Ermera (Gemeinde)
| Munisípiu Ermera (tetum) Município de Ermera (port.) | ||
| In der Gemeinde Ermera | ||
| Daten | ||
| Hauptstadt | Gleno | |
| Fläche | 756,47 km²<ref name="Cen2015">Direcção-Geral de Estatística: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Volkszählung von 2015 ( vom 17. Oktober 2020 im Internet Archive).</ref> | |
| Einwohnerzahl (2022) | 137.750<ref name="Cen2022">Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.</ref> | |
| Zahl der Haushalte (2022) | 25.536<ref name="Cen2022" /> | |
| ISO 3166-2: | TL-ER | |
| Verwaltungsämter | Einwohner<ref name="Cen2022" /> | Fläche<ref name="Cen2015" /> |
| Atsabe | 19.826 | 164,44 km² |
| Ermera | 40.294 | 91,47 km² |
| Hatulia | 20.285 | 196,03 km² |
| Hatulia B | 21.479 | 79,08 km² |
| Letefoho | 22.064 | 133,30 km² |
| Railaco | 13.802 | 92,15 km² |
| Karte | ||
Ermera ist eine Gemeinde Osttimors und das wichtigste Kaffeeanbaugebiet des Landes.
Name
„Ermera“ bedeutet auf Mambai „rotes Wasser“.<ref name="placenames">Geoffrey Hull: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, ( vom 14. Februar 2017 im Internet Archive) abgerufen am 28. September 2014.</ref> Die Vorfahren der heutigen Einwohner der Region fanden, als sie in das Land kamen, hier eine Quelle mit blutrotem Wasser.<ref name="ErmMP">Timor-Leste Portal Municipal: MUNICIPALITIES PROFILE ERMERA (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive ), abgerufen am 6. September 2020.</ref>
Geographie
Übersicht
(Grenzen von 2003–2015)
Ermera liegt im Nordwesten von Osttimor und ist eine der beiden Gemeinden des Landes ohne Meeresküste. Sie grenzt im Norden an die Gemeinde Liquiçá, im Osten an Aileu, im Südosten an Ainaro und im Westen an Bobonaro, dessen Grenze zu Ermera fast vollständig vom Fluss Lóis und dessen Nebenfluss Marobo gebildet wird. Der Nebenfluss Gleno trennt im Nordwesten die Gemeinde von Liquiçá. Im Nordosten. Im Nordosten fließen die Flüsse in das System des Rio Comoro.<ref name="AtlasErmera">Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera.</ref><ref name="GIS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Timor-Leste GIS-Portal ( vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)</ref>
Ermera hat eine Fläche von 756,47 km².<ref name="Cen2015" /> Hauptstadt der Gemeinde ist der in der indonesischen Besatzungszeit entstandene Ort Gleno im Nordosten der Gemeinde.<ref name="CAVR7.3"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ ( vom 28. November 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)</ref> Etwa fünf Kilometer weiter südwestlich liegt die alte Hauptstadt Ermera, nach welcher die Gemeinde benannt ist. Die beiden Orte bilden die urbanen Gebiete in der Gemeinde.
Die Gemeinde unterteilt sich in die Verwaltungsämter Atsabe im Süden, Ermera und Railaco im Nordosten, Letefoho (Letefuó) im Osten und Hatulia (Hatólia) und das 2022 davon abgetrennte Hatulia B im Nordwesten.<ref>Tatoli: Parlamento Nacional aprova propostade lei da divisão administrativa do territorio na final global, 31. Mai 2021, abgerufen am 2. Juni 2021.</ref><ref name="AtlasErmera2">Direcção-Geral de Estatística: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Atlas der Gemeinde Ermera ( vom 14. August 2022 im Internet Archive)</ref>
Die Landschaft ist von Bergen geprägt, im Westen und Süden bewaldet, die von einigen Flüssen durchzogen werden. Außer in der Nähe des Lóis liegt die gesamte Gemeinde über 500 m über dem Meer. Nahe Atsabe liegt Osttimors bekanntester Wasserfall, der Bandeira. Der Gipfel des Tatamailau, der höchste Berg Timors, liegt an der Grenze zu Ainaro. Um den Berg herum befindet sich eine Important Bird Area. Die Important Bird Area des Berges Fatumasin (Gemeinde Liquiçá) reicht von Norden bis nach Ermera hinein.
Der Großteil der Gemeinde gehört zur permischen oder paläozänischen Aileuformation, eine Abfolge von Tonstein und maritimen Sandstein, die kohärenten harten Fels bildet. Dieser ist typischerweise gebrochen und verworfen. Lokal findet sich Grundwasser innerhalb dieser Frakturen.<ref name="ADB">Asian Development Bank: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, S. 20 ff., September 2011 ( vom 28. April 2015 im Internet Archive).</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Entfernungen
| Entfernungen [km]<ref name="Erm2019"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ermera em Numeros 2019 ( vom 5. August 2022 im Internet Archive).</ref> | |||||
| Ort | Atsabe | Gleno | Hatolia Vila | Letefoho | Railaco |
| Atsabe | 50,5 | 68,9 | 23 | 61,6 | |
| Gleno | 50,5 | 32,4 | 26,9 | 11,1 | |
| Hatolia Vila | 68,9 | 32,4 | 45,3 | 43,5 | |
| Letefoho | 23 | 26,9 | 45,3 | 38 | |
| Railaco | 61,6 | 11,1 | 46,5 | 38 | |
Gleno liegt von der Landeshauptstadt Dili 62 Kilometer entfernt.<ref name="Erm2019" />
Klima
Von Oktober bis Mai dauert die Regenzeit, in der Trockenzeit gibt es kaum Niederschläge. Als Bergregion verfügt Ermera über ein milderes Klima, als die Küstenregionen Osttimors. Die Temperaturen liegen normalerweise zwischen 24,5 und 30,5 °C.<ref name="Erm2019" /> Gerade die am höchsten gelegenen Verwaltungsämter Letefoho und Atsabe sind deutlich kühler. Hier kann die Temperatur in den bewohnten Gebieten, während der Regenzeit nachts auf 15 bis 17 °C sinken.
