FDGB-Pokal 1971/72
| FDGB-Pokal 1971/72 | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="text-align:center; background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122"| | |
| Pokalsieger | FC Carl Zeiss Jena (2. Titel) |
| Europapokal der Pokalsieger |
FC Carl Zeiss Jena |
| Beginn | 11. August 1971 |
| Finale | 14. Mai 1972 |
| Finalstadion | Zentralstadion, Leipzig |
| Mannschaften | 59 |
| Spiele | 58 |
| Tore | 213 (ø 3,67 pro Spiel) |
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Der 21. Wettbewerb um den FDGB-Fußballpokal wurde in der Saison 1971/72 durchgeführt.
Der DDR-weite Pokalwettbewerb 1971/72 begann wie im Vorjahr mit der I. Hauptrunde, die am 11. August 1971 startete und nach territorialen Gesichtspunkten gelost wurde. An dieser nahmen aus der Saison 1970/71 die 15 Bezirkspokalsieger, 28 Mannschaften aus der DDR-Liga (ohne Staffelsieger) und die beiden Letzten der DDR-Oberliga teil. Bis zum Finale wurden alle Begegnungen in K.-o.-Runden ausgetragen, unentschiedene Spiele wurden verlängert und bis zum Achtelfinale gleich durch ein Elfmeterschießen entschieden. Ab dem Achtelfinale waren bei Gleichstand wie in den Vorjahren Wiederholungsspiele angedacht.
In der anschließenden Ausscheidungsrunde wurden neben der BSG Chemie Glauchau, die durch ein Freilos weiterkam, noch weitere neun Siegermannschaften der I. Hauptrunde gelost.
In der II. Hauptrunde griffen die Oberliga-Mannschaften in den Wettbewerb ein. Von den ursprünglich 15 Bezirkspokalsiegern waren dort nur noch die ASG Vorwärts Neubrandenburg und die BSG Wismut Pirna-Copitz vertreten, schieden aber beide aus. Dagegen schafften alle Oberligavertreter den Einzug in das Achtelfinale, ebenso wie die DDR-Ligisten Rot-Weiß Erfurt und Vorwärts Meiningen, die jedoch nicht unter die letzten Acht kamen.
Im Viertelfinale schieden sowohl der neue Meister 1. FC Magdeburg wie auch der Pokalfinalist des Vorjahres BFC Dynamo aus. Der Pokalverteidiger Dynamo Dresden erreichte erneut das Endspiel, wo er auf den FC Carl Zeiss Jena traf.
I. Hauptrunde
Die Spiele fanden am 11. August 1971 (Eisleben gegen Leipzig) und am 15. August 1971 statt.
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Durch ein Freilos zog die BSG Chemie Glauchau direkt in die Ausscheidungsrunde ein.
Ausscheidungsrunde
Die Spiele fanden am 2. Oktober 1971 statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| BSG Stahl Brandenburg | 0:2 | ASG Vorwärts Neubrandenburg<templatestyles src="FN/styles.css" /> * |
| BSG Lokomotive Stendal | 2:1 | BSG Stahl Eisenhüttenstadt<templatestyles src="FN/styles.css" /> * |
| SG Dynamo Dresden II | 4:0 | BSG EAB 47 Lichtenberg |
| BSG Energie Cottbus | 2:3 n. V. | BSG Chemie Glauchau |
| FC Rot-Weiß Erfurt | 4:1 | BSG Motor Steinach |
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II. Hauptrunde
Die Spiele fanden am 20. und 21. November 1971 statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| ASG Vorwärts Neubrandenburg<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 1:2 | F.C. Hansa Rostock |
| BSG Lokomotive Stendal | 1:4 | ASG Vorwärts Stralsund |
| BSG Post Neubrandenburg | 1:2 | BFC Dynamo |
| SG Dynamo Schwerin | 5:6 n. V. | FC Vorwärts Frankfurt/O. |
| ASG Vorwärts Cottbus | 0:2 | SG Dynamo Dresden |
| BSG Chemie Böhlen | 0:2 | FC Karl-Marx-Stadt |
| BSG Motor Nordhausen West | 2:8 | 1. FC Magdeburg |
| BFC Dynamo II | 0:1 | BSG Stahl Riesa |
| BSG Wismut Pirna-Copitz<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 0:4 | BSG Wismut Aue |
| ASG Vorwärts Meiningen | 1:0 | BSG Chemie Leipzig |
| BSG Motor WEMA Plauen | 1:2 | BSG Sachsenring Zwickau |
| FC Vorwärts Frankfurt/Oder II | 0:2 n. V. | 1. FC Lokomotive Leipzig |
| BSG Chemie Glauchau | 1:3 | HFC Chemie |
| BSG Sachsenring Zwickau II | 0:3 | FC Carl Zeiss Jena |
| HFC Chemie II | 0:2 | FC Rot-Weiß Erfurt |
| SG Dynamo Dresden II | 2:3 | 1. FC Union Berlin |
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Achtelfinale
Die Spiele fanden am 5. und 6. Februar 1972 (BFC gegen Meiningen) statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| BSG Wismut Aue | 4:0 | ASG Vorwärts Stralsund |
| 1. FC Lokomotive Leipzig | 1:3 | FC Carl Zeiss Jena |
| 1. FC Union Berlin | 1:3 | 1. FC Magdeburg |
| BSG Stahl Riesa | 2:3 | FC Vorwärts Frankfurt/O. |
| FC Rot-Weiß Erfurt | 0:1 n. V. | SG Dynamo Dresden |
| HFC Chemie | 2:4 | FC Karl-Marx-Stadt |
| BFC Dynamo | 6:0 | ASV Vorwärts Meiningen |
