 %
Sylvaner 23,06 0,1 %
Traminer 262,80 0,6 %
Weißer Burgunder (Pinot Blanc) 1.847,63 4,2 %
Welschriesling 2.774,27 6,3 %
Wiener Gemischter Satz 239,22 0,5 %
Zierfandler (Spätrot) 61,63 0,1 %
Summe Qualitätswein-Sorten weiß 30.396,99 68,8 %
Bronner* 16,75 0,04 %
Cabernet Blanc** 24,33 0,06 %
Johanniter* 9,35 0,02 %
Orangetraube 0,71 0,002 %
Solaris* 11,53 0,03 %
Summe Rebsortenwein-Sorten weiß 62,67 0,1 %
Summe sonstige Sorten weiß 386,89 0,9 %
Rebfläche Weißwein gesamt (in ha) 30.846,55 69,8 %

Anbau Rotweinsorten

Anbau Rotweinsorten Rebfläche ha %
Blauburger 417,92 0,9 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 602,74 1,4 %
Blauer Portugieser 424,79 1,0 %
Blauer Wildbacher 520,10 1,2 %
Blaufränkisch 2.550,08 5,8 %
Cabernet Franc 110,63 0,3 %
Cabernet Sauvignon 568,66 1,3 %
Merlot 816,15 1,8 %
Rathay* 54,57 0,1 %
Roesler* 283,78 0,6 %
Rosenmuskateller 8,46 0,0 %
St. Laurent 587,75 1,3 %
Syrah 149,97 0,3 %
Zweigelt 5.940,28 13,4 %
Summe Qualitätswein-Sorten rot 13.035,88 29,5 %
Cabernet Jura* 17,84 0,04 %
Pinot Nova* 17,60 0,04 %
Regent* 7,92 0,02 %
Summe Rebsortenwein-Sorten rot 43,36 0,1 %
Summe sonstige Sorten rot 284,61 0,6 %
Rebfläche Rotwein gesamt (in ha) 13.363,84 30,2 %

Weinbaugebiete in Österreich

Weinbaugebiete in Österreich
Weinbaugebiete in Österreich

Die Weinbauflächen werden in drei Weinbauregionen eingeteilt:

Die einzelnen Weinbauregionen bestehen aus den folgenden 17 Weinbaugebieten:

  1. Wachau
  2. Kremstal
  3. Kamptal
  4. Traisental
  5. Wagram
  6. Weinviertel
  7. Carnuntum
  8. Thermenregion
  9. Neusiedlersee
  10. Leithaberg (inkl. Rust)
  11. Rosalia
  12. Mittelburgenland
  13. Eisenberg
  14. Wien
  15. Vulkanland Steiermark
  16. Südsteiermark
  17. Weststeiermark

Weinbauregion Weinland

Diese Weinbauregion umfasst die Weinbauflächen der Bundesländer Niederösterreich (26.732 ha), Burgenland (11.538 ha) und Wien (588 ha).<ref name="wewb2019" /> Gemeinsam stellen sie 14 der 17 Weinbaugebiete. In der Weinbauregion Weinland gibt es im Bundesland Niederösterreich noch 2 ha, die keinem Weinbaugebiet zugeordnet sind. Die Weinbaugebiete im Burgenland, das Weinviertel und die anderen Weinbaugebiete in Niederösterreich zusammen machen je etwa ein Drittel der Weinbaufläche der Weinbauregion Weinland aus.

Wachau

Datei:Weißenkirchen in der Wachau 10.jpg
Weißenkirchen (Wachau)
  • Lage: sonnige Hanglagen im Donauabschnitt Wachau. Das Weinbaugebiet umfasst von 33 Stromkilometern zwischen Melk und Krems nur die 15 km westlich von Krems und die unmittelbar angrenzende Seitentäler, die sogenannten Wachauer Gräben. Weinbau wird auf den Hängen bis auf etwa {{#ifeq: Vorlage:Höhe/Fmt|Expression error: Unrecognised punctuation character "."|Vorlage:Höhe/Fehler in Parameterliste|}}{{#if: 450
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 | Höhenwert fehlt, siehe VorlagenbeschreibungVorlage:Höhe/Fehler in Parameterliste

}}, bzw. 250 m über der Donau betrieben.