Durch den Klimawandel verlängert sich die Trockenzeit, was zu Wassermangel führt. In der Regenzeit treten vermehrt Überschwemmungen.<ref name="Erm2019" />
-
Klimadiagramm von Gleno
-
Klimadiagramm von Hatolia Vila
Einwohner
In der Gemeinde leben 137.750 Menschen (2022,<ref name="Cen2022" /> 2011: 122.990<ref name="DNE2011"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in figures 2011 (PDF; 3,8 MB) ( vom 19. Februar 2014 im Internet Archive).</ref>). Von den Einwohnern sind 70.261 Männer und 67.489 Frauen. Auf 104 Männern kommen 100 Frauen<ref name="Cen2022" /> Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 1,3 %. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %.<ref name="Cen2022" /> Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner Ermeras jährlich noch um 2,05 %.<ref name="CPH"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Census of Population and Housing Atlas 2004 ( vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB).</ref> 12.546 der Einwohner Ermeras leben in einer urbanen Umgebung, 125.204 im ländlichen Teil der Gemeinde.<ref name="Cen2022" />
Der Altersdurchschnitt liegt bei 17,2 Jahren (2010).<ref name="Wall"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) ( vom 12. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 2,7 MB).</ref> Hatte 2004 in Ermera jede Frau durchschnittlich 6,10 Kinder, stieg die Anzahl über 7,33 Kinder in Atsabe, 8,69 in Letefoho und 9,31 in Hatulia, bis auf 9,89 Kinder pro Frau in Railaco an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Ermera bei 90 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 118), in Railaco bei 108 (107), in Hatulia bei 110 (129), in Letefoho bei 119 (156) und in Atsabe bei 121 (164). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Railaco ist einer von 14 Verwaltungsämtern, in denen die Kindersterblichkeit entgegen dem Landestrend anstieg.<ref name="CPH" />
Die Menschen in der Gemeinde sprechen als Muttersprache verschiedene Nationalsprachen. 61,3 % verwenden Mambai (größte Sprachgruppe in den Verwaltungsämtern Letefoho und Railaco), 18,9 % Tetum Prasa (Verwaltungsämter Ermera, Hatulia und Hatulia B) und 15,5 % Kemak (Verwaltungsamt Atsabe, große Minderheit in Hatulia). Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 92,9 % Tetum, 27,5 % Bahasa Indonesia, 27,8 % Portugiesisch und 13,7 % Englisch.<ref name="Cen2015" />
1997 betrug der Anteil der Muslime noch 2 % und jener der Protestanten knapp 2 %. Die Anteile dieser beiden Minderheiten nahmen seit der Unabhängigkeit von Osttimor durch Auswanderung nach Westtimor weiter ab. 2004 waren 97,6 % der Einwohner Katholiken, 1,7 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors, 0,5 % Protestanten und 0,1 % Muslime.<ref name="DPT"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />District Priority Tables: Ermera 2004 ( vom 5. August 2016 im Internet Archive; PDF; 14,9 MB)</ref> Bei der Volkszählung 2015 registrierte man 99,23 % Katholiken, 0,57 % Protestanten, nur noch 0,15 % Animisten, 23 Muslime, 22 Buddhisten und 14 andere.<ref name="Cen2015" />
Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 36,1 % eine Schule. 20,4 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 41,6 %, was deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. 4,0 % der Einwohner Ermeras haben nur die Vorschule besucht, mehr als ein Viertel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben ein Fünftel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können 2,8 % vorweisen; auch hier sind die Zahlen deutlich besser als im Landesdurchschnitts.<ref name="Cen2015" /> Die Analphabetenrate betrug 2015 30,0 % (Frauen: 33,1 %; Männer: 26,9 %), nach Oe-Cusse Ambeno die höchste im Land.<ref name="Cen2015" /> 2004 lag sie noch bei 71,1 %.<ref name="CPH" />
| Schulbildung<ref name="Cen2015" /> | Schulabschluss<ref name="Cen2015" /> | ||||||||||
| in der Schule | Schule beendet | nie in einer Schule | Vorschule | Grundschule | Prä- Sekundär |
Sekundär | Diplom/Fach- hochschule |
Universität | Kein Abschluss | ||
| Frauen | 34,4 % | 18,2 % | 45,5 % | 3,9 % | 26,2 % | 10,7 % | 8,7 % | 0,3 % | 1,8 % | 0,6 % | |
| Männer | 37,7 % | 22,7 % | 37,7 % | 4,2 % | 30,8 % | 10,9 % | 9,9 % | 0,5 % | 2,9 % | 0,6 % | |
| gesamt | 36,1 % | 20,4 % | 41,6 % | 4,0 % | 28,5 % | 10,8 % | 9,3 % | 0,4 % | 2,4 % | 0,6 % | |
Geschichte
Portugiesische Kolonialzeit
