Baucau (Gemeinde)
| Munisípiu Baukau (tetum) Município de Baucau (port.) | ||
| Daten | ||
| Hauptstadt | Baucau | |
| Fläche | 1.504,17 km²<ref name="Cen2015">Direcção-Geral de Estatística: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Volkszählung von 2015 ( vom 17. Oktober 2020 im Internet Archive)</ref> | |
| Einwohnerzahl (2022) | 134.878<ref name="Cen2022">Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.</ref> | |
| Zahl der Haushalte (2022) | 24.852<ref name="Cen2022" /> | |
| ISO 3166-2: | TL-BA | |
| Verwaltungsämter | Einwohner<ref name="Cen2022" /> | Fläche<ref name="Cen2015" /> |
| Baguia | 11.718 | 212,18 km² |
| Baucau | 54.964 | 3699,62 km² |
| Laga | 19.781 | 194,07 km² |
| Matebian | 4.921 | 47,73 km² |
| Quelicai | 7.812 | 98,20 km² |
| Quelicai Antigo | 5.711 | 6,23 km² |
| Vemasse | 11.206 | 358,47 km² |
| Venilale | 18.765 | 155,70 km² |
| Karten | ||
| Verwaltungsgliederung von Baucau | ||
Baucau ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Gemeinde von Osttimor an der Nordküste des Landes. Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Baucau.
Name
Der Name „Baucau“ leitet sich aus dem Wort „Akau“ in der lokalen Sprache Waimaha ab, was „Schwein“ bedeutet. Später wandelte der Name sich in „Macau“ und schließlich unter den Portugiesen in „Baucau“. Ein alternativer Name für die Gemeinde ist „Wailia-Wailewa“, was die „große Wasserquelle von Wai Lia“ bedeutet. Im Gebiet von Wai Lia (Suco Bahu) befindet sich eine große Quelle unterhalb großer Bäume.<ref name="BauMP">Timor-Leste Portal Municipal: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />MUNICIPALITIES PROFILE BAUCAU ( vom 23. Januar 2021 im Internet Archive), abgerufen am 6. September 2020.</ref> Sie ist ein sowohl animistischer als auch christlicher heiliger Ort.<ref name="WPS">A. McWilliam, L. Palmer und C. Shepherd: Lulik encounters and cultural frictions in East Timor: Past and present. In: The Australian Journal of Anthropology. Band 25, Nr. 3, S. 304–320, S. 315, doi:10.1111/taja.12101.</ref>
Geographie
Lage und Gliederung
Die Gemeinde Baucau liegt im Nordosten des Landes an der Straße von Wetar, gegenüber der Insel Wetar. Im Westen grenzt er an die Gemeinde Manatuto, im Süden an die Gemeinde Viqueque und im Osten an die Gemeinde Lautém. Baucau unterteilt sich in die Verwaltungsämter Baguia, Baucau, Laga, Quelicai, Vemasse und Venilale (ehemals Vila Viçosa). Am 1. Januar 2024 wurden von Quelicai die neuen Verwaltungsämter Quelicai Antigo (Alt-Quelicai) und Matebian abgetrennt.<ref>Lusa: Timor-Leste vai ter três novos postos administrativos a partir de 2024, 15. März 2023, abgerufen am 15. März 2023.</ref><ref>MINISTRU MAE HALA'O DIALOGU KOMUNITÁRIU KONABA PLANU ESTABELESIMENTU POSTU ADMINISTRATIVU MATEBIAN IHA SUKU LAISORULAI DESIMA. Munisípiu Baucau, 3. Dezember 2022, abgerufen am 24. Januar 2023.</ref>
Der größte Teil der Gemeinde liegt auf einer Meereshöhe zwischen 100 und 500 m. Nur direkt an der Küste fällt das Land schnell auf Meereshöhe. Zwischen den größeren Flüssen hebt sich das Land über 500 m zu den Massiven des Monte Mundo Perdido (Gemeinde Viqueque) im mittleren Westen und des Matebian im Südosten, der mit 2376 m der dritthöchste Berg Osttimors ist. Im Westen der Gemeinde münden die Flüsse Laleia und Manuleiden in die Straße von Wetar. Östlich des Ortes Baucau sind es die Flüsse Seiçal, Borauai, Lequinamo, Binagua und weitere kleine Flüsse. Nur der Seiçal führt ganzjährig Wasser, da er aus Viqueque im Süden gespeist wird. Baucau hat auch eine breite Küstenlinie mit Sandstränden, die sich zum Schwimmen und für anderen Wassersport eignen. Im Verwaltungsamt Baucau finden sich mehrere Kalksteinhöhlen. Die Baninau-Doline hat einen Durchmesser von fast einen Kilometer.<ref>M. Freire, P. Pinto, M. Soares, S. Medeiros, A. S. P. S. Reboleira, A. Reis, M. Gomez: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fatuk-Kuak Hosi Timor Lorosa’e: Caves of Timor-Leste ( vom 1. Januar 2020 im Internet Archive), Proceedings of the 17th International Congress of Speleplogy, 2017, abgerufen am 1. Januar 2020.</ref>
Baucau hat eine Fläche von 1504,17 km². Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 gab es mehrmals Änderungen im Grenzverlauf, vor allem zu Viqueque.<ref name="Wall"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) ( vom 12. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 2,7 MB)</ref> Bereits 2003 wurde die Grenze zu Viqueque deutlich verändert.