  • Boden: Meist verwitterte Urgesteinsböden an den Steilhängen mischen sich in tieferen Lagen mit Löss. Im Tal teilweise auch sandige Böden. Typisch für die Wachau sind die durch Trockenmauern begrenzten Steinterrassen.
  • Klima: Die Ausläufer des warmen pannonischen Klimas kommen von Osten bis in die Wachau. Aus dem Westen gelangen die Ausläufer der gemäßigten, atlantischen Luft. Zu diesen beiden kommen noch die kühlen, oft feuchteren Luftmassen aus dem Norden, die durch die Wachauer Gräben in das Donautal gleiten. Einer der größeren Gräben ist der Spitzer Graben. Das Zusammenspiel dieser drei Klimaeinflüsse sorgt für eine ständige Luftzirkulation, die die Bukettbildung wesentlich mit beeinflusst.
  • Bekannteste Rieden: Dürnstein: Kellerberg, Höhereck, Hollerin; Loiben: Loibenberg, Schütt, Steinertal, Kreutles; Spitz: Tausendeimerberg, Singerriedel, Axpoint, Setzberg; Weißenkirchen: Achleiten, Klaus, Frauengärten Mautern: Strudelweg
  • 419 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • Seit dem Jahrgang 2020 dürfen nur DAC-Weine die Herkunft „Wachau“ tragen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 1.285 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 828,28 64,5 %
Riesling 236,57 18,4 %
Muskateller 33,14 2,6 %
sonstige Sorten weiß 112,22 8,7 %
Summe Weißweinsorten Wachau 1.210,21 94,2 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 54,78 4,3 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 6,49 0,5 %
Blauburger 2,96 0,2 %
sonstige Sorten rot 10,37 0,8 %
Summe Rotweinsorten Wachau 74,60 5,8 %

Kremstal

  • Lage: Kremstal nördlich der Donau
  • Boden: Urgesteinsböden im Westen, Löss und Lehm im Osten und Süden
  • Klima: Rand des pannonischen Klimagebietes. Zur Reifezeit strömt aus der Hochebene des umliegenden Waldviertels kühle, sauerstoffreiche Luft in das Tal, dadurch große Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperatur. Die Temperaturschwankungen, die hohe Luftfeuchtigkeit und die Herbstnebel begünstigen die Würzigkeit und die Finesse der Weine.
  • 534 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Kremstal“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 2.242 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 1.322,94 59,0 %
Riesling 248,42 11,1 %
Müller-Thurgau (Rivaner) 78,32 3,5 %
sonstige Sorten weiß 266,67 11,9 %
Summe Weißweinsorten Kremstal 1.916,36 85,5 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 249,70 11,1 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 19,90 0,9 %
Cabernet Sauvignon 12,33 0,5 %
sonstige Sorten rot 43,90 2,0 %
Summe Rotweinsorten Kremstal 325,84 14,5 %

Kamptal

Datei:Heiligenstein Zöbing sl2.jpg
Blick vom Reben-bewachsenen Heiligenstein (Kamptal)
  • Lage: Kamptal im nördlichen Niederösterreich, Langenlois, Schönberg, Stiefern, Zöbing
  • Boden: Löss- und Lehmböden, teilweise Urgestein
  • Klima: teilweise pannonisch
  • 539 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Kamptal“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 3.567 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 1.958,04 54,9 %
Riesling 363,75 10,2 %
Müller-Thurgau (Rivaner) 140,80 3,9 %
sonstige Sorten weiß 467,90 13,1 %
Summe Weißweinsorten Kamptal 2.930,48 82,2 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 448,12 12,6 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 44,64 1,3 %
Blauburger 30,17 0,8 %
sonstige Sorten rot 113,34 3,2 %
Summe Rotweinsorten Kamptal 636,28 17,8 %

Traisental

Datei:Traisental Weingaerten.jpg
Weinlandschaft bei Inzersdorf ob der Traisen (Traisental)
  • Lage: Nördlich von St. Pölten bis zur Donau entlang der Traisen
  • Boden: sandige Lössböden, Konglomerate
  • Klima: sonnig und warm
  • 344 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Traisental“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 861 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 535,80 62,3 %
Riesling 55,19 6,4 %
Muskateller 30,84 3,6 %
sonstige Sorten weiß 123,68 14,4 %
Summe Weißweinsorten Traisental 745,52 86,6 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 71,42 8,3 %
Blauer Portugieser 12,77 1,5 %
Blauburger 6,79 0,8 %
sonstige Sorten rot 24,17 2,8 %
Summe Rotweinsorten Traisental 115,16 13,4 %

Wagram

Weingarten bei Kirchberg am Wagram
Weingarten bei Kirchberg am Wagram (Wagram)
  • Lage: östlich von Krems an der Donau, Klosterneuburg gehört ebenfalls dazu
  • Boden: Löss und Flussschotter
  • Klima: Pannonisches Klima (im westlichen Wagram bei Krems noch leichter atlantischer Einfluss)
  • Bekannte Rieden: Brunnthal, Fumberg, Mordthal, Rosenberg, Steinberg
  • 572 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Wagram“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 2.411 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 1.301,81 54,0 %
Riesling 133,68 5,5 %
Roter Veltliner 115,20 4,8 %
sonstige Sorten weiß 439,62 18,2 %
Summe Weißweinsorten Wagram 1.990,31 82,5 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 289,77 12,0 %
Blauburger 27,40 1,1 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 23,00 1,0 %
sonstige Sorten rot 80,56 3,3 %
Summe Rotweinsorten Wagram 420,73 17,5 %

