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Fliegerhorst Diepholz

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Fliegerhorst Diepholz
Datei:Aerial image of the Diepholz Air Base.jpg
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Diepholz (Niedersachsen)
Diepholz
Lokalisierung von Niedersachsen in Deutschland
Kenndaten
ICAO-Code ETND
Flugplatztyp Verkehrslandeplatz
Koordinaten 52° 35′ 8″ N, 8° 20′ 26″ OKoordinaten: 52° 35′ 8″ N, 8° 20′ 26″ O
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Höhe über MSL 39 m (127 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1,5 km südwestlich von Diepholz
Strasse Ortsstraße
Basisdaten
Eröffnung 1937
Betreiber Bundeswehr und Flugplatz Diepholz-Dümmerland Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG
Start- und Landebahn
08/26 1283 m × 45 m Asphalt

Der Fliegerhorst Diepholz Vorlage:Flughafen-Codes ist ein als Militärflugplatz und Verkehrslandeplatz klassifizierter Flugplatz in der Nähe von Diepholz in Niedersachsen.

Geschichte

Die Geschichte des Flugplatzes reicht von seiner Planung 1934 bis heute.

Planung, Bau und Inbetriebnahme 1934–1937

Anfang 1934 begann die Planung für den Fliegerhorst Diepholz. Als geeignetes Gelände wurde die südwestlich der Stadt gelegene Willenberger Marsch gewählt. Die Stadt Diepholz kaufte als Ausgleichsfläche für enteignete Bauern das zum Rittergut Falkenhardt gehörende Gut Junkernhäuser. Ende 1934 begannen Luftbaubataillone und der Reichsarbeitsdienst mit dem Bau des Flugplatzes. Das Rollfeld wurde als 1000 m durchmessende Rasenfläche angelegt. 1936 übernahm als Logistikverband der „Luftpark Diepholz“ das Gelände und es wurden weitere Gebäude (Kaserne, Werkstätten, Lager- und Flugzeughallen) sowie ein Anschlussgleis an den Bahnhof Diepholz gebaut.

Vorkriegsnutzung 1937–1939

Nach Fertigstellung des Flugplatzes wurde die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 254 in Diepholz stationiert.

Kriegsjahre 1939–1945

Zu Kriegsbeginn bis 1940 waren hier das II./Kampfgeschwader 4 mit Heinkel He 111 und die Luftflotten-Nachrichtenschule 2 stationiert. 1939 wurden hierfür im Nordosten der Anlage 14 neue Baracken errichtet. Anfang 1940 wurde die Luftflotten-Nachrichtenschule 2 wieder nach Böhmen verlegt. Das Kampfgeschwader 4 wurde einsatzbedingt ebenfalls verlegt und der Luftpark kam nach Seerappen in Ostpreußen. Von 1940 bis 1943 war ein umfangreicher Aus- und Umbau geplant. Es sollten drei triangelförmig angelegte Start- und Landebahnen entstehen. Verwirklicht wurde nur eine Betonbahn in West-Ost-Richtung. Zum weiteren Schutz wurden im Umfeld zwei Flakstellungen errichtet. In den Umbaujahren erfolgten insgesamt 13 Luftangriffe durch Alliierte Luftstreitkräfte, die zusammen 78 Bomben abwarfen. Ein kombinierter Angriff der USAAF und der RAF am 21. Februar 1944 mit 90 viermotorigen Bombern führte zu schweren Schäden an Gebäuden, Hallen und Startbahn. Bis Kriegsende wurden keine Verbände von hier aus mehr eingesetzt. Britische Truppen besetzten den Flugplatz am 6. April 1945.

Die folgende Tabelle zeigt die vollständige Auflistung aller fliegenden aktiven Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht, die hier zwischen 1937 und 1945 stationiert waren.<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders). S. 253–255, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref>

Von Bis Einheit Ausrüstung
April 1937 März 1938 III./KG 254 (III. Gruppe des Kampfgeschwaders 254)
Dezember 1939 Februar 1940 II./KG 4 Heinkel He 111P
November 1940 November 1940 III./JG 27 (III. Gruppe des Jagdgeschwaders 27) Messerschmitt Bf 109E
Mai 1942 Juli 1942 KGr. z.b.V. 5 Heinkel He 111
November 1942 März 1943 KGr. z.b.V. 106 Junkers Ju 52/3m
April 1943 April 1943 KGr. z.b.V. 23 Heinkel He 111
August 1943 September 1943 Stab/TG 2 Junkers Ju 52/3m
August 1943 Oktober 1943 Stab und I./TG 1 Junkers Ju 52/3m

Alliierte und Nachkriegsnutzung 1945–1956

1945 nutzte die RAF den Flugplatz Diepholz, um britische Kriegsgefangene nach Hause rückzuführen. Die Kasernengebäude und Baracken wurden anschließend von sogenannten Displaced Persons belegt. Danach wurden die militärischen Anlagen demilitarisiert und noch vorhandene Gebäude von Vertriebenen aus den Ostgebieten genutzt. Einzelne Gebäude wurden von zivilen Firmen verwendet.