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Entfernungen
| Entfernungen [km]<ref name="Bau2019">Baucau em Numeros 2019, abgerufen am 12. Februar 2022.</ref> | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ort | Baguia | Baucau | Laga | Quelicai | Vemasse | Venilale |
| Baguia | 65,6 | 45,6 | 68,2 | 100,6 | 95,6 | |
| Baucau | 65,6 | 20 | 36,6 | 35 | 30 | |
| Laga | 45,6 | 20 | 22,6 | 55 | 50 | |
| Quelicai | 68,2 | 36,6 | 22,6 | 71,6 | 66,6 | |
| Vemasse | 100,6 | 35 | 55 | 71,6 | 65 | |
| Venilale | 95,6 | 30 | 50 | 66,6 | 65 | |
Die Stadt Baucau liegt von der Landeshauptstadt Dili 130 Kilometer entfernt.<ref name="Bau2019" />
Klima
Von November bis Januar regnet es fast täglich, zwischen Mai und Juli etwa zweimal die Woche. Von August bis Oktober bleiben Niederschläge ganz aus. In der Regenzeit drohen Überschwemmungen und Erdrutsche, die immer wieder die Infrastruktur zerstören, so dass die Verbindung zwischen den Orten unterbrochen wird. In den niederen Regionen Baucaus kann die Temperatur bis zu 32 °C erreichen.<ref name="BauMP" />
- Klimadiagramme
Einwohner
In der Gemeinde Baucau leben 134.878 Menschen (2022,<ref name="Cen2022" /> 2011: 117.348<ref name="DNE2011"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in figures 2011 (PDF; 3,8 MB) ( vom 19. Februar 2014 im Internet Archive), abgerufen am 5. Mai 2013.</ref>). Von den Einwohnern sind 68.117 Männer und 66.761 Frauen. Auf 102 Männern kommen 100 Frauen<ref name="Cen2022" /> Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 1,3 %. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %.<ref name="Cen2022" /> Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner Baucaus jährlich um 1,07 %. Allerdings wandern viele Einwohner in andere Landesteile aus, vor allem in die Landeshauptstadt Dili. Über 12.000 der Einwohner Dilis von 2004 wurden in Baucau geboren. Daher war in den ersten Jahren der Unabhängigkeit Osttimors die Einwohnerzahl Baucaus zeitweise sogar rückläufig.<ref name="CPH"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Census of Population and Housing Atlas 2004 ( vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)</ref>
Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,5 Jahren.<ref name="Wall" /> Im Verwaltungsamt Baucau hatte 2004 eine Frau durchschnittlich 6,62 Kinder, in Venilale 7,38, in Vemasse 7,61, in Quelicai 7,73, in Laga 8,05 und in Baguia 8,70 (Landesdurchschnitt 6,99). Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 1,07 %. Die Kindersterblichkeit lag 2002 im Verwaltungsamt Baucau bei 89 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 111), in Quelicai bei 108 (141), in Venilale bei 114 (135), in Baguia bei 122 (167), in Laga 136 (155) und in Vemasse bei 147 (139). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Vemasse ist damit eines von 14 Verwaltungsämtern, in denen sie, entgegen dem Landestrend, anstieg. Vemasse gehört mit Laga zusammen zu den acht Verwaltungsämtern mit der höchsten Kindersterblichkeit des Landes.<ref name="CPH" />
Im Osten und Zentrum Baucaus ist Makasae die am häufigsten gesprochene Sprache. 60,3 % der Bevölkerung Baucaus nannten es in der Volkszählung 2015 als ihre Muttersprache. Im Westen Baucaus sprechen die meisten Einwohner Waimaha (16,7 %). Im Verwaltungsamt Venilale spricht die Bevölkerungsmehrheit Midiki (7,0 %). 13,2 % in der Gemeinde sprechen Tetum als Muttersprache. Außerdem sprechen kleinere Gruppen Naueti (1,2 %), Galoli (0,5 %) und Kairui (0,4 %). Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 85,7 % Tetum, 43,7 % Bahasa Indonesia, 40,9 % Portugiesisch und 20,6 % Englisch.<ref name="Cen2015" />
2004 waren 98,3 % der Einwohner Katholiken, 0,6 % Protestanten, 0,3 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors und 0,2 % Muslime.<ref name="DPT"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />District Pritory Tables: Baucau 2004 ( vom 20. Mai 2011 im Internet Archive) (PDF; 15,0 MB)</ref> 2015 wurden in der Volkszählung 98,3 % Katholiken, 1,4 % Protestanten, 0,2 % Muslime und nur noch 36 Animisten registriert.<ref name="Cen2015" /> In der Stadt Baucau gibt es eine Moschee und zudem in der Gemeinde einige protestantische Kirchen. Die wenigen chinesischen Familien verfügen zumeist über einen eigenen Hausaltar.
