Flugplatz Lüneburg
| Flugplatz Lüneburg | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
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| ||||||
| Kenndaten | ||||||
| ICAO-Code | EDHG | |||||
| Flugplatztyp | Sonderlandeplatz | |||||
| Koordinaten | 53° 14′ 54″ N, 10° 27′ 31″ O
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| Höhe über MSL | 49 m (161 ft) | |||||
| Verkehrsanbindung | ||||||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 3 km östlich von Lüneburg | |||||
| Strasse | 394209216L 221 | |||||
| Nahverkehr | Buslinie 5010 | |||||
| Basisdaten | ||||||
| Betreiber | Luftsportverein Lüneburg e. V. | |||||
| Start- und Landebahn | ||||||
| 07/25 | 980 m × 30 m Gras | |||||
| Webseite | ||||||
| https://edhg.de | ||||||
Der Sonderlandeplatz Lüneburg Vorlage:Flughafen-Codes ist ein zivil genutzter Flugplatz im Stadtteil Neu Hagen der Stadt Lüneburg. Er ist für Motorflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Segelflugzeuge bis zu einem Maximalgewicht von 2000 kg sowie Hubschrauber bis zu einem Gewicht von 5700 kg zugelassen.<ref>Detailansicht Flugplatz. Abgerufen am 20. März 2026.</ref> Zudem können Ballonfahrten vom Flugplatz aus unternommen werden. Der Flugplatz wird seit 1950 vom Luftsportverein Lüneburg e.V. betrieben und dient als Standort für eines der beiden Flugzeuge des niedersächsischen Feuerwehr-Flugdienstes. Er wird auch als Ausflugsziel und für den Luftsport genutzt. Die Fläche des Flugplatzes beträgt etwa 20 Hektar und ist im Eigentum der Stadt Lüneburg.
Geschichte
Der Flugplatz Lüneburg hat seine Ursprünge im Ersten Weltkrieg, als auf einem Exerzierplatz der Lüner Kaserne eine Landebahn für militärische Zwecke angelegt wurde.<ref>91 Lüner Kaserne. Abgerufen am 20. März 2026.</ref> Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann die Vorbereitung auf den Krieg und 1936 wurde mit dem Bau des Lüneburger Fliegerhorstes begonnen.<ref>Inga Luchs: Von der Kaserne zur Universität. In: Lüneplaner. 18. März 2017, abgerufen am 20. März 2026.</ref> Die damalige Anlage reichte bis zur Dahlenburger Landstraße und wurde 1939 fertiggestellt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Flugplatz als Stützpunkt für verschiedene Einheiten der Luftwaffe verwendet und am 18. April 1944 Luftangriff auf Lüneburg von etwa dreißig Flugzeugen bombardiert und erheblich beschädigt, blieb jedoch einsatzbereit.<ref>Helmut C. Pless: Lüneburg 45. S. 47. Lüneburg 1982.</ref>
Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände), die hier zwischen 1938 und 1945 stationiert waren.
| Von | Bis | Einheit<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders). S. 412–413, abgerufen am 29. August 2014.</ref> |
|---|---|---|
| April 1938 | April 1939 | II./KG 257 (II. Gruppe des Kampfgeschwaders 257) |
| Mai 1939 | August 1939 | Stab, II./KG 26 |
| Oktober 1939 | Oktober 1939 | I./KG 4 |
| Oktober 1939 | Januar 1940 | I./KG 1 |
| Oktober 1939 | November 1939 | II./KG 1 |
| Januar 1940 | April 1940 | III./KG 4 |
| Februar 1940 | August 1940 | Kampfgruppe 100 |
| April 1940 | April 1940 | I./KG 40 |
| Juni 1940 | Juni 1940 | I./KG 26 |
| Januar 1941 | Juli 1941 | II./KG 40 |
| November 1941 | April 1943 | 7./NJG 3 (7. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 3) |
| Februar 1944 | April 1944 | III./JG 54 (III. Gruppe des Jagdgeschwaders 54) |
| November 1944 | November 1944 | Teile der III./NJG 5 |
| April 1945 | April 1945 | III./JG 1 |
Ab Kriegsende
Nach der Besetzung durch die Alliierten im Frühjahr 1945 wurde dieser Militärflugplatz von ihnen als Advanced Landing Ground ALG B-156 bezeichnet<ref>The Air Force Engineer. Army Air Forces Engineer Command, MTO (Prov). Multiple editions. 1943–1945 (Pamphlet from USAFHRA) (englisch)</ref> nutzte die British Air Force of Occupation den später als RAF Lüneburg bezeichneten Flugplatz noch einige Zeit weiter. Hier lag 1945 unter anderem das No. 39 (Recon) Wing (Aufklärungsgeschwader) der RCAF und zwischen Dezember 1947 und April 1949 die No. 652 Squadron mit ihren Auster-Beobachtungsflugzeugen; die Staffel wurde später zur Army transferiert.
