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Fliegerhorst Langendiebach

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Fliegerhorst Langendiebach
Hanau Army Airfield
Datei:Fliegerhorst Langendiebach Towergebaeude 2016.jpg
Langendiebach (Hanau AAF) (Hessen)
Langendiebach (Hanau AAF) (Hessen)
Lokalisierung von Hessen in Deutschland
Kenndaten
ICAO-Code ETID
Flugplatztyp Militärflugplatz
Koordinaten 50° 10′ 9″ N, 8° 57′ 42″ OKoordinaten: 50° 10′ 9″ N, 8° 57′ 42″ O
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Höhe über MSL 112 m  (367 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km nordöstlich von Hanau
Strasse 4 km bis zur A66, L3193
Bahn Bahnstrecke Friedberg–Hanau
Basisdaten
Eröffnung 1939
Schliessung 2007
Betreiber Luftwaffe
US Army
Fläche 240 ha
Start- und Landebahn
10/28 916 m × 22 m Asphalt
Datei:Fliegerhorst Erlensee-Langendiebach.JPG
Luftbild des Fliegerhorsts
Datei:Hanau Erlensee Fliegerhorst Langendiebach 1981oder1982.jpg
Flugfeld und Startbahn mit zahlreichen Bell AH-1 Cobra (1981 o. 1982)

Der frühere Fliegerhorst Langendiebach Vorlage:Flughafen-Codes war ein Militärflugplatz westlich von Langendiebach in Hessen, der von 1939 bis 2007 in Betrieb war. Die spätere Bezeichnung bei den US-Streitkräften war Hanau AAF (US Army Airfield).<ref>Military Airfield Directory: Flugplatz Hanau (US Army), abgerufen am 14. August 2012</ref> Der ehemalige Flugplatz liegt westlich des Erlenseer Stadtteils Langendiebach. Ein Teil des Geländes gehört zur Gemarkung der nordwestlich gelegenen Nachbarstadt Bruchköbel. Im Südosten liegt der andere Erlenseer Stadtteil Rückingen, nach Süden und Westen hin schließen ausgedehnte Wälder an. Nach Norden grenzt das Gelände an landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Die größte Ausdehnung besteht in Nord-Süd-Richtung mit zwei Kilometern.

Geschichte

Fliegerhorst Langendiebach

Der Standort Langendiebach wurde eher zufällig gewählt; durch eine Notlandung in den dortigen Wiesen wurde man 1936 auf das Gebiet aufmerksam. 1937 begannen die Bauarbeiten, 1939 konnte der Fliegerhorst eröffnet werden. Er war Heimathorst der I. Gruppe des Kampfgeschwaders 55 unter Major Max Heyna. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs diente der Fliegerhorst zur Schulung neuer Flugzeugführer für Lastensegler. Ju 88 des Nachtjagdgeschwaders 4 lagen hier seit Mitte 1944. Als die Front 1944 näher rückte, blieb der Fliegerhorst lange unerkannt, erst eine Erweiterung des Rollfeldes ließ die Tarnung auffliegen und der Standort wurde Ende 1944 bombardiert. Der Fliegerhorst war völlig zerstört, als ihn die Amerikaner am 29. März 1945 eroberten.

Hanau Army Airfield

Datei:Fliegerhorst Langendiebach ausgebranntes Gebaeude 2016.jpg
Das ausgebrannte Gebäude vor dem Abriss 2016

Nach der Eroberung wurde Advanced Landing Ground ALG Y-91 Hanau/Langendiebach, so die alliierte Bezeichnung bei Kriegsende, von den Amerikanern wieder aufgebaut, denn als Teil des Fulda Gap hatte er eine große strategische Bedeutung. So wurden dort Flugabwehrstellungen und Waffenlager aufgebaut. John F. Kennedy besuchte den Flugplatz am 25. Juni 1963. In Hanau Airfield waren 1991 über 6.400 Soldaten mit mehreren Helikopterstaffeln stationiert. Neben einigen Transporthubschraubern UH-1 und UH-60 waren die Haupteinsatzmuster die Kampfhubschrauber AH-64 und Beobachtungshubschrauber OH-58.

Von 1975 bis 1991 war auf dem Hanau Airfield auch ein US-Raketenbataillon stationiert (1st Battalion, 32nd Field Artillery Regiment), das mit Lance Kurzstreckenraketen ausgerüstet war. Diese wären im Ernstfall mit nuklearen Sprengköpfen bestückt worden, für die es westlich im Wald ein Sondermunitionslager gab. Dort lagerten auch Atomsprengköpfe für andere Waffensysteme und Atomgeschosse.<ref>ViSdP: Xanthe Hall: Hanau-Erlensee, ehem. Atomwaffenstandort Deutschland. In: Atomwaffen A-Z. Trägerkreis Atomwaffen abschaffen, Stuttgart, Januar 2012, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref>

Mit dem Abzug der amerikanischen Truppen wurde der Flugplatz 2007 aufgegeben.