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Leimea und Laclo werden in mündlichen Überlieferungen als Ursprung der Kemak bezeichnet, allerdings wurde noch vor der Kolonialzeit Tiarlelo in Atsabe das kulturelle und politische Zentrum, da dort der Koronel bote ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) lebte. Die Koronel bote dieser Familie werden aber in einigen mündlichen Überlieferungen als Usurpatoren bezeichnet, welche die Herrschaft von Laclo und Leimea übernahmen. Die Atsabe-Kemak dominierten die gesamten von den Kemak bewohnten Gebiete in Osttimor. Das betraf neben der Region von Atsabe, die Kemak-Reiche Deribate und Leimea in Ermera und tributpflichtige Gebiete im Norden des heutigen Bobonaro, im nördlichen Ainaro und im Gebiet von Suai.<ref name="Died">Andrea K. Molnar: Died in the service of Portugal: Legitimacy of authority and dynamics of group identity among the Atsabe Kemak in East Timor, Journal of Southeast Asian Studies, Singapore. 2005.</ref> Die Kemak-Reiche standen wiederum unter der Oberhoheit des Tokodede-Reichs von Maubara.<ref name="DK300" details="S. 55 & 188.">Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).</ref> Bereits in einer Version der Legende der Gründung Maubaras werden die Herrscher von Mau-Ubo (Mahubo) und der Kemak aus Atsabe, Leimea, Deribate als untergeordnete Herrscher aufgeführt.<ref name="DK300" details="S. 186." />
Mehrere Reiche Ermeras waren an der Cailaco-Rebellion (1719–1769) gegen die Portugiesen beteiligt.<ref name="HoT" details="S. 42."><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geoffrey C. Gunn: History of Timor ( vom 24. März 2009 im Internet Archive) – Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)</ref>
Um 1863 stiftete der korrupte, portugiesische Beamte Duarte Leão Cabreira Deribate zum Krieg gegen Mau-Ubo an, weil dieses sich geweigert hatte, Handelspreise so anzusetzen, wie der portugiesische Major es gefordert hatte.<ref name="Davidson" details="S. 142–146.">Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, Sydney 1994.</ref> Im Frühjahr 1867 erhob sich Leimea gegen die portugiesische Kolonialmacht. Gouverneur Francisco Teixeira da Silva (1865–1869) schlug den Widerstand in einem ungleichen Kampf nieder. 15 Dörfer wurden eingenommen und niedergebrannt.<ref name="HoT" details="S. 86." /> In Hatulia wurde der Liurai Nai Resi aus Atsabe, der ebenfalls gegen die Portugiesen einen Unabhängigkeitskampf geführt hatte, gefangen genommen und exekutiert.<ref>Andrea K. Molnar: Died in the service of Portugal: Legitimacy of authority and dynamics of group identity among the Atsabe Kemak in East Timor, Journal of Southeast Asian Studies, Singapore. 2005.</ref>
Erst im März 1895 führte Gouverneur José Celestino da Silva eine Offensive gegen Obulo, um es endgültig für Portugal zu unterwerfen. 1896 starben in Deribate über 400 Menschen durch eine Strafaktion der Portugiesen.<ref name="Damaledo">Andrey Damaledo: Divided Loyalties: Displacement, belonging and citizenship among East Timorese in West Timor, ANU press, 2018, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Im Jahr darauf wurde Deribate für aufgelöst erklärt, die Liste der Liurais von Deribate reicht aber noch bis 1937.<ref name="Belo" details="S. 128–131.">Carlos Filipe Ximenes Belo: Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), Baucau: Tipografia Diocesana Baucau 2011.</ref> Auch Leimea wurde um diese Zeit durch Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908) auf die Nachbarreiche aufgeteilt.<ref name="Belo" details="S. 131–132." /> 1903 scheiterte ein Aufstand Letefohos gegen die portugiesischen Kolonialherren. 1907 konnte der Liurai Nai-Cau die Unabhängigkeit Soros vom Atsabe-Reich erringen. Die portugiesische Oberhoheit war davon nicht betroffen.<ref name="HoT" />
Während der Schlacht um Timor im Zweiten Weltkrieg war der Ort Ermera der einzige portugiesische Militärposten, der nicht von den Japanern erobert wurde. Stattdessen besetzte Ermera 1942 mehrmals die Sparrow Force der Alliierten. Die Kirche, der Militärposten und andere Gebäude wurden im Krieg zerstört,<ref>Australia War Memorial: ERMERA, PORTUGUESE TIMOR. 1946-01-26, abgerufen am 4. Februar 2024.</ref> Die Atsabe-Kemak betrieben passiven Widerstand gegen die Japaner, indem sie sich weigerten Zwangsarbeit zu leisten oder Lebensmittel an die Japaner zu liefern. Der Kemak-Herrscher Dom Siprianu und sechs seiner Verwandten wurden deswegen von den Japanern hingerichtet. Siprianus Sohn Dom Guilherme Maria Gonçalves war zwischen 1978 und 1982 Gouverneur Indonesiens von Timor Timur, wie Osttimor während der Besatzung hieß.
