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G8-Gipfel in Tōyako 2008

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:34th G8 summit member 20080708.jpg
„Familienfoto“ der G8
Datei:Windsor Hotel Toya side by veroyama at lakeside of Toya.jpg
Tagungsort und Unterkunft Windsor-Hotel

Der G8-Gipfel in Tōyako 2008 war ein Treffen der Gruppe der Acht im japanischen Tōyako. Der insgesamt 34. G8-Gipfel fand vom 7. bis 9. Juli 2008 statt. Zum ersten Mal nahmen die seit dem vorigen Gipfel neu ernannten Staats- bzw. Regierungschefs Russlands, des Vereinigten Königreichs und des Gastgeberlands Japan teil, Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, Gordon Brown und Yasuo Fukuda. US-Präsident George W. Bush wird vor dem nächsten G8-Gipfel sein Amt abgeben, er vertrat seine Nation damit zum letzten Mal. Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi nahm nach mehrjähriger Unterbrechung wieder an einem G8-Gipfel teil.

Teilnehmer

Datei:34th G8 summit member 20080707.jpg
Gruppenfoto der G8 beim japanischen tanabata-Fest
Staats- bzw. Regierungschefs der G8
KanadaDatei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada Stephen Harper
FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Nicolas Sarkozy
DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland Angela Merkel
ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Silvio Berlusconi
JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan Yasuo Fukuda
RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland Dmitri Anatoljewitsch Medwedew
Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Gordon Brown
Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten George W. Bush

Eingeladene Beobachter

Datei:G-8+G-5 in 2008.jpg
Gruppenfoto der G8+G5
Regierungschefs der
Outreach-Staaten
BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien Luiz Inácio Lula da Silva
IndienDatei:Flag of India.svg Indien Manmohan Singh
MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko Felipe Calderón
China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China Hu Jintao
SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Südafrika Thabo Mbeki
Internationale Organisationen

Themen

Afrika

Datei:George W Bush and Jakaya Kikwete 20080707.jpg
US-Präsident George W. Bush trifft Präsident Jakaya Kikwete von Tansania

Es wird erwartet, dass die Zukunft Afrikas eine wichtige Rolle in den Beratungen spielen wird. Bereits im April 2007 hatte die französische Presseagentur Agence France-Presse gemeldet, dass Gastgeber Fukuda im Gespräch mit dem damaligen italienischen Regierungschef Romano Prodi eine gemeinsame Afrikapolitik als dringendes Ziel der G8-Beratungen genannt hatte. Umso mehr wird dieses Thema in den Blickpunkt rücken, nachdem auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm vom Vorjahr die Konzertierung von Hilfsmaßnahmen für den Kontinent und Verhandlung über die Entschuldung der Länder keinen Schwerpunkt gebildet hatten. Bereits im Vorfeld war auf den Bericht der Kommission für Afrika 2005 verwiesen worden, der nahelegte, die Afrikapolitik solle vielmehr Thema des 34. Gipfels 2008 sein. Passend dazu fand Ende Mai 2008 in Yokohama die 4. Internationale Tokioter Konferenz zur Afrikanischen Entwicklung (TICAD) statt. Die britische Denkfabrik Overseas Development Institute (ODI) erwartet gleichfalls, dass Japan seinen bereits im Jahr 2000 bei der 26. Runde der G8 in Okinawa gesetzten Fokus auf die Entwicklungsländer weiterverfolgen werde.<ref name="ODI G8 Blog"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Japan G8 in 2008: a New Year’s Resolution for delivery on the big questions? (Memento vom 6. Februar 2008 im Internet Archive), ODI Blog, 20. Dezember 2007</ref>