Die Genehmigung zum Betrieb des Landeplatzes erfolgte auf Antrag der Stadt Lüneburg und des Luftsportvereins Lüneburg e. V. (LVL) mit der endgültigen Genehmigung im Juli 1998 durch die damalige Bezirksregierung Weser-Ems. Der heute etwa 20 Hektar große Landeplatz ist Eigentum der Stadt und wurde dem Luftsportverein bis 2015 entgeltfrei überlassen.
In den Jahren 1993 und 1995 fanden auf dem Flugplatz Konzerte der Reihe Rock Over Germany mit Künstlern wie Tina Turner, Prince, Joe Cocker und Rod Stewart statt.<ref>Rock Over Germany Lüneburg 1993 Setlists. Abgerufen am 2. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 5. Januar 2012 berichtete die Landeszeitung Lüneburg über eine mögliche Schließung des Flugplatzes durch den Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge zugunsten der Schaffung neuer Gewerbeflächen.<ref>jj: Militär schrumpft, Gewerbe wächst. Oberbürgermeister Mädge spricht über neue Ansiedlungsflächen in der Kaserne, Hafen-Pläne und Image-Gewinn der Stadt. In: lueneburg-fluglaerm.de. Lüneburger Landeszeitung, 5. Januar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012.</ref> Der Luftsportverein als Betreiber des Platzes hat daraufhin eine Unterschriftenaktion gestartet, um den Flugplatz zu erhalten.<ref>Martin Naß: Flugplatz Lüneburg: Bürgerentscheid am 14. Juni. In: fliegermagazin. 12. Juni 2020, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bürgerentscheid 2020
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verzicht
Am 14. Juni 2020 stimmten die Bürger Lüneburgs in einem Bürgerentscheid über die Frage ab:
Soll die Hansestadt Lüneburg mit dem Luftsportverein Lüneburg e.V. einen Vertrag über den Weiterbetrieb des Flugplatzes Lüneburg über den 31.10.2020 hinaus für 15 Jahre abschließen?<ref>Bürgerentscheid in der Hansestadt Lüneburg - Bürgerentscheid in der Hansestadt Lüneburg 2020 in der Hansestadt Lüneburg - Gesamtergebnis. Abgerufen am 20. März 2026.</ref>
Von 60.315 Stimmberechtigten nahmen 21.519 teil (Wahlbeteiligung: 35,68 %). 17.593 (82,25 %) stimmten für den Erhalt, 3.797 (17,75 %) dagegen, 129 Stimmen (0,60 %) waren ungültig. Das Ergebnis war verbindlich und führte zur Verlängerung des Pachtvertrags um 15 Jahre.<ref>Offizielles Wahlergebnis Bürgerentscheid Lüneburg 2020. Abgerufen am 20. März 2026.</ref>
| Abstimmungsoption | Stimmen | |
|---|---|---|
| Option | Anzahl | % |
| Ja | 17.593 | 82,25 |
| Nein | 3.797 | 17,75 |
| Ungültig | 129 | 0,60 |
| Gültige Stimmen | 21.390 | 99,40 |
| Abstimmende (Wahlbeteiligung) | 21.519 | 35,68 |
| Stimmberechtigte | 60.315 | 100,0 |
| Quelle: Offizielles Wahlergebnis | ||
Flugplatz und Infrastruktur
Nutzung
Vorlage:Hinweisbaustein Der Sonderlandeplatz wird vom Luftsportverein Lüneburg e. V. (LVL) mit seinen mehr als 100 Mitgliedern genutzt. Der Luftsportverein zahlt 15.000 € Jahresmiete für die Nutzung an die Stadt. Ferner dient er als Standort für eines der zwei Flugzeuge des niedersächsischen Feuerwehr-Flugdienstes.<ref name="mw-niedersachsen">Flugplatz Lüneburg. Auf: niedersachsen.de. Antwort des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auf die Anfrage des Abgeordneten Enno Hagenah (GRÜNE) vom 14. September 2009.</ref> In der Sommersaison (März bis Oktober) ist der Flugplatz am Wochenende von 9 bis 19 Uhr (Ortszeit) mit einem Flugleiter besetzt. Platzrunden zur Schulung für Motorflugzeuge sind mit Rücksicht auf die umliegenden Anwohner nicht statthaft, jedoch wird die Ausbildung für einen Ultraleicht-Pilotenschein am Platz angeboten. Üblicherweise werden Anflüge an den umliegenden Plätzen, wie dem Flugplatz Uelzen geübt. Die Segelflugausbildung unterliegt keinerlei Einschränkungen.