Weinviertel

Datei:Grengersdorf z04.jpg
Kellergasse Großengersdorf (Weinviertel)
  • Lage: nordöstlichster Teil von Niederösterreich
  • Boden: sandige Lössböden, teilweise Lehm und Urgestein
  • Klima: heiß, trocken
  • 2.372 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Weinviertel“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 13.730 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 6.828,76 49,7 %
Welschriesling 894,12 6,5 %
Riesling 693,78 5,1 %
sonstige Sorten weiß 2.469,60 18,0 %
Summe Weißweinsorten Weinviertel 10.886,27 79,3 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 1.804,63 13,1 %
Blauer Portugieser 275,84 2,0 %
Blauburger 220,74 1,6 %
sonstige Sorten rot 542,87 4,0 %
Summe Rotweinsorten Weinviertel 2.844,09 20,7 %

Carnuntum

Datei:Kellergasse Prellenkirchen.jpg
Kellergasse in Prellenkirchen (Carnuntum)

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|{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]

|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}

  • Lage: Südöstlich von Wien
  • Das Weinbaugebiet Carnuntum DAC besteht aus dem Verwaltungsbezirk Bruck an der Leitha.<ref>DAC-Verordnung Carnuntum.</ref>
  • Boden: Lehm-, Sand- und Schotterböden
  • Klima: durch den Neusiedler See beeinflusst, daher sehr mild
  • 188 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Carnuntum“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 812 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 157,92 19,4 %
Chardonnay (Morillon) 52,43 6,5 %
Welschriesling 40,02 4,9 %
sonstige Sorten weiß 114,10 14,0 %
Summe Weißweinsorten Carnuntum 364,46 44,9 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 222,89 27,4 %
Blaufränkisch 97,39 12,0 %
Merlot 48,83 6,0 %
sonstige Sorten rot 78,69 9,7 %
Summe Rotweinsorten Carnuntum 447,81 55,1 %

Thermenregion

Datei:Deutschordens-Schloss 9103.jpg
Weinlandschaft rund um das Deutschordens-Schloss und die Pfarrkirche in Gumpoldskirchen (Thermenregion)
  • Lage: Südlich von Wien, Gumpoldskirchen bis Weikersdorf am Steinfelde
  • Boden: steinige Kalkböden, von einer vulkanischen Bruchlinie durchzogen
  • Klima: milde, pannonisch
  • 529 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Thermenregion“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 1.821 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 176,54 9,7 %
Rotgipfler 106,95 5,9 %
Chardonnay (Morillon) 103,67 5,7 %
sonstige Sorten weiß 650,04 35,7 %
Summe Weißweinsorten Thermenregion 1.037,21 56,9 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 256,14 14,1 %
St. Laurent 126,41 6,9 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 113,28 6,2 %
sonstige Sorten rot 288,43 15,8 %
Summe Rotweinsorten Thermenregion 784,27 43,1 %

Neusiedlersee

Datei:Austria Neusiedler See from west IMG 9086.JPG
Der Neusiedler See mit umgebender Kulturlandschaft (Neusiedlersee)
  • Lage: nördlich und östlich des Neusiedler Sees
  • Boden: sandig, Schotter, im Süden etwas Lehm
  • Klima: pannonisch
  • 819 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Neusiedlersee“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 5.959 ha (Die Weinbaugebiete Leithaberg und Neusiedlersee überlappen sich lt. Weingesetz auf einer Fläche von knapp 160 ha (Rieden Hausberg und Neuberg). Dadurch ist die bepflanzte Fläche des Burgenlandes um diesen überlappenden Bereich niedriger als die Summe aller burgenländischen Weinbaugebiete.)
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 592,28 9,9 %
Welschriesling 578,66 9,7 %
Chardonnay (Morillon) 439,12 7,4 %
sonstige Sorten weiß 1.415,61 23,8 %
Summe Weißweinsorten Neusiedlersee 3.025,66 50,8 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 1.397,77 23,5 %
Blaufränkisch 515,61 8,7 %
Merlot 228,06 3,8 %
sonstige Sorten rot 792,28 13,3 %
Summe Rotweinsorten Neusiedlersee 2.933,72 49,2 %

{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Leithaberg

Datei:Kapelle Ried Streifling.jpg
Ried Streifling am Leithagebirge bei Purbach (Leithaberg)
  • Lage: Gebiet entlang des Leithagebirges
  • Boden: Muschelkalk, Schiefer, Löss, Sand, Schwarzerde, teilweise steinig
  • Klima: pannonisch
  • Bekannte Rieden: Eisner, Felsenstein, Gloria, Goldberg, Himmelreich, Kreideberg, Point, Tatschler, Thenau
  • 548 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Leithaberg“ führen. Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust dürfen die Bezeichnung „Ruster Ausbruch DAC“ tragen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 2.955 ha (Die Weinbaugebiete Leithaberg und Neusiedlersee überlappen sich lt. Weingesetz auf einer Fläche von knapp 160 ha (Rieden Hausberg und Neuberg). Dadurch ist die bepflanzte Fläche des Burgenlandes um diesen überlappenden Bereich niedriger als die Summe aller burgenländischen Weinbaugebiete.)
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 398,37 13,5 %
Welschriesling 293,96 9,9 %
Chardonnay (Morillon) 229,47 7,8 %
sonstige Sorten weiß 661,19 22,4 %
Summe Weißweinsorten Leithaberg 1.582,99 53,6 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Blaufränkisch 597,93 20,2 %
Zweigelt 324,74 11,0 %
Merlot 115,73 3,9 %
sonstige Sorten rot 333,83 11,3 %
Summe Rotweinsorten Leithaberg 1.372,23 46,4 %