1946 wurde der Verwaltungsbezirk Ermera geschaffen.<ref>Diário do Governo, I(159). Quinta-feira, 18 de julho de 1946 In: Lúcio Sousa: A etnografia em concurso administrativo : a “monografia etnográfica” em Timor Português em 1948, abgerufen am 16. September 2024.</ref> Der Großteil des Gebiets war zuvor Teil des Verwaltungsbezirks Suro, nur Atsabe gehörte vorher zum Verwaltungsbezirk Fronteira. Zusätzlich kamen vom Kreis Dili die Postos Bazartete, Liquiçá und Maubara zu Ermera.<ref name="BOT1955-06-05">Boletim Oficial de Timor 1959, m0383 ff., abgerufen am 17. September 2024.</ref> 1960 wurde Ermera zum Kreis erhoben.<ref>Valentim Ximenes: REFORMA POLÍTICO-ADMINISTRATIVA EM TIMOR-LESTE ENQUANTO PROCESSO DE RETERRITORIALIZAÇÃO, S. 42, Doktorarbeit März 2016, Universität Coimbra.</ref> Zwischen 1963 und 1970 wurde der Kreis Liquiçá aus den drei Postos an der Küste gebildet.
Am 15. Mai 1966 kam es zu einem schweren Verkehrsunfall an der Straße von Fatubessi nach Ermera. 21 Menschen starben, als sie zu einer Messe des Bischofs in Ermera fahren wollten. Ein kleines Denkmal am Unfallort erinnert daran.<ref>Bild des Denkmals, abgerufen am 4. Juni 2019.</ref>
Mitte 1975 kam es im Rahmen des Entkolonisationsprozess zum Bürgerkrieg zwischen UDT und FRETILIN. Am 1. September ermordeten UDT-Kämpfer im Suco Poetete mindestens 30 Menschen beim Massaker von Klaek Reman und Aifu.<ref>Regierung Osttimors: Government builds Reconciliation Monument of Aifu’s massacre, 8. April 2016, abgerufen am 20. Juni 2017.</ref><ref name="CAVR7.2">„Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)</ref> Als die UDT im Krieg unterlag, flohen viele Anhänger über die Grenze in das indonesische Westtimor. Viele Osttimoresen wurden auch gewaltsam in den Westen verschleppt und als Partisan oder Mitglied des indonesischen Zivilschutzes (Hansip) zwangsrekrutiert. Schätzungsweise 1.000 Einwohner Ermeras kamen so Anfang September 1975 in das westtimoresische Atambua und kehrten erst im Juni 1976 in ihre Heimat zurück.<ref name="CAVR7.3" />
Indonesische Besatzungszeit
Nach der Unabhängigkeitserklärung Osttimors am 28. November 1975 begann Indonesien neun Tage später offen das Nachbarland zu besetzen (Operation Seroja), nachdem es schon in die Grenzregionen eingedrungen war. Bis Oktober 1976 wurden größere Orte und Straßen besetzt, im damaligen Distrikt die Hauptstadt Ermera und die Straße nach Aileu. Im Distrikt Ermera entstanden bases de apoio (Widerstandsbasen) in Fatubessi und nah dem Tatamailau in Catraileten, in denen die geflohene Zivilbevölkerung von der Widerstandsbewegung FALINTIL angesiedelt wurde. Ab September 1977 begann die indonesische Armee mit der Zerstörung der Basen und der Besetzung der letzten Widerstandsgebiete in Ermera. In Lesemau wird vermutet, dass das indonesische Militär Bomben mit Giftstoffen abwarf, die Nahrungs- und Wasservorräte der Flüchtlinge kontaminierte. Die Menschen wurden auseinandergetrieben oder gefangen genommen. Bis Februar 1979 war der Distrikt vollständig unter indonesischer Kontrolle.<ref name="CAVR5" details="S. 25.">„Part 5: The History of the Conflict“ (PDF; 564 kB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)</ref>
Die letzte Widerstandsbasis befand sich in Fatubessi, doch auch hier wurde die Situation immer schwieriger. Während der lokale FALINTIL-Chef Filomeno Paixão zur Aufgabe riet, bestand Politoffizier Hélio Sanches Pina auf ein Weiterführen des Kampfes.<ref name="DK300" details="S. 137.">Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).</ref> Als die Situation zu kritisch wurde und man drohte aufgrund von Krankheit und Hunger zu sterben, nahm Paixão mit den Streitkräften Indonesiens Kontakt auf. Am 7. Februar 1979 ergaben sich in Caisoru Paixão und ein Großteil der militärischen und zivilen Führer von Fronteira Norte dem indonesischen Bataillon 512.<ref name="DK300" details="S. 137." /><ref name="CAVR5" details="S. 22." /> Am 16. Februar 1979 wurde die Widerstandsbasis in Fatubessi von den Indonesiern eingenommen. Sie war die letzte osttimoresische Widerstandsbasis.<ref name="CAVR5" details="S. 25." /> Pina kam auf der Flucht ums Leben.<ref name="DK300" details="S. 137." />
Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Hauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer, das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Strafe gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Hauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurden nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, kam es zu Todesfällen durch Verhungern. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.<ref name="CAVR7.3" />