Die meisten Schulen in der Gemeinde werden von der katholischen Kirche betrieben. Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 39,7 % eine Schule. 27,7 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 31,4 %, was 2,5 % über dem Landesdurchschnitt liegt. 6,2 % der Einwohner Baucaus haben nur die Vorschule besucht, knapp ein Drittel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben ein Viertel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können nur 4,9 % vorweisen; auch hier sind die Zahlen schlechter als im Landesdurchschnitt.<ref name="Cen2015" /> Die Analphabetenrate betrug 2015 14,2 % (Frauen: 14,1 %; Männer: 14,3 %).<ref name="Cen2015" /> 2004 lag sie noch bei 52,9 %.<ref name="CPH" />
| Schulbildung<ref name="Cen2015" /> | Schulabschluss<ref name="Cen2015" /> | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in der Schule | Schule beendet | nie in einer Schule | Vorschule | Grundschule | Prä- Sekundär |
Sekundär | Diplom/Fach- hochschule |
Universität | Kein Abschluss | ||
| Frauen | 38,4 % | 26,3 % | 34,2 % | 5,9 % | 27,1 % | 12,3 % | 14,0 % | 0,8 % | 3,4 % | 0,7 % | |
| Männer | 41,1 % | 29,2 % | 28,7 % | 6,5 % | 31,9 % | 11,6 % | 13,6 % | 1,0 % | 4,6 % | 0,5 % | |
| gesamt | 39,7 % | 27,7 % | 31,4 % | 6,2 % | 29,5 % | 12,0 % | 13,8 % | 0,9 % | 4,0 % | 0,6 % | |
Geschichte
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Früh- und Kolonialzeit
Mehrere Tausend Jahre alte Felsmalereien fanden sich in Uai Bobo (Verwaltungsamt Venilale), Lie Siri, Lie Kere, Lie Kere 2 und Lie Baai (auf dem Hochplateau vom Verwaltungsamt Baucau)<ref name="Sue9">Sue O’Connor: Nine New Painted Rock Art Sites from East Timor in the Context of the Western Pacific Region, Asia Perspectives, Vol. 42, No. 1, 2003, abgerufen am 6. April 2020.</ref> und in der Region von Baguia.<ref name="Muschel">SAPO: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Colar de conchas com 6.500 anos ajuda a datar comunidades em Timor-Leste. ( vom 25. August 2016 im Internet Archive) 3. August 2015, abgerufen am 15. Oktober 2015.</ref> Nahe der Stadt Baucau fand man ein Tüllenbeil der Dong-Son-Kultur (etwa 800 v. Chr. bis 200 n. Chr.) aus dem Gebiet des heutigen Vietnams.<ref name="Sue9" />
Ein Großteil der Gemeinde Baucau war früher Teil des Königreichs von Vemasse oder stand unter dessen Einfluss. 1859 führte Dom Domingos de Freitas Soares eine kleinere Revolte gegen die Portugiesen, die aber schnell niedergeschlagen wurde. Dom Domingos wurde noch im selben Jahr ins Exil nach Lissabon geschickt. Im Frühjahr 1861 unterstützte Vemasse die Kolonialmacht mit Kämpfern gegen den Aufstand in Laclo. 1862 wurde Dom Domingos wieder Herrscher von Vemasse.<ref name="BeloHerrscher">Belo, Dom Carlos Filipe Ximenes: Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 215–221 Baucau: Tipografia Diocesana Baucau 2011.</ref> Er rebellierte im August 1867 erneut gegen die Portugiesen und belagerte Lalcia. Gouverneur Texeira da Silva beendete die Belagerung und schlug den Aufstand mit Hilfe verbündeter Liurais nieder. Dom Domingos wurde durch seinen Stellvertreter, dem Dato-hei (Fürst) ersetzt, der einen Bündnisschwur ablegte und friedliche Beziehungen zu den Nachbarn versprach.<ref name="HoT85">Geoffrey C. Gunn: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />History of Timor., S. 85ff. ( vom 24. März 2009 im Internet Archive) Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)</ref>
1871 wurde Dom Domingos zum dritten Mal Herrscher von Vemasse.<ref name="BeloHerrscher" /> Als der Krieg von Laleia (1878–1880) gegen den Liurai Manuel dos Remédios ausbrach, forderte Gouverneur Hugo Goodair de Lacerda Castelo Branco Dom Domingos auf, er solle für Dom João Ximenes, Liurai von Cairui und Pedro de Gusmão da Costa, Adliger aus Laleia, nach Dili Geleitschutz stellen. Die beiden hatten sich gegen Remédios gestellt. Doch als die Gruppe einen Fluss überquerte, griff sie eine große Anzahl von Kriegern an. Dom Domingos und seine Krieger verschwanden sofort und der kleinen portugiesischen Truppe drohte durch die Übermacht nun die Vernichtung. Nachdem die Angreifer aber Pedro de Gusmão da Costa und João Ximenes getötet hatten, zogen sie sich sofort wieder zurück.<ref name=Davidson" details="S. 155.">Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, Sydney 1994.</ref>
Noch im selben Jahr wurde Manuel da Costa Freitas neuer Herrscher von Vemasse, der die Portugiesen gegen Laleia militärisch unterstützte. Es kam auch in Vemasse zu Gefechten. 1879 wurde der Galoli sprechende Topasse Dom Domingos da Costa Freitas (auch Gali Kai genannt), Dato-hei von Letemumo, von den Portugiesen zum Liurai-hei von Vemasse gemacht. Zuvor dominierten das Reich die Makasae, die nun endgültig unter die Kontrolle der portugiesischen Kolonialmacht kamen.<ref name="BeloHerrscher" /><ref name="KH107">Karl L. Hutterer: ECONOMIC EXCHANGE AND SOCIAL INTERACTION IN SOUTHEAST ASIA: PERSPECTIVES FROM PREHISTORY, HISTORY, AND ETHNOGRAPHY, S. 107, Center for South and Southeast Asian Studies, Michigan Papers on South and Southeast Asia, 13, University of Michigan, 1977, ISBN 978-0-472-90172-2.</ref> Der Krieg von Laleia endete 1880. 1882 kam erneut es zu Kämpfen zwischen Vemasse und Laleia, wofür der Kommandant der Militärkommandantur verantwortlich gemacht wurde. 1888 unterstützte Vemasse die Portugiesen beim Feldzug gegen Faturó und Sarau.<ref name=Davidson" details="S. 170–171." />
Dom Francisco da Costa Freitas, Sohn von Domingos da Costa Freitas, wurde 1896 Herrscher von Vemasse. 1899 wurde Francisco von den Portugiesen zum Liurai von Baucau ernannt. Sein Schwiegersohn Tomás da Costa Soares übernahm stattdessen die Herrschaft in Vemasse und als Francisco 1922 starb, herrschte Tomás bis zu seinem Tod 1929 über Vemasse und Baucau.<ref name="BeloHerrscher" /><ref name="KH107" /><ref>Belo 2011, S. 101–107.</ref>
Auch Buibau und Venilale waren traditionelle Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.<ref>oecussi.no.sapo.pt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Timor Loro Sae, Um pouco de história ( vom 13. November 2001 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />East Timor – PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR ( vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)</ref> Im April 1896 schloss der Liurai von Buibau mit Portugal einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus.