Im Weiteren dienen Teile des Flugplatzes als Ausgleichsfläche für den Bau des Audimax, im Februar/März 2018 wurden Schutzflächen für die Haubenlerche aufbereitet.
Kritik
Der Flugplatz ist regelmäßig Gegenstand öffentlicher Diskussionen.<ref>Elke Schneefuß: Flugplatz zu laut: Gegenwind für die. 31. August 2009, abgerufen am 20. März 2026.</ref> Kritiker verweisen auf eine erhöhte Lärmbelastung für die umliegenden Anwohner sowie auf Sicherheitsbedenken durch den Flugbetrieb im Stadtgebiet.<ref>Christian Hilmes: Fluglärm wird präzise gemessen. 19. April 2010, abgerufen am 20. März 2026.</ref><ref>L. Z. Redaktion: Der Abend der Flugplatzgegner. 22. Februar 2020, abgerufen am 20. März 2026.</ref>
Siehe auch: Bürgerentscheid 2020
Unfälle und Zwischenfälle
In den vergangenen Jahren ereigneten sich mehrere Flugunfälle auf dem Flugplatz oder in unmittelbarer Nähe.
- 14. September 2002: Absturz einer Cessna in die Straße Stadtkoppel, ca. 100 m von der Rudolf-Steiner-Schule entfernt und in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet.
- 26. Juni 2004: Missglückte Notlandung einer Cessna 172 am Meisterweg, drei Personen an Bord.<ref>Bruchlandung auf der Pferdekoppel – alle leben. In: Hamburger Abendblatt. 28. Juni 2004.</ref>
- 15. Januar 2005: Pilot verfehlt auf dem Lüneburger Flugplatz die Landebahn, viersitzige Maschine überschlägt sich, zwei Verletzte.<ref>Zwei Verletzte bei Bruchlandung. In: Hamburger Abendblatt. 17. Januar 2005.</ref><ref>Zwei Verletzte nach Bruchlandung. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2018. Suche im Internet Archive ) In: Landeszeitung Lüneburg. 17. Januar 2005.</ref>
- 29. Juni 2008: Missglückte Notlandung eines Ultraleichtflugzeugs im Tiergartenkamp, zwei Personen an Bord.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. In: Hamburger Abendblatt. 1. Juli 2008.</ref> - 31. März 2009: Absturz eines einsitzigen Ultraleichtflugzeugs wenige Meter vor der Ostumgehung (B 4/B 209) auf dem Fluggelände.<ref>Pilot landet neben der Ostumgehung. In: Hamburger Abendblatt. 1. April 2009.</ref>
- 22. Mai 2011: Anlässlich eines Flugplatzfestes Überschlag einer Maschine bei Landung, Notlandung einer Maschine nach Motorausfall, dabei Gefährdung von Zuschauern des Flugplatzfestes.<ref>Flugplatzfest 2011 Lüneburg. In: Landeszeitung Lüneburg. 28. Mai 2011.</ref>
- 21. Juli 2019: Kollision zweier Segelflugzeuge über dem Stadtteil Moorfeld, Absturz eines Segelflugzeuges in den Garten eines Wohnhauses an der Gerhart-Hauptmann-Straße, Pilot schwer verletzt, zweites Segelflugzeug auf dem Flugplatz notgelandet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nach Kollision: Oberbürgermeister Mädge fordert schnelles Verbot des Lüneburger Flugbetriebs. ( vom 1. September 2019 im Internet Archive). In: hansestadtlueneburg.de. 22. Juli 2019.</ref>
- Am 24. Mai 2021 geriet der einmotorige Hochdecker D-MXHB vom Typ Comco Ikarus C42 beim Landeanflug auf EDHG an ein Hallendach neben dem Flugplatz und zerschellte anschließend. Der Pilot wurde leichtverletzt geborgen, das Flugzeug zerstört.<ref>Unfallbericht bei flightsafety.org</ref><ref>Pressebericht das tag24.de vom 24. Mai 2021</ref>
- 12. Juni 2023: Ein Ultraleichtflugzeug stürzte über dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne ab. Die 34-jährige Pilotin wurde schwer verletzt. Bei dem Zusammenstoß am Boden mit einem Nadelbaum wurde das Flugzeug schwer beschädigt.<ref>NDR: Bruchlandung mit Kleinflugzeug: Flugschülerin bei Unfall verletzt. Abgerufen am 13. Juni 2023.</ref>
Weblinks
- Offizielle Internetseite
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
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