Militärische Nutzung 1956 bis heute

Im Sommer 1956 trafen erste Truppen der Bundeswehr-Luftwaffe in Diepholz ein. Die Soldaten der Fliegerhorstgruppe begannen mit der Instandsetzung zerstörter Infrastruktur und der Auslagerung der zivilen Firmen vom Flugplatzgelände. Im April 1957 traf die Versorgungsgruppe A 21 aus Erding in Diepholz ein. Aus ihr ging das Luftwaffenversorgungsregiment 2 hervor, welches den Flugplatz bis zum 31. Dezember 2012 als Hauptnutzer betrieb. Im Januar 2013 wurden die meisten Einheiten dem Waffensystemunterstützungszentrum 2 unterstellt.

Am 18. September 2018 wurde die Fliegerhorststaffel aufgelöst und als Luftwaffenunterstützungsstaffel Diepholz neu aufgestellt. Das Systemzentrum 21 wurde ebenfalls aufgelöst und als Abgesetzte Instandhaltungsstaffel Hubschraubergeschwader 64 (AbgInsthStff HSG 64 Diepholz) neu aufgestellt.<ref>Neue Struktur: „Hubschrauberwerft“ nun im Einsatzverband. Kreiszeitung.de, 18. September 2018</ref>

Im August 2019 gab das Bundesministerium der Verteidigung bekannt, dass die Liegenschaft entgegen bisheriger Planungen nun im Rahmen der Trendwenden Personal und Material nicht aufgegeben wird.<ref>Platz für die Trendwenden. Bundesministerium der Verteidigung - Leiter des Presse- und Informationsstabes, 1. August 2019, abgerufen am 5. August 2019.</ref>

Auf dem Fliegerhorst waren 2022 stationiert:

Das Materiallager ist in den vergangenen Jahren um sieben neue Lagerhallen auf 24 Lagerhallen aufgewachsen. Bis 2030 solle weiter ausgebaut werde. Die neueste Lagerhalle L203 ist mit ihrem Lagersystem ein Pilotprojekt für die ganze Bundeswehr. Auf 2270 m² des fast 12 m hohen Gebäudes wird ein neues Lagerkonzept mit dem digitalen SAP-Lagersystem auf Basis der Europaletten mit 4200 Palettenplätzen erprobt. Zwischen den Schwerlasthochregalen fahren die Flurförderfahrzeuge gesteuert durch Induktionsschleifen im Boden.<ref>Pilotprojekt Lagersystem in Diepholz</ref>

Zivile Nutzung ab 1975

Im Jahr 1975 bekam der AERO-Club Diepholz von der Bundeswehr einen Mitnutzungsvertrag für Sportfliegerei. Diese Doppelnutzung führte in den folgenden Jahren immer wieder zu Problemen, da der Flugplatz militärisches Sicherheitsgebiet ist. 2000 wurde im Südosten des Geländes ein eigener Bereich für die zivile Nutzung geschaffen, der Flugplatz Diepholz-Dümmerland. Eigene Park- und Abstellflächen, ein eigener Tower und Hallen außerhalb des Sicherheitsbereichs entschärften die Situation. Diese Regelung hatte über zwei Jahrzehnte Bestand.

Die Situation änderte sich 2025, als die Bundeswehr den Mitbenutzungsvertrag für die zivile Nutzung des Platzes kündigte.<ref name=":0">Piste bleibt gesperrt: Der Aeroclub muss auf Nachbarorte ausweichen. 28. April 2026, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Die Start- und Landebahn wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken gesperrt, nachdem Risse, Absenkungen im Bereich der Entwässerung am Pistenrand sowie Verschiebungen in der Pistenoberfläche festgestellt worden waren. Da der militärische Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst nicht von der Sperrung betroffen ist und die dort stationierten Hubschrauber die Start- und Landebahn nicht benötigen, sieht die Bundeswehr keinen militärischen Bedarf für eine Sanierung, auch ein baufachliches Gutachten wurde nicht durchgeführt. Das Tor für zivile Flugzeuge wurde fest verriegelt, womit der Flugplatz Diepholz-Dümmerland vorerst brachliegt. Der Aero-Club musste seinen Flugbetrieb verlagern und ist mit seinen zwei Vereinsmaschinen (Cessna C-172 und Socata TB-9), die bis zur Aufkündigung des Vertrages auf dem Flugplatz Diepholz-Dümmerland aktiv waren, bis auf Weiteres auf die benachbarten Flugplätze in Bohmte und Damme ausgewichen.<ref name=":0" />

Motorsport

Auf dem Gelände des Fliegerhorstes fand am 20.–21. Juli 1968 das erste vom AMC Diepholz unter Leitung von Peter Rumpfkeil (1941–2021) organisierte ADAC Flugplatzrennen (ab 1986 Int. ADAC Flugplatzrennen) statt. Es wurden zwischen 1984 und 1996 insgesamt elf Rennwochenenden der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bzw. die International Touring Car Championship ausgetragen.<ref>motorsport-total.com: DTM > Datenbank > Strecken > Diepholz</ref> Außerdem gastierten beispielsweise die Deutsche Rennsport-Meisterschaft, die Deutsche Rundstrecken-Meisterschaft und der Porsche Carrera Cup Deutschland regelmäßig auf der Strecke. Der zuletzt 2.720 m lange Kurs wurde gegen den Uhrzeigersinn befahren und beinhaltete Teile der Rollwege, des Vorfelds und der Start- und Landebahn, auf welcher sich die Boxengasse und die Start-Ziel-Gerade befanden.<ref>theracingline.net: Diepholz</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Fliegerhorst Diepholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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* Als Militärflugplatz und Verkehrslandeplatz klassifiziert.
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