Rosalia

  • Lage: Gebiet des politischen Bezirkes Mattersburg
  • Boden: Braunerde, Löss
  • Klima: pannonisch
  • 89 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Rosalia“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 228 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 17,53 7,7 %
Chardonnay (Morillon) 6,10 2,7 %
Sauvignon Blanc 4,83 2,1 %
sonstige Sorten weiß 24,61 10,8 %
Summe Weißweinsorten Rosalia 55,49 23,3 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Blaufränkisch 106,51 46,8 %
Zweigelt 41,00 18,0 %
Merlot 8,62 3,8 %
sonstige Sorten rot 18,44 8,1 %
Summe Rotweinsorten Rosalia 174,56 76,7 %

Mittelburgenland

Datei:Horitschon Weinlandschaft.jpg
Weinlandschaft bei Horitschon (Mittelburgenland)
  • Lage: Hügelland um Oberpullendorf
  • Boden: schwere Lehmböden, zudem ein kleiner Anteil von Böden mit Schiefer- und Kalkanteil in Neckenmarkt und mit Kalkanteil in Ritzing
  • Klima: pannonisch
  • Bekannte Rieden: Bodigraben, Dürrau, Fabian, Goldberg, Himmelsthron, Hochäcker, Hochberg, Kalkofen, Kirchholz, Kohlenberg, Siglos, Sonnensteig, Spiegelberg
  • 222 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Mittelburgenland“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 2.026 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Grüner Veltliner 72,11 3,6 %
Chardonnay (Morillon) 23,94 1,2 %
Welschriesling 17,75 0,9 %
sonstige Sorten weiß 50,71 2,5 %
Summe Weißweinsorten Mittelburgenland 164,51 8,1 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Blaufränkisch 1.040,91 51,4 %
Zweigelt 480,25 23,7 %
Merlot 127,89 6,3 %
sonstige Sorten rot 212,51 10,5 %
Summe Rotweinsorten Mittelburgenland 1.861,55 91,9 %

Eisenberg

Datei:Eberau Gaaser Weinberg.JPG
Weinberg bei Gaas im Südburgenland (Eisenberg)
  • Lage: südöstlich von Pinkafeld bis Jennersdorf
  • Boden: sandige und tonige Lehmböden, eisenhaltig
  • Klima: pannonisch, mild
  • Bekannte Rieden: Weinberg, Ratschen, Bründlgfangen, Saybritz, Szapary, Reihburg
  • 667 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, nur DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Eisenberg“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 525 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Welschriesling 74,85 14,3 %
Chardonnay (Morillon) 12,63 2,4 %
Sauvignon Blanc 11,01 2,1 %
sonstige Sorten weiß 68,94 13,1 %
Summe Weißweinsorten Eisenberg 167,43 31,9 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Blaufränkisch 154,93 29,5 %
Zweigelt 21,67 4,1 %
Merlot 21,12 4,0 %
sonstige Sorten rot 160,01 30,5 %
Summe Rotweinsorten Eisenberg 357,73 68,1 %

Wien

Datei:Kadoltsberg Wien Liesing.JPG
Weingärten am Kadoltsberg in Wien-Mauer (Wien)

{{#if: Weinbau in Wien|{{#ifexist:Weinbau in Wien|

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→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]

|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}

Das Weinbaugebiet Wien liegt innerhalb der Stadtgrenzen. Die Anbaufläche von gut 600 ha<ref name="wewb2019" /> macht Wien zur einzigen Hauptstadt der Welt mit nennenswerter Weinproduktion, wobei auch die Stadt Wien selbst ein Weingut unterhält. Als regionale Besonderheit gilt der gemischte Satz, im Gegensatz zur Cuvée werden unterschiedliche Rebsorten bereits nach der Lese gemeinsam zu Wein weiterverarbeitet.

  • Lage: innerhalb der Stadtgrenzen, hauptsächlich im Norden und Westen von Wien (siehe Liste der Rieden in Wien)
  • Boden: Schiefer, Schotter- und Lössböden
  • Klima: Pannonisches Klima
  • 173 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Wiener Gemischter Satz“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 588 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Anbau als Wiener Gemischter Satz 239,21 40,7 %
Grüner Veltliner 92,84 15,8 %
Riesling 45,94 7,8 %
sonstige Sorten weiß 114,64 19,5 %
Summe Weißweinsorten Wien 492,64 83,7 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 32,63 5,5 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 19,46 3,3 %
Merlot 10,04 1,7 %
sonstige Sorten rot 33,48 5,7 %
Summe Rotweinsorten Wien 95,61 16,3 %

Weinbauregion Steirerland

Das Steirerland ist mit einer Rebfläche von rund 5.110 ha<ref name="wewb2019" /> nach dem Weinland die zweitgrößte Weinbauregion Österreichs. Dies entspricht ca. 12 %.<ref name="wewb2019" /> der gesamten Rebfläche Österreichs. In der Weinbauregion Steirerland werden noch drei Weinbaugebiete unterschieden. Außerdem gibt es 0,05 ha<ref name="wewb2019" />, die keinem Weinbaugebiet zugeordnet sind.