Enge Beziehungen herrschten mit der von den Niederlanden dominierten Insel Kisar. Regelmäßig besuchte man sich, Handel mit Gold und Wasserbüffeln wurde getrieben und der Raja von Vonreli auf Kisar zahlte einen Tribut an den Liurai von Vemasse. Erst Ende des 19. Jahrhunderts unterband der portugiesische Gouverneur Timors José Celestino da Silva (1894–1908) jeden Kontakt, da sich der Raja weigerte, vom Protestantismus zum katholischen Glauben überzutreten. Doch bereits 15 Jahre später wurden die Kontakte erneuert, als der Raja von Kisar mit einer Flotte von 20 kleinen Schiffen am Strand von Baucau anlegte.
1903 und 1912 scheiterten Aufstände Quelicais gegen die portugiesischen Kolonialherren. 1912 brach in Baucau ein Aufstand gegen die portugiesischen Kolonialherren aus, der aber schnell niedergeschlagen wurde. Dabei sollen 2000 Menschen ums Leben gekommen sein.<ref name="HoT">Technische Universität Lissabon: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />History of Timor ( vom 24. März 2009 im Internet Archive; PDF; 805 kB)</ref> Unter dem Marineoffizier Jaime do Inso konnte eine Belagerung des Ortes Baucau zwischen dem 29. Juni und 25. Juli von den Portugiesen abgewehrt werden.<ref name="RdA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Revista da Armada: Jaime do Inso ( vom 14. August 2007 im Internet Archive) (portugiesisch), Zugriff am 12. Juni 2012.</ref>
Im Januar 1934 wurde mit den Circunscrições ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ein ziviles Verwaltungssystem für die Kolonie eingeführt. Zu Baucau wurde die Kommandantur Viqueque zugeschlagen, so dass es nun bis zur Timorsee reichte. 1936 wurde der Verwaltungsbezirk in São Domingos umbenannt.<ref>Boletim Oficial. 37. Jahrgang, Nr. 21, Govêrno Colonial, Diploma Legislativo N°85, 27. Mai 1936.</ref>
Als die Japaner 1942 Portugiesisch-Timor in der Schlacht um Timor besetzten, floh Administrator Leutnant Manuel Jesus Pires nach Australien. Er kehrte später mit Kampfkommandos der Alliierten nach Timor zurück, um gegen die Japaner zu kämpfen.<ref>timor-tourism.tl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lieutenant Manuel Jesus Pires Monument ( vom 26. November 2015 im Internet Archive)</ref> Im Verwaltungsamt Venilale erinnern an der Straße nach Baucau Tunnel der Japaner, die so genannten Sieben Höhlen (Kuak Hitu, Gua Tuju), an die Besetzungszeit.
Bei der Wiederherstellung der kolonialen Verwaltungsstrukturen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden am 18. Juli 1946 Baucau und Viqueque wieder voneinander getrennt.<ref>Diário do Governo, I(159). Quinta-feira, 18 de julho de 1946 In: Lúcio Sousa: A etnografia em concurso administrativo : a “monografia etnográfica” em Timor Português em 1948, abgerufen am 16. September 2024.</ref>
| Herrscher | Regierungszeit | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Dom Manuel Caetano Delgado Ximenes | 1884 – nach 1893 | |
| Dom Francisco da Costa Freitas | 1899–1922 | Sohn von Dom Domingos da Costa Freitas von Vemasse |
| Tomás da Costa Soares | 1922–1929 | Schwager |
| Nai Cipriano da Silva Correia | 1981–1999 | Sohn von Caspar da Costa Correia von Seiçal |
Indonesische Besetzung und osttimoresische Unabhängigkeit
Nach der Unabhängigkeitserklärung Osttimors 1975 begann Indonesien das Land zu besetzen. Am 9. Dezember 1975 besetzten die Indonesier Baucau und drangen von dort aus weiter nach Süden und in Richtung Laga und Quelicai vor.<ref>Estêvão Cabral: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Life and death in the mountains of Timor-Leste: the case of Ponta Leste ( vom 26. November 2016 im Internet Archive), abgerufen am 25. November 2016.</ref> Bis Oktober 1976 wurden die Küste Baucaus, die Orte Baucau und Quelicai und die Straße von Baucau nach Viqueque besetzt. Bases de apoio entstanden in Baguia und am Matebian, in denen die geflohene Zivilbevölkerung von der Widerstandsbewegung FALINTIL angesiedelt wurde. Ab September 1978 begann die indonesische Armee mit der Zerstörung der Basen und der Besetzung der letzten Widerstandsgebiete in Viqueque und Baucau. Mit der Basis am Matebian fiel die letzte am 22. November. Die Menschen wurden auseinandergetrieben oder gefangen genommen. Bis März 1979 waren die damaligen Distrikte vollständig unter indonesischer Kontrolle.<ref name="CAVR7.3">„Chega!“-Report der CAVR: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine ( vom 28. November 2015 im Internet Archive; PDF; 1,22 MB) (englisch)</ref>
