G8-Gipfel in Évian-les-Bains 2003
Der G8-Gipfel in Évian-les-Bains, Frankreich 2003 war das 29. Gipfeltreffen der Regierungschefs der Gruppe der Acht. Das Treffen fand unter dem Vorsitz des französischen Präsidenten Jacques Chirac vom 1. bis 3. Juni 2003 statt.
Teilnehmer
Staats- bzw. Regierungschefs der G7 und Vertreter der Europäischen Union
Eingeladene Staats- bzw. Regierungschefs
- Datei:Flag of Algeria.svg Algerien
- Datei:Flag of Brazil.svg Brasilien
- Datei:Flag of the People's Republic of China.svg China
- Datei:Flag of Egypt.svg Ägypten
- Datei:Flag of Greece.svg Griechenland
- Datei:Flag of India.svg Indien
- Datei:Flag of Malaysia.svg Malaysia
- Datei:Flag of Mexico.svg Mexiko
- Datei:Flag of Nigeria.svg Nigeria
- Datei:Flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien
- Datei:Flag of Senegal.svg Senegal
- Datei:Flag of South Africa.svg Südafrika
- Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Eingeladene internationale Organisationen
- Datei:Flag of the United Nations.svgVereinte Nationen
- Datei:Weltbank-Logo.svgWeltbank
- Datei:International Monetary Fund logo.svg Internationaler Währungsfonds
- Datei:Logo WTO-OMC.svgWelthandelsorganisation<ref>Delegationen beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains 2003 (Universität Toronto)</ref>
Agenda
Stärkung des Wachstums weltweit
Zur Stärkung des weltweiten Wachstums sprachen sich die Teilnehmer für eine solide makroökonomische Politik, eine Liberalisierung des Welthandels und die Bekämpfung der Korruption aus. In der Abschlusserklärung betonten die Gipfelteilnehmer, dass „wesentlich Abwärtsrisiken“ für die Weltwirtschaft abgenommen hätten und die Voraussetzungen für einen Wirtschaftsaufschwung gegeben seien. Die G8-Länder erklärten, dass sie sich weiterhin um eine Förderung des Wachstums ihrer Volkswirtschaften bemühen würden. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang auch Strukturreformen an den Kapital-, Arbeits- und Produktmärkten.<ref name="faz.net 3. Juni 2003">Schröder rechnet mit Erholung der Konjunktur. faz.net, 3. Juni 2003, abgerufen am 22. September 2015.</ref> Bundeskanzler Schröder äußerte seine Erwartung, dass sich die wirtschaftliche Lage Deutschland in der zweiten Jahreshälfte beleben werde.<ref>Schröder mit G-8-Treffen zufrieden. "Streit über Irak-Politik überwunden". handelsblatt.com, 3. Juni 2003, abgerufen am 22. September 2015.</ref> Im Zusammenhang mit der Schwäche seiner Landeswährung kündigte US-Präsident Bush an, sein Land werde am Ziel eines starken Dollars festhalten. Die Äußerung wurde mit Skepsis aufgenommen.<ref>Eine Währung zeigt Muskeln. welt.de, 4. Juni 2004, abgerufen am 22. September 2015.</ref>
Die Regierungschefs der G8-Staaten vereinbarten, Finanzkrisen künftig durch vermehrte Transparenz vorbeugen zu wollen.<ref name="theguardian.com 3. Juni 2003">Full text: the G8 final statement. theguardian.com, 3. Juni 2003, abgerufen am 22. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Stärkung nachhaltiger Entwicklung
Die Themen zur nachhaltigen Entwicklung umfassten Afrika, Hunger, Wasser, Gesundheit, Entwicklungsfinanzierung, Entschuldung, Wissenschaft und Technologie für nachhaltige Entwicklung, Meeresumwelt und Tankschiffsicherheit und nukleare Sicherheit. Die Staats- und Regierungschefs bestätigten, dass sie weiterhin an der Hilfepolitik für Afrika und der Entschuldungsinitiative für die ärmsten Länder der Erde (HIPC) festhalten würden. Die G8 verständigten sich zudem über eine weitere Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitswesens in Afrika.<ref name="faz.net 3. Juni 2003" />
Verbesserung der Sicherheitslage
Zur Verbesserung der Sicherheitslage unterzeichneten die Teilnehmer eine gemeinsame Erklärung zu Massenvernichtungswaffen, um die unkontrollierte Verbreitung von atomaren, biologischen oder chemischen Waffen zu verhindern. Weiter ging es um Bekämpfung von Terrorismus, eine bessere Kontrolle von tragbaren Flugabwehrraketen und eine globale Partnerschaft bei der Abrüstung atomarer Waffen.<ref name="bmwi.de 2003" />