Die Weinberge befinden sich in der Regel in Steillagen auf einer Höhe bis zu {{#ifeq: Vorlage:Höhe/Fmt|Expression error: Unrecognised punctuation character "."|Vorlage:Höhe/Fehler in Parameterliste|}}{{#if: 700

 |{{#if: AT
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     }}
   }}
 | Höhenwert fehlt, siehe VorlagenbeschreibungVorlage:Höhe/Fehler in Parameterliste

}} Die Witterung ist schwach kontinental, im Sommer warm und im Winter mäßig kalt. Im Durchschnitt fallen ca. 1.000 mm/Jahr Niederschlag. Dieses Klima macht die Steiermark zu einem Weißwein-Land. Circa 4.200 ha Rebfläche sind mit weißen Reben bestockt<ref name="wewb2019" />. Die wichtigsten Rebsorten sind der Sauvignon Blanc, der Welschriesling und der Weißburgunder. Bei den roten Rebsorten dominieren der Blaue Wildbacher (Schilchertraube) und der Zweigelt. Eine Besonderheit der Steiermark ist der Steirische Junker, ein trockener Jungwein, der im Jahr der Ernte auf den Markt kommt. Die Bezeichnung „Steirischer Junker“ ist eine geschützte Weinmarke.

{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Vulkanland Steiermark

Datei:Klöch 9228.JPG
Weinlandschaft bei Klöch (Vulkanland Steiermark)

Bezeichnung bis 2015: Süd-Oststeiermark<ref>Weingesetznovelle Namensumbenennung 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.</ref>

  • Lage: oststeirisches Hügelland zwischen Hartberg, Fürstenfeld, St. Anna am Aigen und Klöch
  • Boden: Lehm, vulkanisches Verwitterungsgestein
  • Klima: Übergang zwischen trockenem pannonischen und feuchtem Mittelmeerklima
  • 998 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Vulkanland Steiermark“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 1.657 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Welschriesling 305,47 18,4 %
Weißer Burgunder (Pinot Blanc) 291,55 17,6 %
Sauvignon Blanc 187,80 11,3 %
sonstige Sorten weiß 613,28 37,0 %
Summe Weißweinsorten Vulkanland Steiermark 1.398,09 84,4 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 141,19 8,5 %
Blauer Wildbacher 24,42 1,5 %
Merlot 13,26 0,8 %
sonstige Sorten rot 79,54 4,8 %
Summe Rotweinsorten Vulkanland Steiermark 258,42 15,6 %

Südsteiermark

Datei:Klapotetz.jpg
Klapotetz im Sausal (Südsteiermark)
  • Lage: steirisch-slowenisches Grenzland, Sausaler Weingebiet, Leibnitz
  • Boden: Schiefer, Sand, Mergel, Urgestein und Kalk, Sammelbegriff dafür ist Opok
  • Klima: südeuropäisch
  • 536 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • das gesamte Weinbaugebiet ist ein DAC, DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Südsteiermark“ führen.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 2.798 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Sauvignon Blanc 721,22 25,8 %
Welschriesling 412,30 14,7 %
Muskateller 404,29 14,5 %
sonstige Sorten weiß 1.013,00 36,2 %
Summe Weißweinsorten Südsteiermark 2.547,20 91,0 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Zweigelt 107,53 3,8 %
Blauer Wildbacher 88,20 3,2 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 12,66 0,5 %
sonstige Sorten rot 38,62 1,4 %
Summe Rotweinsorten Südsteiermark 247,00 8,8 %

Weststeiermark

Datei:Panorama Schilcher Weingegend, Weststeiermark.jpg
Weinlandschaft im Schilcherland im Bezirk Voitsberg (Weststeiermark)
  • Lage: Weststeirisches Hügelland zwischen Deutschlandsberg und Ligist
  • Boden: Gneis, Schiefer und Lagen aus Sedimentgesteinen (hauptsächlich Mergel) unter dem Sammelbegriff Opok
  • Klima: illyrisches Klima
  • 225 Weinbaubetriebe.<ref name="wewb2019" />
  • Das gesamte Weinbaugebiet ist im Rahmen des DAC-Systems als Appellation klassifiziert. DAC-Weine dürfen die Herkunftsbezeichnung „Weststeiermark“ führen. Besonderheit: In der Weststeiermark ist mit dem Schilcher ein sehr spezifischer Wein beheimatet. Der Schilcher ist gesetzlich besonders geschützt und darf nur aus der Blauen Wildbacher Rebe als Rosé gewonnen werden, deshalb kommt der Weststeiermark als Hauptanbaugebiet dieser Sorte eine besondere Bedeutung zu.
  • Anbaufläche<ref name="wewb2019" />: 655 ha
Weißweinsorte Rebfläche ha %
Sauvignon Blanc 55,49 8,5 %
Weißer Burgunder (Pinot Blanc) 53,20 8,1 %
Muskateller 32,16 4,9 %
sonstige Sorten weiß 88,86 13,6 %
Summe Weißweinsorten Weststeiermark 229,70 35,1 %
Rotweinsorte Rebfläche ha %
Blauer Wildbacher 405,67 61,9 %
Zweigelt 8,66 1,3 %
Blauer Burgunder (Pinot Noir) 1,61 0,2 %
sonstige Sorten rot 9,47 1,4 %
Summe Rotweinsorten Weststeiermark 425,42 64,9 %

Weinbauregion Bergland

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In dieser Region sind die Anbaugebiete der fünf Bundesländer Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg zusammengefasst. Diese spielen mit insgesamt 243 ha (231 Betriebe)<ref name="wewb2019" /> noch eine eher untergeordnete Rolle.