In den 1980er Jahren wurde Quelicai von der indonesischen Armee im Kampf gegen die FALINTIL bombardiert und mehrfach durchkämmt, was zu Toten unter den Einwohnern führte. Am 29. Mai 1997 fanden Wahlen statt, bei denen Vertreter Osttimors für das indonesische Parlament gewählt werden sollten. Im Umfeld kam es landesweit zu mehreren Attacken auf die indonesische Besatzungsmacht und ihre Unterstützer. In Baucau wurden am 28. Mai der ehemalige Chef des Distriktsparlaments, Miguel Baptismo da Silva (1987–1992), und seine Frau ermordet. In Seiçal fand die Abstimmung mit einem Tag Verspätung am 30. Mai statt, weil das Wahllokal von Unbekannten angegriffen worden war. Dabei wurde Abinau Salay, ein Wahlhelfer und Mitglied einer Wanra, mit einer Machete verletzt. In Folge wurden zehn Personen verhaftet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(INDONESIA-L) HRW/ASIA – East Timor Guerrilla Attacks : East Timor Guerrilla Attacks vom 4. Juni 1997 ( vom 19. September 2006 im Internet Archive)</ref> Am 31. Mai geriet ein indonesischer Sicherheitskonvoi in Quelicai in einen Hinterhalt. 18 indonesische Polizisten und Soldaten wurden getötet. In der Militäraktion, die darauf folgte, wurden 114 Einwohner verhaftet.
Im November 2005 starben zwei timoresische Polizisten durch eine Bombe, die in Vemasse auf ihr Fahrzeug geworfen wurde.
Nach den Parlamentswahlen 2007 kam es unter anderem in Baucau, Quelicai und Venilale während des Wahlkampfs und nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zu gewaltsamen Ausschreitungen. Über 1500 Menschen flohen alleine im damaligen Distrikt Baucau aus ihren Häusern. Besonders großes Aufsehen erregten ein Überfall auf ein Waisenhaus in Baguia und die Vergewaltigung von mehreren Mädchen dort.<ref>UCAN:, 15. August 2007, Convent girls raped, church property destroyed as new PM takes office</ref><ref name="IDP">Internal Displacement Monitoring Centre: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Timor-Leste Population Displacements as of 14 August 2007 ( vom 24. September 2011 im Internet Archive; PDF; 453 kB)</ref>
2014 wurden die Distrikte in Osttimor in „Gemeinden“ und die Subdistrikte in „Verwaltungsämter“ umgewandelt.
Politik
| Administrador Konsellu Datei:Flag of Portugal.svg (sofern bekannt) | |
| Armando Eduardo Pinto Correia | 1928–1934 |
| Manuel Jesus Pires | 1937–1942 (mit Viqueque)<ref name="Publ">São José Almeida in Publico: Tenente Pires, 10. Februar 2008, abgerufen am 16. September 2024.</ref> |
| José Maria Ribeiro Filipe | um 1961<ref>Filipe Themudo Barata: Timor contemporâneo: Da primeira ameaça da Indonésia ao nascer de uma naçao, Lissabon 1998, S. 227, abgerufen am 5. Dezember 2023.</ref> |
| Luis Franco Ricardo | 1964–1966<ref name="Metzner">Joachim K. Metzner: Man and Environment in Eastern Timor, Australian National University, 1977, abgerufen am 26. Dezember 2022.</ref><ref>JUDICIAL SYSTEM MONITORING PROGRAMME: LAND LAW REPORT, 27. September 2005, Dili, Osttimor, abgerufen am 29. April 2023.</ref> |
| Salgado | um 1970<ref name="Metzner" /> |
| Clementino dos Reis Amaral | bis 1975 |
| Regierungspräsident (Bupati) Datei:Flag of Indonesia.svg<ref name="CAVR4">„Chega!“-Report der CAVR: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Part 4: Regime of Occupation“ ( vom 18. Januar 2012 im Internet Archive; PDF; 550 kB) (englisch)</ref> | |
| Abel da Costa Belo (APODETI) | 1976–1982 |
| Oberst I. Gusti Ngurah O. (Militär) | 1982–1987 |
| Herman Sediono (Militär) | 1988–1992 |
| Virgílio Maria Dias Marçal (UDT) | 1992–1999 |
| Administrador Datei:Flag of East Timor.svg | |
| Mário Nicolau dos Reis | 2000 – 15. Mai 2002<ref name="Kones" /> |
| Micaela Ximenes | 16. Mai 2002 – 25. November 2004<ref name="Kones" /> |
| Luís Aparicio Guterres | 26. November 2004 – 8. Juni 2008<ref name="Kones" /> |
| António Agosto Guterres (interim) | 8. Juni 2008 – November 2008<ref name="Kones" /> |
| Domingos Soares | November 2008 – Oktober 2009<ref name="Kones" /> |
| António Agosto Guterres | November 2009 – 2016<ref name="Kones" /> |
| Presidente Autoridade Município Datei:Flag of East Timor.svg | |
| António Agosto Guterres | 2016–2021 |
| Olívio „Boulesa“ Freitas | 12. Januar 2021 – 2023 |
| Veneranda Lemos Martins | seit 2024 |
In der portugiesischen Kolonialzeit hatte zuletzt der spätere KOTA-Politiker Clementino dos Reis Amaral das Amt des Administrators von Baucau inne.<ref name="PPG2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Political Parties and groupings of Timor-Leste, Mai 2007 ( vom 31. August 2007 im Internet Archive) (Englisch; PDF; 996 kB)</ref> Weitere koloniale Administratoren waren Armando Eduardo Pinto Correia (1928–1934) und Manuel Jesus Pires (bis 1942).