Klimaveränderung und nachhaltige Energiequellen

Im Frühjahr 2007 kündigte Fukuda an, sein Kabinett werde den Entwurf einer Klimaschutzvereinbarung erarbeiten, die auch die Unterstützung Chinas und der USA finden werde. Der Post-Kyoto-Prozess werde voraussichtlich Gegenstand der Beratungen sein. Dazu gehört die Konkretisierung der bei der UN-Klimakonferenz auf Bali eingegangenen Selbstverpflichtungen. In der Abschlusserklärung sprechen die Gipfelteilnehmer von der gemeinsamen Vision, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 50 Prozent zu reduzieren. In Heiligendamm war diese Absicht nur „ernsthaft in Betracht [gezogen]“ worden. Außerdem wird betont, wie wichtig der Beitrag der Schwellenländer zur Erreichung dieses Ziels sei.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hokkaido Toyako Summit – Environment and Climate Change (Memento vom 1. August 2008 im Internet Archive)</ref> Dazu fand am letzten Tag des Gipfels ein Treffen der G8 mit den Outreach-Staaten sowie Australien und Indonesien statt. Thema dieses Treffen war die Energiesicherheit und der Klimawandel.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hokkaido Toyako Summit – Declaration of Leaders Meeting of Major Economies on Energy Security and Climate Change (Memento vom 12. Juli 2008 im Internet Archive)</ref>

In diesem Zusammenhang will die japanische Regierung die Nutzung der Kernenergie zur Reduktion der Treibhausgasemissionen fördern und beim G8-Gipfel gemeinsame Richtlinien für die Sicherheit von Kernkraftwerken verabschieden.<ref>Japan Times, 20. April 2007: Japan to pitch global nuclear safety rules at G8 summit</ref>

Weltwirtschaft

Ein weiteres zentrales Thema des Gipfels war die Entwicklung der Weltwirtschaft vor dem Hintergrund der Finanz- und Immobilienkrise. Die Erklärung zur Weltwirtschaft<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hokkaido Toyako Summit – World Economy (Memento vom 12. Juli 2008 im Internet Archive)</ref> zeichnet dennoch einen optimistischen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung. Den steigenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreisen sei am besten durch offene und transparente Märkte zu begegnen.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Schutz des geistigen Eigentums. Der im Mai 2008 an die Öffentlichkeit gelangte Entwurf des geplanten Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA), das eine strenge Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen vorsieht, wurde im Vorfeld von NGOs scharf kritisiert. Die Gipfelteilnehmer erklärten ihre Absicht, das Abkommen bis zum Ende des Jahres 2008 zu unterzeichnen.

Sicherheitspolitik

Auf der Tagesordnung standen auch die Bekämpfung des Terrorismus und die Erschwerung der Proliferation von nuklearen Waffentechnologien. Im Hinblick auf Nordkorea wurde das Streben nach einer diplomatischen Lösung im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche bekräftigt, in denen auch die für die japanische Regierung besonders wichtige Frage der entführten japanischen Staatsbürger eingeschlossen werden solle. Der Iran wurde von den Teilnehmern aufgefordert, sein Urananreicherungsprogramm gemäß den Resolutionen des VN-Sicherheitsrates einzustellen und voll mit der Internationalen Atomenergieorganisation zu kooperieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hokkaido Toyako Summit – Political Issues (Memento vom 12. Juli 2008 im Internet Archive)</ref>

Proteste

Datei:2008 G8 Summit Antiglobalist Demonstration March.jpg
Proteste in Japan

Ebenso wie bei den vorigen G8-Gipfeln wurden auch auf Hokkaidō zehntausende Demonstranten erwartet, 20.000 Polizisten sollen im Einsatz gewesen sein.<ref>focus.de: Japan: Globalisierungsgegner bei G-8-Gipfel auf Focus Online (abgerufen am 16. Juni 2008)</ref> Laut einem Indymedia-Beitrag wurden mehr als 40 Aktivisten aus dem Gewerkschafts-Umfeld festgenommen.<ref>de.indymedia.org: Japan: Zunehmende Repression vor G8 (abgerufen am 16. Juni 2008)</ref> Am 29. Juni fanden erste Demonstrationen mit mehr als tausend Teilnehmern in Tokio statt.<ref>Focus: G8-Gipfel ruft Proteste hervor</ref>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: G8-Gipfel in Tōyako 2008 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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