Sturm, Staubiger, Heuriger

Datei:Wieninger Nussberg.jpg
Der Weingartenheurige Wieninger am Nussberg, 2018

Als Sturm wird in Österreich noch in Gärung befindlicher Rebensaft bezeichnet. Anders als bei dem je nach Region meist sehr beliebten Süßmost handelt es sich hierbei um ein alkoholisches Getränk. Sturm kommt nur für kurze Zeit und in meist bloß mit einer Folie abgedeckten Flaschen in den Handel. Im Endstadium der Gärung wird der (ungefilterte) Rebensaft in Österreich als „Staubiger“ bezeichnet.

Der Jungwein wird traditionell zu Martini (am 11. November) „getauft“ und damit zum „Heurigen“, der von Gesetzes wegen noch bis zum 31. Dezember des Folgejahres in solcher Weise bezeichnet werden darf. In der Steiermark ist für solchen Jungwein auch das Wort Junker gebräuchlich und ist als Bezeichnung Steirischer Junker geschützt.

Heuriger bezeichnet in Österreich neben dem genannten Wein auch die Buschenschank, die ihn vertreibt. Diese Bedeutung des Wortes, das ursprünglich die Selbstvermarktung des Jungweins durch den Winzer ausdrückte, ist allerdings nicht gesetzlich geschützt, weshalb jeder Gastronomiebetrieb als „Heuriger“ bezeichnet werden darf. Es gibt in Wien auch eine Anzahl von Weingartenheurigen, bei denen die Tische am Rande eines Weingartens oder zum Teil sogar zwischen den Rebzeilen platziert sind.

Tafeltrauben

Obwohl Österreich traditionell ein traubenproduzierendes Land ist, wird der Großteil der im Handel vertriebenen Tafeltrauben aus dem Ausland importiert.<ref>Artikel auf muttererde.at.</ref> Um diese Situation zu ändern, wurde 2007 von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, der Wein- und Obstbauschule Klosterneuburg und der Handelskette Spar das Gemeinschaftsprojekt „Weinviertler Tafeltraube“ ins Leben gerufen. Zu Beginn des Projekts beteiligten sich mit einer Neuauspflanzung von 11,5 Hektar 13 Weinviertler Winzer daran. Mit der Ernte 2010 wurden die ersten Tafeltrauben aus diesem Projekt in ausgewählten Spar-Filialen in Wien und Niederösterreich angeboten.<ref>Walter Kaltzin: Weinviertler Tafeltrauben im Lebensmittelhandel. Projekt steht für Regionalität und Klimaschutz Artikel vom 29. September 2010 auf der-winzer.at.</ref><ref>„Weinviertler Tafeltraube“ kooperiert mit Handelskette Spar Artikel vom 22. September 2010 auf noe.gv.at.</ref>

Weinbildung in Österreich

Es gibt in Österreich eine Anzahl von mit dem Weinbau in Verbindung stehende Bildungseinrichtungen. Eine renommierte Lehranstalt mit Maturaabschluss ist die am 12. April 1860 gegründete Klosterneuburger Weinbauschule. Die Absolventen erwerben nach einer dreijährigen Berufspraxis den Ingenieurstitel.<ref>Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau auf weinobst.at, abgerufen am 28. Mai 2024</ref> Weitere Schulen mit praxisbezogenem Ausbildungcharakter sind die Weinbauschulen in Eisenstadt, Gumpoldskirchen, Krems an der Donau, Leibnitz und Mistelbach sowie die Landwirtschaftliche Fachschule Hollabrunn.<ref>Der Schulbetrieb der ehemaligen Winzerschule in Retz wurde nach Hollabrunn verlegt. Vgl. Josef Pleil: Weinbauschulwesen und Berufsausbildung. In: Willi Klinger, Karl Vocelka (Hrsg.): Wein in Österreich. Die Geschichte. 2. Auflage. Brandstätter, Wien 2020, ISBN 978-3-7106-0350-1, S. 564–567.</ref><ref>Weinbauschulen auf oesterreichwein.at, abgerufen am 28. Mai 2024.
Weinbauschule Gumpoldskirchen geht neue Wege ots-Meldung vom 5. Juni 1998, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref>