Nach der Annexion Osttimors durch Indonesien blieb Clementino dos Reis Amaral Stellvertreter von Regierungspräsident (Bupati) Abel da Costa Belo (APODETI),<ref>Pemerintahan baru Provinsi Timor Timur (Saat berintegrasi dengan Indonesia)/The new government of East Timor (When integrated with Indonesia), 24. Januar 2013, abgerufen am 26. April 2016.</ref> der von Mai 1976 bis 1982 im Amt blieb. Ihm folgten bis 1987 Oberst I. Gusti Ngurah O. und bis 1992 Herman Sediono vom indonesischen Militär. Letzter Bupati war von 1992 bis 1999 Virgílio Maria Dias Marçal (UDT). Insgeheim versteckte Marçal Anführer des osttimoresischen Widerstands.<ref>Francisco da Costa Guterres, MA : <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Elites and Prospects of Democracy in East Timor, Department of International Business and Asian Studies, Griffith Business School, Griffith University, Januar 2006 ( vom 1. Februar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 2. März 2014.</ref><ref name="CAVR4" />
Der Administrator wird heute von der Landesregierung in Dili ernannt. Von 2000<ref>On the Appointment of East Timorese District Administrators and Deputy District Administrators. (PDF; 16,9 kB) In: jornal.gov.tl. 26. September 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Dezember 2015; abgerufen am 20. Oktober 2021.</ref> bis zum 15. Mai 2002 war dies Mário Nicolau dos Reis.<ref>Baucau District Administrator: The DA Is Just A Robot. Abgerufen am 7. Januar 2015.</ref><ref name="Kones">KOÑESIMENTU JERAL KONA BA FATIN ESTÁJIU: Historia Existencia Administração Munisipiu Baucau, abgerufen am 27. April 2020.</ref> Vom 16. Mai bis 25. November 2004 folgte Micaela Ximenes.<ref name="Kones" /><ref>Weltbank: Participation ListTimor-Leste and Development Partners Meeting 3-5 December 2003, abgerufen am 27. April 2020.</ref> Der Nachfolger Luís Aparicio Guterres von der FRETILIN wurde am 8. Juni 2008 abgesetzt.<ref name="Kones" /><ref>UNMIT Daily Media Review – July 1, 2008: Luis: no transparency of replacing Baucau District Administrator, abgerufen am 20. Januar 2018.</ref> António Agosto Guterres übernahm bis zum November amtsführend, bis der neue Administrator Domingos Soares sein Amt antrat. Dieser wurde aber im Oktober 2009 wegen Fehlverhaltens vom Amt enthoben und erhielt später auch eine Haftstrafe.<ref name="Kones" /><ref>Jornal da República: DECISÃO 24/2009/CFP, abgerufen am 20. Januar 2018.</ref><ref>Timor Agora: Membru Governu 8 Tama Ona Prizaun, abgerufen am 20. Januar 2018.</ref> António Agosto Guterres war zwischenzeitlich stellvertretender Administrator gewesen und übernahm im November 2009 wieder den Posten des Administrators. Seit 2016 trug Guterres den Titel Präsident der Gemeindeverwaltung von Baucau (Presidente Autoridade Município Baucau).<ref name="BauMP" /><ref name="Kones" /><ref>STL: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Perfil: ANTONIO AUGUSTO GUTERRES, 22. August 2017 ( vom 21. Januar 2018 im Internet Archive), abgerufen am 20. Januar 2018.</ref><ref>Descentralização Administrativa na República Democrática de Timor-Leste: Baucau, abgerufen am 7. Februar 2014.</ref> Am 12. Januar 2021 wurde Olívio Freitas zum neuen Präsidenten vereidigt.<ref>Ministério do Petróleo e Minerais: MINISTRU PETRÓLEU NO MINERAIS PARTISIPA IHA SERIMÓNIA TOMADA POSSE BA PRESIDENTE AUTORIDADE MUNISÍPIU BAUCAU, 12. Januar 2021, abgerufen am 16. März 2021.</ref> 2024 übernahm Veneranda Lemos Martins.<ref>Jornal da República: N.° 05/GPM/I/2024 Nomeação do Presidente da Autoridade Municipal de Baucau, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref> Da sie aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt nicht ausüben konnte, übernahm der Gemeindesekretär Eduardo Filipe Ximenes ab dem 15. Mai 2024 übergangsweise geschäftsführend die Aufgaben.<ref>Jornal da República: DESPACHO N.º 42/M-MAE/V/2024 Designação do Presidente da Autoridade Municipal de Baucau em substituição, 15. Mai 2024, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>