Großbrand am 30. Juli 2015

Am Nachmittag des 30. Juli 2015 brach im früheren Offiziersclub/Post/Uhrenturmgebäude ein Dachstuhlbrand aus, der rasch auf das gesamte Gebäude übergriff. Trotz des Einsatzes von Feuerwehren aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis, aus Frankfurt sowie von Wasserwerfern der Polizei konnte nicht verhindert werden, dass das gesamte denkmalgeschützte Gebäude ausbrannte.<ref>Feuerwehr mit Wasserwerfern im Einsatz: Millionenschaden nach Großbrand auf dem Fliegerhorst in Erlensee. In: op-online.de. Pressehaus Bintz-Verlag GmbH & Co. KG, Offenbach am Main, 30. Juli 2015, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref><ref>HANAU: Millionenschaden nach Großbrand auf Fliegerhorst Erlensee. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main, 30. Juli 2015, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref><ref>ERLENSEE: Großbrand auf dem Fliegerhorst Erlensee. In: Hanauer Anzeiger. Hanauer Anzeiger GmbH & Co. KG, Hanau, 30. Juli 2015, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref><ref>ERLENSEE Großbrand Fliegerhorst: Der Tag danach. In: Hanauer Anzeiger. Hanauer Anzeiger GmbH & Co. KG, Hanau, 31. Juli 2015, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref><ref>Erlensee Polizei: "Fahrlässige Brandstiftung" auf Fliegerhorst. In: Hanauer Anzeiger. Hanauer Anzeiger GmbH & Co. KG, Hanau, 14. Dezember 2019, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref> Es soll nicht wieder aufgebaut werden.<ref>Jochen Dietz: ERLENSEE: Denkmal wird nicht aufgebaut. In: Frankfurter Rundschau. Frankfurter Rundschau GmbH, Frankfurt am Main, 2. August 2016, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref>

Konversion

Zur Konversion und Umnutzung des Areals wurde 2011 ein Zweckverband gegründet, dem die beiden Städte Bruchköbel und Erlensee angehören.<ref>Gemeinsames Interesse. Zweckverband Entwicklung Fliegerhorst Langendiebach K.d.ö.R., Erlensee, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref><ref>Luise Glaser-Lotz: ERLENSEE: Einstiger Fliegerhorst als Logistik-Zentrum. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main, 9. Juni 2010, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref><ref>Luise Glaser-Lotz: ERLENSEE: Vom Atomwaffenlager zum Logistikzentrum. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main, 21. Oktober 2016, abgerufen am 16. Februar 2022.</ref>

Über zwei neue Zufahrten von Nordosten und Südosten wird das Areal erschlossen (Straße "Zum Fliegerhorst"). Die vorherige Zufahrt durch die Markwald-Siedlung entfällt als offizielle Zufahrt.<ref>Entwicklung aktuell. Abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>

Der neu entstandene Gewerbepark Fliegerhorst wird von zahlreichen Unternehmen, vornehmlich aus der Logistik-Branche, genutzt (z. B. Dachser, DHL).

Im Nordosten des Areals wurde ein neues Sportzentrum für die Stadt Erlensee eingerichtet, das hauptsächlich vom FC Erlensee genutzt wird.<ref>Sportzentrum. Abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>

Das Areal wurde in großen Teilen von Kampfmitteln geräumt und Verunreinigungen des Erdreichs wurden beseitigt. Außerdem wurden Flächen renaturiert, die teilweise zur Naherholung dienen. Es gibt weiterhin abgesperrte Flächen auf dem Areal, in denen mutmaßlich noch Altlasten (Kampfmittel, Verunreinigungen) vorhanden sind.<ref>Naherholung. Abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>

In Planung ist (Stand 2025) ein geschichtsliches Dokumentationszentrum, das eventuell im ehemaligen Tower eingerichtet werden soll.<ref>Dokumentationszentrum. Abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>

Die Reaktivierung des Bahnanschlusses und damit eine Anbindung Erlensees an die S-Bahn Rhein-Main ist seit 2023 in Prüfung.<ref>https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/main-kinzig-kreis-will-bahnstrecke-nach-erlensee-ausbauen-19563651.html</ref>

Literatur

  • Jens Arndt, Werner Kurz: Deckname „Briefwaage“: Der Fliegerhorst Langendiebach 1936–1945, Hrsg.: AG Militärgeschichte des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e. V. und des Heimat- und Geschichtsvereins Erlensee e. V., Hanau, 2008, ISBN 3-935395-09-4

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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