Mit der Einführung eines Weinstudiums an der Universität für Bodenkultur Wien im Jahr 2004 wurde die Önologie in Österreich erstmals auf universitäres Niveau gehoben. Deren Etablierung an der Universität für Bodenkultur Wien ist der Initiative und den langjährigen Bemühungen von deren langjährigem Rektor Manfried Welan zu verdanken. Das ursprünglich als Bakkalaureat ausgerichtete Studium „Önologie und Weinmarketing“ wurde 2014 durch das von der Universität für Bodenkultur Wien gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim angebotene Masterstudium „Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft“ abgelöst.<ref>BOKU-Altrektor Manfried Welan, 1937–2024. In Vinaria, Online-Version vom 27. Mai 2024, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref><ref>BOKU und Geisenheim feiern 150 Jahre. In: Der Winzer, Online-Version vom 24. Oktober 2022, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref>

Im Fachhochschulbereich kann in Eisenstadt an der FH Burgenland „Internationales Weinmarketing“ studiert werden.<ref>Internationales Weinmarketing auf fh-burgenland.at, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref> Weiters bietet in Krems an der Donau die IMC Fachhochschule Krems das Bachelor-Studium „International Wine Business“ an.<ref>Bachelor-Studium International Wine Business auf fh-krems.ac.at, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref>

In Rust am Neusiedler See bietet die 1991 gegründete Weinakademie Österreich mit dem Weinakademiker Diploma die Ausbildung zum internationalen Weinspezialisten an. Am Ende der Ausbildung steht die Graduierung zum Weinakademiker. Darüber hinaus offeriert die Weinakademie Österreich ein breit gefächertes Seminarangebot für ein weininteressiertes Publikum.<ref>Weinakademie Österreich auf weinakademie.at, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref>

Brauchtum

Datei:Perchtoldsdorfer Hiataeinzug 121117.jpg
Perchtoldsdorfer Hiataeinzug, 12. November 2017

Nachdem der Weinbau in Österreich eine lange Tradition aufweist, ist damit ein althergebrachtes Brauchtum verbunden. Während die alten Arbeitsbräuche, die ganz direkt bei diversen weinbaulichen Arbeitsvorgängen geübt wurden, im Zuge der Mechanisierung des Weinbaus, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts mit der weitflächigen Einbindung von Traktoren in Österreich vollzogen wurde, größtenteils eingestellt wurden, wird das mit dem Weinbau verbundene Festbrauchtum in so manchen Bereichen auch heute noch gepflogen.<ref>Vgl. Johann Werfring: Vom Einsaufen der jungen Reben. Arbeitsbräuche aus alter Zeit. In: Vinaria 03/2024, S. 168 f.; weiters: Johann Werfring: Weinbräuche in Österreich. edition lex liszt 12, Oberwart 2021, ISBN 978-3-99016-178-4, S. 12–14.</ref> So wird beispielsweise um den 11. November (Martinitag) in vielen Weinorten die Weintaufe, mithin die „Taufe“ des Jungweines, die eigentlich eine Segnung ist, durchgeführt. Im Rahmen einer Zeremonie geben prominente Paten dem „Taufwein“ einen speziellen Namen.<ref>Isabel Schmidt: Further Wein getauft. Artikel in der NÖN, Online-Version vom 29. November 2018, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref><ref>Weintaufe in Weißenkirchen in der Wachau auf wachau-blog.at, Artikel vom 3. September 2016, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Auch Erntedankfeste werden mit Weinbaubezug gefeiert. Der in diesem Sinne alljährlich am Sonntag nach Leonhardi (6. November) abgehaltene Perchtoldsdorfer Hütereinzug (vulgo „Perchtoldsdorfer Hiataeinzug“), der aufgrund seiner alten Tradition im Jahr 2010 von der Österreichischen UNESCO-Kommission als Immaterielles Kulturerbe in Österreich unter Schutz gestellt wurde, gilt als größtes Erntedankfest in Ostösterreich.

So manche Brauchtumsveranstaltungen zum Thema Wein stellen einen bedeutenden regionalen Wirtschaftsfaktor dar. Die höchste Publikumsfrequenz bezüglich Brauchtumspflege weisen die Weinorte Perchtoldsdorf, Neustift am Walde, Retz, Poysdorf, Gamlitz, Klosterneuburg und Podersdorf am See auf.<ref>Johann Werfring: Weinbräuche in Österreich. edition lex liszt 12, Oberwart 2021, ISBN 978-3-99016-178-4, S. 13 f.</ref>