Stärkste Partei in der Gemeinde ist die FRETILIN. Ihr Zentrum hat in Baucau außerdem die UNDERTIM, die immer wieder in Konflikt mit der FRETILIN geriet. Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung, aus der später das Nationalparlament hervorging, gewann die FRETILIN in Baucau 81,98 % der Stimmen. Auch das damalige Direktmandat ging an den Kandidaten der FRETILIN.<ref>Lurdes Silva-Carneiro de Sousa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Some Facts and Comments on the East Timor 2001 Constituent Assembly Election ( vom 16. Oktober 2013 im Internet Archive) (RTF; 199 kB), Lusotopie 2001, S. 299–311.</ref> Bei den Parlamentswahlen 2007 erhielt die FRETILIN mit 60,66 % erneut die meisten Stimmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CNE – official results on 9th July 2007 ( vom 27. September 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei; 118 kB)</ref> Bei den Parlamentswahlen 2012 erhielt sie noch immer die absolute Mehrheit mit 51,38 %. Zweite wurde die Regierungspartei Congresso Nacional da Reconstrução Timorense (CNRT) mit 23,05 %, dritte die Partei UNDERTIM mit 5,46 %, die aber an der landesweiten Dreiprozenthürde scheiterte. 2017 wurde die FRETILIN mit 42,2 % wieder stärkste Kraft. Zweiter wurde die neue Partidu Libertasaun Popular (PLP) von Taur Matan Ruak, der aus der Gemeinde Baucau stammt. Der CNRT erhielt nur noch 9,9 %. Die KHUNTO bekam in Baucau 6,3 % der Wählerstimmen.<ref>CNE: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2018 erhielt die Aliança para Mudança e Progresso (AMP), der der CNRT, PLP und KHUNTO nun angehörten, 39,4 % der Stimmen. Die FRETILIN verteidigte ihre Hochburg mit 51,9 %.<ref>CNE: Munisipios, abgerufen am 30. Mai 2018.</ref>
Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2007 konnte Francisco Guterres von der FRETILIN in Baucau 62,99 % der Stimmen auf sich vereinen, während der unabhängige Kandidat und spätere Wahlsieger José Ramos-Horta 26,99 % erhielt.<ref>Endergebnis der ersten Runde, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Distrikte (PDF)</ref> Bei der Stichwahl erhielt Guterres in Baucau 66,52 %. 2012 erhielt Guterres in Baucau 48,74 %, der aus Baguia stammende unabhängige Kandidat Taur Matan Ruak 42,21 %.<ref>STAE: Rezultadu Provizorio Eleisaun Prezedensial 2012. In: stae.tl. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Oktober 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> In der zweiten Runde bekam Guterres 52,07 %, Wahlsieger wurde aber Taur Matan Ruak.<ref>STAE: Rezultadu Provisorio Total Huosi 13 Distritu. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Januar 2013; abgerufen am 4. Januar 2016.</ref> Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 holte in Baucau der landesweite Sieger Francisco Guterres von der FRETILIN die meisten Stimmen. Ebenso 2022, wo er aber landesweit gegen José Ramos-Horta unterlag.
Symbole
Die Gemeinden Osttimors haben keine gesetzlichen Symbole. Allerdings erklärt das Profil von Baucau von 2012 der Direksaun Nacional Administrasaun Local, dass während der indonesischen Besatzungszeit die Jackfrucht (Kulu Gisa) das Symbol Baucaus gewesen sei. Im unabhängigen Osttimor wurde das Heilige Haus (Uma Lulik) in Baucau zum Sinnbild der heutigen Gemeinde.<ref>Profil des Distrikts Baucau 2012: 2.2. 2.1.3 Simbolo do Distrito, S. 5.</ref> Die Kommission für Recht & Frieden der Diözese Baucau verwendet eine rote Taube auf weißem Grund, die eine Kaibauk im Schnabel trägt.
Wirtschaft
Baucau ist für die Nahrungsmittelproduktion Osttimors bedeutend, da die Gemeinde landwirtschaftlich besonders gut entwickelt ist. 66,2 % der Haushalte betreiben Ackerbau, 86,3 % Viehzucht (Stand: 2010).<ref name="Wall" /> Laut der Volkszählung von 2010 arbeiten 41 % aller Einwohner, die zehn Jahre oder älter sind (Landesdurchschnitt: 42 %). 4 % sind arbeitslos (5 %).<ref name="SR2010"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) ( vom 9. April 2015 im Internet Archive) (PDF; 9,8 MB)</ref> 58 % der Haushalte in der Gemeinde baut Mais an (Produktion 2008: 4.346 t), 51 % Kokosnüsse, 51 % Maniok (2.360 t), 44 % Reis (10.142 t), 40 % Gemüse und 16 % Kaffee. Daneben liefert Baucau Bohnen, Erdnüsse, Lichtnüsse, Süßkartoffeln und Kopra (insgesamt 2.017 t).<ref name="SR2010" /><ref name="TL2008">Direcção Nacional de Estatística: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Timor-Leste in Figures 2008 ( vom 7. Juli 2010 im Internet Archive; PDF; 3,56 MB)</ref> Ein Problem sind regelmäßige Überflutungen in der Regenzeit, die die Felder zerstören. In Baucau, Quelicai und Laga kam es deswegen 2007 zu einer Nahrungsmittelknappheit.