Regionale Fragen
Bei dem 29. Gipfeltreffen standen der Krieg im Irak, das Atomprogramm und humanitäre Probleme in Nordkorea, Kampf gegen Drogen in Afghanistan und Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe auf der Tagesordnung.<ref name="bmwi.de 2003"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dokumentation des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit ( vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB)</ref> Als Ziel künftiger Irak-Politik erklärten die G8-Staaten, dass der Irak ein „eigenständiger, stabiler und demokratischer“ Staat werde.<ref name="faz.net 3. Juni 2003" /> Diskutiert wurden auch der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, sowie die Lage in Algerien und im Iran.<ref name="theguardian.com 3. Juni 2003" />
Proteste
Zur Absicherung des Gipfels waren 000 Soldaten in der Schweiz im Einsatz. 20.000 Sicherheitskräfte wurden in Frankreich eingesetzt, 10.000 in der Schweiz. Auch 1050 deutsche Beamte waren in der Schweiz im Einsatz.<ref name="warum">Warum kappte der Polizist das Seil? swissinfo.ch, 13. Februar 2006.</ref><ref>Attac wirft Polizei "überzogenes Vorgehen" bei Protesten in Evian vor. Der Standard, 2. Juni 2003.</ref>
Während des Gipfels kam es zu Protesten in Genf, Lausanne und im französischen Annemasse<ref>Heißer Auftakt für den G-8-Gipfel. Spiegel Online, 1. Juni 2003.</ref> mit Tausenden von Teilnehmern.<ref name="DM-998">G8 protesters riot in Lausanne. Daily Mail.</ref> Dabei kam es in allen drei Städten zu Ausschreitungen.<ref>Genf und Lausanne gleichen einer Festung. dw.de, 1. Juni 2003.</ref>
In Lausanne griffen Demonstranten ein Hotel, in dem Gipfelteilnehmer nächtigten, an und plünderten eine Tankstelle und einen Supermarkt. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.<ref name="DM-998" /> Martin Shaw wurde bei einer Verkehrsblockade schwer verletzt, als ein Polizist das Seil durchschnitt, das Shaw und Gesine Wenzel für eine Blockade der Aubonne-Brücke bei Morges verwendeten.<ref>G8 protester to prosecute Swiss police. The Guardian, 9. Juni 2003.</ref> Beide wurden wegen Behinderung des öffentlichen Verkehrs verurteilt.<ref name="warum" />
In Annemasse hielten Polizisten mit Tränengas Demonstrierende davon ab, den Sicherheitskorridor nach Evian zu durchbrechen.<ref name="DM-998" /> 20–30 Polizisten stürmten in Genf vermummt und zivil das Kulturzentrum Usine, das Indymedia-Zentrum und das Geneva03 Radio/TV-Studio. Dort hielten sie die Menschen etwa zwei Stunden fest, um sie danach in Gewahrsam zu nehmen. Während des Gipfels in der Schweiz waren auch deutsche Polizisten im Einsatz.<ref>Gipfelbelagerung. heise.de, 2. Juni 2003.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Millionenschäden nach Krawallen in Genf ( vom 10. Januar 2014 im Internet Archive), archiv.rhein-zeitung.de</ref> Bei den Protesten wurde der Journalist Guy Smallman durch eine Schockgranate der Polizei am linken Bein schwer verletzt.<ref>Bilderfolge G8-Gipfel</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang
Rambouillet 1975 |
San Juan 1976 |
London 1977 |
Bonn 1978 |
Tokio 1979 |
Venedig 1980 |
Ottawa 1981 |
Versailles 1982 |
Williamsburg 1983 |
London 1984 |
Bonn 1985 |
Tokio 1986 |
Venedig 1987 |
Toronto 1988 |
Paris 1989 |
Houston 1990 |
London 1991 |
München 1992 |
Tokio 1993 |
Neapel 1994 |
Halifax 1995 |
Lyon 1996 |
Denver 1997 |
Birmingham 1998 |
Köln 1999 |
Okinawa 2000 |
Genua 2001 |
Kananaskis 2002 |
Évian-les-Bains 2003 |
Sea Island 2004 |
Gleneagles 2005 |
St. Petersburg 2006 |
Heiligendamm 2007 |
Tōyako 2008 |
L’Aquila 2009 |
Huntsville 2010 |
Deauville 2011 |
Camp David 2012 |
Lough Erne 2013 |
Den Haag 2014 (Sondertreffen) |
Sotschi 2014 (abgesagt) |
Brüssel 2014 |
Krün (Schloss Elmau) 2015 |
Ise-Shima 2016 |
Taormina 2017 |
La Malbaie 2018 |
Biarritz 2019 |
Camp David 2020 (abgesagt) |
St Ives 2021 |
Krün (Schloss Elmau) 2022 |
Hiroshima 2023 |
Fasano 2024 |
Kananaskis 2025 |
Évian-les-Bains 2026
Vorlage:Klappleiste/Ende