Während indonesischen Operation Donner im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendums von 1999 operierten in Hatulia, Letefoho und Ermera die pro-indonesischen Milizen Darah Merah, Aitarak und Pancasila zusammen mit dem indonesischen Militär gegen Befürworter der Unabhängigkeit Osttimors. Allerdings fehlte in Ermera den Milizen der Rückhalt durch den Distriktsadministrators (Bupati) Constantino Soares. Er unterstützte stattdessen regelmäßig den CNRT und Mitglieder der Unabhängigkeitsbewegung, die in Gefahr gerieten. Offiziell war er zwar Distriktschef der Volksfront Osttimor ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) BRTT), tat aber nur wenig mehr, als das, was von ihm verlangt wurde. Mit ein Grund, weshalb Soares auch nach dem Referendum in Ermera angesehen ist. Auch der Distriktspolizeichef Lt. Col. Ery T.B. Gultom hatte Sympathien für die Unabhängigkeit und nutzte seine Position, um CNRT-Mitglieder in Schutz zu nehmen.<ref name="CAVRAI" details="S. 2779.">„Annexe 1: Timor-Leste 1999: Crimes against Humanity“ aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)</ref>
In April erhielt Darah Merah von der Distriktkommandatur (Kodim) der indonesischen Armee moderne Schusswaffen und Militärfahrzeuge. 200 Darah Merah-Milizionäre griffen daraufhin CNRT-Mitglieder im damaligen Subdistrikt Hatulia an. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf ein Milizionär und zwei CNRT-Mitglieder ums Leben kamen. Weitere Gewalt brachte im April Einwohner von Ermera, Gleno und Atsabe dazu aus ihren Häusern zu fliehen. Am 10. April brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.<ref name="CAVR7.3" /> Im Mai wurden mehrere Dörfer überfallen. Vier Verantwortliche wurden 2004 wegen 14-fachen Mordes, Folter und Vergewaltigung verurteilt. Letefoho musste in den folgenden Jahren größtenteils wieder neu aufgebaut werden.<ref name="Guide"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Unofficial Guide to East Timor ( vom 29. Juni 2007 im Internet Archive)</ref> Auch Gleno litt schwer unter Zerstörungen. Nach der Abstimmung am 30. August 1999 deportierten die Darah Darah Merah-Miliz und indonesisches Militär gewaltsam schätzungsweise 43.000 Einwohner des Distrikts Ermera nach Atambua. 10.000 Einwohner flohen in die Berge. Da die Fahrzeuge nicht reichten, mussten die Lastwagen mehrmals zwischen Ost- und Westtimor hin- und herfahren. Die Häuser der Deportierten wurden angezündet. Ganze Dörfer wurden entvölkert. Freiwillig gingen nur die Familienmitglieder der Milizen und der indonesischen Streitkräfte. Einige Dörfer konnten sich gegen die drohende Deportation wehren. Als am 9. September die Darah Darah Merah 20 Häuser der Aldeia Hunda (Suco Hatugau) niederbrannten, suchten die meisten Leute Schutz im Haus des Chefe de Aldeia.<ref name="CAVR7.3" />
Tausende Flüchtlinge aus Liquiçá, versammelten sich ab Februar 1999 infolge der Gewaltwelle im Umfeld des anstehenden Unabhängigkeitsreferendum in Sare (Suco Aculau). Eine internationale Hilfslieferung brachte Anfang Juli 25 Tonnen Lebensmittel zu dem Dorf. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort 3800 Flüchtlinge, 2250 alleine aus Guiço. Im Februar/März waren es noch 5000, aber einige zogen weiter nach Atabae und nach Hatolia Vila. Allein zwischen Februar und Juli wurden 23 Frauen durch Milizionäre vergewaltigt und fünf Personen durch die pro-indonesischen Milizen Besi Merah Putih (BMP) und Halilintar ermordet, die in der Region operierten. Die Opfer wurden getötet, als sie versuchten von ihrem Heim Maniokwurzeln für ihre Familien zu holen. Im Februar hatten die Flüchtlinge noch Nahrungsmittel von der Bevölkerung in Aculau bekommen, im März reichten die Vorräte dafür aber nicht mehr aus, so dass die Flüchtlinge in den Wäldern nach Nahrung suchen mussten und versuchten eigene Gärten anzulegen. Immer wieder wurden Hütten und Gärten der Flüchtlinge durch die BMP niedergebrannt, Zinkdächer und Nutzvieh wurden geraubt. Jeden Tag starben nach Angaben des Chefe de Suco von Aculau drei bis vier Menschen in dem Flüchtlingslager. Unter den Flüchtlingen grassierten Malaria, Atemwegserkrankungen, Durchfall und Ruhr. Zwar gab es eine medizinische Station im Suco, die einzige Krankenschwester war aber im März 1998 nach Hatolia Vila geflohen. Für das Unabhängigkeitsreferendum am 30. August 1999 wurde für die Flüchtlinge extra ein Wahllokal in Sare eingerichtet, da sie sich nicht trauten nach Hause zurückzukehren. Jene, die für die Abstimmung in ihren Heimatort zurückkehrten, verließen ihn aus Angst vor weiterer Gewalt sofort nach Abgabe der Stimme wieder. Die Flüchtlinge kehrten erst endgültig in ihre Heimat zurück, als im September die internationale Eingreiftruppe (INTERFET) eintraf.<ref name="CAVR7.3" /> Zwischen dem 30. August und dem 22. September wurden mindestens 67 Personen in Ermera ermordet.<ref name="CAVRAI" details="S. 2780." />
Im unabhängigen Osttimor
In verschiedenen Teilen Ermeras kam es in den ersten Jahren der Unabhängigkeit immer wieder zu gewalttätigen Zwischenfällen, bei denen die Organisation Colimau 2000 verwickelt war. Im Januar 2003 wurden zwei Dörfer im Subdistrikt Atsabe überfallen und es kam zu weiteren Zwischenfällen im Subdistrikt Hatulia.<ref>The Age, Bericht über den Zwischenfall Jan. 2003 in Atsabe</ref> Im November 2006 starben mehrere Menschen in Estado/Subdistrikt Ermera, als Mitglieder der Colimau 2000 einen Martial-Arts-Club angriffen.
Nach den Unruhen in Osttimor 2006 waren die Berge von Ermera das Rückzugsgebiet der Petitioners, der rebellierenden Teile der Armee. Erst nach dem Attentat auf die höchsten Politiker des Landes 2008, bei dem der Rebellenführer Alfredo Reinado umkam, ergaben sich schließlich die letzten Rebellen den Behörden.
2014 wurden die Distrikte in ganz Osttimor in „Gemeinden“ und die Subdistrikte in „Verwaltungsämter“ umgewandelt. 2022 trennte man von Hatulia das Verwaltungsamt Hatulia B ab.
Politik
| Regierungspräsident (Bupati) Datei:Flag of Indonesia.svg<ref name="CAVR4">„Part 4: Regime of Occupation“ (PDF; 563 kB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)</ref> | |
| Tomás Gonçalves (APODETI) | Mai 1976–1984 |
| Oberstleutnant Hidayat (Militär) | 1984–1989 |
| Constantino Soares | 1994–1999 |
| Administrador Datei:Flag of East Timor.svg | |
| Victor dos Santos<ref>Weltbank: Participation ListTimor-Leste and Development Partners Meeting 3-5 December 2003, abgerufen am 27. April 2020.</ref><ref>National Directory of Studies and Research. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Juni 2015; abgerufen am 7. Februar 2014.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friends of Ermera ( vom 26. Februar 2011 im Internet Archive)</ref><ref>Descentralização Administrativa na República Democrática de Timor-Leste: Ermera, abgerufen am 7. Februar 2014</ref> | ab 2001 (Stand 2014) |
| Presidente Autoridade Município Datei:Flag of East Timor.svg | |
| José Martinho dos Santos Soares<ref name="ErmMP" /> | 2016<ref>Jornal da República: RESOLUÇÃO DO GOVERNO N.º 34/2016 de 12 de Outubro, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref> bis 2021 |
| Eusébio Salsinha<ref name="Euz">Palácio das Cinzas: 1 jullu 2021: Vise-Ministru Saude, Sr.Bonifácio Mau Coli dos Reis, Lic.SP partisipa iha serimonia tomada de pose Presidente Autoridade Munisipiu Ermera Sr. Euzebio Salsinha iha Gleno, Munisipiu Ermera, 1. Juli 2021, abgerufen am 2. Juli 2021.</ref> | 1. Juli 2021 – 2023 |
| José Martinho dos Santos Soares | seit 2024<ref name="JdR2024-01">Jornal da República: N.° 06/GPM/I/2024 Nomeação do Presidente da Autoridade Municipal de Ermera, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref> |
Die Gemeindeverwaltung untersteht einem Präsidenten (Presidente Autoridade Município, früher Administrator), der von der Landesregierung in Dili ernannt wird. Seit 2024 hat dieses Amt José Martinho dos Santos Soares inne.<ref name="JdR2024-01" />
Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung 2001 gewann die FRETILIN das Direktmandat von Ermera. Allerdings erhielt sie in Ermera, eigentlich einer ihrer Hochburgen, nur 31,94 % der Stimmen, landesweit eines der schlechtesten Ergebnisse.<ref>Lurdes Silva-Carneiro de Sousa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Some Facts and Comments on the East Timor 2001 Constituent Assembly Election ( vom 16. Oktober 2013 im Internet Archive) (RTF; 199 kB), Lusotopie 2001: S. 299–311.</ref> Grund dafür war vermutlich ihr hiesiger Wahlkampfleiter Tomás Gonçalves. Der ehemalige Bupati (indonesischer Regierungspräsident des Distrikts) unterstützte erst spät die Unabhängigkeitsbewegung und war in der Bevölkerung äußerst unbeliebt.<ref>Daljit Singh, Anthony L. Smith: Southeast Asian Affairs 2002, S. 60, Institute of Southeast Asian Studies, 2002.</ref>
Bei den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 wurde die Partido Democrático (PD) mit 21,4 % die stärkste Partei im Distrikt. Die Partido Unidade Nacional (PUN) erhielt 19,2 %, die landesweit stärkste Partei FRETILIN nur 13,5 % und der Congresso Nacional da Reconstrução Timorense (CNRT) 13,3 %. Bei den Parlamentswahlen 2012 gewann der CNRT mit 40,7 % die meisten Stimmen Ermeras. Zweiter wurde die FRETILIN mit 19,9 %, die PD erhielt nur noch knapp 7 %. Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 holte António da Conceição von der PD in Ermera die meisten Stimmen, wurde landesweit aber nur zweiter. Auch 2017 siegte in Ermera der CNRT mit 34,7 %, vor FRETILIN mit 18,8 %, PD mit 12,9 % und KHUNTO mit 6,4 %.<ref>CNE: CNE 2017</ref> Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2018 erhielt die Aliança para Mudança e Progresso (AMP), der der CNRT nun angehörte, 54,2 % der Stimmen.<ref>CNE: Munisipios, abgerufen am 30. Mai 2018.</ref>
Fernando de Araújo von der PD gewann mit 45,5 % in Ermera die meisten Stimmen in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2007, schied aber als landesweit Dritter aus.<ref>Electoral Geography</ref> Bei den Präsidentschaftswahlen 2012 errang der unabhängige Kandidat José Ramos-Horta die meisten Stimmen in Ermera, schied aber, wie Araújo als landesweit Drittplatzierter aus. 2017 gewann António da Conceição (PD) in Ermea, verlor im Land aber gegen Francisco Guterres. Dieser wurde 2022 von José Ramos-Horta sowohl in Ermera als auch in Osttimor geschlagen.
Symbole
Die meisten Gemeinden Osttimors haben keine gesetzlichen Symbole. Allerdings nannte das Profil Ermeras von 2012 der Direksaun Nacional Administrasaun Local Kaffee als das Symbol Ermeras. Ermera ist das Zentrum des osttimoresischen Kaffeeanbaus.<ref>Profil des Distrikts Ermera 2012: 2.1.3 Simbolu Distritu Ermera, S. 14.</ref>
Am Donnerstag, dem 6. November 2025, hielt der Vorsitzende des Gemeinderats von Ermera, José Martinho dos Santos Soares, in Begleitung des Sekretärs für Verwaltung und Finanzen, des Sekretärs der Planungsbehörde (PIDI) und des Sekretärs für Soziales und Organisation eine außerordentliche Sitzung des Gemeinderats (KKM) mit den KKM-Mitgliedern im Saal der Stadtverwaltung von Ermera ab. Calisto Babo Soares präsentierte dabei die Ergebnisse eines Arbeitsteam der PIDI für einen Gemeindewahlspruch, einem Emblem und einer Flagge der Gemeinde. Das Team hatte PIDI-Sekretär António Alves da Costa geleitet. Das Emblem der Gemeinde wurde in der Sitzung des KKM gemäß Artikel 22 des Kommunalgesetzes Nr. 2022/2023 mit 29 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen angenommen, die Gemeindeflagge mit 29 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen.<ref name="AME">Autoridade Munisípiu Ermera: Autoridade Munisípiu Ermera Realiza Enkontru Konsellu Konsultivu Munisipál Extraordináriu Hodi aprezenta Lema, Emblema no Bandeira Munisipál Ermera Husi Ekipa Traballu Elaboradór, entertantu husi Aprezentasaun ne Exelénsia Presidente Konsellu Konsultivu mos Aprezenta no enkoraza fila fali membros Konsellu Konsultivu sira atu reativa fila fali Regulamentu ba Tara Bandu hodi implementa koima ba komunidade sira ne'ebe maka kontinua halo lia mate no lia moris., 6. November 2025, abgerufen am 30. November 2025.</ref>
Es gibt noch keine offizielle Beschreibung der Symbolik. Das Emblem zeigt die Landkarte der Gemeinde Ermera, unterteilt in die namentlich genannten Verwaltungsämter. In ihrem Zentrum steht ein traditioneller Steinaltar, wie man ihn zum Beispiel aus Apido kennt (siehe Bild oben). Auf dem Altar steht ein Totem (in Timor Ai To’os genannt). Darunter ergießt sich eine Quelle in ein rotes Becken (?). Oberhalb der Landkarte befindet sich ein weißer Stern, wie man ihn auch aus der Nationalflagge kennt. Links bildet die Umrahmung ein Kaffeezweig, rechts ein Zweig mit Baumwolle und einem Getreide. Unterhalb steht auf einem gelben Banner der Wahlspruch USI TONKA BIA TANE. Es ist nicht klar, in welcher Sprache der Wahlspruch ist. Da es nicht Tetum ist, ist es wahrscheinlich die in Ermera am häufigsten gesprochene Sprache Mambai. Die Hintergrundfarbe des Siegels geht von Hellblau am oberen Rand in Mittelgrün über. Um das Siegel herum steht in Portugiesisch der offizielle Name der Behörde AUTORIDADE MUNICIPAL DE ERMERA. Unten steht die Abkürzung AME.<ref name="AME" />
Die Flagge hat das Format 2:3 und ist horizontal in drei Streifen im Verhältnis 4:1:4 unterteilt. Die Farben sind Rot, Goldgelb, Mittelgrün. In der Mitte liegt das Gemeindesiegel mit der halben Höhe der Flagge.<ref name="AME" />
Wirtschaft
Laut der Volkszählung von 2010 arbeiten 49 % aller Einwohner, die zehn Jahre oder älter sind (Landesdurchschnitt: 42 %). 5 % sind arbeitslos (5 %).<ref name="SR2010" /> 80,5 % der Haushalte betreiben Ackerbau, 86,3 % Viehzucht (Stand: 2010).<ref name="Wall" /> Ermera gilt als Hauptregion des Kaffeeanbaus in Osttimor. Viele Familien, die etwas Land zur Verfügung haben, bauen das wichtigste Exportgut Osttimors an (69 % der Haushalte). In Estado liegt seit 2004 eine der größten kaffeeverarbeitenden Fabriken mit Nassaufbereitung von Kaffee. Eigentümer und Betreiber ist die Cooperativa Café Timor. Zukunft könnte der Anbau von Vanille und anderen Gewürzen bieten. Hier wäre das Klima in Letefoho und Ermera besonders gut geeignet. Auch über den Anbau von Heilpflanzen wird nachgedacht.