Der Westen Baucaus ist mit seinem Plateau im Gegensatz dazu eine der trockensten Regionen Timors.<ref name="RSPAS">Research School of Pacific and Asian Studies: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Waimaha language of East Timor ( vom 9. Juni 2012 im Internet Archive), Australian National University.</ref> Zwar gibt es entlang der Nordküste nach Westen hin noch geringere Mengen an Niederschlägen,<ref>Seeds of Life Timor: Rainfall Map of East Timor 2000-2050 (PDF; 1,0 MB)</ref> doch fehlen hier ganzjährig wasserführende Flüsse aus dem Süden, wie den Seiçal in Ostbaucau. Dies führt vor allem in der langen Trockenzeit zu Problemen bei der Nahrungsmittelversorgung. Zwischen aus dem Boden ragenden Kalksteinfelsen ist nur Platz für kleine Parzellen, auf denen Mais, Erdnüsse, Tabak, Sago, Yams, Süßkartoffeln, Tomaten, Pfeffer und Wassermelone wachsen. Das sogenannte Siam weed (Chromolaena odorata) reduziert als aggressives Unkraut die Anbauflächen noch weiter. Zusätzliche Probleme verursacht die Bodenerosion.<ref name="JBTR">John Bowden und Tatiana Romanovsky: Assessing the degree of language endangerment using Rapid Rural Appraisal techniques (PDF-Datei; 161 kB)</ref>
An der Küste wird Fischerei in kleinem Maßstab betrieben. Daneben werden Büffel (14.566 von 14 % der Haushalte), die auch beim Reisanbau als Arbeitstiere verwendet werden, Hühner (84.482, 77 %), Schweine (35.490, 77 %), Schafe (25.831, 18 %; 62 % aller Schafe in Osttimor) und Ziegen (25.831, 30 %) gehalten. Rinder (6.165, 7 %) spielen hier eine relativ geringe Rolle. Im Hochland werden Pferde (12.040, 25 %) als Nutztiere gezüchtet.<ref name="SR2010" /> Mangelnde Transportwege und fehlende Energieversorgung hemmen die Entwicklung kleiner Betriebe, die in den letzten Jahren entstanden.
In Triloca (Verwaltungsamt Baucau) wurde ein Testgelände errichtet, in dem neue Pflanzensorten getestet und landwirtschaftliche Methoden den Einheimischen beigebracht werden. Zudem gibt es dort eine Seidenraupenzucht und eine Baumschule für Obstbäume.
In den Verwaltungsämtern Vemasse und am Matebian finden sich Manganvorkommen. AIm Osten Baucaus gibt es vielversprechende Gold- und Kupfervorkommen.<ref>Filomeno Martins: Tivan finds high-grade gold and copper in Baucau and Ossu. TATOLI Agência Noticiosa de Timor-Leste, 14. April 2026, abgerufen am 14. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In kleinen Mengen gibt es Gold, Silber und Kupfer in Vemasse und Phosphat in Quelicai. Von Laga bis nach Lautém gibt es Erde, die zur Farbgewinnung verwendet werden kann. Nahe dem Ort Laga gibt es einen Salzsee mit einer Fläche von 150.000 m².
In der Nähe der Stadt Baucau liegt der Flughafen Baucau (IATA code: BCH), der einzige Flughafen Osttimors, auf dem größere Maschinen als die Boeing 737 landen können. Er wird in erster Linie für militärische und Versorgungsflüge genutzt. Reguläre, zivile Flugverbindungen nach Baucau sind zurzeit nicht im internationalen Buchungssystem der Fluggesellschaften vermerkt.
Seit November 2008 versorgt das erste Wasserkraftwerk Osttimors in Gariuai über eine Überlandleitung die Stadt Baucau mit Elektrizität. Es wurde mit norwegischer Hilfe vier Kilometer vom Ort entfernt errichtet. Die jährliche Leistung beträgt 1,5 GWh.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Elctricsprings: Gariuai ( vom 10. Januar 2011 im Internet Archive)</ref>
In der Gemeinde gibt es zwei kommunale Radiosender. Aus dem Ort Baucau sendet Lian Matebean (FM 99,9 MHz) und aus Bucoli Radio Popular Colelemai Bucoli (FM 102,5 MHz).<ref>ARKTL – Asosiasaun Radio Komunidade Timor-Leste (englisch)</ref> Der FRETILIN-Sender Radio Maubere ist auf FM 96,0 MHz zu empfangen.
Persönlichkeiten
- Cornélio L7 da Conceição Gama (* 1945), Politiker und Freiheitskämpfer
- Jaime Camacho Amaral (1950–1975), Freiheitskämpfer aus Baha Mori
- Abel Ximenes (* 1950), Freiheitskämpfer und Politiker
- André da Costa Belo L4 (1957–2018), Freiheitskämpfer und Politiker
- Odete Maria Freitas Belo (* 1966), Medizinerin und Politikerin
- Helder Freitas (* 1973), Politiker
- Pascásio de Rosa Alves (* 1983), Jurist
- Ezequiel das Neves (1997–2026), TV-Moderator und Journalist
Sonstiges
In Buruma befindet sich eines der größten Gefängnisse des Landes.
Weblinks
- Portal der Gemeinde Baucau
- Profil des Distrikts 2012 (tetum, PDF-Datei)
- Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement (englisch)
- Baucau District Development Plan 2002/2003 (PDF-Datei; 269 kB)
Einzelnachweise
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Aileu |
Ainaro |
Atauro |
Baucau |
Bobonaro |
Cova Lima |
Dili |
Ermera |
Lautém |
Liquiçá |
Manatuto |
Manufahi |
Viqueque
Sonderverwaltungsregion: Oe-Cusse Ambeno
Koordinaten: 8° 28′ S, 126° 27′ O
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