| F.C. Hansa Rostock | 2:3 | BSG Sachsenring Zwickau |
Viertelfinale
Die Spiele fanden am 12. April 1972 statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| FC Vorwärts Frankfurt/O. | 1:3 | SG Dynamo Dresden |
| FC Karl-Marx-Stadt | 1:0 | BFC Dynamo |
| BSG Wismut Aue | 2:5 n. V. | FC Carl Zeiss Jena |
| BSG Sachsenring Zwickau | 1:0 | 1. FC Magdeburg |
Halbfinale
Die Spiele fanden am 29. April 1972 statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| SG Dynamo Dresden | 5:2 | BSG Sachsenring Zwickau |
| FC Carl Zeiss Jena | 1:0 | FC Karl-Marx-Stadt |
Finale
Statistik
| Paarung | FC Carl Zeiss Jena – SG Dynamo Dresden |
| Ergebnis | 2:1 (1:1) |
| Datum | Sonntag, 14. Mai 1972 um 15:00 Uhr |
| Stadion | Zentralstadion, Leipzig |
| Zuschauer | 35.000 |
| Schiedsrichter | Günter Männig (Böhlen) |
| Schiedsrichterassistenten | Gerhard Kunze (Karl-Marx-Stadt), Helmut Bader (Bremen/Rhön) |
| Tore | 0:1 Dörner (22.) 1:1 P. Ducke (45.) 2:1 P. Ducke (55.) |
| FC Carl Zeiss Jena | Wolfgang Blochwitz – Peter Rock – Konrad Weise, Gerhard Hoppe, Lothar Kurbjuweit – Harald Irmscher, Martin Goebel, Rainer Schlutter – Norbert Schumann (66. Dieter Scheitler), Peter Ducke ein weißes C in blauem Kreis, Eberhard Vogel Cheftrainer: Hans Meyer |
| SG Dynamo Dresden | Claus Boden – Joachim Kern – Frank Ganzera, Klaus Sammer, Siegmar Wätzlich – Reinhard Häfner (75. Horst Rau), Hans-Jürgen Dörner, Hans-Jürgen Kreische ein weißes C in blauem Kreis – Gert Heidler, Eduard Geyer, Rainer Sachse (46. Frank Richter) Cheftrainer: Walter Fritzsch |
Spielverlauf
Beim Dritten (Dresden) gegen den Vierten der abgelaufenen Oberliga-Saison gab es keinen ausgesprochenen Favoriten, wenn man davon absieht, dass die Dresdner mit 59 Treffern die Meisterschaft als torhungrigste Mannschaft abgeschlossen hatten. Überraschend blieb jedoch der erwartete Sturmlauf der Dynamos aus, der FC Carl Zeiss war die Mannschaft mit dem drangvolleren Spiel. Ihr Trainer Hans Meyer bot drei Stürmer auf und hatte die Mittelfeldreihe offensiv eingestellt. Hier stach besonders der erst 19-jährige Martin Goebel heraus, der den Dresdner Regisseur Kreische völlig abmeldete. Während die Jenaer Angriff auf Angriff vor das gegnerische Tor brachten, fanden die Dresdner nicht zu ihrem Spiel. So fiel deren Führungstor in der 22. Minute durch ihren bisher besten Spieler Dörner etwas überraschend. Die Zeiss-Städter blieben davon jedoch unbeeindruckt und behielten ihre offensive Spielweise bei, die zunehmend auch von der eigenen Abwehr unterstützt wurde. So sorgte zum Beispiel Linksverteidiger Kurbjuweit mit seinen blitzschnellen Vorstößen mehrfach für Gefahr im Dresdner Strafraum. Kurz vor der Halbzeitpause wurde Jenas Sturmlauf endlich belohnt, als Peter Ducke nach einer hervorragenden Ballstafette über vier Stationen den Ausgleich erzielte. Neun Minuten nach Wiederanpfiff war es erneut Ducke, der seine Mannschaft in Führung schoss. Fast aus dem Stand spielte er die Dresdner Sammer und Kern aus und verwandelte aus 13 Metern mit einem Aufsetzerball. Anschließend bemühten sich die Jenaer, ihren Vorsprung auszubauen, scheiterten dabei aber eher an sich selbst als am Gegner, der nach wie vor sein Spiel nicht fand. Hin und wieder gelang es den Dresdnern noch, Angriffe vor das Jenaer Tor zu bringen und dort für etwas Unruhe zu sorgen, letztlich waren ihre Bemühungen jedoch zu harmlos. Jena hingegen behielt den Spielfaden in der Hand und konnte so das knappe Ergebnis bis zum Schlusspfiff verteidigen.
Trainer Hans Meyer (Jena): „Unsere Mannschaft hat sich im rechten Augenblick gesteigert. Die Spieler ließen sich von der Bedeutung der Begegnung nervlich nicht negativ beeindrucken, sondern fanden im Gegenteil gerade dadurch zur wohl besten Leistung dieser Saison.“
Trainer Walter Fritzsch (Dresden): „Der K.o. kam mit dem Ausgleich Sekunden vor dem Pausenpfiff. Jena hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Sachse und Häfner konnten bei uns in Angriff und Mittelfeld wichtige Aufgaben nicht wie vorgesehen erfüllen. Sie haben sich durch die starke Gegenwirkung zu sehr beeindrucken lassen.“ (Zitate n. Deutsches Sportecho, 15. Mai 1972)
Literatur
- Die neue Fußballwoche. Fuwo. Berlin (Hefte der Saison 1971 und 1972).
- DSFS AG Nordost (Hrsg.): DDR-Chronik 1949–1991, DDR-Fußball in Daten, Fakten und Zahlen. Band 4: 1969/70–1973/74. Berlin 2008.
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