Literatur

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Titelseite des „Weinbuchs“ von Johann Rasch, Nachdruck der Ausgabe 1580
  • Johann Rasch: Weinbuch. Das ist: Vom baw und pflege des Weins / Wie derselbig nützlich sol gebawet / Was ein jeder Weinziher oder Weinhawer zuthun schuldig / Auch was für nutz und schaden durch sie kann ausgericht werden, Allen Weingart Herren sehr nothwendig zu wissen. München 1580.
  • Wolf Helmhardt von Hohberg: Georgica curiosa. Das ist: Umständlicher Bericht und klarer Unterricht Von dem Adelichen Land- und Feldleben. Endter, Nürnberg 1682, hier: Der Adelichen Land- und Feld-Lebens Vierdten Buchs Erster Theil. Wein-Garten, S. 329–385.
  • Stephan Sixsey: Unter-österreichischer Land-Compaß. Auß welchem unterschiedliche schöne Landsbräuch und Gewohnheiten, auch ein gewisser Einwurff der Anschläg und Schätzungen … angezeigt wird. 3., verb. Aufl., Wienn 1749.
  • Anton Hiltenbrand: Oesterreichischer Weinbau-Katechismus oder Kurtzer Unterricht vom Weinbau in Oesterreich. Hilscher, Leipzig 1777.
  • Franz von Heintl: Der Weinbau des österreichischen Kaiserthums. 2 Bände, Wien 1821–1835 (= Die Landwirtschaft des österreichischen Kaiserthumes. Band 4 und 5).
  • Johann Burger: Systematische Klassifikation und Beschreibung der in den österreichischen Weingärten vorkommenden Traubensorten. Wien 1837.
  • Johann Burger: Beiträge zur Kenntniß des gegenwärtigen Zustandes des Weinbaus in Österreich. In: Verhandlungen. NF 8/2, Wien 1840.
  • August Wilhelm von Babo: Bericht über die im Auftrage des k. k. Ministeriums für Handel und Volkswirthschaft unternommene Bereisung der Weinbau treibenden Kronländer Oesterreichs. Gerold, Wien 1864.
  • Robert Schröer: Der Weinbau und die Weine Oesterreich-Ungarns. Eine Skizze (= Archiv für Landwirtschaft 9), Hitschmann, Wien 1889 (online).
  • Matthias Arthold: Österreichs Weinbau und Weinbaustätten. Ein Führer durch das österreichische Weinland. 3. Auflage, Verlag des Hauptverbandes der Weinbautreibenden Oesterreichs, Wien 1924.
  • Friedrich Zweigelt: 15 Jahre Rebenzüchtung in Österreich. In: Das Weinland 7 (1935), S. 385–387.
  • Robert Schlumberger: Weinhandel und Weinbau im Kaiserstaate Österreich 1804–1918. Ergebnisse der Durchforschung eines Geschäftsarchivs und anderer bisher unbeachtet gebliebener Quellen. Agrarverlag, Wien 1937.
  • Matthias Arthold: Die Weinbaugebiete und Weine der Ostmark. Ein Führer durch das ostmärkische Weinland. Agrarverlag, Wien 1938.
  • Alfred Hoffmann: Weinfuhren auf der österreichischen Donau in den Jahren 1480–1487. In: Aus Verfassungs- und Landesgeschichte. Festschrift für Theodor Mayer. Band 2, Sigmaringen 1955.
  • Robert Schlumberger: Die blaue Portugieser-Rebe und die Sonderstellung von Vöslau in der Weinbaugeschichte Österreichs. In: Unsere Heimat 34, 1963, S. 1–13.
  • Hans Traxler (Hrsg.): Das österreichische Weinbuch. Hrsg. unter Patronanz des Bundesverbandes der Weinbautreibenden Österreichs. Austria Press, Wien 1963.
  • Hans Christoph Schmidt: Der Weinbau in Österreich. Eine geographische Untersuchung seiner Grundlagen und Erscheinungsformen. Dissertation, Freiburg im Breisgau 1965.
  • Lenz Moser: Weinbau einmal anders. Ein Weinbaubuch für den fortschrittlichen Weinbauern. 4. Auflage. Österreichischer Agrarverlag, Wien 1966.
  • Georg Grüll: Quellen zur Geschichte des Weinbaues in Niederösterreich. In: Mitteilungen des Kremser Stadtarchivs 9 (1969), S. 57–63.
  • György Sebestyén (Hrsg.): Das große österreichische Weinlexikon. Verlag Molden, Wien 1978, ISBN 3-217-00819-7.
  • Oskar Jursa, Walter Ruckenbauer: Wein aus Österreich. Ein Buch für Kenner und Genießer. Kremayr & Scheriau, Wien 1971.
  • Peter Feldbauer: Lohnarbeit im österreichischen Weinbau. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 38, 1975, S. 227–243.
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  • Berndt Anwander und Cordula Loidl-Reisch: Kellergassen in Österreich. Ein Führer zu 325 Orten in den Weinbaugebieten. Wien 1989.
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Weblinks

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Vorlage:Wikidata-Registrierung

  • Österreich Wein Marketing GmbH
  • Riedenkarten.at – sämtliche Weinbaugebiete Österreichs
  • {{#invoke:Vorlage:BGBl|getbgbl|I Nr. 111/2009|text={{{text}}}}}: Bundesgesetz über den Verkehr mit Wein und Obstwein (Weingesetz 2009) von Österreich
  • Weingartengrunderhebung 2015 (PDF) auf statistik.at (die nächste Grunderhebung ist im Jahr 2020 geplant)
  • Karl Bauer: Der österreichische Weinbau und seine Geschichte. Gesellschaft für Geschichte des Weines, Krems 2015 (geschichte-des-weines.de, PDF, Vortrag auf der Herbsttagung der Gesellschaft für Geschichte des Weines am 26. September 2015 in Krems an der Donau).

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />