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Besi Merah Putih

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Flag of Besi Merah Putih.svg
Symbol der BMP<ref>East Timor law and Justice Bulletin, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref>

Besi Merah Putih (BMP) ist der Name einer etwa 200 Mann starken pro-indonesischen Miliz (Wanra), die am 27. Dezember 1998 in Cai-Cassa, Osttimor, gegründet wurde.<ref name="ETISC" /> Sie operierte von Maubara aus hauptsächlich im Distrikt Liquiçá, und in der Umgebung des Flusses Lóis, westlich der Hauptstadt Dili. Allerdings gab es auch Einsätze in Dili und Mitglieder reisten auch nach Oe-Cusse Ambeno und arbeiteten dort mit der Sakunar zusammen.<ref name="CAVRAI" details="S. 2786.">„Annexe 1: Timor-Leste 1999: Crimes against Humanity“ aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)</ref>

Ihr Name bedeutet übersetzt rotes und weißes Eisen.<ref name="DK300" details="S. 145.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Hintergrund

Die Führung der Miliz hatte Manuel de Sousa inne, mit Unterstützung von Leoneto Martins, dem Distriktsadministrator (Bupati) von Liquiçá, und dem Subdistrikts-Administrator (Camat) José Afat. Der indonesische Ex-General Prabowo hatte direkte Verbindungen zu Besi Merah Putih und trainierte Angehörige auf einem Kopassus-Stützpunkt nahe Bogor in Westjava.<ref name="ETISC">East Timor Ireland Solidarity Campaign – Briefing Paper</ref> Der indonesische Armeeangehörige führten aktiv die Miliz. So der Unteroffizier Tomé Diogo. Militärgeheimdienst SGI und dem lokalen Militärkommando arbeiteten schon früh zusammen mit der Miliz.<ref name="MoT">Hamish McDonald et al.: Masters of Terror: Indonesia's military & violence in East Timor in 1999, Strategic and Defence Studies Centre, Australian National University, Canberra 2002, ISBN 07315 54191.</ref>

Junge Männer, die Mitte der 1990er Jahre als Spitzel für die Kopassus angeworben wurden, waren die ersten Mitglieder der BMP.<ref name="DK300" details="S. 141 & 145." /> Dazu kamen viele der 200 Mitglieder der 1995 gegründeten Miliz Gadapaksi.<ref name="CAVRAI" details="S. 2886." /> Die Miliz Pana wurde schon bald der BMP angeschlossen.<ref name="CAVRAI" details="S. 2889." /> Mit Hilfe des Militärs brachte man auch Milizionäre von außerhalb nach Osttimor, so aus Westtimor, Sulawesi und Sumatra.<ref name="MoT" details="S. 145." /> Insgesamt schätzt man die Mitgliederzahl auf 600. Die Bewaffnung bestand zumeist aus traditionellen Waffen, wie Macheten und Messern, es gab aber auch Schusswaffen bis hin zu automatischen Gewehren aus den Beständen der indonesischen Streitkräfte.<ref name="CAVRAI" details="S. 2786." />

Stützpunkte befanden sich in Vatuboro, Vaviquinia, Dato, Fatumasi und Maumeta.<ref name="CAVRAI" details="S. 2788." />

Verbrechen

Die BMP galt als eine der gefürchtetsten in Osttimor während der Unruhen vor und nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1999. Offen rief Martins dazu auf, CNRT-Mitglieder zu verprügeln, ihre Häuser niederzubrennen und deren Führer zu ermorden.<ref name="MoT" details="S. 178–179." /><ref name="UNTAET">UNTAET: Case: LI-1-99-SC, auf: Virtual Tribunals – International criminal tribunal records (1945-present), abgerufen am 23. Mai 2022.</ref> Sie wird für Brandstiftung, Mord, Folter und Vergewaltigung in hunderten Fällen verantwortlich gemacht.<ref name="MoT" />

Besonders bekannt wurde das Kirchenmassaker von Liquiçá am 6. April und der Überfall auf einen Hilfskonvoi in Liquiçá am 4. Juli. Hier wurden 77 Personen getötet. Der Konvoi war gerade auf dem Weg zurück von Sare (Distrikt Ermera), wo er tausende Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt hatte, nach Dili, als er in der Stadt Liquiçá überfallen wurden. In diesem Konvoi waren auch Vertreter von sechs osttimoresischen NGOs (darunter die Caritas Osttimor), des UNHCR und der UNAMET.<ref name="ETAN">ETAN: July 4 Militia Attack on the Humanitarian Team in Liquiça: Another Slap in the Face to the UN (Sommer 1999) {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|1088-8136|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1

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Ehemalige Mitglieder der BMP sagten vor Gericht aus, dass, bevor die Miliz in den Kampf zog, sie einen Cocktail aus Alkohol, Tierblut und Drogen tranken. Außerdem berichteten sie, dass Milizionäre Trophäen von ihren Opfern sammelten, indem sie Ohren und Penisse abschnitten.<ref name="MoT" />

Am 11. Dezember 2012 wurden drei Mitglieder der BMP zu Haftstrafen verurteilt. Faustino Filipe de Carvalho, der ehemalige Suco-Chef von Ulmera, wurde zu sechs Jahren verurteilt, wegen illegaler Gefangensetzung und Deportation von Zivilisten. Miguel Soares, der in Besite aktiv war, erhielt neun Jahre Gefängnis wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von Fransisco Brás. Der BMP-Kommandant Salvador de Jesus wurde wegen der Beteiligung an der Ermordung von Felix Barreto und Francisco Brás zu 16 Jahren verurteilt.<ref>Timornewsline: Three members of Besi Merah Putih militia, 19. Dezember 2012</ref>

Einzelnachweise

<references />