Daneben werden zur Nahrungsmittelversorgung Mais (72 % der Haushalte, Produktion 2008: 1.585 t), Maniok (72 %, 2.313 t), Süßkartoffeln, Gemüse (56 %), Bananen (alle drei insgesamt 932 t), Kokosnüsse (34 %) und Reis (11 %, 1.371 t) angebaut. Letzterer wird vor allem in Atsabe gepflanzt. In den anderen Verwaltungsämtern spielt er eine geringere Rolle. Ebenfalls in Atsabe hat man begonnen, Erbsen, Kohl und Zwiebeln anzubauen, in Hatulia und Letefoho sind es Tomaten, Bohnen und Erbsen. In Railaco, Hatulia und Gleno ist die Anpflanzung von Kokospalmen geplant. Aufgrund des dominierenden Kaffeeanbaus müssen zum Beispiel in das Verwaltungsamt Ermera Nahrungsmittel importiert werden. 56 % der Distriktfläche kann nicht für Landwirtschaft genutzt werden.<ref name="SR2010"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 ( vom 9. April 2015 im Internet Archive) (englisch) (PDF; 9,8 MB)</ref><ref name="TL2008"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in Figures 2008 ( vom 7. Juli 2010 im Internet Archive) (PDF; 3,7 MB)</ref> Als Haustiere halten die Menschen hauptsächlich Hühner (65.229 in 71 % der Haushalte) und Schweine (27.501 in 68 % der Haushalte). Daneben auch Rinder (4.755 in 25 % der Haushalte), Ziegen (9.230 in 20 % der Haushalte), Pferde (3.525 in 11 % der Haushalte), Wasserbüffel (3.728 in 7 % der Haushalte) und Schafe (1.229 in 2 % der Haushalte).<ref name="SR2010" /> In Hatulia, Gleno und Atsabe plant man die Fischzucht.
Geschäftszentrum der Gemeinde ist die Hauptstadt Gleno. Atsabe war früher bekannt für die hohe Qualität seiner Tais, gewebte Textilien, die auch überregional verkauft wurden. Damals war in Atsabe der Handel die wichtigste Einnahmequelle der Bevölkerung, noch vor der Landwirtschaft. Viele der Händler flohen infolge der Unruhen von 1999 nach Westtimor. 2001 war es noch unklar, ob sie nach Atsabe zurückkehren würden, um ihr Geschäft wieder aufzunehmen.
In Fatubessi und Koliati gibt es heiße Quellen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ermera District Development Plan 2002/2003 ( vom 28. März 2009 im Internet Archive) (englisch; PDF-Datei; 374 kB).</ref>
Aus Gleno sendet Radio Café Ermera (FM 92,3 MHz), der kommunale Radiosender der Gemeinde.<ref>ARKTL – Asosiasaun Radio Komunidade Timor-Leste (englisch)</ref>
Persönlichkeiten
- Augusto de Araújo, Abgeordneter
- Madalena Boavida, Finanzministerin
- Rosário Maia, Journalist
- Lucas da Costa (1952–2019), Politiker und Universitätsdirektor
- Cláudio de Jesus Ximenes (* in Ermera), Präsident des Tribunal de Recurso de Timor-Leste
- Eduardo de Deus Barreto (1951–2021), Unabhängigkeitskämpfer und Politiker
- Domingos da Silva Soares (1952–2025), Geistlicher
- Maria Olandina Isabel Caeiro Alves (1956–2025), Diplomatin
- Gabriel Ximenes (1956–2009), Abgeordneter
- Mateus de Jesus (1959–2015), Abgeordneter
- Maria da Costa Exposto (* 1960), Politikerin
- António 55 dos Santos (* 1960), Politiker und Unabhängigkeitsaktivist
- Esmeralda Piedade (* 1961), Nonne und Hochschullehrerin
- Nominando Soares Martins (* 1962), Unabhängigkeitsaktivist und Politiker
- José Neves (* 1962), Präsidentschaftskandidat und Beamter
- Jacinto Rigoberto (* 1965), Politiker
- Sara Lobo Brites (* 1967), Politikerin
- Francisco David Xavier Carlos (* 1967), Politiker
- João Soares Martins (* 1968), Mediziner und Politiker
- João Maia da Conceicão (* 1969), Politiker
- Rui Manuel Hanjam (* 1969), Vizeminister
- Maria Madeira (* 1969), Künstlerin
- Adolfo Martins (* 1970), Politiker
- Domingos Augusto Deker (* 1970), Unabhängigkeitskämpfer und Politiker
- Leandro Maria Alves (* 1974), römisch-katholischer Bischof von Baucau
- Gastão Salsinha (* 1974), Soldat und Deserteur
- Agostinho Lay (* 1975), Abgeordneter
- Rosena Fátima de Oliveira Martins (* 1975), Hochschullehrerin und Politikerin
- Domingos Mariano Reis (* 1983), Politiker
- Elvina Sousa Carvalho (* 1986), Politikerin
Partnerschaften
- Portugal Campo Maior, Portugal (seit 21. März 2013)<ref>Municípios Portugueses: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geminações de Cidades e Vilas ( vom 4. April 2022 im Internet Archive).</ref>
Weblinks
- Portal der Gemeinde Ermera
- Profil des Distrikts 2013 (tetum, PDF-Datei)
Belege
- Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement (englisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ermera District Development Plan 2002/2003 ( vom 28. März 2009 im Internet Archive) (englisch; PDF-Datei; 374 kB).
Einzelnachweise
<references responsive />
Aileu |
Ainaro |
Atauro |
Baucau |
Bobonaro |
Cova Lima |
Dili |
Ermera |
Lautém |
Liquiçá |
Manatuto |
Manufahi |
Viqueque
Sonderverwaltungsregion: Oe-Cusse Ambeno
Koordinaten: 8° 43′ S, 125° 26′ O
{{#coordinates:−8,7166666666667|125,43333333333|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=TL-ER
|type=adm1st
}}